Kapitel 21: sāmānyapūjākathanaṃ
Darlegung der allgemeinen Verehrung
Nārada lehrt die allgemeine Verehrung (Pūjā) Viṣṇus, Śivas, der Sonne, der Planeten, Sarasvatīs, Gaṇapatis, Gaurīs und anderer Gottheiten, jeweils mit Sitzgottheiten, Gliedmantras und Gefolge. Das Kolophon nennt das Kapitel vāsudevādipūjākathana („Darlegung der Verehrung Vāsudevas usw.“). Die Mantrapassagen (bes. V. 12-13, 16, 23) sind in der Digitalisierung stark entstellt; Bīja-Silben sind unübersetzt belassen.
nārada uvāca | sāmānyapūjāṃ viṣṇvādervakṣye mantrāṃś ca sarvadān / samastaparivārāya acyutāya namo yajet //
Nārada sprach: Ich will die allgemeine Verehrung Viṣṇus und der anderen [Gottheiten] darlegen sowie die Mantras, die alles gewähren. Man verehre [mit den Worten] „Verehrung dem Acyuta samt seinem ganzen Gefolge“.
Dhātṛ, Vidhātṛ, Gaṅgā, Yamunā, ebenso die beiden Schätze, die Türglücksgöttin (Dvāraśrī), die Stätte (Vāstu) [?], die Śakti, die Schildkröte und Ananta,
ṛgvedādyaṃ kṛtādyañca satvādyarkādimaṇḍalam / vimalotkarṣiṇī jñānā kriyā yogā ca tā yajet //
die mit dem Ṛgveda beginnenden [Veden], die mit dem Kṛta beginnenden [Weltalter], die mit Sattva beginnenden [Guṇas], die mit der Sonne beginnenden Kreise; Vimalā, Utkarṣiṇī, Jñānā, Kriyā und Yogā – diese verehre man,
Prahvī, Satyā, ebenso Īśānā und Anugrahā; den Sitz und die Gestalt; Durgā, Gir (die Rede), Gaṇa [Gaṇeśa] und Kṣetra[pāla]; Vāsudeva und die übrigen verehre man.
Wort für Wort
prahvīm satyām
Prahvī, Satyā
anugrahā
Anugrahā
āsana-mūrtikām
Sitz und Gestalt
giram gaṇam kṣetram
Rede, Gaṇa, Kṣetra
vāsudeva-ādikam
Vāsudeva usw.
Die Namen in V. 4-5 sind die neun Śaktis des Sitzes.
Den Waldkranz, Śrī, Puṣṭi, Garuḍa und den Lehrer ehre man; [ferner] Indra, Agni, Yama, den Rakṣas [Nirṛti], das Wasser [Varuṇa], Vāyu, den Herrn der Schätze,
Īśāna, Ananta und Aja, und die Waffe[n], die Reittiere, Kumuda und die übrigen [Wächter] und Viṣvaksena im Maṇḍala usw. Durch Verehrung usw. entsteht Vollendung.
Mit „hāṃ huṃ hāṃ śivamūrtaye“ („… der Gestalt Śivas“) verehre man Śiva samt Gliedern und Gesichtern; mit „hauṃ śivāya“ („… dem Śiva“), mit „hāṃ“ usw. die Gesichter, mit Īśāna beginnend.
„hrīṃ“ für Gaurī, „gaṃ“ für Gaṇa; die mit Śakra beginnenden [Weltenhüter], Caṇḍa, das Herz usw. Der Reihe nach [folgen] die Mantras bei der Sonnenverehrung: Daṇḍin und Piṅgala sind zu verehren,
arkāsanaṃ hi haṃ khaṃ kha solkāyeti ca mūrtikām / hrāṃ hrīṃ sa sūryāya nama āṃ namo hṛdāya ca //
Den Sonnensitz [verehre man] mit „haṃ khaṃ khaḥ solkāya“ [?] und die Gestalt; „hrāṃ hrīṃ saḥ sūryāya namaḥ“ („… Verehrung der Sonne“); „āṃ namaḥ“ dem Herzen,
ebenso „arkāya“ („der Sonne“) dem Kopf; [die Glieder] in den Richtungen Agnis, Īśas, der Asuras (Nirṛti) und Vāyus [aufstellen]; „bhūr bhuvaḥ svar jvālini“ („… o Flammende“) gilt als der Haarschopf, „huṃ“ als der Panzer.
Der Sitz Viṣṇus; für die Gestalt Viṣṇus: „oṃ śrīṃ śrīṃ śrīdharo hariḥ hrīṃ“ („… Śrīdhara Hari …“) – das ist der Mantra der Gesamtgestalt, der die drei Welten betört.
„hrīṃ hṛṣīkeśaḥ“, „klīṃ viṣṇuḥ“; mit den langen Vokalen [bildet man] Herz usw. Mit allen [Gliedern] zusammen ist die fünffache Verehrung, die in Kampf usw. Sieg usw. gewährt.
tathā gaṃ gaṇapataye ca hrīṃ gauryai ca śrīṃ śriyai / hrīṃ tvaritāyai hrīṃ sau tripurā caturthyantanamontakāḥ //
Ebenso „gaṃ gaṇapataye“ („… dem Gaṇapati“), „hrīṃ gauryai“ („… der Gaurī“), „śrīṃ śriyai“ („… der Śrī“), „hrīṃ tvaritāyai“ („… der Tvaritā“), „hrīṃ sauḥ“ Tripurā – [die Mantras] mit Dativendung und mit „namaḥ“ am Ende,
und mit dem Praṇava beginnend; die erste Silbe des Namens mit dem Anusvāra verbunden oder mit „oṃ“ verbunden – so gelten alle Mantras [als wirksam] durch Verehrung und Murmeln
homāttilaghṛtādyaiś ca dharmakāmārthamokṣadāḥ / pūjāmantrān paṭhedyastu bhuktabhogo divaṃ vrajet //
und durch Opfer mit Sesam, Schmelzbutter usw.; sie gewähren Dharma, Kāma, Artha und Mokṣa. Wer diese Verehrungsmantras rezitiert, geht, nachdem er die Genüsse genossen hat, in den Himmel.