Kapitel 77: kapilādipūjāvidhānam
Vorschrift über die Verehrung der Kapilā-Kuh usw.
Verehrung der Kapilā-Kuh mit Mantras, Mittagsverehrung Śivas, Weihe der Speise, das Herdopfer (cullikāhoma) mit Spenden an die Hausgottheiten von Herd, Mörser, Mahlstein, Besen usw., sowie Regeln für das Essen mit Āpośana und den fünf Lebenshauch-Spenden. Kopftitel kapilādipūjāvidhanaṃ (für -vidhānaṃ), das Kolophon nennt abweichend vāstupūjākathanaṃ. Einige Stellen sind verderbt (V. 20, 22), das Kapitelende (V. 24) wirkt abgebrochen.
Īśvara sprach: Die Verehrung der Kapilā (der rötlichbraunen Kuh) werde ich verkünden; mit diesen Mantras verehre man die Kuh: „Oṃ, Kapilā, Nandā (Freudenreiche), Verehrung! Oṃ, Kapilā, Bhadrikā (Glückbringende), Verehrung!
Mögen sie den von mir gegebenen Bissen annehmen!“ – Nach diesem Murmeln möge ich makellos, [ja] Śiva sein. Nachdem der Mensch die Wissensbücher verehrt hat, verneige er sich vor den Füßen des Lehrers.
Nach dem Bad aber verehre er zu Mittag Śiva mit der Acht-Blumen-Verehrung. Die Verehrung von Sitz, Gestalt, Śiva und [seinen] Gliedern ist die Acht-Blumen-Verehrung.
madhyāhne bhojanāgāre sulipte pākamānayet / tato mṛtyuñjayenaiva vauṣaḍantena saptadhā //
Zu Mittag bringe er im gut [mit Dung] bestrichenen Speiseraum die gekochte Speise herbei. Dann, mit dem auf vauṣaṭ endenden Mṛtyuñjaya[-Mantra] siebenmal
besprochenen Wassertropfen, die sich samt Darbha in einer Muschel befinden, besprenge er sie. Den ersten Anteil aller Speisen nehme er heraus und bringe ihn Śiva dar.
Dann bestimme er die Hälfte [davon] für das Verfahren der Herdopferung (cullikāhoma). Nachdem er den Herd nach Vorschrift gereinigt hat, [opfere er in] dessen Feuer eine Einatmungsspende
hutvā nābhyagninā caikaṃ tato recakavāyunā / vahnivījaṃ samādāya kādisthānagatikramāt //
und eine mit dem Nabelfeuer; dann, mit dem Ausatmungswind, nachdem er das Feuer-Bīja aufgenommen hat, gemäß der Abfolge des Durchgangs durch die Stellen, die mit Ka beginnen [?],
Hāṃ, dem Agni Sviṣṭakṛt!“ – diese verehre er, von Osten beginnend. Nachdem er eine auf svāhā endende Spende gegeben und um Verzeihung gebeten hat, entlasse er [sie].
Banyan, Aśvattha, Arka, … [?], Sarja und Bhallātaka meide er [als Blätter]. Nachdem er zuvor das Āpośana (Wasserschluck vor dem Essen) genommen hat, mit [den Namen] Prāṇa usw., mit Oṃ versehen
udānāya ca vyānāya bhuktvā cullakamācaret / amṛtāpiścānamasīti śarīre 'nnādivāyavaḥ //
dem Udāna und dem Vyāna!“ Nach dem Essen spüle er mit einer Handvoll Wasser [und] „Du bist die Nektar-Decke“. Im Körper [sind] die Winde der Speise usw. [?]
Wort für Wort
udānāya vyānāya
dem Udāna und Vyāna
bhuktvā
nach dem Essen
cullakam ācaret
er nehme eine Handvoll Wasser
amṛtāpidhānam asi
du bist die Nektar-Decke
śarīre annādivāyavaḥ
im Körper die Winde der Speise usw. [?]
amṛtāpiścānam für amṛtāpidhānam; der letzte Halbvers ist abgebrochen, das Kapitel endet unvermittelt.