Agni-Purāṇa
Kapitel A4: sṛṣṭiprakaraṇam
Abschnitt über die Schöpfung
Sūta beantwortet Bharadvājas Frage nach der Schöpfung Rudras: Rudra entsteht als halb weiblicher Nīlalohita, teilt sich in die elf Rudras und schafft Geister, Vināyakas und Skanda. Danach folgen die Genealogien der geistgeborenen Brahmasöhne, der Töchter Dakṣas und ihrer Nachkommen (Dharma, Rishis, Agni, Pitṛs, Kaśyapas Frauen mit Ādityas, Daityas, Tieren und Pflanzen). Der Text ist stark verderbt: mehrere Lücken im Digitalisat (V. 17, 19, 33, 49, 66) und zahlreiche entstellte Namen, die im notes-Feld vermerkt sind; die Zahlenangaben (V. 38–39, 45–46) sind in sich nicht stimmig.
bharadvāja uvāca | rudrasargantu me bruhi vistareṇa mahāmate / anusargaṃ marīcyādyāḥ sasṛjuste kathaṃ punaḥ //
Bharadvāja sprach: Erzähle mir ausführlich die Schöpfung Rudras, o Hochsinniger; und wie haben Marīci und die anderen dann die Nachschöpfung hervorgebracht?
Wort für Wort bharadvājaḥ uvāca Bharadvāja sprach rudra-sargam die Schöpfung Rudras brūhi vistareṇa erzähle ausführlich anusargam die Nachschöpfung marīci-ādyāḥ sasṛjuḥ Marīci und die anderen schufen katham punaḥ wie dann bruhi für brūhi.
mitrāvaruṇaputratvaṃ vaśiṣṭhasya kathaṃ bhavet / brahmaṇo manasaḥ pūrvamutpannasya mahāgate //
Wie kann Vasiṣṭha der Sohn von Mitra und Varuṇa sein, der doch zuvor aus dem Geist Brahmās entstanden ist, o du von großer Einsicht?
Wort für Wort mitrā-varuṇa-putratvam das Sohnsein von Mitra und Varuṇa vasiṣṭhasya des Vasiṣṭha katham bhavet wie kann es sein brahmaṇaḥ manasaḥ aus dem Geist Brahmās pūrvam utpannasya des zuvor Entstandenen mahāgate wohl für mahāmate; vaśiṣṭha für vasiṣṭha.
sūta uvāca | rudrasṛṣṭintu vakṣyāmi tatsargañcaiva sattaṃ / pratisargaṃ munīnāntu vistarādgadataḥ śṛṇu //
Sūta sprach: Die Schöpfung Rudras will ich verkünden und auch das von ihm Geschaffene, o Bester, und die Nachschöpfung der Weisen; höre, wie ich es ausführlich darlege.
Wort für Wort sūtaḥ uvāca Sūta sprach rudra-sṛṣṭim vakṣyāmi die Schöpfung Rudras werde ich verkünden tat-sargam dessen Schöpfung pratisargam munīnām die Nachschöpfung der Weisen vistarāt gadataḥ śṛṇu höre den ausführlich Sprechenden sattaṃ wohl für sattama.
kalpādāvātmanastulyaṃ sutaṃ pradhyāyatastataḥ / prādurāsīt prabhoraṅge kumāro nīlalohitaḥ //
Als er (Brahmā) am Anfang des Kalpa über einen ihm selbst gleichen Sohn nachsann, da erschien auf dem Schoß des Herrn ein Knabe, blau-rot (nīlalohita).
Wort für Wort kalpa-ādau am Anfang des Kalpa ātmanaḥ tulyam sutam einen sich selbst gleichen Sohn pradhyāyataḥ des Nachsinnenden prādurāsīt erschien prabhoḥ aṅke auf dem Schoß des Herrn kumāraḥ nīla-lohitaḥ ein blau-roter Knabe ardhanārīśvaravapuḥ pracaṇḍo 'ti śarīravān / tejasā bhāsayan sarvā diśaś ca vidiśas tathā //
Er hatte den Leib des Ardhanārīśvara [Anm.: halb Frau, halb Mann], war gewaltig, von übermächtiger Gestalt und erhellte mit seinem Glanz alle Himmelsrichtungen und ebenso die Zwischenrichtungen.
Wort für Wort ardha-nārī-īśvara-vapuḥ mit dem Leib des halb weiblichen Herrn pracaṇḍaḥ gewaltig ati-śarīravān von übermächtiger Gestalt tejasā bhāsayan mit Glanz erhellend diśaḥ vidiśaḥ Richtungen und Zwischenrichtungen taṃ dṛṣṭvā tejasā dīptaṃ pratyuvāca prajāpatiḥ / vibhajyātmānamadya tvaṃ mama vākyānmahāmate //
Als Prajāpati ihn, von Glanz lodernd, sah, sprach er zu ihm: „Teile dich selbst jetzt, auf mein Wort hin, o Hochsinniger.“
Wort für Wort tam dṛṣṭvā ihn sehend tejasā dīptam von Glanz lodernd pratyuvāca prajāpatiḥ Prajāpati sprach zu ihm vibhajya ātmānam teile dich selbst mama vākyāt auf mein Wort hin ityukto brahmaṇā tena rudrastatra pratāpavān / strībhāvaṃ puruṣatvañca pṛthak pṛthagathākarot //
So von Brahmā angesprochen, schied der mächtige Rudra dort das Frausein und das Mannsein jeweils voneinander.
Wort für Wort iti uktaḥ brahmaṇā so von Brahmā angesprochen rudraḥ pratāpavān der mächtige Rudra strī-bhāvam das Frausein puruṣatvam das Mannsein pṛthak pṛthak akarot machte gesondert vibheda puruṣatvañca daśadhā vaikathā tu saḥ / teṣāṃ nāmāni vakṣyāmi śṛṇu me dvijasattama //
Und das Mannsein teilte er zehnfach und einfach [Anm.: d. h. elffach]; deren Namen will ich nennen, höre mich, o Bester der Zweimalgeborenen.
Wort für Wort vibheda puruṣatvam er teilte das Mannsein daśadhā ca ekadhā zehnfach und einfach teṣām nāmāni deren Namen vakṣyāmi ich werde nennen dvija-sattama Bester der Zweimalgeborenen vaikathā wohl für caikadhā.
ajaikapādahirvradhnaḥ kapālī rudra eva ca / haraś ca vahurūpaś ca tryambakaścāparājitaḥ //
Ajaikapād, Ahirbudhnya, Kapālin und Rudra, Hara und Bahurūpa, Tryambaka und Aparājita,
Wort für Wort ajaikapāt Ajaikapād (Einfüßiger Bock) ahirbudhnyaḥ Ahirbudhnya (Schlange der Tiefe) kapālī Kapālin (Schädelträger) haraḥ Hara bahurūpaḥ Bahurūpa (Vielgestaltiger) tryambakaḥ aparājitaḥ Tryambaka und Aparājita ahirvradhnaḥ für ahirbudhnyaḥ; vahurūpa für bahurūpa (b/v-Verwechslung durchgehend).
vṛṣākapiś ca śambhuś ca kapardo raivatas tathā / ekādaśaite kathitā rudrāstribhuvaneśvarāḥ //
Vṛṣākapi und Śambhu, Kapardin und ebenso Raivata: diese elf werden die Rudras genannt, die Herren der drei Welten.
Wort für Wort vṛṣākapiḥ Vṛṣākapi śambhuḥ Śambhu kapardī Kapardin (Flechtenträger) raivataḥ Raivata ekādaśa ete kathitāḥ diese elf sind genannt tri-bhuvana-īśvarāḥ Herren der drei Welten kapardo für kapardī.
strītvañcaiva tathā rudro vibheda daśadhaikadhā / tameva vahurūpeṇa patnītvena vyavasthitā //
Ebenso teilte Rudra auch das Frausein zehnfach und einfach; eben dieses wurde in vielfacher Gestalt in die Stellung von Gattinnen gesetzt [?].
Wort für Wort strītvam das Frausein vibheda daśadhā ekadhā teilte zehnfach und einfach bahu-rūpeṇa in vielfacher Gestalt patnītvena als Gattinnen vyavasthitā festgesetzt Zweite Vershälfte grammatisch holprig (tam ... vyavasthitā); sinngemäß übersetzt.
tapastaptvā jale ghoramuttānaḥ sa yadā purā / tadā sa sṛṣṭavāndevo rudrastatra pratāpavān //
Als er einst, rücklings im Wasser liegend, furchtbare Askese geübt hatte, da schuf dort der mächtige Gott Rudra
Wort für Wort tapaḥ taptvā Askese geübt habend jale ghoram im Wasser, furchtbar uttānaḥ rücklings ausgestreckt tadā sṛṣṭavān da schuf er devaḥ rudraḥ der Gott Rudra tapobalena viprendra bhūtāni vividhāni ca / piśācān kaśmalāṃś caiva siṃhoṣṭramakarānanān //
durch die Kraft seiner Askese, o Fürst der Brahmanen, vielfältige Wesen: Piśācas und Kaśmalas [Anm.: Unholde] und solche mit Löwen-, Kamel- und Makara-Gesichtern,
Wort für Wort tapaḥ-balena durch die Kraft der Askese bhūtāni vividhāni vielfältige Wesen piśācān Piśācas (Dämonen) kaśmalān Kaśmalas (Unholde) siṃha-uṣṭra-makara-ānanān mit Löwen-, Kamel- und Makara-Gesichtern vetālapramukhānanyānanyāṃś caiva sahasraśaḥ / tena sṛṣṭāstu kailāse brahmabhūtāsthitanaha //
Vetālas an der Spitze und andere, und wiederum andere zu Tausenden; von ihm wurden sie auf dem Kailāsa geschaffen und verweilen dort [?].
Wort für Wort vetāla-pramukhān mit den Vetālas an der Spitze anyān sahasraśaḥ andere zu Tausenden tena sṛṣṭāḥ von ihm geschaffen kailāse auf dem Kailāsa sthitāḥ verweilend [?] Versende „brahmabhūtāsthitanaha“ verderbt; Sinn unsicher.
vināyakānāṃ rudrāṇāṃ vriṃśatkoṭyardhameva ca / nārakākhyavināśāya sṛṣṭavānskandameva ca //
An Vināyakas und Rudras (schuf er) fünfzehn Koṭis [Anm.: die Hälfte von dreißig Koṭis], und zur Vernichtung dessen, der Tāraka [?] heißt, schuf er Skanda.
Wort für Wort vināyakānām rudrāṇām an Vināyakas und Rudras triṃśat-koṭi-ardham die Hälfte von dreißig Koṭis tāraka-ākhya-vināśāya zur Vernichtung des Tāraka genannten sṛṣṭavān schuf skandam Skanda vriṃśat für triṃśat; nārakākhya wohl für tārakākhya (der von Skanda getötete Dämon Tāraka).
evamprakāro rudro 'sau mayā te kīrtitaḥ prabhuḥ / anusargaṃ marīcyādeḥ kathayāmi nibodha me //
Von solcher Art ist jener Rudra, der Herr, den ich dir gepriesen habe. Nun erzähle ich die Nachschöpfung des Marīci und der anderen; vernimm es von mir.
Wort für Wort evam-prakāraḥ von solcher Art kīrtitaḥ prabhuḥ der gepriesene Herr anusargam die Nachschöpfung marīci-ādeḥ des Marīci usw. nibodha me vernimm von mir devadyāḥ sthāvarāntāś ca prajāḥ sṛṣṭāḥ svayambhuvā / yadāX syaX tāḥ sarvāḥ nābhyavardhanta dhīmataḥ //
Die Geschöpfe, von den Göttern bis zu den unbeweglichen Wesen, waren vom Selbstentstandenen geschaffen worden. Als sich diese alle bei dem Weisen nicht vermehrten,
Wort für Wort deva-ādyāḥ sthāvara-antāḥ von den Göttern bis zu den Unbeweglichen prajāḥ sṛṣṭāḥ die Geschöpfe geschaffen svayambhuvā vom Selbstentstandenen na abhyavardhanta vermehrten sich nicht dhīmataḥ des Weisen Verderbt: „yadāX syaX“, wohl yadā tasya; devadyāḥ für devādyāḥ.
tadā sa mānasān putrān sadṛśānātmano 'sṛjat / marīcimatryaṅgirasaṃ pulastyaṃ pulahaṃ kratuṃ //
da schuf er geistgeborene Söhne, sich selbst gleich: Marīci, Atri, Aṅgiras, Pulastya, Pulaha, Kratu,
Wort für Wort mānasān putrān geistgeborene Söhne sadṛśān ātmanaḥ sich selbst gleich asṛjat schuf marīcim atri-aṅgirasam Marīci, Atri, Aṅgiras pulastyam pulaham kratum Pulastya, Pulaha, Kratu pracetasaṃ vaśiṣṭhañca ??? ??? ??? ??? mahāmatiṃ / nava brahmaṇa ity ete purāṇe niś cayaṃ gatāḥ //
Pracetas und Vasiṣṭha und [Lücke] den Hochsinnigen [Anm.: wohl Bhṛgu]; diese neun werden im Purāṇa als die ‚Brahmās‘ festgestellt.
Wort für Wort pracetasam vasiṣṭham Pracetas und Vasiṣṭha mahāmatim den Hochsinnigen nava brahmāṇaḥ neun Brahmās purāṇe im Purāṇa niścayam gatāḥ festgestellt Lücke im Digitalisat („??? ??? ??? ???“); der neunte Name fehlt.
agninaś ca pitaraś caiva brahmaputro tu mānasau / sṛṣṭikāle mahābhāga dharmaṃ svāyambhuvaṃ manuṃ //
Agni und die Pitṛs aber sind geistgeborene Söhne Brahmās; zur Zeit der Schöpfung, o Hochbeglückter, (schuf er) Dharma und Manu Svāyambhuva,
Wort für Wort agniḥ pitaraḥ ca Agni und die Pitṛs brahma-putrau mānasau geistgeborene Söhne Brahmās sṛṣṭi-kāle zur Zeit der Schöpfung dharmam Dharma svāyambhuvam manum Manu Svāyambhuva Wortformen verderbt (agninaś, brahmaputro, Dual mānasau); plausibelste Lesart übersetzt.
śatarūpāñca sṛṣṭvā tu kanyāṃ sa manave dadau / tasmācca puruṣāddevī śatarūpā vyajāyata //
und nachdem er Śatarūpā geschaffen hatte, gab er das Mädchen dem Manu. Und von diesem Manne gebar die Göttin Śatarūpā
Wort für Wort śatarūpām sṛṣṭvā Śatarūpā geschaffen habend kanyām manave dadau gab das Mädchen dem Manu tasmāt puruṣāt von diesem Manne devī śatarūpā die Göttin Śatarūpā vyajāyata gebar priyavratottānapādau prasutīñcaiva kanyakāṃ / dadau prasūtiṃ dakṣāya manuḥ khāyambhuvaḥ sūtāṃ //
Priyavrata und Uttānapāda und die Tochter Prasūti. Manu Svāyambhuva gab die Tochter Prasūti dem Dakṣa.
Wort für Wort priyavrata-uttānapādau Priyavrata und Uttānapāda prasūtim kanyakām die Tochter Prasūti dadau dakṣāya gab dem Dakṣa manuḥ svāyambhuvaḥ Manu Svāyambhuva sutām die Tochter prasutī für prasūtī; khāyambhuvaḥ für svāyambhuvaḥ; sūtāṃ für sutām.
prasūtiś ca tadā dakṣāccatvāro viṃśatis tathā / sasarja kanyakāstāsāṃ śṛṇu nāmāni me 'dhunā //
Und Prasūti brachte damals von Dakṣa vierundzwanzig Töchter hervor; deren Namen höre nun von mir.
Wort für Wort prasūtiḥ dakṣāt Prasūti von Dakṣa catvāraḥ viṃśatiḥ vierundzwanzig sasarja kanyakāḥ brachte Töchter hervor tāsām nāmāni deren Namen adhunā nun śraddhā sūtirdhṛtistuṣṭiḥ puṣṭirmedhā kriyā tathā / buddhirlajjā vapuḥ śāntiḥ siddhiḥ kīrtistrayodaśa //
Śraddhā (Glaube), Sūti [?], Dhṛti (Festigkeit), Tuṣṭi (Zufriedenheit), Puṣṭi (Gedeihen), Medhā (Einsicht), ebenso Kriyā (Handeln), Buddhi (Verstand), Lajjā (Scham), Vapus (Gestalt), Śānti (Ruhe), Siddhi (Gelingen), Kīrti (Ruhm) – dreizehn.
Wort für Wort śraddhā Glaube dhṛtiḥ tuṣṭiḥ puṣṭiḥ Festigkeit, Zufriedenheit, Gedeihen medhā kriyā Einsicht, Handeln buddhiḥ lajjā vapuḥ Verstand, Scham, Gestalt śāntiḥ siddhiḥ kīrtiḥ Ruhe, Gelingen, Ruhm trayodaśa dreizehn An zweiter Stelle „sūtiḥ“, sonst meist Lakṣmī; wohl verderbt.
patnyarthaṃ pratijagrāha dharmo dākṣāyaṇīḥ prabhuḥ / śraddhādīnāntu patnīnāṃ jātāḥ kāmādayaḥ sutāḥ //
Der Herr Dharma nahm die Töchter Dakṣas zu Gattinnen; von den Gattinnen Śraddhā usw. wurden Kāma und die anderen als Söhne geboren.
Wort für Wort patnī-artham zu Gattinnen pratijagrāha nahm an dharmaḥ prabhuḥ der Herr Dharma dākṣāyaṇīḥ die Dakṣa-Töchter kāma-ādayaḥ sutāḥ Kāma und andere Söhne dharmasya putrapautrādyair dharmavaṃśo vivardhitaḥ / tāsu śiṣṭā yavīyasyastāsāṃ nāmāni kīrtaye //
Durch die Söhne, Enkel usw. des Dharma wurde das Geschlecht des Dharma gemehrt. Unter ihnen sind die jüngeren übrig; deren Namen nenne ich.
Wort für Wort putra-pautra-ādyaiḥ durch Söhne, Enkel usw. dharma-vaṃśaḥ das Geschlecht des Dharma vivardhitaḥ gemehrt śiṣṭāḥ yavīyasyaḥ die übrigen jüngeren kīrtaye ich nenne sambhūtiścānubhūyā ca smṛtiḥ prītiḥ kṣamā tathā / sannatiścātha satyā ca urjā khyātirdvijottama //
Sambhūti und Anasūyā [?], Smṛti, Prīti, ebenso Kṣamā, Sannati sowie Satyā, Ūrjā und Khyāti, o Bester der Zweimalgeborenen;
Wort für Wort sambhūtiḥ Sambhūti anasūyā Anasūyā [?] smṛtiḥ prītiḥ kṣamā Smṛti, Prīti, Kṣamā sannatiḥ satyā Sannati, Satyā ūrjā khyātiḥ Ūrjā, Khyāti anubhūyā wohl für anasūyā (vgl. Vers 31).
svāhā ca daśamī jñeyā svadhā caikādaśī smṛtā / etāś ca dattā dakṣeṇa ṛṣīṇāṃ bhāvitātmanāṃ //
Svāhā ist als die zehnte zu kennen, Svadhā gilt als die elfte. Und diese wurden von Dakṣa den Rishis mit geläutertem Selbst gegeben.
Wort für Wort svāhā daśamī Svāhā die zehnte svadhā ekādaśī Svadhā die elfte dattāḥ dakṣeṇa von Dakṣa gegeben ṛṣīṇām den Rishis bhāvita-ātmanām mit geläutertem Selbst marīcyādīnāñca ye putrāstānahaṃ kathayāmi te / patrī marīceḥ sambhūtirjajñe sā kaśyapaṃ muniṃ //
Welche Söhne Marīci und die anderen hatten, die erzähle ich dir. Sambhūti, die Gattin des Marīci, gebar den Weisen Kaśyapa.
Wort für Wort marīci-ādīnām putrāḥ die Söhne des Marīci usw. kathayāmi te erzähle ich dir patnī marīceḥ die Gattin des Marīci jajñe gebar kaśyapam munim den Weisen Kaśyapa patrī für patnī.
smṛtiścāṅgirasaḥ patnī prasūtā kanyakās tathā / sinīvālī kuhaś caiva rākā cānumatis tathā //
Smṛti, die Gattin des Aṅgiras, gebar Töchter: Sinīvālī, Kuhū, Rākā und Anumati.
Wort für Wort smṛtiḥ aṅgirasaḥ patnī Smṛti, Gattin des Aṅgiras prasūtā kanyakāḥ gebar Töchter sinīvālī kuhūḥ Sinīvālī (Neumondtag), Kuhū rākā Rākā (Vollmondtag) anumatiḥ Anumati kuhaś für kuhūś.
anasūyā tathaivātrerjajñe putrānakanmaṣān / somaṃ durvāsasañcaiva dattātreyañca yoginaṃ //
Ebenso gebar Anasūyā dem Atri sündlose Söhne: Soma, Durvāsas und den Yogin Dattātreya.
Wort für Wort anasūyā atreḥ Anasūyā dem Atri jajñe putrān gebar Söhne akalmaṣān sündlose somam durvāsasam Soma, Durvāsas dattātreyam yoginam den Yogin Dattātreya akanmaṣān für akalmaṣān.
prītyāṃ pulastyabhāryāyāṃ dādānistatsuto 'bhavat / tasya vai viśravāḥ putrastatputrā rāvaṇādikāḥ //
Von Prīti, der Gattin des Pulastya, wurde Dādāni [?] dessen Sohn; dessen Sohn war Viśravas, und dessen Söhne waren Rāvaṇa und die anderen.
Wort für Wort prītyām von Prīti pulastya-bhāryāyām der Gattin des Pulastya tat-sutaḥ abhavat wurde dessen Sohn viśravāḥ putraḥ Viśravas als Sohn rāvaṇa-ādikāḥ Rāvaṇa und die anderen Name „dādāni“ unsicher.
??? ??? ??? rākṣasāḥ proktā laṅkāpuranivāsinaḥ / yeṣāṃ badhāya lokeṣu viṣṇuḥ kṣīrodanīradhau //
[Lücke] … werden Rākṣasas genannt, Bewohner der Stadt Laṅkā; zu deren Tötung in den Welten hat Viṣṇu im Milchozean,
Wort für Wort rākṣasāḥ proktāḥ werden Rākṣasas genannt laṅkā-pura-nivāsinaḥ Bewohner der Stadt Laṅkā yeṣām vadhāya zu deren Tötung lokeṣu in den Welten kṣīroda-nīradhau im Milchozean Versanfang im Digitalisat ausgefallen („??? ??? ???“).
brahmādyaiḥ prārthito devair avatāramihākarot / kardamaścāmbarīṣaś ca sahiṣṇuśce sutatrayam //
von Brahmā und den anderen Göttern gebeten, hier eine Herabkunft vollzogen. Kardama, Ambarīṣa und Sahiṣṇu – diese drei Söhne
Wort für Wort brahma-ādyaiḥ devaiḥ von Brahmā und den anderen Göttern prārthitaḥ gebeten avatāram iha akarot vollzog hier eine Herabkunft kardamaḥ ambarīṣaḥ Kardama, Ambarīṣa sahiṣṇuḥ Sahiṣṇu suta-trayam die drei Söhne kṣamā tu susuve bhāryā pulastyasya prajāpateḥ / kratostu satvatirbhāryā vālikhilvānasūyata //
gebar Kṣamā, die Gattin des Prajāpati Pulastya [?]. Die Gattin des Kratu, Sannati [?], gebar die Vālakhilyas,
Wort für Wort kṣamā susuve Kṣamā gebar bhāryā pulastyasya die Gattin des Pulastya kratoḥ bhāryā die Gattin des Kratu vālakhilyān die Vālakhilyas asūyata gebar Kṣamā ist nach üblicher Genealogie Gattin des Pulaha, nicht Pulastya; „satvati“ wohl für sannati; vālikhilvān für vālakhilyān.
ṣaṣṭi tāni sahasrāni ṛṣīṇāmūrdhvaretasāṃ / aṅguṣṭhaparvamānānāṃ jvaladbhāskaratejasāṃ //
sechzigtausend jener Rishis, die ihren Samen aufwärts halten [Anm.: keusch], von der Größe eines Daumenglieds, mit dem Glanz der lodernden Sonne.
Wort für Wort ṣaṣṭiḥ sahasrāṇi sechzigtausend ṛṣīṇām ūrdhva-retasām der keuschen Rishis aṅguṣṭha-parva-mānānām daumengliedgroß jvalat-bhāskara-tejasām mit dem Glanz der lodernden Sonne pracetaso 'tha satyāyāṃ satyasandhyāstrayaḥ sutāḥ / jātāstatputrapautrāś ca śataśo 'tha sahasraśaḥ //
Dann wurden dem Pracetas von Satyā drei der Wahrheit treue Söhne geboren, und deren Söhne und Enkel zu Hunderten und Tausenden.
Wort für Wort pracetasaḥ satyāyām dem Pracetas von Satyā satya-sandhāḥ der Wahrheit treu trayaḥ sutāḥ drei Söhne tat-putra-pautrāḥ deren Söhne und Enkel śataśaḥ sahasraśaḥ zu Hunderten und Tausenden satyasandhyās für satyasandhās.
urjāyāñca vasiṣṭhasya saptājāyanta vai sutāḥ / rājā cordhvavāhuś ca saranaścānaghantime //
Und von Ūrjā wurden dem Vasiṣṭha sieben Söhne geboren: Rajas, Ūrdhvabāhu, Savana [?], Anagha,
Wort für Wort ūrjāyām von Ūrjā vasiṣṭhasya dem Vasiṣṭha sapta ajāyanta sutāḥ sieben Söhne wurden geboren rajāḥ ūrdhvabāhuḥ Rajas, Ūrdhvabāhu savanaḥ anaghaḥ Savana, Anagha Namen verderbt: rājā wohl Rajas, saranaś wohl Savana; die Aufzählung ergibt mit V. 39 keine sieben Namen.
surrūpāḥ śukra ity ete sarve saptarṣayo 'bhavan / bhṛgoḥkhyātyāṃ samutpannā lakṣmīrviṣṇuparigrahā //
Surūpa [?] und Śukra: diese alle wurden die sieben Rishis. Von Bhṛgu wurde in Khyāti Lakṣmī geboren, die Gemahlin Viṣṇus.
Wort für Wort śukraḥ Śukra sapta-ṛṣayaḥ abhavan wurden die sieben Rishis bhṛgoḥ khyātyām von Bhṛgu in Khyāti samutpannā lakṣmīḥ wurde Lakṣmī geboren viṣṇu-parigrahā Gemahlin Viṣṇus surrūpāḥ verderbt (sonst Sutapas).
tathā dhātāvidhātārrau khātyāṃ jātau sutau bhṛgoḥ / āyatirniyatiś caiva meroḥ kanye suśobhane //
Ebenso wurden Dhātṛ und Vidhātṛ als Söhne Bhṛgus von Khyāti geboren. Āyati und Niyati, die beiden sehr schönen Töchter des Meru,
Wort für Wort dhātā-vidhātārau Dhātṛ und Vidhātṛ khyātyām jātau von Khyāti geboren sutau bhṛgoḥ Söhne Bhṛgus āyatiḥ niyatiḥ Āyati und Niyati meroḥ kanye suśobhane die sehr schönen Töchter des Meru dhātāvidhātroste bhārye tayorjātau sutābubhau / prāṇaś caivamṛkaṇḍuś ca mārkaṇḍeyo mṛkaṇḍujaḥ //
waren die Gattinnen von Dhātṛ und Vidhātṛ; von ihnen wurden zwei Söhne geboren, Prāṇa und Mṛkaṇḍu; Mārkaṇḍeya ist der Sohn des Mṛkaṇḍu,
Wort für Wort dhātā-vidhātroḥ bhārye die Gattinnen von Dhātṛ und Vidhātṛ tayoḥ jātau sutau ubhau von ihnen zwei Söhne geboren prāṇaḥ Prāṇa mṛkaṇḍuḥ Mṛkaṇḍu mārkaṇḍeyaḥ mṛkaṇḍu-jaḥ Mārkaṇḍeya, Sohn des Mṛkaṇḍu sutābubhau für sutāv ubhau.
yena mṛtyurjito vipra purā nārāyaṇāya yā / tato devaśivā jajñe prāṇasyāpi suto 'bhavat //
durch den einst, o Brahmane, der Tod besiegt wurde, … für Nārāyaṇa [?]. Von ihm wurde Devaśiva [?] geboren; auch dem Prāṇa wurde ein Sohn,
Wort für Wort yena mṛtyuḥ jitaḥ durch den der Tod besiegt wurde purā einst tataḥ jajñe von ihm wurde geboren prāṇasya api auch des Prāṇa sutaḥ abhavat wurde ein Sohn „nārāyaṇāya yā“ verderbt, Sinn unklar; „devaśivā“ vielleicht für vedaśirā (Vedaśiras).
dyutimāniti vikhyātaḥ sañjayastatsuto 'bhavat / tato vaṃśo mahābhāga bhārgavo vistaraṃ gataḥ //
namens Dyutimat bekannt; dessen Sohn war Sañjaya. Von da an hat sich das Geschlecht der Bhārgavas, o Hochbeglückter, weit ausgebreitet.
Wort für Wort dyutimān iti vikhyātaḥ als Dyutimat bekannt sañjayaḥ tat-sutaḥ Sañjaya, dessen Sohn vaṃśaḥ bhārgavaḥ das Bhṛgu-Geschlecht vistaram gataḥ hat sich ausgebreitet mahābhāga o Hochbeglückter yaścāsāvagnināmā ca brahmaṇastanayo 'grajaḥ / tasmāt svāhā sutāllebhe trīnudāraujaso dvijāḥ //
Und jener, der Agni heißt, der erstgeborene Sohn Brahmās: von ihm erhielt Svāhā drei Söhne von hoher Kraft, o Zweimalgeborene:
Wort für Wort agni-nāmā Agni genannt brahmaṇaḥ tanayaḥ agrajaḥ erstgeborener Sohn Brahmās svāhā sutān lebhe Svāhā erhielt Söhne trīn drei udāra-ojasaḥ von hoher Kraft sutāllebhe für sutān lebhe; udāraujaso für udāraujasaḥ.
pāvakaṃ pavamānañca śuciñcāpi jalāśinaṃ / teṣāntu vaṃśajān vakṣye ṣaṭcatvāriṃśadīritān //
Pāvaka, Pavamāna und Śuci, den Wasserverzehrenden. Deren Nachkommen will ich nennen, die als sechsundvierzig angegeben werden.
Wort für Wort pāvakam pavamānam Pāvaka und Pavamāna śucim jala-aśinam Śuci, den Wasserverzehrenden teṣām vaṃśa-jān ihre Nachkommen ṣaṭ-catvāriṃśat sechsundvierzig īritān angegeben kathyante vahuśaś caite pitā pautratrayañca yat / evamekonapañcāśadanvayāt parikīrtitāḥ //
Sie werden vielfach aufgezählt; zusammen mit dem Vater und den drei Söhnen [Anm.: wörtlich ‚Enkeln‘] werden sie so der Abstammung nach als neunundvierzig verkündet.
Wort für Wort kathyante bahuśaḥ werden vielfach aufgezählt pitā der Vater putra-trayam die drei Söhne ekonapañcāśat neunundvierzig anvayāt parikīrtitāḥ der Abstammung nach verkündet Die Rechnung (46 + 1 + 3 = 50) ergibt nicht 49; üblich sind 45 Nachkommen. pautra wohl für putra.
pitero brahmaṇā sṛṣṭā vyākhyātā ye mayā tava / tebhyaḥ svadhā sute jajñe menā vai dharaṇīdharā //
Die Pitṛs, von Brahmā geschaffen, die ich dir erläutert habe: von ihnen gebar Svadhā zwei Töchter, Menā und Dharaṇī [?].
Wort für Wort pitaraḥ brahmaṇā sṛṣṭāḥ die von Brahmā geschaffenen Pitṛs vyākhyātāḥ erläutert tebhyaḥ svadhā von ihnen Svadhā sute jajñe gebar zwei Töchter menā Menā dharaṇī Dharaṇī [?] pitero für pitaraḥ; „sute“ als Dual (zwei Töchter) aufgefasst; „dharaṇīdharā“ unsicher (sonst Dhāriṇī).
prajāḥ sṛjeti vyādiṣṭaḥ pūrvaṃ dakṣaḥ svayambhuvā / yathā sasarja bhūtāni tathā me śṛṇu sattama //
Einst vom Selbstentstandenen angewiesen: „Schaffe Geschöpfe!“ – wie Dakṣa da die Wesen schuf, so höre es von mir, o Bester.
Wort für Wort prajāḥ sṛja schaffe Geschöpfe iti vyādiṣṭaḥ so angewiesen svayambhuvā vom Selbstentstandenen yathā sasarja bhūtāni wie er die Wesen schuf sattama o Bester bhūtāni manasā pūrvaṃ dakṣaX ??? asṛjansune / devānṛṣīn sagandharvānasurān pannagāṃstadā //
Zuerst schuf Dakṣa die Wesen mit dem Geist [Lücke]: Götter, Rishis samt Gandharvas, Asuras und Schlangen damals.
Wort für Wort bhūtāni manasā die Wesen mit dem Geist pūrvam zuerst asṛjat schuf devān ṛṣīn Götter und Rishis sa-gandharvān asurān samt Gandharvas, Asuras pannagān Schlangen Verderbt: „dakṣaX ??? asṛjansune“.
padāsya sṛjamānasya na vyavardhanta vai prajāḥ / tadā sañcintya sa muniḥ sṛṣṭihetoḥ prajāpatiḥ //
Als sich die Geschöpfe des so Schaffenden nicht vermehrten, da überlegte der Weise, der Prajāpati, um der Schöpfung willen
Wort für Wort yadā asya sṛjamānasya als dem Schaffenden na vyavardhanta prajāḥ vermehrten sich die Geschöpfe nicht sañcintya überlegend sṛṣṭi-hetoḥ um der Schöpfung willen prajāpatiḥ der Prajāpati padāsya für yadāsya.
maithunenaiva dharmeṇa sisṛkṣurvividhāḥ prajāḥ / asiknī yadvṛhatkanyā vīraṇasya prajāpateḥ //
und wünschte vielfältige Geschöpfe durch die Ordnung der Paarung zu schaffen. Asiknī, die ältere [?] Tochter des Prajāpati Vīraṇa –
Wort für Wort maithunena dharmeṇa durch die Ordnung der Paarung sisṛkṣuḥ zu schaffen wünschend vividhāḥ prajāḥ vielfältige Geschöpfe asiknī Asiknī vīraṇasya prajāpateḥ des Prajāpati Vīraṇa „yadvṛhatkanyā“ unklar; als ‚ältere Tochter‘ gedeutet.
ṣaṣṭi dakṣo 'sṛjat kanyā vairiṇyāmitiṃ naḥ śrutiḥ / dadau sa daśa dharmāya kaśyapāya trayodaśa //
in Vīraṇī [Anm.: Asiknī] schuf Dakṣa sechzig Töchter, so lautet unsere Überlieferung. Er gab zehn dem Dharma, dreizehn dem Kaśyapa,
Wort für Wort ṣaṣṭim kanyāḥ sechzig Töchter dakṣaḥ asṛjat Dakṣa schuf iti naḥ śrutiḥ so ist unsere Überlieferung daśa dharmāya zehn dem Dharma kaśyapāya trayodaśa dreizehn dem Kaśyapa vairiṇyāmitiṃ naḥ für vairiṇyām iti naḥ.
saptaviṃśati somāya catasro viṣṇunemine / dve caiva buddhaputrāya dve caivāṅgirase tadā //
siebenundzwanzig dem Soma, vier dem Ariṣṭanemi, zwei dem Bahuputra und zwei dann dem Aṅgiras,
Wort für Wort saptaviṃśatim somāya siebenundzwanzig dem Soma catasraḥ ariṣṭanemine vier dem Ariṣṭanemi dve bahuputrāya zwei dem Bahuputra dve aṅgirase zwei dem Aṅgiras viṣṇunemine wohl für ariṣṭanemine; buddhaputrāya wohl für bahuputrāya (vgl. V. 73).
dve kṛśāśvāya viduṣe tadapatyāni me śṛṇu / viśvedevāstu viśvāya sādhyāsādhyānasuyata //
zwei dem weisen Kṛśāśva; deren Nachkommen höre von mir. Die Viśvedevas gebar Viśvā, Sādhyā gebar die Sādhyas.
Wort für Wort dve kṛśāśvāya viduṣe zwei dem weisen Kṛśāśva tat-apatyāni deren Nachkommen viśvedevāḥ viśvā die Viśvedevas (gebar) Viśvā sādhyā sādhyān Sādhyā die Sādhyas asūyata gebar viśvāya wohl für viśvā; asuyata für asūyata.
marutyāntu marutvanto vaso 'stu vasavaḥ smṛtāḥ / bhānostu bhānavo devā muhūrtāyāṃ muhūrtajāḥ //
Marutvatī die Marutvants, Vasu die Vasus, so gilt es; Bhānu die Bhānus, die Götter; Muhūrtā die Muhūrta-Geborenen.
Wort für Wort marutvatyām marutvantaḥ von Marutvatī die Marutvants vasoḥ vasavaḥ von Vasu die Vasus bhānoḥ bhānavaḥ von Bhānu die Bhānus muhūrtāyām muhūrta-jāḥ von Muhūrtā die Muhūrta-Geborenen nadyāyāñcaiva ghopākhyo nāgavīthyāñca jāmijāḥ / pṛthivīviṣayaṃ pūrvamarundhatyāṃ vyajāyata //
Von Nadī [?] der Ghoṣa genannte, von Nāgavīthī die Jāmi-Geborenen [?]; der Bereich der Erde entstand einst aus Arundhatī.
Wort für Wort ghoṣa-ākhyaḥ der Ghoṣa genannte nāgavīthyām von Nāgavīthī pṛthivī-viṣayam den Bereich der Erde arundhatyām aus Arundhatī vyajāyata entstand Stelle verderbt: nadyāyāṃ (sonst Lambā), ghopākhyo wohl ghoṣākhyo, jāmijāḥ unsicher.
saṅkalpāyāntu saṅkalpaḥ putro yajñe mahāmate / ye tvanekavasuprāṇā devajyotiḥpurogamāḥ //
Von Saṅkalpā aber wurde Saṅkalpa als Sohn geboren, o Hochsinniger. Die aber, reich an Gütern und Lebenskraft [?], mit dem Glanz der Götter an der Spitze [?],
Wort für Wort saṅkalpāyām von Saṅkalpā saṅkalpaḥ putraḥ Saṅkalpa als Sohn jajñe wurde geboren aneka-vasu-prāṇāḥ reich an Gütern und Lebenskraft [?] deva-jyotiḥ-purogamāḥ mit Götterglanz an der Spitze [?] yajñe für jajñe; zweite Vershälfte unsicher.
vasavo 'ṣṭau samākhyātāsteṣāṃ nāmāni me śṛṇu / āpo dhravaś ca somaś ca dharaś caivānilo 'nalaḥ //
werden als die acht Vasus bezeichnet; ihre Namen höre von mir: Āpa, Dhruva, Soma, Dhara, Anila und Anala,
Wort für Wort vasavaḥ aṣṭau die acht Vasus samākhyātāḥ bezeichnet āpaḥ dhruvaḥ Āpa, Dhruva somaḥ dharaḥ Soma, Dhara anilaḥ analaḥ Anila (Wind), Anala (Feuer) dhravaś für dhruvaś.
pratyūṣaś ca prabhāṣaś ca vasavo 'ṣṭau prakīrtitāḥ / teṣāṃ putrāś ca pautrāś ca śataśo 'tha sahasraśaḥ //
Pratyūṣa und Prabhāsa – so werden die acht Vasus verkündet. Deren Söhne und Enkel gibt es zu Hunderten und Tausenden.
Wort für Wort pratyūṣaḥ prabhāsaḥ Pratyūṣa und Prabhāsa vasavaḥ aṣṭau prakīrtitāḥ die acht Vasus verkündet teṣām putrāḥ pautrāḥ deren Söhne und Enkel śataśaḥ sahasraśaḥ zu Hunderten und Tausenden prabhāṣaś für prabhāsaś.
sādhyāś ca vahavaḥ proktāstatputrāś ca sahasraśaḥ / aditirditirdanuś caiva ariṣṭā surasā tathā //
Auch die Sādhyas werden als zahlreich genannt und ihre Söhne zu Tausenden. Aditi, Diti und Danu, Ariṣṭā und ebenso Surasā,
Wort für Wort sādhyāḥ bahavaḥ proktāḥ die Sādhyas als zahlreich genannt tat-putrāḥ sahasraśaḥ ihre Söhne zu Tausenden aditiḥ ditiḥ danuḥ Aditi, Diti, Danu ariṣṭā surasā Ariṣṭā, Surasā surabhirvinatā caiva tāmrā krodhā khasā irā / kadrurmuniś ca dharmajña tadapatyāni me śṛṇu //
Surabhi, Vinatā, Tāmrā, Krodhā, Khasā, Irā, Kadrū und Muni, o Pflichtkundiger; deren Nachkommen höre von mir.
Wort für Wort surabhiḥ vinatā Surabhi, Vinatā tāmrā krodhā Tāmrā, Krodhā khasā irā Khasā, Irā kadrūḥ muniḥ Kadrū, Muni dharmajña o Pflichtkundiger adityāṃ kaśyapājjātāḥ putrā dvādaśa śobhanāḥ / tānahaṃ nāmato vakṣye śṛṇuṣva gadato mama //
Von Aditi wurden durch Kaśyapa zwölf herrliche Söhne geboren; die will ich mit Namen nennen, höre, wie ich spreche.
Wort für Wort adityām kaśyapāt von Aditi durch Kaśyapa putrāḥ dvādaśa zwölf Söhne śobhanāḥ herrlich nāmataḥ vakṣye mit Namen will ich nennen śṛṇuṣva gadataḥ höre den Sprechenden margo 'ṃśuraryamān caiva mitro 'tha varuṇas tathā / savitā caiva dhātā ca vivasvāṃś ca mahāmate //
Bharga, Aṃśu und Aryaman, Mitra und ebenso Varuṇa, Savitṛ und Dhātṛ und Vivasvat, o Hochsinniger,
Wort für Wort bhargaḥ aṃśuḥ Bharga, Aṃśu aryamā Aryaman mitraḥ varuṇaḥ Mitra, Varuṇa savitā dhātā Savitṛ, Dhātṛ vivasvān Vivasvat margo für bhargo (vgl. A5,10); aryamān für aryamā.
tvaṣṭā pūṣā tathaivendro dvādaśa viṣṇurucyate / dityāḥ putradvayaṃ jajñe kaśyapāditi naḥ śrutaṃ //
Tvaṣṭṛ, Pūṣan und ebenso Indra; der zwölfte heißt Viṣṇu. Diti wurden von Kaśyapa zwei Söhne geboren, so haben wir gehört:
Wort für Wort tvaṣṭā pūṣā indraḥ Tvaṣṭṛ, Pūṣan, Indra dvādaśa viṣṇuḥ ucyate der zwölfte heißt Viṣṇu dityāḥ putra-dvayam der Diti zwei Söhne jajñe kaśyapāt wurden von Kaśyapa geboren iti naḥ śrutam so haben wir gehört kaśyapāditi für kaśyapād iti.
hiraṇyākṣo mahākāyo vārāheṇa tu yo hataḥ / anye ca vahavo daityā ditiputrā mahābalāḥ //
Hiraṇyākṣa von gewaltigem Leib, der vom Eber getötet wurde, und viele andere Daityas, Söhne der Diti, von großer Kraft.
Wort für Wort hiraṇyākṣaḥ mahākāyaḥ Hiraṇyākṣa von gewaltigem Leib vārāheṇa hataḥ vom Eber getötet anye bahavaḥ daityāḥ viele andere Daityas diti-putrāḥ Söhne der Diti mahā-balāḥ von großer Kraft Der zweite Sohn (Hiraṇyakaśipu) wird nicht genannt.
ariṣṭāyāntu gandharvāj jajñire . . . . . / surasāyāmathotpannā vidyādharagaṇā vahuḥ //
Von Ariṣṭā wurden Gandharvas geboren [Lücke]; von Surasā dann entstanden viele Scharen von Vidyādharas.
Wort für Wort ariṣṭāyām von Ariṣṭā gandharvāḥ jajñire Gandharvas wurden geboren surasāyām utpannāḥ von Surasā entstanden vidyādhara-gaṇāḥ Scharen von Vidyādharas bahavaḥ viele Lücke im Digitalisat („. . . . .“); vahuḥ für bahavaḥ.
gāstu vai janayāmāsa surabhyāṃ kaśyapo muniḥ / vinatāyāntu putrau dvau prakhyātau garuḍāruṇau //
Die Rinder aber zeugte der Weise Kaśyapa mit Surabhi; von Vinatā aber (stammen) zwei berühmte Söhne, Garuḍa und Aruṇa.
Wort für Wort gāḥ janayāmāsa zeugte die Rinder surabhyām mit Surabhi vinatāyām putrau dvau von Vinatā zwei Söhne prakhyātau berühmt garuḍa-aruṇau Garuḍa und Aruṇa garuḍo devadevasya viṣṇoramitatejasaḥ / vāhanatvaṃ gataḥ prītyā aruṇaḥ sūryāsārathiḥ //
Garuḍa wurde aus Zuneigung zum Reittier Viṣṇus, des Gottes der Götter von unermesslichem Glanz; Aruṇa (wurde) der Wagenlenker der Sonne.
Wort für Wort deva-devasya viṣṇoḥ Viṣṇus, des Gottes der Götter amita-tejasaḥ von unermesslichem Glanz vāhanatvam gataḥ wurde zum Reittier prītyā aus Zuneigung sūrya-sārathiḥ Wagenlenker der Sonne tāmrāyāḥ kaśyapājjātāḥ ṣaṭputrāstān nibodha me / aśva+uṣṭrā gardabhāś ca hastino gavayā mṛgāḥ //
Von Tāmrā wurden durch Kaśyapa sechs Söhne geboren; vernimm sie von mir: Pferde, Kamele und Esel, Elefanten, Gavayas [Anm.: Wildrinder] und Wild.
Wort für Wort tāmrāyāḥ kaśyapāt von Tāmrā durch Kaśyapa ṣaṭ putrāḥ sechs Söhne aśva-uṣṭrāḥ gardabhāḥ Pferde, Kamele, Esel hastinaḥ Elefanten gavayāḥ mṛgāḥ Wildrinder und Wild krodhāyāṃ jajñire tadvat paśavo duṣṭajātayaḥ / irā vṛkṣalatāvallītṛṇajātyaśvaputrikāḥ //
Von Krodhā wurden ebenso Tiere bösartiger Arten geboren; Irā (gebar) Bäume, Ranken, Schlingpflanzen und Arten von Gräsern als ihre Töchter [?].
Wort für Wort krodhāyām jajñire von Krodhā wurden geboren paśavaḥ duṣṭa-jātayaḥ Tiere bösartiger Arten irā Irā vṛkṣa-latā-vallī Bäume, Ranken, Schlingpflanzen tṛṇa-jātayaḥ Arten von Gräsern „tṛṇajātyaśvaputrikāḥ“ unsicher, wohl tṛṇajātyaś ca putrikāḥ.
khasā tu yakṣarakṣāṃsi munerapsarasas tathā / kadruputrā mahānāgā dandaśūkā viṣorvaṇāḥ //
Khasā (gebar) die Yakṣas und Rakṣas, Muni die Apsaras; die Söhne der Kadrū sind die großen Nāgas, beißend, strotzend von Gift.
Wort für Wort khasā yakṣa-rakṣāṃsi Khasā die Yakṣas und Rakṣas muneḥ apsarasaḥ von Muni die Apsaras kadru-putrāḥ mahā-nāgāḥ Kadrūs Söhne, die großen Nāgas dandaśūkāḥ beißend viṣa-ulbaṇāḥ von Gift strotzend viṣorvaṇāḥ für viṣolbaṇāḥ.
saptaviṃśati yāḥ proktāḥ somapatnyo 'tha suvratāḥ / tāsāṃ putrā mahāsatvā budhādyā abhavandvija //
Die siebenundzwanzig, die als Gattinnen Somas genannt werden, von gutem Gelübde: deren Söhne, von großer Kraft, waren Budha und die anderen, o Zweimalgeborener.
Wort für Wort saptaviṃśati siebenundzwanzig soma-patnyaḥ Gattinnen Somas suvratāḥ von gutem Gelübde mahā-sattvāḥ von großer Kraft budha-ādyāḥ abhavan waren Budha und die anderen ariṣṭanemipatnīnāmapatyānīha ṣoḍaśa / vahuputrasya viduṣaḥ tāmrāyāṃ vidyudādayaḥ //
Von den Gattinnen des Ariṣṭanemi gibt es hier sechzehn Nachkommen; vom weisen Bahuputra in Tāmrā [?] (stammen) Vidyut [Anm.: Blitz] und die anderen.
Wort für Wort ariṣṭanemi-patnīnām der Gattinnen des Ariṣṭanemi apatyāni ṣoḍaśa sechzehn Nachkommen bahuputrasya viduṣaḥ des weisen Bahuputra vidyut-ādayaḥ Vidyut (Blitz) und die anderen „tāmrāyāṃ“ hier wohl verderbt (Tāmrā ist Kaśyapas Gattin).
pratyaṅgiraḥsutāḥ śreṣṭhā ṛṣayo ṛṣisatkṛtāḥ / kṛśāśvasya tu devarṣerdevapraharaṇāḥ sutāḥ //
Die Söhne des Pratyaṅgiras sind vortreffliche Rishis, von Rishis geehrt; die Söhne des Götterrishis Kṛśāśva sind die Götterwaffen.
Wort für Wort pratyaṅgiraḥ-sutāḥ die Söhne des Pratyaṅgiras śreṣṭhāḥ ṛṣayaḥ vortreffliche Rishis ṛṣi-satkṛtāḥ von Rishis geehrt kṛśāśvasya devarṣeḥ des Götterrishis Kṛśāśva deva-praharaṇāḥ Götterwaffen ete yugasahasrānte jāyante punareva hi / ete kaśyapadāyādāḥ kīrtitāḥ sthāṇujaṅgamāḥ //
Diese werden am Ende von tausend Yugas stets wieder geboren. Diese Nachkommen Kaśyapas, Unbewegliches und Bewegliches, sind verkündet.
Wort für Wort yuga-sahasra-ante am Ende von tausend Yugas jāyante punaḥ werden wieder geboren kaśyapa-dāyādāḥ Nachkommen Kaśyapas kīrtitāḥ verkündet sthāṇu-jaṅgamāḥ Unbewegliches und Bewegliches eteṣāṃ putrapautrādyair vṛddhā sṛṣṭiḥ prajāpateḥ / sthirau sthitasya devasya nārasiṃhasya dhīmataḥ //
Durch deren Söhne, Enkel usw. ist die Schöpfung des Prajāpati gewachsen, während der weise Gott Nārasiṃha fest besteht [?].
Wort für Wort eteṣām putra-pautra-ādyaiḥ durch deren Söhne, Enkel usw. vṛddhā sṛṣṭiḥ die Schöpfung ist gewachsen prajāpateḥ des Prajāpati sthitasya devasya während der Gott besteht nārasiṃhasya des Nārasiṃha „sthirau sthitasya“ unsicher.
etā vibhṛtayo vipra mayā te parikīrtitāḥ / kathitā dakṣakanyānāṃ mayā te 'patyasantatiḥ / śraddhāvān yaḥ smaredetān yaśaḥsantānavān bhavet //
Diese Machtentfaltungen, o Brahmane, habe ich dir verkündet; erzählt habe ich dir die Nachkommenschaft der Töchter Dakṣas. Wer sich ihrer gläubig erinnert, wird reich an Ruhm und Nachkommenschaft.
Wort für Wort etāḥ vibhūtayaḥ diese Machtentfaltungen parikīrtitāḥ verkündet dakṣa-kanyānām der Töchter Dakṣas apatya-santatiḥ die Nachkommenschaft śraddhāvān smaret wer gläubig erinnert yaśaḥ-santānavān reich an Ruhm und Nachkommen vibhṛtayo für vibhūtayo.
sargānusargau kathitau mayā te samāsataḥ sṛṣṭivivṛddhihetoḥ / paṭhante ye viṣṇuparāḥ sadā narāḥ idaṃ dvijāste vimalā bhavanti ca //
Schöpfung und Nachschöpfung habe ich dir in Kürze erzählt, um der Mehrung der Schöpfung willen. Die Menschen, die Viṣṇu ergeben dies stets lesen – diese Zweimalgeborenen werden rein.
Wort für Wort sarga-anusargau Schöpfung und Nachschöpfung samāsataḥ in Kürze sṛṣṭi-vivṛddhi-hetoḥ um der Mehrung der Schöpfung willen viṣṇu-parāḥ Viṣṇu ergeben paṭhante lesen vimalāḥ bhavanti werden rein
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