Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 338: śṛṅgārādirasanirūpaṇam Darlegung der Rasas, beginnend mit dem Erotischen

Agni leitet den Rasa metaphysisch als Aufscheinen der Wonne des Brahman her und entwickelt aus Ichbewusstsein und Liebe das Erotische als Grund-Rasa, aus dem die übrigen Rasas hervorgehen. Es folgen Definitionen der dauerhaften, unwillkürlichen und vorübergehenden Gefühlszustände, der Anregungsfaktoren (vibhāva) mit den Helden-, Nebenhelden- und Heldinnentypen sowie der Folgeerscheinungen (anubhāva) mit den männlichen und weiblichen Ausdrucksqualitäten und den zwölf Arten sprachlicher Äußerung. Einzelne Definitionen (Verse 16, 28, 31, 40, 50) sind im Wortlaut entstellt.

agnir uvāca | akṣaraṃ paramaṃ brahma sanātanamajaṃ vibhuṃ / vedānteṣu vadantyekaṃ caitanyaṃ jyotirīśvaram //

Agni sprach: Das Unvergängliche, das höchste Brahman, das ewige, ungeborene, alldurchdringende, nennen sie in den Upaniṣaden (vedānta) das Eine, das Bewusstsein, das Licht, den Herrn.

Wort für Wort
akṣaram
das Unvergängliche
paramam brahma
das höchste Brahman
vedānteṣu
in den Upaniṣaden
caitanyam
Bewusstsein
jyotiḥ
Licht
īśvaram
Herr

ānandaḥ sahajastasya vyajyate sa kadācana / vyaktiḥ sā tasya caitanyacamatkārarasāhvayā //

Die ihm angeborene Wonne (ānanda) tritt bisweilen in Erscheinung; diese Offenbarung heißt 'Rasa', das Aufblitzen (camatkāra) des Bewusstseins.

Wort für Wort
ānandaḥ sahajaḥ
angeborene Wonne
vyajyate
wird offenbar
kadācana
bisweilen
vyaktiḥ
Offenbarung
caitanya-camatkāra
Aufblitzen des Bewusstseins
rasa-āhvayā
Rasa genannt

ādyastasya vikāro yaḥ so 'haṅkāra iti smṛtaḥ / tato 'bhimānastatredaṃ samāptaṃ bhuvanatrayaṃ //

Seine erste Umbildung ist das, was als Ichbewusstsein (ahaṅkāra) überliefert ist; daraus [entsteht] die Ich-Bezogenheit (abhimāna), in der diese dreifache Welt beschlossen ist.

Wort für Wort
ādyaḥ vikāraḥ
erste Umbildung
ahaṅkāraḥ
Ichbewusstsein
abhimānaḥ
Ich-Bezogenheit, Selbstgefühl
samāptam
beschlossen, enthalten
bhuvana-trayam
die drei Welten

abhimānādratiḥ sā ca paripoṣamupeyuṣī / vyabhicāryādisāmānyāt śṛṅgāra iti gīyate //

Aus der Ich-Bezogenheit [entsteht] die Liebe (rati); wenn diese zur vollen Entfaltung gelangt, wird sie wegen ihrer Gemeinsamkeit mit den vorübergehenden Gefühlen (vyabhicārin) usw. 'Śṛṅgāra' (das Erotische) genannt.

Wort für Wort
ratiḥ
Liebe, Lust
paripoṣam upeyuṣī
zur vollen Entfaltung gelangt
vyabhicāri-ādi-sāmānyāt
wegen Gemeinsamkeit mit den vorübergehenden Gefühlen usw.
śṛṅgāraḥ
das Erotische
gīyate
wird genannt

tadbhedāḥ kāmamitare hāsyādyā apyanekaśaḥ / svasvasthādiviśeṣotthaparighoṣasvalakṣaṇāḥ //

Dessen Abarten sind beliebig die anderen, das Komische usw., in vielfacher Weise, jeweils gekennzeichnet durch die Entfaltung, die aus der Besonderheit ihres jeweiligen dauerhaften Gefühls usw. hervorgeht.

Wort für Wort
tad-bhedāḥ
seine Abarten
hāsya-ādyāḥ
das Komische usw.
anekaśaḥ
vielfach
sthāyi-viśeṣa-uttha
aus der Besonderheit des dauerhaften Gefühls entstanden
sva-lakṣaṇāḥ
mit eigenem Merkmal

'svasvasthādi…parighoṣa' wohl für 'svasvasthāyi…paripoṣa'.

sattvādiguṇasantānājjāyante paramātmanaḥ / rāgādbhavati śṛṅgāro raudrastaikṣṇāt prajāyate //

Aus der Abfolge der Guṇas Sattva usw. entstehen sie aus dem höchsten Selbst. Aus Leidenschaft (rāga) entsteht das Erotische, aus Schärfe (taikṣṇya) entsteht das Grausige (raudra);

Wort für Wort
sattva-ādi-guṇa-santānāt
aus der Abfolge der Guṇas Sattva usw.
paramātmanaḥ
aus dem höchsten Selbst
rāgāt
aus Leidenschaft
raudraḥ
das Grausige, Zornige
taikṣṇyāt
aus Schärfe

vīro 'vaṣṭambhajaḥ saṅkocabhūrvībhatsa iṣyate / śṛṅgārājjyāyate hāso raudrāttu karuṇo rasaḥ //

das Heroische gilt als aus Standhaftigkeit (avaṣṭambha) geboren, das Ekelhafte als aus dem Zusammenziehen (saṅkoca) entsprungen. Aus dem Erotischen entsteht das Komische, aus dem Grausigen der Rasa des Mitleids;

Wort für Wort
vīraḥ
das Heroische
avaṣṭambha-jaḥ
aus Standhaftigkeit geboren
saṅkoca-bhūḥ
aus Zusammenziehung entstanden
bībhatsaḥ
das Ekelhafte
karuṇaḥ rasaḥ
der Rasa des Mitleids

'jjyāyate' für 'jāyate'.

vīrāccādbhutaniṣpattiḥ syādvībhatsādbhayānakaḥ / śṛṅgārahāsyakaruṇā raudravīrabhayānakāḥ //

aus dem Heroischen geht das Wunderbare hervor, aus dem Ekelhaften das Schreckliche. Erotisch, komisch, mitleidvoll, grausig, heroisch, schrecklich,

Wort für Wort
adbhuta-niṣpattiḥ
Hervorgehen des Wunderbaren
bhayānakaḥ
das Schreckliche
śṛṅgāra-hāsya-karuṇāḥ
erotisch, komisch, mitleidvoll
raudra-vīra-bhayānakāḥ
grausig, heroisch, schrecklich

vībhatsādbhutaśāntākhyāḥ svabhāvāccaturo rasāḥ / lakṣmīriva vinā tyāgānna vāṇī bhāti nīrasā //

ekelhaft, wunderbar und friedvoll genannt [sind die Rasas]; von Natur aus [gibt es] vier Rasas. Wie das Glück (Lakṣmī) ohne Freigebigkeit, so glänzt die Rede nicht ohne Rasa.

Wort für Wort
śānta-ākhyāḥ
das Friedvolle genannt
svabhāvāt
von Natur aus
caturaḥ rasāḥ
vier Rasas
tyāgāt vinā
ohne Freigebigkeit
nīrasā vāṇī
rasalose Rede

apāre kāvyasaṃsāre kavireva prajāpatiḥ / yathā vai rocate viśvaṃ tathedaṃ parivartate //

Im grenzenlosen Weltkreis der Dichtung ist allein der Dichter der Schöpfer (Prajāpati); wie es ihm gefällt, so wandelt sich dieses All.

Wort für Wort
apāre
im grenzenlosen
kāvya-saṃsāre
im Weltkreis der Dichtung
kaviḥ eva
allein der Dichter
prajāpatiḥ
Schöpfer
parivartate
wandelt sich

śṛṅgārī cet kaviḥ kāvye jātaṃ rasamayaṃ jagat / sa cet kavirvītarāgo nīrasaṃ vyaktameva tat //

Ist der Dichter erotisch gestimmt, so wird die Welt in der Dichtung voller Rasa; ist dieser Dichter frei von Leidenschaft, so ist sie offenkundig ohne Rasa.

Wort für Wort
śṛṅgārī
erotisch gestimmt
rasa-mayam jagat
eine Welt voller Rasa
vīta-rāgaḥ
frei von Leidenschaft
nīrasam
ohne Rasa
vyaktam
offenkundig

na bhāvahīno 'sti raso na bhāvo rasavarjitaḥ / bhāvayanti rasānebhirbhāvyante ca rasā iti //

Es gibt keinen Rasa ohne Gefühl (bhāva) und kein Gefühl ohne Rasa. Sie bringen die Rasas zum Dasein (bhāvayanti), und durch sie werden die Rasas zum Dasein gebracht – daher [der Name bhāva].

Wort für Wort
bhāva-hīnaḥ
ohne Gefühl
rasa-varjitaḥ
ohne Rasa
bhāvayanti
sie bringen zum Dasein
bhāvyante
werden zum Dasein gebracht
iti
daher, so

Etymologisches Wortspiel: bhāva von bhāvayati.

sthāyino 'ṣṭau ratimukhāḥ stambhādyā vyabhicāriṇaḥ / mano 'nukūle 'nubhavaḥ sukhasya ratiriṣyate //

Die dauerhaften Gefühle (sthāyin) sind acht, mit der Liebe an der Spitze; die mit Erstarrung (stambha) beginnenden sind vorübergehend (vyabhicārin). Das Erleben von Angenehmem bei geneigtem Gemüt gilt als Liebe (rati).

Wort für Wort
sthāyinaḥ
dauerhafte Gefühle
rati-mukhāḥ
mit der Liebe an der Spitze
vyabhicāriṇaḥ
vorübergehende (Gefühle)
manaḥ-anukūle
bei geneigtem Gemüt
sukhasya anubhavaḥ
Erleben von Angenehmem

harṣādibhiś ca manaso vikāśo hāsa ucyate / citrādidarśanāccetovaiklavyaṃ bruvate bhayam //

Die Weitung des Geistes durch Freude usw. heißt Lachen (hāsa); die Verzagtheit des Herzens durch den Anblick von Absonderlichem usw. nennt man Furcht (bhaya).

Wort für Wort
manasaḥ vikāśaḥ
Weitung des Geistes
hāsaḥ
Lachen
citra-ādi-darśanāt
durch den Anblick von Absonderlichem usw.
cetaḥ-vaiklavyam
Verzagtheit des Herzens
bhayam
Furcht

jugupsā ca padārthānāṃ nindā daurbhāgyavāhināṃ / vismayo 'tiśayenārthadarśanāccittavistṛtiḥ //

Abscheu (jugupsā) ist das Tadeln von Dingen, die Unglück bringen; Staunen (vismaya) ist die Weitung des Gemüts durch den Anblick eines außerordentlichen Gegenstands.

Wort für Wort
jugupsā
Abscheu
daurbhāgya-vāhinām
Unglück bringend
vismayaḥ
Staunen
atiśayena
außerordentlich
citta-vistṛtiḥ
Weitung des Gemüts

aṣṭau stambhādayaḥ sattvādrajasastamasaḥ param / stambhaśceṣṭāpratīghāto bhayarāgādyupāhitaḥ //

Die acht [Zustände], die mit der Erstarrung beginnen, [entstehen] aus dem Sattva, [nicht] aus Rajas und Tamas [?]. Erstarrung (stambha) ist die Hemmung der Bewegung, hervorgerufen durch Furcht, Leidenschaft usw.

Wort für Wort
stambha-ādayaḥ
Erstarrung usw.
sattvāt
aus dem Sattva
ceṣṭā-pratīghātaḥ
Hemmung der Bewegung
bhaya-rāga-ādi
Furcht, Leidenschaft usw.
upāhitaḥ
hervorgerufen

'rajasastamasaḥ param' in der Deutung unsicher.

śramarāgādyupetāntaḥkṣobhajanma vapurjalaṃ / svedo harṣādibhirdehocchāso 'ntaḥpulakodgamaḥ //

Schweiß (sveda) ist Körperwasser, entstanden aus innerer Erregung, verbunden mit Anstrengung, Leidenschaft usw.; das Sträuben der Härchen (pulakodgama) ist ein inneres Aufwallen des Körpers durch Freude usw.

Wort für Wort
antaḥ-kṣobha-janma
aus innerer Erregung entstanden
vapuḥ-jalam
Körperwasser
svedaḥ
Schweiß
deha-ucchvāsaḥ
Aufwallen des Körpers
pulaka-udgamaḥ
Sträuben der Härchen

'dehocchāso' für 'dehocchvāso'.

harṣādijanmavāksaṅgaḥ svarabhedo bhayādibhiḥ / manovaiklavyamicchanti śokamiṣṭakṣayādibhiḥ //

Das Stocken der Rede, entstanden aus Freude usw. [oder] Furcht usw., ist das Brechen der Stimme (svarabheda). Die Verzagtheit des Gemüts durch Verlust des Geliebten usw. betrachtet man als Kummer (śoka).

Wort für Wort
vāk-saṅgaḥ
Stocken der Rede
svara-bhedaḥ
Brechen der Stimme
mano-vaiklavyam
Verzagtheit des Gemüts
śokam
Kummer
iṣṭa-kṣaya
Verlust des Geliebten

krodhastaikṣṇaprabodhaś ca pratikūlānukāriṇi / puruṣārthasamāptyārtho yaḥ sa utsāha ucyate //

Zorn (krodha) ist das Erwachen von Schärfe gegen einen, der Widriges tut; was dem Vollbringen eines Lebensziels dient, heißt Tatkraft (utsāha).

Wort für Wort
krodhaḥ
Zorn
taikṣṇya-prabodhaḥ
Erwachen der Schärfe
pratikūla-anukāriṇi
gegen einen, der Widriges tut
puruṣārtha-samāpti
Vollendung eines Lebensziels
utsāhaḥ
Tatkraft

cittakṣobhabhavottambho vepathuḥ parikīrtitaḥ / vaivarṇyañca viṣādādijanmā kāntiviparyayaḥ //

Ein aus Erregung des Herzens entstandenes Schwanken heißt Zittern (vepathu); Verfärbung (vaivarṇya) ist ein Umschlagen der Gesichtsfarbe, entstanden aus Niedergeschlagenheit usw.

Wort für Wort
citta-kṣobha
Erregung des Herzens
vepathuḥ
Zittern
vaivarṇyam
Verfärbung
viṣāda-ādi-janmā
aus Niedergeschlagenheit usw. entstanden
kānti-viparyayaḥ
Umschlagen der Farbe

'bhavottambho' unklar, wohl 'bhavaḥ kampaḥ'.

duḥkhānandādijannetrajalamaśru ca viśrutam / indrayāṇāmastamayaḥ pralayo laṅghanādibhiḥ //

Augenwasser, entstanden aus Schmerz, Freude usw., ist als Träne (aśru) bekannt; das Erlöschen der Sinne durch Fasten usw. ist Ohnmacht (pralaya).

Wort für Wort
netra-jalam
Augenwasser
aśru
Träne
indriyāṇām astamayaḥ
Erlöschen der Sinne
pralayaḥ
Ohnmacht
laṅghana-ādibhiḥ
durch Fasten usw.

'indrayāṇām' für 'indriyāṇām'.

vairāgyādirmanaḥkhedo nirveda iti kathyate / manaḥpīḍādijanmā ca sādo glāniḥ śarīragā //

Verdruss des Gemüts durch Leidenschaftslosigkeit usw. wird Weltüberdruss (nirveda) genannt; die aus Seelenpein usw. entstandene Mattigkeit, die den Körper betrifft, ist Erschlaffung (glāni).

Wort für Wort
manaḥ-khedaḥ
Verdruss des Gemüts
nirvedaḥ
Weltüberdruss
manaḥ-pīḍā
Seelenpein
sādaḥ
Mattigkeit
glāniḥ
Erschlaffung
śarīra-gā
den Körper betreffend

śaṅkāniṣṭāgamotprekṣā syādasūyā ca matsaraḥ / madirādyupayogotthaṃ manaḥsaṃmohanaṃ madaḥ //

Besorgnis (śaṅkā) ist das Vorausahnen des Eintreffens von Unerwünschtem; Missgunst (asūyā) ist Neid; die durch Genuss von Rauschtrank usw. entstandene Verwirrung des Geistes ist Rausch (mada).

Wort für Wort
śaṅkā
Besorgnis
aniṣṭa-āgama-utprekṣā
Vorausahnen von Unerwünschtem
asūyā
Missgunst
matsaraḥ
Neid
madirā-ādi-upayoga
Genuss von Rauschtrank usw.
madaḥ
Rausch

kriyātiśayajanmāntaḥśarīrotthaklamaḥ śramaḥ / śṛṅgārādikriyādveṣaścittasyālasyamucyate //

Die innere, aus dem Körper aufsteigende Ermüdung, die aus einem Übermaß an Tätigkeit entsteht, ist Erschöpfung (śrama); die Abneigung des Gemüts gegen erotische und andere Tätigkeiten heißt Trägheit (ālasya).

Wort für Wort
kriyā-atiśaya-janmā
aus Übermaß an Tätigkeit entstanden
klamaḥ
Ermüdung
śramaḥ
Erschöpfung
kriyā-dveṣaḥ
Abneigung gegen Tätigkeit
ālasyam
Trägheit

dainyaṃ sattvādapabhraṃśaścintārthaparibhāvanaṃ / itikartavyatopāyādraśanaṃ moha ucyate //

Niedergeschlagenheit (dainya) ist Abfall von der inneren Festigkeit; Sorge (cintā) ist das Nachsinnen über eine Sache; das Nichterkennen der Mittel zu dem, was zu tun ist, heißt Verblendung (moha).

Wort für Wort
dainyam
Niedergeschlagenheit
sattvāt apabhraṃśaḥ
Abfall von der Festigkeit
cintā
Sorge
artha-paribhāvanam
Nachsinnen über eine Sache
upāya-adarśanam
Nichterkennen der Mittel
mohaḥ
Verblendung

'upāyādraśanaṃ' = upāya-adarśanam.

smṛtiḥ syādanubhūtasya vastunaḥ prativimbanaṃ / matirarthaparicchedastattvajñānopanāyitaḥ //

Erinnerung (smṛti) ist das Widerspiegeln eines erfahrenen Gegenstands; Einsicht (mati) ist die Bestimmung einer Sache, herbeigeführt durch Erkenntnis der Wahrheit.

Wort für Wort
smṛtiḥ
Erinnerung
anubhūtasya vastunaḥ
eines erfahrenen Gegenstands
pratibimbanam
Widerspiegelung
matiḥ
Einsicht
artha-paricchedaḥ
Bestimmung einer Sache

vrīḍānurāgādibhavaḥ saṅkocaḥ kopi cetasaḥ / bhaveccapalātāsthairyaṃ harṣaścittaprasannatā //

Scham (vrīḍā) ist eine gewisse Zusammenziehung des Gemüts, entstanden aus Zuneigung usw.; Unbeständigkeit (capalatā) ist Unstetigkeit; Freude (harṣa) ist Heiterkeit des Gemüts.

Wort für Wort
vrīḍā
Scham
saṅkocaḥ cetasaḥ
Zusammenziehung des Gemüts
capalatā
Unbeständigkeit
asthairyam
Unstetigkeit
harṣaḥ
Freude
citta-prasannatā
Heiterkeit des Gemüts

'capalātāsthairyaṃ' = capalatā asthairyam.

āveśaś ca pratīkāraḥ śayo vaidhuryamātmanaḥ / kartavye pratibhābhraṃśo jaḍatetyabhidhīyate //

Erregung (āveśa) ist die Absicht zur Abwehr [?] [und] Verstörtheit des Selbst; das Versagen der Eingebung bei dem, was zu tun ist, wird Stumpfheit (jaḍatā) genannt.

Wort für Wort
āveśaḥ
Erregung
pratīkāra
Abwehr, Vergeltung
vaidhuryam ātmanaḥ
Verstörtheit des Selbst
pratibhā-bhraṃśaḥ
Versagen der Eingebung
jaḍatā
Stumpfheit

'pratīkāraḥ śayo' wohl für 'pratīkārāśayo'; Deutung unsicher.

iṣṭaprāpterūpacitaḥ sampadābhyudayo dhṛtiḥ / garvāḥ pareṣvavajñānamātmanyutkarṣabhāvanā //

Gefasstheit (dhṛti) ist das Gedeihen im Wohlstand, gemehrt durch das Erlangen des Erwünschten; Hochmut (garva) ist Geringschätzung anderer [und] Vorstellung eigener Überlegenheit.

Wort für Wort
iṣṭa-prāpteḥ
durch Erlangen des Erwünschten
upacitaḥ
gemehrt
dhṛtiḥ
Gefasstheit, Zufriedenheit
pareṣu avajñānam
Geringschätzung anderer
ātmani utkarṣa-bhāvanā
Vorstellung eigener Überlegenheit

'sampadābhyudayo' und 'garvāḥ' leicht entstellt.

bhavedviṣādo daivādervighāto 'bhīṣṭavastuni / autsukyamīpsitāprāptervāñchayā taralā sthitiḥ //

Verzagtheit (viṣāda) ist die Vereitelung eines gewünschten Gegenstands durch Schicksal usw.; Sehnsucht (autsukya) ist ein unsteter Zustand aus Verlangen, weil das Gewünschte nicht erlangt ist.

Wort für Wort
viṣādaḥ
Verzagtheit
daiva-ādeḥ
durch Schicksal usw.
vighātaḥ
Vereitelung
autsukyam
Sehnsucht, Ungeduld
taralā sthitiḥ
unsteter Zustand

cittendriyāṇāṃ staimityamapasmāro 'calā sthitiḥ / yuddhe bādhādibhīstrāso vīpsā cittacamatkṛtiḥ //

Starre von Geist und Sinnen, ein unbeweglicher Zustand, ist Epilepsie (apasmāra); Schrecken (trāsa) ist Furcht vor Bedrängnis usw. im Kampf; … (vīpsā) ist ein Aufschrecken des Gemüts [?].

Wort für Wort
staimityam
Starre
apasmāraḥ
Epilepsie, Fallsucht
acalā sthitiḥ
unbeweglicher Zustand
trāsaḥ
Schrecken
citta-camatkṛtiḥ
Aufschrecken des Gemüts

'vīpsā' passt nicht in die Reihe der Gefühlszustände; vielleicht entstellt.

krodhasyāpraśamo 'marṣaḥ prabodhaścetanodayaḥ / avahitthaṃ bhavedguptiriṅgitākāragocarā //

Unmut (amarṣa) ist das Nichtbesänftigen des Zorns; Erwachen (prabodha) ist das Aufkommen des Bewusstseins; Verstellung (avahittha) ist ein Verbergen, das sich auf Gebärden und Aussehen erstreckt.

Wort für Wort
amarṣaḥ
Unmut
krodhasya apraśamaḥ
Nichtbesänftigen des Zorns
prabodhaḥ
Erwachen
avahittham
Verstellung
iṅgita-ākāra-gocarā
Gebärden und Aussehen betreffend

roṣato guruvāgdaṇḍapāruṣyaṃ vidurugratāṃ / ūho vitarkaḥsyādvyādhirmanovapuravagrahaḥ //

Heftigkeit (ugratā) nennt man schwere Grobheit in Wort und Strafe aus Zorn; Erwägung (ūha) ist Überlegung (vitarka); Krankheit (vyādhi) ist Beeinträchtigung von Geist und Körper.

Wort für Wort
roṣataḥ
aus Zorn
vāg-daṇḍa-pāruṣyam
Grobheit in Wort und Strafe
ugratā
Heftigkeit
ūhaḥ
Erwägung
vyādhiḥ
Krankheit
avagrahaḥ
Beeinträchtigung

anibaddhapralāpādirunmādo madanādibhiḥ / tattvajñānādinā cetaḥkaṣāyo paramaḥ śamaḥ //

Wahnsinn (unmāda) ist zusammenhangloses Reden usw. durch Liebesleidenschaft usw.; die Klärung der Trübung des Gemüts durch Erkenntnis der Wahrheit usw. ist die höchste Ruhe (śama).

Wort für Wort
anibaddha-pralāpa
zusammenhangloses Reden
unmādaḥ
Wahnsinn
madana-ādibhiḥ
durch Liebesleidenschaft usw.
cetaḥ-kaṣāyaḥ
Trübung des Gemüts
śamaḥ
Ruhe

'cetaḥkaṣāyo paramaḥ' wohl für 'cetaḥkaṣāyopaśamaḥ' o. ä.

kavibhiryojanīyā vai bhāvāḥ kāvyādike rasāḥ / vibhāvyate hi ratyādiryatra yena vibhāvyate //

Die Dichter sollen die Gefühle und Rasas in Dichtung usw. einsetzen. Das, wodurch Liebe usw. [im Zuschauer] zur Erscheinung gebracht werden (vibhāvyate), —

Wort für Wort
kavibhiḥ yojanīyāḥ
von den Dichtern einzusetzen
bhāvāḥ
Gefühle
kāvya-ādike
in Dichtung usw.
vibhāvyate
wird zur Erscheinung gebracht
rati-ādiḥ
Liebe usw.

vibhāvo nāma sadvedhālambanoddīpanātmakaḥ / ratyādibhāvavargo 'yaṃ yamājīvyopajāyate //

— heißt Anregungsfaktor (vibhāva); er ist zweifach und besteht aus Stütze (ālambana) und Anfachung (uddīpana). [Das], worauf gestützt diese Gruppe von Gefühlen, Liebe usw., entsteht,

Wort für Wort
vibhāvaḥ
Anregungsfaktor
dvedhā
zweifach
ālambana
Stütze, Gegenstand
uddīpana
Anfachung
yam ājīvya
worauf gestützt
upajāyate
entsteht

'sadvedhā' für 'sa dvedhā'.

ālambanavibhāvo 'sau nāyakādibhavas tathā / dhīrodātto dhīroddhataḥ syāddhīralalitas tathā //

ist der Stützen-Vibhāva (ālambanavibhāva); er besteht im Helden usw. Der standhaft-erhabene (dhīrodātta), der standhaft-ungestüme (dhīroddhata), der standhaft-verspielte (dhīralalita)

Wort für Wort
ālambana-vibhāvaḥ
Stützen-Anregungsfaktor
nāyaka-ādi-bhavaḥ
im Helden usw. bestehend
dhīrodāttaḥ
standhaft-erhaben
dhīroddhataḥ
standhaft-ungestüm
dhīralalitaḥ
standhaft-verspielt

dhīrapraśānta ity evaṃ caturdhā nāyakaḥ smṛtaḥ / anukūlo dakṣiṇaś ca śaṭho dhṛṣṭaḥ pravartitaḥ //

und der standhaft-ruhige (dhīrapraśānta): so gilt der Held als vierfach. [In der Liebe] werden [ferner] der ergebene (anukūla), der höfliche (dakṣiṇa), der falsche (śaṭha) und der dreiste (dhṛṣṭa) angeführt.

Wort für Wort
dhīrapraśāntaḥ
standhaft-ruhig
caturdhā nāyakaḥ
der Held vierfach
anukūlaḥ
ergeben, treu
dakṣiṇaḥ
höflich (gegen alle Frauen)
śaṭhaḥ
falsch
dhṛṣṭaḥ
dreist

pīṭhamardo viṭaś caiva vidūṣaka iti trayaḥ / śṛṅgāre narmasacivā nāyakasyānunāyakāḥ //

Pīṭhamarda, Viṭa und Vidūṣaka – diese drei sind in der Liebe die Scherzgefährten des Helden, [seine] Nebenhelden.

Wort für Wort
pīṭhamardaḥ
Pīṭhamarda (Begleiter)
viṭaḥ
Viṭa (Lebemann)
vidūṣakaḥ
Spaßmacher
narma-sacivāḥ
Scherzgefährten
anunāyakāḥ
Nebenhelden

pīṭhamardaḥ sambalakaḥ śrīmāṃstadveśajo viṭaḥ / vidūṣako vaihasikastvaṣṭanāyakanāyikāḥ //

Der Pīṭhamarda ist wohlversorgt und begütert; der Viṭa ist im Freudenviertel zu Hause; der Vidūṣaka ist der Spaßmacher. Die Heldinnen des Helden sind acht [?]:

Wort für Wort
sambalakaḥ
wohlversorgt (mit Wegzehrung)
śrīmān
begütert
tad-veśa-jaḥ
im Freudenviertel zu Hause
vaihasikaḥ
Spaßmacher
nāyikāḥ
Heldinnen

'tvaṣṭanāyakanāyikāḥ' in der Deutung unsicher (wohl 'tv aṣṭa nāyaka-nāyikāḥ').

svakīyā parakīyā ca punarbhūriti kauśikāḥ / sāmānyā na punarbhūrirityādyā bahubhedataḥ //

die eigene (svakīyā), die fremde (parakīyā) und die Wiederverheiratete (punarbhū) – so die Kauśikas; die allgemeine (sāmānyā) [Hetäre], nicht die Wiederverheiratete – so andere [Lehrer]; [es gibt sie] in vielen Unterarten.

Wort für Wort
svakīyā
die eigene (Ehefrau)
parakīyā
die fremde
punarbhūḥ
die Wiederverheiratete
kauśikāḥ
die Kauśikas (Lehrer)
sāmānyā
die allgemeine (Hetäre)
bahu-bhedataḥ
in vielen Unterarten

'punarbhūrirityādyā' = punarbhūr ity ādyāḥ.

uddipanavibhāvāste saṃskārair vividhaiḥ sthitaiḥ / ālambanavibhāveṣu bhāvānudvīpayanti ye //

Die Anfachungs-Vibhāvas sind jene, die durch vielfältige vorhandene Eindrücke (saṃskāra) die Gefühle in den Stützen-Vibhāvas entflammen.

Wort für Wort
uddīpana-vibhāvāḥ
Anfachungs-Anregungsfaktoren
saṃskāraiḥ vividhaiḥ
durch vielfältige Eindrücke
ālambana-vibhāveṣu
in den Stützen-Faktoren
bhāvān
die Gefühle
uddīpayanti
entflammen

'uddipana' für 'uddīpana'; 'udvīpayanti' für 'uddīpayanti'.

catuḥṣaṣṭikalā dvedhā karmādyair gītikādibhiḥ / kuhakaṃ smṛtirapyeṣāṃ prāyo hāsopahārakaḥ //

Die vierundsechzig Künste sind zweifach: mit Handlungen usw. und mit Gesang usw.; Gaukelei und auch die Erinnerung an sie sind meist Anlass zum Lachen [?].

Wort für Wort
catuḥṣaṣṭi-kalāḥ
vierundsechzig Künste
dvedhā
zweifach
karma-ādyaiḥ
mit Handlungen usw.
gītika-ādibhiḥ
mit Gesang usw.
kuhakam
Gaukelei
hāsa-upahārakaḥ
Lachen bringend

ālambanavibhāvasya bhāvair udbuddhasaṃskṛtaiḥ / manovāgbuddhivapuṣāṃ smṛtīchādveṣayatnataḥ //

Die aus Erinnerung, Wunsch, Abneigung und Bemühung [hervorgehende] Tätigkeit von Geist, Rede, Verstand und Körper, [ausgelöst] durch die Gefühle des Stützen-Vibhāva mit geweckten Eindrücken, —

Wort für Wort
udbuddha-saṃskṛtaiḥ
mit geweckten Eindrücken
manaḥ-vāk-buddhi-vapuṣām
von Geist, Rede, Verstand und Körper
smṛti-icchā-dveṣa-yatnataḥ
aus Erinnerung, Wunsch, Abneigung und Bemühung

'smṛtīchādveṣayatnataḥ' = smṛti-icchā-dveṣa-yatnataḥ.

ārambha eva viduṣāmanubhāva iti smṛtaḥ / sa cānubhūyate cātra bhavatyuta nirucyate //

— eben diese Tätigkeit (ārambha) gilt bei den Kundigen als Folgeerscheinung (anubhāva); sie wird hier [nach]erlebt (anubhūyate), oder sie entsteht [nachträglich] – so wird sie erklärt.

Wort für Wort
ārambhaḥ
Tätigkeit, Regung
viduṣām
bei den Kundigen
anubhāvaḥ
Folgeerscheinung
anubhūyate
wird (nach)erlebt
nirucyate
wird erklärt

Etymologische Erklärung von anubhāva.

manovyāpārabhūyiṣṭho mana ārambha ucyate / dvividhaḥ pauruṣastraiṇa īdṛśo 'pi prasidhyati //

Wo die Tätigkeit des Geistes überwiegt, heißt es geistige Regung (manaārambha); sie ist zweifach, männlich und weiblich; so ist sie auch bekannt.

Wort für Wort
manaḥ-vyāpāra-bhūyiṣṭhaḥ
vorwiegend Tätigkeit des Geistes
manaḥ-ārambhaḥ
geistige Regung
pauruṣaḥ
männlich
straiṇaḥ
weiblich
prasidhyati
ist bekannt

śobhā vilāso mādhuryaṃ sthairyaṃ gāmbhīryameva ca / lalitañca tathaudāryantejo 'ṣṭāviti pauruṣāḥ //

Glanz (śobhā), Anmut (vilāsa), Lieblichkeit (mādhurya), Festigkeit (sthairya), Tiefe (gāmbhīrya), Zierlichkeit (lalita), Großmut (audārya) und Feuer (tejas): diese acht sind männlich.

Wort für Wort
śobhā
Glanz
vilāsaḥ
Anmut
mādhuryam
Lieblichkeit
gāmbhīryam
Tiefe
audāryam
Großmut
tejaḥ
Feuer, Energie

nīcanindottamaspardhā śauryaṃ dākṣādikāraṇaṃ / manodharme bhavecchobhā śobhate bhavanaṃ yathā //

Verachtung des Niedrigen, Wetteifer mit den Höchsten, Tapferkeit und Tüchtigkeit usw. als Ursache: als geistige Eigenschaft ist das Glanz (śobhā), so wie ein Haus glänzt.

Wort für Wort
nīca-nindā
Verachtung des Niedrigen
uttama-spardhā
Wetteifer mit den Höchsten
śauryam
Tapferkeit
dākṣya
Tüchtigkeit
mano-dharme
als geistige Eigenschaft
bhavanam yathā
wie ein Haus

bhāvo hāvaś ca helā ca śobhā kāntistathaiva ca / dīptirmādhuryaśaurye ca prāgalbhyaṃ syādudāratā //

Gefühl (bhāva), Hāva, Helā, Glanz (śobhā) und Liebreiz (kānti), Strahlen (dīpti), Lieblichkeit (mādhurya), Kühnheit (śaurya), Selbstsicherheit (prāgalbhya), Großherzigkeit (udāratā),

Wort für Wort
hāvaḥ
Hāva (Liebesgebärde)
helā
Helā (verstärkte Liebesgebärde)
kāntiḥ
Liebreiz
dīptiḥ
Strahlen
prāgalbhyam
Selbstsicherheit
udāratā
Großherzigkeit

sthairyaṃ gambhīratā strīṇāṃ vibhāvā dvādaśeritāḥ / bhāvo vilāso hāvaḥsyādbhāvaḥ kiñcicca harṣajaḥ //

Festigkeit und Tiefe: das sind die zwölf genannten [Ausdrucks]faktoren der Frauen. Hāva ist ein Bhāva [in Gestalt von] Anmut (vilāsa); Bhāva ist etwas leicht aus Freude Entstandenes [?].

Wort für Wort
sthairyam
Festigkeit
gambhīratā
Tiefe
strīṇām
der Frauen
dvādaśa
zwölf
harṣa-jaḥ
aus Freude entstanden

Zweite Hälfte in der Zuordnung unsicher.

vāco yuktirbhavedvāgārambho dvādaśa eva saḥ / tatrābhāṣaṇamālāpaḥ pralāpo vacanaṃ vahu //

Die Fügung der Worte ist die sprachliche Regung (vāgārambha); sie ist zwölffach. Darunter ist Ālāpa die Anrede, Pralāpa vieles Reden,

Wort für Wort
vācaḥ yuktiḥ
Fügung der Worte
vāg-ārambhaḥ
sprachliche Regung
ābhāṣaṇam
Anrede
ālāpaḥ
Ālāpa
pralāpaḥ
Pralāpa (Geschwätz)
vacanam bahu
vieles Reden

vilāpo duḥkhavacanamanulāpo 'sakṛdvacaḥ / saṃlāpa uktapratyuktamapalāpo 'nyathāvacaḥ //

Vilāpa Rede im Schmerz, Anulāpa wiederholte Rede, Saṃlāpa Rede und Gegenrede, Apalāpa anders gewendete Rede,

Wort für Wort
vilāpaḥ
Klage
duḥkha-vacanam
Rede im Schmerz
anulāpaḥ
Wiederholung
saṃlāpaḥ
Gespräch
ukta-pratyuktam
Rede und Gegenrede
apalāpaḥ
Umdeutung, Leugnen

vārtāprayāṇaṃ sandeśo nirdeśaḥ pratipādanam / tattvadeśo 'tideśo 'yamapadeśo 'nyavarṇanam //

Saṃdeśa die Übermittlung einer Nachricht, Nirdeśa die Darlegung, Atideśa [die Übertragung] zur Angabe des Wesentlichen, Apadeśa die Beschreibung von etwas anderem,

Wort für Wort
sandeśaḥ
Botschaft
vārtā-prayāṇam
Übermittlung einer Nachricht
nirdeśaḥ
Darlegung
atideśaḥ
Übertragung
apadeśaḥ
Andeutung
anya-varṇanam
Beschreibung von anderem

upadeśaś ca śikṣāvāk vyājoktirvyapadeśakaḥ / bodhāya eṣa vyāpāraḥsubuddhyārambha iṣyate / tasya bhedāstrayaste ca rītivṛttipravṛttayaḥ //

Upadeśa die belehrende Rede, Vyapadeśa die Rede unter einem Vorwand. Diese auf Verstehen gerichtete Tätigkeit gilt als verstandesmäßige Regung (buddhyārambha); ihre drei Arten sind Stil (rīti), Darstellungsweise (vṛtti) und Verhaltensart (pravṛtti).

Wort für Wort
upadeśaḥ
Belehrung
śikṣā-vāk
belehrende Rede
vyājoktiḥ
Rede unter Vorwand
buddhi-ārambhaḥ
verstandesmäßige Regung
rīti-vṛtti-pravṛttayaḥ
Stil, Darstellungsweise, Verhaltensart

Drei Halbzeilen.

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