Kapitel 365: kṣatraviṭśūdravargāḥ
Die Wortgruppen für Kṣatriya, Vaiśya und Śūdra
Lexikographisches Kapitel: Wortschatz des Kriegerstandes (König, Minister, Beamte, zwischenstaatliche Politik, Elefanten, Waffen, Heeresgliederung, Kampf und Tod), des Vaiśya-Standes (Erwerb, Getreide, Küche, Rinder, Handel, Zahlwörter, Maße und Gewichte, Metalle und Mineralien) und des Śūdra-Standes (Handwerker und niedrige Berufe). Zahlreiche Schreibfehler der Digitalisierung (z.B. „saruḥ“ für „tsaruḥ“, „vupaṃ“ für „busaṃ“) sind in den Anmerkungen vermerkt; das Kolophon schreibt „kṣatraviṭśīdravargā māma“ für „…śūdravargā nāma“.
Agni sprach: mūrdhābhiṣikta, rājanya, bāhuja, kṣatriya und virāj (bedeuten den Kṣatriya). Ein König aber, vor dem sich sämtliche Vasallen verneigen, heißt adhīśvara (Oberherr);
(ebenso) cakravartin und sārvabhauma (Weltherrscher). Ein anderer König (heißt) maṇḍaleśvara (Herr eines Landkreises). mantrin, dhīsaciva und amātya (bedeuten Minister); mahāmātra und pradhāna (hohe Beamte).
Für den, der die Rechtsfälle prüft, (stehen) prāḍvivāka und akṣadarśaka (Richter). bhaurika (bedeutet) den Aufseher über das Gold (Schatzmeister). Ferner sind adhyakṣa und adhikṛta gleichbedeutend (Vorsteher).
ṣaṇḍa und varṣavara sind gleichbedeutend (Eunuch). sevaka, arthin und anujīvin (bedeuten Diener). Der König (des Landes) unmittelbar jenseits des (eigenen) Gebietes ist der Feind; der darüber hinaus ist der Freund.
Noch weiter (entfernt) ist der udāsīna (Neutrale). pārṣṇigrāha aber ist der im Rücken (angreifende Feind). cara, spaśa und praṇidhi (bedeuten Späher). Die künftige Zeit (heißt) āyati.
Die gegenwärtige Zeit heißt tadātva. udarka (bedeutet) künftige Frucht (Folge). adṛṣṭa (heißt eine Gefahr) wie Feuer, Wasser usw.; dṛṣṭa (eine), die vom eigenen oder feindlichen Heer ausgeht.
bhadrakumbha (bedeutet) den vollen (Weihe-)Krug. bhṛṅgāra (bedeutet) goldenen Wasserkrug. prabhinna, garjita und matta (bedeuten brünstig, vom Elefanten). vamathu (bedeutet) den Wasserstrahl aus dem Rüssel.
sṛṇi (Femininum) und aṅkuśa (nicht feminin) (bedeuten den Elefantenhaken). paristoma und kutha (in beiden Genera) (bedeuten die bunte Elefantendecke). karṇīratha und pravahaṇa (bedeuten Sänfte); dolā, preṅkhā usw. (feminin) (bedeuten Schaukel/Trage).
śīrṣaṇya und śirastra (bedeuten Helm). Ferner tanutra, varman und daṃśana (bedeuten Rüstung). āmukta, pratimukta, pinaddha und apinaddha (bedeuten angelegt, von der Rüstung).
vyūha aber (bedeutet) Aufstellung der Truppen. cakra und anīka (nicht feminin) (bedeuten Heer). Ein Elefant, ein Wagen, drei Pferde und fünf Fußsoldaten (bilden) eine patti.
Wenn alle Teile der patti jeweils verdreifacht werden, entstehen der Reihe nach die folgenden Benennungen: senāmukha, gulma, gaṇa, vāhinī, pṛtanā, camū,
(und) anīkinī; zehn anīkinī mit Elefanten usw. (bilden) eine akṣauhiṇī. dhanus, kodaṇḍa und iṣvāsa (bedeuten Bogen); sein Ende wird koṭi (und) aṭanī genannt.
Wort für Wort
anīkinī
Heeresabteilung
daśa anīkinyaḥ akṣauhiṇī
zehn Anīkinī: eine Akṣauhiṇī
dhanuḥ kodaṇḍa iṣvāsau
Bogen
koṭiḥ aṭanī
Bogenende
„'kṣohiṇyo“ für „'kṣauhiṇī“; „koṭirasyāṭanī“ = koṭir asya aṭanī.
nastaka aber (bedeutet) die Mitte des Bogens. maurvī, jyā, śiñjinī und guṇa (bedeuten die Sehne). pṛṣatka, bāṇa, viśikha, ajihmaga, khaga und āśuga (bedeuten Pfeil).
tūṇopāsaṅgatūṇīraniṣaṅgā iṣudhirdvayoḥ / asirṛṣṭiś ca nistriṃśaḥ karavālaḥ kṛpālaḥ kṛpāṇavat //
tūṇa, upāsaṅga, tūṇīra, niṣaṅga und iṣudhi (in beiden Genera) (bedeuten Köcher). asi, ṛṣṭi, nistriṃśa, karavāla, kṛpāla wie auch kṛpāṇa (bedeuten Schwert).
tsaru ist der Griff des Schwertes. īlī aber (bedeutet) karapālikā (Kurzschwert). kuṭhāra und svadhiti (in beiden Genera) (bedeuten Axt). churikā und asiputrikā (bedeuten Messer, Dolch).
Wort für Wort
tsaruḥ khaḍgasya muṣṭau
Schwertgriff
īlī karapālikā
Kurzschwert
kuṭhāraḥ svadhitiḥ
Axt
churikā asiputrikā
Messer, „Schwerttöchterchen“
„saruḥ“ für „tsaruḥ“; „suṣṭau“ für „muṣṭau“; „sudhitiḥ“ für „svadhitiḥ“.
prāsa aber ist als kunta (Lanze) zu verstehen. sarvalā und tomara (nicht feminin) (bedeuten Wurfspieß). vaitālika und bodhakara (bedeuten Wecksänger); māgadha und vandin (Sänger) beim Lobpreis.
saṃśaptaka aber (heißen die Krieger), die gemäß ihrem Schwur nicht aus der Schlacht weichen. patākā, vaijayantī, ketana und dhvaja (nicht feminin) (bedeuten Fahne).
Ackerbau usw. sind als Erwerbsweisen zu verstehen. kusīda (bedeutet) Leben vom Zins. uddhāra (bedeutet) Ausleihen von Geld. kaṇiśa (bedeutet) Ähre des Getreides.
kiṃśāru (bedeutet) die Granne des Getreides. stamba (und) guccha (bedeuten) Büschel von Gras usw. dhānya, vrīhi und stambakari (bedeuten Getreide, Reis). kaḍaṅgara wird (auch) busa (Spreu) genannt.
Wort für Wort
kiṃśāruḥ sasyaśūkam
Granne
stambaḥ gucchaḥ
Büschel
dhānyam vrīhiḥ stambakariḥ
Getreide, Reis
kaḍaṅgaraḥ busam
Spreu
„gutsas“ für „gucchas“; „dhāmyaṃ“ für „dhānyaṃ“; „vupaṃ“ für „busaṃ“.
māṣa usw. (gehören) zum Hülsengetreide (śamīdhānya); Gerste usw. zum Grannengetreide (śūkadhānya); nīvāra usw. sind Grasgetreide (Wildreis). śūrpa wird (auch) prasphoṭana genannt (Worfelkorb).
syūta und praseva (bedeuten Sack); kaṇḍola und piṭa (Korb); kaṭa und kiliñjaka (Matte) sind (jeweils) gleichbedeutend. Für rasavatī (Küche) stehen pākasthāna und mahānasa.
āranāla aber (heißt auch) kulmāṣa (saurer Reisschleim). bāhlīka, hiṅgu und rāmaṭha (bedeuten Asant). niśā, haridrā und pītā (feminin) (bedeuten Gelbwurz). Für khaṇḍa (Rohzucker) stehen matsyaṇḍī und phāṇita.
jemana, lepa und āhāra (bedeuten Speise). māheyī, saurabhī und go (bedeuten Kuh). Die Zieher von Jochen usw. (heißen) yugya, prāsaṅgya und śākaṭa (Zugtiere).
Wort für Wort
jemanam lepaḥ āhāraḥ
Speise
māheyī saurabhī gauḥ
Kuh
yuga-ādīnām voḍhāraḥ
Zieher von Joch usw.
yugya prāsaṅgya śākaṭāḥ
Zugtiere
„boḍhāro“ für „voḍhāro“; „prasāṅgya“ für „prāsaṅgya“.
cirasūtā (und) baṣkayaṇī (heißt eine Kuh, die) vor langer Zeit gekalbt hat; dhenu (eine), die frisch gekalbt hat. sandhinī (ist die) vom Stier besprungene; vehat (die), die ihre Leibesfrucht verliert.
paṇyājīvo hy āpaṇiko nyāsaścopanidhiḥ pumān / vipaṇo vikrayaḥ saṅkhyā saṅkhyeye hy ādaśa triṣu //
paṇyājīva (bedeutet) āpaṇika (Händler). nyāsa und upanidhi (Maskulinum) (bedeuten Depositum, anvertrautes Gut). vipaṇa (bedeutet) Verkauf. Die Zahlwörter bis zehn stehen für das Gezählte in allen drei Genera.
Wort für Wort
paṇyājīvaḥ āpaṇikaḥ
Händler
nyāsaḥ upanidhiḥ
anvertrautes Gut
vipaṇaḥ vikrayaḥ
Verkauf
saṅkhyā saṅkhyeye ā daśa triṣu
Zahlwörter bis zehn für das Gezählte in drei Genera
Die Zahlwörter von viṃśati (zwanzig) an stehen immer im Singular, und zwar alle sowohl für das Gezählte als auch für die Zahl (selbst). Im Sinne der Zahl stehen sie (auch) im Dual und Plural; unter ihnen sind die bis navati (neunzig) feminin.
Nach paṅkti (zehn?) folgen śata, sahasra usw., der Reihe nach jeweils zehnfach höher. Maß (erfolgt) mit Waage, Fingerbreite und Prastha (Gewicht, Länge, Hohlmaß). Fünf guñjā (-Beeren) sind der erste (Gewichtsbegriff), ein māṣaka.
Wort für Wort
śata-sahasra-ādi
hundert, tausend usw.
daśa-guṇa-uttaram
jeweils zehnfach höher
mānam tulā-aṅguli-prasthaiḥ
Maß durch Waage, Finger, Prastha
guñjāḥ pañca māṣakaḥ
fünf Guñjā: ein Māṣaka
„lāṅguli“ als „tulāṅguli“ gelesen; die Deutung von „paṅkteḥ“ ist unsicher.
Sechzehn davon sind ein akṣa oder karṣa (nicht feminin); ein pala sind vier karṣa. suvarṇa und bista (bezeichnen) einen akṣa Gold; kurubista aber ein pala davon.
Wort für Wort
te ṣoḍaśa akṣaḥ karṣaḥ
sechzehn (Māṣaka): ein Akṣa/Karṣa
palam karṣa-catuṣṭayam
ein Pala: vier Karṣa
suvarṇa bistau hemnaḥ akṣe
Suvarṇa, Bista: ein Akṣa Gold
kurubistaḥ tat-pale
Kurubista: ein Pala davon
„vistau“ für „bistau“; „kuruvista“ für „kurubista“.
śulba und audumbara (bedeuten Kupfer). Für lauha (Eisen) (stehen) tīkṣṇa, kālāyasa und ayas. kṣāra (bedeutet) kāca (Glas/Alkali). Ferner stehen capala, rasa und sūta für pārada (Quecksilber).
vṛṣala, jaghanyaja und śūdra (bedeuten den Śūdra). Die Caṇḍālas und andere Niedrigste sind Mischkasten (saṅkara). kāru und śilpin (bedeuten Handwerker); ein Zusammenschluss solcher mit gleicher Kaste heißt śreṇi (Zunft, in beiden Genera).
Wort für Wort
vṛṣalāḥ jaghanyajāḥ śūdrāḥ
Śūdras, „zuletzt Geborene“
cāṇḍāla-antyāḥ saṅkarāḥ
Caṇḍālas u.a.: Mischkasten
kāruḥ śilpī
Handwerker
śreṇiḥ sajātibhiḥ
Zunft von Standesgleichen
„jadhanyajāḥ“ für „jaghanyajāḥ“; „śaṅkarāḥ“ für „saṅkarāḥ“.
paṭu, peśala und dakṣa (bedeuten geschickt). mṛgayu wird (auch) lubdhaka genannt (Jäger). cāṇḍāla aber (heißt auch) divākīrti. pusta (bezeichnet) die Arbeit im Modellieren usw.