Kapitel 211: pañcaśikhajanakasaṃvāda
Pañcaśikhas Belehrung des Janaka über Wiedergeburt und Erlösung
Bhīṣma erzählt auf Yudhiṣṭhiras Frage die alte Geschichte, wie König Janaka von Mithilā durch den Weisen Pañcaśikha, einen Schüler des Āsuri, zur Erlösungslehre des Sāṃkhya geführt wird. Das Kapitel enthält Pañcaśikhas Widerlegung der materialistischen Lehre (nāstika) und seine Darlegung des Kreislaufs von Unwissenheit, Tat und Wiedergeburt.
Yudhiṣṭhira sprach: „Durch welches Verhalten ging Janaka, der Herr von Mithilā, der das rechte Verhalten kannte und den Dharma kannte, zur Erlösung, nachdem er die menschlichen Genüsse aufgegeben hatte?“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf. 3.Sg.)
kena vṛttena vṛttajño janako mithilādhipaḥ
durch welches Verhalten (Instr.) Janaka, der Verhaltenskundige, Herr von Mithilā (Nom.)
jagāma mokṣaṃ dharmajño
ging zur Erlösung (Perf. 3.Sg.; Akk.), der Dharma-Kundige (Nom.)
bhogān utsṛjya mānuṣān
die menschlichen Genüsse (Akk.Pl.) aufgegeben habend (Abs.)
janako janadevas tu mithilāyāṃ janādhipaḥ; aurdhvadehikadharmāṇām āsīd yukto vicintane
Janaka, der Gott unter den Menschen, der Herr der Menschen in Mithilā, war der Überlegung über die Pflichten für das Jenseits nach dem Tode hingegeben.
Wort für Wort
janako janadevas tu
Janaka, der Menschengott aber (Nom.)
mithilāyāṃ janādhipaḥ
in Mithilā, Herr der Menschen (Lok.; Nom.)
aurdhvadehikadharmāṇām
der Pflichten das Leben nach dem Tode betreffend (Gen.Pl., Kompositum)
āsīd yukto vicintane
war hingegeben (Impf. 3.Sg.; PPP Nom.) dem Überlegen (Lok.)
janadeva kann auch als Beiname („Menschengott“) gelten; aurdhvadehika bezieht sich auf das, was nach dem Tod des Körpers gilt.
sa teṣāṃ pretyabhāve ca pretyajātau viniścaye; āgamasthaḥ sa bhūyiṣṭham ātmatattve na tuṣyati
Er, an die Überlieferung gebunden, wurde bei deren [Lehren] über das Dasein nach dem Tode, die Wiedergeburt und die Entscheidung darüber, meist im Wesen des Selbst nicht zufrieden.
Wort für Wort
sa teṣāṃ pretyabhāve ca
er (Nom.), bei ihren (Gen.) [Lehren] über das Sein nach dem Tode (Lok.)
pretyajātau viniścaye
über die Geburt nach dem Tode, bei der Entscheidung (Lok.)
āgamasthaḥ sa bhūyiṣṭham
auf die Überlieferung gestützt (Nom.), meistens (Adv.)
ātmatattve na tuṣyati
im Wesen des Selbst (Lok.) nicht zufrieden (3.Sg.Präs.)
āgamastha: an der Überlieferung (Schrift) festhaltend oder auf sie gestützt.
sarvasaṃnyāsadharmāṇāṃ tattvajñānaviniścaye; suparyavasitārthaś ca nirdvaṃdvo naṣṭasaṃśayaḥ
[Er war] in allen Pflichten der völligen Entsagung und in der Entscheidung über die Erkenntnis der Wahrheit wohl zum Ziel gelangt, frei von den Gegensatzpaaren, mit geschwundenem Zweifel.
Wort für Wort
sarvasaṃnyāsadharmāṇām
aller Pflichten der Entsagung (Gen.Pl., Kompositum)
tattvajñānaviniścaye
in der Entscheidung über die Wahrheitserkenntnis (Lok., Kompositum)
suparyavasitārthaś ca
und zum Ziel wohl gelangt (Nom., Bahuvrīhi)
nirdvaṃdvo naṣṭasaṃśayaḥ
frei von Gegensatzpaaren, mit verlorenem Zweifel (Nom.)
Man nennt ihn den einzigen unter den Sehern, der sich aus eigenem Wunsch unter den Menschen niedergelassen hat [?], das ewige, äußerste, sehr schwer erreichbare Glück erstrebend.
Wort für Wort
ṛṣīṇām āhur ekaṃ yaṃ
unter den Sehern (Gen.) nennen sie (3.Pl.Perf.) als einzigen (Akk.), den
kāmād avasitaṃ nṛṣu
aus Wunsch (Abl.) niedergelassen / entschieden (PPP) unter Menschen (Lok.) [?]
śāśvataṃ sukham atyantam
ewiges, äußerstes Glück (Akk.)
anvicchan sa sudurlabham
erstrebend (Part.Präs.), er, das sehr schwer Erreichbare (Akk.)
Verderbte oder dunkle Stelle: kāmād avasitaṃ nṛṣu ist syntaktisch unsicher; auch sa sudurlabham ist knapp.
Im Pañcasrotas bewandert, in den Pañcarātra kundig; fünffach wissend, fünffach tuend, mit fünf Eigenschaften: so gilt er als Pañcaśikha.
Wort für Wort
pañcasrotasi niṣṇātaḥ
im Pañcasrotas (Lok.) bewandert (PPP Nom.)
pañcarātraviśāradaḥ
in den Pañcarātra kundig (Nom.)
pañcajñaḥ pañcakṛt
Fünf-Kenner, Fünf-Tuer (Nom.)
pañcaguṇaḥ pañcaśikhaḥ smṛtaḥ
mit fünf Eigenschaften, Pañcaśikha genannt (PPP Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Deutung der „Fünf“ ist im Text nicht ausgeführt.
tan me brūhi dvijaśreṣṭha tvaṃ hi vettāsya tattvataḥ; evaṃ pṛṣṭaḥ pañcaśikhaḥ saṃprahṛṣṭatanūruhaḥ
„Das sage mir, bester der Zweimalgeborenen, denn du bist der Kenner davon der Wahrheit nach.“ So gefragt, [war] Pañcaśikha mit vor Freude sich sträubenden Körperhaaren [erfreut].
Wort für Wort
tan me brūhi dvijaśreṣṭha
das mir sage (Imp.), bester der Zweimalgeborenen (Vok.)
tvaṃ hi vettāsya tattvataḥ
denn du Kenner (Nom.) davon (Gen.), der Wahrheit nach (Adv.)
evaṃ pṛṣṭaḥ pañcaśikhaḥ
so gefragt (PPP), Pañcaśikha (Nom.)
saṃprahṛṣṭatanūruhaḥ
mit vor Freude gesträubten Körperhaaren (Bahuvrīhi Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Rede setzt vermutlich die Frage Āsuris an Pañcaśikha voraus; der Sprecherwechsel ist im Text nicht markiert.
die Brahmanen, die dem Bodhāyana ergeben sind [?], den Zustand eines Sehers erlangt habend.
Wort für Wort
bodhāyanaparān
dem Bodhāyana ergebene [?] (Akk.Pl.)
viprān
Brahmanen (Akk.Pl.)
ṛṣibhāvam upāgataḥ
den Seher-Zustand (Akk.) erlangt habend (PPP Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; bodhāyanaparān unsicher (Eigenname Bodhāyana oder „auf Erkenntnis gerichtet“).
Sie alle widerlegen wollend, ließ der kluge Weise Pañcaśikha, o König, ihre vielen Gründe und Vorzüge hören.
Wort für Wort
nirākariṣṇus tān sarvāṃs
widerlegen wollend (Nom.), sie alle (Akk.)
teṣāṃ hetuguṇān bahūn
ihrer (Gen.) viele Gründe und Vorzüge (Akk.Pl.) [?]
śrāvayām āsa matimān
ließ hören (Kaus. Perf. 3.Sg.), der Kluge (Nom.)
muniḥ pañcaśikho nṛpa
der Weise Pañcaśikha, o König (Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Sinn von hetuguṇān teṣām („ihre Gründe und Vorzüge“) ist unsicher.
jātinirvedam uktvā hi karmanirvedam abravīt; karmanirvedam uktvā ca sarvanirvedam abravīt
Nachdem er den Überdruss an der Geburt ausgesprochen hatte, sprach er den Überdruss am Tun aus; und nachdem er den Überdruss am Tun ausgesprochen hatte, sprach er den Überdruss an allem aus.
Wort für Wort
jātinirvedam uktvā hi
den Überdruss an Geburt (Akk.) gesagt habend (Abs.)
karmanirvedam abravīt
den Überdruss an Taten (Akk.) sprach er (Impf. 3.Sg.)
dṛśyamāne vināśe ca pratyakṣe lokasākṣike; āgamāt param astīti bruvann api parājitaḥ
Wo die Vernichtung sichtbar ist, unmittelbar wahrnehmbar, für die Welt bezeugt, da ist einer, der sagt „aufgrund der Überlieferung gibt es ein Jenseits“, dennoch besiegt.
Wort für Wort
dṛśyamāne vināśe ca
wenn die Vernichtung (Lok.) sichtbar ist (Part.Pass.)
pratyakṣe lokasākṣike
unmittelbar wahrnehmbar, von der Welt bezeugt (Lok.)
āgamāt param astīti
aus der Überlieferung (Abl.) „es gibt ein Jenseits“ (Zitat)
bruvann api parājitaḥ
auch wenn er das sagt (Part.Präs.), besiegt (PPP Nom.)
anātmā hy ātmano mṛtyuḥ kleśo mṛtyur jarāmayaḥ; ātmānaṃ manyate mohāt tad asamyak paraṃ matam
Das Nicht-Selbst ist des Selbst Tod; das Leiden ist der Tod, aus Alter bestehend [?]. Aus Verblendung hält man [das Nicht-Selbst] für das Selbst; jene andere Lehre ist unrichtig.
Wort für Wort
anātmā hy ātmano mṛtyuḥ
das Nicht-Selbst ist ja des Selbst Tod (Nom.Sg.m. / Gen.Sg. / Nom.Sg.)
kleśo mṛtyur jarāmayaḥ
Leiden ist Tod, aus Alter bestehend (Nom.Sg.; Kompositum jarā-maya)
ātmānaṃ manyate mohāt
man hält [es] für das Selbst aus Verblendung (Akk.Sg.; 3.Sg.Med.Präs.; Abl.)
tad asamyak paraṃ matam
das ist unrichtig, die andere/gegnerische Lehre (Nom.Sg.n.; Nom.Sg.n.)
atha ced evam apy asti yal loke nopapadyate; ajaro 'yam amṛtyuś ca rājāsau manyate tathā
Wenn es aber dennoch so etwas gibt, was in der Welt nicht einleuchtet – dass dieser [Selbst] alterslos und todlos sei –, so meint auch jener König es ebenso [?].
Wort für Wort
atha ced evam apy asti
wenn es aber auch so etwas gibt (Konj.; 3.Sg.Präs.)
yal loke nopapadyate
was in der Welt nicht einleuchtet (Rel.; Lok.; 3.Sg.Med.Präs.)
ajaro 'yam amṛtyuś ca
dieser alterslos und todlos (Nom.Sg.m.)
rājāsau manyate tathā
jener König meint [es] ebenso (Nom.Sg.; 3.Sg.Med.Präs.)
pratyakṣaṃ hy etayor mūlaṃ kṛtāntaitihyayor api; pratyakṣo hy āgamo 'bhinnaḥ kṛtānto vā na kiṃ cana
Denn die Wurzel beider, auch der Lehre vom Kṛtānta und der Überlieferung, ist die Wahrnehmung; die Offenbarung (āgama) ist [ja] unmittelbar wahrnehmbar, ungeteilt; oder das Kṛtānta ist [dann] nichts [?].
Wort für Wort
pratyakṣaṃ hy etayor mūlaṃ
die Wahrnehmung ist ja die Wurzel dieser beiden (Nom.Sg.n.; Gen.Du.)
kṛtāntaitihyayor api
auch von Kṛtānta und Überlieferung (Gen.Du.)
pratyakṣo hy āgamo 'bhinnaḥ
die Offenbarung ist ja wahrnehmbar, ungeteilt (Nom.Sg.m.)
kṛtānto vā na kiṃ cana
oder das Kṛtānta ist gar nichts (Nom.Sg.m.)
kṛtānta (Schicksal / Lehrabschluss / Erfahrung) und die Konstruktion unsicher; Text möglicherweise verderbt.
Wo immer es im Schluss ein Gemachtes gibt oder [es] hervorgebracht wird [?] – ein anderer als der Körper ist das Lebendige (jīva): so gilt es in der Lehre der Nāstikas.
Wort für Wort
yatra tatrānumāne 'sti
wo immer im Schluss [es] gibt (Lok.; 3.Sg.Präs.)
kṛtaṃ bhāvayate 'pi vā
Gemachtes, oder bringt hervor [?] (Part.Pass.; 3.Sg.Kaus.)
anyo jīvaḥ śarīrasya
ein anderer ist das Lebendige als der Körper (Nom.Sg.m.; Gen.)
nāstikānāṃ mate smṛtaḥ
in der Lehre der Nāstikas gilt (Gen.Pl.; Lok.; Part.Pass.)
pretya bhūtātyayaś caiva devatābhyupayācanam; mṛte karmanivṛttiś ca pramāṇam iti niścayaḥ
Das Vergehen der Elemente nach dem Tod, das Anrufen der Götter und das Aufhören der Werke beim Toten – dies gilt als Beweismittel: so lautet [ihre] Überzeugung.
Wort für Wort
pretya bhūtātyayaś caiva
nach dem Tod und der Untergang der Elemente (Abs.; Nom.Sg.m.)
devatābhyupayācanam
das Anrufen der Gottheiten (Nom.Sg.n.)
mṛte karmanivṛttiś ca
und beim Toten das Aufhören des Werks (Lok.; Nom.Sg.f.)
pramāṇam iti niścayaḥ
„Beweismittel“ – so die Gewissheit (Nom.Sg.n.; Nom.Sg.m.)
na tv ete hetavaḥ santi ye ke cin mūrtisaṃsthitāḥ; amartyasya hi martyena sāmānyaṃ nopapadyate
Doch diese Gründe, welche es auch seien, die auf Körperliches gestützt sind, bestehen nicht; denn zwischen einem Unsterblichen und einem Sterblichen ist keine Gleichheit möglich.
Wort für Wort
na tv ete hetavaḥ santi
doch diese Gründe gibt es nicht (Nom.Pl.m.; 3.Pl.Präs.)
ye ke cin mūrtisaṃsthitāḥ
welche auch immer, auf Körperliches gestützt (Nom.Pl.m.)
amartyasya hi martyena
denn dem Unsterblichen mit dem Sterblichen (Gen.; Instr.)
sāmānyaṃ nopapadyate
Gleichheit ist nicht möglich (Nom.Sg.n.; 3.Sg.Med.)
avidyākarmaceṣṭānāṃ ke cid āhuḥ punarbhavam; kāraṇaṃ lobhamohau tu doṣāṇāṃ ca niṣevaṇam
Manche sagen, die Wiedergeburt [entstehe] aus den Regungen des Nichtwissens und des Handelns; Ursache seien aber Gier und Verblendung und das Pflegen der Fehler.
Wort für Wort
avidyākarmaceṣṭānām
aus den Regungen von Nichtwissen und Werk (Gen.Pl.; Kompositum)
ke cid āhuḥ punarbhavam
manche sagen Wiedergeburt (3.Pl.Perf.; Akk.Sg.)
kāraṇaṃ lobhamohau tu
Ursache sind aber Gier und Verblendung (Nom.Sg.n.; Nom.Du.)
doṣāṇāṃ ca niṣevaṇam
und das Pflegen der Fehler (Gen.Pl.; Nom.Sg.n.)
Syntax der ersten Hälfte (Gen. avidyā…) frei aufgelöst.
tasmin vyūḍhe ca dagdhe ca citte maraṇadharmiṇi; anyo 'nyāj jāyate dehas tam āhuḥ sattvasaṃkṣayam
Wenn dieses [Denken] im sterblichen Denken (citta) entfaltet und verbrannt ist, entsteht aus einem der Körper ein anderer; das nennen sie die Vernichtung des Wesens (sattva).
Wort für Wort
tasmin vyūḍhe ca dagdhe ca
wenn dieses entfaltet und verbrannt ist (Lok.abs.)
citte maraṇadharmiṇi
im sterblichen Denken (Lok.Sg.n.)
anyo 'nyāj jāyate dehaḥ
aus einem anderen entsteht ein Körper (Abl.; 3.Sg.Med.; Nom.Sg.m.)
tam āhuḥ sattvasaṃkṣayam
das nennen sie Vernichtung des Wesens (Akk.; 3.Pl.Perf.)
yadā sa rūpataś cānyo jātitaḥ śrutito 'rthataḥ; katham asmin sa ity eva saṃbandhaḥ syād asaṃhitaḥ
Wenn er nach Gestalt, nach Geburt, nach Überlieferung und nach Sache ein anderer ist, wie könnte dann zwischen diesem und dem [früheren] „der ist es“ ein Zusammenhang bestehen, der [doch] unverbunden ist?
Wort für Wort
yadā sa rūpataś cānyaḥ
wenn er der Gestalt nach ein anderer ist (Adv.; Nom.Sg.m.)
jātitaḥ śrutito 'rthataḥ
der Geburt, der Überlieferung, der Sache nach (Adv.)
katham asmin sa ity eva
wie hinsichtlich dieses: „der ist es“ (Interrog.; Lok.)
saṃbandhaḥ syād asaṃhitaḥ
könnte ein Zusammenhang sein, ein unverbundener (Nom.Sg.m.; 3.Sg.Opt.)
yadā hy ayam ihaivānyaiḥ prākṛtair duḥkhito bhavet; sukhitair duḥkhitair vāpi dṛśyo 'py asya vinirṇayaḥ
Wenn dieser schon hier von anderen, gewöhnlichen [Menschen] leidend würde – seien sie glücklich oder leidend –, so wäre auch dessen Entscheidung sichtbar [?].
Wort für Wort
yadā hy ayam ihaivānyaiḥ
wenn dieser ja gerade hier von anderen (Instr.Pl.)
prākṛtair duḥkhito bhavet
von gewöhnlichen leidend würde (Instr.; Opt.)
sukhitair duḥkhitair vāpi
sei es von Glücklichen oder Leidenden (Instr.Pl.)
dṛśyo 'py asya vinirṇayaḥ
auch dessen Entscheidung wäre sichtbar (Nom.Sg.m.)
tathā hi musalair hanyuḥ śarīraṃ tat punar bhavet; pṛthag jñānaṃ yad anyac ca yenaitan nopalabhyate
So [nämlich]: schlüge man den Körper mit Stößeln, so würde er wieder [entstehen] [?]; getrennt ist das Erkennen, und ein anderes [ist es], wodurch dies nicht wahrgenommen wird [?].
Wort für Wort
tathā hi musalair hanyuḥ
so nämlich würde man mit Stößeln schlagen (Instr.Pl.; Opt.Pass.)
śarīraṃ tat punar bhavet
der Körper, der würde wieder sein (Nom.Sg.n.; Opt.)
pṛthag jñānaṃ yad anyac ca
getrennt das Erkennen, und was anderes ist (Nom.Sg.n.)
yenaitan nopalabhyate
wodurch dies nicht wahrgenommen wird (Instr.; 3.Sg.Pass.)
Nach Gütern, die zugleich äußerst Glück bringen, trachten diese vielen, ohne Zoll [?]; ein größeres Leid erlangt, gehen sie, den Köder lassend, in die Gewalt des Todes.
Wort für Wort
arthāṃs tathātyantasukhāvahāṃś ca
und Güter, die äußerst Glück bringen (Akk.Pl.m.)
lipsanta ete bahavo viśulkāḥ
diese vielen begehren, ohne Zoll/Preis [?] (Nom.Pl.m.)
mahattaraṃ duḥkham abhiprapannā
ein größeres Leid erlangt (Nom.Pl.m.; Part.Perf.)
hitvāmiṣaṃ mṛtyuvaśaṃ prayānti
den Köder lassend gehen sie in die Gewalt des Todes (Abs.; Akk.; 3.Pl.Präs.)
viśulkāḥ unklar (‚ohne Zoll, ohne Einsatz‘); āmiṣa = Köder/Fleisch/Genussobjekt.
vināśino hy adhruvajīvitasya; kiṃ bandhubhir mitraparigrahaiś ca; vihāya yo gacchati sarvam eva; kṣaṇena gatvā na nivartate ca
Was nützen dem Vergänglichen, dessen Leben unbeständig ist, Verwandte und der Besitz von Freunden? Wer alles verlassend geht, in einem Augenblick gegangen ist, kehrt nicht zurück.
Wort für Wort
vināśino hy adhruvajīvitasya
denn des Vergänglichen, dessen Leben unbeständig ist (Gen.Sg.m.)
kiṃ bandhubhir mitraparigrahaiś ca
was [nützen] Verwandte und Freundschaftsbande (Instr.Pl.)
vihāya yo gacchati sarvam eva
wer alles verlassend geht (Abs.; 3.Sg.Präs.)
kṣaṇena gatvā na nivartate ca
in einem Augenblick gegangen kehrt nicht zurück (Instr.; Abs.; 3.Sg.Med.)
bhīṣma uvāca; janako naradevas tu jñāpitaḥ paramarṣiṇā; punar evānupapraccha sāṃparāye bhavābhavau; bhagavan yad idaṃ pretya saṃjñā bhavati kasya cit; evaṃ sati kim ajñānaṃ jñānaṃ vā kiṃ kariṣyati; vivādād eva siddho 'sau kāraṇasyeva vedanā; pañcaśikha uvāca; cetano vidyate hy atra haitukaṃ ca manogatam; āgamād eva siddho 'sau svataḥsiddha iti śrutiḥ; vartate pṛthag anyonyaṃ na hy apāśritya karmasu; cetano hy aṃśavas tatra svamūrtaṃ dhārayanty ataḥ; svabhāvaṃ pauruṣaṃ karma hy ātmānaṃ tam upāśritāḥ; tam āśritya pravartante dehino dehabandhanāḥ; guṇajñānam abhijñānaṃ yasya liṅgā na śabdavat; pṛthivyādiṣu bhūteṣu tat tad āhur nidarśanam; ātmāsau vartate bhinnas tatra tatra samanvitaḥ; paramātmā tathaivaiko dehe 'sminn iti vai śrutiḥ; ākāśaṃ vāyur ūṣmā ca sneho yac cāpi pārthivam; yathā tridhā pravartante tathāsau puruṣaḥ smṛtaḥ; payasy antarhitaṃ yadvat tadvad vyāptaṃ mahātmakam; pūrvaṃ naiśvaryayogena tasmād etan na śeṣavān; śabdaḥ kālaḥ kriyā deho mamaikasyaiva kalpanā; svabhāvaṃ tanmayaṃ tv etan māyārūpaṃ tu bhedavat; nānākhyaṃ paramaṃ śuddhaṃ nirvikalpaṃ parātmakam; liṅgādi devamadhyās te jñānaṃ devasya tat tathā; cinmayo 'yaṃ hi nādākhyaḥ śabdaś cāsau mano mahān; gatimān uta saṃdhatte varṇavat tat padānvitam; kāyo nāsti ca teṣāṃ vai avakāśas tathā param; ete noḍhā iti cākhyātāḥ sarve te dharmadūṣakāḥ; anubandhān na vijñānaṃ jñānato dhruvam avyayam; nānābhedavikalpena yeṣām ātmā smṛtaḥ sadā; prakṛter aparas teṣāṃ bahavo hy ātmavādinaḥ; virodho hy ātmasanmāyāṃ na teṣāṃ siddha eva hi; anyadā ca gṛhītai* vedabāhyās tataḥ smṛtāḥ; ekānekātmakaṃ teṣāṃ pratiṣedho hi bhedanut; tasmād vedasya hṛdayam advaidhyam iti viddhi tat; vedādṛṣṭer ayaṃ lokaḥ sarvārtheṣu pravartate; tasmāc ca smṛtayo jātāḥ setihāsāḥ pṛthagvidhāḥ; na yan na sādhyaṃ tad brahma nādimadhyaṃ na cāntavat; indriyāṇi sabhūtāni parā ca prakṛtir manaḥ; ātmā ca paramaḥ śuddhaḥ prokto 'sau paramaḥ pumān; utpattilakṣaṇaṃ cedaṃ viparītam athobhayoḥ; yo vetti prakṛtiṃ nityaṃ tathā caivātmanas tu tām; pradahaty eṣa karmākhyaṃ dāvodbhūta ivānalaḥ; cinmātraparamaḥ śuddhaḥ sarvākṛtiṣu vartate; ākāśakalpaṃ vimalaṃ nānāśaktisamanvitam; tāpanaṃ sarvabhūtānāṃ jyotiṣāṃ madhyamasthitim; duḥkham āste sa nirduḥkhas tad vidvān na ca lipyati; asāv aśnāti yadvat tad bhramaro 'śnāti yan madhu; evam eṣa mahān ātmā nātmā tad avabudhyate; evaṃbhūtas tvam ity atra svādhīto budhyate param; budhasya bodhanaṃ tatra kriyate sadbhir ity uta; na budhasyeti vai kaś cin na tathāvac chruṇuṣva me; śokam asya na gatvā te śāstrāṇāṃ śāstradasyavaḥ; lokaṃ nighnanti saṃbhinnā jñātino 'tra vadanty uta; evaṃ tasya vibhoḥ kṛtyaṃ dhātur asya mahātmanaḥ; kṣamanti te mahātmānaḥ sarvadvaṃdvavivarjitāḥ; ato 'nyathā mahātmānam anyathā pratipadyate; kiṃ tena na kṛtaṃ pāpaṃ coreṇātmāpahāriṇā; tasya saṃyogayogena śucir apy aśucir bhavet; aśuciś ca śuciś cāpi jñānād dehādayo yathā; dṛśyaṃ na caiva dṛṣṭaṃ syād dṛṣṭaṃ dṛśyaṃ tu naiva ca; atītatritayaḥ siddho jñānarūpeṇa sarvadā; evaṃ na pratipadyante rāgamohamadānvitāḥ; vedabāhyā durātmānaḥ saṃsāre duḥkhabhāginaḥ; āgamānugatajñānā buddhiyuktā bhavanti te; buddhyā bhavati buddhyāttaṃ yad buddhaṃ cātmarūpavat; tamasy andhe na saṃdehāt paraṃ yānti na saṃśayaḥ; nityanaimittikān kṛtvā pāpahānim avāpya ca; śuddhasattvā mahātmāno jñānanirdhūtakalmaṣāḥ; asaktāḥ parivartante saṃsaranty atha vāyuvat; na yujyante 'tha vā kleśair ahaṃbhāvodbhavaiḥ saha; itas tataḥ samāhṛtya jñānaṃ nirvarṇayanty uta; jñānānvitas tamo hanyād arkavat sa mahāmatiḥ; evam ātmānam anvīkṣya nānāduḥkhasamanvitam; dehaṃ paṅkamale magnaṃ nirmalaṃ paramārthataḥ; tam eva sarvaduḥkhāt tu mocayet paramātmavān; brahmacaryavratopetaḥ sarvasaṅgabahiṣkṛtaḥ; laghvāhāro viśuddhātmā paraṃ nirvāṇam ṛcchati; indriyāṇi mano vāyuḥ śoṇitaṃ māṃsam asthi ca; ānupūrvyād vinaśyanti svaṃ dhātum upayānti ca; kāraṇānugataṃ kāryaṃ yadi tac ca vinaśyati; aliṅgasya kathaṃ liṅgaṃ yujyate tan mṛṣā dṛḍham; na tv eva hetavaḥ santi ye ke cin mūrtisaṃsthitāḥ; amartyasya ca martyena sāmānyaṃ nopapadyate; lokadṛṣṭo yathā jāteḥ svedajaḥ puruṣaḥ striyām; kṛtānusmaraṇāt siddho vedagamyaḥ paraḥ pumān; pratyakṣānugato vedo nāmahetubhir iṣyate; yathā śākhā hi vai śākhā taroḥ saṃbadhyate tadā; śrutyā tathā paro 'py ātmā dṛśyate so 'py aliṅgavān; aliṅgasādhyaṃ tad brahma bahavaḥ santi hetavaḥ; lokayātrāvidhānaṃ ca dānadharmaphalāgamaḥ; tadarthaṃ vedaśabdāś ca vyavahārāś ca laukikāḥ; iti samyaṅ manasy ete bahavaḥ santi hetavaḥ; etad astīdam astīti na kiṃ cit pratidṛśyate; teṣāṃ vimṛśatām evaṃ tat tat samabhidhāvatām; kva cin niviśate buddhis tatra jīryati vṛkṣavat; evam arthair anarthaiś ca duḥkhitāḥ sarvajantavaḥ; āgamair apakṛṣyanti hastino hastipair yathā; na jātu kāmaḥ kāmānām upabhogena śāmyati; haviṣā kṛṣṇavartmeva bhūya evābhivardhate; arthāṃs tathātyantaduḥkhāvahāṃś ca; lipsanta eke bahavo viśuṣkāḥ; mahattaraṃ duḥkham abhiprapannā; hitvā sukhaṃ mṛtyuvaśaṃ prayānti; vināśino hy adhruvajīvitasya; kiṃ bandhubhir mantraparigrahaiś ca; vihāya yo gacchati sarvam eva; kṣaṇena gatvā na nivartate ca; khaṃ bhūmitoyānalavāyavo hi; sadā śarīraṃ pratipālayanti; itīdam ālakṣya kuto ratir bhaved; vināśino hy asya na karma vidyate; bhīṣma uvāca; idam anupadhivākyam acchalaṃ; paramanirāmayam ātmasākṣikam; narapatir anuvīkṣya vismitaḥ; punar anuyoktum idaṃ pracakrame
Bhīṣma sprach: Janaka, der Götterherr unter den Menschen, vom höchsten Seher belehrt, fragte erneut nach Dasein und Nichtdasein im Jenseits: „Erhabener, wenn dies zutrifft, dass jemandem nach dem Tode ein Bewusstsein zukommt, was werden dann Nichtwissen oder Wissen bewirken? Aus bloßem Streit allein ist jenes [dann] erwiesen, [wie] die Empfindung einer Ursache [?].“ Pañcaśikha sprach: „Ein Bewusstes gibt es hier, und das im Geist Befindliche ist auf Gründe gestützt [?]; aus der Überlieferung allein ist jenes erwiesen; ‚von selbst erwiesen‘, so die Śruti. Es besteht getrennt voneinander, denn ohne Stütze [besteht es] nicht in den Werken [?]; das Bewusstsein – seine Teile tragen dort deshalb ihre eigene Gestalt [?]. Eigenwesen, Mannhaftigkeit und Werk – an das Selbst, jenes, haben sie sich gehalten [?]; auf jenes gestützt wirken die Verkörperten, die an den Körper Gebundenen. Dessen Erkenntnis der Eigenschaften ist das Erkennungszeichen, dessen Merkmale nicht wie ein Laut sind [?]; in den Elementen, Erde usw., nennen sie jeweils das Beispiel. Dieses Selbst besteht als geteilt, in jedem Einzelnen enthalten; ebenso [ist] das Höchste Selbst eines in diesem Körper – so die Śruti. Raum, Wind, Hitze und Feuchtigkeit und was aus Erde ist: wie diese dreifach wirken, so gilt jener Puruṣa [?]. Wie in Milch Verborgenes, so ist das Große [alles] durchdringend [?]; zuvor durch die Verbindung mit Herrschaft; daher hat dies keinen Rest [?]. Laut, Zeit, Handlung, Körper – meine, des Einen, bloße Vorstellung [?]. Das Eigenwesen, aus diesem bestehend, [ist] aber von Māyā-Gestalt, mit Unterschieden versehen; vielfältig benannt, höchst, rein, unterschiedslos, dem Höchsten Selbst zugehörig. Die Merkmale usw. stehen mitten unter den Göttern; das Wissen des Gottes [ist] ebenso [?]. Dieser besteht aus Bewusstsein, ‚Nāda‘ genannt; und dieser Laut [ist] der große Geist; sich bewegend fügt er zusammen, wie Buchstaben, mit Wörtern verbunden [?]. Einen Körper haben sie nicht, und ebenso keinen Raum, darüber hinaus [?]. ‚Nicht Getragene‘ werden diese genannt; alle sind sie Verderber des Dharma [?]. Aus Anhang [entsteht] nicht Unterscheidungswissen; aus Wissen das Beständige, Unvergängliche [?]. [Jene,] für die das Selbst stets in vielfältiger Unterschiedsvorstellung gilt, für sie ist ein anderer als die Prakṛti [das Selbst]; viele sind ja Verkünder des Selbst [?]. Widerspruch [besteht] ja in der Māyā des wahren Selbst; bei ihnen ist es nicht erwiesen [?]. Und zu anderer Zeit ergriffen … [Text verderbt]; darum gelten sie als außerhalb des Veda stehend. Ihre Ein-und-Vielheit-Natur; die Verneinung ist ja Unterschiede zerstörend [?]. Darum wisse: das Herz des Veda ist die Nicht-Zweiheit. Aus dem Sehen [gemäß] dem Veda verläuft diese Welt in allen Zwecken [?]; und daher sind die Smṛtis entstanden, samt Itihāsas, von verschiedener Art. Was nicht unerreichbar ist, das ist Brahman [?]; ohne Anfang und Mitte und nicht mit Ende. Die Sinne samt den Elementen, und die höhere Prakṛti, der Geist, und das höchste, reine Selbst: dies wird der höchste Mann (Puruṣa) genannt. Und dies Merkmal der Entstehung ist bei beiden entgegengesetzt [?]. Wer die Prakṛti als ewig kennt und ebenso jene des Selbst, der verbrennt das ‚Werk‘ Genannte, wie ein aus einem Waldbrand entstandenes Feuer. Nur aus Bewusstsein bestehend, höchst, rein, wirkt er in allen Gestalten, dem Raum gleich, makellos, mit vielerlei Kräften versehen, der Erhitzer aller Wesen, inmitten der Lichter stehend. Er verweilt im Leid [scheinbar], ist aber leidfrei; der dies Wissende wird nicht befleckt. Wie dieser isst, so isst die Biene den Honig, den sie isst [?]; so erkennt dieses große Selbst das Nicht-Selbst [?] / das Nicht-Selbst erkennt jenes nicht [?]. ‚So beschaffen bist du‘ – hierin erkennt der selbst Studierende das Höchste [?]; die Belehrung des Wissenden wird dort von den Guten vollzogen, so heißt es; nicht [die] des Wissenden, sagt einer [?]; nicht so – höre von mir. Zu dessen Kummer nicht gelangt, [sind es] jene Räuber der Lehrbücher [?]; die Welt erschlagen sie, zerstritten; ‚Wissende‘ reden hier [so] [?]. So ist dies das Tun jenes Herrn, des Schöpfers, dieses Großen [?]; es ertragen [es] jene Großmütigen, von allen Gegensatzpaaren frei. Wer anders als so das Große auffasst, fasst [es] auf andere Weise auf: was für eine Sünde hat der nicht getan, als Dieb, der das Selbst raubt? Durch die Verbindung mit ihm würde der Reine auch unrein, der Unreine auch rein, wie durch Erkenntnis die Körper usw. [?]. Das Sichtbare wäre nicht gesehen, und das Gesehene nicht das Sichtbare [?]. Die drei [Zeiten] überschreitend, vollendet, in der Gestalt der Erkenntnis, allezeit. So erkennen [es] nicht [jene], die mit Leidenschaft, Verblendung und Rausch behaftet sind, dem Veda Fernstehende, Schlechtgesinnte, teilhaftig des Leids im Saṃsāra. Die, deren Erkenntnis dem Āgama folgt, werden mit Verstand (buddhi) begabt. Durch den Verstand entsteht das vom Verstand Ergriffene; was erkannt ist, [ist] dem Wesen des Selbst gleich [?]. In blinder Finsternis gehen sie nicht aus Zweifel zum Höchsten; daran ist kein Zweifel [?]. Nachdem sie die täglichen und gelegentlichen [Pflichten] erfüllt und die Tilgung der Sünde erlangt haben, [sind] die Großmütigen, von reiner Sattva, durch Erkenntnis von Makel befreit, ungebunden, kreisen umher und wandern dann wie der Wind [?]. Oder sie verbinden sich nicht mit den aus Ichhaftigkeit entstandenen Leiden. Von hier und dort zusammentragend, legen sie das Wissen dar. Mit Wissen begabt möge er das Dunkel töten wie die Sonne, der Hochweise. So das Selbst betrachtend, mit vielerlei Leiden behaftet, den Körper, im Schlamm und Schmutz versunken, [doch] rein im höchsten Sinne, möge der, der das Höchste Selbst hat, eben diesen aus allem Leid erlösen. Mit dem Gelübde der Keuschheit versehen, von aller Anhaftung ausgeschlossen, von leichter Nahrung, rein im Selbst, erlangt er das höchste Nirvāṇa. Sinne, Geist, Wind, Blut, Fleisch und Knochen vergehen der Reihe nach und gehen in ihren eigenen Grundstoff ein. Wenn die Wirkung der Ursache folgt und diese vergeht, wie passt dem Merkmallosen ein Merkmal? Das ist fest [gesagt] Trug [?]. Doch es gibt keine Gründe, welche auch immer, die auf Körperliches gestützt sind; und zwischen einem Unsterblichen und einem Sterblichen ist keine Gleichheit möglich. In der Welt gesehen: wie [je] nach der Geburtsart ein Schweißgeborener als Mann in einer Frau [?]; aus der Erinnerung an das Getane erwiesen, durch den Veda erkennbar: der höchste Puruṣa [?]. Der der Wahrnehmung folgende Veda wird nicht durch bloße Namensgründe gebilligt [?]. Wie ein Zweig ja mit dem Zweig des Baumes dann verbunden ist, so wird durch die Śruti auch das höhere Selbst gesehen, das auch merkmallos ist [?]. Das Brahman ist durch Merkmallosigkeit zu erweisen [?]; viele Gründe gibt es: die Ordnung des Weltlaufs und das Eintreten der Frucht von Gabe und Dharma; dafür [sind] die Vedaworte und die weltlichen Handlungen. So gibt es bei richtiger Betrachtung im Geist diese vielen Gründe; ‚dies ist, das ist‘ – nichts wird [sicher] gesehen. Während sie so erwägen und bald dies, bald jenes anlaufen, setzt sich der Verstand irgendwo fest; dort altert er wie ein Baum. So sind alle Wesen durch Nützliches und Unheilvolles leidend; sie werden von den Überlieferungen fortgezerrt, wie Elefanten von Elefantenführern. Niemals wird das Begehren durch den Genuss von Begierdeobjekten gestillt; wie das Feuer durch Opferschmalz wächst es nur noch mehr. Nach Gütern, die zugleich äußerst Leid bringen, begehren manche, viele, ausgedörrt; ein größeres Leid erlangt, gehen sie, das Glück lassend, in die Gewalt des Todes. Denn was nützen dem Vergänglichen, dessen Leben unbeständig ist, Verwandte und die Aufnahme von Ratschlägen [?], wenn er alles verlassend geht, in einem Augenblick gegangen ist und nicht zurückkehrt? Denn Raum, Erde, Wasser, Feuer und Wind bewahren stets den Körper; dies erkennend, woher könnte Freude sein? Für diesen Vergänglichen gibt es kein Werk [?].“ Bhīṣma sprach: Diese unverfälschte, trugfreie Rede, höchst heilsam, im Selbst bezeugt, der Fürst, sie erwägend, staunend, begann erneut zu befragen.
Bhīṣma sprach: Janaka, der Götterherr unter den Menschen, vom höchsten Seher belehrt, fragte erneut nach Dasein und Nichtdasein im Jenseits:
bhagavan yad idaṃ pretya saṃjñā bhavati kasya cit; evaṃ sati kim ajñānaṃ jñānaṃ vā kiṃ kariṣyati; vivādād eva siddho 'sau kāraṇasyeva vedanā
Erhabener, wenn dies zutrifft, dass jemandem nach dem Tode ein Bewusstsein zukommt, was werden dann Nichtwissen oder Wissen bewirken? Aus bloßem Streit allein ist jenes [dann] erwiesen, [wie] die Empfindung einer Ursache [?].
pañcaśikha uvāca; cetano vidyate hy atra haitukaṃ ca manogatam; āgamād eva siddho 'sau svataḥsiddha iti śrutiḥ
Pañcaśikha sprach: Ein Bewusstes gibt es hier, und das im Geist Befindliche ist auf Gründe gestützt [?]; aus der Überlieferung allein ist jenes erwiesen; ‚von selbst erwiesen‘, so die Śruti.
vartate pṛthag anyonyaṃ na hy apāśritya karmasu; cetano hy aṃśavas tatra svamūrtaṃ dhārayanty ataḥ; svabhāvaṃ pauruṣaṃ karma hy ātmānaṃ tam upāśritāḥ
Es besteht getrennt voneinander, denn ohne Stütze [besteht es] nicht in den Werken [?]; das Bewusstsein – seine Teile tragen dort deshalb ihre eigene Gestalt [?]. Eigenwesen, Mannhaftigkeit und Werk – an das Selbst, jenes, haben sie sich gehalten [?];
tam āśritya pravartante dehino dehabandhanāḥ; guṇajñānam abhijñānaṃ yasya liṅgā na śabdavat; pṛthivyādiṣu bhūteṣu tat tad āhur nidarśanam
auf jenes gestützt wirken die Verkörperten, die an den Körper Gebundenen. Dessen Erkenntnis der Eigenschaften ist das Erkennungszeichen, dessen Merkmale nicht wie ein Laut sind [?]; in den Elementen, Erde usw., nennen sie jeweils das Beispiel.
ātmāsau vartate bhinnas tatra tatra samanvitaḥ; paramātmā tathaivaiko dehe 'sminn iti vai śrutiḥ; ākāśaṃ vāyur ūṣmā ca sneho yac cāpi pārthivam
Dieses Selbst besteht als geteilt, in jedem Einzelnen enthalten; ebenso [ist] das Höchste Selbst eines in diesem Körper – so die Śruti. Raum, Wind, Hitze und Feuchtigkeit und was aus Erde ist:
wie diese dreifach wirken, so gilt jener Puruṣa [?]. Wie in Milch Verborgenes, so ist das Große [alles] durchdringend [?]; zuvor durch die Verbindung mit Herrschaft; daher hat dies keinen Rest [?].
śabdaḥ kālaḥ kriyā deho mamaikasyaiva kalpanā; svabhāvaṃ tanmayaṃ tv etan māyārūpaṃ tu bhedavat; nānākhyaṃ paramaṃ śuddhaṃ nirvikalpaṃ parātmakam
Laut, Zeit, Handlung, Körper – meine, des Einen, bloße Vorstellung [?]. Das Eigenwesen, aus diesem bestehend, [ist] aber von Māyā-Gestalt, mit Unterschieden versehen; vielfältig benannt, höchst, rein, unterschiedslos, dem Höchsten Selbst zugehörig.
liṅgādi devamadhyās te jñānaṃ devasya tat tathā; cinmayo 'yaṃ hi nādākhyaḥ śabdaś cāsau mano mahān; gatimān uta saṃdhatte varṇavat tat padānvitam
Die Merkmale usw. stehen mitten unter den Göttern; das Wissen des Gottes [ist] ebenso [?]. Dieser besteht aus Bewusstsein, ‚Nāda‘ genannt; und dieser Laut [ist] der große Geist; sich bewegend fügt er zusammen, wie Buchstaben, mit Wörtern verbunden [?].
kāyo nāsti ca teṣāṃ vai avakāśas tathā param; ete noḍhā iti cākhyātāḥ sarve te dharmadūṣakāḥ; anubandhān na vijñānaṃ jñānato dhruvam avyayam
Einen Körper haben sie nicht, und ebenso keinen Raum, darüber hinaus [?]. ‚Nicht Getragene‘ werden diese genannt; alle sind sie Verderber des Dharma [?]. Aus Anhang [entsteht] nicht Unterscheidungswissen; aus Wissen das Beständige, Unvergängliche [?].
nānābhedavikalpena yeṣām ātmā smṛtaḥ sadā; prakṛter aparas teṣāṃ bahavo hy ātmavādinaḥ; virodho hy ātmasanmāyāṃ na teṣāṃ siddha eva hi
[Jene,] für die das Selbst stets in vielfältiger Unterschiedsvorstellung gilt, für sie ist ein anderer als die Prakṛti [das Selbst]; viele sind ja Verkünder des Selbst [?]. Widerspruch [besteht] ja in der Māyā des wahren Selbst; bei ihnen ist es nicht erwiesen [?].
anyadā ca gṛhītai* vedabāhyās tataḥ smṛtāḥ; ekānekātmakaṃ teṣāṃ pratiṣedho hi bhedanut; tasmād vedasya hṛdayam advaidhyam iti viddhi tat
Und zu anderer Zeit ergriffen … [Text verderbt]; darum gelten sie als außerhalb des Veda stehend. Ihre Ein-und-Vielheit-Natur; die Verneinung ist ja Unterschiede zerstörend [?]. Darum wisse: das Herz des Veda ist die Nicht-Zweiheit.
vedādṛṣṭer ayaṃ lokaḥ sarvārtheṣu pravartate; tasmāc ca smṛtayo jātāḥ setihāsāḥ pṛthagvidhāḥ; na yan na sādhyaṃ tad brahma nādimadhyaṃ na cāntavat
Aus dem Sehen [gemäß] dem Veda verläuft diese Welt in allen Zwecken [?]; und daher sind die Smṛtis entstanden, samt Itihāsas, von verschiedener Art. Was nicht unerreichbar ist, das ist Brahman [?]; ohne Anfang und Mitte und nicht mit Ende.
indriyāṇi sabhūtāni parā ca prakṛtir manaḥ; ātmā ca paramaḥ śuddhaḥ prokto 'sau paramaḥ pumān; utpattilakṣaṇaṃ cedaṃ viparītam athobhayoḥ
Die Sinne samt den Elementen, und die höhere Prakṛti, der Geist, und das höchste, reine Selbst: dies wird der höchste Mann (Puruṣa) genannt. Und dies Merkmal der Entstehung ist bei beiden entgegengesetzt [?].
yo vetti prakṛtiṃ nityaṃ tathā caivātmanas tu tām; pradahaty eṣa karmākhyaṃ dāvodbhūta ivānalaḥ; cinmātraparamaḥ śuddhaḥ sarvākṛtiṣu vartate
Wer die Prakṛti als ewig kennt und ebenso jene des Selbst, der verbrennt das ‚Werk‘ Genannte, wie ein aus einem Waldbrand entstandenes Feuer. Nur aus Bewusstsein bestehend, höchst, rein, wirkt er in allen Gestalten,
ākāśakalpaṃ vimalaṃ nānāśaktisamanvitam; tāpanaṃ sarvabhūtānāṃ jyotiṣāṃ madhyamasthitim; duḥkham āste sa nirduḥkhas tad vidvān na ca lipyati
dem Raum gleich, makellos, mit vielerlei Kräften versehen, der Erhitzer aller Wesen, inmitten der Lichter stehend. Er verweilt im Leid [scheinbar], ist aber leidfrei; der dies Wissende wird nicht befleckt.
asāv aśnāti yadvat tad bhramaro 'śnāti yan madhu; evam eṣa mahān ātmā nātmā tad avabudhyate; evaṃbhūtas tvam ity atra svādhīto budhyate param
Wie dieser isst, so isst die Biene den Honig, den sie isst [?]; so erkennt dieses große Selbst das Nicht-Selbst [?] / das Nicht-Selbst erkennt jenes nicht [?]. ‚So beschaffen bist du‘ – hierin erkennt der selbst Studierende das Höchste [?];
budhasya bodhanaṃ tatra kriyate sadbhir ity uta; na budhasyeti vai kaś cin na tathāvac chruṇuṣva me; śokam asya na gatvā te śāstrāṇāṃ śāstradasyavaḥ
die Belehrung des Wissenden wird dort von den Guten vollzogen, so heißt es; nicht [die] des Wissenden, sagt einer [?]; nicht so – höre von mir. Zu dessen Kummer nicht gelangt, [sind es] jene Räuber der Lehrbücher [?];
lokaṃ nighnanti saṃbhinnā jñātino 'tra vadanty uta; evaṃ tasya vibhoḥ kṛtyaṃ dhātur asya mahātmanaḥ; kṣamanti te mahātmānaḥ sarvadvaṃdvavivarjitāḥ
die Welt erschlagen sie, zerstritten; ‚Wissende‘ reden hier [so] [?]. So ist dies das Tun jenes Herrn, des Schöpfers, dieses Großen [?]; es ertragen [es] jene Großmütigen, von allen Gegensatzpaaren frei.
ato 'nyathā mahātmānam anyathā pratipadyate; kiṃ tena na kṛtaṃ pāpaṃ coreṇātmāpahāriṇā; tasya saṃyogayogena śucir apy aśucir bhavet
Wer anders als so das Große auffasst, fasst [es] auf andere Weise auf: was für eine Sünde hat der nicht getan, als Dieb, der das Selbst raubt? Durch die Verbindung mit ihm würde der Reine auch unrein,
aśuciś ca śuciś cāpi jñānād dehādayo yathā; dṛśyaṃ na caiva dṛṣṭaṃ syād dṛṣṭaṃ dṛśyaṃ tu naiva ca; atītatritayaḥ siddho jñānarūpeṇa sarvadā
der Unreine auch rein, wie durch Erkenntnis die Körper usw. [?]. Das Sichtbare wäre nicht gesehen, und das Gesehene nicht das Sichtbare [?]. Die drei [Zeiten] überschreitend, vollendet, in der Gestalt der Erkenntnis, allezeit.
evaṃ na pratipadyante rāgamohamadānvitāḥ; vedabāhyā durātmānaḥ saṃsāre duḥkhabhāginaḥ; āgamānugatajñānā buddhiyuktā bhavanti te
So erkennen [es] nicht [jene], die mit Leidenschaft, Verblendung und Rausch behaftet sind, dem Veda Fernstehende, Schlechtgesinnte, teilhaftig des Leids im Saṃsāra. Die, deren Erkenntnis dem Āgama folgt, werden mit Verstand (buddhi) begabt.
buddhyā bhavati buddhyāttaṃ yad buddhaṃ cātmarūpavat; tamasy andhe na saṃdehāt paraṃ yānti na saṃśayaḥ; nityanaimittikān kṛtvā pāpahānim avāpya ca
Durch den Verstand entsteht das vom Verstand Ergriffene; was erkannt ist, [ist] dem Wesen des Selbst gleich [?]. In blinder Finsternis gehen sie nicht aus Zweifel zum Höchsten; daran ist kein Zweifel [?]. Nachdem sie die täglichen und gelegentlichen [Pflichten] erfüllt und die Tilgung der Sünde erlangt haben,
śuddhasattvā mahātmāno jñānanirdhūtakalmaṣāḥ; asaktāḥ parivartante saṃsaranty atha vāyuvat; na yujyante 'tha vā kleśair ahaṃbhāvodbhavaiḥ saha
[sind] die Großmütigen, von reiner Sattva, durch Erkenntnis von Makel befreit, ungebunden, kreisen umher und wandern dann wie der Wind [?]. Oder sie verbinden sich nicht mit den aus Ichhaftigkeit entstandenen Leiden.
itas tataḥ samāhṛtya jñānaṃ nirvarṇayanty uta; jñānānvitas tamo hanyād arkavat sa mahāmatiḥ; evam ātmānam anvīkṣya nānāduḥkhasamanvitam
Von hier und dort zusammentragend, legen sie das Wissen dar. Mit Wissen begabt möge er das Dunkel töten wie die Sonne, der Hochweise. So das Selbst betrachtend, mit vielerlei Leiden behaftet,
dehaṃ paṅkamale magnaṃ nirmalaṃ paramārthataḥ; tam eva sarvaduḥkhāt tu mocayet paramātmavān; brahmacaryavratopetaḥ sarvasaṅgabahiṣkṛtaḥ
den Körper, im Schlamm und Schmutz versunken, [doch] rein im höchsten Sinne, möge der, der das Höchste Selbst hat, eben diesen aus allem Leid erlösen. Mit dem Gelübde der Keuschheit versehen, von aller Anhaftung ausgeschlossen,
laghvāhāro viśuddhātmā paraṃ nirvāṇam ṛcchati; indriyāṇi mano vāyuḥ śoṇitaṃ māṃsam asthi ca; ānupūrvyād vinaśyanti svaṃ dhātum upayānti ca
von leichter Nahrung, rein im Selbst, erlangt er das höchste Nirvāṇa. Sinne, Geist, Wind, Blut, Fleisch und Knochen vergehen der Reihe nach und gehen in ihren eigenen Grundstoff ein.
kāraṇānugataṃ kāryaṃ yadi tac ca vinaśyati; aliṅgasya kathaṃ liṅgaṃ yujyate tan mṛṣā dṛḍham; na tv eva hetavaḥ santi ye ke cin mūrtisaṃsthitāḥ
Wenn die Wirkung der Ursache folgt und diese vergeht, wie passt dem Merkmallosen ein Merkmal? Das ist fest [gesagt] Trug [?]. Doch es gibt keine Gründe, welche auch immer, die auf Körperliches gestützt sind;
und zwischen einem Unsterblichen und einem Sterblichen ist keine Gleichheit möglich. In der Welt gesehen: wie [je] nach der Geburtsart ein Schweißgeborener als Mann in einer Frau [?]; aus der Erinnerung an das Getane erwiesen, durch den Veda erkennbar: der höchste Puruṣa [?].
pratyakṣānugato vedo nāmahetubhir iṣyate; yathā śākhā hi vai śākhā taroḥ saṃbadhyate tadā; śrutyā tathā paro 'py ātmā dṛśyate so 'py aliṅgavān
Der der Wahrnehmung folgende Veda wird nicht durch bloße Namensgründe gebilligt [?]. Wie ein Zweig ja mit dem Zweig des Baumes dann verbunden ist, so wird durch die Śruti auch das höhere Selbst gesehen, das auch merkmallos ist [?].
aliṅgasādhyaṃ tad brahma bahavaḥ santi hetavaḥ; lokayātrāvidhānaṃ ca dānadharmaphalāgamaḥ; tadarthaṃ vedaśabdāś ca vyavahārāś ca laukikāḥ
Das Brahman ist durch Merkmallosigkeit zu erweisen [?]; viele Gründe gibt es: die Ordnung des Weltlaufs und das Eintreten der Frucht von Gabe und Dharma; dafür [sind] die Vedaworte und die weltlichen Handlungen.
iti samyaṅ manasy ete bahavaḥ santi hetavaḥ; etad astīdam astīti na kiṃ cit pratidṛśyate; teṣāṃ vimṛśatām evaṃ tat tat samabhidhāvatām
So gibt es bei richtiger Betrachtung im Geist diese vielen Gründe; ‚dies ist, das ist‘ – nichts wird [sicher] gesehen. Während sie so erwägen und bald dies, bald jenes anlaufen,
kva cin niviśate buddhis tatra jīryati vṛkṣavat; evam arthair anarthaiś ca duḥkhitāḥ sarvajantavaḥ; āgamair apakṛṣyanti hastino hastipair yathā
setzt sich der Verstand irgendwo fest; dort altert er wie ein Baum. So sind alle Wesen durch Nützliches und Unheilvolles leidend; sie werden von den Überlieferungen fortgezerrt, wie Elefanten von Elefantenführern.
na jātu kāmaḥ kāmānām upabhogena śāmyati; haviṣā kṛṣṇavartmeva bhūya evābhivardhate; arthāṃs tathātyantaduḥkhāvahāṃś ca
Niemals wird das Begehren durch den Genuss von Begierdeobjekten gestillt; wie das Feuer durch Opferschmalz wächst es nur noch mehr. Nach Gütern, die zugleich äußerst Leid bringen,
in einem Augenblick gegangen ist und nicht zurückkehrt? Denn Raum, Erde, Wasser, Feuer und Wind bewahren stets den Körper;
itīdam ālakṣya kuto ratir bhaved; vināśino hy asya na karma vidyate; bhīṣma uvāca
dies erkennend, woher könnte Freude sein? Für diesen Vergänglichen gibt es kein Werk [?]. Bhīṣma sprach:
idam anupadhivākyam acchalaṃ; paramanirāmayam ātmasākṣikam; narapatir anuvīkṣya vismitaḥ
Diese unverfälschte, trugfreie Rede, höchst heilsam, im Selbst bezeugt, der Fürst, sie erwägend, staunend,
punar anuyoktum idaṃ pracakrame
begann erneut zu befragen.
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Umfangreiche Zusatzpassage (Sternstelle) der kritischen Ausgabe; der Text ist stellenweise verderbt bzw. dunkel (u. a. Pādas 5, 9-11, 20-34, 49-54, 66, 82, 85-87). Die Passage wiederholt weitgehend Verse 211.040, 211.041-050 und 211.036/45-48; die Wort-für-Wort-Gruppen sind pādaweise (je drei Pādas) gegeben.