Kapitel 327: chandaḥsāraḥ
Abriss der Metrik (1): Grundbegriffe
Agni beginnt einen Abriss der Metrik nach Piṅgala: die dreisilbigen Silbengruppen (gaṇa), die Regeln für schwere und leichte Silben (Positionslänge durch Konsonantengruppe, Visarga, Anusvāra, Jihvāmūlīya, Upadhmānīya; Wahlfreiheit am Versende) und die Zahlwörter der Metrik (vasu = 8, veda = 4 usw.). Der sehr knappe Text ist stellenweise verderbt (bes. mlau, glau nau) und nur mit Kenntnis der Sūtra-Terminologie deutbar.
Agni sprach: Ich werde die Metrik (chandas) der Reihe nach verkünden, wie sie Piṅgala gelehrt hat, mit jenen aus der Wurzel [des Veda] hervorgegangenen [Lehren] [?]. Die Silbengruppen (gaṇa), in denen alle Silben, die erste, die mittlere oder die letzte [schwer bzw. leicht sind]: m und n [Text: l] [alle schwer bzw. alle leicht], die zwei [Paare] j [und bh], s [und] ..., [ebenso y, r, t] – dreisilbig sind die Gaṇas.
Wort für Wort
chandaḥ vakṣye
ich verkünde die Metrik
piṅgala-uktam
von Piṅgala gelehrt
yathā-kramam
der Reihe nach
sarva-ādi-madhya-anta-gaṇau
die Gruppen mit (Schwere) in allen, erster, mittlerer, letzter (Silbe)
mnau
m und n
trikāḥ gaṇāḥ
die Gaṇas sind dreisilbig
mūlajais taiḥ unklar. mlau wohl für mnau (m: drei Schwere, n: drei Leichte); die Aufzählung der übrigen Gaṇas (bh, j, s mit Schwere an erster, mittlerer, letzter Stelle; y, r, t mit Leichte daselbst) ist hier stark verkürzt bzw. verderbt.
Eine kurze [Silbe] am Ende des Versviertels ist wahlweise schwer (guru); eine vorangehende [kurze Silbe wird schwer] durch eine Konsonantenverbindung (yoga), durch Visarga, durch Anusvāra, durch [folgenden] Konsonanten [?] und ebenso durch Jihvāmūlīya,
Wort für Wort
hrasvaḥ guruḥ vā pāda-ante
eine Kurze am Versviertelende wahlweise schwer
pūrvaḥ yogāt
die vorangehende durch Konsonantenverbindung
visargataḥ
durch Visarga
anusvārāt
durch Anusvāra
jihvāmūlīyataḥ
durch Jihvāmūlīya
vyañjanāt sthāt unsicher (vielleicht Verweis auf Konsonantengruppe bzw. Silbenende).
durch Upadhmānīya; eine lange ist schwer. g und l [bezeichnen] hier die [Einzel-]Einheiten [schwer und leicht] [?]. „Vasu“ [bedeutet] acht und „Veda“ vier; [ebenso] Āditya [zwölf] usw., unter Weglassung [des übrigen Wortsinns].
Wort für Wort
upadhmānīyataḥ
durch Upadhmānīya
dīrghaḥ guruḥ
die Lange ist schwer
glau
g und l (schwer und leicht)
vasavaḥ aṣṭau
Vasu = acht
catvāraḥ vedāḥ
Veda = vier
āditya-ādi
Āditya usw. (= zwölf)
glau nau gaṇāv iha teilweise verderbt; die Zahlwörter (vasu = 8, veda = 4, āditya = 12) sind Zählbegriffe der Metrik.