Kapitel 258: ṛgvidhānam
Die Anwendung des Ṛgveda (Ṛgvidhāna)
Puṣkara lehrt Rāma, welche Ṛgveda-Lieder und -Verse (meist durch ihre Anfangsworte, pratīka, bezeichnet) durch Murmeln und Opfer zu welchen Zielen führen: Sündentilgung, langes Leben, Gesundheit, Sieg, Regen, Ackerbau, Schutz auf Reisen u. a.; am Schluss allgemeine Regeln zu Opferlohn, Opferstoffen und Speise. Viele Pratīkas sind in der Digitalisierung entstellt; die vermutlichen Ṛgveda-Stellen sind in den Anmerkungen genannt, unsichere Identifikationen sind mit [?] markiert.
Agni sprach: Die von Puṣkara dargelegte Anwendungsweise (vidhāna) des Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharvaveda, die durch Murmeln (japa) und Opfer Genuss und Erlösung bewirkt, will ich [so] verkünden, [wie er sie] dem Rāma [verkündete].
Wort für Wort
agniḥ uvāca
Agni sprach
ṛc-yajus-sāman-atharva-vidhānam
Anwendungsweise von Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharvaveda
puṣkara uvāca | prativedantu karmāṇi kāryāṇi pravadāmi te / prathamaṃ ṛgvidhānaṃ vai śṛṇu tvaṃ bhuktimuktidam //
Puṣkara sprach: Die Handlungen, die mit jedem einzelnen Veda auszuführen sind, verkünde ich dir. Höre zuerst das Ṛgvidhāna, das Genuss und Erlösung gewährt.
Die Gāyatrī, im Wasser [stehend] oder beim Feueropfer gemurmelt, erfüllt dem Murmelnden den im Geist ersehnten Wunsch, besonders [wenn sie] mit Atemzügelung (prāṇāyāma) [verbunden wird].
Zehntausendfaches Murmeln der Gāyatrī, o Zweimalgeborener, von einem, der nur nachts isst und häufig badet, vernichtet ebendort (d. h. unmittelbar) alle Befleckung.
daśāyutāni japtvātha haviṣyāśī sa muktibhāk / praṇavo hi paraṃ brahma tajjapaḥ sarvapāpahā //
Wer hunderttausend (zehn Ayuta) [Mal] gemurmelt hat und dabei nur opfertaugliche Speise isst, hat Anteil an der Erlösung. Denn die Silbe Oṃ (praṇava) ist das höchste Brahman; ihr Murmeln tilgt alle Sünde.
Die drei Moren [der Silbe Oṃ] sind die drei Veden, die drei Götter und die drei Feuer; die großen Vyāhṛtis sind die sieben Welten. Das Opfer [mit ihnen] tilgt alle Sünde.
Die Gāyatrī ist das Höchste, was zu murmeln ist, ebenso die großen Vyāhṛtis; und für [das Murmeln] im Wasser, o Rāma, wird das Aghamarṣaṇa [-Lied] genannt.
Wort für Wort
gāyatrī paramā jāpyā
die Gāyatrī ist das höchste zu Murmelnde
mahā-vyāhṛtayaḥ tathā
ebenso die großen Vyāhṛtis
antar-jale
im Wasser
aghamarṣaṇaḥ
das Aghamarṣaṇa-Lied
Aghamarṣaṇa: das „Sündenabwaschende“ Lied (ṛtaṃ ca satyaṃ ca …).
„agnim īḷe purohitam“ – dieses Lied hat Agni zur Gottheit. Wer, Agni im Haupt tragend [?], es ein Jahr lang murmelt,
Wort für Wort
agnim īḷe purohitam
„Agni preise ich, den Hauspriester“ (Liedanfang)
sūktaḥ ayam vahni-daivataḥ
dieses Lied hat Agni zur Gottheit
śirasā dhārayan vahnim
Agni mit dem Haupt tragend
parivatsaram
ein volles Jahr
Pratīka des ersten Ṛgveda-Liedes (RV 1.1). śirasā dhārayan vahnim ist unklar (wörtlich „das Feuer mit dem Kopf tragend“); vielleicht „Agni ehrfürchtig im Sinn bewahrend“. sūkto für sūktam.
dreimal täglich (zu den drei Pressungszeiten) opfert, von Almosen lebt und kein Feuer [zum Kochen] entzündet, [der erlangt, was er wünscht (vgl. V. 11)]. Danach [folgen] die sieben Verse, die als mit „Vāyu“ beginnend bekannt sind.
Wort für Wort
homam triṣavaṇam
Opfer zu den drei Pressungszeiten
bhaikṣyam caret
er lebe von Almosen
anagni-jvalanam
ohne Feuer anzuzünden
ṛcaḥ sapta vāyu-ādyāḥ
sieben mit „Vāyu“ beginnende Verse
Die sieben Vāyu-Verse = Anfang von RV 1.2 (vāyav ā yāhi …).
tā japan prayato nityamiṣṭān kāmān samaśnute / medhākāmo japennityaṃ sadasanyamiti tyacam //
Wer diese beständig, in gesammeltem Zustand, murmelt, erlangt die gewünschten Dinge. Wer Einsicht (medhā) wünscht, murmle beständig den Dreivers „sadasas patim“.
Wort für Wort
tāḥ japan prayataḥ
diese gesammelt murmelnd
iṣṭān kāmān samaśnute
erlangt die gewünschten Dinge
medhā-kāmaḥ
Einsicht wünschend
sadasas patim iti tṛcam
den Dreivers „sadasas patim“
Text sadasanyamiti tyacam, wohl verderbt für sadasas patim iti tṛcam (vgl. RV 1.18.6–8, dort medhā erbeten).
„ambayo yanti“ – diese neun Verse werden als todvernichtend bezeichnet. Wer gefesselt oder eingesperrt ist, der murmle [das Lied] des Sehers Śunaḥśepa;
Wort für Wort
ambayaḥ yanti (Text: anvayo yan)
„die Mütter gehen“ (Liedanfang)
nava ṛcaḥ
neun Verse
mṛtyu-nāśanāḥ
todvernichtend
śunaḥśepam ṛṣim
den Seher Śunaḥśepa
baddhaḥ sanniruddhaḥ
gefesselt, eingesperrt
anvayo yannimāḥ wohl für ambayo yanti (RV 1.23.16 ff.). Śunaḥśepa ist der Seher von RV 1.24 ff., der selbst gefesselt war; śunaḥśephamṛṣiṃ als „das Lied des Sehers Ś.“ aufgefasst.
[dann] wird er von allen Übeln befreit, und der Kranke wird gesund. Wer sich dauerhafte Wunscherfüllung wünscht und [Indra], den weisen Burgenbrecher (purandara), als Freund,
kṣipejjalāñjalīn sapta manoduḥkhavināśanaṃ / dviṣantamityathārdharcaṃ yadviprāntaṃ japan smaret //
und sieben Handvoll Wasser [ihr] hinwirft, [dem] vernichtet es seelisches Leid. Wer den Halbvers „dviṣantam“ murmelt und dabei an den denkt, der ihm verhasst ist [?],
Wort für Wort
jala-añjalīn sapta
sieben Handvoll Wasser
manas-duḥkha-vināśanam
seelisches Leid vernichtend
dviṣantam iti ardharcam
den Halbvers „dviṣantam“ („den Hasser“)
japan smaret
murmelnd gedenke er
yadviprāntaṃ verderbt; vielleicht yaṃ vipriyaṃ („wen er nicht mag“). Der Halbvers dviṣantaṃ mahyaṃ randhayan: RV 1.50.13.
[dessen Feind], der Übeltäter, verfällt binnen sieben Nächten der Feindschaft [aller]. Wer Gesundheit wünscht oder krank ist, murmle das letzte [Lied] des Praskaṇva
Wort für Wort
āgas-kṛt
der Übeltäter
sapta-rātreṇa
binnen sieben Nächten
vidveṣam adhigacchati
verfällt der Feindschaft
ārogya-kāmī rogī vā
wer Gesundheit wünscht oder krank ist
praskaṇvasya uttamam
das letzte (Lied) des Praskaṇva
praskannasya wohl für praskaṇvasya (RV 1.50 ist das letzte Lied des Praskaṇva).
und dessen letzten Halbvers in verschiedenen Sitzhaltungen [?]. Bei Sonnenaufgang [gemurmelt, bringt er] unvergängliches Leben; mittags murmle man [ihn für] Glanz;
Ebenso [gemurmelt], wenn die Nacht hell geworden ist, vernichtet dies böse Träume. „pra mandine“ murmle man für eine Gebärende; es löst die Leibesfrucht.
pitarityupatiṣṭheta nityamarthamupasthitaṃ / agne nayeti sūktena ghṛtahomaś ca mārgagaḥ //
Mit „pitu[m]“ verehre man [die Speise]; [dann] ist stets Wohlstand zur Hand. Mit dem Lied „agne naya“ [ist] ein Schmalzopfer [heilsam] für den, der auf dem Weg ist.
Wort für Wort
pitum iti
mit „pitum“ („die Speise“)
upatiṣṭheta
er verehre
artham upasthitam
Wohlstand zur Hand
agne naya iti sūktena
mit dem Lied „Agni, führe“
ghṛta-homaḥ mārgagaḥ
Schmalzopfer für den Wandernden
pitarityupatiṣṭheta wohl für pituṃ nu (RV 1.187, Lied an die Speise). agne naya supathā: RV 1.189.
oder ein ungünstiges oder günstiges [Vorzeichen], der murmle diesen [Vers] „kuvid aṅga“. Wer das unübertreffliche, auf das Selbst bezügliche Lied von zweiundzwanzig [Versen] murmelt,
Wort für Wort
apraśastam praśastam vā
ungünstig oder günstig
kuvid aṅga
„kuvid aṅga“ (Liedanfang)
dvāviṃśakam sūktam
das zweiundzwanzigversige Lied
ādhyātmikam anuttamam
das unübertreffliche, auf das Selbst bezügliche
Das zweiundzwanzigversige ādhyātmika-Lied ist nicht sicher bestimmbar (vielleicht RV 1.164 in Teilen).
an den Mondwechseltagen (parvan) gesammelt, erlangt stets die gewünschten Dinge. Wer das Lied „kṛṇuṣva [pājaḥ]“ murmelt und dabei gesammelt Schmalz opfert,
Wort für Wort
parvasu
an den Mondwechseltagen
prayataḥ nityam
stets gesammelt
kṛṇuṣva iti sūktam
das Lied „kṛṇuṣva“ („mache“)
juhvat ājyam samāhitaḥ
konzentriert Schmalz opfernd
kṛṇuṣva pājaḥ prasitiṃ na pṛthvīm: RV 4.4 (dämonentötend).
angeschirrt; [er opfere] für das Getreide, für Sītā (die Furche) und danach für Śunāsīra. Mit Duftstoffen, Kränzen und Verneigungen verehre er diese Gottheiten.
Wort für Wort
yuktaḥ
angeschirrt
dhānyāya sītāyai
für das Getreide, für Sītā (die Furche)
śunāsīram
Śunāsīra (Pflugschar und Pflug)
gandha-mālyaiḥ namaskāraiḥ
mit Duftstoffen, Kränzen, Verneigungen
sunāsīram für śunāsīram (Pflugschar und Pflug als Gottheitenpaar).
[Geschieht dies] beim Säen, beim Mähen, auf der Tenne und beim Einbringen [der Frucht] aus der Furche, so ist die Handlung nicht vergeblich, und der Ackerbau gedeiht immer.
Wer mit „agne tvam“ preist, erlangt den gewünschten Reichtum. Wer Nachkommenschaft wünscht, murmle beständig die drei [Verse], die Varuṇa zur Gottheit haben.
Wort für Wort
agne tvam iti
mit „Agni, du“
dhanam vāñchitam
gewünschter Reichtum
prajā-kāmaḥ
Nachkommenschaft wünschend
vāruṇa-daivata-trayam
die drei Varuṇa geweihten (Verse)
agne tvaṃ no antamaḥ: RV 5.24. varuṇadaivatatrayam: Identifikation unsicher.
Wer siegen will, [murmle] „vanaspate“; so wird er [?] den Feinden zur Plage. Für eine Frau, deren Leibesfrucht [im Mutterleib] feststeckt, [ist dies?] das beste Mittel zur Lösung der Leibesfrucht.
Wort für Wort
vijigīṣuḥ
siegen wollend
vanaspate
„o Herr des Waldes“
śatrūṇām
der Feinde
garbha-pramūḍhāyāḥ striyāḥ
einer Frau mit feststeckender Leibesfrucht
garbha-mokṣaṇam uttamam
beste Lösung der Leibesfrucht
vanaspate vīḍvaṅgaḥ: RV 6.47.26 (an den Streitwagen). vyādhitaṃ bhavet unklar. Im zweiten Halbvers fehlt die Angabe des Spruches; möglicherweise ist ein Halbvers ausgefallen.
der König auf einem Tigerfell und der Vaiśya ebenso auf einem Ziegenfell. Ein Opfer von zehntausend [Spenden] wird für jeden [von ihnen] vorgeschrieben.
Mit dem Lied „ā gāvaḥ“ verehre man im Kuhstall die Kuh, die Mutter der Welt, und gehe [mit ihr] zur Weide, wenn man wünscht, dass die [Kühe] stets unvergänglich seien.
Ebenso bespreche man mit dem Jīmūta-Lied die Bestandteile des Heeres, jeweils den Kennzeichen [der Verse] entsprechend; dann schlägt der König im Kampf die Feinde.
Wort für Wort
jīmūta-sūktena
mit dem Jīmūta-Lied
senā-aṅgāni
die Heeresteile
yathāliṅgam
den Kennzeichen entsprechend
vinihanti raṇe ripūn
schlägt im Kampf die Feinde
jīmūtasyeva bhavati pratīkam: RV 6.75 (Waffensegen). yadhā für yathā.
In Bedrängnis, auf unwegsamem oder schwer zugänglichem Gelände, in Fesseln, irgendwohin aufgebrochen, auf der Flucht oder gefangen, murmle man ebenso dieses Lied.
Wessen Gelübde aus Verblendung gebrochen ist oder wer mit Vrātyas (Ausgestoßenen) Umgang pflegt, der faste und opfere Schmalz mit „tvam agne vratapāḥ“.
Durch Opfer mit dem Lied „śaṃ no agne“ erlangt man Speise. Durch das Lied der Seherin [Apālā] „kanyā vār“ wird man vom Makel der Haut [?] befreit.
Wort für Wort
śam naḥ agne iti sūktena
mit dem Lied „heilsam, Agni, uns“
annam avāpnuyāt
er erlange Speise
kanyā vār
„ein Mädchen, zum Wasser“
dig-doṣāt (tvag-doṣāt?)
vom Makel (der Haut?)
kanyā vār avāyatī: RV 8.91 (Apālā, die von einer Hautkrankheit geheilt wird). vārarṣisūktena wohl für vār ity ṛṣi-sūktena; digdoṣāt vielleicht für tvagdoṣāt („Hautmakel“).
Wenn „yad adya kac ca“ [?] bei Sonnenaufgang gemurmelt wird, wird die Welt gewiss [dem Murmelnden] untertan. Durch Murmeln von „yad vāk“ wird die Rede geläutert.
Wort für Wort
udite
bei Aufgang (der Sonne)
vaśyam jagat bhavet
die Welt wird untertan
yat vāk iti
mit „yad vāk“ („wenn die Rede“)
vāṇī saṃskṛtā
geläuterte Rede
yadatya kavyetyudite verderbt, vielleicht yad adya kac ca (RV 8.93.4); avaśyaṃ jagadbhavet wohl für vaśyaṃ jagad bhavet. yad vāg vadantī: RV 8.100.10.
Wer diesen [Vers] „vāco viditam“ [?] murmelt, erlangt [die Gabe der] Rede. Als Reinstes der Reinigenden gelten die Pāvamānī-Verse (an den sich läuternden Soma).
[und] wenn [die Nacht] hell geworden und die Sonne aufgegangen ist, erlangt man Sieg im Würfelspiel. Wer „mā pra gāma“ [murmelt], findet, wenn er verirrt ist, auf der Reise den Weg.
„sarvatra“ [?] ist als höchste Befriedung (śānti) zu kennen, ebenso das Apratiratha-Lied. [Das Lied] „…“ [?] wird als stets [heilsam] für den genannt, der Nachkommenschaft wünscht.
Wort für Wort
parā śāntiḥ
höchste Befriedung
apratirathaḥ
das Apratiratha-Lied
prajā-kāmasya
für den, der Nachkommen wünscht
kīrtitam
genannt
sarvatreti und sūta sāṃkāśyapam sind verderbt bzw. unklar. apratiratha für pratiratha (āśuḥ śiśānaḥ: RV 10.103).
Der Mann, der nachts das Nacht-Lied murmelt, übersteht die Nacht wohlbehalten. Wer stets „kalpayantī“ [?] murmelt, [vollzieht, was] Zauber und Feinde vernichtet.
Wort für Wort
rātri-sūktam
das Nacht-Lied
rātrau
bei Nacht
kṣemī
wohlbehalten
kṛtyā-ari-nāśanam
Zauber und Feinde vernichtend
jayennaraḥ vielleicht für nayen naraḥ; kṛttvārināśanaṃ vielleicht für kṛtyāri-nāśanam.
Wer die Brāhmī [-Pflanze] erlangt hat, [murmle] die zwei Lieder und den Vers [?]; [nimmt er] Brāhmī und Śatāvarī getrennt mit Wasser oder mit Schmalz [ein], so gewinnt er Einsicht und Glück.
Wort für Wort
brāhmīm āsādya
die Brāhmī erlangt habend
sūkte dve
zwei Lieder
śatāvarīm
Śatāvarī (Asparagus racemosus)
pṛthak adbhiḥ ghṛtaiḥ vā
getrennt mit Wasser oder Schmalz
medhām lakṣmīm ca vindati
gewinnt Einsicht und Glück
Die zwei Lieder und der Vers sind nicht benannt; der Satzbau ist unklar. brāhmnīm für brāhmīm.
Am Ende des Opfers ist ein Opferlohn (dakṣiṇā) zu geben. Durch das Opfer wird die Sünde beschwichtigt; das Opfer aber kommt durch Speise zur Ruhe (zum Abschluss), [nämlich] durch Gabe von Speise und Gold.
Die Segenswünsche der Brahmanen sollen [dabei] nicht vergeblich sein; das Bad [erfolge] in jedem Fall außerhalb [des Hauses]. Senfkörner, Gerste, Getreide, Milch und Schmalz,
kṣīravṛkṣāstathedhmantu homā vai sarvakāmadāḥ / samidhaḥ kaṇṭhakinyaś ca rājikā rudhiraṃ viṣaṃ //
ebenso [Holz von] Milchsaft führenden Bäumen als Brennholz: [mit diesen] gewähren die Opfer alle Wünsche. Dornige Brennhölzer, schwarzer Senf (rājikā), Blut und Gift
[verwende man] beim Schadenzauber (abhicāra), ebenso Öl [?]. Als Nahrung [des Opfernden gelten] Gerstengrütze, Milch, Sauermilch, erbettelte Speise, Früchte und Wurzeln. [Damit] ist das Ṛgvidhāna verkündet.
Wort für Wort
abhicāre
beim Schadenzauber
aśanam
Nahrung
saktavaḥ payaḥ dadhi
Gerstengrütze, Milch, Sauermilch
bhaikṣyam phalam mūlam
Almosenspeise, Frucht, Wurzel
ṛgvidhānam udāhṛtam
das Ṛgvidhāna ist verkündet
śailaṃ vielleicht für tailam („Öl“); sonst „Steinernes“.