Kapitel 42: śrāddhadānādi-pālanam
Totenopfer für die Gefallenen und Fürsorge des Yudhiṣṭhira für Verwandte, Frauen und Bedürftige
Yudhiṣṭhira lässt nach dem Krieg für alle Gefallenen die Totenopfer ausrichten, würdigt Dhṛtarāṣṭra, Gāndhārī und Vidura und herrscht friedlich über die besiegte Erde.
vaiśaṃpāyana uvāca; tato yudhiṣṭhiro rājā jñātīnāṃ ye hatā mṛdhe; śrāddhāni kārayām āsa teṣāṃ pṛthag udāradhīḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf ließ König Yudhiṣṭhira, hochgesinnt, für die Verwandten, die im Kampf gefallen waren, einzeln die Totenopfer [Śrāddha] ausrichten.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom. / 3.Sg.Perf.)
tato yudhiṣṭhiro rājā
darauf König Yudhiṣṭhira (Adv. / Nom.Sg.)
jñātīnāṃ ye hatā mṛdhe
von den Verwandten, die im Kampf erschlagen waren (Gen.Pl. / Nom.Pl. Part.Pass. / Lok.)
śrāddhāni kārayām āsa
Totenopfer ließ er ausrichten (Akk.Pl. / Kausativ-Perf.)
teṣāṃ pṛthag udāradhīḥ
für sie einzeln, der Hochgesinnte (Gen.Pl. / Adv. / Nom.Sg. Kompositum)
dhṛtarāṣṭro dadau rājā putrāṇām aurdhvadehikam; sarvakāmaguṇopetam annaṃ gāś ca dhanāni ca; ratnāni ca vicitrāṇi mahārhāṇi mahāyaśāḥ
König Dhṛtarāṣṭra gab für seine Söhne die Totengabe, mit allem Wünschenswerten ausgestattet: Speise, Kühe und Reichtümer sowie mannigfaltige, überaus kostbare Juwelen, der Ruhmreiche.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭro dadau rājā
Dhṛtarāṣṭra gab, der König (Nom.Sg. / 3.Sg.Perf.)
putrāṇām aurdhvadehikam
für [seine] Söhne die Totengabe (Gen.Pl. / Akk.Sg.n.)
sarvakāmaguṇopetam annam
mit allen Wunschgütern versehene Speise (Akk.Sg.n. Kompositum)
gāś ca dhanāni ca
Kühe und Reichtümer (Akk.Pl.)
ratnāni ca vicitrāṇi
und Juwelen, mannigfaltige (Akk.Pl.n.)
mahārhāṇi mahāyaśāḥ
überaus kostbare; der sehr Ruhmreiche (Akk.Pl.n. / Nom.Sg.)
Nachdem er ihnen gegenüber schuldenfrei geworden war, gelangte er in den Welten zu [unantastbarem Ruf, so dass ihm nichts] Tadelnswertes [nachgesagt werden konnte]; der König hatte seine Pflicht getan, indem er die Untertanen gemäß dem Dharma schützte.
Wort für Wort
sa teṣām anṛṇo bhūtvā
er, ihnen gegenüber schuldenfrei geworden (Nom. / Gen.Pl. / Nom. / Gerundium)
gatvā lokeṣv avācyatām
und in den Welten zur Untadeligkeit gelangt (Gerundium / Lok.Pl. / Akk.Sg.f.) [?]
kṛtakṛtyo 'bhavad rājā
hatte das Nötige getan, wurde der König (Nom.Sg. / 3.Sg.Impf.)
prajā dharmeṇa pālayan
die Untertanen gemäß dem Dharma schützend (Akk.Pl. / Instr.Sg. / Part.Präs.)
gatvā lokeṣv avācyatām: wörtlich „in den Welten zur Nicht-Tadelnswürdigkeit gelangt“; Sinn: makelloser Ruf.