Śiva preist gegenüber Gaurī Vārāṇasī (Kāśī, Avimukta) als höchsten Wallfahrtsort, den man unter keinen Umständen verlassen soll; acht geheime Heiligtümer innerhalb Avimuktas werden genannt, dazu die Ausdehnung der Stadt zwischen Varaṇā und Asī. V. 2 und V. 6 sind in der Digitalisierung verderbt.
Agni sprach: „Vārāṇasī ist das höchste Tīrtha“, so sprach Maheśvara zu Gaurī, „heilig, Genuss und Erlösung gewährend denen, die dort wohnen und Hari preisen.“
rudra uvāca | gaurīkṣetraṃ na muktaṃ vai avimuktaṃ tataḥ smṛtaṃ / japtaṃ taptaṃ dattamamavimukte vilākṣayaṃ //
Rudra sprach: Dieser Bezirk, o Gaurī, wird [von mir] nicht verlassen; darum heißt er Avimukta. Was in Avimukta gemurmelt, an Askese geübt [und] gegeben wird, ist alles unvergänglich.
Wort für Wort
gauri kṣetram
o Gaurī, der Bezirk
na muktam
nicht verlassen
avimuktam
Avimukta ('nicht verlassen')
japtam taptam dattam
Gemurmeltes, Kasteiung, Gegebenes
akṣayam
unvergänglich
dattamamavimukte vilākṣayaṃ verderbt; wohl dattam avimukte 'khilākṣayam zu lesen. gaurīkṣetraṃ wohl als Vokativ gauri + kṣetram aufzufassen.
Selbst wenn man sich die Füße mit einem Stein zerschlagen [muss], soll man in Kāśī wohnen und es nicht verlassen. Hariścandra ist ein höchstes geheimes [Heiligtum], ein geheimes ist Āmrātakeśvara,
Wort für Wort
aśmanā caraṇau hatvā
die Füße mit einem Stein zerschlagend
vaset kāśīm
soll in Kāśī wohnen
na tyajet
soll nicht verlassen
hariścandram
Hariścandra (Heiligtum)
param guhyam
höchst geheim, verborgenes Heiligtum
hariś candraṃ = hariścandram; āmnātakeśvaraṃ wohl für āmrātakeśvaram.
Zwei Yojanas [erstreckt es sich] in östlicher Richtung, ein halbes Yojana in der anderen. Die Varaṇā und der Fluss Asī [fließen dort]; zwischen beiden liegt Vārāṇasī.
Wort für Wort
dvi-yojanam
zwei Yojanas
pūrvam
nach Osten
yojana-ardham
ein halbes Yojana
anyathā
in der anderen Richtung
varaṇā
Varaṇā (Fluss)
tayoḥ madhye
zwischen beiden
varaṇā ca nadī cāsīt: wohl varaṇā ca nadī cāsī ('Varaṇā und der Fluss Asī') zu lesen, vgl. den Namen Vārāṇasī.