Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 92: pratiṣṭhāvidhikathanaṃ Darlegung der Vorschrift für die Installation

Beginn der Lehre von der Installation (pratiṣṭhā) des Liṅga: fünf Arten der Installation, Prüfung, Reinigung und Inbesitznahme des Bauplatzes, Aufspüren von Fremdkörpern im Boden mittels Silbenorakel, dann die Vorbereitung, Reinigung und Weihe der Grundsteinplatten (Neun- bzw. Fünf-Platten-Variante) mit Tattvas, Mūrtis, Schatzkrügen und Weltenhütern. Das Kolophon nennt das Kapitel „śilānyāsakathanam“ (Legung der Grundsteine); einzelne Verse (3, 37, 52, 59) sind verderbt oder unvollständig.

īśvara uvāca | pratiṣṭhāṃ sampravakṣyāmi kramāt saṅkṣepato guha / pīṭhaṃ śaktiṃ śivo liṅgaṃ tadyogaḥ sā śivāṇubhiḥ //

Īśvara sprach: Die Installation (pratiṣṭhā) werde ich der Reihe nach in Kürze verkünden, o Guha. Das Postament (pīṭha) ist die Śakti, das Liṅga ist Śiva; ihre Verbindung mittels der Śiva-Mantras ist diese [Pratiṣṭhā].

Wort für Wort
pratiṣṭhām sampravakṣyāmi
ich werde die Installation verkünden
saṅkṣepataḥ guha
in Kürze, o Guha
pīṭham śaktiḥ śivaḥ liṅgam
das Postament ist Śakti, das Liṅga Śiva
tat-yogaḥ śiva-aṇubhiḥ
ihre Verbindung durch Śiva-Mantras

pratiṣṭhāyāḥ pañca bhedāsteṣāṃ rūpaṃ vadāmi te / yatra brahmaśilāyogaḥ sā pratiṣṭhā viśeṣataḥ //

Es gibt fünf Arten der Installation; ihre Gestalt sage ich dir. Diejenige, bei der die Verbindung mit dem Brahma-Stein (brahmaśilā) stattfindet, ist die Pratiṣṭhā im besonderen Sinn.

Wort für Wort
pañca bhedāḥ
fünf Arten
rūpam vadāmi te
ich sage dir die Gestalt
brahma-śilā-yogaḥ
Verbindung mit dem Brahma-Stein
pratiṣṭhā viśeṣataḥ
die Pratiṣṭhā im besonderen Sinn

sthāpanantu yathāyogaṃ pīṭha eva niveśanaṃ / pratiṣṭhābhinnapīṭhasya sthitasthāpanamucyate //

Sthāpana (Aufstellung) aber ist das passende Einsetzen allein in das Postament; das [Einsetzen] eines von der Installation nicht getrennten Postaments [?] heißt Sthita-Sthāpana (Aufstellung des Stehenden).

Wort für Wort
sthāpanam
die Aufstellung
pīṭhe eva niveśanam
Einsetzen allein in das Postament
pratiṣṭhā-abhinna-pīṭhasya
des von der Installation ungetrennten Postaments
sthita-sthāpanam ucyate
heißt Aufstellung des Stehenden

Die Definition des sthitasthāpana ist unklar formuliert (pratiṣṭhābhinnapīṭhasya).

utthāpanañca sā proktā liṅgoddhārapuraḥsarā / yasyāṃ tu liṅgamāropya saṃskāraḥ kriyate budhaiḥ //

Und Utthāpana (Aufrichtung) heißt jene, der das Herausheben des Liṅga vorangeht. Diejenige aber, bei der die Kundigen, nachdem sie das Liṅga hinaufgesetzt haben, eine Weihehandlung vollziehen,

Wort für Wort
utthāpanam
die Aufrichtung
liṅga-uddhāra-puraḥsarā
mit vorangehendem Herausheben des Liṅga
liṅgam āropya
das Liṅga hinaufsetzend
saṃskāraḥ kriyate budhaiḥ
eine Weihehandlung wird von Kundigen vollzogen

āthāpanaṃ taduddiṣṭaṃ dvidhā viṣṇvādikasya ca / āsu sarvāsu caitanyaṃ niyuñjīta paraṃ śivam //

wird Āsthāpana genannt; zweifach [ist sie] auch für Viṣṇu usw. In all diesen soll man das Bewusstsein, den höchsten Śiva, einsetzen.

Wort für Wort
āsthāpanam tat uddiṣṭam
das heißt Āsthāpana
dvidhā viṣṇu-ādikasya
zweifach auch für Viṣṇu usw.
āsu sarvāsu
in all diesen
caitanyam niyuñjīta param śivam
soll das Bewusstsein, den höchsten Śiva, einsetzen

āthāpanam lies āsthāpanam. Die Konstruktion von dvidhā viṣṇvādikasya ist unklar.

yadādhārādibhedena prāsādeṣvapi pañcadhā / parīkṣamatha medinyāḥ kuryātprāsādakāmyayā //

Gemäß der Unterscheidung nach Grundlage (ādhāra) usw. [gibt es] auch bei den Tempeln fünf Arten. Nun soll man aus dem Wunsch nach einem Tempel die Prüfung des Bodens vornehmen.

Wort für Wort
ādhāra-ādi-bhedena
nach der Unterscheidung der Grundlage usw.
prāsādeṣu api pañcadhā
auch bei Tempeln fünffach
parīkṣām medinyāḥ
Prüfung des Bodens
prāsāda-kāmyayā
aus Wunsch nach einem Tempel

śuklājyagandhā raktā ca raktagandhā sugandhinī / pītā kṛṣṇā surāgandhā viprādīnāṃ mahī kramāt //

Weiß und nach Ghee riechend, rot und nach Blut riechend, wohlriechend und gelb, schwarz und nach Branntwein riechend – [so ist] der Boden für Brahmanen usw. der Reihe nach.

Wort für Wort
śuklā ājya-gandhā
weiß, nach Ghee riechend
raktā rakta-gandhā
rot, nach Blut riechend
sugandhinī pītā
wohlriechend, gelb
kṛṣṇā surā-gandhā
schwarz, nach Branntwein riechend
vipra-ādīnām mahī kramāt
der Boden der Brahmanen usw. der Reihe nach

pūrveśottarasarvatra pūrvā caiṣāṃ viśiṣyate / ākhāte hāstike yasyāḥ pūrṇe mṛdadhikā bhavet //

[Neigung] nach Osten, Nordosten, Norden ist überall [gut], und die östliche ist unter ihnen die vorzüglichste. Bei welchem [Boden], wenn eine ellenlange Grube ausgehoben und [wieder] gefüllt wird, Erde übrig bleibt,

Wort für Wort
pūrva-īśa-uttara
Osten, Nordosten, Norden
pūrvā viśiṣyate
die östliche ist vorzüglich
ākhāte hāstike
bei einer ellenlangen Grube
pūrṇe mṛt adhikā bhavet
nach Auffüllen bleibt Erde übrig

uttamāntāṃ mahīṃ vidyāttoyādyair vā samukṣitāṃ / asthyaṅgārādibhirduṣṭāmatyantaṃ śodhayed guruḥ //

diesen Boden erkenne man als besten; oder [man prüfe ihn], mit Wasser usw. besprengt. Einen durch Knochen, Kohle usw. verdorbenen soll der Guru gründlich reinigen.

Wort für Wort
uttamām mahīm vidyāt
soll ihn als besten Boden erkennen
toya-ādyaiḥ samukṣitām
mit Wasser usw. besprengt
asthi-aṅgāra-ādibhiḥ duṣṭām
durch Knochen, Kohle usw. verdorben
atyantam śodhayet
soll gründlich reinigen

uttamāntām lies uttamām tām.

nagaragrāmadurgārthaṃ gṛhaprāsādakāraṇaṃ / khananair gokulāvāsaiḥ karṣaṇair vā muhurmuhuḥ //

Für Stadt, Dorf und Festung, zum Bau von Haus und Tempel [reinige man ihn] durch Grabungen, durch Weidenlassen von Kuhherden oder durch wiederholtes Pflügen.

Wort für Wort
nagara-grāma-durga-artham
für Stadt, Dorf und Festung
gṛha-prāsāda-kāraṇam
zum Bau von Haus und Tempel
khananaiḥ gokula-āvāsaiḥ
durch Grabungen, Kuhherden-Lager
karṣaṇaiḥ muhuḥ muhuḥ
durch wiederholtes Pflügen

maṇḍape dvārapūjādi mantratṛptyavasānakaṃ / karma nirvartyāghorāstraṃ sahasraṃ vidhinā yajet //

Im Pavillon soll man die Handlung von der Verehrung der Tore usw. bis zur Sättigung der Mantras vollziehen und nach Vorschrift tausendmal mit dem Aghora-Waffen[-Mantra] opfern.

Wort für Wort
maṇḍape dvāra-pūjā-ādi
im Pavillon die Torverehrung usw.
mantra-tṛpti-avasānakam
bis zur Sättigung der Mantras
aghora-astram
den Aghora-Waffenmantra
sahasram vidhinā yajet
soll nach Vorschrift tausendmal opfern

samīkṛtyopaliptāyāṃ bhūmau saṃśodhayeddiśaḥ / svarṇadadhyakṣatai rekhāḥ prakurvīta pradakṣiṇaṃ //

Wenn der Boden eingeebnet und bestrichen ist, reinige man die Richtungen; mit Gold, Dickmilch und ungeschroteten Körnern ziehe man Linien im Rechtsumgang.

Wort für Wort
samīkṛtya upaliptāyām bhūmau
auf dem eingeebneten, bestrichenen Boden
saṃśodhayet diśaḥ
soll die Richtungen reinigen
svarṇa-dadhi-akṣataiḥ
mit Gold, Dickmilch, Körnern
rekhāḥ pradakṣiṇam
Linien im Rechtsumgang

madhyādīśānakoṣṭasthe pūrṇakumbhe śivaṃ yajet / vāstumabhyarcya tattoyaiḥ siñcet kuddālakādikaṃ //

In dem vollen Krug, der von der Mitte aus im nordöstlichen Feld steht, verehre man Śiva; nachdem man den Vāstu[-Geist] verehrt hat, besprenge man mit dessen Wasser die Hacke usw.

Wort für Wort
madhyāt īśāna-koṣṭha-sthe
von der Mitte aus im Nordostfeld
pūrṇa-kumbhe śivam yajet
soll Śiva im vollen Krug verehren
vāstum abhyarcya
den Vāstu verehrend
siñcet kuddālaka-ādikam
soll die Hacke usw. besprengen

bāhye rakṣogaṇāniṣṭvā vidhinā digbalaṃ kṣipet / bhūmiṃ saṃsicya saṃsnāpya kuddālādyaṃ prapūjayet //

Nachdem man außen die Scharen der Rakṣas verehrt hat, werfe man nach Vorschrift die Richtungsspende (digbali); nachdem man den Boden besprengt und gebadet hat, verehre man die Hacke usw.

Wort für Wort
bāhye rakṣo-gaṇān iṣṭvā
außen die Dämonenscharen verehrend
dig-balim kṣipet
soll die Richtungsspende werfen
bhūmim saṃsicya saṃsnāpya
den Boden besprengend und badend
kuddāla-ādyam prapūjayet
soll die Hacke usw. verehren

anyaṃ vastrayugacchajñaṃ kumbhaṃ skandhe dvijanmanaḥ / nidhāya gītavādyādibrahmagoṣasamākulaṃ //

Einen weiteren Krug, mit einem Paar Gewänder bedeckt, setze man auf die Schulter eines Zweimalgeborenen; umgeben vom Lärm von Gesang, Musik usw. und von vedischer Rezitation,

Wort für Wort
anyam vastra-yuga-channam
einen weiteren, mit zwei Gewändern bedeckt
kumbham skandhe dvijanmanaḥ
den Krug auf der Schulter eines Brahmanen
gīta-vādya-ādi
Gesang, Musik usw.
brahma-ghoṣa-samākulam
erfüllt vom Klang der Veda-Rezitation

vastrayugacchajñam lies vastrayugacchannam; brahmagoṣa lies brahmaghoṣa.

pūjāṃ kumbhe samāhṛtya prāpte lagne 'gnikoṣṭhake / kuddālenābhiṣiktena madhvaktena tu khānayet //

nachdem man die Verehrung im Krug zusammengefasst hat, lasse man, wenn der [günstige] Zeitpunkt (lagna) gekommen ist, im Feld des Agni (Südosten) mit der besprengten und mit Honig bestrichenen Hacke graben.

Wort für Wort
pūjām kumbhe samāhṛtya
die Verehrung im Krug zusammenfassend
prāpte lagne
wenn der Zeitpunkt gekommen ist
agni-koṣṭhake
im Feld des Agni
kuddālena madhu-aktena
mit der honigbestrichenen Hacke
khānayet
soll graben lassen

nairṛtyāṃ kṣepayenmṛtsnāṃ khāte kumbhajalaṃ kṣipet / purasya pūrvasīmantaṃ nayed yāvadabhīpsitaṃ //

Die Erde werfe man nach Südwesten, in die Grube gieße man das Wasser des Kruges. Bis zur östlichen Grenzlinie der Stadt führe man [den Krug], soweit man wünscht.

Wort für Wort
nairṛtyām kṣepayet mṛtsnām
soll die Erde nach Südwesten werfen
khāte kumbha-jalam kṣipet
soll das Krugwasser in die Grube gießen
purasya pūrva-sīmantam
bis zur Ostgrenze der Stadt
nayet yāvat abhīpsitam
soll führen, soweit gewünscht

atha tatra kṣaṇaṃ sthitvā bhrāmayet paritaḥ puraṃ / siñcan sīmantacihnāni yāvadīśānagocaraṃ //

Dann soll er dort einen Augenblick verweilen und ihn rings um die Stadt herumführen, die Grenzzeichen besprengend, bis in den Bereich des Nordostens.

Wort für Wort
kṣaṇam sthitvā
einen Augenblick verweilend
bhrāmayet paritaḥ puram
soll um die Stadt herumführen
siñcan sīmanta-cihnāni
die Grenzzeichen besprengend
yāvat īśāna-gocaram
bis in den Nordostbereich

arghyadānamidaṃ proktaṃ tatra kumbhaparibramāt / itthaṃ parigrahaṃ bhūmeḥ kurvīta tadanantaraṃ //

Dies wird die Arghya-Gabe genannt, [bestehend] im Herumführen des Kruges dort. So vollziehe man danach die Inbesitznahme des Bodens.

Wort für Wort
arghya-dānam idam proktam
dies heißt Arghya-Gabe
kumbha-paribhramāt
durch das Herumführen des Kruges
parigraham bhūmeḥ
die Inbesitznahme des Bodens
tad-anantaram
danach

kumbhaparibramāt lies kumbhaparibhramāt.

karkarāntaṃ jalāntaṃ vā śalyadoṣajighāṃsayā / khānayed bhūḥ kumārīṃ ced vidhinā śalyamuddharet //

Bis zum Kies oder bis zum Wasser lasse man den Boden graben, um den Fehler der Fremdkörper (śalya) zu beseitigen. Wenn [man] ein Mädchen [befragt] [?], soll man nach Vorschrift den Fremdkörper herausholen.

Wort für Wort
karkara-antam jala-antam
bis zum Kies oder Wasser
śalya-doṣa-jighāṃsayā
um den Fremdkörperfehler zu beseitigen
kumārīm cet
wenn ein Mädchen [befragt wird]
śalyam uddharet
soll den Fremdkörper herausholen

kumārīṃ ced: offenbar wird ein Mädchen als Orakel befragt (vgl. „mānavaś cet“ in V. 21); Text verkürzt.

akacaṭatapayaśahān mānavaścet praśnākṣarāṇi tu / agnerdhvajādipātitāḥ svasthāne śalyamākhyānti //

Wenn aber ein Mann [befragt wird], sind die Fragesilben a, ka, ca, ṭa, ta, pa, ya, śa, ha; von Agni (Südosten) an auf die [Felder] Dhvaja usw. fallend, zeigen sie den Fremdkörper an seiner Stelle an.

Wort für Wort
a-ka-ca-ṭa-ta-pa-ya-śa-hān
a, ka, ca, ṭa, ta, pa, ya, śa, ha
mānavaḥ cet
wenn ein Mann
praśna-akṣarāṇi
die Fragesilben
dhvaja-ādi-pātitāḥ
auf Dhvaja usw. fallend
śalyam ākhyānti
zeigen den Fremdkörper an

kartuścāṅgavikāreṇa jānīyāttatpramāṇataḥ / paśvādīnāṃ praveśena kīrtanair virutair diśaḥ //

Und aus einer Veränderung am Körper des Auftraggebers soll man dessen Maß [Tiefe] erkennen, [ebenso] aus dem Hereinkommen von Tieren usw., aus Äußerungen [und] Tierlauten aus den Richtungen.

Wort für Wort
kartuḥ aṅga-vikāreṇa
aus einer Körperveränderung des Bauherrn
jānīyāt tat-pramāṇataḥ
soll dessen Maß erkennen
paśu-ādīnām praveśena
aus dem Hereinkommen von Tieren usw.
kīrtanaiḥ virutaiḥ diśaḥ
aus Äußerungen und Lauten der Richtungen

mātṛkāmaṣṭavargāḍhyāṃ phalake bhuvi vā likhet / śalyajñānaṃ vargavaśāt pūrvādīśāntataḥ kramāt //

Das Alphabet (mātṛkā), mit den acht Gruppen versehen, schreibe man auf eine Tafel oder auf den Boden; die Erkenntnis des Fremdkörpers [erfolgt] entsprechend der Gruppe, der Reihe nach von Osten bis Nordosten.

Wort für Wort
mātṛkām aṣṭa-varga-āḍhyām
das Alphabet mit acht Gruppen
phalake bhuvi vā likhet
soll auf Tafel oder Boden schreiben
śalya-jñānam varga-vaśāt
Erkenntnis des Fremdkörpers nach der Gruppe
pūrva-ādi-īśa-antataḥ
von Osten bis Nordosten

avarge caiva lohantu kavarge 'ṅgāramagnitaḥ / cavarge bhasma dakṣe syāṭ ṭavarge 'sthi ca nairṛte //

Bei der a-Gruppe [zeigt sich] Eisen, bei der ka-Gruppe Kohle, vom Agni-[Südost] aus; bei der ca-Gruppe Asche im Süden; bei der ṭa-Gruppe Knochen im Südwesten;

Wort für Wort
a-varge loham
bei der a-Gruppe Eisen
ka-varge aṅgāram agnitaḥ
bei der ka-Gruppe Kohle im Südosten
ca-varge bhasma dakṣe
bei der ca-Gruppe Asche im Süden
ṭa-varge asthi nairṛte
bei der ṭa-Gruppe Knochen im Südwesten

syāṭ lies syāt.

tavarge ceṣṭakā cāpye kapālañca pavargake / yavarge śavakītādi śavarge lohamādiśet //

bei der ta-Gruppe Ziegel im Wasser[-Bereich, Westen], und ein Schädel bei der pa-Gruppe; bei der ya-Gruppe Leiche, Würmer usw.; bei der śa-Gruppe gebe man Eisen an;

Wort für Wort
ta-varge iṣṭakā āpye
bei der ta-Gruppe Ziegel im Westen
kapālam pa-vargake
bei der pa-Gruppe ein Schädel
ya-varge śava-kīṭa-ādi
bei der ya-Gruppe Leiche, Würmer usw.
śa-varge loham ādiśet
bei der śa-Gruppe soll man Eisen angeben

śavakītādi lies śavakīṭādi. cāpye: im Bereich des Varuṇa (Westen).

havarge rajataṃ tadvadavargāccānarthakarānapi / prīkṣyātmabhiḥ karāpūrair aṣṭāṅgulamṛdantaraiḥ //

bei der ha-Gruppe Silber; ebenso [erkennt man] von der a-Gruppe [aus] auch Unheilbringendes. Nachdem man geprüft hat, [fülle man die Grube] mit handvollweisen Füllungen, mit Erdschichten von acht Fingern [Dicke],

Wort für Wort
ha-varge rajatam
bei der ha-Gruppe Silber
anartha-karān api
auch Unheilbringendes
parīkṣya
geprüft habend
kara-āpūraiḥ
mit Handvoll-Füllungen
aṣṭa-aṅgula-mṛd-antaraiḥ
mit Erdschichten von acht Fingern

prīkṣya lies parīkṣya; ātmabhiḥ unklar.

pādonaṃ khātamāpūrya sajalair mudgarāhataiḥ / liptāṃ samaplavāṃ tatra kārayitvā bhuvaṃ guruḥ //

[und] indem man die Grube bis auf ein Viertel mit angefeuchteten, mit Hämmern festgeschlagenen [Schichten] auffüllt; nachdem der Guru dort den Boden hat bestreichen und eben machen lassen,

Wort für Wort
pāda-ūnam khātam āpūrya
die Grube bis auf ein Viertel füllend
sa-jalaiḥ mudgara-āhataiḥ
mit feuchten, gehämmerten [Schichten]
liptām sama-plavām
bestrichen und eben
kārayitvā bhuvam guruḥ
der Guru den Boden herrichten lassend

sāmānyārghyakaro yāyānmaṇḍapaṃ vakṣyāmāṇakaṃ / toraṇadvāḥpatīniṣṭvā pratyagdvāreṇa saṃviśet //

gehe er mit der allgemeinen Arghya-[Schale] in der Hand zu dem [noch] zu beschreibenden Pavillon; nachdem er Torbogen und Torhüter verehrt hat, trete er durch das Westtor ein.

Wort für Wort
sāmānya-arghya-karaḥ
mit der allgemeinen Arghya-Schale in der Hand
maṇḍapam vakṣyamāṇakam
zum noch zu beschreibenden Pavillon
toraṇa-dvāḥ-patīn iṣṭvā
Torbogen und Torhüter verehrend
pratyak-dvāreṇa saṃviśet
soll durch das Westtor eintreten

kuryāttatrātmaśuddhyādi kuṇḍamaṇḍapasaṃskṛtiṃ / kalasaṃ vardhanīsaktaṃ lokapālaśivārcanaṃ //

Dort vollziehe er die Selbstreinigung usw., die Weihe von Feuergrube und Pavillon, [die Aufstellung] des mit der Vardhanī [-Kanne] verbundenen Kruges und die Verehrung der Weltenhüter und Śivas.

Wort für Wort
ātma-śuddhi-ādi
Selbstreinigung usw.
kuṇḍa-maṇḍapa-saṃskṛtim
Weihe von Grube und Pavillon
kalaśam vardhanī-saktam
den mit der Vardhanī verbundenen Krug
lokapāla-śiva-arcanam
Verehrung der Weltenhüter und Śivas

agnerjananapūjādi sarvaṃ pūrvavadācaret / yajamānānvito yāyācchilānāṃ snānamaṇḍapaṃ //

Die Erzeugung des Feuers, [seine] Verehrung usw. – alles vollziehe er wie zuvor. Zusammen mit dem Opferherrn (yajamāna) gehe er zum Badepavillon der Steine.

Wort für Wort
agneḥ janana-pūjā-ādi
Erzeugung und Verehrung des Feuers usw.
pūrvavat ācaret
soll wie zuvor vollziehen
yajamāna-anvitaḥ
mit dem Opferherrn
śilānām snāna-maṇḍapam
zum Badepavillon der Steine

śilāḥ prāsādaliṅgasya pādadharmādisañjñakāḥ / aṣṭāṅgulocchritāḥ śastāś caturasrāḥ karāyatāḥ //

Die Steine für das Tempel-Liṅga, die als Pāda, Dharma usw. bezeichnet werden [?], gelten als empfehlenswert, wenn sie acht Finger hoch, viereckig und eine Elle lang sind.

Wort für Wort
śilāḥ prāsāda-liṅgasya
die Steine des Tempel-Liṅga
pāda-dharma-ādi-sañjñakāḥ
Pāda, Dharma usw. genannt
aṣṭa-aṅgula-ucchritāḥ
acht Finger hoch
catur-asrāḥ kara-āyatāḥ
viereckig, eine Elle lang

pādadharmādisañjñakāḥ: Bezeichnung der Grundsteine unklar.

pāṣāṇānāṃ śilāḥ kāryā iṣṭakānāṃ tadardhataḥ / prāsāde 'śmaśilāḥ śaile iṣṭakā iṣṭakāmaye //

Aus Felsgestein sind die Steinplatten zu machen, aus Ziegeln halb so groß; beim Tempel aus Stein [nehme man] Steinplatten, beim ziegelgemauerten Ziegel.

Wort für Wort
pāṣāṇānām śilāḥ kāryāḥ
Platten aus Felsgestein sind zu machen
iṣṭakānām tat-ardhataḥ
aus Ziegeln halb so groß
prāsāde śaile aśma-śilāḥ
beim Steintempel Steinplatten
iṣṭakā iṣṭakā-maye
beim Ziegeltempel Ziegel

aṅkitā navavaktrādyaiḥ paṅkajāḥ paṅkajāṅkitāḥ / nandā bhadrā jayā riktā pūrṇākhyā pañcamī matā //

[Sie werden] mit neun Feldern [?] usw. bezeichnet, [bzw.] lotusförmig und mit Lotussen bezeichnet. Nandā, Bhadrā, Jayā, Riktā, und die Pūrṇā Genannte gilt als fünfte.

Wort für Wort
aṅkitāḥ nava-vaktra-ādyaiḥ
bezeichnet mit neun Feldern usw.
paṅkaja-aṅkitāḥ
mit Lotussen bezeichnet
nandā bhadrā jayā riktā
Nandā, Bhadrā, Jayā, Riktā
pūrṇā-ākhyā pañcamī
die Pūrṇā genannte als fünfte

navavaktrādyaiḥ unklar („mit neun Mündungen/Feldern“?).

āsāṃ padmo mahāpadmaḥ śaṅkho 'tha makaras tathā / samudraśceti pañcāmī nidhikumbhāḥ kramādhaḥ //

Ihre Schatzkrüge (nidhikumbha) [liegen] der Reihe nach darunter: Padma, Mahāpadma, Śaṅkha, dann Makara und Samudra – diese fünf.

Wort für Wort
āsām
ihre
padmaḥ mahāpadmaḥ
Padma, Mahāpadma
śaṅkhaḥ makaraḥ samudraḥ
Śaṅkha, Makara, Samudra
nidhi-kumbhāḥ kramāt adhaḥ
die Schatzkrüge der Reihe nach darunter

kramādhaḥ lies kramād adhaḥ.

nandā bhadrā jayā pūrṇā ajitā cāparājitā / vijayā maṅgalākhyā ca dharaṇī navamī śilā //

[Bei neun:] Nandā, Bhadrā, Jayā, Pūrṇā, Ajitā und Aparājitā, Vijayā, die Maṅgalā Genannte und Dharaṇī als neunte Platte.

Wort für Wort
nandā bhadrā jayā pūrṇā
Nandā, Bhadrā, Jayā, Pūrṇā
ajitā aparājitā
Ajitā, Aparājitā
vijayā maṅgalā-ākhyā
Vijayā, die Maṅgalā Genannte
dharaṇī navamī śilā
Dharaṇī als neunte Platte

subhadraś ca vibhadraś ca sunandaḥ puṣpanandakaḥ / jayo 'tha vijayaś caiva kumbhaḥ pūrṇastathottaraḥ //

Subhadra und Vibhadra, Sunanda, Puṣpanandaka, Jaya und Vijaya, Kumbha, Pūrṇa und ebenso Uttara –

Wort für Wort
subhadraḥ vibhadraḥ
Subhadra, Vibhadra
sunandaḥ puṣpanandakaḥ
Sunanda, Puṣpanandaka
jayaḥ vijayaḥ
Jaya, Vijaya
kumbhaḥ pūrṇaḥ uttaraḥ
Kumbha, Pūrṇa, Uttara

navānāntu yathāsaṅkhyaṃ nidhikumbhaḥ pūrṇastathottaraḥ / āsanaṃ prathamaṃ dattvā tāḍyollikhya śarāṇunā //

[das sind] der Reihe nach die Schatzkrüge der neun, [bis] Pūrṇa und ebenso Uttara. Nachdem man zuerst einen Sitz gegeben, [die Platten] geschlagen und mit dem Pfeil-Mantra geritzt hat,

Wort für Wort
navānām yathāsaṅkhyam
der neun der Reihe nach
nidhi-kumbhaḥ
Schatzkrug
āsanam prathamam dattvā
zuerst einen Sitz gebend
tāḍya ullikhya śara-aṇunā
schlagend und mit dem Pfeilmantra ritzend

Pāda b wiederholt versehentlich V. 36d (nidhikumbhaḥ pūrṇas tathottaraḥ).

sarvāsāmaviśeṣeṇa tanutreṇāvaguṇṭhanaṃ / mṛdbhirgomayayogāmūtrakaṣāyair gandhavāriṇā //

[vollziehe man] bei allen ohne Unterschied die Umhüllung mit dem Panzer[-Mantra]. Mit Erden, Kuhdung, Kuhharn, Rindenabsuden und Duftwasser

Wort für Wort
sarvāsām aviśeṣeṇa
bei allen ohne Unterschied
tanutreṇa avaguṇṭhanam
Umhüllung mit dem Panzermantra
mṛdbhiḥ gomaya-gomūtra
mit Erden, Kuhdung, Kuhharn
kaṣāyaiḥ gandha-vāriṇā
mit Absuden und Duftwasser

gomayayogāmūtra lies gomayagomūtra.

astreṇa hūṃ phaḍantena malasnānaṃ samācaret / vidhinā pañcagavyena snānaṃ pañcāmṛtena ca //

vollziehe man mit dem auf hūṃ phaṭ endenden Waffen[-Mantra] das Schmutzbad (malasnāna); [dann] nach Vorschrift das Bad mit den fünf Kuhprodukten und mit den fünf Nektaren (pañcāmṛta).

Wort für Wort
astreṇa hūṃ phaṭ-antena
mit dem auf hūṃ phaṭ endenden Waffenmantra
mala-snānam samācaret
soll das Schmutzbad vollziehen
pañca-gavyena
mit den fünf Kuhprodukten
pañca-amṛtena
mit den fünf Nektaren

gandhatoyāntaraṃ kuryānnijanāmāṅkitāṇunā / phalaratnasuvarṇānāṃ gośṛṅgasalilaistataḥ //

Dazwischen vollziehe man [ein Bad] mit Duftwasser, mit dem Mantra, der mit dem eigenen Namen [der Platte] versehen ist; dann mit Wasser von Früchten, Juwelen und Gold und mit Wasser aus Kuhhörnern.

Wort für Wort
gandha-toya-antaram
dazwischen ein Duftwasserbad
nija-nāma-aṅkita-aṇunā
mit dem Mantra mit eigenem Namen
phala-ratna-suvarṇānām
von Früchten, Juwelen, Gold
go-śṛṅga-salilaiḥ
mit Wasser aus Kuhhörnern

candanena samālabhya vastrair ācchādayecchilāṃ / svarṇotthamāsanaṃ datvā nītvā yāgaṃ pradakṣiṇaṃ //

Nachdem man [sie] mit Sandel gesalbt hat, bedecke man die Platte mit Gewändern; nachdem man einen goldenen Sitz gegeben und [sie] im Rechtsumgang zum Opferplatz geführt hat,

Wort für Wort
candanena samālabhya
mit Sandel salbend
vastraiḥ ācchādayet śilām
soll die Platte mit Gewändern bedecken
svarṇa-uttham āsanam
einen goldenen Sitz
nītvā yāgam pradakṣiṇam
im Rechtsumgang zum Opferplatz führend

śayyāyāṃ kuśatalpe vā hṛdayena niveśayet / sampūjya nyasya buddhyādidharāntaṃ tattvasañcayaṃ //

lege man sie mit dem Herz[-Mantra] auf ein Lager oder auf ein Kuśa-Bett. Nachdem man [sie] verehrt hat, setze man die Gesamtheit der Tattvas von Buddhi bis zur Erde [auf sie]

Wort für Wort
śayyāyām kuśa-talpe vā
auf ein Lager oder Kuśa-Bett
hṛdayena niveśayet
soll mit dem Herzmantra hinlegen
sampūjya nyasya
verehrend und auflegend
buddhi-ādi-dharā-antam
von Buddhi bis zur Erde
tattva-sañcayam
die Gesamtheit der Tattvas

trikhaṇḍavyāpakaṃ tattvatrayañcānukramān nyaset / buddhyādau cittaparyante cintātanmātrakāvadhau //

und die drei Tattvas, die die drei Abschnitte durchdringen, setze man der Reihe nach ein: in [den Abschnitt] von Buddhi bis Citta, in den von Cintā [?] bis zu den Tanmātras

Wort für Wort
tri-khaṇḍa-vyāpakam
die drei Abschnitte durchdringend
tattva-trayam anukramāt nyaset
soll die drei Tattvas der Reihe nach einsetzen
buddhi-ādau citta-paryante
von Buddhi bis Citta
cintā-tanmātraka-avadhau
von Cintā bis zu den Tanmātras

Die Abgrenzung der drei Abschnitte ist im Text undeutlich (cintā wohl für citta bzw. manas).

tanmātrādau dharānte ca śivavidyātmanāṃ sthitiḥ / tattvāni nijamantreṇa tattveśāṃś ca hṛdārcayet //

und in den von den Tanmātras bis zur Erde: [dies] ist der Standort von Śiva-, Vidyā- und Ātma[-Tattva]. Die Tattvas soll man mit ihrem eigenen Mantra und die Herren der Tattvas mit dem Herz[-Mantra] verehren,

Wort für Wort
tanmātra-ādau dharā-ante
von den Tanmātras bis zur Erde
śiva-vidyā-ātmanām sthitiḥ
Standort von Śiva, Vidyā und Ātman
tattvāni nija-mantreṇa
die Tattvas mit ihrem Mantra
tattva-īśān hṛdā arcayet
soll die Tattva-Herren mit dem Herzmantra verehren

sthāneṣu puṣpamālādicihniteṣu yathākramaṃ / oṃ hūṃ śivatattvāya namaḥ / oṃ hūṃ śivatattvādhipataye rudrāya namaḥ / oṃ hāṃ vidyātattvāya namaḥ / oṃ hāṃ vidyātattvādhipāya viṣṇave namaḥ / oṃ hāṃ ātmatattvāya namaḥ / oṃ hāṃ ātmatattvādhipataye brahmaṇe namaḥ kṣamāgniyajamānārkān jalavātendukhāni ca //

an den mit Blumengirlanden usw. gekennzeichneten Stellen, der Reihe nach: „oṃ hūṃ śivatattvāya namaḥ“ (Oṃ hūṃ, Verehrung dem Śiva-Tattva); „oṃ hūṃ śivatattvādhipataye rudrāya namaḥ“ (… Verehrung Rudra, dem Herrn des Śiva-Tattva); „oṃ hāṃ vidyātattvāya namaḥ“ (… dem Vidyā-Tattva); „oṃ hāṃ vidyātattvādhipāya viṣṇave namaḥ“ (… Viṣṇu, dem Herrn des Vidyā-Tattva); „oṃ hāṃ ātmatattvāya namaḥ“ (… dem Ātma-Tattva); „oṃ hāṃ ātmatattvādhipataye brahmaṇe namaḥ“ (… Brahmā, dem Herrn des Ātma-Tattva). Erde, Feuer, Opferherr, Sonne, Wasser, Wind, Mond und Äther –

Wort für Wort
sthāneṣu puṣpa-mālā-ādi-cihniteṣu
an den mit Girlanden bezeichneten Stellen
śiva-tattva-adhipataye rudrāya
Rudra, dem Herrn des Śiva-Tattva
vidyā-tattva-adhipāya viṣṇave
Viṣṇu, dem Herrn des Vidyā-Tattva
ātma-tattva-adhipataye brahmaṇe
Brahmā, dem Herrn des Ātma-Tattva
kṣamā-agni-yajamāna-arkān
Erde, Feuer, Opferherr, Sonne
jala-vāta-indu-khāni
Wasser, Wind, Mond, Äther

pratitattvaṃ nyasedaṣṭau mūrtīḥ pratiśilāṃ śilāṃ / sarvaṃ paśupatiṃ cograṃ rudraṃ bhavamatheśvaraṃ //

[diese] acht Gestalten (mūrti) setze man in jedem Tattva, auf jeder Platte ein; [ferner] Śarva, Paśupati und Ugra, Rudra, Bhava und Īśvara,

Wort für Wort
prati-tattvam nyaset
soll in jedem Tattva einsetzen
aṣṭau mūrtīḥ
die acht Gestalten
prati-śilām
auf jeder Platte
śarvam paśupatim ugram
Śarva, Paśupati, Ugra
rudram bhavam īśvaram
Rudra, Bhava, Īśvara

sarvam lies śarvam.

mahādevaṃ ca bhīmaṃ ca mūrtīśāṃś ca yathākramāt / oṃ dharāmūrtaye namaḥ, oṃ dharādhipataye namaḥ, ityādimantrān lokapālān yathāsaṅkhyaṃ nijāṇubhiḥ //

Mahādeva und Bhīma als Herren der Gestalten der Reihe nach, mit den Mantras „oṃ dharāmūrtaye namaḥ“ (Oṃ, Verehrung der Erdgestalt), „oṃ dharādhipataye namaḥ“ (Oṃ, Verehrung dem Herrn der Erde) usw.; die Weltenhüter der Reihe nach mit ihren eigenen Mantras

Wort für Wort
mahādevam bhīmam
Mahādeva, Bhīma
mūrti-īśān yathākramāt
als Herren der Gestalten der Reihe nach
dharā-mūrtaye namaḥ
Verehrung der Erdgestalt
lokapālān nija-aṇubhiḥ
die Weltenhüter mit ihren Mantras

vinyasya pūjayet kumbhāṃstanmantrair vā nijāṇubhiḥ / indrādīnāṃ tu vījāni vakṣyamāṇakrameṇa tu //

– nachdem man [sie] eingesetzt hat, verehre man die Krüge mit deren Mantras oder mit den eigenen Mantras; die Bījas von Indra usw. aber in der Reihenfolge, die nun genannt wird:

Wort für Wort
vinyasya pūjayet kumbhān
einsetzend soll man die Krüge verehren
tat-mantraiḥ nija-aṇubhiḥ vā
mit deren oder eigenen Mantras
indra-ādīnām bījāni
die Bījas von Indra usw.
vakṣyamāṇa-krameṇa
in der zu nennenden Reihenfolge

lūṃ rūṃ śūṃ pūṃ vūṃ yūṃ mūṃ hūṃ kṣūmiti ukto navaśilāpakṣaḥ śilā pañcapadā tathā / pratitattvaṃ nyasenmūrtīḥ sṛṣṭyā pañca dharādikāḥ //

„lūṃ rūṃ śūṃ pūṃ vūṃ yūṃ mūṃ hūṃ kṣūṃ“ [Anm.: Silbenreihe der Bījas der Weltenhüter]. Damit ist die Variante mit neun Platten genannt; ebenso [gibt es] die mit fünf Platten [?]: In jedem Tattva setze man gemäß der Schöpfungsfolge fünf Gestalten ein, Erde usw.

Wort für Wort
navaśilā-pakṣaḥ uktaḥ
die Neun-Platten-Variante ist genannt
śilā pañca-padā
die Fünf-Platten-[Variante]
prati-tattvam nyaset mūrtīḥ
soll in jedem Tattva Gestalten einsetzen
sṛṣṭyā pañca dharā-ādikāḥ
gemäß der Schöpfung fünf, Erde usw.

śilā pañcapadā: wohl „die Variante mit fünf Platten“.

brahmā viṣṇus tathā rudra īśvaraś ca sadāśivaḥ / ete ca pañca mūrtīśā yaṣṭavyāstāsu pūrvavat //

Brahmā, Viṣṇu, ebenso Rudra, Īśvara und Sadāśiva – diese fünf Herren der Gestalten sind auf ihnen wie zuvor zu verehren.

Wort für Wort
brahmā viṣṇuḥ rudraḥ
Brahmā, Viṣṇu, Rudra
īśvaraḥ sadāśivaḥ
Īśvara, Sadāśiva
pañca mūrti-īśāḥ
fünf Herren der Gestalten
yaṣṭavyāḥ tāsu pūrvavat
sind auf ihnen wie zuvor zu verehren

oṃ pṛthvīmūrtaye namaḥ / oṃ pṛthvīmūrtyadhipataye brahmaṇe namaḥ / ity ādi mantrāḥ sampūjya kalaśān pañca krameṇa nijanāmabhiḥ / nirundhīta vidhānena nyāso madhyaśilākramāt //

„oṃ pṛthvīmūrtaye namaḥ“ (Oṃ, Verehrung der Erdgestalt), „oṃ pṛthvīmūrtyadhipataye brahmaṇe namaḥ“ (Oṃ, Verehrung Brahmā, dem Herrn der Erdgestalt) usw. sind die Mantras. Nachdem man die fünf Krüge der Reihe nach mit ihren eigenen Namen verehrt hat, verschließe man [sie] nach Vorschrift; die Einsetzung [geschieht] in der Reihenfolge von der Mittelplatte aus.

Wort für Wort
pṛthvī-mūrti-adhipataye brahmaṇe
Brahmā, dem Herrn der Erdgestalt
kalaśān pañca
die fünf Krüge
nija-nāmabhiḥ
mit ihren eigenen Namen
nirundhīta vidhānena
soll nach Vorschrift verschließen
nyāsaḥ madhya-śilā-kramāt
die Einsetzung ab der Mittelplatte

kuryāt prākāramantreṇa bhūtidarbhaistataḥ / kuṇḍeṣu dhārikāṃ śaktiṃ vinyasyābhyarcya tarpayet //

Mit dem Wall-Mantra (prākāra) mache man [eine Umwallung] mit Asche und Darbha-Gras. Dann setze man in den Feuergruben die tragende Kraft (dhārikā śakti) ein, verehre und sättige

Wort für Wort
prākāra-mantreṇa
mit dem Wall-Mantra
bhūti-darbhaiḥ
mit Asche und Darbha
kuṇḍeṣu dhārikām śaktim
in den Gruben die tragende Kraft
vinyasya abhyarcya tarpayet
einsetzend, verehrend soll man sättigen

Pāda b ist unvollständig (eine Silbe fehlt).

tattvatattvādhipān mūrtīrmūrtīśāṃś ca ghṛtādibhiḥ / tato brahmāṃśaśuddhyarthaṃ mūlāṅgaṃ brahmabhiḥ kramāt //

die Tattvas und Tattva-Herren, die Gestalten und die Herren der Gestalten mit Ghee usw. Dann [opfere man] zur Reinigung der Brahmā-Anteile den Grund[-Mantra] und die Glied[-Mantras] mit den Brahma-[Mantras] der Reihe nach –

Wort für Wort
tattva-tattva-adhipān
Tattvas und Tattva-Herren
mūrtīḥ mūrti-īśān
Gestalten und Gestaltenherren
ghṛta-ādibhiḥ
mit Ghee usw.
brahma-aṃśa-śuddhi-artham
zur Reinigung der Brahmā-Anteile
mūla-aṅgam brahmabhiḥ
Grund- und Gliedmantra mit den Brahma-Mantras

brahmāṃśa: der Brahmā zugeordnete Teil des Liṅga bzw. der Platten [?].

kṛtvā śatādipūrṇāntaṃ prokṣyāḥ śāntijalaiḥ śilāḥ / pūjayecca kuśaiḥ spṛṣṭvā pratitattvamanukramāt //

nachdem man [Opfer] von hundert usw. bis zur Vollspende vollzogen hat, sind die Platten mit Beruhigungswasser (śāntijala) zu besprengen; und man verehre [sie], indem man sie mit Kuśa berührt, Tattva für Tattva der Reihe nach.

Wort für Wort
kṛtvā śata-ādi-pūrṇa-antam
hundert usw. bis zur Vollspende vollziehend
prokṣyāḥ śānti-jalaiḥ śilāḥ
die Platten sind mit Beruhigungswasser zu besprengen
kuśaiḥ spṛṣṭvā
mit Kuśa berührend
prati-tattvam anukramāt
Tattva für Tattva der Reihe nach

sāṃnidhyamatha sandhānaṃ kṛtvā śuddhaṃ punarnyaset / evaṃ bhāgatraye karma gatvā gatvā samācaret //

Nachdem man Vergegenwärtigung (sānnidhya) und Verbindung (sandhāna) vollzogen hat, setze man das Gereinigte erneut ein. So vollziehe man die Handlung in den drei Teilen, jeweils [zu jedem] hingehend.

Wort für Wort
sānnidhyam sandhānam kṛtvā
Vergegenwärtigung und Verbindung vollziehend
śuddham punaḥ nyaset
soll das Gereinigte wieder einsetzen
bhāga-traye karma
die Handlung in den drei Teilen
gatvā gatvā samācaret
jeweils hingehend vollziehen

oṃ āṃ īṃ ātmatattvavidyātattvābhyāṃ namaḥ iti / saṃspṛśed darbhamūlādyair brahmāṅgāditrayaṃ kramāt / kuryāttattvānusandhānaṃ hrasvadīrghaprayogataḥ //

„oṃ āṃ īṃ ātmatattvavidyātattvābhyāṃ namaḥ“ (Oṃ āṃ īṃ, Verehrung dem Ātma-Tattva und dem Vidyā-Tattva) – so. Mit der Wurzel usw. des Darbha-Grases berühre man die drei [Teile], den Brahmā-Teil usw., der Reihe nach; man vollziehe die Verknüpfung der Tattvas durch Anwendung von kurzem und langem [Vokal].

Wort für Wort
ātma-tattva-vidyā-tattvābhyām namaḥ
Verehrung dem Ātma- und Vidyā-Tattva
saṃspṛśet darbha-mūla-ādyaiḥ
soll mit Darbha-Wurzel usw. berühren
brahma-aṅga-ādi-trayam
die drei, Brahmā-Teil usw.
tattva-anusandhānam
Verknüpfung der Tattvas
hrasva-dīrgha-prayogataḥ
durch Anwendung von Kurz und Lang

oṃ hāṃ uṃ vidyātattvaśivatattvābhyāṃ namaḥ / ghṛtena madhunā pūrṇāṃstāmrakumbhān saratnakān / pañcagavyārghyarsasiktān lokapālādhidaivatān //

„oṃ hāṃ uṃ vidyātattvaśivatattvābhyāṃ namaḥ“ (Oṃ hāṃ uṃ, Verehrung dem Vidyā-Tattva und dem Śiva-Tattva). Kupferkrüge, mit Ghee und Honig gefüllt, mit Juwelen versehen, mit Pañcagavya und Arghya[-Wasser] besprengt, deren Gottheiten die Weltenhüter sind,

Wort für Wort
vidyā-tattva-śiva-tattvābhyām
dem Vidyā- und Śiva-Tattva
ghṛtena madhunā pūrṇān
mit Ghee und Honig gefüllt
tāmra-kumbhān sa-ratnakān
Kupferkrüge mit Juwelen
pañcagavya-arghya-siktān
mit Pañcagavya und Arghya besprengt
lokapāla-adhidaivatān
mit den Weltenhütern als Gottheiten

arghyarsasiktān lies arghyasiktān.

pūjayitvā nijair mantraiḥ sannidhau homamācaret / śilānāmatha sarvāsāṃ saṃsmaredadhidaivatāḥ //

soll man, nachdem man sie mit ihren eigenen Mantras verehrt hat, in ihrer Gegenwart das Feueropfer vollziehen. Dann gedenke man der Schutzgottheiten aller Platten:

Wort für Wort
pūjayitvā nijaiḥ mantraiḥ
mit eigenen Mantras verehrend
sannidhau homam ācaret
soll in der Gegenwart das Feueropfer vollziehen
śilānām sarvāsām
aller Platten
saṃsmaret adhidaivatāḥ
soll der Schutzgottheiten gedenken

vidyārūpāḥ kṛtasnānā hemavārṇāḥ śilāmbarāḥ / nyūnādidoṣamoṣārthaṃ vāstubhūmeś ca śuddhaye / yajedastreṇa mūrdhāntamāhutīnāṃ śataṃ śataṃ //

wissensgestaltig, gebadet, goldfarben, mit Steinen als Gewand [?]. Zur Tilgung von Fehlern wie Mangelhaftigkeit usw. und zur Reinigung des Bauplatzbodens opfere man mit dem Waffen[-Mantra] bis zum Haupt[-Mantra] [?] je hundert Opfergaben.

Wort für Wort
vidyā-rūpāḥ kṛta-snānāḥ
wissensgestaltig, gebadet
hema-varṇāḥ
goldfarben
nyūna-ādi-doṣa-moṣa-artham
zur Tilgung von Mängeln usw.
vāstu-bhūmeḥ śuddhaye
zur Reinigung des Bauplatzes
āhutīnām śatam śatam
je hundert Opfergaben

hemavārṇāḥ lies hemavarṇāḥ; śilāmbarāḥ unklar; mūrdhāntam „bis zum Haupt“ unsicher.

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