Agni-Purāṇa
Kapitel 44: vāsudevādipratimālakṣaṇavidhiḥ
Vorschriften über die Merkmale der Bildwerke des Vāsudeva und anderer Götter
Hayagrīva lehrt Brahmā die Proportionen eines Götterbildes nach dem Neun-Tāla-System: Einteilung des Steins, Messschnüre, Maße von Kopf, Gesicht, Rumpf, Gliedern, Händen und Füßen. Zum Schluss werden die Attribute Vāsudevas und die Begleitfiguren beschrieben. Das Kolophon nennt das Kapitel pratimālakṣaṇa; einige Maßangaben (V. 15-16, 24-25, 41) sind textlich unsicher, V. 3 (sūrpa°) und V. 11 (ghaṭ) enthalten offensichtliche Verschreibungen.
bhagavānuvāca | vāsudevādipratimālakṣaṇaṃ pravadāmi te / prāsādasyottare pūrvamukhīṃ vā cottarānanāṃ //
Der Erhabene sprach: Ich will dir die Merkmale der Bildwerke des Vāsudeva und der übrigen [Gottheiten] verkünden. Nördlich des Tempels [soll man den Stein], mit dem Gesicht nach Osten oder nach Norden gewandt,
Wort für Wort bhagavān uvāca der Erhabene sprach vāsudeva-ādi-pratimā-lakṣaṇam Merkmale der Bilder des Vāsudeva usw. pravadāmi te ich verkünde dir prāsādasya uttare nördlich des Tempels pūrva-mukhīm vā uttara-ānanām nach Osten oder nach Norden gewandt Sprecher ist nach dem Kontext Hayagrīva, der Brahmā (kamalodbhava, V. 10) belehrt.
saṃsthāpya pūjya ca baliṃ datvātho madhyasūcakaṃ / śilāṃ śilpī tu navadhā vibhajya navame 'ṃśake //
aufstellen, verehren und eine Opferspende (bali) darbringen; danach [ziehe man] die Mittellinie. Der Bildhauer aber teile den Stein neunfach; im neunten Teil
Wort für Wort saṃsthāpya nachdem man aufgestellt hat baliṃ datvā eine Opferspende gegeben habend madhya-sūcakam Mittellinie, Mittelmarke śilpī Bildhauer navadhā vibhajya neunfach teilend navame aṃśake im neunten Teil madhyasūcaka wörtlich 'Mittelanzeiger', wohl die senkrechte Mittelschnur.
sūrpabhaktaiḥ śilāyāṃ tu bhāgaṃ svāṅgulamucyate / dvyaṅgulaṃ golakaṃ nāmnā kālanetraṃ taducyate //
– in zwölf [Teile] geteilt – heißt ein Teil auf dem Stein 'eigenes Aṅgula' (svāṅgula). Zwei Aṅgulas heißen dem Namen nach Golaka; das nennt man [auch] Kālanetra.
Wort für Wort sūrya-bhaktaiḥ (sūrpa°) in zwölf geteilt [?] śilāyām auf dem Stein sva-aṅgulam eigenes Fingerbreit (relative Maßeinheit) dvi-aṅgulam golakam zwei Aṅgulas = Golaka kāla-netram Kālanetra (Maßname) sūrpabhaktaiḥ ist wohl verderbt für sūryabhaktaiḥ ('in zwölf geteilt', sūrya = 12); so übersetzt.
bhāgamekaṃ tridhā bhaktvā pārṣṇibhāgaṃ prakalpayet / bhāgamekaṃ tathā jānau grīvāyāṃ bhāgameva ca //
Einen Teil dreifach geteilt, bilde man [daraus] den Fersenteil; ebenso einen Teil für das Knie und einen Teil für den Hals.
Wort für Wort bhāgam ekam einen Teil tridhā bhaktvā dreifach geteilt habend pārṣṇi-bhāgam Fersenteil jānau am Knie grīvāyām am Hals mukuṭaṃ tālamātraṃ syāttālamātraṃ tayā mukhaṃ / tālenaikena kaṇṭhantu tālena hṛdayaṃ tathā //
Die Krone (mukuṭa) sei ein Tāla lang, ebenso ein Tāla das Gesicht; mit einem Tāla den Hals, mit einem Tāla ebenso die Herzgegend.
Wort für Wort mukuṭam Krone, Diadem tāla-mātram ein Tāla (Spanne) messend mukham Gesicht kaṇṭham Hals, Kehle hṛdayam Herz(gegend), Brust tāla hier = einer der neun Hauptteile (V. 2). tayā wohl für tathā.
nābhimeḍhrāntarantālaṃ dvitālāvūrukau tathā / tāladvayena jaṅghā syāt sūtrāṇi śṛṇu sāmprataṃ //
Der Abstand zwischen Nabel und Glied [sei] ein Tāla, die beiden Oberschenkel zwei Tālas, mit zwei Tālas sei der Unterschenkel. Höre nun die [Mess-]Schnüre.
Wort für Wort nābhi-meḍhra-antaram Abstand zwischen Nabel und Glied dvi-tālau ūrukau die beiden Oberschenkel zwei Tālas jaṅghā Unterschenkel sūtrāṇi Schnüre, Messlinien śṛṇu sāmpratam höre jetzt kāryaṃ sūtradvayaṃ pāde jaṅghāmadhye tathāparaṃ / jānau sūtradvayaṃ kāryamūrūmadhye tathāparaṃ //
Zwei Schnüre sind am Fuß anzubringen, ebenso eine weitere in der Mitte des Unterschenkels; zwei Schnüre sind am Knie anzubringen, ebenso eine weitere in der Mitte des Oberschenkels.
Wort für Wort kāryam ist zu machen sūtra-dvayam pāde zwei Schnüre am Fuß jaṅghā-madhye in der Mitte des Unterschenkels aparam ein weiteres ūru-madhye in der Mitte des Oberschenkels meḍhre tathāparaṃ kāryaṃ kaṭyāṃ sūtrantathāparaṃ / mekhalābandhasiddhyarthaṃ nābhyāṃ caivāparantathā //
Ebenso ist eine weitere am Glied anzubringen, eine weitere Schnur an der Hüfte, um das Anlegen des Gürtels zu ermöglichen, und eine weitere am Nabel.
Wort für Wort meḍhre am Glied kaṭyām an der Hüfte mekhalā-bandha-siddhi-artham zum Anbringen des Gürtels nābhyām am Nabel aparam ein weiteres hṛdaye ca tathā kāryaṃ kaṇṭhe sūtradvayaṃ tathā / lalāte cāparaṃ kāryaṃ mastake ca tathāparaṃ //
Ebenso ist [eine] am Herzen anzubringen, zwei Schnüre am Hals, eine weitere an der Stirn und ebenso eine weitere am Kopf.
Wort für Wort hṛdaye am Herzen kaṇṭhe sūtra-dvayam zwei Schnüre am Hals lalāṭe an der Stirn mastake am Kopf, Scheitel lalāte für lalāṭe.
mukuṭopari kartavyaṃ sūtramekaṃ vicakṣaṇaiḥ / sūtrāṇyūrdhvaṃ pradeyāni saptaiva kamalodbhava //
Oberhalb der Krone ist von den Kundigen eine Schnur anzubringen. Sieben Schnüre sind in der Senkrechten zu ziehen, o Lotosgeborener.
Wort für Wort mukuṭa-upari oberhalb der Krone vicakṣaṇaiḥ von den Kundigen sūtrāṇi ūrdhvam Schnüre in der Senkrechten pradeyāni sind anzubringen kamala-udbhava o Lotosgeborener (Brahmā) kakṣātrikāntareṇaiva ghaṭ sūtrāṇi pradāpayet / madhyasūtraṃ tu santyajya sūtrāṇyeva nivedayet //
Im Abstand von Achsel und Kreuz [?] soll man sechs Schnüre ziehen lassen; die Mittelschnur jedoch ausgenommen, soll man [nur diese] Schnüre anbringen.
Wort für Wort kakṣā Achsel(höhle) trika Kreuz(gegend) [?] ṣaṭ (ghaṭ) sūtrāṇi sechs Schnüre madhya-sūtram santyajya die Mittelschnur auslassend nivedayet soll anbringen ghaṭ ist offensichtlich für ṣaṭ ('sechs') verschrieben. kakṣā-trika-antareṇa unsicher.
lalāṭaṃ nāsikāvaktraṃ kartavyañcaturaṅgulaṃ / grīvākarṇau tu kartavyau āyāmāccaturaṅgulau //
Stirn, Nase und Mund sind [je] vier Aṅgulas zu machen; Hals und Ohren sind in der Länge [je] vier Aṅgulas zu machen.
Wort für Wort lalāṭam Stirn nāsikā-vaktram Nase und Mund catur-aṅgulam vier Aṅgulas grīvā-karṇau Hals und Ohren āyāmāt der Länge nach dvyaṅgule hanuke kārye vistārāccibukantathā / aṣṭāṅgulaṃ lalāṭantu vistāreṇa prakīrtitam //
Die beiden Kinnbacken sind zwei Aṅgulas zu machen, ebenso das Kinn in der Breite; die Stirn wird mit acht Aṅgulas Breite angegeben.
Wort für Wort dvi-aṅgule hanuke zwei Aṅgulas die Kinnbacken vistārāt der Breite nach cibukam Kinn aṣṭa-aṅgulam lalāṭam die Stirn acht Aṅgulas prakīrtitam wird angegeben pareṇa dvyaṅgulau śaṅkhau kartavyāvalakānvitau / caturaṅgulamākhyātamantaraṃ karṇanetrayoḥ //
Seitlich davon sind die beiden Schläfen zu je zwei Aṅgulas zu machen, mit Locken versehen; vier Aṅgulas wird der Abstand zwischen Ohr und Auge genannt.
Wort für Wort pareṇa darüber hinaus, seitlich śaṅkhau die beiden Schläfen alaka-anvitau mit Locken versehen antaram karṇa-netrayoḥ Abstand zwischen Ohr und Auge ākhyātam wird genannt dvyaṅgulau pṛthukau karṇau karṇāpāṅgārdhapañcame / bhrūsamena tu sūtreṇa karṇaśrotraṃ prakīrtitam //
Die Ohren [seien] zwei Aṅgulas breit, bei viereinhalb [Aṅgulas] vom Augenwinkel [?]; mit der Schnur auf Höhe der Brauen wird die Ohröffnung angegeben.
Wort für Wort pṛthukau karṇau die Ohren breit apāṅga äußerer Augenwinkel ardha-pañcame bei viereinhalb bhrū-samena sūtreṇa mit der Schnur in Brauenhöhe karṇa-śrotram Ohröffnung karṇāpāṅgārdhapañcame unklar; wohl die Lage des Ohres in 4½ Aṅgulas Abstand vom äußeren Augenwinkel.
viddhaṃ ṣaḍaṅgulaṃ karṇamaviddhañcaturaṅgulam / civukena samaṃ viddhamaviddhaṃ vā ṣaḍaṅgulam //
Das durchbohrte Ohr[läppchen] [sei] sechs Aṅgulas, das undurchbohrte vier Aṅgulas; das durchbohrte in gleicher Höhe mit dem Kinn, oder das undurchbohrte sechs Aṅgulas [?].
Wort für Wort viddham durchbohrt aviddham undurchbohrt ṣaṭ-aṅgulam sechs Aṅgulas civukena samam gleich mit dem Kinn Die zweite Vershälfte widerspricht teilweise der ersten; wörtlich übersetzt.
gandhapātraṃ tathāvartaṃ śaṣkulīṃ kalpayettathā / dvyaṅgulenādharaḥ kāryastasyārdhenottarādharaḥ //
Gandhapātra, Āvarta und Śaṣkulī [Teile der Ohrmuschel] soll man ebenso bilden. Die Unterlippe ist zwei Aṅgulas zu machen, die Oberlippe halb so groß.
Wort für Wort gandha-pātram Gandhapātra (Teil des Ohres) āvartam Windung (der Ohrmuschel) śaṣkulīm Ohrmuschel, Gehörgang adharaḥ Unterlippe uttara-adharaḥ Oberlippe ardhāṅgulaṃ tathā netraṃ vaktrantu caturaṅgulam / āyāmena tu vaipulyāt sārdhamaṅgulamucyate //
Ein halbes Aṅgula ebenso das Auge [?], der Mund aber vier Aṅgulas in der Länge; in der Weite (Höhe) nennt man ihn anderthalb Aṅgula.
Wort für Wort ardha-aṅgulam ein halbes Aṅgula netram Auge [?] vaktram Mund āyāmena in der Länge vaipulyāt der Weite nach sārdham aṅgulam anderthalb Aṅgula netra passt hier im Kontext schlecht (vielleicht ein Teil des Mundes gemeint).
avyāttamevaṃ syādvaktraṃ vyāttaṃ tryaṅgulamiṣyate / nāsāvaṃśasamucchrāyaṃ mūle tvekāṅgulaṃ matam //
So sei der geschlossene Mund; der geöffnete gilt als drei Aṅgulas. Die Höhe des Nasenrückens gilt an der Wurzel als ein Aṅgula,
Wort für Wort avyāttam nicht geöffnet vyāttam geöffnet tri-aṅgulam iṣyate gilt als drei Aṅgulas nāsā-vaṃśa-samucchrāyam Höhe des Nasenrückens mūle an der Wurzel ucchrāyā dvyaṅgulaṃ cāgre karavīropamāḥ smṛtāḥ / antaraṃ cakṣuṣoḥ kāryaṃ caturaṅgulamānataḥ //
an der Spitze zwei Aṅgulas Höhe; [die Nasenflügel] gelten als der Oleanderblüte (karavīra) gleich. Der Abstand der Augen ist mit einem Maß von vier Aṅgulas zu machen.
Wort für Wort ucchrāyāt an Höhe agre an der Spitze karavīra-upamāḥ der Oleanderblüte gleich antaram cakṣuṣoḥ Abstand der Augen catur-aṅgula-mānataḥ im Maß von vier Aṅgulas dvyaṅgulaṃ cākṣikoṇaṃ ca dvyaṅgulaṃ cāntaraṃ tayoḥ / tārā netratribhāgeṇa dṛktārā pañcamāṃśikā //
Der Augenwinkel [sei] zwei Aṅgulas und zwei Aṅgulas der Abstand zwischen ihnen; die Iris (tārā) ein Drittel des Auges, die Pupille (dṛktārā) ein Fünftel.
Wort für Wort akṣi-koṇam Augenwinkel antaram tayoḥ Abstand zwischen beiden tārā Iris netra-tri-bhāgeṇa mit einem Drittel des Auges dṛk-tārā pañcama-aṃśikā die Pupille ein Fünftel tryaṅgulaṃ netravistāraṃ droṇī cārdhāṅgulā matā / tatsamāṇā bhruvorlekhā bhruvau caiva same mate //
Die Breite des Auges [sei] drei Aṅgulas, die Lidfurche (droṇī) gilt als ein halbes Aṅgula; die Brauenlinie gleich lang wie diese [?], und beide Brauen gelten als gleich.
Wort für Wort netra-vistāram Breite des Auges droṇī Lidfurche, Vertiefung ardha-aṅgulā ein halbes Aṅgula bhruvoḥ lekhā Linie der Brauen same gleich tatsamāṇā wohl für tatsamānā.
bhrūmadhyaṃ dvyaṅgulaṃ kāryaṃ bhrūdairghyaṃ caturāṅgulam / ṣaṭtriṃśadaṅgulāyāmammastakasya tu veṣṭanam //
Der Raum zwischen den Brauen ist zwei Aṅgulas zu machen, die Länge der Braue vier Aṅgulas; der Umfang des Kopfes misst sechsunddreißig Aṅgulas.
Wort für Wort bhrū-madhyam Raum zwischen den Brauen bhrū-dairghyam Brauenlänge ṣaṭtriṃśat-aṅgula-āyāmam 36 Aṅgulas messend mastakasya veṣṭanam Umfang des Kopfes mūrtīnāṃ keśavādīnāṃ dvātriṃśadveṣṭanaṃ bhavet / pañcanetrā tvadhogrīvā vistārādveṣṭanaṃ punaḥ //
Bei den Bildwerken des Keśava usw. sei der Umfang zweiunddreißig [Aṅgulas]. Der untere Hals [sei] fünf Netra [breit]; der Umfang wiederum aus der Breite
Wort für Wort mūrtīnām keśava-ādīnām bei den Bildern des Keśava usw. dvātriṃśat veṣṭanam Umfang von 32 pañca-netrā fünf Netra adhaḥ-grīvā unterer Hals vistārāt aus der Breite netra hier wohl als Maßeinheit (= 2 Aṅgulas?) gebraucht.
triguṇantu bhavedūrdhvaṃ vistṛtāṣṭāṅgulaṃ punaḥ / grīvātriguṇamāyāmaṃ grīvāvakṣontaraṃ bhavet //
sei das Dreifache; oben aber wiederum acht Aṅgulas breit; das Dreifache des Halses sei die Länge des Abstands zwischen Hals und Brust [?].
Wort für Wort triguṇam dreifach ūrdhvam oben vistṛta-aṣṭa-aṅgulam acht Aṅgulas breit grīvā-triguṇam āyāmam Länge dreimal der Hals grīvā-vakṣaḥ-antaram Abstand Hals–Brust Satzabgrenzung unsicher.
skandhāvaṣṭāṅgulau kāryau trikalāvaṃśakau śubhau / saptanetrau smṛtau bāhū prabāhū ṣoḍaśāṅgulau //
Die Schultern sind acht Aṅgulas zu machen, die schönen Schulterhöhen drei Kalās; die Oberarme gelten als sieben Netra, die Unterarme sechzehn Aṅgulas.
Wort für Wort skandhau die Schultern aṃśakau Schulterhöhen tri-kalau drei Kalās sapta-netrau bāhū Oberarme sieben Netra prabāhū ṣoḍaśa-aṅgulau Unterarme 16 Aṅgulas kalā und netra hier als Maßeinheiten.
trikalau vistṛtau bāhū prabāhū cāpi tatsamau / bāhudaṇḍordhvato jñeyaḥ pariṇāhaḥ kalā nava //
Die Oberarme drei Kalās breit, und die Unterarme ebenso; oben am Armschaft ist der Umfang als neun Kalās zu verstehen.
Wort für Wort vistṛtau breit tat-samau diesen gleich bāhu-daṇḍa-ūrdhvataḥ oben am Armschaft pariṇāhaḥ Umfang kalāḥ nava neun Kalās saptadaśāṅgulo madhye kūrpārordhe ca ṣoḍaśa / kūrpārasya bhavennāhaḥ triguṇaḥ kamalodbhava //
In der Mitte siebzehn Aṅgulas und über dem Ellbogen sechzehn; der Umfang des Ellbogens sei das Dreifache [seiner Breite], o Lotosgeborener.
Wort für Wort sapta-daśa-aṅgulaḥ siebzehn Aṅgulas madhye in der Mitte kūrpara-ūrdhve oberhalb des Ellbogens nāhaḥ Umfang triguṇaḥ dreifach kūrpāra für kūrpara.
nāhaḥ prabāhumadhye tu ṣoḍaśāṅgula ucyate / agrahaste parīṇāho dvādaśāṅgula ucyate //
Der Umfang in der Mitte des Unterarms heißt sechzehn Aṅgulas; der Umfang an der Vorderhand heißt zwölf Aṅgulas.
Wort für Wort prabāhu-madhye in der Mitte des Unterarms agra-haste an der Vorderhand, am Handgelenk parīṇāhaḥ Umfang dvādaśa-aṅgulaḥ zwölf Aṅgulas vistareṇa karatalaṃ kīrtitaṃ tu ṣaḍaṅgulam / dairghyaṃ saptāṅgulaṃ kāryaṃ madhyā pajcāṅgulā matā //
In der Breite wird die Handfläche mit sechs Aṅgulas angegeben; die Länge ist sieben Aṅgulas zu machen; der Mittelfinger gilt als fünf Aṅgulas.
Wort für Wort vistareṇa in der Breite kara-talam Handfläche dairghyam Länge madhyā Mittelfinger pañca-aṅgulā fünf Aṅgulas pajcāṅgulā ist Digitalisierungsfehler für pañcāṅgulā.
tarjanyanāmikā caiva tasmādardhāṅgulaṃ vinā / kaniṣṭhāṅguṣṭhakau kāryau caturaṅgulasammitau //
Zeigefinger und Ringfinger [sind] um ein halbes Aṅgula kürzer als dieser; kleiner Finger und Daumen sind vier Aṅgulas lang zu machen.
Wort für Wort tarjanī Zeigefinger anāmikā Ringfinger ardha-aṅgulam vinā ein halbes Aṅgula weniger kaniṣṭhā-aṅguṣṭhakau kleiner Finger und Daumen catur-aṅgula-sammitau vier Aṅgulas messend dviparvoṅguṣṭhakaḥ kāryaḥ śeṣāgulyastriparvikāḥ / sarvāsāṃ parvaṇordhena nakhamānaṃ vidhīyate //
Der Daumen ist mit zwei Gliedern zu machen, die übrigen Finger mit drei Gliedern; bei allen wird das Nagelmaß als die Hälfte eines Gliedes festgesetzt.
Wort für Wort dvi-parvā aṅguṣṭhakaḥ der Daumen zweigliedrig śeṣa-aṅgulyaḥ die übrigen Finger tri-parvikāḥ dreigliedrig parvaṇaḥ ardhena mit der Hälfte eines Gliedes nakha-mānam Nagelmaß śeṣāgulyaḥ für śeṣāṅgulyaḥ.
vakṣaso yat pramāṇantu jaṭharaṃ tatpramāṇataḥ / aṅgulaikaṃ bhavennābhī vedhena ca pramāṇataḥ //
Welches Maß die Brust hat, dieses Maß hat der Bauch; der Nabel sei ein Aṅgula in Tiefe und Maß.
Wort für Wort vakṣasaḥ pramāṇam Maß der Brust jaṭharam Bauch aṅgula-ekam ein Aṅgula nābhī Nabel vedhena an Tiefe tato meḍhrāntaraṃ kāryaṃ tālamātraṃ pramāṇataḥ / nābhimadhye prīṇāho dvicatvāriṃśadaṅgulaiḥ //
Von dort ist der Abstand zum Glied ein Tāla im Maß zu machen; in der Mitte, am Nabel, [beträgt] der Umfang zweiundvierzig Aṅgulas.
Wort für Wort tataḥ von da an meḍhra-antaram Abstand zum Glied tāla-mātram ein Tāla nābhi-madhye in der Nabelmitte dvicatvāriṃśat-aṅgulaiḥ mit 42 Aṅgulas prīṇāhaḥ für pariṇāhaḥ.
antaraṃ stanayoḥ kāryaṃ tālamātraṃ pramāṇataḥ / civukau yavamānau tu maṇḍalaṃ dvipadaṃ bhavet //
Der Abstand der Brüste ist ein Tāla im Maß zu machen; die Brustwarzen ein Yava groß, der Hof sei zwei Pada [?].
Wort für Wort antaram stanayoḥ Abstand der Brüste cūcukau (civukau) die Brustwarzen yava-mānau ein Yava (Gerstenkorn) messend maṇḍalam Kreis, Warzenhof dvi-padam zwei Pada [?] civukau steht hier offenbar für cūcukau ('Brustwarzen'). dvipadam unsicher.
catuḥṣaṣṭyaṅgulaṃ kāryaṃ veṣṭanaṃ vakṣasaḥ sphuṭam / caturmukhañca tadadhoveṣṭanaṃ parikīrtitam //
Der Umfang der Brust ist deutlich [mit] vierundsechzig Aṅgulas zu machen; der Umfang darunter wird als vier Mukha angegeben.
Wort für Wort catuḥṣaṣṭi-aṅgulam 64 Aṅgulas veṣṭanam vakṣasaḥ Umfang der Brust sphuṭam deutlich catur-mukham vier Gesichtslängen tat-adhaḥ-veṣṭanam Umfang darunter mukha hier wohl als Maß (Gesichtslänge = ein Tāla).
pariṇāhas tathā kaṭyā catuḥpañcāśadaṅgulaiḥ / vistāraścorumūle tu procyate dvādaśaṅgulaḥ //
Ebenso der Umfang der Hüfte mit vierundfünfzig Aṅgulas; die Breite an der Oberschenkelwurzel wird mit zwölf Aṅgulas angegeben.
Wort für Wort pariṇāhaḥ kaṭyāḥ Umfang der Hüfte catuḥpañcāśat-aṅgulaiḥ mit 54 Aṅgulas ūru-mūle an der Oberschenkelwurzel vistāraḥ Breite dvādaśa-aṅgulaḥ zwölf Aṅgulas tasmādabhyadhikaṃ madhye tato nimnataraṃ kramāt / vistṛtāṣṭāṅgulaṃ jānutriguṇā pariṇāhataḥ //
In der Mitte etwas mehr als dies, danach allmählich schmaler werdend; das Knie acht Aṅgulas breit, dem Umfang nach das Dreifache.
Wort für Wort abhyadhikam etwas mehr nimnataram kramāt allmählich geringer vistṛta-aṣṭa-aṅgulam acht Aṅgulas breit jānu Knie triguṇā pariṇāhataḥ dreifach im Umfang jaṅghāmadhye tu vistāraḥ saptāṅgula udāhṛtaḥ / triguṇā paridhiścāsya jaṅghāgraṃ pañcavistarāt //
In der Mitte des Unterschenkels wird die Breite mit sieben Aṅgulas angegeben, sein Umfang das Dreifache; das untere Ende des Unterschenkels [ist] aus fünf [Aṅgulas] Breite [zu bilden];
Wort für Wort jaṅghā-madhye in der Mitte des Unterschenkels sapta-aṅgulaḥ sieben Aṅgulas paridhiḥ Umfang jaṅghā-agram Ende des Unterschenkels pañca-vistarāt aus fünf Breite triguṇā paridhiścāsya pādau tālapramāṇakau / āyāmādutthitau pādau caturaṅgulameva ca //
sein Umfang das Dreifache. Die Füße [seien] ein Tāla lang; in der Höhe [seien] die Füße vier Aṅgulas erhoben.
Wort für Wort paridhiḥ asya sein Umfang pādau die Füße tāla-pramāṇakau ein Tāla messend āyāmāt utthitau in der Höhe erhoben catur-aṅgulam vier Aṅgulas gulphāt pūrvaṃ tu kartavyaṃ pramāṇāccaturaṅgulam / trikalaṃ vistṛtau pādau tryaṅgulo guhyakaḥ smṛtaḥ //
Vor dem Knöchel sind vier Aṅgulas im Maß zu machen; die Füße drei Kalās breit; der Guhyaka [?] gilt als drei Aṅgulas.
Wort für Wort gulphāt pūrvam vor dem Knöchel pramāṇāt dem Maß nach tri-kalam vistṛtau drei Kalās breit guhyakaḥ Guhyaka (großer Zeh?) tri-aṅgulaḥ drei Aṅgulas guhyaka ist hier unklar; nach dem folgenden Vers wohl verderbt für aṅguṣṭhaka ('großer Zeh').
pañcāṅgulastu nāhosya dīrghā tadvat pradeśinī / aṣṭamāṣṭāṃśatonyūnaḥ śeṣāṅgulyaḥ krameṇa tu //
Sein Umfang [sei] fünf Aṅgulas; ebenso lang der zweite Zeh (pradeśinī); die übrigen Zehen der Reihe nach um ein Achtel weniger.
Wort für Wort nāhaḥ asya sein Umfang pañca-aṅgulaḥ fünf Aṅgulas pradeśinī zweiter Zeh (Zeigezeh) aṣṭa-aṃśataḥ nyūnaḥ um ein Achtel kleiner śeṣa-aṅgulyaḥ die übrigen Zehen aṣṭamāṣṭāṃśato wörtlich etwa 'um den achten, ein Achtel'; Sinn: jeweils um ein Achtel kürzer.
sapādāṅgulamutsedhamaṅguṣṭasya prakīrtitaṃ / yavonamaṅgulaṃ kāryamaṅguṣṭhasya nakhaṃ tathā //
Die Höhe des großen Zehs wird mit einundeinviertel Aṅgula angegeben; der Nagel des großen Zehs ist ebenso ein Aṅgula weniger ein Yava zu machen.
Wort für Wort sa-pāda-aṅgulam ein und ein Viertel Aṅgula utsedham Höhe aṅguṣṭhasya des großen Zehs yava-ūnam aṅgulam ein Aṅgula weniger ein Yava nakham Nagel ardhāṅgulaṃ tathānyāsāṃ kramān nyūnaṃ tu kārayet / aṅgulau vṛṣaṇau kāryau meḍhraṃ tu caturaṅgulam //
Bei den anderen [sei er] ein halbes Aṅgula; man lasse ihn der Reihe nach kleiner machen. Die Hoden sind [je] ein Aṅgula zu machen, das Glied vier Aṅgulas.
Wort für Wort anyāsām bei den anderen (Zehen) kramāt nyūnam der Reihe nach geringer vṛṣaṇau die Hoden meḍhram Glied catur-aṅgulam vier Aṅgulas pariṇāhotra koṣāgraṃ kartavyañcaturaṅgulam / ṣaḍaṅgulaparīṇāhau vṛṣaṇau parikīrtitau //
Der Umfang hier, an der Spitze der Vorhaut, ist vier Aṅgulas zu machen; die Hoden werden mit sechs Aṅgulas Umfang angegeben.
Wort für Wort pariṇāhaḥ atra der Umfang hier koṣa-agram Spitze der Vorhaut ṣaṭ-aṅgula-parīṇāhau sechs Aṅgulas im Umfang parikīrtitau werden angegeben pratimā bhūṣaṇāḍhyā syādetaduddeśalakṣaṇam / anayaiva diśā kāryaṃ loke dṛṣṭvā tu lakṣaṇam //
Das Bild sei reich an Schmuck. Dies ist die Kurzbeschreibung der Merkmale; nach eben dieser Richtlinie ist zu verfahren, nachdem man die Merkmale in der Welt gesehen hat.
Wort für Wort pratimā Bildwerk bhūṣaṇa-āḍhyā reich an Schmuck uddeśa-lakṣaṇam Kurzangabe der Merkmale anayā eva diśā nach eben dieser Richtlinie loke dṛṣṭvā in der Welt gesehen habend dakṣiṇe tu kare cakramadhastāt padmameva ca / vāme śaṅkhaṃ gadādhastādvāsudevasya lakṣaṇāt //
In der rechten Hand das Rad (cakra) und darunter den Lotos, in der linken die Muschel und darunter die Keule – gemäß den Merkmalen des Vāsudeva.
Wort für Wort dakṣiṇe kare in der rechten Hand cakram Rad, Diskus adhastāt padmam darunter den Lotos vāme śaṅkham links die Muschel gadā Keule śrīpuṣṭau vāpi kartavye padmavīṇākarānvite / ūrumātrocchitāyāme mālāvidyādharau tathā //
Oder Śrī und Puṣṭi sind darzustellen, versehen mit Lotos und Vīṇā in den Händen, in der Höhe bis zum Oberschenkel [des Gottes] reichend; ebenso zwei Vidyādharas mit Girlanden,
Wort für Wort śrī-puṣṭī Śrī und Puṣṭi padma-vīṇā-kara-anvite mit Lotos und Vīṇā in der Hand ūru-mātra-ucchrita-āyāme bis zum Oberschenkel hoch mālā-vidyādharau zwei Vidyādharas mit Girlanden ūrumātrocchitāyāme wohl für ūrumātrocchritāyāme.
prabhāmaṇḍalasaṃsthau tau prabhā hastyādibhūṣaṇā / padmābhaṃ pādapīṭhantu pratimāsvevamācaret //
diese beiden im Strahlenkranz stehend; der Strahlenkranz geschmückt mit Elefanten usw.; den Fußschemel lotosgleich – so verfahre man bei den Bildwerken.
Wort für Wort prabhā-maṇḍala-saṃsthau im Strahlenkranz stehend hasti-ādi-bhūṣaṇā mit Elefanten usw. geschmückt padma-ābham lotosgleich pāda-pīṭham Fußschemel evam ācaret so verfahre man
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