Kapitel 121: jyotiḥśāstraṃ
Die Sternkunde (Jyotiḥśāstra)
Abriss der Sternkunde für die Wahl günstiger Zeiten: Heiratsverträglichkeit nach Zeichenstellungen und Planeten, günstige Mondhäuser, Wochentage und Mondtage für Lebenszyklusriten, Kleidung, Handel, Hausbau, Reisen, Landwirtschaft und Weihen, eingeschobene Yantra-Anweisungen mit Bīja-Silben, die zwölf Häuser, die neun Tārās, Saṅkrānti und Karaṇas sowie die Krankheitsdauer nach Mondhäusern und Planetenperioden (Daśā). Der Kolophon nennt das Kapitel jyotiḥśāstrasāra. Viele Stellen sind verderbt (u.a. V. 18, 20, 54, 64), die Daśā-Angaben (V. 76, 78) sind unvollständig und aus dem Zusammenhang gerissen.
Agni sprach: Ich werde die Sternkunde (Jyotiḥśāstra) verkünden, die die Unterscheidung von Heil und Unheil verleiht; sie ist der Kern der vierhunderttausend (Verse umfassenden Lehre); wer sie kennt, wird allwissend.
ṣaḍaṣṭake vivāho na na ca dvidvādaśe striyāḥ / na trikoṇe hy atha prītiḥ śeṣe ca samasaptake //
Bei der Sechs-Acht-Stellung (der Mondzeichen der Partner) gibt es keine Heirat, und auch nicht bei der Zwei-Zwölf-Stellung für die Frau, auch nicht beim Trikoṇa (Fünf-Neun); Zuneigung dagegen (besteht) im übrigen Fall und bei gleicher Siebener-Stellung (samasaptaka).
dvidvādaśe trikoṇe ca maitrīkṣetrapayoryadi / bhavedekādhipatyañca tārāprītirathāpi vā //
(Liegen die Zeichen) in Zwei-Zwölf- oder Trikoṇa-Stellung, so ist, wenn die Herren der beiden Zeichen befreundet sind oder wenn es derselbe Herrscher ist oder auch wenn Übereinstimmung der Tārās besteht,
Wort für Wort
dvi-dvādaśe trikoṇe
bei Zwei-Zwölf und Trikoṇa
maitrī kṣetra-payoḥ
Freundschaft der Zeichenherren
eka-ādhipatyam
derselbe Herrscher
tārā-prītiḥ
Übereinstimmung der Tārās
atha api vā
oder auch
maitrīkṣetrapayoḥ = maitrī kṣetrapayoḥ ('Freundschaft der Zeichenherren').
tathāpi kāryaḥ saṃyogo na tu ṣaṭkāṣṭake punaḥ / jīve bhṛgau cāstamite mriyate ca pumān striyā //
dennoch die Verbindung zu vollziehen, nicht aber bei der Sechs-Acht-Stellung. Sind Jupiter und Venus untergegangen (unsichtbar), so stirbt der Mann mit der Frau [?].
aticāre tripakṣaṃ syādvakre māsacatuṣṭayaṃ / vratodvāhau na kurvīta gurorvakrāticārayoḥ //
Beim beschleunigten Übertritt (aticāra) (Jupiters) gilt es drei Halbmonate, bei seiner Rückläufigkeit vier Monate; Initiation und Heirat vollziehe man nicht bei Rückläufigkeit oder Aticāra Jupiters.
Nicht im Caitra und Pauṣa, nicht an den Riktā-Tagen [Anm.: 4., 9., 14. Mondtag], nicht wenn Hari schläft, nicht am Dienstag und Sonntag; bei abnehmendem Mond wäre es unheilvoll; die Dämmerungszeit bringt Glück.
rohiṇī cottarā mūlaṃ svātī hasto 'tha revatī / tule na mithune śasto vivāhaḥ parikīrtitaḥ //
Rohiṇī, die Uttarās, Mūla, Svāti, Hasta und Revatī (sind günstig); in Waage und Zwilling (als Aszendent) wird die Heirat als nicht empfohlen [?] verkündet.
Wort für Wort
rohiṇī uttarā mūlam
Rohiṇī, Uttarās, Mūla
svātī hastaḥ revatī
Svāti, Hasta, Revatī
tule mithune
in Waage und Zwilling
na śastaḥ
nicht empfohlen
parikīrtitaḥ
wird verkündet
tule na mithune: möglicherweise verderbt aus tule ca mithune ('in Waage und Zwilling empfohlen').
Bei Heirat, Ohrdurchbohrung, Gelübde(-Initiation), ebenso beim Puṃsavana [Anm.: Ritus für männliche Nachkommenschaft], bei der ersten Speisung und beim ersten Haarschnitt meide man ein 'durchbohrtes' Mondhaus (viddha-nakṣatra).
Bei Hasta, Mūla, Mṛgaśiras und Revatī (pauṣṇa), am Mittwoch und Freitag (erfolgt) das Hinausführen [?] (des Kindes); am Sonntag, Montag, Donnerstag, Freitag und bei Mūla das Betelkauen.
Wort für Wort
haste mūle mṛge pauṣṇe
bei Hasta, Mūla, Mṛgaśiras, Revatī
budhe śukre
am Mittwoch und Freitag
niṣkṛtiḥ
das Hinausführen [?]
arka-indu-jīva-bhṛgu-je
am Sonnen-, Mond-, Jupiter-, Venustag
tāmbūla-bhakṣaṇam
das Betelkauen
niṣkṛtiḥ vermutlich für niṣkramaṇa (erster Ausgang des Kindes).
Die erste Reisspeisung (erfolgt) am Freitag, Donnerstag, bei Mṛgaśiras und in den Fischen [?]; bei den fünf (Mondhäusern) ab Hasta, bei Puṣya, ebenso bei den drei ab Kṛttikā,
Svāti und Mṛgaśiras (saumya) – (bei diesen) wende man Arznei an, sonst meide man sie. Die drei Pūrvās, Maghā, Bharaṇī (yāmya), Svāti (pāvana) [?], die drei ab Śravaṇa –
Wort für Wort
svāti-saumye
bei Svāti und Mṛgaśiras
bhaiṣajyam kuryāt
wende Arznei an
anyatra varjayet
sonst meide man
pūrvā-trayam maghā yāmyam
die drei Pūrvās, Maghā, Bharaṇī
śravaṇa-trayam
die drei ab Śravaṇa
pāvana hier wohl das Mondhaus des Windgottes (Svāti).
bhaumādityaśanervāre snātavyaṃ rogamuktitaḥ / pārthive cāṣṭahrīṃkāraṃ madhye nāma ca dikṣu ca //
am Dienstag, Sonntag und Saturntag soll man nach der Befreiung von Krankheit baden. Auf ein Erd(-Diagramm) (schreibe man) die Silbe hrīṃ achtfach, in die Mitte den Namen, und in die Himmelsrichtungen
Wort für Wort
bhauma-āditya-śaneḥ vāre
am Dienstag, Sonntag, Samstag
snātavyam
man soll baden
roga-muktitaḥ
nach Befreiung von Krankheit
pārthive aṣṭa-hrīṃkāram
auf das Erdsymbol achtmal hrīṃ
madhye nāma
in die Mitte den Namen
pārthiva: wohl das quadratische Erdsymbol eines Yantra.
hrīṃ als Umhüllung; auf das Erdsymbol in die Himmelsrichtungen hrīṃ, in die Zwischenrichtungen schreibe man die Vasus [?] – mit Gorocanā und Safran auf Birkenrinde oder auf Stoff, am Hals getragen –
Wort für Wort
hrīṃ puṭam
hrīṃ als Umhüllung
vidikṣu
in den Zwischenrichtungen
likhet vasūn
schreibe die Vasus [?]
gorocanā-kuṅkumena
mit Gorocanā und Safran
bhūrje vastre gale dhṛtam
auf Birkenrinde, Stoff, am Hals getragen
vasūn: vielleicht die Zahl acht oder die Namen der Vasus; unklar.
auf eine Steinplatte (geschrieben) und mit der Schrift nach unten in die Erde gelegt, lähmt es die Feinde. oṃ hūṃ saḥ als Umhüllung des Namens, oṃ hūṃ saḥ auf die acht Blätter der Reihe nach,
mit Gorocanā und Safran auf Birkenrinde – (das) wehrt den Tod ab. (Die Stellungen) eins, fünf, neun (dienen) der Zuneigung; zwei, sechs, zehn [?] sind Verbindungen,
Wort für Wort
mṛtyu-nivāraṇam
Abwehr des Todes
eka-pañca-nava
eins, fünf, neun
prītyai
zur Zuneigung
dvi-ṣaṭ-daśa
zwei, sechs, zehn [?]
yogakāḥ
Verbindungen
dviṣatdvādaśa unklar; vermutlich dvi-ṣaṭ-daśa (2, 6, 10) analog zu den folgenden Dreiergruppen.
Gattin, Tod und Dharma, Tätigkeit, Einkünfte und Ausgaben – der Reihe nach. Genau (bestimmt) bei den Aszendenten ab Widder verkünde man die Kraft der neun Tārās.
Geburt (janma), Glück (sampad), Unglück (vipad), Wohlergehen (kṣema), Gegenfeind (pratyari), Vollbringer (sādhaka) der Reihe nach, Tod (nidhana), Freund (mitra) und höchster Freund (paramamitra) – das kennt man als Tārā-Kraft.
Die Ohrdurchbohrung (erfolgt) am Mittwoch, Donnerstag, bei Puṣya, Śravaṇa und Citrā. Im fünften Jahr (beginne) das Studium; den sechsten und den ersten Mondtag meide man,
die Riktā-Tage, den fünfzehnten und den Dienstag, nachdem man Vāṇī (Sarasvatī), Hari und Śrī verehrt hat. In den sechs Monaten ab Māgha ist das Umbinden des Gürtels (Upanayana) glückbringend.
cūḍākaraṇakādyañca śravaṇādau na śasyate / astaṃ yāte guro śukre kṣīṇe ca śaśalāñchane //
Der Scheitelschnitt (cūḍākaraṇa) usw. wird bei Śravaṇa usw. [?] nicht empfohlen. Wenn Jupiter oder Venus untergegangen sind und wenn der Hasengezeichnete (Mond) abnimmt,
so sage man dem eingeweihten Brahmanen Tod oder Stumpfsinn voraus. Bei einem für die Rasur (geeigneten) Mondhaus und an einem glückhaften Wochentag wünscht man die Heimkehr (samāvartana, Abschluss des Studiums),
śubhakṣetre vilagneṣu śubhayuktekṣiteṣu ca / aśvinīmaghācitrāsu svātīyāmyottarāsu ca //
wenn die aufsteigenden Zeichen günstige Häuser sind und mit Glückhaften besetzt und von ihnen aspektiert sind. Bei Aśvinī, Maghā, Citrā, Svāti, Bharaṇī (yāmya), den Uttarās,
Punarvasu und ebenso Puṣya wird (das Erlernen der) Bogenkunde empfohlen. Bharaṇī, Ārdrā, Maghā, Āśleṣā sowie bei den Mondhäusern von Feuer (Kṛttikā) und Bhaga (Pūrvaphalgunī)
jijīviṣur na kurvīta vastraprāvaraṇaṃ naraḥ / gurau śukre budhe vastraṃ vivāhādau na bhādikaṃ //
lege ein Mann, der zu leben wünscht, kein (neues) Gewand oder Obergewand an. Am Donnerstag, Freitag und Mittwoch (lege man) ein Gewand (an); bei Heirat usw. (berücksichtige man) nicht Mondhaus usw. [?].
Bharaṇī, die drei Pūrvās, Ārdrā, Āśleṣā, Maghā, Svāti (anila), bei Kṛttikā (vahni), Jyeṣṭhā und Viśākhā – (bei diesen) kehrt zum Eigentümer nicht zurück
(und zwar) unter Auslassung von Sonntag und Dienstag, ebenso bei Brunnen und Palästen. Wenn Jupiter im Zeichen Löwe steht, wenn Jupiter mit der Sonne (verbunden ist) [?], im Schaltmonat,
und wenn die Venus jung, alt oder untergegangen ist, meide man Arbeiten am Haus. Feuersbrunst, Gefahr, Krankheit, Bedrückung durch den König und Vermögensverlust
(entstehen), wenn das Sammeln von Gras und Holz in den fünf (Mondhäusern) ab Śravaṇa erfolgt. Den Einzug ins Haus vollziehe man bei Dhaniṣṭhā, den Uttarās und Śatabhiṣaj (vāruṇa).
naukāyā ghaṭane dvitripañcasaptatrayodaśī / nṛpadarśī dhaniṣṭhāsu hastāpauṣṇāśvinīṣu ca //
Für das Zusammenfügen eines Schiffes (sind) der zweite, dritte, fünfte, siebte und dreizehnte (Mondtag günstig). Die Audienz beim König (suche man) bei Dhaniṣṭhā, Hasta, Revatī (pauṣṇa) und Aśvinī.
goṣṭhayātrāṃ na kurvīta praveśaṃ naiva kārayet / anilottararohiṇyāṃ mṛgamūlapunarvasau //
unternehme man keine Reise zum Viehhof und lasse auch keinen (Vieh-)Einzug vornehmen. Bei Svāti (anila), den Uttarās, Rohiṇī, Mṛgaśiras, Mūla, Punarvasu,
Puṣya, Śravaṇa und Hasta betreibe man die Feldarbeit. Bei Punarvasu, den Uttarās, Svāti, Pūrvaphalgunī (bhaga), Mūla, Jyeṣṭhā (indra), Śatabhiṣaj (vāruṇa),
lasse man, außer am Saturn- und Marstag, die Samen säen, auch wer nach Wohlstand strebt. Bei Revatī, Hasta, Mūla, Śravaṇa, Pūrvaphalgunī (bhaga) und Anurādhā (maitra),
Maghā (pitṛdaiva) und ebenso Mṛgaśiras (saumya) (erfolgt) das Getreideschneiden, wenn Mṛga (Steinbock?) aufgeht [?]. Bei Hasta, Citrā, Punarvasu (aditi), Svāti, Revatī und den drei ab Śravaṇa,
in einem festen Aszendenten (sthira-lagna), am Donnerstag oder am Freitag und Mittwoch; bei Bharaṇī (yāmya), Punarvasu (aditi), Maghā, Jyeṣṭhā und den Uttarās bringe man (das Getreide) ein.
oṃ dhanadāya sarvadhaneśāya dehi me dhanaṃ svāhā / oṃ nave varṣe ilādevi lokasaṃvardhani kāmarūpiṇi dehi me dhanaṃ svāhā || patrasthaṃ likhitaṃ dhānyarāśisthaṃ dhānyavardhanaṃ / tripūrvāsu viśākhāyāṃ dhaniṣṭhāvāruṇe 'pi ca //
'oṃ dhanadāya sarvadhaneśāya dehi me dhanaṃ svāhā' (Oṃ, dem Reichtumsgeber, dem Herrn allen Reichtums – gib mir Reichtum, svāhā). 'oṃ nave varṣe ilādevi lokasaṃvardhani kāmarūpiṇi dehi me dhanaṃ svāhā' (Oṃ, o Göttin Ilā im neuen Jahr, Mehrerin der Welt, nach Belieben Gestalt Annehmende – gib mir Reichtum, svāhā). Auf ein Blatt geschrieben und auf den Getreidehaufen gelegt, mehrt es das Getreide. Bei den drei Pūrvās, Viśākhā, Dhaniṣṭhā und Śatabhiṣaj,
bei diesen sechs ist nach den Kundigen das Ausgeben des Getreides (dhānya-niṣkramaṇa) zu vollziehen. Die Weihe von Götter(bildern), Gärten, Brunnen usw. (erfolgt), wenn die Sonne nordwärts gewandt ist.
Steht die Sonne im Zwilling, so ist der zwölfte Mondtag nach dem ersten Neumond (maßgeblich) [?]; stets ist genau dann das Schlafenlegen des Diskusträgers (Viṣṇu) zu vollziehen.
siṃhatauliṅgate cārke darśādyadvādaśīdvayaṃ / ādāvindrasamuptyānaṃ prabodhaś ca hareḥ kramāt //
Und steht die Sonne im Löwen und in der Waage, (gelten) die beiden zwölften (Mondtage) nach dem ersten Neumond: zuerst (erfolgt) das Aufrichten Indras [Anm.: des Indra-Banners], dann das Erwachen Haris, der Reihe nach.
Ebenso, wenn die Sonne in der Jungfrau steht, (ist) für das Aufrichten Durgās der achte (Mondtag bestimmt). Wenn an 'dreifüßigen' Mondhäusern ein Bhadrā-Mondtag [Anm.: 2., 7., 12.] fällt
bhaumādityaśanaiścāri vijñeyaṃ tat tripuṣkaraṃ / sarvakarmaṇyupādeyā viśuddhiś candratarayoḥ //
an einem Dienstag, Sonntag oder Saturntag, so ist das als Tripuṣkara zu kennen. Bei allen Unternehmungen ist die Reinheit (Günstigkeit) von Mond und Tārā zu beachten.
śuklapakṣe dvītīyaś ca pañcamo navamaḥ śubhaḥ / mitrātimitrasādhakasapatkṣemāditārakāḥ //
In der hellen Monatshälfte ist auch der zweite, fünfte und neunte (Stand) günstig. (Günstig sind) die Tārās Mitra, Atimitra, Sādhaka, Sampad, Kṣema usw.
Mit (der Tārā) Janma erlangt man den Tod [?], mit Vipad Vermögensverlust; bei Pratyari erkenne man den Tod, bei Nidhana geht man in die Auflösung (pañcatā).
Steht die Sonne in Stier oder Zwilling und (stehen) Jupiter und Mond im Mondhaus der Indra-Gottheit (Jyeṣṭhā) und fällt der Vollmond auf einen Donnerstag, so heißt er Mahājyaiṣṭhī.
Im Bereich von Svāti [?], wenn die Hebevorrichtung bereitsteht [?], richte man das Banner Indras auf; im (letzten) Viertel des Śravaṇa (hari-ṛkṣa) oder bei Aśvinī entlasse man es nach Ablauf von sieben Tagen.
Wenn die Sonne von Rāhu ergriffen ist (Sonnenfinsternis), ist jede Gabe dem Gold gleich, alle Brahmanen sind Brahmā gleich, alles Wasser ist der Gaṅgā gleich.
Dhvāṅkṣī, Mahodarī, Ghorā, Mandā, Mandākinī, o Zweimalgeborene, und Rākṣasī – der Reihe nach, vom Sonntag an, ist die Saṅkrānti (Sonneneintritt) mit (diesen) Namen überliefert.
Wenn die Sonne in den Karaṇas [Anm.: halbe Mondtage] Bālava, Kaulava, Nāga oder Taitila stehend (in ein neues Zeichen) übergeht, so wird die Welt glücklich.
gare vave vaṇigviṣṭau kintughne śakunau vrajet / rājño doṣeṇa loko 'yampīḍyate sampadā samaṃ //
Geht sie (über) in Gara, Bava, Vaṇij, Viṣṭi, Kiṃstughna oder Śakuni, so wird durch die Schuld des Königs diese Welt bedrückt, zugleich mit (ihrem) Wohlstand [?].
ādhāne janmanakṣatre vyādhau kleśādikaṃ bhavet / kṛttikāyānnavadinantrirātraṃ rohiṇīṣu ca //
Beginnt eine Krankheit im Mondhaus der Empfängnis oder im Geburtsmondhaus, gibt es Leid usw. Bei Kṛttikā (dauert sie) neun Tage, bei Rohiṇī drei Nächte,
na ca bhādrapade mokṣa uttarāsu tripañcakam / revatī daśarātrañca ahorātrantathāśvinī / daśābdāni daśā paṅgorūnaviṃśadgurordṛśā / rāhordvādaśavarṣāṇi bhārgavasyaikaviṃśatiḥ //
Und bei (Pūrva-)Bhādrapadā gibt es keine Befreiung; bei den Uttarās dreimal fünf (Tage), Revatī zehn Nächte, ebenso Aśvinī einen Tag und eine Nacht. – Die Periode (daśā) des Lahmen (Saturn) beträgt zehn Jahre, die Jupiters neunzehn, die Rāhus zwölf Jahre, die der Venus einundzwanzig.
Wort für Wort
na bhādrapade mokṣaḥ
bei Bhādrapadā keine Befreiung
ahorātram aśvinī
Aśvinī einen Tag und eine Nacht
daśā paṅgoḥ
die Periode des Lahmen (Saturn)
ūnaviṃśat guroḥ
neunzehn für Jupiter
bhārgavasya ekaviṃśatiḥ
einundzwanzig für Venus
Die Daśā-Angaben (Planetenperioden) stehen hier und in V. 78 außerhalb des Zusammenhangs; dṛśā für daśā.
Bei Bharaṇī wäre Verlust des Lebens (zu erwarten); durch ein Gāyatrī-Opfer (entsteht) Heil; durch (Opfer mit) den fünf Getreidearten, Sesam, Ghee usw. und durch Gabe einer Kuh an einen Brahmanen (erfolgt) Befriedung.