Kapitel 328: chandaḥsāraḥ
Abriss der Metrik (2): Die vedischen Grundmetren
Das Kapitel gibt die Silbenzahlen der vedischen Grundformen der Gāyatrī (daivī, āsurī, prājāpatyā, yājuṣī, sāmnī, ārcī) und die Regeln, nach denen sich daraus durch schrittweises Zufügen oder Weglassen von Silben Uṣṇih, Anuṣṭubh, Bṛhatī, Paṅkti, Triṣṭubh und Jagatī ergeben, samt der Darstellung in einem Tafelfeld von 64 Fächern. Die Namen Āsurī und Ārṣī sind im Text verderbt bzw. ausgefallen (V. 1, 3, 5).
Agni sprach: Im Abschnitt über die Metren [gilt]: die göttliche (daivī) Gāyatrī ist einsilbig; fünfzehnsilbig ist die [Āsurī]; die Prājāpatyā ist achtsilbig.
Wort für Wort
chandaḥ-adhikāre
im Abschnitt über die Metren
gāyatrī daivī
die göttliche Gāyatrī
eka-akṣarī
einsilbig
pañcadaśa-akṣarī
fünfzehnsilbig
prājāpatyā aṣṭa-varṇikā
die Prājāpatyā achtsilbig
devī für daivī; der Name der fünfzehnsilbigen (Āsurī) fehlt im Text; aṣṭavirṇikā für aṣṭavarṇikā.
bei den Ṛcas wachse es um drei [Text: turya „vier“?], bei der Prājāpatyā um vier; bei den übrigen wachse es um je eine [Silbe]; bei der Āsurī [Text: āturyāt] lasse man je eine weg.
Wort für Wort
ṛcām
bei den Ṛcas
vardheta
es wachse
prājāpatyā-catuṣṭayam
bei der Prājāpatyā vier
vardhet ekaikakam śeṣe
bei den übrigen wachse je eines
ekam utsṛjet
lasse eines weg
turyaṃ wohl für trayam; āturyād ekam utsṛjet wohl für āsuryā ekam utsṛjet.
Uṣṇih, Anuṣṭubh, Bṛhatī, Paṅkti, Triṣṭubh und Jagatī – diese sind der Reihe nach zu verstehen [als die folgenden Metren]; die Gāyatrīs [zusammengezählt] sind [Metren] des Brahman (brāhmī) [?].
Wort für Wort
uṣṇik anuṣṭubh bṛhatī
Uṣṇih, Anuṣṭubh, Bṛhatī
paṅktiḥ triṣṭubh jagatī
Paṅkti, Triṣṭubh, Jagatī
tāni jñeyāni kramaśaḥ
diese sind der Reihe nach zu verstehen
gāyatryaḥ
die Gāyatrīs
brāhmyaḥ tāḥ
diese sind brāhmī
brahma eva tāḥ wohl für brāhmyas tāḥ (Summe der drei ergibt die Brāhmī-Formen).
tisrastisraḥ samānyaḥ syurekaikā ārya eva ca / ṛgyajuṣāṃ saṃjñāḥ syuś catuḥṣaṣṭipade likhet //
Je drei [Formen] zusammen [ergeben ein] gemeinsames [Metrum]; je eine ist ārṣī (der Seher) [?]; [so] sind die Bezeichnungen für Ṛc und Yajus; man schreibe sie in ein Feld von vierundsechzig Fächern.