Agni beschreibt das einmonatige Kaumuda-Gelübde in der hellen Hälfte des Āśvina: Fasten, einmalige Tagesmahlzeit, Verehrung Viṣṇus am Zwölften mit Salben, Blüten, Lampe und Speiseopfer sowie Bewirtung von Brahmanen bis zum Erwachen des Gottes.
Agni sprach: Das von mir [bereits] genannte, „Kaumuda“ geheißene [Gelübde] übe man im [Monat] Āśvayuja in der hellen Hälfte: einen Monat lang verehre man Hari, am Elften fastend.
[Mit dem Vorsatz:] „Im Āśvina, in der hellen Monatshälfte, will ich, einmal am Tag essend und Hari rezitierend, einen Monat lang um des Genusses und der Erlösung willen das Kaumuda-Gelübde vollziehen.“
upoṣya viṣṇuṃ dvādaśyāṃ yajeddevaṃ vilipya ca / candanāgurukāśmīraiḥ kamalotpalapuṣpakaiḥ //
Nachdem man gefastet hat, verehre man am Zwölften den Gott Viṣṇu, nachdem man ihn gesalbt hat mit Sandel, Aguru und Safran, mit Lotos- und Seerosenblüten,
oder mit weißen Seerosen (Kalhāra) oder mit Mālatī-Jasmin; eine Lampe mit Öl [bringe man dar], schweigend, Tag und Nacht, und ein Speiseopfer mit Milchreis, Kuchen und Modakas.
oṃ namo vāsudevāya vijñāpyātha kṣamāpayet / bhojanādi dvije dadyādyāvad devaḥ prabuddhyate //
Nachdem man mit „oṃ namo vāsudevāya“ (Oṃ, Verehrung dem Vāsudeva) [die Gaben] gemeldet hat, bitte man um Nachsicht; Speise und anderes gebe man einem Zweimalgeborenen, bis der Gott erwacht.
Wort für Wort
oṃ namaḥ vāsudevāya
Oṃ, Verehrung dem Vāsudeva
vijñāpya
gemeldet habend
kṣamāpayet
man bitte um Nachsicht
bhojana-ādi dvije dadyāt
Speise usw. gebe man einem Brahmanen
yāvat devaḥ prabudhyate
bis der Gott erwacht
Gemeint ist das Erwachen Viṣṇus aus dem Weltschlaf (im Kārttika).