Kapitel 19: kaśyapavaṃśavarṇanam
Beschreibung des Geschlechts des Kaśyapa
Agni zählt die Nachkommen Kaśyapas auf: die zwölf Ādityas, die Daityas um Hiraṇyakaśipu, Hiraṇyākṣa und Bali, die Dānavas sowie Vögel, Schlangen, Tiere und Pflanzen; es folgt die Geburt der Maruts und die Einsetzung der Herrscher über die einzelnen Wesensklassen und Himmelsrichtungen. Das Kolophon nennt das Kapitel pratisargavarṇana („Beschreibung der Nebenschöpfung“). Der Text ist an mehreren Stellen verderbt (z. B. vede in V. 1, muneraśvarasobhavan in V. 18).
agnir uvāca | kaśyapasya vede sargamadityādiṣu he mune / cākṣuṣe tuṣitā devāste 'dityāṃ kaśyapātpunaḥ //
Agni sprach: Die Schöpfung des Kaśyapa in Aditi und den anderen [Gattinnen will ich darlegen] [?], o Weiser. Im Cākṣuṣa-[Manvantara] waren die Tuṣitas die Götter; diese [wurden] wiederum von Kaśyapa in Aditi [geboren]:
Wort für Wort
kaśyapasya
des Kaśyapa
sargam
die Schöpfung
aditi-ādiṣu
in Aditi usw.
cākṣuṣe
im Cākṣuṣa-Zeitalter
tuṣitāḥ devāḥ
die Tuṣita-Götter
punaḥ
wiederum
vede wohl verderbt (etwa für vakṣye „ich werde darlegen“).
Des weisen Bahuputra Kinder sind die vier Blitze. Die vortrefflichen [Ṛcas] sind von Pratyaṅgiras geboren [?]; die [Kinder] des Kṛśāśva sind die Götterwaffen.
Wort für Wort
bahuputrasya viduṣaḥ
des weisen Bahuputra
catasraḥ vidyutaḥ
vier Blitze
pratyaṅgira-jāḥ
von Pratyaṅgiras geboren
kṛśāśvasya
des Kṛśāśva
sura-āyudhāḥ
Götterwaffen
bahuputrastha verderbt für bahuputrasya; die Ergänzung „Ṛcas“ ist unsicher.
Wie die Sonne auf- und untergeht, so [entstehen und vergehen] diese von Weltalter zu Weltalter. Hiraṇyakaśipu und Hiraṇyākṣa [wurden] in Diti von Kaśyapa [gezeugt].
purākalpe hi bāṇena prasādyomāpatiṃ varaḥ / pārśvato vihariṣyāmītyevam prāptaś ca īśvarāt //
Denn in einem früheren Kalpa hatte Bāṇa den Gatten der Umā gnädig gestimmt und von dem Herrn die Gunst erlangt: „Ich will an [deiner] Seite lustwandeln.“
Svarbhānus Tochter war Prabhā, die des Puloman ist als Śacī überliefert; [ferner] Upadānavī, [die Tochter des] Hayaśiras, und Śarmiṣṭhā, die Tochter des Vṛṣaparvan.
Die Tiere mit Hauern sind von Krodhavaśā geboren; von Dharā stammen die Vögel im Wasser [?]. Von Surabhi [stammen] Rinder, Büffel usw.; von Irā entstanden Gräser usw.
Wort für Wort
daṃṣṭriṇaḥ
Tiere mit Hauern
krodhavaśa-jāḥ
von Krodhavaśā geboren
pakṣiṇaḥ jale
Vögel im Wasser
go-mahiṣa-ādi
Rinder, Büffel usw.
irā-utpannāḥ
von Irā entstanden
tṛṇa-ādayaḥ
Gräser usw.
dharotthāḥ pakṣiṇo jale unsicher (Wasservögel von Dharā?).
eṣāṃ putrādayo 'saṅkhyā devair vai dānavā jitāḥ / ditirvinaṣṭaputrā vai toṣayāmāsa kaśyapaṃ //
Ihre Söhne und weiteren Nachkommen sind unzählbar. Die Dānavas wurden von den Göttern besiegt. Diti, deren Söhne vernichtet waren, stellte Kaśyapa zufrieden;
da sie einen Sohn wünschte, der Indra erschlagen sollte, erhielt sie [diese Gunst] von Kaśyapa. Als sie schlief, ohne sich die Füße gewaschen zu haben, zerschlug [Indra] ihre Leibesfrucht,
Wort für Wort
indra-prahartāram
Indra-Erschlager
icchatī
wünschend
pāda-aprakṣālanāt
wegen ungewaschener Füße
suptā
eingeschlafen
garbham jaghāna
zerschlug die Leibesfrucht
pādāprakṣālanāt: „wegen des Nichtwaschens der Füße“.
Dies alles [ordnete] Hari-Brahmā: nachdem er Pṛthu zum König geweiht hatte, teilte er der Reihe nach die Herrschaften zu; Hari [ist] der Oberherr der anderen.
Uccaiḥśravas ebenso der Pferde. Sudhanvan ist Hüter des Ostens, im Süden Śaṅkhapada, Ketumat Hüter im Westen, Hiraṇyaromaka im Norden. [Damit] ist die Nebenschöpfung verkündet.
Wort für Wort
aśvānām
der Pferde
pūrva-pālakaḥ
Hüter des Ostens
dakṣiṇasyām
im Süden
jale
im Westen (Wasserseite)
saumye
im Norden
pratisargaḥ ayam īritaḥ
diese Nebenschöpfung ist verkündet
Dreizeiliger Vers. jale („im Wasser“) für den Westen, die Region Varuṇas; saumye = Norden.