Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 226: brāhmaṇadharma-dānapraśaṃsā Pflichten des Brahmanen, die Lebensstadien und das Lob des Gebens

Vyāsa legt die Pflichten des Brahmanen dar: Studium, Heimkehr, Lebensstadien mit dem Hausherrn als Wurzel, rechtes Annehmen und Weitergeben von Besitz. Es folgt eine Reihe von Beispielen großer Könige und Seher, die durch Gaben den Himmel erlangten.

vyāsa uvāca; bhūtagrāme niyuktaṃ yat tad etat kīrtitaṃ mayā; brāhmaṇasya tu yat kṛtyaṃ tat te vakṣyāmi pṛcchate

Vyāsa sprach: „Was dem Kreis der Wesen aufgetragen ist, das ist von mir dargelegt worden; was aber die Pflicht des Brahmanen ist, das werde ich dir, dem Fragenden, sagen.“

Wort für Wort
vyāsa uvāca
Vyāsa sprach (Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.)
bhūtagrāme niyuktaṃ yat
was im Kreis der Wesen aufgetragen ist (Lok.Sg.; Part.Pass.)
tad etat kīrtitaṃ mayā
das ist dargelegt von mir (Nom.Sg.n.; Instr.Sg.)
brāhmaṇasya tu yat kṛtyaṃ
was aber des Brahmanen zu Tuendes ist (Gen.Sg.; Gerundiv)
tat te vakṣyāmi pṛcchate
das werde ich dir, dem Fragenden, sagen (1.Sg.Fut.; Dat.Sg.; Part.Präs.Dat.)

jātakarmaprabhṛty asya karmaṇāṃ dakṣiṇāvatām; kriyā syād ā samāvṛtter ācārye vedapārage

Von den Geburtsriten an soll für ihn die Vollziehung der Riten samt Opfergaben [erfolgen] bis zur Heimkehr [vom Studium], beim Lehrer, der die Veden bis ans Ende durchdrungen hat.

Wort für Wort
jātakarmaprabhṛty asya
von den Geburtsriten an, für ihn (Kompositum; Gen.Sg.)
karmaṇāṃ dakṣiṇāvatām
der Riten mit Opfergaben (Gen.Pl.)
kriyā syād
die Vollziehung soll sein (Nom.Sg.f.; 3.Sg.Opt.)
ā samāvṛtteḥ
bis zur Heimkehr (Abl.Sg.)
ācārye vedapārage
beim Lehrer, der die Veden bis ans Ende beherrscht (Lok.Sg.; Kompositum)

adhītya vedān akhilān guruśuśrūṣaṇe rataḥ; gurūṇām anṛṇo bhūtvā samāvarteta yajñavit

Nachdem er alle Veden vollständig gelernt hat, dem Dienst am Lehrer ergeben, soll er, den Lehrern gegenüber schuldenfrei geworden, heimkehren, der Opferkundige.

Wort für Wort
adhītya vedān akhilān
gelernt habend die Veden, vollständig (Abs.; Akk.Pl.)
guruśuśrūṣaṇe rataḥ
am Dienst am Lehrer erfreut/ergeben (Lok.Sg.; Nom.Sg.)
gurūṇām anṛṇo bhūtvā
den Lehrern gegenüber schuldenfrei geworden (Gen.Pl.; Nom.Sg.; Abs.)
samāvarteta yajñavit
soll heimkehren, der Opferkundige (3.Sg.Opt.Med.; Nom.Sg.)

ācāryeṇābhyanujñātaś caturṇām ekam āśramam; ā vimokṣāc charīrasya so 'nutiṣṭhed yathāvidhi

Vom Lehrer entlassen, soll er eines der vier Lebensstadien bis zur Lösung vom Körper [d. h. bis zum Tod] vorschriftsgemäß befolgen.

Wort für Wort
ācāryeṇābhyanujñātaḥ
vom Lehrer entlassen/erlaubt (Instr.Sg.; Part.Pass.)
caturṇām ekam āśramam
von den vier eines, ein Lebensstadium (Gen.Pl.; Akk.Sg.)
ā vimokṣāc charīrasya
bis zur Lösung vom Körper (Abl.Sg.; Gen.Sg.)
so 'nutiṣṭhed yathāvidhi
er soll befolgen, vorschriftsgemäß (3.Sg.Opt.; Adv.)

prajāsargeṇa dāraiś ca brahmacaryeṇa vā punaḥ; vane gurusakāśe vā yatidharmeṇa vā punaḥ

Durch Nachkommenzeugung und Ehefrauen, oder wiederum durch Brahmacarya; im Wald oder in der Nähe des Lehrers, oder wiederum durch die Pflicht des Asketen [soll er es befolgen].

Wort für Wort
prajāsargeṇa dāraiś ca
durch Nachkommenzeugung und durch Ehefrauen (Instr.Sg.; Instr.Pl.)
brahmacaryeṇa vā punaḥ
oder wiederum durch Keuschheits-/Schülerstand (Instr.Sg.)
vane gurusakāśe vā
im Wald oder in Nähe des Lehrers (Lok.Sg.)
yatidharmeṇa vā punaḥ
oder wiederum durch die Asketenpflicht (Instr.Sg.)

Ergänzung des Verbs aus 4d.

gṛhasthas tv eva sarveṣāṃ caturṇāṃ mūlam ucyate; tatra pakvakaṣāyo hi dāntaḥ sarvatra sidhyati

Der Hausherr gilt von allen vieren als die Wurzel; denn wer dort reif geworden ist in seinen Makeln [und] gezähmt, hat überall Erfolg.

Wort für Wort
gṛhasthas tv eva
der Hausherr freilich (Nom.Sg.)
sarveṣāṃ caturṇāṃ mūlam ucyate
von allen vieren die Wurzel wird er genannt (Gen.Pl.; Passiv 3.Sg.)
tatra pakvakaṣāyo hi
denn dort einer, dessen Makel gereift sind (Bahuvrīhi Nom.Sg.)
dāntaḥ sarvatra sidhyati
gezähmt, überall hat Erfolg (Part.Pass.; 3.Sg.Präs.)

prajāvāñ śrotriyo yajvā mukto divyais tribhir ṛṇaiḥ; athānyān āśramān paścāt pūto gacchati karmabhiḥ

Wer Nachkommen hat, vedakundig ist, opfert, von den drei göttlichen Schulden befreit ist – der geht danach, durch Handlungen gereinigt, in die anderen Lebensstadien.

Wort für Wort
prajāvāñ śrotriyo yajvā
der Nachkommen hat, Vedakundiger, Opferer (Nom.Sg.)
mukto divyais tribhir ṛṇaiḥ
befreit von den drei göttlichen Schulden (Part.Pass.; Instr.Pl.)
athānyān āśramān paścāt
dann in die anderen Lebensstadien danach (Akk.Pl.; Adv.)
pūto gacchati karmabhiḥ
gereinigt geht er durch Handlungen (Part.Pass.; 3.Sg.Präs.; Instr.Pl.)

yat pṛthivyāṃ puṇyatamaṃ vidyāsthānaṃ tadāvaset; yateta tasmin prāmāṇyaṃ gantuṃ yaśasi cottame

Den auf Erden verdienstvollsten Ort des Wissens soll er bewohnen; er soll sich mühen, dort zu Ansehen und zu höchstem Ruhm zu gelangen.

Wort für Wort
yat pṛthivyāṃ puṇyatamaṃ
was auf Erden das verdienstvollste ist (Lok.Sg.; Superl.)
vidyāsthānaṃ tad āvaset
Ort des Wissens, den soll er bewohnen (Akk.Sg.; 3.Sg.Opt.)
yateta tasmin prāmāṇyaṃ
er soll sich bemühen, in diesem Ansehen (3.Sg.Opt.Med.; Lok.Sg.; Akk.Sg.)
gantuṃ yaśasi cottame
zu erlangen, und im höchsten Ruhm (Inf.; Lok.Sg.)

Konstruktion von 8cd knapp; „yaśasi“ als Lok. des Ziels aufgefasst.

tapasā vā sumahatā vidyānāṃ pāraṇena vā; ijyayā vā pradānair vā viprāṇāṃ vardhate yaśaḥ

Durch sehr große Askese oder durch das Zu-Ende-Führen der Wissensgebiete, durch Opfer oder durch Gaben wächst der Ruhm der Brahmanen.

Wort für Wort
tapasā vā sumahatā
durch Askese oder durch sehr große (Instr.Sg.)
vidyānāṃ pāraṇena vā
oder durch das Zu-Ende-Bringen der Wissensgebiete (Gen.Pl.; Instr.Sg.)
ijyayā vā pradānair vā
durch Opfer oder durch Gaben (Instr.Sg.; Instr.Pl.)
viprāṇāṃ vardhate yaśaḥ
der Brahmanen wächst der Ruhm (Gen.Pl.; 3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.)

yāvad asya bhavaty asmiṃl loke kīrtir yaśaskarī; tāvat puṇyakṛtāṃl lokān anantān puruṣo 'śnute

Solange diesem in dieser Welt ein Ruhm schaffender Ruf bleibt, so lange genießt der Mensch die unendlichen Welten der Verdienstvollen.

Wort für Wort
yāvad asya bhavaty asmiṃl loke
solange ihm in dieser Welt zuteil ist (3.Sg.Präs.; Lok.Sg.)
kīrtir yaśaskarī
Ruf, der Ruhm bewirkt (Nom.Sg.f.)
tāvat puṇyakṛtāṃl lokān
so lange die Welten der Verdienstvollen (Akk.Pl.)
anantān puruṣo 'śnute
unendliche, der Mensch genießt/erlangt (Akk.Pl.; Nom.Sg.; 3.Sg.Präs.Med.)

adhyāpayed adhīyīta yājayeta yajeta ca; na vṛthā pratigṛhṇīyān na ca dadyāt kathaṃ cana

Er soll lehren, lernen, opfern lassen und opfern; nicht soll er umsonst annehmen, und keinesfalls soll er [unrechtmäßig] geben.

Wort für Wort
adhyāpayed adhīyīta
er soll lehren, er soll lernen (3.Sg.Opt.Kaus.; 3.Sg.Opt.Med.)
yājayeta yajeta ca
er soll opfern lassen und opfern (3.Sg.Opt.Kaus.Med.; 3.Sg.Opt.Med.)
na vṛthā pratigṛhṇīyān
nicht soll er umsonst/grundlos annehmen (3.Sg.Opt.)
na ca dadyāt kathaṃ cana
und nicht soll er irgendwie geben (3.Sg.Opt.)

„na ca dadyāt“ ist wörtlich wiedergegeben; der Sinn (‚nicht unrechtmäßig/unwürdig geben‘) ist unsicher, vgl. 12–15, wo das Geben geboten wird.

yājyataḥ śiṣyato vāpi kanyayā vā dhanaṃ mahat; yady āgacched yajed dadyān naiko 'śnīyāt kathaṃ cana

Wenn ihm großer Reichtum von einem, für den er opfert, von einem Schüler oder durch eine Tochter [Brautgabe] zukommt, soll er opfern und geben; keinesfalls soll er allein davon essen.

Wort für Wort
yājyataḥ śiṣyato vāpi
von einem Opferauftraggeber oder von einem Schüler (Abl.-Adv.)
kanyayā vā dhanaṃ mahat
oder durch eine Tochter, Reichtum, großen (Instr.Sg.; Nom.Sg.n.)
yady āgacched
wenn er kommt (3.Sg.Opt.)
yajed dadyān
soll er opfern, soll er geben (3.Sg.Opt.)
naiko 'śnīyāt kathaṃ cana
nicht allein soll er essen, keinesfalls (3.Sg.Opt.)

gṛham āvasato hy asya nānyat tīrthaṃ pratigrahāt; devarṣipitṛgurvarthaṃ vṛddhāturabubhukṣatām

Für den, der ein Haus bewohnt, gibt es keine andere Heilstätte als das Annehmen [von Gaben] – [um] der Götter, Seher, Ahnen und Lehrer willen, [und] für die Alten, Kranken und Hungrigen.

Wort für Wort
gṛham āvasato hy asya
denn für diesen, der ein Haus bewohnt (Part.Präs.Gen.Sg.)
nānyat tīrthaṃ pratigrahāt
kein anderes Heiligtum/Mittel als das Annehmen (Nom.Sg.n.; Abl.Sg.)
devarṣipitṛgurvarthaṃ
um der Götter, Seher, Ahnen, Lehrer willen (Kompositum, Adv.)
vṛddhāturabubhukṣatām
der Alten, Kranken, Hungrigen (Gen.Pl.; Kompositum)

Text elliptisch; ‚tīrtha‘ hier als Mittel/Weg; Ergänzung ‚[zu geben]‘ ist sinngemäß erschlossen [?].

antarhitābhitaptānāṃ yathāśakti bubhūṣatām; dravyāṇām atiśaktyāpi deyam eṣāṃ kṛtād api

Für die Verborgenen, Gequälten, die nach Kräften auf Gedeihen bedacht sind: von den Gütern ist diesen auch über das eigene Vermögen hinaus zu geben, selbst von dem Erworbenen [?].

Wort für Wort
antarhitābhitaptānāṃ
der Verborgenen [= verschämt Bedürftigen?] und Gequälten (Gen.Pl.)
yathāśakti bubhūṣatām
nach Kräften, der nach Gedeihen Strebenden (Adv.; Gen.Pl. Desid.)
dravyāṇām atiśaktyāpi
von den Gütern, auch über das Vermögen hinaus (Gen.Pl.; Instr.Sg.)
deyam eṣāṃ kṛtād api
zu geben ist diesen, selbst von dem Erworbenen (Gerundiv; Gen.Pl.; Abl.Sg.)

Verse 14 syntaktisch und lexikalisch unsicher (‚antarhita‘, ‚kṛtāt‘).

arhatām anurūpāṇāṃ nādeyaṃ hy asti kiṃ cana; uccaiḥśravasam apy aśvaṃ prāpaṇīyaṃ satāṃ viduḥ

Den Würdigen und Angemessenen ist nichts nicht zu geben; selbst das Ross Uccaiḥśravas, so wissen [die Kundigen], ist den Guten zu überreichen.

Wort für Wort
arhatām anurūpāṇāṃ
den Würdigen, Angemessenen (Gen.Pl.)
nādeyaṃ hy asti kiṃ cana
denn nichts ist nicht zu geben (Gerundiv Neg.; 3.Sg.Präs.)
uccaiḥśravasam apy aśvaṃ
selbst das Ross Uccaiḥśravas (Akk.Sg.)
prāpaṇīyaṃ satāṃ viduḥ
zu überreichen den Guten, sie wissen (Gerundiv; Gen./Dat.Pl.; 3.Pl.Perf.)

‚satām‘ als Empfänger aufgefasst [?].

dattvā jagāma brahmādau lokān daivair abhiṣṭutān

Nachdem [er] gegeben hatte, ging er zu den von den Göttern gepriesenen Welten, mit der Brahmās beginnend [?].

Wort für Wort
dattvā jagāma
nachdem er gegeben hatte, ging er (Abs.; 3.Sg.Perf.)
brahmādau
bei/mit Brahmā beginnend (Lok.Sg.) [?]
lokān daivair abhiṣṭutān
zu Welten, von Göttern gepriesenen (Akk.Pl.; Instr.Pl.; Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Subjekt fehlt, Bezug unklar.

anunīya tathā kāvyaḥ satyasaṃdho mahāvrataḥ; svaiḥ prāṇair brāhmaṇaprāṇān paritrāya divaṃ gataḥ

Und Kāvya, der Wahrhaftige, der große Gelübde Haltende, ging, nachdem er ihn besänftigt hatte, indem er mit seinen eigenen Lebenshauchen die Lebenshauche des Brahmanen rettete, zum Himmel.

Wort für Wort
anunīya tathā kāvyaḥ
nachdem er ihn besänftigt hatte, und so Kāvya (Abs.; Nom.Sg.)
satyasaṃdho mahāvrataḥ
der Wahrhaftige, der Großgelobende (Nom.Sg.)
svaiḥ prāṇair brāhmaṇaprāṇān
mit seinen Lebenshauchen die des Brahmanen (Instr.Pl.; Akk.Pl.)
paritrāya divaṃ gataḥ
gerettet habend, zum Himmel gegangen (Abs.; Akk.Sg.; Part.Pass.)

rantidevaś ca sāṃkṛtyo vasiṣṭhāya mahātmane; apaḥ pradāya śītoṣṇā nākapṛṣṭhe mahīyate

Und Rantideva, der Sāṃkṛtya, wird im Himmelsrücken verherrlicht, nachdem er dem hochgesinnten Vasiṣṭha kaltes und heißes Wasser gegeben hat.

Wort für Wort
rantidevaś ca sāṃkṛtyaḥ
und Rantideva, Sohn Saṃkṛtis (Nom.Sg.)
vasiṣṭhāya mahātmane
dem Vasiṣṭha, dem Hochgesinnten (Dat.Sg.)
apaḥ pradāya śītoṣṇā
Wasser gegeben habend, kaltes und heißes (Akk.Pl.f.; Abs.)
nākapṛṣṭhe mahīyate
im Himmelsrücken wird geehrt (Lok.Sg.; 3.Sg.Präs.Med.)

ātreyaś candradamayor arhator vividhaṃ dhanam; dattvā lokān yayau dhīmān anantān sa mahīpatiḥ

Ātreya gab den beiden würdigen Candra und Dama mannigfachen Reichtum; der weise Erdherr ging, nachdem er ihn gegeben hatte, in unendliche Welten [?].

Wort für Wort
ātreyaś candradamayoḥ
Ātreya, dem Candra und Dama (Nom.Sg.; Gen.Du.)
arhator vividhaṃ dhanam
den beiden Würdigen, mannigfachen Reichtum (Gen.Du.; Akk.Sg.)
dattvā lokān yayau
gegeben habend, ging in die Welten (Abs.; Akk.Pl.; 3.Sg.Perf.)
dhīmān anantān sa mahīpatiḥ
der Weise, unendliche, jener Erdherr (Nom.Sg.; Akk.Pl.)

Die Namen und das Kasusverhältnis (Genitiv Dual) sind unsicher.

śibirauśīnaro 'ṅgāni sutaṃ ca priyam aurasam; brāhmaṇārtham upākṛtya nākapṛṣṭham ito gataḥ

Śibi Auśīnara ging, nachdem er seine Glieder und den geliebten leiblichen Sohn für einen Brahmanen dargebracht hatte, von hier zum Himmelsrücken.

Wort für Wort
śibirauśīnaro 'ṅgāni
Śibi Auśīnara, die Glieder (Nom.Sg.; Akk.Pl.)
sutaṃ ca priyam aurasam
und den Sohn, den geliebten, leiblichen (Akk.Sg.)
brāhmaṇārtham upākṛtya
um eines Brahmanen willen dargebracht habend (Abs.)
nākapṛṣṭham ito gataḥ
zum Himmelsrücken von hier gegangen (Akk.Sg.; Part.Pass.)

pratardanaḥ kāśipatiḥ pradāya nayane svake; brāhmaṇāyātulāṃ kīrtim iha cāmutra cāśnute

Pratardana, der Herr von Kāśi, erlangt, indem er einem Brahmanen seine beiden Augen gab, unvergleichlichen Ruhm hier und im Jenseits.

Wort für Wort
pratardanaḥ kāśipatiḥ
Pratardana, Herr von Kāśi (Nom.Sg.)
pradāya nayane svake
gegeben habend die beiden eigenen Augen (Abs.; Akk.Du.)
brāhmaṇāyātulāṃ kīrtim
dem Brahmanen, unvergleichlichen Ruhm (Dat.Sg.; Akk.Sg.)
iha cāmutra cāśnute
hier und drüben erlangt er (Adv.; 3.Sg.Präs.Med.)

divyaṃ mṛṣṭaśalākaṃ tu sauvarṇaṃ paramarddhimat; chatraṃ devāvṛdho dattvā sarāṣṭro 'bhyapatad divam

Devāvṛdha aber stieg samt seinem Reich zum Himmel empor, nachdem er einen göttlichen, goldenen, überaus prächtigen Schirm mit glänzend glatten Stäben gegeben hatte.

Wort für Wort
divyaṃ mṛṣṭaśalākaṃ tu
einen göttlichen, mit glatten Stäben versehenen (Akk.Sg.n.)
sauvarṇaṃ paramarddhimat
goldenen, überaus prächtigen (Akk.Sg.n.)
chatraṃ devāvṛdho dattvā
Schirm, Devāvṛdha, gegeben habend (Akk.Sg.; Nom.Sg.; Abs.)
sarāṣṭro 'bhyapatad divam
samt Reich flog er auf zum Himmel (Bahuvrīhi Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.; Akk.Sg.)

sāṃkṛtiś ca tathātreyaḥ śiṣyebhyo brahma nirguṇam; upadiśya mahātejā gato lokān anuttamān

Und Sāṃkṛti und ebenso Ātreya gingen, nachdem sie den Schülern das eigenschaftslose Brahman gelehrt hatten, die Hochglänzenden, in unübertroffene Welten.

Wort für Wort
sāṃkṛtiś ca tathātreyaḥ
und Sāṃkṛti und ebenso Ātreya (Nom.Sg.)
śiṣyebhyo brahma nirguṇam
den Schülern das Brahman, eigenschaftslos (Dat.Pl.; Akk.Sg.)
upadiśya mahātejā
gelehrt habend, der Hochglänzende (Abs.; Nom.Sg.)
gato lokān anuttamān
ging in unübertroffene Welten (Part.Pass.; Akk.Pl.)

Zwei Subjekte, Prädikat im Singular.

ambarīṣo gavāṃ dattvā brāhmaṇebhyaḥ pratāpavān; arbudāni daśaikaṃ ca sarāṣṭro 'bhyapatad divam

Ambarīṣa, der Machtvolle, stieg samt seinem Reich zum Himmel empor, nachdem er den Brahmanen Kühe gegeben hatte: elf Arbudas.

Wort für Wort
ambarīṣo gavāṃ dattvā
Ambarīṣa, Kühe gegeben habend (Nom.Sg.; Gen.Pl.; Abs.)
brāhmaṇebhyaḥ pratāpavān
den Brahmanen, der Machtvolle (Dat.Pl.; Nom.Sg.)
arbudāni daśaikaṃ ca
Arbudas, zehn und eins (Akk.Pl.)
sarāṣṭro 'bhyapatad divam
samt Reich flog er auf zum Himmel (Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.)

sāvitrī kuṇḍale divye śarīraṃ janamejayaḥ; brāhmaṇārthe parityajya jagmatur lokam uttamam

Sāvitrī [gab] die beiden göttlichen Ohrringe, Janamejaya den [eigenen] Leib; für einen Brahmanen hingebend, gingen beide zur höchsten Welt.

Wort für Wort
sāvitrī kuṇḍale divye
Sāvitrī, die beiden Ohrringe, göttlichen (Nom.Sg.; Akk.Du.)
śarīraṃ janamejayaḥ
den Leib, Janamejaya (Akk.Sg.; Nom.Sg.)
brāhmaṇārthe parityajya
um eines Brahmanen willen, hingegeben habend (Lok.Sg.; Abs.)
jagmatur lokam uttamam
gingen beide zur höchsten Welt (3.Du.Perf.; Akk.Sg.)

sarvaratnaṃ vṛṣādarbho yuvanāśvaḥ priyāḥ striyaḥ; ramyam āvasathaṃ caiva dattvāmuṃ lokam āsthitaḥ

Vṛṣādarbha [gab] alle Kleinodien, Yuvanāśva geliebte Frauen und ein liebliches Haus; nachdem sie gegeben hatten, gelangten sie in jene [jenseitige] Welt.

Wort für Wort
sarvaratnaṃ vṛṣādarbho
alle Kleinodien, Vṛṣādarbha (Akk.Sg.; Nom.Sg.)
yuvanāśvaḥ priyāḥ striyaḥ
Yuvanāśva, geliebte Frauen (Nom.Sg.; Akk.Pl.)
ramyam āvasathaṃ caiva
und ein liebliches Haus (Akk.Sg.)
dattvāmuṃ lokam āsthitaḥ
gegeben habend, jene Welt erreicht (Abs.; Akk.Sg.; Part.Pass.)

nimī rāṣṭraṃ ca vaideho jāmadagnyo vasuṃdharām; brāhmaṇebhyo dadau cāpi gayaś corvīṃ sapattanām

Nimi, der Videher, gab sein Reich, der Jāmadagnya die Erde den Brahmanen, und Gaya gab die Erde samt ihren Städten.

Wort für Wort
nimī rāṣṭraṃ ca vaideho
Nimi und Reich, der Videher (Nom.Sg.; Akk.Sg.)
jāmadagnyo vasuṃdharām
der Jāmadagnya [Paraśurāma], die Erde (Nom.Sg.; Akk.Sg.)
brāhmaṇebhyo dadau cāpi
den Brahmanen gab er auch (Dat.Pl.; 3.Sg.Perf.)
gayaś corvīṃ sapattanām
und Gaya die Erde samt Städten (Nom.Sg.; Akk.Sg.)

avarṣati ca parjanye sarvabhūtāni cāsakṛt; vasiṣṭho jīvayām āsa prajāpatir iva prajāḥ

Und als Parjanya nicht regnete, machte Vasiṣṭha alle Wesen immer wieder lebendig, wie Prajāpati die Geschöpfe.

Wort für Wort
avarṣati ca parjanye
und als Parjanya nicht regnete (Lok.abs.)
sarvabhūtāni cāsakṛt
alle Wesen, wiederholt (Akk.Pl.; Adv.)
vasiṣṭho jīvayām āsa
Vasiṣṭha machte lebendig (Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.Kaus.)
prajāpatir iva prajāḥ
wie Prajāpati die Geschöpfe (Nom.Sg.; Akk.Pl.)

karaṃdhamasya putras tu marutto nṛpatis tathā; kanyām aṅgirase dattvā divam āśu jagāma ha

Und der Sohn Karaṃdhamas, König Marutta, gab dem Aṅgiras [seine] Tochter und ging rasch zum Himmel.

Wort für Wort
karaṃdhamasya putras tu
des Karaṃdhama Sohn aber (Gen.Sg.; Nom.Sg.)
marutto nṛpatis tathā
Marutta, der König, ebenso (Nom.Sg.)
kanyām aṅgirase dattvā
die Tochter dem Aṅgiras gegeben habend (Akk.Sg.; Dat.Sg.; Abs.)
divam āśu jagāma ha
zum Himmel rasch ging er, fürwahr (Akk.Sg.; 3.Sg.Perf.)

brahmadattaś ca pāñcālyo rājā buddhimatāṃ varaḥ; nidhiṃ śaṅkhaṃ dvijāgryebhyo dattvā lokān avāptavān

Und Brahmadatta, der Pāñcāla-König, der Beste unter den Klugen, gab den vortrefflichsten Zweimalgeborenen den Schatz Śaṅkha und erlangte [dadurch] Welten.

Wort für Wort
brahmadattaś ca pāñcālyo
und Brahmadatta, der Pāñcāla (Nom.Sg.)
rājā buddhimatāṃ varaḥ
König, der Beste der Klugen (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
nidhiṃ śaṅkhaṃ dvijāgryebhyo
den Schatz Śaṅkha den besten Zweimalgeborenen (Akk.Sg.; Dat.Pl.)
dattvā lokān avāptavān
gegeben habend, Welten erlangte er (Abs.; Akk.Pl.; Part.Perf.Akt.)

rājā mitrasahaś cāpi vasiṣṭhāya mahātmane; madayantīṃ priyāṃ dattvā tayā saha divaṃ gataḥ

Auch König Mitrasaha ging, nachdem er dem hochgesinnten Vasiṣṭha die geliebte Madayantī gegeben hatte, mit ihr zum Himmel.

Wort für Wort
rājā mitrasahaś cāpi
und König Mitrasaha (Nom.Sg.)
vasiṣṭhāya mahātmane
dem Vasiṣṭha, dem Hochgesinnten (Dat.Sg.)
madayantīṃ priyāṃ dattvā
Madayantī, die Geliebte, gegeben habend (Akk.Sg.; Abs.)
tayā saha divaṃ gataḥ
mit ihr zum Himmel gegangen (Instr.Sg.; Akk.Sg.; Part.Pass.)

sahasrajic ca rājarṣiḥ prāṇān iṣṭān mahāyaśāḥ; brāhmaṇārthe parityajya gato lokān anuttamān

Und Sahasrajit, der Königsseher von großem Ruhm, ging, nachdem er für einen Brahmanen sein geliebtes Leben hingegeben hatte, in unübertroffene Welten.

Wort für Wort
sahasrajic ca rājarṣiḥ
und Sahasrajit, Königsseher (Nom.Sg.)
prāṇān iṣṭān mahāyaśāḥ
Lebenshauche, gewünschte/geliebte, der sehr Ruhmreiche (Akk.Pl.; Nom.Sg.)
brāhmaṇārthe parityajya
um eines Brahmanen willen hingegeben habend (Abs.)
gato lokān anuttamān
ging in unübertroffene Welten (Part.Pass.; Akk.Pl.)

sarvakāmaiś ca saṃpūrṇaṃ dattvā veśma hiraṇmayam; mudgalāya gataḥ svargaṃ śatadyumno mahīpatiḥ

Und König Śatadyumna ging zum Himmel, nachdem er dem Mudgala ein goldenes Haus gegeben hatte, das mit allen Wünschen gefüllt war.

Wort für Wort
sarvakāmaiś ca saṃpūrṇaṃ
und mit allen Wünschen gefüllt (Instr.Pl.; Akk.Sg.n.)
dattvā veśma hiraṇmayam
gegeben habend ein Haus, goldenes (Abs.; Akk.Sg.)
mudgalāya gataḥ svargam
dem Mudgala; ging zum Himmel (Dat.Sg.; Part.Pass.; Akk.Sg.)
śatadyumno mahīpatiḥ
Śatadyumna, der Erdherr (Nom.Sg.)

nāmnā ca dyutimān nāma śālvarājaḥ pratāpavān; dattvā rājyam ṛcīkāya gato lokān anuttamān

Mit Namen Dyutimat, der machtvolle Śālva-König, ging, nachdem er dem Ṛcīka die Herrschaft gegeben hatte, in unübertroffene Welten.

Wort für Wort
nāmnā ca dyutimān nāma
und mit Namen Dyutimat (Instr.Sg.; Nom.Sg.)
śālvarājaḥ pratāpavān
der Śālva-König, der Machtvolle (Nom.Sg.)
dattvā rājyam ṛcīkāya
gegeben habend die Herrschaft dem Ṛcīka (Abs.; Akk.Sg.; Dat.Sg.)
gato lokān anuttamān
ging in unübertroffene Welten (Part.Pass.; Akk.Pl.)

madirāśvaś ca rājarṣir dattvā kanyāṃ sumadhyamām; hiraṇyahastāya gato lokān devair abhiṣṭutān

Und der Königsseher Madirāśva ging, nachdem er dem Hiraṇyahasta [seine] schlanktaillige Tochter gegeben hatte, in die von den Göttern gepriesenen Welten.

Wort für Wort
madirāśvaś ca rājarṣir
und Madirāśva, der Königsseher (Nom.Sg.)
dattvā kanyāṃ sumadhyamām
gegeben habend die Tochter, die Schönhüftige (Abs.; Akk.Sg.)
hiraṇyahastāya gato
dem Hiraṇyahasta; ging (Dat.Sg.; Part.Pass.)
lokān devair abhiṣṭutān
in die Welten, von Göttern gepriesen (Akk.Pl.; Instr.Pl.)

lomapādaś ca rājarṣiḥ śāntāṃ dattvā sutāṃ prabhuḥ; ṛśyaśṛṅgāya vipulaiḥ sarvakāmair ayujyata

Und der Königsseher Lomapāda, der Herr, gab seine Tochter Śāntā dem Ṛśyaśṛṅga und wurde mit vielen, allen Wünschen verbunden.

Wort für Wort
lomapādaś ca rājarṣiḥ
und Lomapāda, der Königsseher (Nom.Sg.)
śāntāṃ dattvā sutāṃ prabhuḥ
Śāntā, die Tochter, gegeben habend, der Herr (Akk.Sg.; Abs.; Nom.Sg.)
ṛśyaśṛṅgāya
dem Ṛśyaśṛṅga (Dat.Sg.)
vipulaiḥ sarvakāmair ayujyata
wurde mit reichen, allen Wünschen verbunden (Instr.Pl.; 3.Sg.Impf.Pass.)

dattvā śatasahasraṃ tu gavāṃ rājā prasenajit; savatsānāṃ mahātejā gato lokān anuttamān

Und König Prasenajit, der Hochglänzende, ging, nachdem er hunderttausend Kühe samt Kälbern gegeben hatte, in unübertroffene Welten.

Wort für Wort
dattvā śatasahasraṃ tu
gegeben habend hunderttausend (Abs.; Akk.Sg.)
gavāṃ rājā prasenajit
von Kühen, König Prasenajit (Gen.Pl.; Nom.Sg.)
savatsānāṃ mahātejā
samt Kälbern, der Hochglänzende (Gen.Pl.; Nom.Sg.)
gato lokān anuttamān
ging in unübertroffene Welten (Part.Pass.; Akk.Pl.)

ete cānye ca bahavo dānena tapasā ca ha; mahātmāno gatāḥ svargaṃ śiṣṭātmāno jitendriyāḥ

Diese und viele andere Hochgesinnte gingen durch Gaben und Askese zum Himmel, gesittet im Wesen, die Sinne bezwingend.

Wort für Wort
ete cānye ca bahavo
diese und andere und viele (Nom.Pl.)
dānena tapasā ca ha
durch Gabe und durch Askese, fürwahr (Instr.Sg.)
mahātmāno gatāḥ svargaṃ
die Hochgesinnten gingen zum Himmel (Nom.Pl.; Part.Pass.; Akk.Sg.)
śiṣṭātmāno jitendriyāḥ
von gesittetem Wesen, die Sinne besiegt habend (Nom.Pl.)

teṣāṃ pratiṣṭhitā kīrtir yāvat sthāsyati medinī; dānayajñaprajāsargair ete hi divam āpnuvan

Ihr Ruhm ist gegründet, solange die Erde bestehen wird; denn durch Gabe, Opfer und Nachkommenzeugung erlangten diese den Himmel.

Wort für Wort
teṣāṃ pratiṣṭhitā kīrtir
ihr gegründeter Ruf (Gen.Pl.; Part.Pass.; Nom.Sg.f.)
yāvat sthāsyati medinī
solange bestehen wird die Erde (3.Sg.Fut.; Nom.Sg.f.)
dānayajñaprajāsargair
durch Gabe, Opfer, Nachkommenzeugung (Instr.Pl.; Kompositum)
ete hi divam āpnuvan
denn diese erlangten den Himmel (Nom.Pl.; Akk.Sg.; 3.Pl.Aor.)

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