Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 253: vyavahārakathanam Darlegung des Rechtsverfahrens (Schulden, Bürgschaft, Pfand und Verwahrung)

Fortsetzung des Rechtsverfahrens: Reihenfolge und Eintreibung von Schuldzahlungen, Haftung von Erben, Ehegatten und Söhnen für Schulden, die drei Arten der Bürgschaft, Höchstgrenzen des Zinses, Arten und Verfall von Pfändern sowie die Haftung für Verwahrgut und Hinterlegungen. Der Titel ist gleichlautend mit Kap. 252. Mehrere Verse sind im Digitalisat verderbt (bes. V. 12, 13, 19, 22, 25, 26) und nach dem Sinnzusammenhang übersetzt.

agnir uvāca | gṛhītārthaḥ kramāddāpyo dhanināmadhamarṇikaḥ / datvā tu brāhmaṇāyādau nṛpatestadanantaram //

Agni sprach: Der Schuldner ist anzuhalten, den Gläubigern in der Reihenfolge (zu zahlen), in der er das Geld aufgenommen hat; zuerst aber einem Brahmanen, danach dem König.

Wort für Wort
agniḥ uvāca
Agni sprach
gṛhīta-arthaḥ
der das Geld genommen hat
kramāt dāpyaḥ
der Reihe nach zur Zahlung anzuhalten
adhamarṇikaḥ
der Schuldner
brāhmaṇāya ādau
zuerst einem Brahmanen
nṛpateḥ tad-anantaram
danach dem König

„gṛhītārthaḥ kramād“ im Sinn von „nach der Reihenfolge der Aufnahme“ verstanden.

rājñādhamarṇiko dāpyaḥ sādhitāddaśakaṃ smṛtam / pañcakantu śataṃ dāpyaḥ prāptārtho hy uttamarṇakaḥ //

Der vom König zur Zahlung gezwungene Schuldner hat ein Zehntel des eingetriebenen Betrags (als Buße) zu zahlen; fünf vom Hundert hat der Gläubiger zu zahlen, der sein Geld erhalten hat.

Wort für Wort
rājñā dāpyaḥ
vom König zur Zahlung gezwungen
sādhitāt daśakam
ein Zehntel des Eingetriebenen
pañcakam śatam
fünf vom Hundert
prāpta-arthaḥ
der sein Geld erhalten hat
uttamarṇakaḥ
der Gläubiger

hīnajātiṃ parikṣīṇamṛṇārthaṃ karma kārayet / brāhmaṇastu parikṣīṇaḥ śanair dāpyo yathodayam //

Einen verarmten Schuldner niedrigerer Kaste soll man zur Tilgung der Schuld Arbeit verrichten lassen; ein verarmter Brahmane aber ist allmählich, je nach seinem Einkommen, zur Zahlung anzuhalten.

Wort für Wort
hīna-jātim
einen von niedrigerer Kaste
parikṣīṇam
verarmt
ṛṇa-artham karma kārayet
soll ihn für die Schuld arbeiten lassen
śanaiḥ
allmählich
yathā-udayam
je nach Einkommen

dīyamānaṃ na gṛhṇāti prayuktaṃ yaḥ svakandhanam / madhyasthasthāpitaṃ tatsyādvardhate na tataḥ paraṃ //

Wer sein eigenes ausgeliehenes Geld, wenn es ihm (zurück)gegeben wird, nicht annimmt: wird es bei einem Mittelsmann hinterlegt, so wächst es (d. h. verzinst sich) von da an nicht weiter.

Wort für Wort
dīyamānam
das angebotene
na gṛhṇāti
nimmt nicht an
prayuktam svakam dhanam
das eigene ausgeliehene Geld
madhyastha-sthāpitam
bei einem Mittelsmann hinterlegt
na vardhate
wächst nicht

ṛkthagrāha ṛṇaṃ dāpyo yoṣidgrāhastathaiva ca / putro 'nanyāśritadravyaḥ putrahīnasya ṛkthinaḥ //

Wer das Erbe nimmt, ist zur Zahlung der Schuld anzuhalten, ebenso wer die Frau (des Verstorbenen) nimmt; (ferner) der Sohn, wenn das Vermögen nicht an einen anderen übergegangen ist; bei einem Sohnlosen die Erben.

Wort für Wort
ṛktha-grāhaḥ
wer das Erbe nimmt
ṛṇam dāpyaḥ
ist zur Zahlung der Schuld anzuhalten
yoṣit-grāhaḥ
wer die Frau nimmt
ananya-āśrita-dravyaḥ
dessen Vermögen nicht an einen anderen ging
putra-hīnasya ṛkthinaḥ
beim Sohnlosen die Erben

avibhuktaiḥ kuṭumbārthaṃ yadṛṇantu kṛtambhavet / dadyustadṛkthinaḥ prete proṣite vā kuṭumbini //

Eine Schuld, die von (noch) ungeteilten (Familienmitgliedern) für die Familie gemacht wurde, sollen die Erben zahlen, wenn das Familienoberhaupt gestorben oder verreist ist.

Wort für Wort
avibhaktaiḥ
von Ungeteilten
kuṭumba-artham
für die Familie
ṛṇam kṛtam
die gemachte Schuld
ṛkthinaḥ dadyuḥ
die Erben sollen zahlen
prete proṣite vā kuṭumbini
wenn das Familienoberhaupt tot oder verreist ist

„avibhuktaiḥ“ für „avibhaktaiḥ“.

na yoṣit patiputrābhyāṃ na putreṇa kṛtaṃ pitā / dadyādṛte kuṭumbārthānna patiḥ strīkṛtaṃ tathā //

Die Frau zahlt nicht, was Gatte oder Sohn (an Schuld) gemacht haben, der Vater nicht, was der Sohn gemacht hat – außer wenn es für die Familie geschah –, ebenso der Gatte nicht, was die Frau gemacht hat.

Wort für Wort
na yoṣit
die Frau nicht
pati-putrābhyām
von Gatte und Sohn
na putreṇa kṛtam pitā
der Vater nicht das vom Sohn Gemachte
ṛte kuṭumba-arthāt
außer für die Familie
strī-kṛtam
das von der Frau Gemachte

gopaśauṇḍikaśainūṣarajakavyādhayoṣitāṃ / ṛṇaṃ dadyātpatistvāsāṃ yasmādvṛttistadāśrayā //

Die Schuld der Frauen von Hirten, Branntweinhändlern, Schauspielern, Wäschern und Jägern soll ihr Gatte zahlen, weil sein Lebensunterhalt von ihnen abhängt.

Wort für Wort
gopa-śauṇḍika
Hirt, Branntweinhändler
śailūṣa-rajaka-vyādha
Schauspieler, Wäscher, Jäger
yoṣitām ṛṇam
die Schuld der Frauen
patiḥ dadyāt
der Gatte soll zahlen
vṛttiḥ tad-āśrayā
der Unterhalt hängt von ihnen ab

pratipannaṃ striyā deyaṃ patyā vā saha yat kṛtaṃ / svayaṃ kṛtaṃ vā yadṛṇaṃ nānyastrī dātumarhati //

Was die Frau zugesagt hat, was zusammen mit dem Gatten gemacht wurde oder die von ihr selbst gemachte Schuld, ist von der Frau zu zahlen; eine andere hat die Frau nicht zu zahlen.

Wort für Wort
pratipannam
zugesagt
striyā deyam
von der Frau zu zahlen
patyā saha kṛtam
mit dem Gatten gemacht
svayam kṛtam
selbst gemacht
na anyat
nichts anderes

„nānyastrī“ = na anyat strī.

pitari proṣite prete vyasābhiplute 'tha vā / putrapautrair ṛṇandeyaṃ nihnave sākṣibhāvitam //

Ist der Vater verreist, gestorben oder von Unglück überwältigt, so ist die Schuld von Söhnen und Enkeln zu zahlen; bei Leugnen (nur), wenn sie durch Zeugen erwiesen ist.

Wort für Wort
pitari proṣite prete
wenn der Vater verreist oder tot ist
vyasana-abhiplute
von Unglück überwältigt
putra-pautraiḥ
von Söhnen und Enkeln
nihnave
bei Leugnen
sākṣi-bhāvitam
durch Zeugen erwiesen

„vyasābhiplute“ für „vyasanābhiplute“.

surākāmadyūtakṛtandaṇḍaśulkāvaśiṣṭakam / vṛthā dānaṃ tathaiveha putro dadyānna paitṛkam //

Was für Branntwein, Liebesgenuss oder Würfelspiel gemacht wurde, Reste von Strafgeldern und Zöllen und zwecklose Geschenke – eine solche väterliche (Schuld) soll der Sohn hier nicht bezahlen.

Wort für Wort
surā-kāma-dyūta-kṛtam
für Branntwein, Liebe, Würfelspiel gemacht
daṇḍa-śulka-avaśiṣṭakam
Rest von Strafgeld und Zoll
vṛthā dānam
zweckloses Geschenk
na paitṛkam
nicht das Väterliche

bhrātṝṇāmatha dampatyoḥ pituḥ putrasya caiva hi / pratibhāvyamṛṇaṃ grāhyamavibhaktena ca smṛtam //

Zwischen Brüdern, zwischen Ehegatten und zwischen Vater und Sohn gilt Bürgschaft, Schuld(verschreibung) und Zeugenschaft bei Ungeteilten nicht als zulässig.

Wort für Wort
bhrātṝṇām
zwischen Brüdern
dampatyoḥ
zwischen Ehegatten
pituḥ putrasya
zwischen Vater und Sohn
prātibhāvyam
Bürgschaft
avibhaktaiḥ
bei Ungeteilten

Zweite Hälfte verderbt („grāhyam avibhaktena ca smṛtam“); nach dem Zusammenhang als Verbot verstanden (etwa „sākṣyam avibhaktair na tu smṛtam“) [?].

darśane pratyaye dāne pratibhāvyaṃ vidhīyate / ādhau tu vitathe dāpyā vitathasya sutā api //

Bürgschaft wird angeordnet für das Erscheinen, für die Vertrauenswürdigkeit und für die Zahlung. Bei Nichterfüllung haben die beiden ersten (Bürgen selbst) zu zahlen, bei der letzten auch die Söhne.

Wort für Wort
darśane
für das Erscheinen
pratyaye
für die Vertrauenswürdigkeit
dāne
für die Zahlung
prātibhāvyam vidhīyate
wird Bürgschaft angeordnet
vitathe
bei Nichterfüllung
sutāḥ api
auch die Söhne

„ādhau … vitathasya“ verderbt; gelesen als „ādyau … itarasya“.

darśanapratibhūryatra mṛtaḥ prātyayiko 'pi vā / na tatputrā dhanaṃ dadyurdadyurdānāya ye sthitāḥ //

Wo der Bürge für das Erscheinen oder der für die Vertrauenswürdigkeit gestorben ist, sollen dessen Söhne das Geld nicht zahlen; zahlen sollen (die Söhne derer), die für die Zahlung eingestanden sind.

Wort für Wort
darśana-pratibhūḥ
Bürge für das Erscheinen
prātyayikaḥ
Bürge für die Vertrauenswürdigkeit
mṛtaḥ
gestorben
na tat-putrāḥ dadyuḥ
dessen Söhne sollen nicht zahlen
dānāya sthitāḥ
die für die Zahlung einstanden

bahavaḥ syuryadi svāṃśair dadyuḥ pratibhuvo dhanam / ekacchāyāśriteṣveṣu dhanikasya yathā ruci //

Sind es mehrere Bürgen, sollen sie das Geld nach ihren Anteilen zahlen; stehen sie gemeinsam unter einem Schirm (haften sie gemeinschaftlich), so (zahlt, wer) nach Belieben des Gläubigers (herangezogen wird).

Wort für Wort
bahavaḥ pratibhuvaḥ
mehrere Bürgen
sva-aṃśaiḥ
nach ihren Anteilen
eka-chāyā-āśriteṣu
wenn sie unter einem Schirm stehen
dhanikasya yathā ruci
nach Belieben des Gläubigers

pratibhūrdāpito yatra prakāśaṃ dhanine dhanam / dviguṇaṃ pratidātavyamṛṇikaistasya tadbhavet //

Wurde ein Bürge öffentlich veranlasst, dem Gläubiger das Geld zu zahlen, so haben die Schuldner es ihm doppelt zurückzuzahlen.

Wort für Wort
pratibhūḥ dāpitaḥ
der Bürge zur Zahlung veranlasst
prakāśam
öffentlich
dhanine dhanam
dem Gläubiger das Geld
dviguṇam pratidātavyam
doppelt zurückzuzahlen
ṛṇikaiḥ
von den Schuldnern

svasantatistrīpaśavyaṃ dhānyaṃ dviguṇameva ca / vastraṃ caturguṇaṃ proktaṃ rasaścāṣṭaguṇas tathā //

Bei Frauen (Sklavinnen) und Vieh (gilt als Höchstbetrag) die Nachkommenschaft, bei Getreide das Doppelte, bei Kleidung wird das Vierfache genannt und bei Flüssigkeiten ebenso das Achtfache.

Wort für Wort
santatiḥ
Nachkommenschaft
strī-paśavyam
bei Frauen und Vieh
dhānyam dviguṇam
Getreide das Doppelte
vastram catur-guṇam
Kleidung vierfach
rasaḥ aṣṭa-guṇaḥ
Flüssigkeit achtfach

„svasantati-“ wohl für „santatiḥ“; der Getreidesatz (zweifach) weicht von 252,64 (dreifach) ab.

ādhiḥ praṇaśyet dviguṇe dhane yadi na mokṣyate / kāle kālakṛtaṃ naśyet phalabhogyo na naśyati //

Ein Pfand verfällt, wenn die Schuld das Doppelte erreicht hat und es nicht ausgelöst wird; ein befristetes (Pfand) verfällt bei Fristablauf; ein Nutzpfand verfällt nicht.

Wort für Wort
ādhiḥ praṇaśyet
das Pfand verfällt
dviguṇe dhane
wenn die Schuld doppelt ist
na mokṣyate
wird nicht ausgelöst
kāla-kṛtam
befristet
phala-bhogyaḥ
Nutzpfand

gopyādhibhogyo nāvṛddhiḥ sopakāre 'tha bhāvite / naṣṭo deyo vinaṣṭaś ca daivarājakṛtādṛte //

Wird ein Verwahrpfand genutzt, (entsteht) kein Zins, ebenso wenn ein nutzbares (Pfand) beeinträchtigt wird. Ein verlorenes oder zerstörtes (Pfand) ist zu ersetzen, außer wenn es durch Schicksal oder König verursacht ist.

Wort für Wort
gopya-ādhi-bhoge
bei Nutzung eines Verwahrpfands
no vṛddhiḥ
kein Zins
sa-upakāre hāpite
wenn ein nutzbares beeinträchtigt wird
naṣṭaḥ vinaṣṭaḥ ca deyaḥ
verloren oder zerstört ist zu ersetzen
daiva-rāja-kṛtāt ṛte
außer durch Schicksal oder König

„gopyādhibhogyo nāvṛddhiḥ“ und „bhāvite“ verderbt; gelesen als „gopyādhibhoge no vṛddhiḥ“ und „hāpite“.

ādheḥ svīkaraṇātsiddhaurakṣamāṇopyasāratām / yātaścedanya ādheyo dhanabhāg vā dhanī bhavet //

Die Gültigkeit eines Pfandes beruht auf der Inbesitznahme. Wird es, obwohl behütet, wertlos, so ist ein anderes Pfand zu stellen, oder der Gläubiger erhält sein Geld.

Wort für Wort
ādheḥ svīkaraṇāt siddhiḥ
Gültigkeit des Pfandes durch Inbesitznahme
rakṣyamāṇaḥ api
obwohl behütet
asāratām yātaḥ
wertlos geworden
anyaḥ ādheyaḥ
ein anderes ist zu stellen
dhana-bhāk dhanī
der Gläubiger erhält sein Geld

„siddhaurakṣamāṇopy“ gelesen als „siddhiḥ rakṣyamāṇo 'py“.

caritraṃ bandhakakṛtaṃ savṛddhaṃ dāpayedvanaṃ / satyaṅkārakṛtaṃ dravyaṃ dviguṇaṃ pratidāpayet //

Ist der gute Ruf (caritra) als Pfand gesetzt, lasse man das Geld mit Zins zahlen; das als Handgeld (satyaṅkāra) Gegebene lasse man (beim Vertragsbruch) doppelt zurückzahlen.

Wort für Wort
caritram
guter Ruf
bandhaka-kṛtam
als Pfand gesetzt
sa-vṛddhi dhanam
Geld mit Zins
satyaṅkāra-kṛtam
als Handgeld gegeben
dviguṇam pratidāpayet
lasse doppelt zurückzahlen

„savṛddhaṃ dāpayedvanaṃ“ für „savṛddhi dāpayed dhanam“.

upasthitasya moktavya ādhirdaṇḍo 'nyathā bhavet / prayojake sati dhanaṃ kulenyasyādhimāpnuyāt //

Dem, der (mit dem Geld) erscheint, ist das Pfand freizugeben, sonst tritt Strafe ein. Ist der Gläubiger nicht da, soll (der Schuldner) das Geld bei dessen Familie hinterlegen und das Pfand erhalten.

Wort für Wort
upasthitasya
dem Erscheinenden
moktavyaḥ ādhiḥ
das Pfand ist freizugeben
daṇḍaḥ anyathā
sonst Strafe
prayojake asati
wenn der Gläubiger abwesend ist
kule nyasya dhanam
das Geld bei der Familie hinterlegend

„prayojake sati“ verlangt dem Sinn nach „prayojake 'sati“ (in Abwesenheit des Gläubigers); so übersetzt.

tatkālakṛtamūlyo vā tatra tiṣṭhedavṛddhikaḥ / vinā dhāraṇakādvāpi vikrīṇīte sasākṣikam //

Oder (das Pfand) bleibt, mit seinem zu jenem Zeitpunkt festgestellten Wert, ohne Zins dort (beim Gläubiger); oder er (der Gläubiger) mag es auch ohne den Schuldner vor Zeugen verkaufen.

Wort für Wort
tat-kāla-kṛta-mūlyaḥ
mit dem damals festgesetzten Wert
tiṣṭhet
soll bleiben
avṛddhikaḥ
ohne Zins
vinā dhāraṇakāt
ohne den Schuldner
sa-sākṣikam
vor Zeugen

„vikrīṇīte“ als Optativ „vikrīṇīta“ verstanden.

yadā tu dviguṇībhūtamṛṇamādhau tadā khalu / mocyaścādhistadutpādya praviṣṭe dviguṇe dhane //

Wenn aber die Schuld auf ein (Nutz-)Pfand das Doppelte erreicht hat, dann ist das Pfand freizugeben, sobald das Doppelte an Geld (aus dem Ertrag) eingegangen ist.

Wort für Wort
dviguṇī-bhūtam ṛṇam
die zum Doppelten angewachsene Schuld
ādhau
beim Pfand
mocyaḥ ādhiḥ
das Pfand ist freizugeben
praviṣṭe dviguṇe dhane
wenn das doppelte Geld eingegangen ist

„tadutpādya“ gelesen als „tadutpanne“.

vyasanasthamanākhyāya haste 'nyasya yadarpayet / dravyaṃ tadaupanidhikaṃ pratideyaṃ tathaiva tat //

Ein Gut, das jemand in einem Behältnis, ohne (den Inhalt) anzugeben, in die Hand eines anderen legt, ist ein versiegeltes Verwahrgut (aupanidhika); es ist ebenso (unversehrt) zurückzugeben.

Wort für Wort
vāsana-stham
in einem Behältnis
anākhyāya
ohne anzugeben
haste anyasya arpayet
in die Hand eines anderen legt
aupanidhikam
versiegeltes Verwahrgut
pratideyam tathā eva
ebenso zurückzugeben

„vyasanastham“ ist wohl verderbt für „vāsanastham“ (in einem Behältnis).

na dāpyo 'pahṛtaṃ tattu rājadaivakataskaraiḥ / preṣaścenmārgite datte dāpyo daṇḍaś ca tatsamam //

Nicht zu ersetzen ist es, wenn es vom König, durch Schicksal oder von Dieben weggenommen wurde. Tritt aber der Verlust ein, nachdem es zurückgefordert und nicht herausgegeben wurde, ist (der Verwahrer) zur Zahlung und zu einer Strafe in gleicher Höhe anzuhalten.

Wort für Wort
na dāpyaḥ
nicht zu ersetzen
apahṛtam
weggenommen
rāja-daivika-taskaraiḥ
durch König, Schicksal, Diebe
bhreṣaḥ
Verlust
mārgite adatte
nach Rückforderung nicht herausgegeben
daṇḍaḥ tat-samaḥ
Strafe in gleicher Höhe

„preṣaś cen mārgite datte“ gelesen als „bhreṣaś cen mārgite 'datte“.

ājīvan svecchayā daṇḍyo dāpyastaccāpi sodayaṃ / yācitāvāhitanyāse nikṣepeṣvapyayaṃ vidhiḥ //

Wer es nach eigenem Belieben zu seinem Unterhalt benutzt, ist zu bestrafen und muss es auch mit Zins erstatten. Diese Regel (gilt) auch für Geliehenes, Übergebenes, Anvertrautes und Hinterlegtes.

Wort für Wort
ājīvan sva-icchayā
nach Belieben zum Unterhalt benutzend
daṇḍyaḥ
zu bestrafen
sa-udayam
mit Zins
yācita-āhita-nyāse
bei Geliehenem, Übergebenem, Anvertrautem
nikṣepeṣu api ayam vidhiḥ
auch bei Hinterlegungen diese Regel

„ājīvan“ für „ājīvet“ o. ä.; „āhita“ als Art des Anvertrauten.

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