Kurzes Kapitel über Anwendungen (prayoga) von Teilen des Tvaritā-Mantras gegen Gift, Feinde, Krankheit und Hindernisse sowie zur Unterwerfung, gefolgt von der Kubjikā-Vidyā. Der letzte Vers kündigt die Mantras an, die Śiva (Īśa) dem Skanda lehrte (Kap. 316). Das Kolophon trägt die Folgenummer {316}.
Agni sprach: Am Anfang mit dem Hūṃkāra versehen, mit dem Wort „khe cche“ geschmückt, mit dem Visarga, der außerhalb der [Konsonanten-]Gruppen steht, [dann] „hrīṃ hūṃ kṣe“ und mit „phaṭ“ am Ende –
Wort für Wort
ādau hūṃkāra-saṃyuktā
am Anfang mit Hūṃ versehen
khe cche pada-bhūṣitā
mit dem Wort khe cche geschmückt
varga-atīta-visargeṇa
mit dem Visarga außerhalb der Gruppen
phaṭ-antakā
mit phaṭ endend
Beschreibung des Tvaritā-Mantras (vgl. Kap. 308–309).
sarvakarmakarī vidyā viṣasandhādimardanī / oṃ kṣecachetiprayogaś ca kāladaṣṭasya jīvane //
[diese] Vidyā bewirkt alle Werke und zermalmt Gift, Sandhā [?] usw. „oṃ kṣe cche“ – diese Anwendung [dient] der Wiederbelebung eines vom Tod Gebissenen.
Wort für Wort
sarva-karma-karī vidyā
die alle Werke bewirkende Vidyā
viṣa-mardanī
Gift zermalmend
prayogaḥ
Anwendung
kāla-daṣṭasya jīvane
zur Belebung eines vom Tod Gebissenen
„viṣasandhādi“ unklar; „kṣecache“ als kṣe cche gelesen.
„khe strīṃ khe“ – diese Anwendung [dient] der Unterwerfung und dem Sieg. „aiṃ hrīṃ śrīṃ spheṃ kṣauṃ bhagavati ambike kubjike spheṃ oṃ bhaṃ taṃ vaśa namo aghorāya sukhe vrāṃ vrīṃ kili kili viccā sphrauṃ he sphraṃ śrīṃ hrīṃ aiṃ śrīṃ“ (… o Erhabene, o Ambikā, o Kubjikā … Verehrung dem Aghora …) – so gilt die Kubjikā-Vidyā als allbewirkend. Ferner: Die Mantras, die Īśa dem Skanda verkündete, die will ich nennen.
Wort für Wort
vaśāya vijayāya
zur Unterwerfung und zum Sieg
bhagavati ambike kubjike
o Erhabene, Ambikā, Kubjikā
kubjikā-vidyā
die Kubjikā-Vidyā
sarva-karā smṛtā
gilt als allbewirkend
skandāya yān āha
die er Skanda sagte
mantrān īśaḥ
der Herr die Mantras
Überlanger Vers mit Prosa-Mantra; Silbenfolge teils unsicher. Der Schlusssatz leitet zu Kap. 316 über.