Kapitel 184: aṣṭamīvratāni
Weitere Gelübde des achten Mondtags
Weitere Gelübde des achten Mondtags: Mātṛgaṇāṣṭamī, das Kṛṣṇāṣṭamī-Gelübde für Śiva mit wechselnden Namen und Speisen durch die zwölf Monate, das Svargati-Gelübde, das Budhāṣṭamī-Gelübde (Achter an einem Mittwoch) mit der Legende von Dhīra, Kauśika und Vijayā sowie das Trinken von Aśoka-Knospen im Caitra. japen in V. 1 ist wohl für yajen verschrieben; die Legende (V. 13–20) ist stark verkürzt und stellenweise unklar.
Agni sprach: Durch Verehrung der Mütter, beginnend mit Brahmāṇī, begehe man den Mātṛgaṇa-Achten. Wer am Achten der dunklen Hälfte im Monat Caitra ein Jahr lang Kṛṣṇa verehrt, erlangt Reichtum.
Wort für Wort
brahma-ādi-mātṛ-yajanāt
durch Verehrung der Mütter, beginnend mit Brahmāṇī
mātṛ-gaṇa-aṣṭamīm
den Mütterschar-Achten
kṛṣṇa-aṣṭamyām
am Achten der dunklen Hälfte
pūjya abdam
ein Jahr verehrt habend
artha-bhāk
des Reichtums teilhaftig
japen („murmele“) wohl für yajen; kṛṣṇāṣṭābhyāṃ für kṛṣṇāṣṭamyāṃ.
auf dem Boden schlafend verehre der Gelübdeträger in der Nacht Śaṅkara. Im Pauṣa [verehre man] Śambhu, nachdem man Schmelzbutter genossen hat, im Māgha Maheśvara [nach Genuss von] Milch,
Wort für Wort
bhūmi-śāyī
auf dem Boden schlafend
śaṅkaram pūjayet
verehre Śaṅkara
pauṣe śambhum
im Pauṣa Śambhu
ghṛtam prāśya
Schmelzbutter genossen habend
māghe kṣīram maheśvaram
im Māgha Milch, Maheśvara
Beginn der Monatsreihe (V. 3–7): je Monat ein Name Śivas und eine Speise.
saure Milch essend, und er vollziehe Feueropfer. Am Jahresende verehre man im Maṇḍala; dem Lehrer gebe man Kuh, Gewand und Gold, den Brahmanen Entsprechendes.
Nachdem man die Zweimalgeborenen [um Zustimmung] gebeten und gespeist hat, erlangt man Genuss und Erlösung. Wer an den Achten [nur] nachts isst und am Jahresende eine Milchkuh schenkt,
dann übe man das Gelübde oder [nehme] mit Rohzucker bereitete Speise zu sich [?]. Die an ihm die Regel befolgen, werden keinen geschmälerten Wohlstand haben.
Wort für Wort
vratam prakurvīta
übe man das Gelübde
sa-guḍa-āśitā
Essen mit Rohzucker
niyama-kartāraḥ
die die Regel befolgen
na khaṇḍita-sampadaḥ
nicht mit geschmälertem Wohlstand
saguḍāśitā („das Essen von Speise mit Rohzucker“) unsicher.
Aus acht Handvoll Reiskörnern, abzüglich zwei Fingerbreit, bereite man eine Mahlzeit in einem Becher aus Mangoblättern, mit Kuśa, [und verehre] Ambikā samt ihrem Gefolge [?].
Wort für Wort
taṇḍulasya aṣṭa-muṣṭīnām
von acht Handvoll Reiskörnern
varjayitvā aṅgulī-dvayam
zwei Fingerbreit ausgenommen
bhaktam kṛtvā
eine Mahlzeit bereitet habend
āmra-puṭe
in einem Mangoblatt-Becher
sa-kula-ambikām
Ambikā samt Gefolge
varjayitvāṅgulīdvayaṃ („zwei Finger(breit) ausgenommen“) und sakulāmbikāṃ unklar.
sāttvikaṃ pūjayitvāṅgaṃ bhuñjīta ca kathāśravāt / śaktito dakṣiṇāndadyāt karkaṭīntaṇḍulānvitāṃ //
Nachdem man die reine (sāttvika) [Gottheit] samt ihren Gliedern verehrt hat, esse man nach dem Anhören der Geschichte. Nach Vermögen gebe man einen Opferlohn, eine Karkaṭī [?] mit Reiskörnern.
eine Schar himmlischer Frauen und sagte: „Gebt [mir] Speise!“ Die Frauenschar sprach: „Iss, nachdem du das Gelübde vollzogen hast, da du [unser] Gast bist.“
Als Vijayā, die bei Yama lebte, ihre Eltern in der Hölle sah, geriet sie in Kummer und sprach zu [Yama], der von der Jagd gekommen war: „Wie wird man aus der Hölle befreit?“
Yama sprach: „Durch zwei Gelübde.“ Als Kauśika das erfuhr, gab er [ihnen] die Frucht zweier Budhāṣṭamī-Gelübde; daraufhin gelangten die Eltern in den Himmel.
caitre māsi sitāṣṭamyāṃ na te śokamavāpnuyuḥ / tvāmaśokaharābhīṣṭa madhumāsasamuḍgava //
am achten der hellen Hälfte im Monat Caitra, erleiden keinen Kummer. [Spruch:] „Dich, o Aśoka, Kummervertreiber, Geliebter, im Frühlingsmonat Entsprossener,
Wort für Wort
caitre māsi sita-aṣṭamyām
am hellen Achten im Caitra
na śokam avāpnuyuḥ
erleiden keinen Kummer
aśoka
o Aśoka
śoka-hara
Kummervertreiber
madhu-māsa-samudbhava
im Frühlingsmonat entsprossen
samuḍgava für samudbhava; pivanti/pivāmi für pibanti/pibāmi.