Kapitel 321: nāradanārāyaṇasaṃvāda
Die höchste Gottheit: Nāradas Gespräch mit Nārāyaṇa beginnt
Yudhiṣṭhira fragt Bhīṣma, welche Gottheit man verehren solle, um Vollendung zu erreichen; Bhīṣma erzählt daraufhin, wie Nārada bei den Weisen Nara und Nārāyaṇa im Badarī-Āśrama nach deren eigenem Kult fragte und so die Belehrung über das höchste, alle Götter und Ahnen übersteigende Selbst (Kṣetrajña/Puruṣa) erhielt.
Yudhiṣṭhira sprach: „Ein Hausvater, ein Brahmacārin, oder ein Waldbewohner, oder ein Bettelmönch – wer die Vollendung zu erreichen wünscht, welche Gottheit soll er verehren?“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf./Aor. 3. Sg.)
gṛhasthaḥ brahmacārī vā
ein Hausvater, ein Brahmacārin, oder (Nom. Sg.)
vānaprasthaḥ atha bhikṣukaḥ
ein Waldbewohner, oder ein Bettelmönch (Nom. Sg.)
yaḥ icchet siddhim āsthātum
wer wünschte, die Vollendung zu erreichen (Opt. 3. Sg./Inf.)
devatāṃ kāṃ yajeta
welche Gottheit er verehren solle (Akk./Opt. 3. Sg.)
muktaś ca kāṃ gatiṃ gacchen mokṣaś caiva kimātmakaḥ; svargataś caiva kiṃ kuryād yena na cyavate divaḥ
„Und wohin gelangt der Befreite, welchen Zustand erreicht er? Und was ist die Erlösung ihrem Wesen nach? Und was soll einer, der zum Himmel gelangt ist, tun, damit er nicht vom Himmel herabfällt?“
Wort für Wort
muktaḥ ca kāṃ gatim
und der Befreite, zu welchem Zustand (Nom./Akk.)
gacchet
er möge gehen/erreichen (Opt. 3. Sg.)
mokṣaḥ ca eva kimātmakaḥ
und was ist die Erlösung ihrem Wesen nach (Nom. Sg.)
svargataḥ ca eva
und wer zum Himmel gelangt ist
kim kuryāt
was soll er tun (Opt. 3. Sg.)
yena na cyavate divaḥ
wodurch er nicht herabfällt vom Himmel (Instr./Präs. 3. Sg./Abl.)
bhīṣma uvāca; gūḍhaṃ māṃ praśnavit praśnaṃ pṛcchase tvam ihānagha; na hy eṣa tarkayā śakyo vaktuṃ varṣaśatair api
Bhīṣma sprach: „Du, Kenner der Fragen, o Sündenloser, stellst mir hier eine verborgene Frage; denn diese kann selbst in hundert Jahren nicht durch bloße Vernunft beantwortet werden.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach
gūḍham māṃ praśnavit
eine verborgene [Frage] mir, o Kenner der Fragen (Akk./Vok.)
praśnaṃ pṛcchase tvam iha anagha
du stellst hier die Frage, o Sündenloser (Akk./Präs. 2. Sg. Med./Vok.)
na hi eṣa tarkayā śakyaḥ
denn dies kann nicht durch bloße Vernunft (Nom./Instr.)
vaktum varṣaśataiḥ api
gesagt werden, selbst in hundert Jahren (Inf./Instr. Pl.)
„Außer durch die Gnade der Götter, o König, oder durch das Erlangen von Erkenntnis – denn diese Erzählung ist schwer zu durchdringen und muss dir erklärt werden, o Feindebezwinger.“
Wort für Wort
ṛte devaprasādāt vā
außer durch die Gnade der Götter (Abl.)
rājan jñānāgamena vā
o König, oder durch das Erlangen von Erkenntnis (Vok./Instr.)
gahanam hi etat ākhyānam
denn diese Erzählung ist schwer zu durchdringen (Nom. Neutr.)
vyākhyātavyam tava arihan
sie muss dir erklärt werden, o Feindebezwinger (Ger./Vok.)
„Im Kṛtayuga, o Großkönig, einst, in der Zeitperiode des Svāyaṃbhu[-Manu], [erschienen] Nara und Nārāyaṇa, sowie ebenso Hari und Kṛṣṇa.“
Wort für Wort
kṛte yuge mahārāja
im Kṛtayuga, o Großkönig (Lok. Sg./Vok.)
purā svāyaṃbhuve antare
einst, in der Zeitperiode des Svāyaṃbhu[-Manu] (Lok. Sg.)
naraḥ nārāyaṇaḥ ca eva
Nara und Nārāyaṇa (Nom. Sg.)
hariḥ kṛṣṇaḥ tathā eva ca
Hari und ebenso Kṛṣṇa (Nom. Sg.)
Die Aufzählung kann entweder vier eigenständige Gestalten oder zwei gleichgesetzte Paare (Nara/Hari, Nārāyaṇa/Kṛṣṇa) bezeichnen; hier wortgetreu als Reihe wiedergegeben.
„Von jener Zeit an vollzogen Nārāyaṇa und Nara, die beiden Unvergänglichen, Askese, nachdem sie den Badarī-Āśrama erreicht hatten, auf einem goldenen Wagen.“
Wort für Wort
tebhyaḥ
von jener Zeit an (Abl. Pl.)
nārāyaṇanarau tapaḥ tepatuḥ
Nārāyaṇa und Nara vollzogen Askese (Nom. Du./Perf. 3. Du.)
avyayau
die beiden Unvergänglichen (Nom. Du.)
badaryāśramam āsādya
nachdem sie den Badarī-Āśrama erreicht hatten (Akk./Ger.)
śakaṭe kanakāmaye
auf einem goldenen Wagen (Lok. Sg.)
„tebhyaḥ“ (Abl. Pl.) bezieht sich vermutlich auf die zuvor genannte Zeitperiode, nicht auf Personen; hier temporal aufgefasst als „von jener Zeit an“.
aṣṭacakraṃ hi tad yānaṃ bhūtayuktaṃ manoramam; tatrādyau lokanāthau tau kṛśau dhamanisaṃtatau
„Denn jenes Fahrzeug hatte acht Räder, war von Wesen gezogen und bezaubernd; dort [weilten] jene beiden ursprünglichen Herren der Welt, abgemagert und von Adern durchzogen.“
Wort für Wort
aṣṭacakram hi tat yānam
denn jenes Fahrzeug mit acht Rädern (Nom. Neutr.)
bhūtayuktam manoramam
von Wesen gezogen [und] bezaubernd (Nom. Neutr.)
tatra ādyau lokanāthau
dort die beiden ursprünglichen Herren der Welt (Nom. Du.)
„Sicherlich, mit deren beider Einverständnis, im Herzen von Sehnsucht angetrieben, stieg [Nārada] vom Gipfel des großen Berges Meru herab zum Gandhamādana.“
Wort für Wort
nūnaṃ tayor anumate
sicherlich, mit deren beider Einverständnis (Gen. Du.)
hṛdi hṛcchayacoditaḥ
im Herzen von Sehnsucht angetrieben (Lok./Nom. Sg.)
mahāmeror gireḥ śṛṅgāt
vom Gipfel des großen Berges Meru (Gen./Abl.)
pracyutaḥ gandhamādanam
herabgestiegen zum Gandhamādana (Nom./Akk.)
„hṛcchaya“ („das im Herzen Wohnende“) wird hier als Sehnsucht/Neugier aufgefasst, passend zu v. 15 (kautūhala); „tayor anumate“ könnte auch ein stillschweigendes göttliches Fügen andeuten.
„[Diese Welten,] mit den Göttern, Asuras und Gandharven, mit den Ṛṣis, Kiṃnaras und Schlangen – diese eine, zuvor entstandene Gestalt wurde wiederum vierfach.“
dharmasya kulasaṃtāno mahān ebhir vivardhitaḥ; aho hy anugṛhīto 'dya dharma ebhiḥ surair iha; naranārāyaṇābhyāṃ ca kṛṣṇena hariṇā tathā
„Die große Fortpflanzung des Geschlechtes des Dharma wurde durch diese vermehrt; ach, wie ist doch heute der Dharma hier begünstigt worden durch diese Götter, durch Nara und Nārāyaṇa sowie durch Kṛṣṇa und Hari!“
Wort für Wort
dharmasya kulasaṃtānaḥ mahān
die große Fortpflanzung des Geschlechtes des Dharma (Gen./Nom. Sg.)
ebhiḥ vivardhitaḥ
durch diese vermehrt (Instr. Pl./Nom. Sg.)
aho hi anugṛhītaḥ adya
ach, wie ist doch heute begünstigt worden (Interj./Nom. Sg.)
dharma ebhiḥ suraiḥ iha
der Dharma hier durch diese Götter (Nom./Instr. Pl.)
etau hi paramaṃ dhāma kānayor āhnikakriyā; pitarau sarvabhūtānāṃ daivataṃ ca yaśasvinau; kāṃ devatāṃ nu yajataḥ pitṝn vā kān mahāmatī
„Diese beiden sind die höchste Stätte; welches ist ihre tägliche Andachtshandlung? Sie, die beiden Ruhmreichen, sind die Väter und die Gottheit aller Wesen – welche Gottheit verehren wohl die beiden Hochweisen, oder welche Ahnen?“
Wort für Wort
etau hi paramam dhāma
diese beiden sind die höchste Stätte (Nom. Du./Nom. Neutr.)
kā anayor āhnikakriyā
welches ist ihrer beider tägliche Andachtshandlung (Nom./Gen. Du.)
pitarau sarvabhūtānām
die Väter aller Wesen (Nom. Du./Gen. Pl.)
daivatam ca yaśasvinau
und die Gottheit, die beiden Ruhmreichen (Nom. Neutr./Nom. Du.)
kāṃ devatāṃ nu yajataḥ
welche Gottheit verehren wohl [die beiden] (Akk./Präs. 3. Du.)
pitṝn vā kān mahāmatī
oder welche Ahnen, die beiden Hochweisen (Akk. Pl./Nom. Du.)
kṛte daive ca pitrye ca tatas tābhyāṃ nirīkṣitaḥ; pūjitaś caiva vidhinā yathāproktena śāstrataḥ
„Nachdem das Götter- und das Ahnenopfer vollzogen war, wurde er darauf von den beiden angeschaut und mit dem Ritus geehrt, wie es der Lehrschrift gemäß vorgeschrieben ist.“
Wort für Wort
kṛte daive ca pitrye ca
als das Götter- und das Ahnenopfer vollzogen war (Lok. Abs.)
tataḥ tābhyāṃ nirīkṣitaḥ
darauf von den beiden angeschaut (Instr. Du./Nom. Sg.)
pūjitaḥ ca eva vidhinā
und geehrt mit dem Ritus (Nom. Sg./Instr.)
yathāproktena śāstrataḥ
wie vorgeschrieben, gemäß der Lehrschrift (Instr./Abl.)
„In den Veden samt den Purāṇas, mit ihren Zusatz- und Nebengliedern, wirst du besungen; du bist der Ungeborene, der Ewige, der Ordner, der als die höchste Unsterblichkeit gilt; in dir ist alles gegründet, diese ganze Welt, das Vergangene und das Zukünftige.“
Wort für Wort
vedeṣu sapurāṇeṣu
in den Veden samt den Purāṇas (Lok. Pl.)
sāṅgopāṅgeṣu gīyase
mit ihren Zusatz- und Nebengliedern wirst du besungen (Lok./Präs. 2. Sg. Pass.)
tvam ajaḥ śāśvataḥ dhātā
du bist der Ungeborene, der Ewige, der Ordner (Nom. Sg.)
mataḥ amṛtam anuttamam
angesehen als die höchste Unsterblichkeit (Nom./Nom. Neutr.)
pratiṣṭhitam bhūtabhavyam
gegründet, das Vergangene und Zukünftige (Nom. Neutr.)
Der erhabene Herr sprach: „Dies ist unaussprechlich und doch zu sagen, ein ewiges Geheimnis des Selbst; dir aber, dem Hingebungsvollen, o Brahmane, will ich es der Wahrheit gemäß verkünden.“
Wort für Wort
śrībhagavān uvāca
der erhabene Herr sprach
avācyam etat vaktavyam
dies ist unaussprechlich und [doch] zu sagen (Nom. Neutr.)
ātmaguhyam sanātanam
ein ewiges Geheimnis des Selbst (Nom. Neutr.)
tava bhaktimataḥ brahman
dir, dem Hingebungsvollen, o Brahmane (Gen./Vok.)
vakṣyāmi tu yathātatham
will ich aber der Wahrheit gemäß verkünden (Fut. 1. Sg.)
sa hy antarātmā bhūtānāṃ kṣetrajñaś ceti kathyate; triguṇavyatirikto 'sau puruṣaś ceti kalpitaḥ; tasmād avyaktam utpannaṃ triguṇaṃ dvijasattama
„– dieses wird die innere Seele der Wesen und auch Kṣetrajña genannt; jenes, das von den drei Guṇas verschieden ist, gilt als der Puruṣa; aus ihm ist das mit den drei Guṇas [versehene] Unmanifeste entstanden, o bester der Zweifachgeborenen.“
Wort für Wort
sa hi antarātmā bhūtānām
dieses ist die innere Seele der Wesen (Nom./Gen. Pl.)
kṣetrajñaḥ ca iti kathyate
und wird ‚Kṣetrajña‘ genannt (Nom./Präs. 3. Sg. Pass.)
triguṇavyatiriktaḥ asau
jenes, das von den drei Guṇas verschieden ist (Nom. Sg.)
puruṣaḥ ca iti kalpitaḥ
gilt als der Puruṣa (Nom. Sg.)
tasmād avyaktam utpannam
aus ihm ist das Unmanifeste entstanden (Abl./Nom. Neutr.)
triguṇam dvijasattama
mit den drei Guṇas, o bester der Zweifachgeborenen (Nom. Neutr./Vok.)
avyaktā vyaktabhāvasthā yā sā prakṛtir avyayā; tāṃ yonim āvayor viddhi yo 'sau sadasadātmakaḥ; āvābhyāṃ pūjyate 'sau hi daive pitrye ca kalpite
„Die unmanifeste, doch im Zustand des Sich-Manifestierens befindliche, unvergängliche Urnatur – erkenne sie als unser beider Ursprung: er, der aus Sein und Nichtsein besteht, wird von uns beiden verehrt, wenn das Götter- und das Ahnenopfer vollzogen wird.“
Wort für Wort
avyaktā vyaktabhāvasthā
die unmanifeste, [doch] im Zustand des Manifestwerdens befindliche (Nom. Sg.)
yā sā prakṛtiḥ avyayā
die unvergängliche Urnatur, die (Nom. Sg.)
tāṃ yonim āvayor viddhi
erkenne sie als unser beider Ursprung (Akk./Gen. Du./Imp. 2. Sg.)
yaḥ asau sadasadātmakaḥ
er, der aus Sein und Nichtsein besteht (Nom. Sg.)
āvābhyāṃ pūjyate asau hi
wird von uns beiden verehrt (Instr. Du./Präs. 3. Sg. Pass./Nom.)
daive pitrye ca kalpite
wenn das Götter- und das Ahnenopfer vollzogen wird (Lok. Abs.)
„yo 'sau sadasadātmakaḥ“ wird hier auf den zuvor genannten Puruṣa/Kṣetrajña bezogen, nicht auf die Prakṛti selbst.
„Dadurch ist, o Brahmane, diese für die Welt bestehende Ordnung verbreitet worden: ‚Das Götter- und das Ahnenopfer ist zu vollziehen‘ – so lautet seine Unterweisung.“
Wort für Wort
tena eṣā prathitā brahman
dadurch ist dies, o Brahmane, verbreitet worden (Instr./Nom. Sg./Vok.)
maryādā lokabhāvinī
die für die Welt bestehende Ordnung (Nom. Sg.)
daivam pitryam ca kartavyam
das Götter- und Ahnenopfer ist zu vollziehen (Nom. Neutr.)
daivaṃ pitryaṃ ca satataṃ tasya vijñāya tattvataḥ; ātmaprāptāni ca tato jānanti dvijasattamāḥ
„Nachdem sie das Götter- und das Ahnenopfer, das von ihm immerdar [eingesetzt ist], der Wahrheit nach erkannt haben, wissen die besten der Zweifachgeborenen danach [auch], dass diese zum Selbst führen.“
Wort für Wort
daivam pitryam ca satatam
das Götter- und das Ahnenopfer, das immerdar [besteht] (Akk. Neutr.)
tasya vijñāya tattvataḥ
nachdem sie es von ihm der Wahrheit nach erkannt haben (Gen./Ger./Abl.)
ātmaprāptāni ca tataḥ
und dass diese zum Selbst führen, danach (Akk. Neutr. Pl./Adv.)
jānanti dvijasattamāḥ
wissen die besten der Zweifachgeborenen (Präs. 3. Pl./Nom. Pl.)
svargasthā api ye ke cit taṃ namasyanti dehinaḥ; te tatprasādād gacchanti tenādiṣṭaphalāṃ gatim
„Auch alle verkörperten Wesen, die sich im Himmel befinden und ihn verehren, gelangen durch seine Gnade zu dem von ihm zugewiesenen Zustand der Frucht.“
Wort für Wort
svargasthāḥ api ye ke cit
auch diejenigen, welche im Himmel weilen (Nom. Pl.)
tam namasyanti dehinaḥ
ihn verehren, die verkörperten Wesen (Akk./Präs. 3. Pl./Nom. Pl.)
te tatprasādāt gacchanti
sie gelangen durch seine Gnade (Nom. Pl./Abl./Präs. 3. Pl.)
tena adiṣṭaphalām gatim
zu dem von ihm zugewiesenen Zustand der Frucht (Instr./Akk. Sg.)
ye hīnāḥ saptadaśabhir guṇaiḥ karmabhir eva ca; kalāḥ pañcadaśa tyaktvā te muktā iti niścayaḥ
„Diejenigen, die frei sind von den siebzehn Eigenschaften und ebenso von den Taten, [und] die fünfzehn Teile abgelegt haben – sie sind erlöst, das ist die feste Lehre.“
Wort für Wort
ye hīnāḥ saptadaśabhir guṇaiḥ
diejenigen, die frei sind von den siebzehn Eigenschaften (Nom. Pl./Instr. Pl.)
karmabhir eva ca
und ebenso von den Taten (Instr. Pl.)
kalāḥ pañcadaśa tyaktvā
nachdem sie die fünfzehn Teile abgelegt haben (Akk. Pl./Ger.)
te muktāḥ iti niścayaḥ
sie sind erlöst – das ist die feste Lehre (Nom. Pl./Nom. Sg.)
Die „siebzehn Eigenschaften“ (saptadaśa guṇāḥ) und „fünfzehn Teile“ (pañcadaśa kalāḥ) folgen einer im Sāṅkhya-Kontext geläufigen, hier aber nicht näher erläuterten Aufzählung; wortgetreu ohne Deutung wiedergegeben.
„Ihn, den Uranfänglichen, verehren die Veden und die Lebensstufen, die in vielfältigen Körpern verweilen, mit Hingabe; und er gewährt ihnen ihren Zustand.“
Wort für Wort
taṃ vedāḥ ca āśramāḥ ca eva
ihn die Veden und ebenso die Lebensstufen (Akk./Nom. Pl.)
nānātanusamāsthitāḥ
die in vielfältigen Körpern verweilen (Nom. Pl.)
bhaktyā saṃpūjayanti ādyam
verehren mit Hingabe den Uranfänglichen (Instr./Präs. 3. Pl./Akk.)
gatim ca eṣām dadāti saḥ
und er gewährt ihnen den Zustand (Akk./Gen. Pl./Präs. 3. Sg./Nom.)
ye tu tadbhāvitā loke ekāntitvaṃ samāsthitāḥ; etad abhyadhikaṃ teṣāṃ yat te taṃ praviśanty uta
„Diejenigen aber, die in der Welt von ihm durchdrungen sind und die ausschließliche Hingabe verwirklicht haben – dies ist für sie das Höhere: dass sie sogar in ihn eingehen.“
Wort für Wort
ye tu tadbhāvitā loke
diejenigen aber, die in der Welt von ihm durchdrungen sind (Nom. Pl./Lok.)
ekāntitvam samāsthitāḥ
die die ausschließliche Hingabe verwirklicht haben (Akk./Nom. Pl.)
etat abhyadhikam teṣām
dies ist für sie das Höhere (Nom. Neutr./Gen. Pl.)
yat te tam praviśanti uta
dass sie sogar in ihn eingehen (Nom. Pl./Akk./Präs. 3. Pl.)
iti guhyasamuddeśas tava nārada kīrtitaḥ; bhaktyā premṇā ca viprarṣe asmadbhaktyā ca te śrutaḥ
„So ist dir, Nārada, diese geheime Zusammenfassung verkündet worden; aus Hingabe und Liebe, o Weiser unter den Brahmanen, und aus unserer Hingabe hast du sie gehört.“
Wort für Wort
iti guhyasamuddeśaḥ
so [ist] diese geheime Zusammenfassung (Nom. Sg.)
tava nārada kīrtitaḥ
dir, Nārada, verkündet worden (Gen./Vok./Nom. Sg.)
bhaktyā premṇā ca viprarṣe
aus Hingabe und Liebe, o Weiser unter den Brahmanen (Instr./Vok.)
asmadbhaktyā ca te śrutaḥ
und aus unserer Hingabe von dir gehört worden (Instr./Instr./Nom. Sg.)