Kapitel 266: māheśvarasnānalakṣakoṭihomādayaḥ
Das Māheśvara-Bad, Lakh- und Koṭi-Opfer und Verwandtes
Puṣkara beschreibt das siegbringende Māheśvara-Bad mit einem langen Śiva-Mantra, dann Bäder mit verschiedenen Substanzen und ihre Wirkungen, ein Amulett, Heilbäder gegen Leiden der drei Körpersäfte sowie Gruppen von Salben, Düften und Blumen („drei Hellen“, „drei Kühlen“, „drei Roten“) für die Viṣṇu-Verehrung. Den Schluss bilden Lakh- und Koṭi-Opfer und die Planetenverehrung. Der Mantra in V. 2 und V. 11 sowie V. 16 sind verderbt; die Überschrift schreibt māheśvara-, das Kolophon maheśvara-.
bhāskare 'nudite pīṭhe prātaḥ saṃsnāpayed ghaṭaiḥ / oṃ namo bhagavate rudrāya ca balāya ca pāṇḍarocitabhasmānuliptagātrāya / tadyathā jaya jaya sarvān śatrūnmūkasya kalahavigrahavivādeṣu bhañjaya / oṃ matha matha sarvapathikānyosau yugāntakāle didhakṣati imāṃ pūjāṃ raudramūrtiḥ sahasrāṃśuḥ śukraḥ sa te rakṣatu jīvitaṃ / sambartakāgnitulyaś ca tripurāntakaraḥ śivaḥ / sarvadevamayaḥ sopi tava rakṣatu jīvitaṃ likhi likhi khili svāhā || evaṃ snatastu mantreṇa juhuyāttilataṇḍulam //
Vor Sonnenaufgang, am Morgen, lasse man [ihn] auf dem Thronsitz mit Krügen baden. [Mantra:] „Oṃ, Verehrung dem erhabenen Rudra und dem Starken, dessen Glieder mit weißglänzender Asche bestrichen sind! Nämlich: jaya jaya (siege, siege)! Zerbrich alle Feinde des Stummen [?] in Streit, Kampf und Disput! Oṃ, matha matha (zermalme, zermalme) alle Wanderer [?]! Der am Ende des Zeitalters [die Welt] zu verbrennen begehrt – [ihm gilt] diese Verehrung –, der von furchtbarer Gestalt, der Tausendstrahlige, Śukra: der schütze dein Leben! Und der dem Weltenbrand-Feuer Gleiche, der Vernichter von Tripura, Śiva, der aus allen Göttern besteht: auch er schütze dein Leben! likhi likhi khili svāhā.“ So mit dem Mantra gebadet, opfere man Sesam und Reiskörner.
Wort für Wort
bhāskare anudite
vor Sonnenaufgang
saṃsnāpayet ghaṭaiḥ
lasse mit Krügen baden
pāṇḍara-ucita-bhasma-anulipta-gātrāya
dem mit weißer Asche bestrichenen
sarvān śatrūn bhañjaya
zerbrich alle Feinde
tava rakṣatu jīvitam
er schütze dein Leben
juhuyāt tila-taṇḍulam
opfere Sesam und Reis
Der Mantra ist verderbt: mūkasya und sarvapathikān sind unklar, imāṃ pūjāṃ steht syntaktisch isoliert; sambartaka für saṃvartaka; snatas für snātas.
Mit Milch [ergibt sich] Kraft und Verstand, mit Dickmilch Mehrung des Glücks, mit Kuśa-Wasser das Ende der Sünde, mit Pañcagavya [wird man] aller Dinge teilhaftig.
Mit Śatamūla [erfolgt] Erlangung von allem, durch Wasser aus einem Kuhhorn Überwindung der Sünde; das Bad mit Palāśa, Bilva, Lotus und Kuśa aber gewährt alles.
Vacā, die beiden Gelbwurzarten und Musta – [dies ist] ein Bad, das die Rākṣasas in höchstem Maße vernichtet, lebensverlängernd und ruhmbringend, Dharma und Verstand mehrend.
Mit Fruchtwasser ebenso Gesundheit, mit Dhātrī-Wasser [Anm.: Amalaki] höchstes Glück, mit Sesam und weißem Senf Wohlstand und mit Priyaṅgu Liebesglück.
padmotpalakadambaiś ca śrīrbalaṃ balādrumodakaiḥ / viṣṇupādodakasnānaṃ sarvasnānebhya uttamam //
Mit Padma-, Utpala- und Kadamba-[Blüten] Glück, mit dem Wasser des Balā-Baumes Kraft. Das Bad mit dem Wasser von Viṣṇus Füßen ist das beste aller Bäder.
ekākī ekakāmāyetyekorkaṃ vidhivaccaret / akrandayatisūktena prabadhnīyānmaṇiṃ kare //
Allein, für einen einzelnen Wunsch [?], vollziehe man [den Ritus] einzeln [?] vorschriftsmäßig. Mit dem Hymnus „akrandayati …“ binde man ein Amulett an die Hand.
Wort für Wort
ekākī
allein
eka-kāmāya
für einen einzelnen Wunsch
vidhivat caret
vollziehe vorschriftsmäßig
akrandayati-sūktena
mit dem Hymnus „akrandayati“
prabadhnīyāt maṇim kare
binde ein Amulett an die Hand
ekākī ekakāmāyety ekorkaṃ ist dunkel; ekorkaṃ vielleicht eko 'rkam („einzeln die Sonne [verehre man]“).
Durch das Bad mit den zwei Fetten und durch überaus große Verehrung beseitigt man Schleimkrankheit. Butterschmalz, Öl und Honig: [dies ist] das vorzügliche Bad der „drei Säfte“.
In einem viereckigen Feuerloch von einer Elle [vollziehen] acht oder sechzehn Brahmanen ein Lakh-Opfer [Anm.: 100 000 Spenden] oder ein Koṭi-Opfer [Anm.: zehn Millionen Spenden] mit Sesam, Butterschmalz, Gerste und Getreide.
Wort für Wort
catur-asra
viereckig
kare kuṇḍe
im ellengroßen Feuerloch
brāhmaṇāḥ aṣṭa ṣoḍaśa
acht oder sechzehn Brahmanen
lakṣa-homam koṭi-homam
Lakh- und Koṭi-Opfer
tila-ājya-yava-dhānyakaiḥ
mit Sesam, Butterschmalz, Gerste, Getreide
caturasrakare wohl für caturasre kare („viereckig, eine Elle [groß]“).