Kapitel 307: trailokyamohanīlakṣmyādipūjā
Verehrung der weltbetörenden Lakṣmī und anderer
Das Kapitel lehrt den Śrī-Mantra mit seinen Gliedern und Opferfrüchten, die Meditation der Śrī in Indras Haus mit Torhüterinnen, den vier Vyūhas und den Elefanten, Speiseverbote und Śrīsūkta-Riten; es folgen das ‚Herz der Durgā‘ (Mahiṣamardinī-Mantra) mit den acht Gestalten und Waffen der Durgā, magische Opferwirkungen und der Schutzmantra der Jayadurgā. Quellbesonderheiten: Das Kolophon ist im Digitalisat unvollständig (endet mit „% chapter {308}“); Decknamen in V. 1 und V. 17 sowie mehrere Wörter (V. 13, 19–21) sind verderbt.
Agni sprach: Vakṣas (śa) mit Vahni (ra), dem linken Auge (ī) und Daṇḍin (Anusvāra) [Anm.: ergibt śrīṃ] – das ist Śrī, die alle Vollendungen gewährt. „mahāśriye mahāsiddhe mahāvidyutprabhe namaḥ“ (Der großen Śrī, o große Vollendung, o wie ein großer Blitz Glänzende, Verehrung!),
„śriye devi vijaye namaḥ“ (der Śrī; o Göttin, o Siegreiche, Verehrung); „gauri mahābale bandha bandha namaḥ“ (o Gaurī, o sehr Starke, binde, binde; Verehrung); „hūṃ mahākāye padmahaste hūṃ phaṭ śriyai namaḥ“ (o Großleibige, o Lotoshändige …; der Śrī Verehrung); „śriyai phaṭ śriyai namaḥ“; „śriyai phaṭ śrīṃ namaḥ“; „śriye śrīda namaḥ svāhā svāhā śrī phaṭ“. Ihre Glieder werden als neun angegeben; zu einem von ihnen nehme man Zuflucht. Wer drei- oder einhunderttausendmal rezitiert und mit Akṣa(-Samen) und Lotossen (opfert), (dem) gewährt sie Wohlstand.
Wort für Wort
asya aṅgāni nava uktāni
ihre neun Glieder sind genannt
teṣu ekam samāśrayet
eines davon wähle man
tri-lakṣam eka-lakṣam vā
300 000 oder 100 000 mal
japtvā
rezitierend
bhūti-daḥ
Wohlstand gewährend
Die Aufteilung auf neun Glieder ist aus dem Text nicht eindeutig ersichtlich; akṣābjaiḥ unsicher.
Wer im Haus der Śrī oder im Haus Viṣṇus Śrī verehrt, erlangt Reichtum. Man opfere hunderttausend mit Ghee bestrichene Reiskörner in ein Feuer aus Khadira-Holz:
bilvalakṣahutā lakṣmīrvittavṛddhiś ca jāyate / śakraveśma caturdvāraṃ hṛdaye cintayedatha //
Durch hunderttausend Bilva-Opfer entstehen Glück (Lakṣmī) und Mehrung des Reichtums. Dann stelle man sich im Herzen das Haus Śakras (Indras) mit vier Toren vor.
sind auf den Lotosblättern zu meditieren, Muschel, Diskus und Keule tragend; sie glänzen wie Augenschwärze, Milch, Safran und Gold und sind schön gewandet.
dhyātvā saparivārāntāmabhyarcya sakalaṃ labhet / droṇābjapuṣpaśrīvṛkṣaparṇaṃ mūrdhni na dhārayet //
Wer sie samt ihrem Gefolge meditiert und verehrt, erlangt alles. Droṇa-Blüten, Lotosblüten [?] und Blätter des Śrī-Baums (Bilva) trage man nicht auf dem Kopf.
Salz und Āmalakī sind an den Mondtagen der Nāgas und des Āditya [?] der Reihe nach zu meiden. Wer Milchreis isst, rezitiere den Hymnus an Śrī (Śrīsūkta) und vollziehe mit ihm die Weihebesprengung.
Man meditiere Śrī auf dem Kopf und verehre sie vom Herbeirufen bis zur Entlassung. Mit Bilva, Ghee, Lotos und Milchreis (geopfert) ist jedes einzeln ein Mittel zum Glück.
Viṣa, Mahiṣakānta, Agni, Udri [?], Jyoti, zweimal Vaka [?] [Anm.: Decknamen der Laute]. „oṃ hrīṃ mahāmahiṣamardini ṭha ṭha“ (Oṃ hrīṃ, o Zermalmerin des großen Büffels, ṭha ṭha) ist der Wurzelmantra; „mahiṣahiṃsake namaḥ“ (der Büffeltöterin Verehrung); „mahiṣaśatruṃ bhrāmaya bhrāmaya hūṃ phaṭ ṭha ṭha“ (bring den Büffel, den Feind, zum Taumeln); „mahiṣaṃ heṣaya heṣaya [?] hūṃ“; „mahiṣaṃ hana hana devi hūṃ“ (erschlage, erschlage den Büffel, o Göttin); „mahiṣaniṣūdani phaṭ“ (o Büffelvernichterin) – dies heißt das ‚Herz der Durgā‘, mit seinen Gliedern, das alle Ziele vollbringt.
Wort für Wort
mahā-mahiṣa-mardini
o Zermalmerin des großen Büffels
mūla-mantram
Wurzelmantra
mahiṣa-hiṃsake
der Büffeltöterin
mahiṣam hana
erschlage den Büffel
durgā-hṛdayam
das Herz der Durgā
sarva-artha-sādhakam
alle Ziele vollbringend
bhahiṣa = mahiṣa; heṣaya unklar. Die Decknamen am Versanfang sind nicht auflösbar.
Man verehre jene Göttin wie beschrieben, und den Sitz in der Mitte der Glieder. „oṃ hrīṃ durge rakṣaṇi svāhā“ (O Durgā, Beschützerin, svāhā), und: „durgāyai namaḥ“ (der Durgā Verehrung), „varavarṇyai namaḥ“ (der Schönfarbigen), „āryāyai“ (der Edlen), „kanakaprabhāyai“ (der Goldglänzenden), „kṛttikāyai“ (der Kṛttikā), „abhayapradāyai“ (der Schutzgewährenden), „kanyakāyai“ (der Jungfrau), „surūpāyai“ (der Wohlgestalteten) – diese Gestalten, auf den Blättern befindlich, verehre man der Reihe nach mit den ersten Vokalen (vorangestellt).
„cakrāya, śaṅkhāya, gadāyai, khaḍgāya, dhanuṣe, bāṇāya“ (dem Diskus, der Muschel, der Keule, dem Schwert, dem Bogen, dem Pfeil). Am achten Mondtag usw. verehre man diese Durgā bis hin zu den Welthütern. Das Durgā-Ritual bewirkt langes Leben, Glück, Herrschaft, Zuneigung [?], Sieg usw.
„oṃ durge durge rakṣaṇi svāhā“ (Oṃ, o Durgā, Durgā, Beschützerin, svāhā) – diese wird die Schutzbewirkende genannt, verbunden mit den Gliedern der Jayadurgā. Nachdem man die dunkle, dreiäugige Göttin meditiert hat, (stelle man sich) selbst vierarmig (vor),
(die Göttin) mit Muschel, Diskus, Lotos, Speer usw. und Dreizack, von schrecklicher Gestalt. Bei Kämpfen usw. rufe man sie an; zum Sieg verehre man sie am Schwert usw.