Puṣkara belehrt Paraśurāma (Bhārgava, Rāma) über Vorzeichen, die sich aus dem Verhalten von Krähen, Hunden, Schakalen, Rindern, Pferden und Elefanten bei Feldzügen ergeben; abschließend über Witterungs-, Gestirns- und Richtungszeichen. Einige Stellen sind verderbt (u. a. V. 11 ekākṣaracaraṇa, V. 23 abhayaṃ, V. 24 śṛgalagna).
Wenn im Heer eine Krähe, die sich zum Übernachten niedergelassen hat, krächzt – zur Linken, von Furcht gequält und verängstigt –, so kündigt sie schwer zu überwindende Gefahr an.
Hackt sie auf Schatten, Körper, Reittier, Schuhe, Schirm, Kleidung und dergleichen, [bedeutet das] Tod; ‚verehrt‘ sie diese [Anm.: d. h. berührt sie sie auf harmlose Weise], [bedeutet das] Ehrung; tut sie, was [dem Betroffenen] lieb ist, [bedeutet das] Glück.
Eine Krähe, die an der Tür hin und her geht, kündigt die Heimkehr eines Verreisten an; wirft sie etwas Rotes oder Verbranntes ins Haus, zeigt sie Feuer an.
Eine dem Aufbrechenden günstige Krähe bringt Wohlergehen und macht zum Unternehmen tauglich; sie ist aber nicht als Erfüllerin des [eigentlichen] Zieles anzusehen [?]; eine ungünstige bringt Gefahr.
Eine linke, die in der richtigen Richtung fliegt, ist die beste; eine rechte gilt als mittelmäßig; eine linke mit gegenläufigem Flug verhindert den Aufbruch.
Ist sie ins Haus gekommen, so kündigt sie den beabsichtigten Zweck des Zuges an [?]. Eine, die einäugig und auf einem Fuß [stehend] die Sonne anblickt, bringt Gefahr.
Wort für Wort
nivedayati
kündigt an
yātrā-artham abhipretam
den beabsichtigten Zweck des Zuges
gṛhe gataḥ
ins Haus gekommen
eka-akṣi-caraṇaḥ
einäugig, auf einem Fuß
arkam vīkṣamāṇaḥ
die Sonne anblickend
ekākṣaracaraṇa wohl verderbt für ekākṣicaraṇa (einäugig und einfüßig); so übersetzt.
koṭare vāsamānaś ca mahānarthakaro bhavet / na śubhastūṣare kākaḥ paṅkāṅkaḥ sa tu śasyate //
Eine, die in einer Baumhöhle haust, bewirkt großes Unheil. Eine Krähe auf salzigem Ödland ist nicht günstig; eine mit Schlamm bedeckte aber wird gepriesen.
Eine Krähe, deren Schnabel mit Unrat gefüllt ist, bewirkt das Gelingen aller Ziele. Auch die übrigen Vögel sind wie die Krähe zu deuten, o Freude der Bhṛgus.
skandhāvārāpasavyasthāḥ śvāno vipravināśakāḥ / indrasthāne narendrasya pureśasya tu gopure //
Hunde, die sich rechts vom Heerlager aufhalten, bringen den Brahmanen Verderben. [Bellt ein Hund] am Indra-Platz [Anm.: wohl beim Indra-Banner bzw. im Osten], so [gilt dies] dem König, am Stadttor aber dem Herrn der Stadt,
Wort für Wort
skandhāvāra
Heerlager
apasavya-sthāḥ
rechts stehend
śvānaḥ
Hunde
vipra-vināśakāḥ
Brahmanen verderbend
indra-sthāne narendrasya
am Indra-Platz: dem König
pura-īśasya gopure
am Stadttor: dem Stadtherrn
apasavya hier als ‚rechts‘ verstanden. Satz setzt sich in V. 15 fort.
im Hausinneren dem Hausherrn – bellend gereicht er [ihnen] zum Tod. Wessen linke Körperseite er beschnuppert, dem gereicht es zum Gelingen seiner Ziele;
Versperrt er auf dem Weg den Weg, so kündigt er Räuber an, o Bhārgava. Mit einem Knochen im Maul [bedeutet er] Nichterlangung und Übel, ebenso mit einem Strick oder Lumpen im Maul.
oder einen glückverheißenden Gegenstand angepisst hat, davonläuft, dem gereicht es zum Gelingen seiner Ziele. Wie der Hund, o Rāma, sind auch Schakale und dergleichen zu deuten.
Grundloses Brüllen der Rinder ist als Gefahr für den Herrn zu deuten; nachts [bedeutet es] Gefahr durch Diebe, ungewöhnliches [Brüllen] ebenso den Tod.
Kühe, die Ungenießbares [?] fressen – geschenkte wie auch eigene –, und solche, die die Zuneigung zu ihren Kälbern aufgegeben haben, gelten als Verursacher von Fehlgeburten.
Wort für Wort
abhakṣyam bhakṣayantyaḥ
Ungenießbares fressend
gāvaḥ dattāḥ
geschenkte Kühe
svakāḥ
eigene
tyakta-snehāḥ sva-vatseṣu
ohne Zuneigung zu den eigenen Kälbern
garbha-kṣaya-karāḥ
Fehlgeburt bewirkend
abhayaṃ wohl verderbt für abhakṣyaṃ (‚Ungenießbares‘); so übersetzt.
Die mit den Hufen den Boden stampfen, elend und verängstigt sind, bringen Gefahr; die mit feuchten Gliedern, gesträubtem Haar und Erde an den Hörnern sind günstig.
krīḍan vaikaḥ kapotaiś ca sārikābhirmṛtiṃ vadet / sāśrunetro jihvayā ca pādalehī vinaṣṭaye //
Spielt es mit Tauben oder Sārikā-Vögeln, so kündigt es Tod an; mit tränenden Augen und das sich mit der Zunge die Füße leckt, [gereicht es] zum Verderben.
Zur Gefahr gereicht es, wenn es Kot und Harn zugleich lässt [?] oder schlaftrunkenen Blickes ist; wenn es das Aufsteigen nicht zulässt oder zum Stall zurückgeht,
Wort für Wort
sakṛt-mūtrī
Kot und Harn lassend [?]
nidrā-āvila-ānanaḥ
mit schlaftrübem Gesicht
ārohaṇam na dadyāt
lässt das Aufsteigen nicht zu
pratīpam
zurück
gṛham vrajet
geht zum Stall
sakṛnmūtrī: entweder ‚einmal harnend‘ oder (śakṛt-mūtrī) ‚Kot und Harn lassend‘. Halbvers 2 kehrt in V. 33 wieder.
so zeigt es Vereitelung des Zuges an, ebenso wenn es seine linke Seite berührt. Wiehernd und einen feindlichen Krieger mit dem Huf berührend, bringt es Sieg.
Ein Stier, ein Pferd oder ein Elefant, der zum feindlichen Heer überläuft, ist ungünstig. Durch übermäßigen Regen aus zerrissenen Wolken erleidet das Heer Untergang,
[ebenso] durch ungünstige Planeten und Mondhäuser sowie durch Gegenwind. Zur Zeit des Aufbruchs oder in der Schlacht bedeutet das Umfallen von Schirm und dergleichen Gefahr.