Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 231: śakunāni Vorzeichen (Omina)

Puṣkara belehrt Paraśurāma (Bhārgava, Rāma) über Vorzeichen, die sich aus dem Verhalten von Krähen, Hunden, Schakalen, Rindern, Pferden und Elefanten bei Feldzügen ergeben; abschließend über Witterungs-, Gestirns- und Richtungszeichen. Einige Stellen sind verderbt (u. a. V. 11 ekākṣaracaraṇa, V. 23 abhayaṃ, V. 24 śṛgalagna).

puṣkara uvāca | viśanti yena mārgeṇa vāyasā bahavaḥ puraṃ / tena mārgeṇa ruddhasya purasya grahaṇaṃ bhavet //

Puṣkara sprach: Auf dem Weg, auf dem viele Krähen in eine Stadt hineinfliegen, auf diesem Weg wird die Einnahme der belagerten Stadt gelingen.

Wort für Wort
puṣkara uvāca
Puṣkara sprach
viśanti yena mārgeṇa
auf welchem Weg sie eindringen
vāyasāḥ bahavaḥ
viele Krähen
ruddhasya purasya
der belagerten Stadt
grahaṇam bhavet
Einnahme wird erfolgen

senāyāṃ yadi vāsārthe niviṣṭo vāyaso ruvan / vāmo bhayāturastrasto bhayaṃ vadati dustaraṃ //

Wenn im Heer eine Krähe, die sich zum Übernachten niedergelassen hat, krächzt – zur Linken, von Furcht gequält und verängstigt –, so kündigt sie schwer zu überwindende Gefahr an.

Wort für Wort
senāyām
im Heer
vāsa-arthe niviṣṭaḥ
zum Nächtigen niedergelassen
vāyasaḥ ruvan
krächzende Krähe
vāmaḥ bhaya-āturaḥ trastaḥ
links, angstgequält, erschrocken
bhayam vadati dustaram
kündigt schwer überwindbare Gefahr an

chāyāṅgavāhanopānacchatravastrādikuṭṭane / mṛtyustatpūjane pūjā tadiṣṭakaraṇe śubhaṃ //

Hackt sie auf Schatten, Körper, Reittier, Schuhe, Schirm, Kleidung und dergleichen, [bedeutet das] Tod; ‚verehrt‘ sie diese [Anm.: d. h. berührt sie sie auf harmlose Weise], [bedeutet das] Ehrung; tut sie, was [dem Betroffenen] lieb ist, [bedeutet das] Glück.

Wort für Wort
chāyā-aṅga-vāhana-upānah
Schatten, Körper, Reittier, Schuh
chatra-vastra-ādi-kuṭṭane
beim Hacken auf Schirm, Kleid usw.
mṛtyuḥ
Tod
tat-pūjane pūjā
bei deren Verehrung Ehrung
tad-iṣṭa-karaṇe śubham
beim Tun des Erwünschten Heil

proṣitāgamakṛtkākaḥ kurvan dvāri gatāgataṃ / raktaṃ dagdhaṃ gṛhe dravyaṃ kṣipanvahnivedakaḥ //

Eine Krähe, die an der Tür hin und her geht, kündigt die Heimkehr eines Verreisten an; wirft sie etwas Rotes oder Verbranntes ins Haus, zeigt sie Feuer an.

Wort für Wort
proṣita-āgama-kṛt
die Heimkehr eines Verreisten anzeigend
dvāri gata-āgatam
an der Tür Hin- und Hergehen
raktam dagdham dravyam
rote, verbrannte Sache
gṛhe kṣipan
ins Haus werfend
vahni-vedakaḥ
Feuer ankündigend

nyasedraktaṃ purastācca nivedayati bandhanaṃ / pītaṃ dravyaṃ tathā rukma rūpyameva tu bhārgava //

Legt sie etwas Rotes vor [einem] nieder, so kündigt sie Fesselung an; ein gelber Gegenstand ebenso Gold und Silber [?], o Bhārgava.

Wort für Wort
nyaset raktam purastāt
legt Rotes vorne nieder
nivedayati bandhanam
kündigt Fesselung an
pītam dravyam
gelber Gegenstand
rukma rūpyam
Gold, Silber
bhārgava
o Bhārgava (Nachkomme des Bhṛgu)

Halbvers 2 knapp und unklar; wohl: gelber Gegenstand zeigt Gold (bzw. Silber) an.

yaccaivopanayed dravyaṃ tasya labdhiṃ vinirdiśet / dravyaṃ vāpanayedyattu tasya hāniṃ vinirdiśet //

Welchen Gegenstand sie herbeibringt, dessen Erlangung soll man vorhersagen; welchen Gegenstand sie aber wegträgt, dessen Verlust soll man vorhersagen.

Wort für Wort
upanayet dravyam
bringt einen Gegenstand herbei
tasya labdhim
dessen Erlangung
vinirdiśet
soll man vorhersagen
apanayet
trägt weg
tasya hānim
dessen Verlust

purato dhanalabdhiḥ syādāmamāṃsasya chardane / bhūlabdhiḥ syān mṛdaḥ kṣepe rājyaṃ ratnārpaṇe mahat //

Speit sie vor einem rohes Fleisch aus, so gibt es Gewinn an Reichtum; wirft sie Erde, Gewinn an Land; bringt sie einen Edelstein dar, großes Königtum.

Wort für Wort
purataḥ dhana-labdhiḥ
vorn: Gewinn an Reichtum
āma-māṃsasya chardane
beim Ausspeien rohen Fleisches
bhū-labdhiḥ
Landgewinn
mṛdaḥ kṣepe
beim Werfen von Erde
rājyam ratna-arpaṇe mahat
großes Königtum bei Darbringung eines Edelsteins

yātuḥ kāko 'nukūlastu kṣemaḥ karmakṣamo bhavet / na tvarthasādhako jñeyaḥ pratikūlo bhayāvahaḥ //

Eine dem Aufbrechenden günstige Krähe bringt Wohlergehen und macht zum Unternehmen tauglich; sie ist aber nicht als Erfüllerin des [eigentlichen] Zieles anzusehen [?]; eine ungünstige bringt Gefahr.

Wort für Wort
yātuḥ
für den Aufbrechenden
anukūlaḥ
günstig (in richtiger Richtung)
kṣemaḥ karma-kṣamaḥ
heilvoll, zur Tat tauglich
na tu artha-sādhakaḥ
aber nicht zielbewirkend
pratikūlaḥ bhaya-āvahaḥ
ungünstig, Gefahr bringend

sammukhe 'bhyeti viruvan yātrāghātakaro bhavet / vāmaḥ kākaḥ smṛto dhanyo dakṣiṇo 'rthavināśakṛt //

Kommt sie krächzend von vorn entgegen, vereitelt sie den Zug. Eine Krähe zur Linken gilt als glückbringend, eine zur Rechten bewirkt Verlust von Gut.

Wort für Wort
sammukhe abhyeti viruvan
kommt krächzend von vorn
yātrā-ghāta-karaḥ
den Zug vereitelnd
vāmaḥ kākaḥ
Krähe zur Linken
dhanyaḥ
glückbringend
dakṣiṇaḥ artha-vināśa-kṛt
die rechte bewirkt Güterverlust

vāmo 'nulomagaḥ śreṣṭho madhyamo dakṣiṇaḥ smṛtaḥ / pratilomagatirvāmo gamanapratiṣedhakṛt //

Eine linke, die in der richtigen Richtung fliegt, ist die beste; eine rechte gilt als mittelmäßig; eine linke mit gegenläufigem Flug verhindert den Aufbruch.

Wort für Wort
anuloma-gaḥ
in richtiger Richtung fliegend
śreṣṭhaḥ
am besten
madhyamaḥ dakṣiṇaḥ
die rechte mittelmäßig
pratiloma-gatiḥ
mit gegenläufigem Flug
gamana-pratiṣedha-kṛt
den Aufbruch verhindernd

nivedayati yātrārthamabhipretaṃ gṛhe gataḥ / ekākṣaracaraṇastvarkaṃ vīkṣamāṇo bhayāvahaḥ //

Ist sie ins Haus gekommen, so kündigt sie den beabsichtigten Zweck des Zuges an [?]. Eine, die einäugig und auf einem Fuß [stehend] die Sonne anblickt, bringt Gefahr.

Wort für Wort
nivedayati
kündigt an
yātrā-artham abhipretam
den beabsichtigten Zweck des Zuges
gṛhe gataḥ
ins Haus gekommen
eka-akṣi-caraṇaḥ
einäugig, auf einem Fuß
arkam vīkṣamāṇaḥ
die Sonne anblickend

ekākṣaracaraṇa wohl verderbt für ekākṣicaraṇa (einäugig und einfüßig); so übersetzt.

koṭare vāsamānaś ca mahānarthakaro bhavet / na śubhastūṣare kākaḥ paṅkāṅkaḥ sa tu śasyate //

Eine, die in einer Baumhöhle haust, bewirkt großes Unheil. Eine Krähe auf salzigem Ödland ist nicht günstig; eine mit Schlamm bedeckte aber wird gepriesen.

Wort für Wort
koṭare vāsamānaḥ
in einer Baumhöhle wohnend
mahā-anartha-karaḥ
großes Unheil bewirkend
ūṣare
auf salzigem Ödland
paṅka-aṅkaḥ
mit Schlamm gezeichnet
śasyate
wird gepriesen

amedhyapūrṇavadanaḥ kākaḥ sarvārthasādhakaḥ / jñeyāḥ patatriṇo 'nye 'pi kākavad bhṛgunandana //

Eine Krähe, deren Schnabel mit Unrat gefüllt ist, bewirkt das Gelingen aller Ziele. Auch die übrigen Vögel sind wie die Krähe zu deuten, o Freude der Bhṛgus.

Wort für Wort
amedhya-pūrṇa-vadanaḥ
mit Unrat gefülltem Schnabel
sarva-artha-sādhakaḥ
alle Ziele bewirkend
jñeyāḥ
sind zu verstehen
patatriṇaḥ anye api
auch die anderen Vögel
kāka-vat
wie die Krähe
bhṛgu-nandana
o Freude der Bhṛgus

skandhāvārāpasavyasthāḥ śvāno vipravināśakāḥ / indrasthāne narendrasya pureśasya tu gopure //

Hunde, die sich rechts vom Heerlager aufhalten, bringen den Brahmanen Verderben. [Bellt ein Hund] am Indra-Platz [Anm.: wohl beim Indra-Banner bzw. im Osten], so [gilt dies] dem König, am Stadttor aber dem Herrn der Stadt,

Wort für Wort
skandhāvāra
Heerlager
apasavya-sthāḥ
rechts stehend
śvānaḥ
Hunde
vipra-vināśakāḥ
Brahmanen verderbend
indra-sthāne narendrasya
am Indra-Platz: dem König
pura-īśasya gopure
am Stadttor: dem Stadtherrn

apasavya hier als ‚rechts‘ verstanden. Satz setzt sich in V. 15 fort.

antargṛhe gṛheśasya maraṇāya bhavedbhaṣan / yasya jighrati vāmāṅgaṃ tasya syādarthasiddhaye //

im Hausinneren dem Hausherrn – bellend gereicht er [ihnen] zum Tod. Wessen linke Körperseite er beschnuppert, dem gereicht es zum Gelingen seiner Ziele;

Wort für Wort
antar-gṛhe
im Hausinneren
gṛha-īśasya
dem Hausherrn
maraṇāya bhaved bhaṣan
bellend bringt er Tod
jighrati vāma-aṅgam
beschnuppert die linke Seite
artha-siddhaye
zum Gelingen der Ziele

bhayāya dakṣiṇaṃ cāṅgaṃ tathā bhujamadakṣiṇaṃ / yātrāghātakaro yāturbhavet pratimukhāgataḥ //

die rechte Körperseite dagegen zur Gefahr, ebenso den linken Arm [?]. Kommt er von vorn entgegen, vereitelt er den Zug des Aufbrechenden.

Wort für Wort
bhayāya
zur Gefahr
dakṣiṇam aṅgam
die rechte Seite
bhujam adakṣiṇam
den linken (nicht-rechten) Arm
yātrā-ghāta-karaḥ
den Zug vereitelnd
prati-mukha-āgataḥ
von vorn entgegenkommend

bhujam adakṣiṇam (‚den nicht-rechten Arm‘) steht in Spannung zu V. 15; vielleicht verderbt für bhujaṃ dakṣiṇam.

mārgāvarodhako mārge caurān vadati bhārgava / alābho 'sthimukhaḥ pāpo rajjucīramukhas tathā //

Versperrt er auf dem Weg den Weg, so kündigt er Räuber an, o Bhārgava. Mit einem Knochen im Maul [bedeutet er] Nichterlangung und Übel, ebenso mit einem Strick oder Lumpen im Maul.

Wort für Wort
mārga-avarodhakaḥ
den Weg versperrend
caurān vadati
kündigt Räuber an
alābhaḥ
Nichterlangung
asthi-mukhaḥ
mit Knochen im Maul
rajju-cīra-mukhaḥ
mit Strick oder Lumpen im Maul

sopānatkamukho dhanyo māṃsapūrṇamukho 'pi ca / amaṅgalyamukhadravyaṃ keśañcaivāśubhaṃ tathā //

Mit einem Schuh im Maul ist er glückbringend, ebenso mit Fleisch im Maul. Ein unheilvoller Gegenstand im Maul und ebenso Haar sind ungünstig.

Wort für Wort
sa-upānatka-mukhaḥ
mit Schuh im Maul
dhanyaḥ
glückbringend
māṃsa-pūrṇa-mukhaḥ
mit Fleisch im Maul
amaṅgalya-mukha-dravyam
unheilvolles Ding im Maul
keśam aśubham
Haar ungünstig

avamūtryāgrato yāti yasya tasya bhayaṃ bhavet / yasyāvamūtrya vrajati śubhaṃ deśantathā drumaṃ //

Wem er vorn [etwas] anpisst und [dann] weiterläuft, dem droht Gefahr. Wem er aber, nachdem er eine günstige Stelle, einen Baum

Wort für Wort
avamūtrya
nachdem er uriniert hat
agrataḥ yāti
geht voran
bhayam bhavet
Gefahr entsteht
śubham deśam
eine günstige Stelle
drumam
einen Baum

Satz setzt sich in V. 20 fort.

maṅgalañca tathā dravyaṃ tasya syādarthasiddhaye / śvavacca rāma vijñeyās tathā vai jambukādayaḥ //

oder einen glückverheißenden Gegenstand angepisst hat, davonläuft, dem gereicht es zum Gelingen seiner Ziele. Wie der Hund, o Rāma, sind auch Schakale und dergleichen zu deuten.

Wort für Wort
maṅgalam dravyam
glückverheißender Gegenstand
artha-siddhaye
zum Gelingen der Ziele
śva-vat
wie der Hund
rāma
o Rāma
jambuka-ādayaḥ
Schakale usw.

bhayāya svāmini jñeyamanimittaṃ rutaṅgavāṃ / niśi caurabhayāya syādvikṛtaṃ mṛtyave tathā //

Grundloses Brüllen der Rinder ist als Gefahr für den Herrn zu deuten; nachts [bedeutet es] Gefahr durch Diebe, ungewöhnliches [Brüllen] ebenso den Tod.

Wort für Wort
bhayāya svāmini
zur Gefahr für den Herrn
animittam
grundlos
rutam gavām
das Brüllen der Rinder
niśi caura-bhayāya
nachts: Diebesgefahr
vikṛtam mṛtyave
ungewöhnlich: zum Tod

śivāya svāmino rātrau balīvardo nadan bhavet / utsṛṣṭavṛṣabho rājño vijayaṃ samprayacchati //

Ein nachts brüllender Stier gereicht dem Herrn zum Heil; ein [rituell] freigelassener Stier verleiht dem König den Sieg.

Wort für Wort
śivāya svāminaḥ
zum Heil des Herrn
rātrau
nachts
balīvardaḥ nadan
brüllender Stier
utsṛṣṭa-vṛṣabhaḥ
freigelassener Stier
vijayam samprayacchati
verleiht Sieg

abhayaṃ bhakṣayantyaś ca gāvo dattās tathā svakāḥ / tyaktasnehāḥ svavatseṣu garbhakṣayakarā matāḥ //

Kühe, die Ungenießbares [?] fressen – geschenkte wie auch eigene –, und solche, die die Zuneigung zu ihren Kälbern aufgegeben haben, gelten als Verursacher von Fehlgeburten.

Wort für Wort
abhakṣyam bhakṣayantyaḥ
Ungenießbares fressend
gāvaḥ dattāḥ
geschenkte Kühe
svakāḥ
eigene
tyakta-snehāḥ sva-vatseṣu
ohne Zuneigung zu den eigenen Kälbern
garbha-kṣaya-karāḥ
Fehlgeburt bewirkend

abhayaṃ wohl verderbt für abhakṣyaṃ (‚Ungenießbares‘); so übersetzt.

bhūmiṃ pādair vinighnantyo dīnā bhītā bhayāvahāḥ / ārdrāṅgyo hṛṣṭaromāś ca śṛgalagnamṛdaḥ śubhāḥ //

Die mit den Hufen den Boden stampfen, elend und verängstigt sind, bringen Gefahr; die mit feuchten Gliedern, gesträubtem Haar und Erde an den Hörnern sind günstig.

Wort für Wort
bhūmim pādaiḥ vinighnantyaḥ
mit den Füßen den Boden schlagend
dīnāḥ bhītāḥ
elend, verängstigt
ārdra-aṅgyaḥ
mit feuchten Gliedern
hṛṣṭa-romāḥ
mit gesträubtem Haar
śṛṅga-lagna-mṛdaḥ
mit Erde an den Hörnern

śṛgalagna wohl für śṛṅgalagna.

mahiṣyādiṣu cāpyetat sarvaṃ vācyaṃ vijānatā / ārohaṇaṃ tathānyena saparyāṇasya vājinaḥ //

Bei Büffelkühen und dergleichen ist all dies ebenso vom Kundigen auszusagen. Das Besteigen eines gesattelten Pferdes durch einen anderen,

Wort für Wort
mahiṣī-ādiṣu
bei Büffelkühen usw.
vācyam vijānatā
vom Kundigen auszusagen
ārohaṇam anyena
Besteigen durch einen anderen
sa-paryāṇasya
des gesattelten
vājinaḥ
Pferdes

Satz setzt sich in V. 26 fort.

jalopaveśanaṃ neṣṭaṃ bhūmau ca parivartanaṃ / vipatkaranturaṅgasya suptaṃ vāpyanimittataḥ //

das Sich-Niederlegen im Wasser und das Wälzen am Boden sind unerwünscht; Unheil bringend ist auch das grundlose Schlafen eines Pferdes.

Wort für Wort
jala-upaveśanam
Niederlegen im Wasser
na iṣṭam
unerwünscht
bhūmau parivartanam
Wälzen auf dem Boden
vipat-karam
Unheil bringend
turaṅgasya suptam animittataḥ
grundloses Schlafen des Pferdes

yavamodakayordveṣastvakasmācca na śasyate / vadanādrudhirotpattirvepanaṃ na ca śasyate //

Plötzliche Abneigung gegen Gerste und Süßkugeln (modaka) wird nicht gutgeheißen, ebenso wenig Blutaustritt aus dem Maul und Zittern.

Wort für Wort
yava-modakayoḥ dveṣaḥ
Abneigung gegen Gerste und Modakas
akasmāt
plötzlich
na śasyate
wird nicht gebilligt
vadanāt rudhira-utpattiḥ
Blut aus dem Maul
vepanam
Zittern

krīḍan vaikaḥ kapotaiś ca sārikābhirmṛtiṃ vadet / sāśrunetro jihvayā ca pādalehī vinaṣṭaye //

Spielt es mit Tauben oder Sārikā-Vögeln, so kündigt es Tod an; mit tränenden Augen und das sich mit der Zunge die Füße leckt, [gereicht es] zum Verderben.

Wort für Wort
krīḍan
spielend
kapotaiḥ sārikābhiḥ
mit Tauben und Sārikās
mṛtim vadet
kündigt Tod an
sa-aśru-netraḥ
mit tränenden Augen
jihvayā pāda-lehī
mit der Zunge die Füße leckend
vinaṣṭaye
zum Verderben

vaikaḥ wohl für vā (‚oder‘) bzw. ‚allein‘.

vāmapādena ca tathā vilikhaṃś ca vasundharāṃ / svapedvā vāmapārśvena divā vā na śubhapradaḥ //

Ebenso, wenn es mit dem linken Fuß den Boden scharrt oder auf der linken Seite oder bei Tage schläft, bringt es kein Glück.

Wort für Wort
vāma-pādena
mit dem linken Fuß
vilikhan vasundharām
die Erde scharrend
svapet vāma-pārśvena
schläft auf der linken Seite
divā
bei Tag
na śubha-pradaḥ
nicht Glück gebend

bhayāya syāt sakṛnmūtrī tathā nidrāvilānanaḥ / ārohaṇaṃ na ceddadyāt pratīpaṃ vā gṛhaṃ vrajet //

Zur Gefahr gereicht es, wenn es Kot und Harn zugleich lässt [?] oder schlaftrunkenen Blickes ist; wenn es das Aufsteigen nicht zulässt oder zum Stall zurückgeht,

Wort für Wort
sakṛt-mūtrī
Kot und Harn lassend [?]
nidrā-āvila-ānanaḥ
mit schlaftrübem Gesicht
ārohaṇam na dadyāt
lässt das Aufsteigen nicht zu
pratīpam
zurück
gṛham vrajet
geht zum Stall

sakṛnmūtrī: entweder ‚einmal harnend‘ oder (śakṛt-mūtrī) ‚Kot und Harn lassend‘. Halbvers 2 kehrt in V. 33 wieder.

yātrāvighātamācaṣṭe vāmapārśvaṃ tathā spṛśan / heṣamāṇaḥ śatruyodhaṃ pādasparśī jayāvahaḥ //

so zeigt es Vereitelung des Zuges an, ebenso wenn es seine linke Seite berührt. Wiehernd und einen feindlichen Krieger mit dem Huf berührend, bringt es Sieg.

Wort für Wort
yātrā-vighātam ācaṣṭe
zeigt Vereitelung des Zuges an
vāma-pārśvam spṛśan
die linke Seite berührend
heṣamāṇaḥ
wiehernd
śatru-yodham
feindlichen Kämpfer
pāda-sparśī jaya-āvahaḥ
mit dem Fuß berührend, Sieg bringend

grāme vrajati nāgaścen maithunaṃ deśahā bhavet / prasūtā nāgavanitā mattā cāntāya bhūpateḥ //

Paart sich ein Elefant im Dorf, so zerstört er das Land; eine gebärende Elefantenkuh und eine brünstige [gereichen] dem König zum Ende.

Wort für Wort
grāme
im Dorf
nāgaḥ maithunam vrajati
ein Elefant paart sich
deśa-hā
Landverderber
prasūtā nāga-vanitā
gebärende Elefantenkuh
mattā
brünstig
antāya bhūpateḥ
zum Ende des Königs

ārohaṇaṃ na ceddadyāt pratīpaṃ vā gṛhaṃ vrajet / madaṃ vā vāraṇo jahyādrājaghātakaro bhavet //

Lässt er das Aufsteigen nicht zu oder geht er zum Stall zurück oder verliert der Elefant seinen Brunstsaft, so wird er zum Verderber des Königs.

Wort für Wort
ārohaṇam na dadyāt
lässt Aufsteigen nicht zu
pratīpam gṛham vrajet
geht zum Stall zurück
madam jahyāt
gibt den Brunstsaft auf
vāraṇaḥ
Elefant
rāja-ghāta-karaḥ
den König vernichtend

Halbvers 1 wiederholt V. 30b.

vāmaṃ dakṣiṇapādena pādamākramate śubhaḥ / dakṣiṇañca tathā dantaṃ parimārṣṭi kareṇa ca //

Günstig ist er, wenn er mit dem rechten Fuß auf den linken Fuß tritt, und ebenso, wenn er mit dem Rüssel den rechten Stoßzahn abwischt.

Wort für Wort
vāmam dakṣiṇa-pādena
den linken mit dem rechten Fuß
ākramate
betritt
śubhaḥ
günstig
dakṣiṇam dantam
den rechten Stoßzahn
parimārṣṭi kareṇa
wischt mit dem Rüssel ab

vṛṣo 'śvaḥ kuñjaro vāpi ripusainyagato 'śubhaḥ / khaṇḍameghātivṛṣṭyā tu senā nāśamavāpnuyāt //

Ein Stier, ein Pferd oder ein Elefant, der zum feindlichen Heer überläuft, ist ungünstig. Durch übermäßigen Regen aus zerrissenen Wolken erleidet das Heer Untergang,

Wort für Wort
vṛṣaḥ aśvaḥ kuñjaraḥ
Stier, Pferd, Elefant
ripu-sainya-gataḥ
zum feindlichen Heer gegangen
aśubhaḥ
ungünstig
khaṇḍa-megha-ati-vṛṣṭyā
durch Starkregen aus Wolkenfetzen
senā nāśam avāpnuyāt
das Heer geht zugrunde

pratikūlagraharkṣāttu tathā sammukhamārutāt / yātrākāle raṇe vāpi chatrādipatanaṃ bhayaṃ //

[ebenso] durch ungünstige Planeten und Mondhäuser sowie durch Gegenwind. Zur Zeit des Aufbruchs oder in der Schlacht bedeutet das Umfallen von Schirm und dergleichen Gefahr.

Wort für Wort
pratikūla-graha-ṛkṣāt
durch ungünstige Planeten und Mondhäuser
sammukha-mārutāt
durch Gegenwind
yātrā-kāle
zur Zeit des Aufbruchs
raṇe
in der Schlacht
chatra-ādi-patanam
Fallen von Schirm usw.

hṛṣṭā narāścānulomā grahā vai jayalakṣaṇaṃ / kākair yodhābhibhavanaṃ kravyādbhirmaṇḍalakṣayaḥ //

Frohe Männer und günstig stehende Planeten sind Siegeszeichen. Krähen [kündigen] Überwältigung der Krieger an, Aasfresser den Untergang des Reiches.

Wort für Wort
hṛṣṭāḥ narāḥ
frohe Männer
anulomāḥ grahāḥ
günstig laufende Planeten
jaya-lakṣaṇam
Siegeszeichen
yodha-abhibhavanam
Überwältigung der Krieger
kravya-adbhiḥ maṇḍala-kṣayaḥ
durch Aasfresser: Untergang des Reiches

prācīpaścimakaiśānī śaumyā preṣṭhā śubhā ca dik //38 //

Die östliche, westliche, nordöstliche und nördliche Himmelsrichtung sind die liebsten und günstigen.

Wort für Wort
prācī
östliche
paścimakā
westliche
aiśānī
nordöstliche
saumyā
nördliche
preṣṭhā śubhā dik
liebste, günstige Richtung

śaumyā für saumyā (Norden).

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