Ausführliche Darstellung der täglichen Śiva-Verehrung: Eintritt in das Opferhaus und Vertreibung der Hindernisse, Beschaffung des Wassers, Reinigung der Elemente (bhūtaśuddhi) mit ihren Maṇḍalas, Keimsilben und Kalās, innere Verehrung, Bereitung des Arghya, Reinigung des Liṅga, dann äußere Verehrung mit Sitz, Herbeirufung, Gaben, Glieder-Mantras, Gefolgsgottheiten und Rezitation. Titel im Kopf „śivapūjākathanaṃ“, im Kolophon „śivapūjā“. Zahlreiche Mantra- und Namensformen sind in der Digitalisierung verderbt (u. a. V. 1, 21, 35).
Īśvara sprach: Ich werde die Verehrung Śivas darlegen. Nachdem man Wasser geschlürft hat und mit dem Praṇava (oṃ) die Wasserspende bereithält, besprenge man die Tür mit Waffen-Wasser [Anm.: mit dem Astra-Mantra geweihtem Wasser] und verehre die Türhüter, beginnend mit „hāṃ“ [?].
mahākālaṃ ca yamunāṃ divyadṛṣṭinipātitaḥ / utsārya divyān vighnāṃś ca puṣpākṣepāntarikṣagān //
Mahākāla und Yamunā. Durch das Werfen des göttlichen Blicks vertreibe man die himmlischen Hindernisse, durch das Werfen von Blumen die im Luftraum befindlichen,
dakṣapārṣṇitribhirghātaibhūmiṣṭhānyāgamandiraṃ / dehalīṃ laṅghayedvāmaśākhāmāśritya vai viśet //
durch drei Stöße mit der rechten Ferse die auf der Erde befindlichen. Dann überschreite man die Schwelle des Opferhauses und trete ein, indem man sich an den linken Türpfosten hält.
Mit dem rechten Fuß eingetreten, setze man das Waffen-[Mantra] auf die Schwelle; „oṃ hāṃ vāstvadhipataye brahmaṇe“ [Anm.: oṃ hāṃ, dem Herrn des Bauplatzes, dem Brahman] verehre man in der Mitte.
Die durch Betrachtung usw. und die Waffen-[Mantras] gereinigten Wasserkrüge nehmend, gehe man, von Śiva ermächtigt, schweigend zur Gaṅgā oder einem anderen [Gewässer].
Nachdem man die Gesamtheit aller Substanzen – Duftstoffe, ungebrochene Körner, Blumen usw. – zur Verehrung bereitgestellt hat, vollziehe man die Reinigung der Elemente (bhūtaśuddhi) usw.
devadakṣe tato nyasya saumyāsyaś ca śarīrataḥ / saṃhāramudrayādāya mūrdhni mantreṇa dhārayet //
Dann setze man [sich] rechts vom Gott nieder, nach Norden gewandt, nehme vom Körper [etwas] mit der Rücknahme-Mudrā auf und halte es mit dem Mantra auf dem Haupt [?].
Wort für Wort
deva-dakṣe
rechts vom Gott
nyasya
hinsetzend
saumya-āsyaḥ
nach Norden gewandt
saṃhāra-mudrayā ādāya
mit der Rücknahme-Mudrā nehmend
mūrdhni mantreṇa dhārayet
soll mit dem Mantra auf dem Haupt halten
Objekt von ādāya/dhārayet nicht genannt; Sinn unsicher.
Um die zu genießenden Karmafrüchte zu genießen, [halte man] mit der sogenannten Hand-Schildkröte (kacchapikā-Mudrā) das eigene Selbst im Herzlotos oder aber an der Stelle des Dvādaśānta [Anm.: zwölf Finger über dem Scheitel].
Man reinige die fünf Elemente, indem man den Körper als hohl vorstellt; die beiden großen Zehen stelle man sich als paarweise innen und außen hohl vor [?].
Danach die das Herz durchdringende Śakti im feuerglänzenden „hūṃ“-Laut, der in der Mitte der Öffnung weilt; nachdem der Meditierende den Atem angehalten hat,
niveśayedrecakānte phaḍantenātha tena ca / hṛtkaṇṭhatālubhrūmadhyabrahmarandhre vibhidya ca //
setze er [sie] am Ende der Ausatmung ein, und dann mit dem auf „phaṭ“ endenden [Mantra], Herz, Kehle, Gaumen, Brauenmitte und Brahma-Öffnung durchstoßend
und die Knoten durchbrechend, [setze er] den „hūṃ“-Laut auf das Haupt; [dann] das Lebensprinzip (jīva), mit dem Herz-[Mantra] umschlossen, das durch die Einatmung eingebrachte Bewusstsein,
– „hūṃ“ über dem Haarschopf einsetzend – stelle er sich rein und von der Natur des Bindu vor. Dann, die Atemverhaltung (kumbhaka) vollziehend, vereine er es mit Śambhu in einem einzigen Anstoß (udghāta).
recakena vījavṛttyā śive līno 'tha śodhayet / pratilomaṃ svadehe tu vindvantaṃ tatra vindukaṃ //
Durch die Ausatmung, auf dem Weg der Keimsilbe, in Śiva aufgelöst, reinige er dann [die Elemente]; in umgekehrter Folge im eigenen Körper aber bis zum Bindu, dort den Bindu
in Auflösung führend. Erde und Wind, Wasser und Feuer [stehen] einander [entgegen]; je zwei sind zu bewältigen, ebenso der Raum, ohne Widerstreit – das höre.
[Das Wasser-Maṇḍala ist] halbmondförmig, flüssig, kühl, weiß, mit Lotos gezeichnet; durch diese Keimsilbe „hrīṃ“ hat es die Gestalt der Pratiṣṭhā-[Kalā] angenommen,
Das Maṇḍala des Feuers ist dreieckig, rot, mit dem Svastika gezeichnet; durch diese Keimsilbe „hūṃ“ stelle man es sich in der Gestalt der Vidyā-[Kalā] vor.
schwarz, aus der Keimsilbe „hreṃ“ entstanden, aus der Śānti-Kalā bestehend; nachdem man es sich vorgestellt hat, reinige man mit zwei Anstößen das Element Erde.
mit dem „hauṃ“-Laut, der auf „phaṭ“ endet, aus der Śāntyatīta-Kalā bestehend; nachdem man darüber meditiert hat, stelle man es sich durch einen einzigen Anstoß als völlig gereinigt vor.
– über diesen Herzsitz meditierend, rufe man dann die Gestalt (mūrti) herbei; in der Schöpfungsfolge [setze man] in sie das Śiva-hafte Selbst vom Dvādaśānta her.
Dann, nachdem man sie mit dem Śakti-Mantra, das auf „vauṣaṭ“ endet, von allen Seiten mit göttlichem Nektar überflutet hat, vollziehe man die Gliederausstattung (sakalīkaraṇa).
hṛdayādikarānteṣu kaniṣṭhādyaṅgulīṣu ca / hṛdādimantravinyāsaḥ sakalīkaraṇaṃ mataṃ //
Die Einsetzung der Mantras Herz usw. an den Teilen der Hand, [beginnend] beim Herz[-Mantra], und an den Fingern, beginnend mit dem kleinen Finger, gilt als Sakalīkaraṇa.
Mit dem Waffen-[Mantra] schütze man die Umwallung, dann mit dessen Mantra außerhalb davon das Śakti-Netz unten und oben; man zeige die Große Mudrā (mahāmudrā).
Mit den Śiva-Mantras labe man im Nabel-Feuerkessel das Śiva-Feuer; auf der Stirn stelle man sich [Śiva] in Bindu-Gestalt und mit glückverheißendem Leib vor.
Ein Gefäß von den Gefäßen aus Gold usw., mit Waffen-Wasser gereinigt, [fülle man] mit Wasser, das die Gestalt des aus dem Bindu fließenden Nektars hat, mit ungebrochenen Körnern usw.,
hṛdāpūrya ṣaḍaṅgena pūjayitvābhimantrayet / saṃrakṣya heti mantreṇa kavacena viguṇṭhayet //
fülle es mit dem Herz-[Mantra], verehre es mit dem Sechsglieder-[Mantra] und bespreche es; nachdem man es mit dem Mantra „he“ [?] geschützt hat, verhülle man es mit dem Panzer-[Mantra].
Nachdem man das achtteilige Arghya bereitet hat, besprenge man es [unter] der Kuh-Mudrā; dann salbe man sich selbst auf dem Haupt mit einem Tropfen dieses Wassers.
Die dort befindlichen Opfergeräte besprenge man mit Waffen-Wasser; nachdem man sie mit dem Herz-[Mantra] besprochen hat, umhülle man die Dinge (piṇḍa) mit dem Körperschutz [Anm.: Panzer-Mantra].
Nachdem man die Amṛta-Mudrā gezeigt und auf den eigenen Sitz eine Blume gegeben hat, mache man ein Stirnzeichen (tilaka) und setze mit dem Wurzelmantra eine Blume auf das Haupt.
Beim Bad, bei der Götterverehrung, beim Feueropfer, beim Essen, bei Opfer und Yoga, bei der Notdurft und bei der Rezitation soll der Standhafte stets die Rede zügeln.
Nachdem man das Mantra durch Aussprechen bis zum Nāda gereinigt und wohl bereitet hat und bei der Verehrung mit der Gāyatrī verehrt hat, bringe man das allgemeine Arghya dar.
prakṣālya piṇdikāliṅge astratoye tato hṛdā / arghyapātrāmbunā siñcediti liṅgaviśodhanaṃ //
Nachdem man Sockel und Liṅga mit Waffen-Wasser gewaschen hat, besprenge man es dann mit dem Herz-[Mantra] mit Wasser aus dem Arghya-Gefäß; das ist die Reinigung des Liṅga.
Sind Selbst, Substanzen, Mantra und Liṅga gereinigt, verehre man alle Götter: im Nordwesten dem Gaṇapati, „hāṃ gurubhyaḥ“ [Anm.: hāṃ, den Lehrern] verehre man im Nordosten.
Wort für Wort
ātma-dravya-mantra-liṅga-śuddhau
wenn Selbst, Substanz, Mantra, Liṅga rein sind
sarvān surān yajet
soll alle Götter verehren
vāyavye gaṇapataye
im Nordwesten dem Gaṇapati
gurubhyaḥ
den Lehrern
arcayet śive
soll im Nordosten verehren
ātama- für ātma-; śive hier wohl „in der Śiva-(Īśāna-)Richtung“.
Die Träger-Śakti (ādhāraśakti), einem Spross gleich, auf dem Schildkrötenstein stehend, verehre man, [ferner] Ananta, den auf dem Brahmastein ruhenden Sitz Śivas;
padmañca karṇikāmadhye pūrvādau madhyato nava / varadābhayahastāś ca śaktayo dhṛtacāmarāḥ //
Und den Lotos; in der Mitte der Samenkapsel, im Osten usw. und in der Mitte die neun Śaktis, deren Hände Wunschgewährung und Schutz zeigen und die Fliegenwedel halten:
„hāṃ“ Sarvabhūtadamanī, an der Spitze der Staubfäden Manonmanī; [dann] den Sitz, der die Tattvas von der Erde bis zur Reinen Wissenheit (śuddhavidyā) durchdringt.
Speer, Schwert, Dreizack, Schädelstab (khaṭvāṅga) und Wunschgewährung, mit den linken Händen Trommel (ḍamaru), Zitrone, blauen Lotos, Schnur und Seerose [haltend].
Die mit den zweiunddreißig Merkmalen versehene Śiva-Gestalt aber [setze man] in die Mitte; [sprechend] „hāṃ haṃ hāṃ śivamūrtaye“ [Anm.: … der Śiva-Gestalt], Śivas als des Selbstleuchtenden gedenkend,
brahmādikāraṇatyāgānmantraṃ nītvā śivāspadaṃ / tato lalātamadhyasthaṃ sphurattārāpatiprabhaṃ //
durch Aufgeben der Ursachen Brahmā usw. das Mantra zur Stätte Śivas führend; dann den in der Mitte der Stirn Befindlichen, glänzend wie der funkelnde Herr der Sterne (Mond),
mit den sechs Gliedern erfüllt, den höchsten Śiva in Bindu-Gestalt, in die Handvoll Blumen gelangt meditierend, setze man in die [mit Merkmalen versehene] Gestalt ein.
Wort für Wort
ṣaḍ-aṅgena samākīrṇam
mit den sechs Gliedern erfüllt
bindu-rūpam param śivam
den höchsten Śiva in Bindu-Gestalt
puṣpa-añjali-gatam
in die Blumen-Handvoll gelangt
dhyātvā
meditierend
mūrtau niveśayet
soll in die Gestalt einsetzen
lakṣmīmūrtau evtl. für lakṣmamūrtau bzw. lakṣaṇamūrtau.
„oṃ hāṃ hauṃ śivāya namaḥ“ [Anm.: …, Verehrung dem Śiva]; dann mit der Herbeirufungs-[Mudrā] und dem Herz-[Mantra] herbeirufen, mit der Festsetzungs-[Mudrā] festsetzen, Śiva in die Nähe bringen,
mit der Niṣṭhurā-[Mudrā] festhalten; mit der Kālakānti [?] und dem auf „phaṭ“ Endenden die Hindernisse vertreiben; dann ... [?] die Liṅga-Mudrā und die Verneigung;
mit dem Herz-[Mantra] verhülle man danach. Die Herbeirufung ist dann die Zuwendung [des Gottes], die Festsetzung ist das Niederlassen, die Nähe (sannidhāna) ist [die Haltung]: „Ich bin dein, o [Herr]!“
ākarmakāṇḍaparyantaṃ sannedheyoparikṣayaḥ / svabhakteś ca prakāśoyastadbhavedavaguṇṭhanaṃ //
Das [Verweilen] bis zum Ende des Ritualabschnitts ist das Festhalten (sannirodha); das Nichtoffenbaren gegenüber den Nicht-Verehrern [?] – das ist das Verhüllen (avaguṇṭhana).
Wort für Wort
ā-karma-kāṇḍa-paryantam
bis zum Ende des Ritualabschnitts
sannirodhaḥ
Festhalten
bhakteḥ
der Verehrung
prakāśaḥ
Offenbarung
avaguṇṭhanam
Verhüllen
Stark verderbt (sannedheyoparikṣayaḥ; svabhakteś ca prakāśo yas); sinngemäß nach der Begriffsreihe übersetzt.
Nachdem man mit den sechs Mantras die Gliederausstattung (sakalīkaraṇa) vollzogen hat, stelle man dann die Einheit der Glieder mit dem Gliederträger her und vollziehe die Nektarisierung.
Die Geisteskraft ist das Herz Śambhus, das Haupt (śiva) die achtfache Herrschermacht, der Haarschopf die Beherrschung (vaśitva), das unzerbrechliche Feuer der herrscherliche Panzer,
das Arghya auf das Haupt des Gottes, dazu Dūrvā-Gras, Blumen und ungebrochene Körner. Nachdem man so den höchsten Herrn mit den zehn Weihehandlungen bereitet hat,
verehre man ihn nach der Vorschrift mit den fünf Dienstleistungen, mit Blumen usw. Nachdem man [das Liṅga] besprengt, abgerieben und mit schwarzem Senf, Salz usw. abgewischt hat,
mit Substanzen, die mit Īśāna usw. besprochen sind; nachdem man verehrt hat, [folgt] deren Umkehrung [?]; mit Wasser und Räucherwerk dazwischen bade man Śiva mit allem unter dem Wurzelmantra.
Nachdem man es mit Gerstenmehl abgetrocknet hat, [bade man es] nach Belieben mit kühlem Wasser, nach Vermögen mit Duftwasser; nachdem man es gebadet hat, mit reinem Tuch
abreibend gebe man das Arghya; man schwinge die Hand nicht über [dem Liṅga]; man lasse das Liṅga nicht ohne Blumen auf dem Scheitel; dann gebe man [das Weitere].
Nachdem man es mit Sandel usw. gesalbt und mit Blumen unter dem Śiva-Mantra verehrt hat, das Räuchergefäß mit dem Waffen-[Mantra] besprengt und mit dem Śiva-Mantra verehrt hat,
und die mit dem Waffen-[Mantra] verehrte Glocke ergriffen hat, gebe man Guggulu-Harz; danach gebe man Schlürfwasser mit dem Herz-Mantra, das auf „svadhā“ endet.
Nachdem man das Lichterschwenken (ārātrika) vollzogen hat, lasse man ebenso wieder schlürfen. Nachdem man sich verneigt und die Erlaubnis des Gottes erhalten hat, verehre man die Glieder des Genusses (bhogāṅga).
Im Südosten das Herz, mondfarben, und im Nordosten das Haupt (śiva), goldglänzend; den Haarschopf, rot, im Südwesten; den Panzer, schwarz, im Nordwesten;
viergesichtig, vierarmig – diese auf den Blättern Befindlichen verehre man; ferner die Waffe, schrecklich durch Hauer, dem Donnerkeil gleich, im Osten usw.
mūle hauṃ śivāya namaḥ oṃ hāṃ hūṃ hīṃ hoṃ śiraś ca / hṛṃ śikhāyai haiṃ varma haścāstraṃ parivārayutāya ca //
Beim Wurzelmantra: „hauṃ śivāya namaḥ“ [Anm.: hauṃ, Verehrung dem Śiva]; „oṃ hāṃ“ [Herz], „hūṃ“ … „hīṃ hoṃ“ und das Haupt, „hṛṃ śikhāyai“ [dem Haarschopf], „haiṃ“ der Panzer, „haḥ“ die Waffe, und „parivārayutāya“ [Anm.: dem mit Gefolge Versehenen].
Wort für Wort
mūle
beim Wurzelmantra
śivāya namaḥ
Verehrung dem Śiva
śiraḥ
Haupt
śikhāyai
dem Haarschopf
varma astram
Panzer, Waffe
parivāra-yutāya
dem mit Gefolge Versehenen
Silbenfolge offensichtlich gestört; nur beschreibend wiedergegeben.
Salbe zum Abreiben der Hände, Betel, Mundduft und Spiegel. Nachdem man auf das Haupt des Gottes Dūrvā, Körner und das Läuterungsband (pavitraka) gesetzt hat,
rezitiere man das Wurzelmantra hundertachtmal; [die Rezitation], mit dem Herz-[Mantra] besprochen, mit dem Panzer umhüllt, mit dem Schwert [Anm.: Waffen-Mantra] geschützt, mit Kuśa und Blumen,
mit Körnern, verbunden mit der Mudrā namens Udbhava, [bringe man] Śiva [dar, sprechend]: „Zur Hütung des Geheimen und Übergeheimen nimm die von uns vollzogene Rezitation an,
durch die mir Vollendung zuteil werde durch deine Gnade, da ich in dir weile.“ Der nach Genuss Strebende (bhogin) spreche diesen ersten Vers und [gebe] mit der rechten Hand dem Śambhu
mūlāṇunārghyatoyena varahaste nivedayet / yatkiñcit kurmahe deva sadā sukṛtaduskṛtaṃ //
mit dem Wurzelmantra und Arghya-Wasser [die Rezitation] in die wunschgewährende Hand. [Der nach Befreiung Strebende spreche:] „Was immer wir tun, o Gott, allezeit, Gutes oder Böses,
Wort für Wort
mūla-aṇunā
mit dem Wurzelmantra
arghya-toyena
mit Arghya-Wasser
vara-haste nivedayet
soll in die wunschgewährende Hand geben
yat kiñcit kurmahe
was immer wir tun
sukṛta-duṣkṛtam
Gutes und Böses
duskṛtaṃ für duṣkṛtaṃ. Die Ergänzung „der nach Befreiung Strebende“ ist aus dem Gegensatz zu bhogī erschlossen.
Nachdem man ein Zehntel [der Rezitation] den Gliedern Śivas [dargebracht] und das Arghya gegeben hat, stimme man einen Preis an. Nach der Umwandlung (pradakṣiṇa) verneige man sich mit acht Gliedern vor dem Achtgestaltigen; nach der Verneigung verehre man mit Meditation usw. im Bild, im Feuer usw.