Agni behandelt Gelübde, die nach Anzahl von Tagen bemessen sind: Kuh-, Wunschbaum- und Erdgaben mit Milchfasten, das Drei-Nächte-Gelübde (trirātra) mit Abschlussgebet an die Brahmanen, das Kārttika-Gelübde sowie die Bußübungen Māhendra-, Bhāskara- und Śāntapana-Kṛcchra. Mehrere Verschreibungen (samuhiśya, dadet, vratakatratī, śukre) sind vermerkt.
Agni sprach: Ich werde die Tagesgelübde erklären; zuerst lehre ich das Kuhgelübde: Wer eine 'doppelgesichtige' [Kuh] [Anm.: eine gerade kalbende Kuh], mit reichlich Gold versehen, spendet
und lebe einen Tag lang nur von Milch: [so] gelangt man zu Rudra; [dies ist] der Tagesgelübdehalter. Wer in jeder Monatshälfte drei Nächte mit [nur] einer Mahlzeit verbringt,
der erlangt als Hüter des Drei-Nächte-Gelübdes reichen Besitz. Wer jeden Monat drei Nächte lang [so] isst und nur eine Mahlzeit nimmt, [erlangt] die Würde eines Gaṇa-Herrn.
Den Spruch 'Oṃ namo vāsudevāya' [Anm.: 'Oṃ, Verehrung dem Vāsudeva'] murmele er tausend- oder hundertmal. Am achten Tag nehme er nur eine Mahlzeit, drei Tage faste er.
Am zwölften verehre er Viṣṇu; im Kārttika lasse er das Gelübde [erneut] vollziehen. Nachdem er Brahmanen gespeist hat, [gebe er] Kleider, Lager und Sitze,
wer in der hellen Hälfte des Kārttika Viṣṇu verehrt, fährt im Wagen der Götter. Wer im Caitra drei Nächte nur nachts isst und fünf Ziegen spendet, wird glücklich.
Drei Nächte lang Milch trinken und drei Tage vollständig fasten, beginnend mit dem sechsten Tag in der hellen Hälfte des Kārttika: das heißt Māhendra-Kṛcchra [Anm.: 'Buße des großen Indra'].
pañcarātraṃ payaḥ pītvā dadhyāhāro hy upoṣitaḥ / ekādaśyāṃ kārttike tu kṛcchro 'yaṃ bhāskarorthadaḥ //
Fünf Nächte Milch trinken, [dann] sich von Sauermilch ernähren und am elften im Kārttika fasten: diese Bußübung ist die Bhāskara-[Buße], die Güter gewährt.
Reisschleim, Gerstenbrei, Gemüse, Sauermilch, Milch, Butterschmalz [und] Wasser [an aufeinanderfolgenden Tagen], beginnend mit dem fünften in der hellen Monatshälfte: das heißt Śāntapana-Kṛcchra.