Anleitung zur Herstellung eines Śiva-Liṅga: Einteilung in Brahmā-, Viṣṇu- und Śiva-Teil (viereckig, achteckig, rund), Formung des schirmförmigen Kopfes, Messlinien und schließlich Aufbau des Sockels (piṇḍikā) mit Randleiste, Rinne, Bändern und Ausguss nach Norden. Mehrere Maßangaben sind durch Verschreibungen unsicher (V. 3 varṇārdhaṃ, V. 10 vaiyamana, V. 20 dyaṃgena).
Der Erhabene sprach: Ich will die Merkmale des Liṅga usw. verkünden, o Lotosgeborener, höre dies. Nachdem man die Hälfte der Länge durch acht (vasu) geteilt und davon drei Teile weggelassen hat,
soll man die Dicke mit den fünf (bhūta) Teilen viereckig machen lassen. Die Länge nach den [drei] Gestalten teilend, lege man der Reihe nach einen, zwei und drei [Teile] an
Wort für Wort
viṣkambham
Dicke, Durchmesser
bhūta-bhāgaiḥ
mit fünf Teilen
caturasram
viereckig
āyāmam mūrtibhiḥ bhaktvā
die Länge nach den Gestalten teilend
eka-dvi-tri-kramāt
der Reihe nach eins, zwei, drei
bhūta = 5; mūrti hier wohl die drei Götter Brahmā, Viṣṇu, Śiva.
in den Anteilen Brahmās, Viṣṇus und Śivas: dieser heißt der 'wachsende' (vardhamāna). Beim Viereckigen markiere man die Hälfte der Seite [?] an den verborgenen Ecken;
Wort für Wort
brahma-viṣṇu-śiva-aṃśeṣu
in den Teilen Brahmās, Viṣṇus, Śivas
vardhamānaḥ
der Wachsende
caturasrasya
des Viereckigen
karṇa-ardham (varṇārdhaṃ)
halbe Diagonale [?]
guhya-koṇeṣu lāñchayet
markiere an den verborgenen Ecken
varṇārdhaṃ wohl für karṇārdhaṃ ('halbe Diagonale').
Der Kundige soll die Mittelschnur [ziehen], die bis zum Brahmā- und Rudra-Teil reicht, so wie [bei] einem Liṅga von sechzehn Aṅgulas, das in sechs Teile geteilt ist;
Und vom fünften Teil an nach oben lasse man, im Bogen führend, eine Linie herabhängen; einen Teil auslassend, lasse man die Verbindung der beiden herstellen.
Nachdem der Wissende die Einsenkung des Brahmā-Teils und die Höhe des Liṅga erkannt hat, setze er die Brahmā-Platte richtig auf die Werkplatte (karmaśilā).
Nachdem man in der Mitte eine Aushöhlung von drei Teilen gemacht hat, teile man den Sitz ein; mit einem Drittel der Hälfte des eigenen Maßes bilde man die Stärke.
Oder die Rinne [mache] der Maßkundige mit einem Sechzehntel der Randleiste. Die Höhe dieses Sitzes lasse man mit den abgewandelten Gliedern [?] machen.
An der Wurzel die Breite einer Fingerspitze [?], an der Spitze mit einem Drittel und der Hälfte [?]; die Rinne mache man leicht vertieft, und zwar nach Norden. Dieses Liṅga samt Sockel gilt als das allgemeine.
Wort für Wort
mūle
an der Wurzel
aṅguli-agra-vistāram
Breite einer Fingerspitze [?]
īṣat nimnam
leicht vertieft
uttareṇa
nach Norden
piṇḍikā-sahitam liṅgam
Liṅga samt Sockel
Maßangabe der ersten Zeile unklar. Vers mit drei Halbverspaaren.