Kapitel 37: sarvadevapavitrārohaṇavidhiḥ
Die Vorschrift für das Anlegen des Pavitra bei allen Göttern (Kurzfassung)
Agni gibt eine Kurzfassung des Pavitra-Rituals für alle Götter: Einladungs-, Übergabe- und Entlassungsformeln für Brahman, Śiva, Sūrya, Vāṇeśvara und Śakti sowie die Weiheformeln für vier Fäden, die mit Nārāyaṇa/Aniruddha, Kāmadeva/Saṅkarṣaṇa, Vāsudeva und Viśvarūpa gleichgesetzt werden. Der Kolophon nennt das Kapitel „saṅkṣepapavitrārohaṇam“. V. 1 ist teilweise verderbt; die Śiva-Anrufung erscheint zweimal (V. 4 und 7).
Agni sprach: Höre in Kürze das Anlegen des Pavitra für alle Götter. Das Pavitra soll alle (vorgeschriebenen) Merkmale haben; [Text unklar: „svarasānalagaṃ tv api“ – etwa: auch das in Wasser (?) und Feuer befindliche].
Wort für Wort
saṅkṣepāt
in Kürze
sarva-devānām
für alle Götter
pavitra-ārohaṇam śṛṇu
höre das Anlegen des Pavitra
sarva-lakṣaṇam syāt
soll alle Merkmale haben
anala-gam
im Feuer befindlich (?)
pavitra für pavitraṃ; sarvalakṣma für sarvalakṣaṇaṃ; zweiter Teil des Halbverses verderbt.
dhanadhānyāyurārogyapradaṃ sampradadāmi te / kāmadevamayaṃ sūtraṃ saṅkarṣaṇamayaṃ varaṃ //
der Reichtum, Getreide, langes Leben und Gesundheit schenkt, übergebe ich dir. Den aus Kāmadeva bestehenden, den vorzüglichen, aus Saṅkarṣaṇa bestehenden Faden,
saṃsārasāgarottārakāraṇaṃ pradadāmi te / viśvarūpamayaṃ sūtraṃ sarvadaṃ pāpanāśanaṃ //
der die Ursache des Übersetzens über das Meer des Saṃsāra ist, übergebe ich dir. Den aus der Allgestalt (Viśvarūpa) bestehenden Faden, der alles gewährt und die Sünde vernichtet,
atītānāgatakulasamuddhāraṃ dadāmi te / kaniṣṭhādīni catvāri manubhistu kramāddade //
der die vergangenen und künftigen Geschlechter emporhebt, gebe ich dir.“ Die vier (Pavitras), beginnend mit dem kleinsten, gebe ich der Reihe nach mit den (zugehörigen) Mantras.
Wort für Wort
atīta-anāgata-kula
vergangene und künftige Geschlechter
samuddhāram
emporhebend
dadāmi te
gebe ich dir
kaniṣṭha-ādīni catvāri
die vier, beginnend mit dem kleinsten
manubhiḥ kramāt dade
mit den Mantras der Reihe nach gebe ich
dade (1. Sg. Med.) „ich gebe“; der Wechsel in die 1. Person im Anweisungsteil ist auffällig.