Lehre von der Permutation (prastāva) der Vidyā-Silben im Neunfelderquadrat, aus der viele Mantras abgeleitet werden. Es folgen magische Diagramme auf Schädelschale, Leichentuch, Wand oder Birkenrinde zu Anziehung, Lähmung, Tötung, Heilung und Schutz sowie ein Schutzamulett. Einige Verse (4, 20, 21, 23) sind dunkel oder verderbt; das Kolophon trägt die Folgenummer {312}.
Agni sprach: Ich werde die Anordnung (prastāva) der Vidyā darlegen, die Vollendung in Dharma, Kāma usw. gewährt. Durch Einteilung in neun Felder erkennt man auch die Abwandlungen der Vidyā.
anulomavilomena samastavyastayogataḥ / karṇāvikarṇayogena ata ūrdhvaṃ vibhāgaśaḥ //
in direkter und umgekehrter Reihenfolge, durch Verbindung im Ganzen und einzeln, durch Verbindung nach Diagonale und Nicht-Diagonale [?], danach [auch] abschnittsweise,
Wort für Wort
anuloma-vilomena
in direkter und umgekehrter Folge
samasta-vyasta-yogataḥ
im Ganzen und einzeln verbunden
karṇa-vikarṇa-yogena
nach Diagonale und Nicht-Diagonale
vibhāgaśaḥ
abschnittsweise
„karṇāvikarṇa“ vermutlich diagonal/nicht diagonal im Neunfelderquadrat.
und durch Verbindung in Dreiergruppen – [wer so], den Körper mit der Göttin gerüstet, [vorgeht], erkennt viele Vollendung gewährende Mantras, die aus der Anordnung hervorgegangen sind.
In jedem Lehrbuch sind Mantras überliefert, [doch] ihre Anwendungen sind dort schwer zu finden. Der erste Buchstabe gilt als „schwer“ (guru) [?] und wird tags zuvor nicht beschrieben [?].
oder auf einem Leichentuch vom Verbrennungsplatz, nach außen hinausgehend, soll der Mantrakundige in dessen Mitte den Namen schreiben, auf die Samenkapsel gesetzt.
Mit Khadira-Kohlen soll man [es] erhitzen, die Birkenrinde mit den Füßen niedertretend; in sieben Tagen zieht man die ganzen drei Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen herbei.
vajrasampuṭagarbhe tu dvādaśāre tu lekhayet / madhye garbhagataṃ nāma sadāśivavidarbhitam //
Im Inneren eines Vajra-Paares, in einem zwölfspeichigen [Rad] soll man schreiben lassen, in der Mitte den im Inneren befindlichen Namen, mit Sadāśiva umschlossen.
Wort für Wort
vajra-sampuṭa-garbhe
im Inneren eines Vajra-Paares
dvādaśa-are
im zwölfspeichigen
madhye garbha-gatam nāma
in der Mitte den inneren Namen
sadāśiva-vidarbhitam
mit Sadāśiva umschlossen
vidarbhita: mit einem Mantra silbenweise durchsetzt/umschlossen.
Mit Gift und Blut soll der Kundige auf dem Verbrennungsplatz auf eine Scherbe ein Sechseck zeichnen, vom Stab durchzogen und ringsum mit der Śakti versehen.
Dieses tötet in Kürze den Feind, der auf dem Verbrennungsplatz [symbolisch] erschlagen wurde. Es bewirkt die Spaltung eines Reiches; in die Mitte des Rades soll man den Feind [d.h. seinen Namen] legen.
cakradhārāṅgatāṃ śaktiṃ ripunāmnā ripuṃ haret / tārkṣyeṇaiva tu vījena khaḍgamadhye tu lekhayet //
Die Śakti an der Radschneide – mit dem Namen des Feindes rafft man den Feind hinweg. Mit dem Tārkṣya[Garuḍa]-Bīja aber soll man in der Mitte eines Schwertes schreiben
den [damit] umschlossenen Namen des Feindes, mit Kohle vom Verbrennungsplatz geschrieben; in sieben Tagen unterwirft man ein Land; man soll [es] mit Leichenasche schlagen.
Beim Spalten, Zerschneiden und Töten sei [die Silbe] Śiva [einzusetzen]; der Tāraka ist als Auge bezeichnet – bei Befriedung und Gedeihen soll man ihn anwenden.
Hat man diese vajragefüllte Burg mit Gorocanā auf Birkenrinde gezeichnet, soll man mit den in Reihenfolge stehenden Mantra-Bījas Schutz an den Körpern bewirken.
dyūte reṇe ca jayadā śakrasainye na saṃśayaḥ / bandhyānāṃ putradā hy eṣā cintāmaṇirivāparā //
Beim Würfelspiel und im Kampf verleiht es Sieg, selbst gegen Indras Heer, zweifellos; unfruchtbaren Frauen schenkt es Söhne – wie ein zweiter Wunschjuwel.
Fremde Reiche soll man [damit] unterwerfen, die Königsherrschaft [erlangen] und die Erde erobern. „phaṭ strīṃ kṣeṃ hūṃ“ – durch hunderttausendfaches Murmeln werden Yakṣas usw. untertan.