Kapitel 45: piṇḍikālakṣaṇakathanaṃ
Darlegung der Merkmale des Bildsockels
Beschreibung des Sockels (piṇḍikā) für Götterbilder mittels eines Rasters von 64 Feldern, mit Randleiste, Rinne und Wasserabfluss; anschließend die Proportionen eines weiblichen Götterbildes (Lakṣmī) und kurz Garuḍa. Die Versnummer 14 fehlt in der Quelle. Das Kolophon lautet abweichend piṇḍikālakṣmādilakṣaṇaṃ; mehrere Wörter in V. 15-16 sind verderbt (cāmubujaṃ, vittvaṃ).
bhagavānuvāca | piṇḍikālakṣaṇaṃ vakṣye dairghyeṇa pratimāsamā / ucchrāyaṃ pratimārdhantu catuḥṣaṣṭipuṭāṃ ca tām //
Der Erhabene sprach: Ich will die Merkmale des Sockels (piṇḍikā) verkünden. In der Länge sei er dem Bild gleich, in der Höhe die Hälfte des Bildes, und diesen [teile man] in vierundsechzig Felder.
Nach verschiedenen Arten unterschieden, ist dieser Sockel glückverheißend und heilbringend (bhadrā). Die Göttin Lakṣmī ist acht Tālas [groß] zu machen, ebenso die [anderen] Frauen[gestalten].
Die Brauen sind um ein Yava größer zu machen, die Nase um ein Yava kleiner; das Gesicht um ein Golaka größer, nach oben [gerichtet], ohne Schrägstellung [?].
Das Ohrgehänge (karṇapāśa) ist größer zu machen, nach der Schnur in Höhe der Mundwinkel; die beiden Schultern soll man geneigt und um eine Kalā vermindert machen.
Fußrücken, Gesäßbacken [und] Hüfte bilde man entsprechend den Anteilen; die Finger ebenso um ein Siebtel geringer; lang, [bemessen] nach Durchmesser und Umfang [?].
netraikavarjitāyāmā jaṅghorū ca tathā kaṭiḥ / madhyapārśvaṃ ca tadvṛttaṃ ghanaṃ pīnaṃ kucadvayaṃ //
Um ein Netra verminderter Länge [seien] Unterschenkel und Oberschenkel und ebenso die Hüfte; die Mitte und die Seiten [seien] gerundet, die beiden Brüste fest und voll.
in der linken die Bilva-Frucht; an den Seiten zwei schöne Frauen mit Fliegenwedeln in der Hand. Garuḍa aber [sei] langnasig. Nun will ich [die Steine] mit Rad-Zeichen (cakrāṅga) usw. beschreiben.
Wort für Wort
vāme
in der linken
bilvam (vittvaṃ)
Bilva-Frucht [?]
cāmara-hastake
mit Fliegenwedeln in der Hand
dīrgha-ghoṇaḥ garuḍaḥ
Garuḍa langnasig
cakra-aṅga-ādyān
die mit Rad-Zeichen usw.
atha vade
nun spreche ich
vittvaṃ ist wohl für bilvaṃ ('Bilva-Frucht') verschrieben. cakrāṅga leitet zu den Śālagrāma-Steinen des folgenden Kapitels über.