Dhanvantari lehrt die Pflanzung von Bäumen: günstige Himmelsrichtungen für bestimmte Baumarten beim Haus, geeignete Mondhäuser für das Pflanzen und für die Anlage von Teichen, das Bewässern je nach Jahreszeit, Pflanzabstände und Mittel zur Förderung von Frucht und Blüte sowie gegen Baumkrankheiten. V. 2 ist unvollständig bzw. unklar.
Dhanvantari sprach: Ich werde die Baum-Heilkunde (Vṛkṣāyurveda) darlegen. Ein Plakṣa im Norden ist glückbringend, im Osten ein Vaṭa (Banyan), im Süden ein Mangobaum, im Westen ein Aśvattha – der Reihe nach.
Dornbäume, die in südlicher Richtung nahe (dem Haus) gewachsen sind, [?] … Beim Wohnhaus soll ein Garten sein. Man säe Sesam und nehme ihn, wenn er blüht, heraus [?],
Wort für Wort
dakṣiṇām diśam utpannāḥ
in südlicher Richtung gewachsen
samīpe
in der Nähe
kaṇṭaka-drumāḥ
Dornbäume
udyānam gṛha-vāse
Garten beim Wohnhaus
tilān vāpya
Sesam säend
puṣpitān
wenn sie blühen
Die Aussage über die Dornbäume ist unvollständig (wohl als ungünstig gemeint). tilān vāpy atha puṣpitān gṛhṇīyāt: Sesam als Vorsaat, die bei der Blüte eingearbeitet wird [?].
(dann) pflanze man die Bäume, nachdem man Brahmanen und Mond verehrt hat. Die fünf festen (Mondhäuser), Vāyavya (Svāti), Hasta, Prājeśa (Rohiṇī) und Vaiṣṇava (Śravaṇa)
Wort für Wort
gṛhṇīyāt ropayet vṛkṣān
herausnehmen und Bäume pflanzen
dvijam candram prapūjya
Brahmanen und Mond verehrend
dhruvāṇi pañca
die fünf festen
vāyavyam hastam
Svāti, Hasta
prājeśa-vaiṣṇavam
Rohiṇī, Śravaṇa
dhruvāṇi: die 'festen' Nakṣatras (Rohiṇī und die drei Uttarās); die Zahl 'fünf' ist auffällig.
– diese Mondhäuser und ebenso Mūla werden beim Pflanzen von Bäumen empfohlen. In einen Teich soll man Wasserläufe aus einem Fluss einleiten; man lasse (ihn) anlegen
unter Hastā, Maghā, ebenso Maitra (Anurādhā), Ādya (Aśvinī) [?], Puṣya samt Vāsava (Dhaniṣṭhā), Vāruṇa (Śatabhiṣaj) und den drei Uttarās – beim Beginn der Anlage eines Wasserbeckens.
Aśoka, Kadalī (Banane), Jambu sowie Vakula und Granatapfel – (diese sind) in der heißen Jahreszeit abends und morgens, in der kalten Zeit jeden zweiten Tag,
in der Regenzeit, wenn der Boden ausgetrocknet ist, sind die gepflanzten Bäume zu begießen. Als bester (Pflanzabstand) gelten zwanzig Ellen, als mittlerer ein Abstand von sechzehn,
und von Standort zu Standort ist (der Abstand) zwischen Bäumen mindestens zwölf (Ellen) zu machen. Dicht stehende Bäume werden fruchtlos; zuerst ist nämlich ein Ausschneiden mit dem Messer (nötig).
viḍaṅgaghṛtapaṅkāktān secayecchītavāriṇā / phalanāśe kulathaiś ca māsair mudgair yavaistilaiḥ //
(Die Bäume,) mit einem Brei aus Viḍaṅga und Ghee bestrichen, soll man mit kaltem Wasser begießen. Bei Verlust der Früchte (begieße man sie mit einem Aufguss) von Kulattha, Māṣa-Bohnen, Mungbohnen, Gerste und Sesam,
sowie Rindfleisch und Wasser soll man sieben Nächte lang (zusammen) stehen lassen. Das Begießen damit fördert bei allen Bäumen das Wachstum von Frucht, Blüte und dergleichen.
matsyāmbhasā tu sekena vṛddhirbhavati śākhinaḥ / viḍaṅgataṇḍulopetaṃ matsyaṃ māṃsaṃ hi dohadaṃ / sarveṣāmaviśeṣeṇa vṛkṣāṇāṃ rogamardanam //
Durch Begießen mit Fischwasser gedeiht der Baum. Fisch und Fleisch, mit Viḍaṅga und Reiskörnern versehen, sind (für ihn) ein Gelüste-Erfüller (Dohada); dies vertreibt ohne Unterschied die Krankheiten aller Bäume.
Wort für Wort
matsya-ambhasā sekena
durch Begießen mit Fischwasser
vṛddhiḥ bhavati śākhinaḥ
der Baum gedeiht
viḍaṅga-taṇḍula-upetam
mit Viḍaṅga und Reis versehen
dohadam
Gelüste-Erfüller
roga-mardanam
Krankheiten vertreibend
Dreizeiliger Vers; dohada 'Schwangerschaftsgelüst', hier Pflanzennahrung zur Förderung der Blüte.