Agni zählt Gelübde auf, die sich über Monate erstrecken, insbesondere die viermonatigen Gelübde ab Āṣāḍha (cāturmāsya) mit dem Gelöbnisgebet an Keśava sowie verschiedene Speise- und Enthaltungsregeln und ihre Früchte. Abschließend wird das Kaumuda-Gelübde im Āśvina beschrieben. Einige Verschreibungen (pṛṭhak, gugdha, bhktathā) sind vermerkt.
Agni sprach: Ich werde die Monatsgelübde erklären, die Genuss und Erlösung gewähren. Die vier Monate ab Āṣāḍha meide der Verständige das Einsalben [mit Öl].
Wer im Vaiśākha Blumen und Salz aufgibt und eine Kuh spendet, wird König. Wer eine Kuh spendet und einen Monat lang fastet, [wird] als Vollzieher des Bhīma-Gelübdes zu Hari.
Wer am dritten Tag das Rohzuckergelübde hält, wird als großer Gelübdehalter zum Herrn der Gaurī [Anm.: erlangt Śivas Stand]. Wer in den Monaten ab Mārgaśīrṣa nur nachts isst, wird der Welt Viṣṇus teilhaftig.
Ebenso wer das Gelübde einer [täglichen] Mahlzeit hält; das Dvādaśī-Gelübde [ist] gesondert [zu behandeln]. Wer vier Monate das Fruchtgelübde hält, gebe, nachdem er eine Frucht aufgegeben hat, [diese] als Spende.
soll man die Festlegung der viermonatigen Gelübde vornehmen. Am Āṣāḍha-Vollmond oder beim Eintritt [der Sonne] in den Krebs verehre man Hari [mit den Worten]:
Wer Fleisch und dergleichen aufgibt, wird ein Brahmane; wer Öl aufgibt, verehre Hari. Wer jeden zweiten Tag fastet und wer drei Nächte [fastet], wird der Welt Viṣṇus teilhaftig.
Wort für Wort
māṃsa-ādi tyaktvā
Fleisch usw. aufgebend
vipraḥ syāt
wird Brahmane
taila-tyāgī
wer Öl aufgibt
ekāntara-upavāsī
jeden zweiten Tag fastend
tri-rātram
drei Nächte
vipraḥ syāt ('wird ein Brahmane') ist als Frucht in einer künftigen Geburt zu verstehen [?].
Wer das Cāndrāyaṇa [Anm.: am Mondlauf ausgerichtetes Fasten] hält, gelangt in die Welt Viṣṇus; wer Schweigen hält, wird der Erlösung teilhaftig. Wer das Prājāpatya-Gelübde hält, gelangt in den Himmel, [ebenso] wer Gerstengrütze und Gerstenbrei isst.
Wer sich von Milch und dergleichen ernährt, gelangt in den Himmel, ebenso wer die fünf Kuhprodukte und Wasser genießt; ein Mann, der Gemüse, Wurzeln und Früchte isst, gelangt in die Stadt Viṣṇus.
Wort für Wort
dugdha-ādi-āhāravān
von Milch usw. lebend
svargī
himmelsgelangend
pañca-gavya-ambu-bhuk
die fünf Kuhprodukte und Wasser genießend
śāka-mūla-phala-āhārī
Gemüse, Wurzeln, Früchte essend
viṣṇu-purīm
die Stadt Viṣṇus
gugdhādyāhāravān für dugdhādyāhāravān; pañcagavyāmbubhktathā für pañcagavyāmbubhuk tathā.
verehre man am zwölften Tag Viṣṇu, nachdem man [ihn] gesalbt hat, mit Lotosblüten, blauen Wasserrosen und anderem; mit Butterschmalz [oder] Sesamöl bringe man Lampe und Speisegabe dar.
oṃ namo vāsudevāya mālatyā mālayā yajet / dharmakāmārthamokṣāṃś ca prāpnuyāt kaumudavratī //
Mit 'Oṃ namo vāsudevāya' [Anm.: 'Oṃ, Verehrung dem Vāsudeva'] verehre man [ihn] mit einem Kranz aus Mālatī-Jasmin. Wer das Kaumuda-Gelübde hält, erlangt Recht, Liebe, Wohlstand und Erlösung.