Kapitel 152: lobhamūlakaṃ pāpam
Die Habgier als Wurzel alles Bösen und die Merkmale der Guten
Yudhiṣṭhira fragt nach dem Ursprung des Bösen; Bhīṣma nennt die Habgier (lobha) als Quelle aller Laster, beschreibt die Heuchler und schließt mit dem Bild der Guten, bei denen man Rat suchen soll.
Bhīṣma sprach: „Höre, was der Sitz des Bösen ist, o Herr der Menschen: Die Habgier allein ist das große Ungeheuer; aus der Habgier geht das Böse hervor.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach
pāpasya yad adhiṣṭhānam
was der Sitz des Bösen ist
tac chṛṇuṣva narādhipa
das höre (Imp. Med. 2.Sg.), o Herr der Menschen (Vok.)
eko lobho mahāgrāhaḥ
die Habgier allein [ist] das große Ungeheuer (Nom. m.; Kompositum: Tat.)
lobhāt pāpaṃ pravartate
aus Habgier geht das Böse hervor (Abl.; 3.Sg.Präs. Med.)
lobhāt krodhaḥ prabhavati lobhāt kāmaḥ pravartate; lobhān mohaś ca māyā ca mānastambhaḥ parāsutā
Aus der Habgier entsteht Zorn, aus der Habgier geht Begierde hervor; aus der Habgier [kommen] Verblendung, Trug, Hochmut und Starrsinn sowie die Sucht, von anderen zu leben.
Wort für Wort
lobhāt krodhaḥ prabhavati
aus Habgier entsteht Zorn (Abl.; 3.Sg.Präs.)
lobhāt kāmaḥ pravartate
aus Habgier geht Begierde hervor
lobhān mohaś ca māyā ca
aus Habgier Verblendung und Trug
mānastambhaḥ
Hochmut und Starrsinn (Nom. m.; Tat.)
parāsutā
das Leben auf Kosten anderer / Abhängigkeit von Fremdem [?] (Nom. f.)
parāsutā: Lesart unsicher; hier als „Leben von anderen, Parasitentum“ gefasst.
Misstrauen gegen alle Wesen, Unaufrichtigkeit gegen alle Wesen, Feindseligkeit gegen alle Wesen, Ungebührlichkeit gegen alle Wesen; das Wegnehmen fremden Besitzes und das Berühren fremder Frauen.
Wort für Wort
sarvabhūteṣu aviśvāsaḥ
Misstrauen unter/gegen alle Wesen (Lok. Pl.)
sarvabhūteṣu anārjavam
Unaufrichtigkeit gegen alle Wesen
sarvabhūteṣu abhidrohaḥ
Feindseligkeit gegen alle Wesen
sarvabhūteṣu ayuktatā
Ungebührlichkeit gegen alle Wesen (Nom. f.)
haraṇaṃ paravittānām
das Wegnehmen fremden Besitzes (Nom. n.; Gen. Pl.)
īrṣyāvegaś ca balavān mithyāvegaś ca dustyajaḥ; rasavegaś ca durvāraḥ śrotravegaś ca duḥsahaḥ
Der mächtige Drang des Neides und der schwer aufzugebende Drang der Lüge; der kaum abzuwehrende Drang des Geschmacks und der schwer erträgliche Drang des Gehörs.
Schmähung, Prahlerei, Missgunst, Böses, das Vollbringen von Schwerem [Verwerflichem?] sowie das Ausführen aller Gewalttaten und unzulässigen Handlungen.
Wort für Wort
kutsā vikatthā mātsaryam
Tadel, Prahlerei, Missgunst (Nom. f./n.)
pāpaṃ duṣkarakāritā
Böses, das Tun schwer zu Tuender [?] (Nom. n.; Nom. f.)
sāhasānāṃ ca sarveṣām
und aller Gewalttaten (Gen. Pl.)
akāryāṇāṃ kriyāḥ tathā
ebenso das Verüben von Unzulässigem (Gen. Pl.; Nom. Pl.)
duṣkarakāritā: Sinn („das Tun von Schwerem“ im negativen Sinn) unsicher.
jātau bālye 'tha kaumāre yauvane cāpi mānavaḥ; na saṃtyajaty ātmakarma yan na jīryati jīryataḥ
Bei Geburt, in der Kindheit, im Knabenalter und auch in der Jugend lässt der Mensch sein eigenes Tun nicht, [nämlich dies:] was nicht altert, während der Träger altert.
Wort für Wort
jātau bālye
bei der Geburt, in der Kindheit (Lok.)
atha kaumāre yauvane ca api
dann im Knabenalter und auch in der Jugend
mānavaḥ na saṃtyajati
der Mensch gibt nicht auf (3.Sg.Präs.)
ātmakarma
das eigene Tun (Akk.)
yad na jīryati jīryataḥ
was nicht altert, [wenn] der Alternde altert (3.Sg.Präs. Pass.; Part.Gen.)
Der Vers ist vermutlich Rest einer Aussage über die Gier (lobha), die nicht altert; [Anm.: Bezug des Relativsatzes zu ātmakarma/lobha nicht sicher].
yo na pūrayituṃ śakyo lobhaḥ prāptyā kurūdvaha; nityaṃ gambhīratoyābhir āpagābhir ivodadhiḥ; na prahṛṣyati lābhair yo yaś ca kāmair na tṛpyati
Die Habgier, o Spross der Kurus, die sich durch Erlangen nicht füllen lässt, wie das Meer nicht von den stets tiefes Wasser führenden Flüssen; wer sich über Gewinne nicht freut und mit Begierden nicht satt wird.
Wort für Wort
yo na pūrayitum śakyaḥ lobhaḥ
die Habgier, die nicht gefüllt werden kann (Nom.; Inf.)
prāptyā kurūdvaha
durch Erlangen, o Kuru-Spross (Instr.; Vok.)
nityaṃ gambhīratoyābhiḥ
stets von den tiefes Wasser führenden (Instr. f. Pl.)
āpagābhiḥ iva udadhiḥ
von Flüssen wie das Meer (Instr. Pl.; Nom.)
na prahṛṣyati lābhaiḥ
freut sich nicht über Gewinne (3.Sg.Präs.; Instr.)
yaḥ ca kāmaiḥ na tṛpyati
und wer von Begierden nicht satt wird
Der Satz ist syntaktisch nicht abgeschlossen; das Bezugswort der letzten Relativsätze ist lobha bzw. der Gierige.
yo na devair na gandharvair nāsurair na mahoragaiḥ; jñāyate nṛpa tattvena sarvair bhūtagaṇais tathā; sa lobhaḥ saha mohena vijetavyo jitātmanā
Der weder von den Göttern noch von den Gandharven noch von den Asuras noch von den großen Schlangen, o König, in seinem Wesen erkannt wird, ebenso nicht von allen Wesensscharen – diese Habgier muss samt der Verblendung vom Selbstbezwinger besiegt werden.
Wort für Wort
yaḥ na devair na gandharvaiḥ
der nicht von Göttern, nicht von Gandharven (Instr. Pl.)
na asuraiḥ na mahoragaiḥ
nicht von Asuras, nicht von den großen Schlangen
jñāyate nṛpa tattvena
erkannt wird, o König, wirklich (3.Sg.Pass.; Vok.; Instr.)
sarvaiḥ bhūtagaṇaiḥ tathā
ebenso von allen Wesensscharen (Instr. Pl.)
sa lobhaḥ saha mohena
diese Habgier samt Verblendung (Nom.; Instr.)
vijetavyo jitātmanā
ist zu besiegen vom Selbstbezwinger (Gerundiv; Instr.; Bahuvrīhi)
Ergeben dem Hass und Zorn, aus dem Verhalten der Guten ausgeschlossen, mit Rasiermessern im Innern und süß in der Rede, wie Brunnen von Gras verdeckt: Heuchler des Rechts, gemein, plündern sie, Banner tragend, die Welt.
Wort für Wort
dveṣakrodhaprasaktāḥ ca
und dem Hass und Zorn ergeben (Nom. Pl.)
śiṣṭācārabahiṣkṛtāḥ
aus dem Verhalten der Guten ausgestoßen (Nom. Pl.; Tat.)
antaḥkṣurāḥ vāṅmadhurāḥ
innen Messer, in der Rede süß (Bahuvrīhi)
kūpāḥ channāḥ tṛṇaiḥ iva
wie mit Gras bedeckte Brunnen (Nom. Pl.; Instr. Pl.)
dharmavaitaṃsikāḥ kṣudrāḥ
Rechts-Köderer (Heuchler), gemein (Nom. Pl.)
muṣṇanti dhvajinaḥ jagat
plündern, Bannerträger, die Welt (3.Pl.Präs.; Nom. Pl.; Akk.)
dharmavaitaṃsika: wörtl. „Rechts-Vogelfänger“ (mit dem Recht als Köder); dhvajin = Träger äußerer Zeichen der Frömmigkeit.
Wenn das Recht von den Habgier-Besessenen, den Schlechtgesinnten, [ihnen] entzogen wird, so wird jede Ordnung, die dadurch verändert wird, von ihnen [in der Folge] übernommen.
Wort für Wort
dharmasya āhriyamāṇasya
des Rechts, das weggenommen wird (Gen.; Part.Pass.)
lobhagrastaiḥ durātmabhiḥ
von den habgierbesessenen Bösgesinnten (Instr. Pl.)
yā yā vikriyate saṃsthā
welche Ordnung auch immer verändert wird (3.Sg.Pass.; Nom. f.)
tataḥ sā abhiprapadyate
von da an wird sie eingeschlagen/angenommen (3.Sg.Präs. Pass./Med.)
Sinn des Verses unsicher [?]; Wiedergabe der zweiten Hälfte vorläufig.
darpaḥ krodho madaḥ svapno harṣaḥ śoko 'timānitā; tata eva hi kauravya dṛśyante lubdhabuddhiṣu; etān aśiṣṭān budhyasva nityaṃ lobhasamanvitān
Stolz, Zorn, Rausch, Schlaf, Freude, Kummer und Überheblichkeit sind, o Kuru-Nachkomme, gerade bei denen zu sehen, deren Denken habgierig ist; erkenne diese als schlecht, stets mit Habgier verbunden.
Wort für Wort
darpaḥ krodhaḥ madaḥ svapnaḥ
Stolz, Zorn, Rausch, Schlaf (Nom.)
harṣaḥ śokaḥ atimānitā
Freude, Kummer, Überheblichkeit
tata eva hi kauravya
gerade daher, o Kuru-Nachkomme
dṛśyante lubdhabuddhiṣu
sind zu sehen bei Habgierig-Gesinnten (3.Pl.Pass.; Lok. Pl.)
etān aśiṣṭān budhyasva
erkenne diese als Unbelehrte/Schlechte (Imp. Med.)
śiṣṭāṃs tu paripṛcchethā yān vakṣyāmi śucivratān; yeṣu vṛttibhayaṃ nāsti paralokabhayaṃ na ca
Die Guten aber sollst du befragen, die ich [dir] nennen werde, die reinen Gelübdes sind, bei denen keine Furcht um den Lebensunterhalt besteht und keine Furcht vor der jenseitigen Welt.
Wort für Wort
śiṣṭān tu paripṛcchethāḥ
die Guten aber sollst du befragen (Opt. Med. 2.Sg.)
Bei Fleischspeisen [oder Gütern?] haben sie keine Anhänglichkeit, weder am Angenehmen noch am Unangenehmen; bei ihnen ist das Verhalten der Guten lieb, bei ihnen ist Selbstzügelung fest gegründet.
Wort für Wort
na āmiṣeṣu prasaṅgaḥ asti
an Fleisch/Beute keine Anhänglichkeit (Lok. Pl.)
na priyeṣu apriyeṣu ca
weder an Angenehmem noch an Unangenehmem
śiṣṭācāraḥ priyo yeṣu
bei denen das Verhalten der Guten lieb ist
damo yeṣu pratiṣṭhitaḥ
bei denen Selbstzügelung fest gegründet ist
āmiṣa: „Fleisch, Köder, Beute, sinnlicher Genuss“; hier als „Fleischspeisen/Genussgüter“ gefasst [?].
sukhaṃ duḥkhaṃ paraṃ yeṣāṃ satyaṃ yeṣāṃ parāyaṇam; dātāro na gṛhītāro dayāvantas tathaiva ca
Bei denen das Höchste in Glück und Leid ihr [inneres] Wahrsein ist, deren Zuflucht die Wahrheit ist; sie sind Geber, keine Nehmer, und ebenso mitleidig.
Wort für Wort
sukhaṃ duḥkhaṃ param yeṣām
Glück und Leid als Höchstes für sie [?]
satyaṃ yeṣāṃ parāyaṇam
deren Zuflucht die Wahrheit ist
dātāraḥ na gṛhītāraḥ
Geber, nicht Nehmer (Nom. Pl.)
dayāvantaḥ tathā eva ca
und ebenso mitleidig
Erste Vershälfte unklar: „sukhaṃ duḥkhaṃ paraṃ yeṣām“ ist möglicherweise verderbt [Anm.: Deutung unsicher].
sarvabhūtahitāś caiva sarvadeyāś ca bhārata; na te cālayituṃ śakyā dharmavyāpārapāragāḥ
Und allen Wesen zum Wohl, o Bhārata, [und] zu allem Gaben bereit; sie sind nicht zum Wanken zu bringen, weil sie am Ende [des Weges] der Rechtsausübung stehen.
Wort für Wort
sarvabhūtahitāḥ ca eva
und den Wesen allesamt zuträglich (Nom. Pl.)
sarvadeyāḥ ca bhārata
und alles gebend [?], o Bhārata
na te cālayitum śakyāḥ
sie sind nicht in Bewegung zu bringen (Inf.)
dharmavyāpārapāragāḥ
die am Ende des Rechtswirkens angelangt sind (Nom. Pl.; Tat.)
sarvadeyāḥ: unsicher; „bei denen alles zu geben ist“ oder „zu allem Gaben bereit“.
na teṣāṃ bhidyate vṛttaṃ yat purā sādhubhiḥ kṛtam; na trāsino na capalā na raudrāḥ satpathe sthitāḥ
Ihr Verhalten wird nicht zerbrochen, das die Guten früher geübt haben; sie sind nicht ängstlich, nicht unstet, nicht grimmig, sondern auf dem Pfad der Guten stehend.
Wort für Wort
na teṣāṃ bhidyate vṛttam
ihr Verhalten zerbricht nicht (3.Sg.Pass.; Nom. n.)
yat purā sādhubhiḥ kṛtam
das früher von Guten getan wurde (Instr. Pl.; Part.)
te sevyāḥ sādhubhir nityaṃ yeṣv ahiṃsā pratiṣṭhitā; kāmakrodhavyapetā ye nirmamā nirahaṃkṛtāḥ; suvratāḥ sthiramaryādās tān upāssva ca pṛccha ca
Ihnen sollen die Guten stets dienen, bei denen Gewaltlosigkeit fest gegründet ist, die frei von Begierde und Zorn, ohne Mein und ohne Ich-Sinn sind, von guten Gelübden und festen Grenzen: zu diesen setze dich, und sie befrage.
Wort für Wort
te sevyāḥ sādhubhiḥ nityam
sie sind von den Guten stets zu ehren (Gerundiv; Instr. Pl.)
na gavārthaṃ yaśorthaṃ vā dharmas teṣāṃ yudhiṣṭhira; avaśyakārya ity eva śarīrasya kriyās tathā
Ihr Recht, Yudhiṣṭhira, hat weder Kühe zum Zweck noch Ruhm; „es muss unbedingt getan werden“, so allein [tun sie es]; ebenso [verhalten sie sich] in den Verrichtungen des Körpers.
Wort für Wort
na gavārtham yaśorthaṃ vā
weder um der Kühe noch um des Ruhmes willen
dharmaḥ teṣām yudhiṣṭhira
ihr Recht, o Yudhiṣṭhira
avaśyakārya iti eva
„unbedingt zu tun“, nur so (Gerundiv)
śarīrasya kriyāḥ tathā
ebenso die Verrichtungen des Körpers (Gen.; Nom. Pl.)
gavārtham: „Kühe“ evtl. als Sinnbild für Besitz/Lohn; Deutung unsicher [?].
na bhayaṃ krodhacāpalyaṃ na śokas teṣu vidyate; na dharmadhvajinaś caiva na guhyaṃ kiṃ cid āsthitāḥ
Furcht, Zorn und Unstetigkeit gibt es bei ihnen nicht, auch keinen Kummer; sie sind keine Rechts-Bannerträger [Heuchler] und halten nichts Geheimes fest.
Wort für Wort
na bhayaṃ krodhacāpalyam
nicht Furcht, Zorn, Unstetigkeit
na śokaḥ teṣu vidyate
kein Kummer findet sich bei ihnen (3.Sg.Pass.)
na dharmadhvajinaḥ ca eva
auch nicht Rechts-Bannerträger (Nom. Pl.)
na guhyam kim cid āsthitāḥ
nichts Geheimes gewahrt/angenommen habend (Part.)
āsthitāḥ: „festhalten, pflegen“; Sinn („keine geheimen Absichten“) erschlossen.
yeṣv alobhas tathāmoho ye ca satyārjave ratāḥ; teṣu kaunteya rajyethā yeṣv atandrīkṛtaṃ manaḥ
Bei denen keine Habgier und keine Verblendung ist, die an Wahrheit und Aufrichtigkeit Freude haben – an diesen, Sohn Kuntīs, mögest du dich erfreuen, deren Geist frei von Trägheit gemacht ist.
Wort für Wort
yeṣu alobhaḥ tathā amohaḥ
bei denen Freisein von Habgier und Verblendung ist
ye ca satyārjave ratāḥ
und die an Wahrheit und Geradheit Freude haben (Lok.; Nom. Pl.)
teṣu kaunteya rajyethāḥ
an diesen, Kuntī-Sohn, mögest du Gefallen finden (Opt. Med. 2.Sg.)
yeṣu atandrīkṛtam manaḥ
bei denen der Geist ohne Trägheit gemacht ist (Nom. n.)
ye na hṛṣyanti lābheṣu nālābheṣu vyathanti ca; nirmamā nirahaṃkārāḥ sattvasthāḥ samadarśinaḥ
Die sich bei Gewinn nicht freuen und bei Verlust nicht bedrückt sind, ohne „Mein“, ohne Ichbezug, in der Reinheit [Wesenheit] gegründet, allem gleichen Blicks.
Gewinn und Verlust, Glück und Leid, lieber Freund, Liebes und Unliebes, Tod und Leben sind gleich für die, die von festem Mut sind, deren Selbst erwacht ist und die im Sattva stehen.
Wort für Wort
lābhālābhau sukhaduḥkhe ca
Gewinn und Verlust, Glück und Leid (Nom. Du.)
tāta
lieber Freund (Vok.)
priyāpriye maraṇaṃ jīvitaṃ ca
Liebes und Unliebes, Tod und Leben
samāni yeṣām
gleich sind für die (Nom. Pl. n.; Gen. Pl.)
sthiravikramāṇām
die festen Schrittes/Mutes sind (Gen. Pl.)
buddhātmanāṃ sattvam avasthitānām
erwachten Selbstes, im Sattva verweilend (Gen. Pl.)
Denjenigen, die dem Glück lieb sind [?], sehr große Kraft besitzend – diese sollst du achtsam und unermüdlich [in Ehren] halten; „durch Fügung werden alle tugendhaft, wie auch gutes und schlechtes Geschwätz [?]“.
Wort für Wort
sukhapriyaiḥ tān
mit Glück-Liebenden [?], diese (Instr. Pl.; Akk.)
sumahāpratāpān
sehr mächtige/glanzvolle (Akk. Pl.)
yatto apramattaḥ ca
bemüht und unachtsam nicht (Nom.)
samarthayethāḥ
sollst du gutheißen/verfolgen (Opt. Med. 2.Sg.)
daivāt sarve guṇavantaḥ bhavanti
durch Fügung werden alle tugendhaft (Abl.; 3.Pl.)
śubhāśubhāḥ vākpralāpāḥ yathā eva
gutes und schlechtes Geschwätz, wie [?] (Nom. Pl.)
Verderbter oder stark elliptischer Vers; Wiedergabe unsicher. [Anm.: Bezug der Instrumentale und der Vergleich in der letzten Zeile unklar].