Kurzer Lobpreis der Gaṅgā: Ihr Wasser, ihre Ufererde und schon ihr Name reinigen von Sünden und verschaffen den Himmel; Knochen Verstorbener in ihrem Wasser sichern deren Verbleiben im Himmel. Kopftitel 'gaṅāmāhātmyaṃ' ist verschrieben; V. 2 ist metrisch unvollständig.
Agni sprach: Ich will die Größe der Gaṅgā verkünden; ihr soll man dienen, sie gewährt Genuss und Erlösung. Die Länder, durch deren Mitte die Gaṅgā fließt, sind reinigend und vorzüglich.
gatirgaṅgā tu bhūtānāṃ gatimanveṣatāṃ / sadā gaṅgā tārayate cobhau vaṃśau nityaṃ hi sevitā //
Die Gaṅgā ist die Zuflucht der Wesen, die [stets] eine Zuflucht suchen; stets rettet die Gaṅgā, beständig verehrt, beide Geschlechterlinien [Anm.: die väterliche und die mütterliche].
Wort für Wort
gatiḥ
Zuflucht, Weg, Ziel
bhūtānām
der Wesen
gatim anveṣatām
die eine Zuflucht suchen
tārayate
rettet, lässt hinübergelangen
ubhau vaṃśau
beide Geschlechter
nityam sevitā
beständig verehrt
Im ersten Halbvers fehlen metrisch zwei Silben (vor gatimanveṣatāṃ).
sakalāghaharī devī svargalokapradāyinī / yāvadasthi ca gaṅgāyāṃ tāvat svarge sa tiṣṭhati //
Die Göttin nimmt alle Sünden hinweg und schenkt die Himmelswelt. Solange ein Knochen [des Verstorbenen] in der Gaṅgā liegt, so lange verweilt er im Himmel.
Blinde und andere [Gebrechliche], die ihr dienen, gelangen zur Gleichheit mit den Göttern. Wer Erde trägt, die an einem Gaṅgā-Tīrtha entstanden ist, der tilgt die Sünde wie die Sonne [die Finsternis].