Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 121: jyotiḥśāstraṃ Die Sternkunde (Jyotiḥśāstra)

Abriss der Sternkunde für die Wahl günstiger Zeiten: Heiratsverträglichkeit nach Zeichenstellungen und Planeten, günstige Mondhäuser, Wochentage und Mondtage für Lebenszyklusriten, Kleidung, Handel, Hausbau, Reisen, Landwirtschaft und Weihen, eingeschobene Yantra-Anweisungen mit Bīja-Silben, die zwölf Häuser, die neun Tārās, Saṅkrānti und Karaṇas sowie die Krankheitsdauer nach Mondhäusern und Planetenperioden (Daśā). Der Kolophon nennt das Kapitel jyotiḥśāstrasāra. Viele Stellen sind verderbt (u.a. V. 18, 20, 54, 64), die Daśā-Angaben (V. 76, 78) sind unvollständig und aus dem Zusammenhang gerissen.

agnir uvāca | jyotiḥśāstraṃ pravakṣyāmi śubhāśubhavivekadaṃ / cāturlakṣasya sāraṃ yat taj jñātvā sarvavidbhavet //

Agni sprach: Ich werde die Sternkunde (Jyotiḥśāstra) verkünden, die die Unterscheidung von Heil und Unheil verleiht; sie ist der Kern der vierhunderttausend (Verse umfassenden Lehre); wer sie kennt, wird allwissend.

Wort für Wort
jyotiḥ-śāstram
die Sternkunde
śubha-aśubha-viveka-dam
die Unterscheidung von Heil und Unheil gewährend
cātur-lakṣasya sāram
der Kern der vierhunderttausend (Verse)
tat jñātvā
dies kennend
sarva-vit bhavet
wird allwissend

ṣaḍaṣṭake vivāho na na ca dvidvādaśe striyāḥ / na trikoṇe hy atha prītiḥ śeṣe ca samasaptake //

Bei der Sechs-Acht-Stellung (der Mondzeichen der Partner) gibt es keine Heirat, und auch nicht bei der Zwei-Zwölf-Stellung für die Frau, auch nicht beim Trikoṇa (Fünf-Neun); Zuneigung dagegen (besteht) im übrigen Fall und bei gleicher Siebener-Stellung (samasaptaka).

Wort für Wort
ṣaṭ-aṣṭake
bei der Sechs-Acht-Stellung
vivāhaḥ na
keine Heirat
dvi-dvādaśe striyāḥ
bei Zwei-Zwölf für die Frau
trikoṇe
beim Trikoṇa (5-9)
sama-saptake prītiḥ
Zuneigung bei der Siebener-Stellung

dvidvādaśe trikoṇe ca maitrīkṣetrapayoryadi / bhavedekādhipatyañca tārāprītirathāpi vā //

(Liegen die Zeichen) in Zwei-Zwölf- oder Trikoṇa-Stellung, so ist, wenn die Herren der beiden Zeichen befreundet sind oder wenn es derselbe Herrscher ist oder auch wenn Übereinstimmung der Tārās besteht,

Wort für Wort
dvi-dvādaśe trikoṇe
bei Zwei-Zwölf und Trikoṇa
maitrī kṣetra-payoḥ
Freundschaft der Zeichenherren
eka-ādhipatyam
derselbe Herrscher
tārā-prītiḥ
Übereinstimmung der Tārās
atha api vā
oder auch

maitrīkṣetrapayoḥ = maitrī kṣetrapayoḥ ('Freundschaft der Zeichenherren').

tathāpi kāryaḥ saṃyogo na tu ṣaṭkāṣṭake punaḥ / jīve bhṛgau cāstamite mriyate ca pumān striyā //

dennoch die Verbindung zu vollziehen, nicht aber bei der Sechs-Acht-Stellung. Sind Jupiter und Venus untergegangen (unsichtbar), so stirbt der Mann mit der Frau [?].

Wort für Wort
tathāpi kāryaḥ saṃyogaḥ
dennoch ist die Verbindung zu vollziehen
na ṣaṭ-aṣṭake punaḥ
nicht aber bei Sechs-Acht
jīve bhṛgau
wenn Jupiter und Venus
astamite
untergegangen
mriyate pumān
der Mann stirbt

gurukṣetragate sūrye sūryakṣetragate gurau / vivāhaṃ na praśaṃsanti kanyāvaidhavyakṛdbhavet //

Steht die Sonne im Zeichen Jupiters und Jupiter im Zeichen der Sonne, so preist man die Heirat nicht; sie würde das Mädchen zur Witwe machen.

Wort für Wort
guru-kṣetra-gate sūrye
wenn die Sonne im Zeichen Jupiters steht
sūrya-kṣetra-gate gurau
wenn Jupiter im Zeichen der Sonne steht
na praśaṃsanti
man preist nicht
kanyā-vaidhavya-kṛt
das Mädchen zur Witwe machend

aticāre tripakṣaṃ syādvakre māsacatuṣṭayaṃ / vratodvāhau na kurvīta gurorvakrāticārayoḥ //

Beim beschleunigten Übertritt (aticāra) (Jupiters) gilt es drei Halbmonate, bei seiner Rückläufigkeit vier Monate; Initiation und Heirat vollziehe man nicht bei Rückläufigkeit oder Aticāra Jupiters.

Wort für Wort
aticāre
beim beschleunigten Übertritt
tri-pakṣam
drei Halbmonate
vakre māsa-catuṣṭayam
bei Rückläufigkeit vier Monate
vrata-udvāhau
Gelübde und Heirat
guroḥ vakra-aticārayoḥ
bei Rückläufigkeit und Übertritt Jupiters

caitre pauṣe na riktāsu harau supte kuje ravau / candrakṣaye cāśubhaṃ syāt sandhyākālaḥ śubhāvahaḥ //

Nicht im Caitra und Pauṣa, nicht an den Riktā-Tagen [Anm.: 4., 9., 14. Mondtag], nicht wenn Hari schläft, nicht am Dienstag und Sonntag; bei abnehmendem Mond wäre es unheilvoll; die Dämmerungszeit bringt Glück.

Wort für Wort
caitre pauṣe na
nicht im Caitra und Pauṣa
riktāsu
an den Riktā-Tagen
harau supte
wenn Hari schläft
kuje ravau
am Mars- und Sonnentag
sandhyā-kālaḥ śubha-āvahaḥ
die Dämmerungszeit bringt Glück

rohiṇī cottarā mūlaṃ svātī hasto 'tha revatī / tule na mithune śasto vivāhaḥ parikīrtitaḥ //

Rohiṇī, die Uttarās, Mūla, Svāti, Hasta und Revatī (sind günstig); in Waage und Zwilling (als Aszendent) wird die Heirat als nicht empfohlen [?] verkündet.

Wort für Wort
rohiṇī uttarā mūlam
Rohiṇī, Uttarās, Mūla
svātī hastaḥ revatī
Svāti, Hasta, Revatī
tule mithune
in Waage und Zwilling
na śastaḥ
nicht empfohlen
parikīrtitaḥ
wird verkündet

tule na mithune: möglicherweise verderbt aus tule ca mithune ('in Waage und Zwilling empfohlen').

vivāhe karṇabedhe ca vrate puṃsavane tathā / prāśane cādyacūḍāyāṃ biddharkṣañca vivarjayet //

Bei Heirat, Ohrdurchbohrung, Gelübde(-Initiation), ebenso beim Puṃsavana [Anm.: Ritus für männliche Nachkommenschaft], bei der ersten Speisung und beim ersten Haarschnitt meide man ein 'durchbohrtes' Mondhaus (viddha-nakṣatra).

Wort für Wort
karṇa-vedhe
bei der Ohrdurchbohrung
puṃsavane
beim Puṃsavana
prāśane
bei der ersten Speisung
ādya-cūḍāyām
beim ersten Haarschnitt
viddha-ṛkṣam vivarjayet
meide ein durchbohrtes Mondhaus

biddharkṣa für viddharkṣa.

śravaṇe mūlapuṣye ca sūryamaṅgalajīvake / kumbhe siṃhe ca mithune karma puṃsavanaṃ smṛtaṃ //

Bei Śravaṇa, Mūla und Puṣya, an Sonntag, Dienstag und Donnerstag, (im Aszendenten) Wassermann, Löwe und Zwilling ist der Puṃsavana-Ritus überliefert.

Wort für Wort
śravaṇe mūla-puṣye
bei Śravaṇa, Mūla, Puṣya
sūrya-maṅgala-jīvake
am Sonnen-, Mars-, Jupitertag
kumbhe siṃhe mithune
bei Wassermann, Löwe, Zwilling
karma puṃsavanam
der Puṃsavana-Ritus
smṛtam
ist überliefert

haste mūle mṛge pauṣṇe budhe śukre ca niṣkṛtiḥ / arkendujīvabhṛguje mūle tāmbūlabhakṣaṇaṃ //

Bei Hasta, Mūla, Mṛgaśiras und Revatī (pauṣṇa), am Mittwoch und Freitag (erfolgt) das Hinausführen [?] (des Kindes); am Sonntag, Montag, Donnerstag, Freitag und bei Mūla das Betelkauen.

Wort für Wort
haste mūle mṛge pauṣṇe
bei Hasta, Mūla, Mṛgaśiras, Revatī
budhe śukre
am Mittwoch und Freitag
niṣkṛtiḥ
das Hinausführen [?]
arka-indu-jīva-bhṛgu-je
am Sonnen-, Mond-, Jupiter-, Venustag
tāmbūla-bhakṣaṇam
das Betelkauen

niṣkṛtiḥ vermutlich für niṣkramaṇa (erster Ausgang des Kindes).

annasya prāśanaṃ śukre jīve mṛge ca maunake / hastādipañcake puṣpe kṛttikāditraye tathā //

Die erste Reisspeisung (erfolgt) am Freitag, Donnerstag, bei Mṛgaśiras und in den Fischen [?]; bei den fünf (Mondhäusern) ab Hasta, bei Puṣya, ebenso bei den drei ab Kṛttikā,

Wort für Wort
annasya prāśanam
die erste Reisspeisung
śukre jīve
am Venus- und Jupitertag
mṛge
bei Mṛgaśiras
hasta-ādi-pañcake
bei den fünf ab Hasta
kṛttikā-ādi-traye
bei den drei ab Kṛttikā

maunake wohl für mīnake (Fische).

aśvinyāmatha revatyāṃ navānnaphalabhakṣaṇaṃ / puṣpā hastā tathā jyeṣṭhā rohiṇī śravaṇāśvinau //

bei Aśvinī und Revatī (erfolgt) das Essen von neuem Getreide und Früchten. Puṣya, Hasta, ebenso Jyeṣṭhā, Rohiṇī, Śravaṇa, Aśvinī,

Wort für Wort
aśvinyām revatyām
bei Aśvinī und Revatī
nava-anna-phala-bhakṣaṇam
das Essen neuen Getreides und neuer Früchte
puṣyā hastā jyeṣṭhā
Puṣya, Hasta, Jyeṣṭhā
rohiṇī śravaṇa-aśvinau
Rohiṇī, Śravaṇa, Aśvinī

svātisaumye ca bhaiṣajyaṃ kuryādanyatra varjayet / pūrvātrayaṃ maghā yāmyaṃ pāvanaṃ śravaṇatrayaṃ //

Svāti und Mṛgaśiras (saumya) – (bei diesen) wende man Arznei an, sonst meide man sie. Die drei Pūrvās, Maghā, Bharaṇī (yāmya), Svāti (pāvana) [?], die drei ab Śravaṇa –

Wort für Wort
svāti-saumye
bei Svāti und Mṛgaśiras
bhaiṣajyam kuryāt
wende Arznei an
anyatra varjayet
sonst meide man
pūrvā-trayam maghā yāmyam
die drei Pūrvās, Maghā, Bharaṇī
śravaṇa-trayam
die drei ab Śravaṇa

pāvana hier wohl das Mondhaus des Windgottes (Svāti).

bhaumādityaśanervāre snātavyaṃ rogamuktitaḥ / pārthive cāṣṭahrīṃkāraṃ madhye nāma ca dikṣu ca //

am Dienstag, Sonntag und Saturntag soll man nach der Befreiung von Krankheit baden. Auf ein Erd(-Diagramm) (schreibe man) die Silbe hrīṃ achtfach, in die Mitte den Namen, und in die Himmelsrichtungen

Wort für Wort
bhauma-āditya-śaneḥ vāre
am Dienstag, Sonntag, Samstag
snātavyam
man soll baden
roga-muktitaḥ
nach Befreiung von Krankheit
pārthive aṣṭa-hrīṃkāram
auf das Erdsymbol achtmal hrīṃ
madhye nāma
in die Mitte den Namen

pārthiva: wohl das quadratische Erdsymbol eines Yantra.

hrīṃ puṭaṃ pārthive dikṣu hrīṃ vidikṣu likhedvasūn / gorocanākuṅkumena bhūrje vastre gale dhṛtaṃ //

hrīṃ als Umhüllung; auf das Erdsymbol in die Himmelsrichtungen hrīṃ, in die Zwischenrichtungen schreibe man die Vasus [?] – mit Gorocanā und Safran auf Birkenrinde oder auf Stoff, am Hals getragen –

Wort für Wort
hrīṃ puṭam
hrīṃ als Umhüllung
vidikṣu
in den Zwischenrichtungen
likhet vasūn
schreibe die Vasus [?]
gorocanā-kuṅkumena
mit Gorocanā und Safran
bhūrje vastre gale dhṛtam
auf Birkenrinde, Stoff, am Hals getragen

vasūn: vielleicht die Zahl acht oder die Namen der Vasus; unklar.

śatravo vaśamāyānti mantreṇānena niścitaṃ / śrīṃ hrīṃ sampuṭaṃ nāma śrīṃ hrīṃ patrāṣṭake kramāt //

so kommen die Feinde gewiss durch diesen Mantra in (seine) Gewalt. śrīṃ hrīṃ als Umhüllung des Namens, śrīṃ hrīṃ auf die acht Blätter der Reihe nach,

Wort für Wort
śatravaḥ vaśam āyānti
die Feinde kommen in Gewalt
mantreṇa anena
durch diesen Mantra
niścitam
gewiss
śrīṃ hrīṃ sampuṭam nāma
der Name von śrīṃ hrīṃ umschlossen
patra-aṣṭake kramāt
auf die acht Blätter der Reihe nach

gorocanākuṅkumena bhurje 'tha subhagāvṛte / gomadhyavāgamaḥ patre haridrāyā rasena ca //

mit Gorocanā und Safran auf Birkenrinde, dann für eine vom Glück umgebene (Frau) [?]. ... [?] auf ein Blatt, mit dem Saft von Gelbwurz,

Wort für Wort
gorocanā-kuṅkumena
mit Gorocanā und Safran
bhūrje
auf Birkenrinde
subhagā-āvṛte
vom Glück umgeben [?]
patre
auf ein Blatt
haridrāyāḥ rasena
mit Gelbwurzsaft

subhagāvṛte und gomadhyavāgamaḥ sind verderbt bzw. unverständlich.

śilāpaṭṭe 'rīn stambhayati bhūmāvadhomukhīkṛṭaṃ / oṃ hūṃ saḥ sampuṭannāma oṃ hūṃ saḥ patrāṣṭake kramāt //

auf eine Steinplatte (geschrieben) und mit der Schrift nach unten in die Erde gelegt, lähmt es die Feinde. oṃ hūṃ saḥ als Umhüllung des Namens, oṃ hūṃ saḥ auf die acht Blätter der Reihe nach,

Wort für Wort
śilā-paṭṭe
auf einer Steinplatte
arīn stambhayati
lähmt die Feinde
bhūmau adhomukhī-kṛtam
in der Erde nach unten gewandt
oṃ hūṃ saḥ sampuṭam
von oṃ hūṃ saḥ umschlossen
patra-aṣṭake
auf den acht Blättern

adhomukhīkṛṭaṃ Tippfehler für adhomukhīkṛtaṃ.

gorocanākuṅkumena bhūrje mṛtyunivāraṇaṃ / ekapañcanavaprītyai dviṣatdvādaśayogakāḥ //

mit Gorocanā und Safran auf Birkenrinde – (das) wehrt den Tod ab. (Die Stellungen) eins, fünf, neun (dienen) der Zuneigung; zwei, sechs, zehn [?] sind Verbindungen,

Wort für Wort
mṛtyu-nivāraṇam
Abwehr des Todes
eka-pañca-nava
eins, fünf, neun
prītyai
zur Zuneigung
dvi-ṣaṭ-daśa
zwei, sechs, zehn [?]
yogakāḥ
Verbindungen

dviṣatdvādaśa unklar; vermutlich dvi-ṣaṭ-daśa (2, 6, 10) analog zu den folgenden Dreiergruppen.

trisaptaikādaśe lābho vedāṣṭadvādaśe ripuḥ / tanurdhanañca sahajaḥ suhṛt suto ripus tathā //

bei drei, sieben, elf (ist) Gewinn, bei vier, acht, zwölf ein Feind. (Die zwölf Häuser sind:) Körper, Reichtum, Geschwister, Freund, Sohn, Feind,

Wort für Wort
tri-sapta-ekādaśe lābhaḥ
bei 3, 7, 11 Gewinn
veda-aṣṭa-dvādaśe ripuḥ
bei 4, 8, 12 ein Feind
tanuḥ dhanam
Körper, Reichtum
sahajaḥ suhṛt
Geschwister, Freund
sutaḥ ripuḥ
Sohn, Feind

veda = vier (Zahlwort).

jāyā nidhanadharmau ca karmāyavyayakaṃ kramāt / sphuṭaṃ mesādilagneṣu navatārābalaṃ vadet //

Gattin, Tod und Dharma, Tätigkeit, Einkünfte und Ausgaben – der Reihe nach. Genau (bestimmt) bei den Aszendenten ab Widder verkünde man die Kraft der neun Tārās.

Wort für Wort
jāyā
Gattin
nidhana-dharmau
Tod und Dharma
karma-āya-vyayakam
Tätigkeit, Einkommen, Ausgaben
meṣa-ādi-lagneṣu
bei den Aszendenten ab Widder
nava-tārā-balam
die Kraft der neun Tārās

mesādi Tippfehler für meṣādi.

janma sampadvipat kṣemaṃ pratyariḥ sādhakaḥ kramāt / nidhanaṃ mitrapramamitraṃ tārābalaṃ viduḥ //

Geburt (janma), Glück (sampad), Unglück (vipad), Wohlergehen (kṣema), Gegenfeind (pratyari), Vollbringer (sādhaka) der Reihe nach, Tod (nidhana), Freund (mitra) und höchster Freund (paramamitra) – das kennt man als Tārā-Kraft.

Wort für Wort
janma sampat vipat
Geburt, Glück, Unglück
kṣemam pratyariḥ
Wohlergehen, Gegenfeind
sādhakaḥ nidhanam
Vollbringer, Tod
mitra-paramamitram
Freund, höchster Freund
tārā-balam viduḥ
man kennt als Tārā-Kraft

mitrapramamitraṃ für mitraṃ paramamitraṃ.

dhāre jñaguruśukrāṇāṃ sūryācandramasos tathā / māghādimasāṣaṭke tu kṣīramādyaṃ praśasyate //

An den Tagen von Merkur, Jupiter und Venus sowie von Sonne und Mond, in den sechs Monaten ab Māgha wird die erste Milch(speisung) [?] empfohlen.

Wort für Wort
vāre jña-guru-śukrāṇām
an den Tagen von Merkur, Jupiter, Venus
sūryā-candramasoḥ
von Sonne und Mond
māgha-ādi-māsa-ṣaṭke
in den sechs Monaten ab Māgha
kṣīram ādyam
die erste Milch [?]
praśasyate
wird empfohlen

dhāre für vāre; māghādimasā- für māghādimāsa-; kṣīramādyaṃ unsicher.

karṇabedho budhe jīve puṣye śravaṇacitrayoḥ / pañcame 'bde cādhyayanaṃ ṣaṣṭhīṃ pratipadantyajet //

Die Ohrdurchbohrung (erfolgt) am Mittwoch, Donnerstag, bei Puṣya, Śravaṇa und Citrā. Im fünften Jahr (beginne) das Studium; den sechsten und den ersten Mondtag meide man,

Wort für Wort
karṇa-vedhaḥ
die Ohrdurchbohrung
budhe jīve
am Mittwoch, Donnerstag
pañcame abde adhyayanam
im fünften Jahr das Studium
ṣaṣṭhīm pratipadam
den sechsten und ersten Mondtag
tyajet
meide man

riktāṃ pañcadaśīṃ bhaumaṃ prārcya vāṇīṃ hariṃ śriyaṃ / māghādimāsaṣatke tu makhalābandhanaṃ śubhaṃ //

die Riktā-Tage, den fünfzehnten und den Dienstag, nachdem man Vāṇī (Sarasvatī), Hari und Śrī verehrt hat. In den sechs Monaten ab Māgha ist das Umbinden des Gürtels (Upanayana) glückbringend.

Wort für Wort
riktām pañcadaśīm
die Riktā-Tage, den fünfzehnten
bhaumam
den Dienstag
prārcya vāṇīm harim śriyam
Vāṇī, Hari und Śrī verehrend
mekhalā-bandhanam
das Umbinden des Gürtels
śubham
glückbringend

makhalā für mekhalā; -ṣatke für -ṣaṭke.

cūḍākaraṇakādyañca śravaṇādau na śasyate / astaṃ yāte guro śukre kṣīṇe ca śaśalāñchane //

Der Scheitelschnitt (cūḍākaraṇa) usw. wird bei Śravaṇa usw. [?] nicht empfohlen. Wenn Jupiter oder Venus untergegangen sind und wenn der Hasengezeichnete (Mond) abnimmt,

Wort für Wort
cūḍā-karaṇaka-ādyam
Scheitelschnitt usw.
śravaṇa-ādau
bei Śravaṇa usw.
na śasyate
wird nicht empfohlen
astam yāte guro śukre
wenn Jupiter oder Venus untergegangen
kṣīṇe śaśa-lāñchane
wenn der Mond abnimmt

upanītasya viprasya mṛtyuṃ jāḍyaṃ vinirdiśet / kṣaurarkṣe śubhavāre ca samāvartanamiṣyate //

so sage man dem eingeweihten Brahmanen Tod oder Stumpfsinn voraus. Bei einem für die Rasur (geeigneten) Mondhaus und an einem glückhaften Wochentag wünscht man die Heimkehr (samāvartana, Abschluss des Studiums),

Wort für Wort
upanītasya viprasya
dem eingeweihten Brahmanen
mṛtyum jāḍyam
Tod oder Stumpfsinn
vinirdiśet
sage man voraus
kṣaura-ṛkṣe śubha-vāre
bei Rasur-Mondhaus und günstigem Wochentag
samāvartanam iṣyate
die Heimkehr wird gewünscht

śubhakṣetre vilagneṣu śubhayuktekṣiteṣu ca / aśvinīmaghācitrāsu svātīyāmyottarāsu ca //

wenn die aufsteigenden Zeichen günstige Häuser sind und mit Glückhaften besetzt und von ihnen aspektiert sind. Bei Aśvinī, Maghā, Citrā, Svāti, Bharaṇī (yāmya), den Uttarās,

Wort für Wort
śubha-kṣetre
in einem günstigen Zeichen
vilagneṣu
bei den Aszendenten
śubha-yukta-īkṣiteṣu
von Glückhaften besetzt und aspektiert
aśvinī-maghā-citrāsu
bei Aśvinī, Maghā, Citrā
svātī-yāmya-uttarāsu
bei Svāti, Bharaṇī, den Uttarās

punarvasau tathā puṣye dhanurvedaḥ praśasyate / bharaṇyārdrā maghāśleṣā vahnibhagarkṣayos tathā //

Punarvasu und ebenso Puṣya wird (das Erlernen der) Bogenkunde empfohlen. Bharaṇī, Ārdrā, Maghā, Āśleṣā sowie bei den Mondhäusern von Feuer (Kṛttikā) und Bhaga (Pūrvaphalgunī)

Wort für Wort
punarvasau puṣye
bei Punarvasu und Puṣya
dhanur-vedaḥ
die Bogenkunde
bharaṇī ārdrā
Bharaṇī, Ārdrā
maghā āśleṣā
Maghā, Āśleṣā
vahni-bhaga-ṛkṣayoḥ
bei den Mondhäusern von Agni und Bhaga

jijīviṣur na kurvīta vastraprāvaraṇaṃ naraḥ / gurau śukre budhe vastraṃ vivāhādau na bhādikaṃ //

lege ein Mann, der zu leben wünscht, kein (neues) Gewand oder Obergewand an. Am Donnerstag, Freitag und Mittwoch (lege man) ein Gewand (an); bei Heirat usw. (berücksichtige man) nicht Mondhaus usw. [?].

Wort für Wort
jijīviṣuḥ naraḥ
ein Mann, der zu leben wünscht
na kurvīta
tue nicht
vastra-prāvaraṇam
Gewand und Obergewand anlegen
gurau śukre budhe
am Jupiter-, Venus-, Merkurtag
vivāha-ādau na bha-ādikam
bei Heirat usw. nicht Mondhaus usw.

revatyaśvidhaniṣṭhāsu hastādiṣu ca pañcasu / śaṅkhavidrumaratnānāṃ paridhānaṃ praśasyate //

Bei Revatī, Aśvinī, Dhaniṣṭhā und den fünf ab Hasta wird das Anlegen von Muscheln, Korallen und Edelsteinen empfohlen.

Wort für Wort
revatī-aśvi-dhaniṣṭhāsu
bei Revatī, Aśvinī, Dhaniṣṭhā
hasta-ādiṣu pañcasu
bei den fünf ab Hasta
śaṅkha-vidruma-ratnānām
von Muscheln, Korallen, Edelsteinen
paridhānam
das Anlegen
praśasyate
wird empfohlen

yāmyasarpadhaniṣṭhāsu triṣu pūrveṣu vāruṇe / krītaṃ hānikaraṃ dravyaṃ vikrītaṃ lābhakṛdbhavet //

Bei Bharaṇī (yāmya), Āśleṣā (sarpa), Dhaniṣṭhā, den drei Pūrvās und Śatabhiṣaj (vāruṇa) bringt gekaufte Ware Verlust, verkaufte bringt Gewinn.

Wort für Wort
yāmya-sarpa-dhaniṣṭhāsu
bei Bharaṇī, Āśleṣā, Dhaniṣṭhā
triṣu pūrveṣu vāruṇe
bei den drei Pūrvās und Śatabhiṣaj
krītam dravyam
gekaufte Ware
hāni-karam
Verlust bringend
vikrītam lābha-kṛt
verkauft Gewinn bringend

aśvinīsvāticitrāsu revatyāṃ vāruṇe harau / krītaṃ lābhakaraṃ dravayaṃ vikrītaṃ hānikṛdbhavet //

Bei Aśvinī, Svāti, Citrā, Revatī, Śatabhiṣaj (vāruṇa) und Śravaṇa (hari) bringt gekaufte Ware Gewinn, verkaufte bringt Verlust.

Wort für Wort
aśvinī-svāti-citrāsu
bei Aśvinī, Svāti, Citrā
revatyām vāruṇe harau
bei Revatī, Śatabhiṣaj, Śravaṇa
krītam lābha-karam
gekauft gewinnbringend
vikrītam hāni-kṛt
verkauft verlustbringend

dravayaṃ Tippfehler für dravyaṃ.

bharaṇī trīṇi pūrvāṇi ārdrāśleṣā maghānilāḥ / vahnijyeṣṭāviśākhāsu svāmino nopatiṣṭhate //

Bharaṇī, die drei Pūrvās, Ārdrā, Āśleṣā, Maghā, Svāti (anila), bei Kṛttikā (vahni), Jyeṣṭhā und Viśākhā – (bei diesen) kehrt zum Eigentümer nicht zurück

Wort für Wort
bharaṇī trīṇi pūrvāṇi
Bharaṇī, die drei Pūrvās
ārdrā-āśleṣā maghā-anilāḥ
Ārdrā, Āśleṣā, Maghā, Svāti
vahni-jyeṣṭhā-viśākhāsu
bei Kṛttikā, Jyeṣṭhā, Viśākhā
svāminaḥ
zum Eigentümer
na upatiṣṭhate
kehrt nicht zurück

jyeṣṭā Tippfehler für jyeṣṭhā.

dravyaṃ dattaṃ prayuktaṃ vā yatra nikṣipyate dhanaṃ / uttare śravaṇe śākre kuryādrājābhiṣecanaṃ //

eine gegebene oder verliehene Ware oder Geld, das hinterlegt wird. Bei den Uttarās, Śravaṇa und Jyeṣṭhā (śākra) vollziehe man die Königsweihe.

Wort für Wort
dravyam dattam prayuktam
gegebene oder verliehene Ware
nikṣipyate dhanam
hinterlegtes Geld
uttare śravaṇe śākre
bei den Uttarās, Śravaṇa, Jyeṣṭhā
rāja-abhiṣecanam
die Königsweihe
kuryāt
vollziehe man

caitraṃ jyeṣṭhaṃ tathā bhādramāśvinaṃ pauṣameva ca / māghaṃ caiva parityajya śeṣamāse gṛhaṃ śubhaṃ //

Mit Ausnahme von Caitra, Jyeṣṭha, Bhādrapada, Āśvina, Pauṣa und Māgha ist in den übrigen Monaten (der Bau) eines Hauses günstig.

Wort für Wort
caitram jyeṣṭham
Caitra, Jyeṣṭha
bhādram āśvinam
Bhādrapada, Āśvina
pauṣam māgham
Pauṣa, Māgha
parityajya
ausgenommen
śeṣa-māse gṛham śubham
in den übrigen Monaten ist ein Haus günstig

aśvinī rohiṇī mūlamuttarātrayamaindavaṃ / svātī hastānurādhā ca gṛhārambhe praśasyate //

Aśvinī, Rohiṇī, Mūla, die drei Uttarās, Mṛgaśiras (aindava), Svāti, Hasta und Anurādhā werden für den Beginn des Hausbaus empfohlen.

Wort für Wort
aśvinī rohiṇī mūlam
Aśvinī, Rohiṇī, Mūla
uttarā-trayam aindavam
die drei Uttarās, Mṛgaśiras
svātī hastā anurādhā
Svāti, Hasta, Anurādhā
gṛha-ārambhe
beim Hausbaubeginn
praśasyate
wird empfohlen

ādityabhaumavarjantu vāpīprāsādake tathā / siṃharāśigate jīve gurvāditye malimluce //

(und zwar) unter Auslassung von Sonntag und Dienstag, ebenso bei Brunnen und Palästen. Wenn Jupiter im Zeichen Löwe steht, wenn Jupiter mit der Sonne (verbunden ist) [?], im Schaltmonat,

Wort für Wort
āditya-bhauma-varjam
ohne Sonntag und Dienstag
vāpī-prāsādake
bei Brunnen und Palast
siṃha-rāśi-gate jīve
wenn Jupiter im Löwen steht
guru-āditye
bei Jupiter mit Sonne [?]
malimluce
im Schaltmonat

bāle vṛddhe 'stage śukre gṛhakarma vivarjayet / agnidāho bhayaṃ rogo rājapīḍā dhanakṣatiḥ //

und wenn die Venus jung, alt oder untergegangen ist, meide man Arbeiten am Haus. Feuersbrunst, Gefahr, Krankheit, Bedrückung durch den König und Vermögensverlust

Wort für Wort
bāle vṛddhe astage śukre
wenn Venus jung, alt, untergegangen
gṛha-karma vivarjayet
meide Hausarbeiten
agni-dāhaḥ bhayam
Feuersbrunst, Gefahr
rogaḥ rāja-pīḍā
Krankheit, Bedrückung durch den König
dhana-kṣatiḥ
Vermögensverlust

saṅgrahe tṛṇakāṣṭhānāṃ kṛte śravaṇapañcake / gṛhapraveśanaṃ kuryāddhaniṣṭhottaravāruṇe //

(entstehen), wenn das Sammeln von Gras und Holz in den fünf (Mondhäusern) ab Śravaṇa erfolgt. Den Einzug ins Haus vollziehe man bei Dhaniṣṭhā, den Uttarās und Śatabhiṣaj (vāruṇa).

Wort für Wort
saṅgrahe tṛṇa-kāṣṭhānām
beim Sammeln von Gras und Holz
śravaṇa-pañcake
in den fünf ab Śravaṇa
gṛha-praveśanam
den Hauseinzug
kuryāt
vollziehe man
dhaniṣṭhā-uttara-vāruṇe
bei Dhaniṣṭhā, den Uttarās, Śatabhiṣaj

naukāyā ghaṭane dvitripañcasaptatrayodaśī / nṛpadarśī dhaniṣṭhāsu hastāpauṣṇāśvinīṣu ca //

Für das Zusammenfügen eines Schiffes (sind) der zweite, dritte, fünfte, siebte und dreizehnte (Mondtag günstig). Die Audienz beim König (suche man) bei Dhaniṣṭhā, Hasta, Revatī (pauṣṇa) und Aśvinī.

Wort für Wort
naukāyāḥ ghaṭane
beim Bau eines Schiffes
dvi-tri-pañca-sapta
zwei, drei, fünf, sieben
trayodaśī
der dreizehnte
nṛpa-darśī
wer den König aufsucht
hastā-pauṣṇa-aśvinīṣu
bei Hasta, Revatī, Aśvinī

pūrvātrayandhaniṣṭhārdrā vahniḥ saumyaviśākhayoḥ / aśleṣā cāśvinī caiva yātrāsiddhistu sampadā //

Die drei Pūrvās, Dhaniṣṭhā, Ārdrā, Kṛttikā (vahni), bei Mṛgaśiras und Viśākhā, Āśleṣā und Aśvinī – (dann ist) Gelingen der Reise mit Wohlstand [?].

Wort für Wort
pūrvā-trayam
die drei Pūrvās
dhaniṣṭhā ārdrā vahniḥ
Dhaniṣṭhā, Ārdrā, Kṛttikā
saumya-viśākhayoḥ
bei Mṛgaśiras und Viśākhā
āśleṣā aśvinī
Āśleṣā, Aśvinī
yātrā-siddhiḥ sampadā
Gelingen der Reise mit Wohlstand

Zuordnung dieser Liste (günstig oder ungünstig für Reisen) unklar.

triṣūttareṣu rohiṇyāṃ sinībālī caturdaśī / śravaṇā caiva hastā ca citrā ca vaiṣṇavī tathā //

Bei den drei Uttarās, Rohiṇī, am Sinīvālī (Neumondtag), am vierzehnten, bei Śravaṇa, Hasta, Citrā und ebenso am Vaiṣṇavī-(Tag) [?]

Wort für Wort
triṣu uttareṣu
bei den drei Uttarās
rohiṇyām
bei Rohiṇī
sinīvālī caturdaśī
Sinīvālī und der vierzehnte
śravaṇā hastā citrā
Śravaṇa, Hasta, Citrā
vaiṣṇavī
der Viṣṇu-Tag [?]

śravaṇā und vaiṣṇavī doppeln sich möglicherweise (beide Śravaṇa); vaiṣṇavī evtl. der 12. Mondtag.

goṣṭhayātrāṃ na kurvīta praveśaṃ naiva kārayet / anilottararohiṇyāṃ mṛgamūlapunarvasau //

unternehme man keine Reise zum Viehhof und lasse auch keinen (Vieh-)Einzug vornehmen. Bei Svāti (anila), den Uttarās, Rohiṇī, Mṛgaśiras, Mūla, Punarvasu,

Wort für Wort
goṣṭha-yātrām
Gang zum Viehhof
na kurvīta
unternehme nicht
praveśam na kārayet
lasse keinen Einzug vornehmen
anila-uttara-rohiṇyām
bei Svāti, Uttarās, Rohiṇī
mṛga-mūla-punarvasau
bei Mṛgaśiras, Mūla, Punarvasu

puṣyaśravaṇahasteṣu kṛṣikarma samācaret / punarvasūttarāsvātībhagamūlendravāruṇe //

Puṣya, Śravaṇa und Hasta betreibe man die Feldarbeit. Bei Punarvasu, den Uttarās, Svāti, Pūrvaphalgunī (bhaga), Mūla, Jyeṣṭhā (indra), Śatabhiṣaj (vāruṇa),

Wort für Wort
puṣya-śravaṇa-hasteṣu
bei Puṣya, Śravaṇa, Hasta
kṛṣi-karma samācaret
betreibe Feldarbeit
punarvasu-uttarā-svātī
Punarvasu, Uttarās, Svāti
bhaga-mūla
Pūrvaphalgunī, Mūla
indra-vāruṇe
Jyeṣṭhā, Śatabhiṣaj

guroḥ śukrasya vāre vā vāre ca somabhāsvatoḥ / vṛṣalagne ca kartavyaṅkanyāyāṃ mithune tathā //

am Donnerstag oder Freitag oder am Montag oder Sonntag, im Aszendenten Stier, ebenso Jungfrau und Zwilling ist (die Aussaat) zu vollziehen;

Wort für Wort
guroḥ śukrasya vāre
am Jupiter- oder Venustag
soma-bhāsvatoḥ
am Mond- oder Sonnentag
vṛṣa-lagne
im Aszendenten Stier
kartavyam
ist zu tun
kanyāyām mithune
in Jungfrau und Zwilling

dvipañca daśamī sapta tṛtīyā ca trayodaśī / revatīrohiṇīndrāgnihastamaitrottareṣu ca //

(an den Mondtagen) zwei, fünf, zehn, sieben, drei und dreizehn, bei Revatī, Rohiṇī, Viśākhā (indrāgni), Hasta, Anurādhā (maitra) und den Uttarās

Wort für Wort
dvi-pañca daśamī sapta
zwei, fünf, zehn, sieben
tṛtīyā trayodaśī
drei und dreizehn
revatī-rohiṇī
Revatī, Rohiṇī
indrāgni-hasta
Viśākhā, Hasta
maitra-uttareṣu
Anurādhā und die Uttarās

mandāravarjaṃ vījāni vāpayet sampadarthyapi / revatīhastamūleṣu śravaṇe bhagamaitrayoḥ //

lasse man, außer am Saturn- und Marstag, die Samen säen, auch wer nach Wohlstand strebt. Bei Revatī, Hasta, Mūla, Śravaṇa, Pūrvaphalgunī (bhaga) und Anurādhā (maitra),

Wort für Wort
manda-āra-varjam
ohne Saturn- und Marstag
vījāni vāpayet
lasse die Samen säen
sampad-arthī api
auch wer Wohlstand sucht
revatī-hasta-mūleṣu
bei Revatī, Hasta, Mūla
bhaga-maitrayoḥ
bei Pūrvaphalgunī und Anurādhā

mandāra = manda (Saturn) + āra (Mars).

pitṛdaive tathā saumye dhānyacchedaṃ mṛgodaye / hastacitrāditisvātau revatyāṃ śravaṇatraye //

Maghā (pitṛdaiva) und ebenso Mṛgaśiras (saumya) (erfolgt) das Getreideschneiden, wenn Mṛga (Steinbock?) aufgeht [?]. Bei Hasta, Citrā, Punarvasu (aditi), Svāti, Revatī und den drei ab Śravaṇa,

Wort für Wort
pitṛ-daive saumye
bei Maghā und Mṛgaśiras
dhānya-cchedam
das Getreideschneiden
mṛga-udaye
beim Aufgang von Mṛga [?]
hasta-citrā-aditi-svātau
bei Hasta, Citrā, Punarvasu, Svāti
śravaṇa-traye
bei den drei ab Śravaṇa

sthire lagne gurorvāre atha bhārgavasaumyayoḥ / yāmyāditimaghājyeṣṭhāsūtareṣu praveśayet //

in einem festen Aszendenten (sthira-lagna), am Donnerstag oder am Freitag und Mittwoch; bei Bharaṇī (yāmya), Punarvasu (aditi), Maghā, Jyeṣṭhā und den Uttarās bringe man (das Getreide) ein.

Wort für Wort
sthire lagne
in einem festen Aszendenten
guroḥ vāre
am Donnerstag
bhārgava-saumyayoḥ
am Freitag und Mittwoch
yāmya-aditi-maghā-jyeṣṭhā
Bharaṇī, Punarvasu, Maghā, Jyeṣṭhā
praveśayet
bringe man ein

sūtareṣu für ca uttareṣu.

oṃ dhanadāya sarvadhaneśāya dehi me dhanaṃ svāhā / oṃ nave varṣe ilādevi lokasaṃvardhani kāmarūpiṇi dehi me dhanaṃ svāhā || patrasthaṃ likhitaṃ dhānyarāśisthaṃ dhānyavardhanaṃ / tripūrvāsu viśākhāyāṃ dhaniṣṭhāvāruṇe 'pi ca //

'oṃ dhanadāya sarvadhaneśāya dehi me dhanaṃ svāhā' (Oṃ, dem Reichtumsgeber, dem Herrn allen Reichtums – gib mir Reichtum, svāhā). 'oṃ nave varṣe ilādevi lokasaṃvardhani kāmarūpiṇi dehi me dhanaṃ svāhā' (Oṃ, o Göttin Ilā im neuen Jahr, Mehrerin der Welt, nach Belieben Gestalt Annehmende – gib mir Reichtum, svāhā). Auf ein Blatt geschrieben und auf den Getreidehaufen gelegt, mehrt es das Getreide. Bei den drei Pūrvās, Viśākhā, Dhaniṣṭhā und Śatabhiṣaj,

Wort für Wort
dhanadāya
dem Reichtumsgeber
dehi me dhanam
gib mir Reichtum
loka-saṃvardhani
o Mehrerin der Welt
patra-stham likhitam
auf ein Blatt geschrieben
dhānya-rāśi-stham dhānya-vardhanam
auf dem Getreidehaufen mehrt es das Getreide

eteṣu ṣaṭsu vijñeyaṃ dhānyaniṣkramaṇaṃ budhaiḥ / devatārāmavāpyādipratiṣṭhodaṅmukhe ravau //

bei diesen sechs ist nach den Kundigen das Ausgeben des Getreides (dhānya-niṣkramaṇa) zu vollziehen. Die Weihe von Götter(bildern), Gärten, Brunnen usw. (erfolgt), wenn die Sonne nordwärts gewandt ist.

Wort für Wort
eteṣu ṣaṭsu
bei diesen sechs
dhānya-niṣkramaṇam
das Ausgeben des Getreides
budhaiḥ
von den Kundigen
devatā-ārāma-vāpī-ādi-pratiṣṭhā
Weihe von Götterbildern, Gärten, Brunnen usw.
udaṅmukhe ravau
wenn die Sonne nordwärts gewandt ist

mithunasthe ravau darśādyādi syād dvādaśī tithiḥ / sadā tatraiva kartavyaṃ śayanaṃ cakrapāṇinaḥ //

Steht die Sonne im Zwilling, so ist der zwölfte Mondtag nach dem ersten Neumond (maßgeblich) [?]; stets ist genau dann das Schlafenlegen des Diskusträgers (Viṣṇu) zu vollziehen.

Wort für Wort
mithuna-sthe ravau
wenn die Sonne im Zwilling steht
darśa-ādya
nach dem ersten Neumond [?]
dvādaśī tithiḥ
der zwölfte Mondtag
śayanam
das Schlafenlegen
cakra-pāṇinaḥ
des Diskusträgers

darśādyādi unklar.

siṃhatauliṅgate cārke darśādyadvādaśīdvayaṃ / ādāvindrasamuptyānaṃ prabodhaś ca hareḥ kramāt //

Und steht die Sonne im Löwen und in der Waage, (gelten) die beiden zwölften (Mondtage) nach dem ersten Neumond: zuerst (erfolgt) das Aufrichten Indras [Anm.: des Indra-Banners], dann das Erwachen Haris, der Reihe nach.

Wort für Wort
siṃha-tauli-gate arke
wenn die Sonne in Löwe und Waage steht
dvādaśī-dvayam
die beiden zwölften Tage
ādau indra-samutthānam
zuerst das Aufrichten Indras
prabodhaḥ hareḥ
das Erwachen Haris
kramāt
der Reihe nach

indrasamuptyānaṃ verderbt für indrasamutthānaṃ.

tathā kanyāgate bhānau durgoptyāne tathāṣṭamī / tripādeṣu ca ṛkṣeṣu yadā bhadrā tithirbhavet //

Ebenso, wenn die Sonne in der Jungfrau steht, (ist) für das Aufrichten Durgās der achte (Mondtag bestimmt). Wenn an 'dreifüßigen' Mondhäusern ein Bhadrā-Mondtag [Anm.: 2., 7., 12.] fällt

Wort für Wort
kanyā-gate bhānau
wenn die Sonne in der Jungfrau steht
durgā-utthāne
beim Aufrichten Durgās
aṣṭamī
der achte
tri-pādeṣu ṛkṣeṣu
bei dreifüßigen Mondhäusern
bhadrā tithiḥ
ein Bhadrā-Mondtag

durgoptyāne verderbt für durgotthāne.

bhaumādityaśanaiścāri vijñeyaṃ tat tripuṣkaraṃ / sarvakarmaṇyupādeyā viśuddhiś candratarayoḥ //

an einem Dienstag, Sonntag oder Saturntag, so ist das als Tripuṣkara zu kennen. Bei allen Unternehmungen ist die Reinheit (Günstigkeit) von Mond und Tārā zu beachten.

Wort für Wort
bhauma-āditya-śanaiścāri
an Dienstag, Sonntag, Samstag
tat tripuṣkaram
das ist Tripuṣkara
sarva-karmaṇi
bei allen Unternehmungen
upādeyā
ist zu beachten
viśuddhiḥ candra-tārayoḥ
die Reinheit von Mond und Tārā

candratarayoḥ für candratārayoḥ.

janmāśritastriṣaṣṭhaś ca saptamo daśamas tathā / ekādaśaḥ śaśī yeṣānteṣāmeva śubhaṃ vadet //

Für wen der Mond im Geburts(zeichen) steht oder im dritten, sechsten, siebten, ebenso im zehnten und elften – für die allein sage man Glück voraus.

Wort für Wort
janma-āśritaḥ
im Geburtszeichen stehend
tri-ṣaṣṭhaḥ saptamaḥ
dritter, sechster, siebter
daśamaḥ ekādaśaḥ
zehnter, elfter
śaśī yeṣām
für wen der Mond
śubham vadet
sage Glück voraus

śuklapakṣe dvītīyaś ca pañcamo navamaḥ śubhaḥ / mitrātimitrasādhakasapatkṣemāditārakāḥ //

In der hellen Monatshälfte ist auch der zweite, fünfte und neunte (Stand) günstig. (Günstig sind) die Tārās Mitra, Atimitra, Sādhaka, Sampad, Kṣema usw.

Wort für Wort
śukla-pakṣe
in der hellen Monatshälfte
dvitīyaḥ pañcamaḥ navamaḥ
zweiter, fünfter, neunter
śubhaḥ
günstig
mitra-atimitra-sādhaka
Freund, Überfreund, Vollbringer
sampat-kṣema-ādi-tārakāḥ
die Tārās Glück, Wohlergehen usw.

dvītīya Tippfehler für dvitīya; sapat für sampat.

janmanā mṛtyumāpnoti vipadā dhanasaṅkṣayaṃ / pratyarau maraṇaṃ vidyānnidhane yāti pañcatāṃ //

Mit (der Tārā) Janma erlangt man den Tod [?], mit Vipad Vermögensverlust; bei Pratyari erkenne man den Tod, bei Nidhana geht man in die Auflösung (pañcatā).

Wort für Wort
janmanā mṛtyum āpnoti
mit Janma erlangt man den Tod [?]
vipadā dhana-saṅkṣayam
mit Vipad Vermögensverlust
pratyarau maraṇam
bei Pratyari den Tod
nidhane
bei Nidhana
yāti pañcatām
geht in die Auflösung

kṛṣṇāṣṭamīdinādūrdhvaṃ yāvacchuklāṣṭamīdinaṃ / tāvat kālaṃ śaśī kṣīṇaḥ pūrṇastatropari smṛtaḥ //

Vom Tag des dunklen achten (Mondtages) an bis zum Tag des hellen achten gilt der Mond für diese Zeit als schwach; darüber hinaus gilt er als voll.

Wort für Wort
kṛṣṇa-aṣṭamī-dināt ūrdhvam
vom dunklen achten Tag an
yāvat śukla-aṣṭamī-dinam
bis zum hellen achten Tag
śaśī kṣīṇaḥ
der Mond ist schwach
pūrṇaḥ
voll
tatra upari
darüber hinaus

vṛṣe ca mithune bhānau jīve candrendradaivate / paurṇamāsī gurorvāre mahājyauṣṭhī prakīrtitā //

Steht die Sonne in Stier oder Zwilling und (stehen) Jupiter und Mond im Mondhaus der Indra-Gottheit (Jyeṣṭhā) und fällt der Vollmond auf einen Donnerstag, so heißt er Mahājyaiṣṭhī.

Wort für Wort
vṛṣe mithune bhānau
wenn die Sonne in Stier oder Zwilling
jīve candre
Jupiter und Mond
indra-daivate
im Indra-Mondhaus
paurṇamāsī guroḥ vāre
der Vollmond am Donnerstag
mahājyaiṣṭhī
Mahājyaiṣṭhī

mahājyauṣṭhī für mahājyaiṣṭhī.

aindre guruḥ śaśī caiva prājāpatye ravis tathā / pūrṇimā jyeṣṭhamāsasya mahājyauṣṭhī prakīrtitā //

Stehen Jupiter und Mond in Jyeṣṭhā (aindra) und ebenso die Sonne in Rohiṇī (prājāpatya), so wird der Vollmond des Monats Jyeṣṭha Mahājyaiṣṭhī genannt.

Wort für Wort
aindre guruḥ śaśī
Jupiter und Mond in Jyeṣṭhā
prājāpatye raviḥ
die Sonne in Rohiṇī
pūrṇimā jyeṣṭha-māsasya
der Vollmond des Jyeṣṭha
mahājyaiṣṭhī
Mahājyaiṣṭhī
prakīrtitā
wird genannt

svātyantare yantraniṣṭhe śakrasyotthāpayed dhvajaṃ / haryṛkṣapāde cāśvinyāṃ saptāhānte visarjayet //

Im Bereich von Svāti [?], wenn die Hebevorrichtung bereitsteht [?], richte man das Banner Indras auf; im (letzten) Viertel des Śravaṇa (hari-ṛkṣa) oder bei Aśvinī entlasse man es nach Ablauf von sieben Tagen.

Wort für Wort
svāti-antare
im Bereich von Svāti [?]
yantra-niṣṭhe
wenn die Vorrichtung bereit ist [?]
śakrasya utthāpayet dhvajam
richte Indras Banner auf
hari-ṛkṣa-pāde
im Viertel des Śravaṇa
sapta-aha-ante visarjayet
entlasse es nach sieben Tagen

svātyantare yantraniṣṭhe unsicher, möglicherweise verderbt.

sarvaṃ hemasamandānaṃ sarve brahmasamā dvijāḥ / sarvaṃ gaṅgāsamantoyaṃ rāhugraste divākare //

Wenn die Sonne von Rāhu ergriffen ist (Sonnenfinsternis), ist jede Gabe dem Gold gleich, alle Brahmanen sind Brahmā gleich, alles Wasser ist der Gaṅgā gleich.

Wort für Wort
sarvam hema-samam dānam
jede Gabe dem Gold gleich
sarve brahma-samāḥ dvijāḥ
alle Brahmanen Brahmā gleich
gaṅgā-samam toyam
das Wasser der Gaṅgā gleich
rāhu-graste
von Rāhu ergriffen
divākare
wenn die Sonne

dhvāṅkṣī mahodarī ghorā mandā mandākinī dvijāḥ / rākṣasī ca krameṇārkātsaṅkrāntirnāmabhiḥ smṛtā //

Dhvāṅkṣī, Mahodarī, Ghorā, Mandā, Mandākinī, o Zweimalgeborene, und Rākṣasī – der Reihe nach, vom Sonntag an, ist die Saṅkrānti (Sonneneintritt) mit (diesen) Namen überliefert.

Wort für Wort
dhvāṅkṣī mahodarī ghorā
Dhvāṅkṣī, Mahodarī, Ghorā
mandā mandākinī
Mandā, Mandākinī
rākṣasī
Rākṣasī
krameṇa arkāt
der Reihe nach vom Sonntag an
saṅkrāntiḥ nāmabhiḥ smṛtā
die Saṅkrānti ist mit Namen überliefert

Nur sechs Namen für sieben Wochentage.

bālave kaulave nāge taitile karaṇe yadi / uttiṣṭhan saṅkramatyarkrastadā lokaḥ sukhī bhavet //

Wenn die Sonne in den Karaṇas [Anm.: halbe Mondtage] Bālava, Kaulava, Nāga oder Taitila stehend (in ein neues Zeichen) übergeht, so wird die Welt glücklich.

Wort für Wort
bālave kaulave
in Bālava, Kaulava
nāge taitile karaṇe
in den Karaṇas Nāga, Taitila
uttiṣṭhan
stehend
saṅkramati arkaḥ
die Sonne tritt über
lokaḥ sukhī bhavet
wird die Welt glücklich

arkras Tippfehler für arkas.

gare vave vaṇigviṣṭau kintughne śakunau vrajet / rājño doṣeṇa loko 'yampīḍyate sampadā samaṃ //

Geht sie (über) in Gara, Bava, Vaṇij, Viṣṭi, Kiṃstughna oder Śakuni, so wird durch die Schuld des Königs diese Welt bedrückt, zugleich mit (ihrem) Wohlstand [?].

Wort für Wort
gare bave vaṇij-viṣṭau
in Gara, Bava, Vaṇij, Viṣṭi
kiṃstughne śakunau
in Kiṃstughna, Śakuni
vrajet
geht sie
rājñaḥ doṣeṇa
durch die Schuld des Königs
pīḍyate
wird bedrückt

kintughna für kiṃstughna; vave für bave.

catuṣpādviṣṭivāṇijye śayitaḥ saṅkramedraviḥ / durbhikṣaṃ rājasaṅgrāmo dampatyoḥ saṃśayo bhavet //

Geht die Sonne liegend in Catuṣpada, Viṣṭi oder Vāṇijya über, so entstehen Hungersnot, Krieg unter Königen und Gefahr für Ehepaare.

Wort für Wort
catuṣpād-viṣṭi-vāṇijye
in Catuṣpada, Viṣṭi, Vāṇijya
śayitaḥ
liegend
durbhikṣam
Hungersnot
rāja-saṅgrāmaḥ
Krieg der Könige
dampatyoḥ saṃśayaḥ
Gefahr für die Eheleute

Viṣṭi und Vaṇij erscheinen auch in V. 68.

ādhāne janmanakṣatre vyādhau kleśādikaṃ bhavet / kṛttikāyānnavadinantrirātraṃ rohiṇīṣu ca //

Beginnt eine Krankheit im Mondhaus der Empfängnis oder im Geburtsmondhaus, gibt es Leid usw. Bei Kṛttikā (dauert sie) neun Tage, bei Rohiṇī drei Nächte,

Wort für Wort
ādhāne janma-nakṣatre
im Empfängnis- oder Geburtsmondhaus
vyādhau
bei Krankheit
kleśa-ādikam
Leid usw.
kṛttikāyām nava-dinam
bei Kṛttikā neun Tage
tri-rātram rohiṇīṣu
drei Nächte bei Rohiṇī

kṛttikāyān für kṛttikāyāṃ.

mṛgaśiraḥpañcarātraṃ ārdrāsu prāṇanāśanaṃ / punarvasau ca puṣye ca saptarātraṃ vidhīyate //

bei Mṛgaśiras fünf Nächte, bei Ārdrā bewirkt sie den Verlust des Lebens; bei Punarvasu und Puṣya sind sieben Nächte bestimmt,

Wort für Wort
mṛgaśiraḥ pañca-rātram
Mṛgaśiras fünf Nächte
ārdrāsu
bei Ārdrā
prāṇa-nāśanam
Lebensverlust
punarvasau puṣye
bei Punarvasu und Puṣya
sapta-rātram vidhīyate
sieben Nächte sind bestimmt

navarātraṃ tathāśleṣā śmaśānāntaṃ maghāsu ca / dvau māsau pūrvaphālgunyāmuttarāsu tripañcakam //

ebenso neun Nächte bei Āśleṣā; bei Maghā (währt sie) bis zum Leichenplatz; zwei Monate bei Pūrvaphalgunī, bei den Uttarās dreimal fünf (Tage).

Wort für Wort
nava-rātram āśleṣā
neun Nächte Āśleṣā
śmaśāna-antam maghāsu
bei Maghā bis zum Leichenplatz
dvau māsau
zwei Monate
pūrvaphālgunyām
bei Pūrvaphalgunī
uttarāsu tri-pañcakam
bei den Uttarās dreimal fünf

haste tu dṛśyate citrā ardhamāsantu pīḍanam / māsadvayantathā svātirviśākhā viṃśatirdinaṃ //

Bei Hasta aber zeigt sie sich (nur kurz) [?]; bei Citrā (dauert) die Qual einen halben Monat, ebenso bei Svāti zwei Monate, bei Viśākhā zwanzig Tage,

Wort für Wort
haste dṛśyate
bei Hasta zeigt sich [?]
citrā ardha-māsam
Citrā einen halben Monat
pīḍanam
die Qual
māsa-dvayam svātiḥ
Svāti zwei Monate
viśākhā viṃśatiḥ dinam
Viśākhā zwanzig Tage

haste tu dṛśyate: Angabe der Dauer fehlt wohl.

maitre caiva daśāhāni jyeṣṭhāsvevārdhamāsakam / mūle na jāyate mokṣaḥ pūrvāṣāḍhā tripañcakam //

bei Anurādhā (maitra) zehn Tage, bei Jyeṣṭhā einen halben Monat; bei Mūla gibt es keine Befreiung; Pūrvāṣāḍhā dreimal fünf (Tage),

Wort für Wort
maitre daśa ahāni
bei Anurādhā zehn Tage
jyeṣṭhāsu ardha-māsakam
bei Jyeṣṭhā einen halben Monat
mūle
bei Mūla
na jāyate mokṣaḥ
keine Befreiung entsteht
pūrvāṣāḍhā tri-pañcakam
Pūrvāṣāḍhā fünfzehn

uttarā dinaviṃśatyā dvau māsau śravaṇena ca / dhaniṣṭhā cārdhamāsañca vāruṇe ca daśāhakam //

Uttarā(ṣāḍhā) zwanzig Tage, bei Śravaṇa zwei Monate, Dhaniṣṭhā einen halben Monat und bei Śatabhiṣaj (vāruṇa) zehn Tage.

Wort für Wort
uttarā dina-viṃśatyā
Uttarāṣāḍhā zwanzig Tage
dvau māsau śravaṇena
zwei Monate bei Śravaṇa
dhaniṣṭhā ardha-māsam
Dhaniṣṭhā einen halben Monat
vāruṇe daśa-ahakam
Śatabhiṣaj zehn Tage

na ca bhādrapade mokṣa uttarāsu tripañcakam / revatī daśarātrañca ahorātrantathāśvinī / daśābdāni daśā paṅgorūnaviṃśadgurordṛśā / rāhordvādaśavarṣāṇi bhārgavasyaikaviṃśatiḥ //

Und bei (Pūrva-)Bhādrapadā gibt es keine Befreiung; bei den Uttarās dreimal fünf (Tage), Revatī zehn Nächte, ebenso Aśvinī einen Tag und eine Nacht. – Die Periode (daśā) des Lahmen (Saturn) beträgt zehn Jahre, die Jupiters neunzehn, die Rāhus zwölf Jahre, die der Venus einundzwanzig.

Wort für Wort
na bhādrapade mokṣaḥ
bei Bhādrapadā keine Befreiung
ahorātram aśvinī
Aśvinī einen Tag und eine Nacht
daśā paṅgoḥ
die Periode des Lahmen (Saturn)
ūnaviṃśat guroḥ
neunzehn für Jupiter
bhārgavasya ekaviṃśatiḥ
einundzwanzig für Venus

Die Daśā-Angaben (Planetenperioden) stehen hier und in V. 78 außerhalb des Zusammenhangs; dṛśā für daśā.

bharaṇyāṃ prāṇahāniḥ syād gāyatrīhomataḥ śubhaṃ / pañcadhānyatilājyādyair dhenudānandvije śamaṃ //

Bei Bharaṇī wäre Verlust des Lebens (zu erwarten); durch ein Gāyatrī-Opfer (entsteht) Heil; durch (Opfer mit) den fünf Getreidearten, Sesam, Ghee usw. und durch Gabe einer Kuh an einen Brahmanen (erfolgt) Befriedung.

Wort für Wort
bharaṇyām prāṇa-hāniḥ
bei Bharaṇī Lebensverlust
gāyatrī-homataḥ śubham
durch Gāyatrī-Opfer Heil
pañca-dhānya-tila-ājya-ādyaiḥ
mit fünf Getreiden, Sesam, Ghee usw.
dhenu-dānam dvije
Kuhgabe an einen Brahmanen
śamam
Befriedung

daśā sūryasya ṣaṣṭhābdā indoḥ pañcadaśaiva tu / aṣṭau varṣāṇi bhaumasya daśasaptadaśā budhe //

Die Periode der Sonne beträgt sechs Jahre, die des Mondes fünfzehn, die des Mars acht Jahre, die des Merkur siebzehn.

Wort für Wort
daśā sūryasya
die Periode der Sonne
ṣaṭ-abdā
sechs Jahre
indoḥ pañcadaśa
des Mondes fünfzehn
aṣṭau varṣāṇi bhaumasya
acht Jahre des Mars
daśā saptadaśa budhe
siebzehn des Merkur

daśasaptadaśā für daśā saptadaśa; Kapitel endet ohne Angabe zu Ketu.

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