Kapitel 221: śrīśakrasaṃvādaḥ
Śrī erzählt Indra, warum sie die Dānavas verließ und zu den Göttern kam
Bhīṣma erzählt auf Yudhiṣṭhiras Frage nach den Vorzeichen von Gedeihen und Untergang das Gespräch der Glücksgöttin Śrī mit Indra in Nāradas Gegenwart: Sie verlässt die Asuras, weil diese ihre Tugenden aufgegeben haben, und wendet sich den Göttern zu.
yudhiṣṭhira uvāca; pūrvarūpāṇi me rājan puruṣasya bhaviṣyataḥ; parābhaviṣyataś caiva tvaṃ me brūhi pitāmaha
Yudhiṣṭhira sprach: „Die Vorzeichen eines Menschen, der Gedeihen haben wird, und ebenso [die] dessen, der zugrunde gehen wird – sag sie mir, König, Großvater.“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
pūrvarūpāṇi me rājan
die Vorzeichen mir, o König (Akk.Pl.n. / Dat.-Gen. / Vok.)
puruṣasya bhaviṣyataḥ
des Menschen, der sein/gedeihen wird (Gen.Sg., Part.Fut.)
parābhaviṣyataḥ ca eva
und ebenso dessen, der zugrunde gehen wird (Gen.Sg., Part.Fut.)
bhīṣma uvāca; mana eva manuṣyasya pūrvarūpāṇi śaṃsati; bhaviṣyataś ca bhadraṃ te tathaiva nabhaviṣyataḥ
Bhīṣma sprach: „Der Geist allein verkündet die Vorzeichen des Menschen – sowohl dessen, der Gedeihen haben wird, Heil dir, als auch ebenso dessen, der keines haben wird.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
manaḥ eva manuṣyasya
der Geist allein des Menschen (Nom.Sg.n. / Gen.Sg.)
pūrvarūpāṇi śaṃsati
die Vorzeichen verkündet (Akk.Pl.n., 3.Sg.Präs.)
bhaviṣyataḥ ca bhadraṃ te
und dessen, der gedeihen wird (Gen., Part.Fut.); Heil dir (Nom./Gen.-Dat.)
tathā eva na bhaviṣyataḥ
ebenso dessen, der nicht sein/gedeihen wird (Gen., Part.Fut. mit Negation)
Durch die Frucht großer Askese die höhere und die niedere Welt schauend, nachdem er mit den in der Brahmawelt wohnenden Sehern Gemeinsamkeit erlangt hatte [?] –
Wort für Wort
mahataḥ tapasaḥ vyuṣṭyā
durch [den Ertrag/die Frucht] großer Askese (Gen.Sg.n. / Instr.Sg.f.)
paśyan
schauend (Part.Präs.Nom.Sg.m.)
lokau parāvarau
die beiden Welten, höhere und niedere (Akk.Du.m.)
sāmānyam ṛṣibhiḥ gatvā
Gemeinsamkeit mit den Sehern erlangt habend (Akk.Sg.n., Instr.Pl., Abs.)
brahmaloka-nivāsibhiḥ
mit den in der Brahmawelt Wohnenden (Instr.Pl., Kompositum)
Bezug: Nārada im folgenden Vers. sāmānyam gatvā: wohl „Gleichstellung/Verkehr mit den Sehern“; vyuṣṭi hier als „Ertrag, Ergebnis“ gedeutet.
Eines Tages, am Morgen aufgestanden, ging er, weil er reines Wasser berühren wollte, zur Gaṅgā, die dem Tor des Dhruva entspringt, und stieg [in sie] hinab.
Er, die vom Fuß des Meru entsprungene, von Nārāyaṇas Fuß herabgefallene Gaṅgā erblickend, frohen Herzens, gelangte an jene Stelle, die [... Text verderbt ...] mit feinem goldenem Sand [bedeckt war]; er erreichte die Gaṅgā-Insel, mit vielerlei Bäumen geschmückt, mit Reihen von Sāla-, Tāla-, Aśvakarṇa- und Sandelbäumen, verziert mit mannigfachen Blüten, voll von Gänsen und Kāraṇḍava-Enten. Am Flussufer angekommen, badete er, befriedigte die Götter und murmelte das Gebet, der dharmabewusste, ganz in den Strahlenden [Sonne] versunken.
Wort für Wort
merupādodbhavāṃ gaṅgāṃ nārāyaṇapadacyutām
die vom Fuß des Meru entsprungene Gaṅgā, vom Fuß Nārāyaṇas herabgefallen (Akk.Sg.f.)
sa vīkṣamāṇo hṛṣṭātmā
er, erblickend, frohen Herzens (Nom.Sg.m., Part.Präs.)
taṃ deśam abhijagmivān
jene Gegend erreichte er (Akk.Sg.m., Part.Perf. als Verb)
yaṃ * devajavā[?nā]kīrṇaṃ sūkṣmakāñcanavālukam
welche [Lücke; Text verderbt] bestreut, mit feinem Goldsand (Akk./Adj.)
gaṅgādvīpaṃ samāsādya nānāvṛkṣair alaṃkṛtam
die Gaṅgā-Insel erreicht habend, mit vielerlei Bäumen geschmückt (Abs., Instr.Pl.)
sālatālāśvakarṇānāṃ candanānāṃ ca rājibhiḥ
mit Reihen von Sāla-, Tāla-, Aśvakarṇa- und Sandelbäumen (Gen.Pl., Instr.Pl.)
maṇḍitaṃ vividhaiḥ puṣpair haṃsakāraṇḍavāyutam
geschmückt mit mannigfachen Blüten, mit Gänsen und Kāraṇḍavas erfüllt (Part.Akk., Instr.Pl.)
das Flussufer erreicht, gebadet, die Götter befriedigt (Abs.), murmelte das Gebet (Perf.3.Sg.), der dharmabewusste, in Einssein mit dem Strahlenden (Instr.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Stelle „yaṃ * devajavā[?nā]kīrṇaṃ“ ist verderbt, die Wiedergabe unsicher.
Sie erzählten Geschichten, die von Tugendhaften berichtet und von Göttersehern erzählt worden waren; die beiden, erzählfreudig, mit reinem, frohem Sinn, gesammelt, sprachen über längst Vergangenes.
Wort für Wort
puṇyakarmabhiḥ ākhyātāḥ
von Tugendhaften berichtet (Instr.Pl., Part.Nom.Pl.f.)
devarṣikathitāḥ kathāḥ
von Göttersehern erzählte Geschichten (Nom./Akk.Pl.f.)
cakratuḥ tau kathāśīlau
führten [sie] (Perf.3.Du.), die beiden, erzählfreudig (Nom.Du.m.)
śucisaṃhṛṣṭamānasau
mit reinem, frohem Sinn (Nom.Du.m., Bahuvrīhi)
pūrvavṛttavyapetāni kathayantau samāhitau
über längst Vergangenes, Verflossenes erzählend, gesammelt (Akk.Pl.n., Part.Präs.Du., Part.Du.)
vivikte puṇyadeśe tu ramamāṇau mudā yutau; dadṛśāte 'ntarikṣe tau sūryasyodayanaṃ prati; jyotir jvālasamākīrṇaṃ jyotiṣāṃ gaṇamaṇḍitam
An einem einsamen, heiligen Ort, sich freudig ergötzend, erblickten die beiden am Himmel, dem Aufgang der Sonne zu, ein von Flammenlicht erfülltes, von einer Schar von Lichtern geschmücktes Licht.
Wort für Wort
vivikte puṇyadeśe tu
an einsamem, heiligem Ort (Lok.Sg.m.)
ramamāṇau mudā yutau
sich ergötzend, mit Freude verbunden (Nom.Du.m.)
dadṛśāte antarikṣe tau
erblickten (Perf.3.Du. Med.), am Himmel (Lok.), die beiden
sūryasya udayanaṃ prati
der Sonne Aufgang entgegen (Gen., Akk., Postp.)
jyotiḥ jvālasamākīrṇam
ein Licht, von Flammen erfüllt (Akk.Sg.n.)
jyotiṣāṃ gaṇamaṇḍitam
von Scharen von Lichtern geschmückt (Gen.Pl., Akk.Sg.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Konstruktion (Akk. jyotiḥ) ist aus dem Kontext ergänzt.
Der Kraft der Sonne gleich, von Glanz der Sonne ähnlich.
Wort für Wort
arkasya tejasā tulyam
der Sonne an Glut gleich (Gen., Instr.Sg.n., Adj.)
tat bhāskarasamaprabham
jenes, der Sonne an Glanz gleich (Nom.Sg.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, Halbvers ohne eigenes Verb; bezieht sich auf das Licht von 221.011.
Bei den beiden angekommen, wurde es sichtbar, Bhārata: jenes, das die von Suparṇa und Sonne durchzogene Bahn innehatte, die Viṣṇu-Stätte; an Strahlen unvergleichlich leuchtete es und erhellte die drei Welten.
Wort für Wort
tayoḥ samīpaṃ saṃprāptam
zu den beiden nahe gelangt (Gen.Du., Akk.Sg.n., Part.Pass.)
taṃ dṛṣṭvā tau tu vikrāntau prāñjalī samupasthitau; kramāt saṃprekṣyamāṇau tau vimānaṃ divyam adbhutam; tasmiṃs tadā satīṃ kāntāṃ lokakāntāṃ parāṃ śubhām; dhātrīṃ lokasya ramaṇīṃ lokamātaram acyutām
Als die beiden Tapferen es erblickten, traten sie mit gefalteten Händen heran; der Reihe nach schauten die beiden das göttliche, wunderbare Himmelsgefährt, und darin damals die tugendhafte, geliebte, von der Welt geliebte, höchste, glückverheißende, Nährerin der Welt, Freude der Welt, Mutter der Welt, die Unvergängliche.
Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā tau tu vikrāntau
es erblickt habend, die beiden, tapfer (Abs., Nom.Du.m.)
prāñjalī samupasthitau
mit gefalteten Händen herangetreten (Nom.Du.m.)
kramāt saṃprekṣyamāṇau tau
der Reihe nach erblickend, die beiden (Abl., Part.Präs.Pass./Med.)
vimānaṃ divyam adbhutam
das Himmelsgefährt, göttliche, wunderbare (Akk.Sg.n.)
tasmin tadā satīṃ kāntāṃ lokakāntāṃ parāṃ śubhām
darin damals die Tugendhafte, Geliebte, von der Welt Geliebte, Höchste, Glückverheißende (Lok., Akk.Sg.f.)
dhātrīṃ lokasya ramaṇīṃ lokamātaram acyutām
Nährerin der Welt, Freude, Mutter der Welt, Unvergängliche (Akk.Sg.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Satz führt ohne Verb weiter; das Objekt „śriyam“ folgt in 221.014.
sāvaruhya vimānāgrād aṅganānām anuttamā; abhyagacchat trilokeśaṃ śakraṃ carṣiṃ ca nāradam
Sie stieg von der Spitze des Himmelsgefährts herab, die Unübertroffene unter den Frauen, und trat zu Śakra, dem Herrn der drei Welten, und zum Seher Nārada.
Wort für Wort
sā avaruhya vimānāgrāt
sie, herabgestiegen, von der Spitze des Vimāna (Abs., Abl.)
aṅganānām anuttamā
unter den Frauen die Unübertroffene (Gen.Pl.f., Nom.Sg.f.)
abhyagacchat trilokeśam
trat heran (Impf.3.Sg.), zum Herrn der drei Welten (Akk.Sg.m.)
śakra uvāca; kathaṃvṛtteṣu daityeṣu tvam avātsīr varānane; dṛṣṭvā ca kim ihāgās tvaṃ hitvā daiteyadānavān
Śakra sprach: „Bei welchem Verhalten der Daityas wohntest du [bei ihnen], Schönwangige? Und was hast du gesehen, dass du die Daiteyas und Dānavas verlassen hast und hierher gekommen bist?“
Wort für Wort
śakraḥ uvāca
Śakra sprach (Perf.)
kathaṃvṛtteṣu daityeṣu
bei den Daityas von welcherlei Verhalten (Lok.Pl.m.)
tvam avātsīḥ varānane
du wohntest (Aor.2.Sg.), Schönwangige (Vok.)
dṛṣṭvā ca kim iha āgāḥ tvam
und was gesehen habend, kamst du hierher (Abs., Aor.2.Sg.)
hitvā daiteyadānavān
verlassen habend die Daiteyas und Dānavas (Abs., Akk.Pl.m.)
Śrī sprach: „Bei den Wesen, die ihre eigene Pflicht erfüllten und aus Festigkeit nicht wankten und am Weg zum Himmel Freude hatten, fand ich Gefallen.“
Wort für Wort
śrīḥ uvāca
Śrī sprach (Perf.)
svadharmam anutiṣṭhatsu
bei denen, die die eigene Pflicht befolgen (Lok.Pl., Part.Präs.)
dhairyāt acaliteṣu ca
und aus Festigkeit nicht Gewankten (Abl., Lok.Pl.)
svargamārgābhirāmeṣu sattveṣu
bei den am Himmelsweg sich erfreuenden Wesen (Lok.Pl.n.)
„Ihre Häuser waren gut gefegt, die Frauen hatten sie im Griff [?], sie unterhielten die Opferfeuer; den Lehrern dienstbereit, selbstbeherrscht, brahmanenfreundlich und wahrredend.“
Wort für Wort
susaṃmṛṣṭagṛhāḥ ca āsan
und gut gefegte Häuser hatten sie, waren (Nom.Pl.m., Impf.3.Pl.)
jitastrīkāḥ
die Frauen bezwungen habend (Nom.Pl.m.)
hutāgnayaḥ
die Opferfeuer beschickt habend (Nom.Pl.m.)
guruśuśrūṣavaḥ dāntāḥ
den Lehrern dienstbereit, selbstbeherrscht (Nom.Pl.m.)
brahmaṇyāḥ satyavādinaḥ
brahmanenfreundlich, wahrredend (Nom.Pl.m.)
jitastrīka: „die Frauen bezwungen“ (nicht von ihnen beherrscht) ist unsicher.
Stets an den Parvan-Tagen gut gebadet, gut gesalbt, gut geschmückt, dem Fasten und der Askese als ihrer Sitte ergeben, angesehen, Redner über das Brahman.
Wort für Wort
nityaṃ parvasu
stets, an den Parvan-Tagen (Adv.; Lok.Pl.n.)
susnātāḥ svanuliptāḥ
gut gebadet, gut gesalbt (Nom.Pl.m.; Part.Pass.)
svalaṃkṛtāḥ
gut geschmückt (Nom.Pl.m.; Part.Pass.)
upavāsatapaḥśīlāḥ
Fasten und Askese als Sitte habend (Nom.Pl.m.; Bahuvrīhi)
nainān abhyudiyāt sūryo na cāpy āsan prageniśāḥ; rātrau dadhi ca saktūṃś ca nityam eva vyavarjayan
Die Sonne ging nicht über ihnen auf [d. h. sie schliefen nicht in den Sonnenaufgang hinein], und sie waren auch keine Morgen- und Nachtschläfer [?]; nachts mieden sie stets Dickmilch und Gerstenmehl.
Wort für Wort
na enān abhyudiyāt sūryaḥ
nicht ging über ihnen auf die Sonne (Opt./Prek. 3.Sg. abhi-ud-i; Akk.Pl.m.; Nom.Sg.m.)
na ca api āsan prageniśāḥ
und auch waren sie nicht Frühe-/Nacht-[Schläfer] [?] (3.Pl.Impf. as; Nom.Pl.m.)
rātrau dadhi ca saktūn ca
nachts Dickmilch und Gerstenmehl (Lok.Sg.f.; Akk.Sg.n.; Akk.Pl.m.)
nityam eva vyavarjayan
stets mieden sie (Adv.; 3.Pl.Impf. vi-ava-√vṛj)
prageniśāḥ: Lesart/Deutung unsicher (vermutlich: Schläfer in der Frühe und in der Nacht).
sadā hi dadatāṃ dharmaḥ sadā cāpratigṛhṇatām; ardhaṃ ca rātryāḥ svapatāṃ divā cāsvapatāṃ tathā
Denn bei denen, die stets geben und stets nichts annehmen, die nur die halbe Nacht schlafen und tagsüber nicht schlafen, war stets der Dharma [zu Hause].
Wort für Wort
sadā hi dadatāṃ dharmaḥ
denn stets bei den Gebenden [war] der Dharma (Gen.Pl. Part.Präs.; Nom.Sg.m.)
sadā ca apratigṛhṇatām
und stets bei den Nichtannehmenden (Gen.Pl. Part.Präs. mit a-)
ardhaṃ ca rātryāḥ svapatām
und die halbe Nacht bei den Schlafenden (Akk.Sg.n. Adv.; Gen.Sg.f.; Gen.Pl. Part.Präs.)
divā ca asvapatāṃ tathā
und am Tage bei den Nichtschlafenden ebenso (Adv.; Gen.Pl. Part.Präs.)
Der Satz bleibt syntaktisch offen; der Hauptbegriff dharmaḥ gehört zu den Genitiven in Vers 43 und 44 zusammen. Ergänzung [zu Hause] sinngemäß.
Ihre Zeit verging im Glück, denen, die auf dem Pfad des Dharma wandelten.
Wort für Wort
kālaḥ yātaḥ
die Zeit verging (Nom.Sg.m.; Part.Pass. √yā)
sukhe ca eva
im Glück ebenso (Lok.Sg.n.)
dharmamārge ca vartatām
und auf dem Dharma-Pfad bei den Wandelnden (Lok.Sg.m.; Gen.Pl. Part.Präs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
viṣaṇṇaṃ trastam udvignaṃ bhayārtaṃ vyādhipīḍitam; hṛtasvaṃ vyasanārtaṃ ca nityam āśvāsayanti te
Den Verzagten, Verängstigten, Aufgeregten, von Furcht Gequälten, von Krankheit Geplagten, Besitzlosen und vom Unglück Bedrängten – ihnen spendeten sie stets Trost.
Wort für Wort
viṣaṇṇaṃ trastam udvignam
den Verzagten, Erschrockenen, Aufgeschreckten (Akk.Sg.m.; Part.Pass.)
bhayārtaṃ vyādhipīḍitam
von Furcht Bedrängten, von Krankheit Gequälten (Akk.Sg.m.)
hṛtasvaṃ vyasanārtaṃ ca
den seiner Habe Beraubten, vom Unglück Betroffenen (Akk.Sg.m.)
naike 'śnanti susaṃpannaṃ na gacchanti parastriyam; sarvabhūteṣv avartanta yathātmani dayāṃ prati
Nicht einzeln [für sich allein] aßen sie das reich Bereitete [?], sie gingen nicht zur Frau eines anderen; gegenüber allen Wesen verhielten sie sich mit Mitgefühl wie gegenüber sich selbst.
Wort für Wort
na eke aśnanti susaṃpannam
nicht einzeln essen sie das gut Bereitete [?] (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.n.)
na gacchanti parastriyam
sie gehen nicht zur Frau eines anderen (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.f.)
sarvabhūteṣu avartanta
gegenüber allen Wesen verhielten sie sich (Lok.Pl.n.; 3.Pl.Impf.Med.)
yathā ātmani dayāṃ prati
wie gegenüber dem Selbst, hin zum Mitleid (Lok.Sg.m.; Akk.Sg.f.; Postp.)
naike 'śnanti: Deutung als na + eke [nicht allein] unsicher.
naivākāśe na paśuṣu nāyonau na ca parvasu; indriyasya visargaṃ te 'rocayanta kadā cana
Weder im Freien noch bei Tieren, weder in einem [ungeeigneten] Nicht-Schoß noch an den Parvan-Tagen fanden sie jemals Gefallen an der Entladung des Zeugungsorgans.
Wort für Wort
na eva ākāśe na paśuṣu
weder im Freien noch bei Tieren (Lok.Sg.m.; Lok.Pl.m.)
na ayonau na ca parvasu
weder im Nicht-Schoß noch an Parvan-Tagen (Lok.Sg.f.; Lok.Pl.n.)
indriyasya visargam
die Entladung des Zeugungsorgans (Gen.Sg.n.; Akk.Sg.m.)
te arocayanta kadā cana
sie fanden Gefallen, jemals (3.Pl.Impf.Med.; Adv.)
Dann, beim Umschwung der Zeit, sah ich, weil sich ihre Tugenden verkehrten, den Dharma bei ihnen entschwunden, bei denen, die unter der Herrschaft von Begierde und Zorn standen.
Wort für Wort
tataḥ kālaviparyāse
dann beim Umschwung der Zeit (Adv.; Lok.Sg.m.)
teṣāṃ guṇaviparyayāt
wegen der Verkehrung ihrer Tugenden (Gen.Pl.m.; Abl.Sg.m.)
apaśyaṃ vigataṃ dharmam
ich sah den entschwundenen Dharma (1.Sg.Impf.; Part.Pass.; Akk.Sg.m.)
kāmakrodhavaśātmanām
bei denen, die Begierde und Zorn unterworfen sind (Gen.Pl.m.; Bahuvrīhi)
sabhāsadāṃ te vṛddhānāṃ satyāḥ kathayatāṃ kathāḥ; prāhasann abhyasūyaṃś ca sarvavṛddhān guṇāvarāḥ
Über die alten Mitglieder der Versammlung, die wahre Geschichten erzählten, lachten sie höhnisch und schmähten alle Alten, sie, die an Tugend Geringeren.
Wort für Wort
sabhāsadāṃ te vṛddhānām
der Versammlungsmitglieder, jene, der Alten (Gen.Pl.m.; Nom.Pl.m.; Gen.Pl.m.)
satyāḥ kathayatāṃ kathāḥ
wahre Geschichten der Erzählenden (Akk.Pl.f.; Gen.Pl. Part.Präs.; Akk.Pl.f.)
prāhasan abhyasūyan ca
sie lachten höhnisch und schmähten (3.Pl.Impf.)
sarvavṛddhān guṇāvarāḥ
alle Alten, die an Tugenden Geringeren (Akk.Pl.m.; Nom.Pl.m.)
vartayanty eva pitari putrāḥ prabhavatā ''tmanaḥ; amitrabhṛtyatāṃ prāpya khyāpayanto 'napatrapāḥ
Während der Vater noch da war, verfuhren die Söhne kraft eigener Machtvollkommenheit [selbstherrlich] [?]; sie gerieten in den Dienst von Feinden und rühmten sich dessen schamlos.
Wort für Wort
vartayanti eva pitari
sie verfahren/leben, während der Vater [da ist] (3.Pl.Präs. Kaus.; Lok.Sg.m.)
putrāḥ prabhavatā ātmanaḥ
die Söhne, kraft Macht ihrer selbst [?] (Nom.Pl.m.; Instr.Sg.m.; Gen.Sg.m.)
amitrabhṛtyatāṃ prāpya
in den Stand von Feindesdienern gelangt (Akk.Sg.f.; Abs.)
khyāpayantaḥ anapatrapāḥ
es verkündend, schamlos (Nom.Pl.m. Part.Präs. Kaus.; Nom.Pl.m.)
vartayanty eva pitari ... prabhavatā ''tmanaḥ: Konstruktion unsicher.
Ebenso: Diejenigen, die durch dharmwidrige, getadelte Handlung große Reichtümer erlangen – bei diesen [Reichen] entstand bei ihnen [den Dānavas] Verlangen.
Wort für Wort
tathā dharmāt apetena
ebenso durch vom Dharma abgewichene (Adv.; Abl.Sg.m.; Part.Pass. Instr.Sg.n.)
karmaṇā garhitena ye
durch getadelte Handlung, welche (Instr.Sg.n.; Nom.Pl.m.)
mahataḥ prāpnuvanti arthān
große Güter erlangen sie (Akk.Pl.m.; 3.Pl.Präs.)
teṣu eṣām abhavat spṛhā
bei jenen, bei diesen entstand Begehren (Lok.Pl.m.; Gen.Pl.m.; 3.Sg.Impf.; Nom.Sg.f.)
bālānāṃ prekṣamāṇānāṃ bhaktāny aśnanti mohitāḥ; eko dāso bhavet teṣāṃ teṣāṃ dāsīdvayaṃ tathā; trigavā dānavāḥ ke cic caturojās tathāpare; ṣaḍaśvāḥ saptamātaṅgāḥ pañcamāhiṣikāḥ pare; rātrau dadhi ca saktūṃś ca nityam evāvivarjitā; antardaśāhe cāśnanti gavāṃ kṣīraṃ vicetanāḥ; kramadohaṃ na kurvanti vatsastanyāni bhuñjate; anāthāṃ kṛpaṇāṃ bhāryāṃ ghnanti nityaṃ śapanti ca; śūdrānnapuṣṭā viprās tu nirlajjāś ca bhavanty uta; saṃkīrṇāni ca dhānyāni nātyavekṣat kuṭumbinī; mārjārakukkuṭaśvānaiḥ krīḍāṃ kurvanti mānavāḥ; gṛhe kaṇṭakino vṛkṣās tathā niṣpāva[?ṣparṇa]vallarī; yajñiyāś ca tathā vṛścyās teṣām āsan durātmanām; kūpasnānaratā nityaṃ parvamaithunagāminaḥ; tilān aśnanti rātrau ca tailābhyaktāś ca śerate; vibhītakakarañjānāṃ chāyāmūlanivāsinaḥ; karavīraṃ ca te puṣpaṃ dhārayanti ca mohitāḥ; padmabījāni khādanti puṣpaṃ jighranti mohitāḥ; na bhokṣyanti tathā nityaṃ daityāḥ kālena mohitāḥ; nindanti stavanaṃ viṣṇos tasya nityadviṣo janāḥ; homadhūmo na tatrāsīd vedaghoṣas tathaiva ca; yajñāś ca na pravartante yathāpūrvaṃ gṛhe gṛhe; śiṣyācāryakramo nāsīt putrair ātmapituḥ pitā; viṣṇuṃ brahmaṇyadeveśaṃ hitvā pāṣaṇḍam āśritāḥ; havyakavyavihīnāś ca jñānādhyayanavarjitāḥ; devasvādānarucayo brahmasvarucayas tathā; stutimaṅgalahīnāni devasthānāni sarvaśaḥ
Vor den Augen der Kinder essen sie, betört, die Speisen. Der eine hätte [nur] einen Diener, der andere ebenso zwei Dienerinnen. Manche Dānavas haben drei Kühe, andere vier ... [?]; sechs Rosse, sieben Elefanten, fünf Büffel andere. Nachts mieden sie Dickmilch und Gerstenmehl stets nicht. Innerhalb der zehn Tage [nach dem Kalben] essen die Unverständigen die Milch der Kühe. Sie melken nicht der Reihe nach und verzehren, was den Kälbern an den Zitzen zusteht. Die schutzlose, elende Ehefrau schlagen sie beständig und verfluchen sie. Brahmanen aber, von Śūdra-Speise genährt, werden auch schamlos. Die Hausfrau achtete nicht auf die vermischt liegenden Körner. Mit Katzen, Hähnen und Hunden treiben die Menschen Spiel. Im Haus stehen dornige Bäume und ebenso Nispāva-[?]-Ranken. Und die für das Opfer tauglichen [Bäume] waren bei ihnen, den Übelgesinnten, zu fällen. Stets dem Baden am Brunnen zugetan, an Parvan-Tagen dem Beischlaf nachgehend; Sesam essen sie nachts und schlafen mit Öl gesalbt; im Schatten und an den Wurzeln von Vibhītaka- und Karañja-Bäumen wohnend; Oleanderblüten tragen sie, betört; Lotossamen essen sie, an Blüten riechen sie, betört. So werden die Daityas, von der Zeit betört, [ordnungsgemäß] nicht genießen [?]. Sie tadeln den Lobpreis Viṣṇus, jene stets Hassenden. Kein Homa-Rauch war dort und ebenso kein Veda-Klang; Opfer wurden nicht mehr vollzogen wie früher, Haus für Haus. Die Ordnung von Schüler und Lehrer bestand nicht, [und] der Vater des eigenen Vaters durch die Söhne [?]. Viṣṇu, den Herrn der Götter, den Brahmanenfreund, verlassend, nahmen sie Zuflucht zur Häresie; ohne Havya und Kavya, frei von Wissen und Studium, am Nehmen von Götter- und Brahmanen-Eigentum Gefallen findend; die Götterstätten überall ohne Lobpreis und Segensriten.
Wort für Wort
bālānāṃ prekṣamāṇānāṃ bhaktāny aśnanti mohitāḥ
vor den Augen der Kinder essen sie, betört, die Speisen (Gen.Pl.m.; Akk.Pl.n.; 3.Pl.Präs.; Nom.Pl.m.)
eko dāso bhavet teṣāṃ teṣāṃ dāsīdvayaṃ tathā
einer wäre der Diener, bei anderen ebenso zwei Dienerinnen (Opt.3.Sg.; Gen.Pl.m.; Nom.Sg.n.)
trigavā dānavāḥ ke cit caturojās tathā apare
manche Dānavas mit drei Kühen, andere ebenso mit vier ...[?] (Nom.Pl.m.; Bahuvrīhi)
ṣaḍaśvāḥ saptamātaṅgāḥ pañcamāhiṣikāḥ pare
sechs Rosse, sieben Elefanten, fünf Büffel [haben] andere (Nom.Pl.m.; Bahuvrīhi)
rātrau dadhi ca saktūn ca nityam eva avivarjitā
nachts Dickmilch und Gerstenmehl stets nicht gemieden (Lok.Sg.f.; Akk.; Adv.; Part.Pass.)
antardaśāhe ca aśnanti gavāṃ kṣīraṃ vicetanāḥ
innerhalb der zehn Tage essen sie die Milch der Kühe, unverständig (Lok.Sg.m.; Gen.Pl.f.; Nom.Pl.m.)
kramadohaṃ na kurvanti vatsastanyāni bhuñjate
sie melken nicht der Reihe nach, sie verzehren die Zitzenmilch der Kälber (Akk.Sg.m.; 3.Pl.Präs.; Akk.Pl.n.)
anāthāṃ kṛpaṇāṃ bhāryāṃ ghnanti nityaṃ śapanti ca
die schutzlose, elende Frau schlagen sie stets und verfluchen (Akk.Sg.f.; 3.Pl.Präs.)
śūdrānnapuṣṭāḥ viprāḥ tu nirlajjāḥ ca bhavanti uta
von Śūdra-Speise genährte Brahmanen aber werden auch schamlos (Nom.Pl.m.; 3.Pl.Präs.)
saṃkīrṇāni ca dhānyāni na atyavekṣat kuṭumbinī
vermischte Körner beachtete die Hausfrau nicht (Akk.Pl.n.; 3.Sg.Impf.; Nom.Sg.f.)
mārjārakukkuṭaśvānaiḥ krīḍāṃ kurvanti mānavāḥ
mit Katzen, Hähnen, Hunden treiben Spiel die Menschen (Instr.Pl.m.; Akk.Sg.f.; Nom.Pl.m.)
nicht werden genießen so stets die Daityas, von der Zeit betört [?] (3.Pl.Fut.; Nom.Pl.m.; Instr.Sg.m.)
nindanti stavanaṃ viṣṇoḥ tasya nityadviṣaḥ janāḥ
sie tadeln den Lobpreis Viṣṇus, jene, stets Hassenden, Leute (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.n.; Gen.Sg.m.; Nom.Pl.m.)
homadhūmaḥ na tatra āsīt vedaghoṣaḥ tathā eva ca
Opferrauch war dort nicht, ebenso Veda-Klang (Nom.Sg.m.; 3.Sg.Impf.)
yajñāḥ ca na pravartante yathāpūrvaṃ gṛhe gṛhe
und Opfer werden nicht vollzogen wie früher, Haus um Haus (Nom.Pl.m.; 3.Pl.Präs.Med.; Lok.Sg.n.)
śiṣyācāryakramaḥ na āsīt putraiḥ ātmapituḥ pitā
die Ordnung Schüler-Lehrer bestand nicht, durch die Söhne der Vater des eigenen Vaters [?] (Nom.Sg.m.; Instr.Pl.m.; Gen.Sg.m.; Nom.Sg.m.)
viṣṇuṃ brahmaṇyadeveśaṃ hitvā pāṣaṇḍam āśritāḥ
Viṣṇu, den brahmanenfreundlichen Götterherrn, verlassend, bei der Häresie Zuflucht nehmend (Akk.Sg.m.; Abs.; Akk.Sg.m.; Part.Pass.)
havyakavyavihīnāḥ ca jñānādhyayanavarjitāḥ
ohne Götter- und Väteropfer, ohne Wissen und Studium (Nom.Pl.m.)
devasvādānarucayaḥ brahmasvarucayaḥ tathā
am Nehmen von Götter-Eigentum Gefallen findend, ebenso an Brahmanen-Eigentum (Nom.Pl.m.)
stutimaṅgalahīnāni devasthānāni sarvaśaḥ
Götterstätten überall ohne Lobpreis und Segensriten (Nom.Pl.n.; Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (star) mit unsicheren Stellen: caturojāḥ, niṣpāva[?ṣparṇa]vallarī, na bhokṣyanti (Futur im Erzählzusammenhang), śiṣyācāryakramo nāsīt putrair ātmapituḥ pitā (Konstruktion unklar). Mehrere Pādas schildern Missstände in Auflistung, teils in Präsens, teils Imperfekt.
kṣudrāḥ saṃskārahīnāś ca nāryo hy udarapoṣaṇāḥ; śaucācāraparibhraṣṭā nirlajjā bhogavañcitāḥ; ubhābhyām eva pāṇibhyāṃ śiraḥkaṇḍūyanānvitāḥ; gṛhajālābhisaṃsthānā hy āsaṃs tatra striyaḥ punaḥ; śvaśrūśvaśurayor madhye bhartāraṃ kṛtakaṃ yathā; prekṣayanti ca nirlajjā nāryaḥ kulajalakṣaṇāḥ
Gemeine, ohne Läuterung, die Frauen nur den Bauch nährend, von Reinheit und Sitte abgefallen, schamlos, um Genüsse betrogen [?]; mit beiden Händen den Kopf kratzend; die Frauen dort wiederum am Hausgitter [?] stehend; zwischen Schwiegermutter und Schwiegervater den Gatten wie einen Scheingatten [?]; und die schamlosen Frauen lassen [ihn] zur Schau stellen, ... [?].
Wort für Wort
kṣudrāḥ saṃskārahīnāḥ ca nāryaḥ hi udarapoṣaṇāḥ
gemein, ohne Läuterung, die Frauen, den Bauch nährend (Nom.Pl.f.)
śaucācāraparibhraṣṭāḥ nirlajjāḥ bhogavañcitāḥ
von Reinheit und Sitte abgefallen, schamlos, um Genüsse betrogen [?] (Nom.Pl.f.)
ubhābhyām eva pāṇibhyām śiraḥkaṇḍūyanānvitāḥ
mit beiden Händen, den Kopf kratzend (Instr.Du.m.; Nom.Pl.f.)
gṛhajālābhisaṃsthānāḥ hi āsan tatra striyaḥ punaḥ
am Hausgitter [?] stehend waren dort die Frauen wiederum (Nom.Pl.f.; 3.Pl.Impf.)
śvaśrūśvaśurayoḥ madhye bhartāraṃ kṛtakaṃ yathā
zwischen Schwiegermutter und Schwiegervater den Gatten wie einen Scheinhaften [?] (Gen.Du.; Akk.Sg.m.)
prekṣayanti ca nirlajjāḥ nāryaḥ kulajalakṣaṇāḥ
sie lassen zuschauen, die schamlosen Frauen, ...[?] (3.Pl.Präs. Kaus.; Nom.Pl.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, stark verderbt: gṛhajālābhisaṃsthānāḥ, kṛtakaṃ yathā, kulajalakṣaṇāḥ unsicher.
anāryāś cāryam āsīnaṃ paryupāsan na tatra ha; āśramasthān vikarmasthāḥ pradviṣanti parasparam; saṃkarāś cāpy avartanta na ca śaucam avartata
Die Unedlen [aber] warteten dem Edlen, der dasaß, dort nicht auf; die im Lebensabschnitt Stehenden [und] die in verbotenen Werken Stehenden hassen einander; Vermischungen entstanden, und Reinheit bestand nicht mehr.
Wort für Wort
anāryāś ca āryam āsīnaṃ
und die Unedlen [gegenüber] dem sitzenden Edlen (Nom.Pl.; Akk.Sg.; Part.Med.)
paryupāsan na tatra ha
sie warteten nicht auf, dort fürwahr (3.Pl.Impf.)
āśramasthān vikarmasthāḥ pradviṣanti parasparam
die in Lebensabschnitten Stehenden [hassen] die in Fehlwerken Stehenden, sie hassen einander (Akk.Pl.; Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
saṃkarāś ca api avartanta
und auch Vermischungen traten ein (Nom.Pl.; 3.Pl.Impf.Med.)
na ca śaucam avartata
und Reinheit bestand nicht (Nom.Sg.n.; 3.Sg.Impf.Med.)
Syntax der Halbverse 1-2 knapp und mehrdeutig; Zuordnung von āśramasthān/vikarmasthāḥ unsicher [?].
ye ca vedavido viprā vispaṣṭam anṛcaś ca ye; nirantaraviśeṣās te bahumānāvamānayoḥ
Und die Brahmanen, die die Veden kennen, und die, die deutlich keine Ṛc-Strophen kennen, waren ohne Unterschied, [nur] in Ehrung und Missachtung [verschieden].
Wort für Wort
ye ca vedavido viprā
und welche Brahmanen die Veden kennen (Nom.Pl.)
vispaṣṭam anṛcaś ca ye
und welche offenkundig keine Ṛc kennen (Adv.; Nom.Pl.)
nirantaraviśeṣās te
sie ohne trennenden Unterschied (Bahuvrīhi, Nom.Pl.)
bahumānāvamānayoḥ
bei hoher Achtung und Geringschätzung (Lok.Du.)
Zweiter Halbvers sprachlich hart; Wiedergabe „ohne Unterschied, nur in Ehrung und Missachtung [verschieden]“ unsicher [?].
prabhavadbhiḥ purā dāyān arhebhyaḥ pratipāditān; nābhyavartanta nāstikyād vartantaḥ saṃbhaveṣv api
Was die Mächtigen früher an Würdige als Gaben übergeben hatten, das erstatteten sie aus Unglauben nicht [zurück], obwohl Fälle des Vorkommens [= Möglichkeiten] bestanden.
Wort für Wort
prabhavadbhiḥ purā dāyān
von den Mächtigen früher die Gaben (Instr.Pl.; Akk.Pl.)
arhebhyaḥ pratipāditān
an Würdige übergebene (Dat.Pl.; Part.Akk.Pl.)
na abhyavartanta nāstikyāt
sie hielten sich nicht daran, aus Ungläubigkeit (3.Pl.Impf.Med.; Abl.)
vartantaḥ saṃbhaveṣv api
[obwohl] bestehend, in [vorhandenen] Möglichkeiten (Part.; Lok.Pl.)
Zweiter Halbvers verderbt/unklar; „vartantaḥ“ ist als Partizip formal unregelmäßig [?].
mitreṇābhyarthitaṃ mitram arthe saṃśayite kva cit; vālakoṭyagramātreṇa svārthenāghnata tad vasu
Wenn ein Freund von einem Freund in einer bestimmten Sache, wo Zweifel bestand, um [Beistand] gebeten wurde, so raubten sie dessen Vermögen um des eigenen Vorteils willen, [sei es auch nur] um die Haarspitze [= eine Winzigkeit].
Wort für Wort
mitreṇa abhyarthitaṃ mitram
den von einem Freund gebetenen Freund (Instr.; Part.Akk.; Akk.)
arthe saṃśayite kva cit
in einer Angelegenheit, die irgendwie zweifelhaft [war] (Lok.; Part.Lok.)
vālakoṭyagramātreṇa
um bloß die Spitze der Haarspitze (Instr.Sg.)
svārthena aghnata tad vasu
aus eigenem Interesse schlugen/raubten sie jenes Gut (Instr.; 3.Pl.Impf.Med.; Akk.)
Manche studieren ohne Gelübde, andere haben ein nutzloses Gelübde; der Schüler war dem Lehrer nicht dienstbereit, und mancher Lehrer wurde zum Freund des Schülers.
Wort für Wort
adhīyante 'vratāḥ ke cid
es studieren gelübdelos manche (3.Pl.Präs.Med.; Nom.Pl.)
vṛthāvratam athāpare
nutzloses Gelübde [halten] andere (Akk.Sg.n.; Nom.Pl.)
aśuśrūṣur guroḥ śiṣyaḥ
nicht dienstwillig gegenüber dem Lehrer [war] der Schüler (Nom.Sg.; Gen.)
kaś cic chiṣyasakho guruḥ
mancher Lehrer, Freund des Schülers (Nom.Sg.)
adhīyante steht im Präsens neben Imperfekten; Tempuswechsel im Text.
agnidāhena corair vā rājabhir vā hṛtaṃ dhanam; dṛṣṭvā dveṣāt prāhasanta suhṛtsaṃbhāvitā hy api
Sahen sie, dass Vermögen durch Brand, Diebe oder Könige weggenommen war, so lachten sie aus Missgunst, obwohl sie von Freunden geachtet [worden] waren.
Wort für Wort
agnidāhena corair vā rājabhir vā
durch Feuersbrunst oder durch Diebe oder durch Könige (Instr.)
hṛtaṃ dhanam
geraubtes Vermögen (Part.Akk.n.)
dṛṣṭvā dveṣāt prāhasanta
gesehen habend, aus Hass lachten sie (Ger.; Abl.; 3.Pl.Impf.Med.)
suhṛtsaṃbhāvitā hy api
obwohl von Freunden hochgeschätzt (Nom.Pl.; Part.)
Subjektbezug von suhṛtsaṃbhāvitāḥ (die Verlachenden bzw. die Betroffenen) unsicher [?].
Undankbar, Nāstika [= Leugner], sündhaft, an den Frauen der Lehrer sich vergreifend, an Verbotenem als Speise Freude findend, ohne Schranke, mit erloschenem Glanz.
śvaśurānugatāḥ sarve hy utsṛjya pitarau sutāḥ; svakarmaṇā ca jāto 'ham ity evaṃvādinas tathā
Alle Söhne, den Schwiegervätern folgend, verließen ihre Eltern und sprachen so: „Ich bin durch eigenes Tun geboren.“
Wort für Wort
śvaśurānugatāḥ sarve
den Schwiegervätern nachfolgend alle (Nom.Pl.)
hi utsṛjya pitarau sutāḥ
denn die Eltern verlassen habend, die Söhne (Ger.; Akk.Du.; Nom.Pl.)
svakarmaṇā ca jātaḥ aham
und durch eigenes Werk bin ich geboren (Instr.; Part.; Pron.)
iti evaṃvādinaḥ tathā
„so“, dermaßen redend, ebenso (Part.; Nom.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
Bei diesen, die solche und ähnliche Bräuche in verkehrter Weise übten, werde ich, Herr der Götter, nicht bei den Dānavas wohnen: das ist mein Entschluss.
Wort für Wort
teṣu evamādīn ācārān
bei ihnen, solche und ähnliche Bräuche (Lok.Pl.; Akk.Pl.)
ācaratsu viparyaye
bei den Übenden, in der Verkehrung (Part.Lok.Pl.; Lok.)
na aham devendra vatsyāmi
ich werde nicht, Götterfürst, wohnen (Vok.; 1.Sg.Fut.)
dānaveṣu iti me matiḥ
bei den Dānavas, so [lautet] mein Entschluss (Lok.Pl.; Nom.Sg.)
Nimm mich, die ich von selbst herangekommen bin, freudig auf, Herr der Śacī! Von dir geehrt, Herr der Götter, werden mich die Götter [in Ehren] voranstellen.
Wort für Wort
tāṃ mām svayam anuprāptām
mich, die so von selbst Herangekommene (Akk.Sg.f.)
abhinanda śacīpate
heiße willkommen, Gatte der Śacī (Imp.; Vok.)
tvayā arcitāṃ mām deveśa
von dir geehrt mich, Herr der Götter (Instr.; Part.Akk.; Vok.)
purodhāsyanti devatāḥ
werden voranstellen die Götter (3.Pl.Fut.; Nom.Pl.)
yatrāhaṃ tatra matkāntā madviśiṣṭā madarpaṇāḥ; sapta devyo mayāṣṭamyo vāsaṃ ceṣyanti me 'ṣṭadhā
Wo ich bin, dort sind meine Geliebten, mir vorzüglich, mir hingegeben: sieben Göttinnen, mit mir als achter, werden bei mir [ihre] Wohnung nehmen, achtfach.
Wort für Wort
yatra aham tatra matkāntāḥ
wo ich [bin], dort meine Geliebten (Nom.Pl.)
madviśiṣṭā madarpaṇāḥ
von mir ausgezeichnet, mir übergeben (Nom.Pl.)
sapta devyo mayā aṣṭamyaḥ
sieben Göttinnen, mit mir als Achter (Nom.Pl.; Instr.; Nom.Pl.f.)
vāsaṃ ceṣyanti me 'ṣṭadhā
werden Wohnung suchen/nehmen bei mir, achtfach (Akk.; 3.Pl.Fut.; Adv.)
ceṣyanti: von √ci/cit mit vāsam, „Wohnung wählen“ [?]; madviśiṣṭāḥ [?].
Āśā [Hoffnung], Śraddhā [Vertrauen], Dhṛti [Standhaftigkeit], Kānti [Glanz], Vijiti [Sieg], Sannati [Demut], Kṣamā [Nachsicht]; die Achte von diesen ist Vṛtti, [sie] geht voran, Bezwinger des Pāka.
Wir alle, ich und jene, die Asuras verlassend, sind in euer Gebiet gekommen; wir werden unter den Dreißig [Göttern] wohnen, deren Inneres im Dharma gegründet ist.
Wort für Wort
tāḥ ca aham ca asurān tyaktvā
und jene und ich, die Asuras verlassend (Nom.Pl.f.; Ger.)
yuṣmadviṣayam āgatā
in euer Gebiet gekommen (Akk.; Part.Nom.Pl.f.)
tridaśeṣu nivatsyāmaḥ
unter den Dreißig werden wir wohnen (Lok.Pl.; 1.Pl.Fut.)
dharmaniṣṭhāntarātmasu
bei denen, deren innerstes Selbst im Dharma steht (Bahuvrīhi, Lok.Pl.)
Da gelangte der Tausendäugige zum Himmel, mit Śrī ausgestattet, mit dem Freund, dem göttlichen Seher, auf dem von falben Rossen gezogenen Wagen, der Stier der Götter, von der Versammlung der Götter geehrt, und ging [hinein].
Wort für Wort
tato divaṃ prāpya sahasralocanaḥ
da den Himmel erreicht habend, der Tausendäugige (Ger.; Nom.)
śriyā upapannaḥ suhṛdā surarṣiṇā
mit Śrī versehen, mit dem Freund, dem Götterseher (Instr.)
rathena haryaśvayujā
auf dem Wagen, der mit falben Rossen angeschirrt ist (Instr.)
surarṣabhaḥ sadaḥ surāṇām
der Stier der Götter, [zur] Versammlung der Götter (Nom.; Akk.; Gen.Pl.)
Nun bedachte Nārada im Sinn die Absicht des Blitzträgers und der Göttin Śrī und sagte der Śrī [dann], er, dessen Mannhaftigkeit den Göttern bekannt war, [ihr] Kommen dorthin sei glückverheißend und reich an Fülle.
Wort für Wort
atha iṅgitaṃ vajradharasya nāradaḥ
nun die Absicht des Blitzträgers, Nārada (Akk.; Gen.; Nom.)
śriyāḥ ca devyāḥ manasā vicārayan
und der Göttin Śrī, im Geist erwägend (Gen.; Instr.; Part.)
śriyai śaṃsa amaradṛṣṭapauruṣaḥ
der Śrī sprach er, von den Göttern in seiner Mannhaftigkeit gesehen (Dat.; 3.Sg.Perf.; Bahuvrīhi)
śivena tatra āgamanaṃ maharddhimat
„glückvoll [ist] dort das Kommen“, überaus prächtig (Instr.; Nom.n.; Adj.)
śaśaṃsa steht in der Vorlage als śaśaṃsa; Sinn des Satzes im 4. Pāda unsicher [?].
tato 'mṛtaṃ dyauḥ pravavarṣa bhāsvatī; pitāmahasyāyatane svayaṃbhuvaḥ; anāhatā dundubhayaś ca nedire; tathā prasannāś ca diśaś cakāśire
Da regnete der strahlende Himmel Unsterblichkeitstrank [herab] auf den Wohnsitz des Großvaters, des Selbstentstandenen; ungeschlagen ertönten die Pauken, und die Himmelsrichtungen erglänzten klar.
Wort für Wort
tato 'mṛtaṃ dyauḥ pravavarṣa bhāsvatī
da Unsterblichkeitstrank regnete der strahlende Himmel (Akk.; Nom.f.; 3.Sg.Perf.)
pitāmahasya āyatane svayaṃbhuvaḥ
auf/an der Wohnstatt des Großvaters, des Selbstentstandenen (Gen.; Lok.; Gen.)
anāhatāḥ dundubhayaś ca nedire
ungeschlagene Pauken und ertönten (Nom.Pl.; 3.Pl.Perf.)
tathā prasannāḥ ca diśaḥ cakāśire
und klar glänzten die Himmelsrichtungen (Nom.Pl.; 3.Pl.Perf.)
yathartu sasyeṣu vavarṣa vāsavo; na dharmamārgād vicacāla kaś cana; anekaratnākarabhūṣaṇā ca bhūḥ; sughoṣaghoṣā bhuvanaukasāṃ jaye
Vāsava regnete auf die Saaten zur rechten Jahreszeit, niemand wich vom Pfad des Dharma ab; die Erde war mit vielen Kostbarkeiten der Fundstätten geschmückt, und laut war der Jubel der Erdbewohner beim Sieg.
Wort für Wort
yathartu sasyeṣu vavarṣa vāsavaḥ
der Jahreszeit gemäß auf die Saaten regnete Vāsava (Adv.; Lok.Pl.; 3.Sg.Perf.)
na dharmamārgād vicacāla kaś cana
niemand wich vom Dharma-Weg ab (Abl.; 3.Sg.Perf.)
anekaratnākarabhūṣaṇā ca bhūḥ
und die Erde, geschmückt mit vielen Juwelenminen (Bahuvrīhi; Nom.f.)
sughoṣaghoṣā bhuvanaukasāṃ jaye
von lautem Jubelruf, der Bewohner der Welt, beim Sieg (Bahuvrīhi; Gen.Pl.; Lok.)
Die Menschen, freudig an guten Werken, ruhmreich, wurden auf dem glückverheißenden Pfad der Tugendhaften stehend; Menschen und Götter, Kiṃnaras, Yakṣas und Rākṣasas waren wohlhabend, glücklich und ruhmreich.
Wort für Wort
kriyābhirāmā manujā yaśasvinaḥ
an Werken sich erfreuend, die Menschen, ruhmvoll (Nom.Pl.)
babhuḥ śubhe puṇyakṛtāṃ pathi sthitāḥ
wurden sie, auf glücklichem Pfad der Verdienstvollen stehend (3.Pl.Perf.; Lok.; Gen.Pl.)
narāmarāḥ kiṃnarayakṣarākṣasāḥ
Menschen und Götter, Kiṃnaras, Yakṣas, Rākṣasas (Nom.Pl.)
na jātv akāle kusumaṃ kutaḥ phalaṃ; papāta vṛkṣāt pavaneritād api; rasapradāḥ kāmadughāś ca dhenavo; na dāruṇā vāg vicacāra kasya cit
Niemals fiel zur Unzeit eine Blüte, geschweige denn eine Frucht, vom Baum, auch nicht vom Wind bewegt; die Kühe gaben Saft und erfüllten Wünsche, und niemandes Rede war rau.
Wort für Wort
na jātu akāle kusumaṃ kutaḥ phalam
niemals zur Unzeit eine Blüte, wie erst eine Frucht (Lok.; Nom.; Adv.; Nom.)
papāta vṛkṣāt pavaneritāt api
fiel vom Baum, auch vom Wind bewegten (3.Sg.Perf.; Abl.; Part.Abl.)
rasapradāḥ kāmadughāḥ ca dhenavaḥ
saftspendend und wunscherfüllend die Kühe (Nom.Pl.)
na dāruṇā vāg vicacāra kasya cit
nicht [ging] eine harte Rede [um] von irgendjemandem (Nom.f.; 3.Sg.Perf.; Gen.)
imāṃ saparyāṃ saha sarvakāmadaiḥ; śriyāś ca śakrapramukhaiś ca daivataiḥ; paṭhanti ye viprasadaḥ samāgame; samṛddhakāmāḥ śriyam āpnuvanti te
Wer diese Verehrung der Śrī samt den Wunscherfüllern und den Göttern mit Śakra an der Spitze in der Versammlung der Brahmanen [oder] bei einer Zusammenkunft rezitiert, der erlangt, mit erfüllten Wünschen, Glück und Reichtum.
Wort für Wort
imāṃ saparyāṃ saha sarvakāmadaiḥ
diese Verehrung samt den Alles-Wunsch-Gebenden (Akk.; Instr.Pl.)
śriyāḥ ca śakrapramukhaiḥ ca daivataiḥ
der Śrī und mit den Göttern, Śakra an der Spitze (Gen.; Instr.Pl.)
paṭhanti ye viprasadaḥ samāgame
die rezitieren, welche in der Brahmanenrunde, bei der Zusammenkunft (3.Pl.Präs.; Rel.; Akk.Pl.; Lok.)
samṛddhakāmāḥ śriyam āpnuvanti te
mit erfüllten Wünschen Śrī erlangen sie (Nom.Pl.; Akk.; 3.Pl.Präs.)
tvayā kurūṇāṃ vara yat pracoditaṃ; bhavābhavasyeha paraṃ nidarśanam; tad adya sarvaṃ parikīrtitaṃ mayā; parīkṣya tattvaṃ parigantum arhasi
Was du, Bester der Kuru, gefragt hast als das höchste Beispiel für Gedeihen und Verfall hier, das ist heute alles von mir dargelegt worden; nach Prüfung sollst du die Wahrheit erfassen.
Wort für Wort
tvayā kurūṇāṃ vara yat pracoditam
von dir, Bester der Kuru, was angeregt/gefragt wurde (Instr.; Vok.; Part.)
bhavābhavasya iha param nidarśanam
für Werden und Vergehen hier das höchste Beispiel (Gen.; Adv.; Nom.n.)
tad adya sarvaṃ parikīrtitaṃ mayā
das alles heute verkündet von mir (Nom.; Adv.; Part.; Instr.)
parīkṣya tattvaṃ parigantum arhasi
nach Prüfung die Wahrheit zu erfassen vermagst du (Ger.; Akk.; Inf.; 2.Sg.Präs.)
saṃsmṛtya buddhīndriyagocarātigaṃ; svagocare sarvakṛtālayaṃ tam; hariṃ mahāpāpaharaṃ janās te; saṃsmṛtya saṃpūjya vidhūtapāpāḥ; yamaiś ca nityaṃ niyamaiś ca saṃyatās; tattvaṃ ca viṣṇoḥ paripaśyamānāḥ; devānusāreṇa vimuktiyogaṃ; te gāhamānāḥ param āpnuvanti; evaṃ rājendra satataṃ japahomaparāyaṇaḥ; vāsudevaparo nityaṃ jñānadhyānaparāyaṇaḥ; dānadharmaratir nityaṃ prajās tvaṃ paripālaya; vāsudevaparo nityaṃ jñānadhyānaparāyaṇān; viśeṣeṇārcayethās tvaṃ satataṃ paryupāssva ca
Indem sie jenen, den über Verstand und Sinneswahrnehmung Hinausgehenden, in seinem eigenen Bereich Wohnsitz alles Geschaffenen, Hari, den Beseitiger großer Sünden, sich vergegenwärtigen und verehren, werden die Menschen von Sünde frei, mit Zügelungen (Yama) und Regeln (Niyama) beständig gebändigt, die Wahrheit Viṣṇus erschauend; dem Göttlichen folgend, in die Verwirklichung der Erlösung eintauchend, erlangen sie das Höchste. So, Herr der Könige, [sei] stets dem Murmeln und Opfern ergeben, Vāsudeva zugewandt, stets dem Wissen und der Versenkung hingegeben; Du, [Fürst], schütze die Untertanen, stets am Dharma erfreut; Vāsudeva zugewandt, stets dem Wissen und der Meditation ergeben [wie] [?] verehre besonders und diene stets.
Wort für Wort
saṃsmṛtya buddhīndriyagocarātigaṃ
sich erinnernd an den, der jenseits von Verstand und Sinnesbereich geht (Ger.; Akk.)
svagocare sarvakṛtālayaṃ tam
in seinem eigenen Bereich, den Ruheort alles Geschaffenen, ihn (Lok.; Akk.)
hariṃ mahāpāpaharaṃ janās te
Hari, den Beseitiger großer Sünden, jene Menschen (Akk.; Nom.Pl.)
saṃsmṛtya saṃpūjya vidhūtapāpāḥ
sich erinnert, verehrt habend, von Sünde geschüttelt/frei (Ger.; Nom.Pl.)
yamaiś ca nityaṃ niyamaiś ca saṃyatāḥ
durch Yamas und Niyamas stets gebändigt (Instr.Pl.; Nom.Pl.)
tattvaṃ ca viṣṇoḥ paripaśyamānāḥ
und die Wahrheit Viṣṇus rings erblickend (Akk.; Gen.; Part.Med.)
devānusāreṇa vimuktiyogaṃ te gāhamānāḥ param āpnuvanti
dem Göttlichen gemäß in den Erlösungs-Yoga eintauchend, erlangen sie das Höchste (Instr.; Akk.; Part.; Akk.; 3.Pl.Präs.)
evaṃ rājendra satataṃ japahomaparāyaṇaḥ
so, Herr der Könige, stets Murmeln und Opfer [als] Ziel habend (Vok.; Adv.; Nom.)
vāsudevaparo nityaṃ jñānadhyānaparāyaṇaḥ
Vāsudeva zugewandt, stets auf Wissen und Versenkung gerichtet (Nom.)
dānadharmaratir nityaṃ prajās tvaṃ paripālaya
an Gabe und Dharma erfreut, stets, die Untertanen du schütze (Nom.; Akk.Pl.; Imp.)
vāsudevaparo nityaṃ jñānadhyānaparāyaṇān
Vāsudeva zugewandt, stets [die] auf Wissen und Versenkung Gerichteten (Nom.; Akk.Pl.)
viśeṣeṇa arcayethāḥ tvaṃ satataṃ paryupāssva ca
besonders sollst du verehren, stets, und diene (Opt.Med.; Imp.Med.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe mit stark verderbtem Schluss; Konstruktion der letzten Pādas (jñānadhyānaparāyaṇān, Akk.Pl.) unklar, Wiedergabe unsicher [?].