Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 38: devālayanirmāṇaphalam Der Lohn für die Errichtung von Göttertempeln

Agni preist das Verdienst des Tempelbaus: Befreiung von Sünden, Rettung der Ahnen und Nachkommen, gestaffelter Lohn je nach Zahl, Größe und Material von Tempeln und Götterbildern. Es folgt eine Rede Yamas an seine Diener, die Tempelerbauer und Viṣṇu-Verehrer zu verschonen. Der Kolophon nennt das Kapitel devālayādimāhātmyavarṇana; Vers 49 umfasst drei Halbverse, in Vers 35 steht die Sprecherangabe Yamas mitten im Vers.

agnir uvāca | vāsudevādyālayasya kṛtau vakṣye phalādikaṃ / cikīrṣordevadhāmādi sahasrajanipāpanut //

Agni sprach: Ich werde den Lohn und das Übrige bei der Errichtung eines Heiligtums für Vāsudeva und die anderen [Götter] darlegen. [Schon der Wunsch] dessen, der einen Götterwohnsitz usw. zu bauen begehrt, tilgt die Sünde von tausend Geburten.

Wort für Wort
vāsudeva-ādi-ālayasya
des Heiligtums Vāsudevas und der anderen
kṛtau
bei der Errichtung
phala-ādikam
den Lohn und das Übrige
cikīrṣoḥ
dessen, der zu bauen wünscht
sahasra-jani-pāpa-nut
die Sünde von tausend Geburten tilgend

manasā sadmakartṝṇāṃ śatajanmāghanāśanaṃ / yenumodanti kṛṣṇasya kriyamāṇaṃ narā gṛhaṃ //

[Schon] im Geist [gefasst, ist es] tilgend die Übel von hundert Geburten derer, die ein Haus [Gottes] bauen. Die Menschen, die dem Haus Kṛṣṇas, das gerade gebaut wird, beifällig zustimmen –

Wort für Wort
manasā
im Geist
sadma-kartṝṇām
der Hauserbauer
śata-janma-agha-nāśanam
die Übel von hundert Geburten vernichtend
ye anumodanti
die zustimmen, sich mitfreuen
kriyamāṇam gṛham
das Haus, das gebaut wird

tepi pāpair vinirmuktāḥ prayāntyacyutalokatāṃ / samatītaṃ bhaviṣyañca kulānāmayutaṃ naraḥ //

auch sie gelangen, von den Sünden befreit, in die Welt Acyutas. Zehntausend Geschlechter, vergangene und künftige, [führt] ein Mensch

Wort für Wort
te api
auch sie
pāpaiḥ vinirmuktāḥ
von den Sünden befreit
prayānti
gelangen
acyuta-lokatām
in die Welt Acyutas
samatītam bhaviṣyat ca
vergangen und künftig
kulānām ayutam
zehntausend Geschlechter

viṣṇulokaṃ nayatyāśu kārayitvā harergṛhaṃ / vasanti pitaro dṛṣṭvā viṣṇuloke hy alaṅkṛtāḥ //

rasch in die Welt Viṣṇus, wenn er Hari ein Haus bauen lässt. Die Ahnen, sobald sie [es] gesehen haben, wohnen geschmückt in der Welt Viṣṇus,

Wort für Wort
viṣṇu-lokam nayati
führt in die Welt Viṣṇus
āśu
rasch
kārayitvā
bauen lassend
hareḥ gṛham
ein Haus Haris
pitaraḥ
die Ahnen
alaṅkṛtāḥ
geschmückt

vimuktā nārakair duḥkhaiḥ kartuḥ kṛṣṇasya mandiraṃ / brahmahatyādipāpaughaghātakaṃ devatālayaṃ //

befreit von den Höllenqualen – [die Ahnen] dessen, der Kṛṣṇa einen Tempel baut. Ein Götterhaus vernichtet die Flut der Sünden, angefangen mit dem Brahmanenmord.

Wort für Wort
vimuktāḥ
befreit
nārakaiḥ duḥkhaiḥ
von den Höllenleiden
kartuḥ
des Erbauers
mandiram
Tempel
brahma-hatyā-ādi-pāpa-ogha-ghātakam
die Flut der Sünden wie Brahmanenmord zerstörend
devatā-ālayam
Götterhaus

phalaṃ yannāpyate yajñair dhāma kṛtvā tadāpyate / devāgāre kṛte sarvatīrthasnānaphalaṃ labhet //

Der Lohn, der durch Opfer nicht erlangt wird, wird durch den Bau eines [Götter]wohnsitzes erlangt. Ist ein Götterhaus gebaut, erlangt man den Lohn des Badens an allen Pilgerstätten.

Wort für Wort
phalam
Lohn, Frucht
na āpyate
wird nicht erlangt
yajñaiḥ
durch Opfer
dhāma kṛtvā
einen Wohnsitz [des Gottes] bauend
deva-āgāre kṛte
wenn ein Götterhaus gebaut ist
sarva-tīrtha-snāna-phalam
Lohn des Badens an allen Pilgerstätten

devādyarthe hatānāñca raṇe yattatphalādikaṃ / śāṭhyena pāṃśunā vāpi kṛtaṃ dhāma ca nākadaṃ //

[Ebenso erlangt man] den Lohn usw., der denen zukommt, die im Kampf für die Götter usw. gefallen sind. Selbst ein aus Unaufrichtigkeit oder [spielend] aus Staub gebauter Götterwohnsitz verschafft den Himmel.

Wort für Wort
deva-ādi-arthe
um der Götter usw. willen
hatānām raṇe
der im Kampf Getöteten
śāṭhyena
aus Unaufrichtigkeit, Heuchelei
pāṃśunā
aus Staub
nāka-dam
den Himmel verleihend

ekāyatanakṛt svargī tryagārī brahmalokabhāk / pañcāgārī śambhulokamaṣṭāgārāddharau sthitiḥ //

Wer einen einzigen Schrein baut, kommt in den Himmel; wer drei baut, hat Anteil an der Brahmā-Welt; wer fünf baut, [erlangt] die Welt Śambhus; durch acht [Schreine erlangt man] Verweilen bei Hari.

Wort für Wort
eka-āyatana-kṛt
wer einen Schrein baut
svargī
himmelsteilhaftig
tri-agārī
wer drei Häuser [baut]
brahma-loka-bhāj
Anteil an der Brahmā-Welt habend
pañca-agārī
wer fünf Häuser [baut]
aṣṭa-agārāt harau sthitiḥ
aus acht Häusern Verweilen bei Hari

ṣoḍaśālayakārī tu bhuktimuktimavāpnuyāt / kaniṣṭhaṃ madhyamaṃ śreṣṭhaṃ kārayitvā harergṛhaṃ //

Wer sechzehn Tempel bauen lässt, erlangt Genuss und Erlösung. Lässt man für Hari ein Haus bauen – ein kleinstes, ein mittleres oder ein bestes –,

Wort für Wort
ṣoḍaśa-ālaya-kārī
wer sechzehn Tempel bauen lässt
bhukti-muktim
Genuss und Erlösung
avāpnuyāt
erlangt
kaniṣṭham madhyamam śreṣṭham
kleinstes, mittleres, bestes

svargaṃ ca vaiṣṇavaṃ lokaṃ mokṣamāpnoti ca kramāt / śreṣṭhamāyatanaṃ viṣṇoḥ kṛtvā yaddhanavān labhet //

so erlangt man der Reihe nach den Himmel, die Welt Viṣṇus und die Erlösung. Was ein Reicher durch den Bau des besten Heiligtums Viṣṇus erlangt,

Wort für Wort
svargam
den Himmel
vaiṣṇavam lokam
die Welt Viṣṇus
mokṣam
die Erlösung
kramāt
der Reihe nach
śreṣṭham āyatanam
das beste Heiligtum
dhanavān
ein Reicher

kaniṣṭhenaiva tat puṇyaṃ prāpnotyadhanavānnaraḥ / samutpādya dhanaṃ kṛtyā svalpenāpi surālayaṃ //

dieses Verdienst erlangt ein mittelloser Mensch schon durch ein kleinstes. Hat man Reichtum erworben und lässt mit [dieser] Tat einen Göttertempel, sei er auch noch so klein,

Wort für Wort
kaniṣṭhena eva
schon durch ein kleinstes
puṇyam
Verdienst
adhanavān naraḥ
ein mittelloser Mensch
samutpādya dhanam
Reichtum erworben habend
svalpena api
auch mit einem sehr kleinen
sura-ālayam
Göttertempel

kṛtyā: wohl 'durch die Tat, mit Mühe'; Lesart unsicher.

kārayitvā hareḥ puṇyaṃ samprāpnotyadhikaṃ varaṃ / lakṣaṇātha sahasreṇa śatenārdhena vā hareḥ //

für Hari bauen, so erlangt man ein höheres, vorzügliches Verdienst. Wer mit hunderttausend, mit tausend, mit hundert oder mit fünfzig [Münzen] ein Haus für Hari

Wort für Wort
kārayitvā
bauen lassend
adhikam varam
ein höheres, vorzügliches
lakṣeṇa
mit hunderttausend
sahasreṇa
mit tausend
śatena ardhena vā
mit hundert oder der Hälfte [davon]

lakṣaṇātha: wohl für lakṣeṇa atha 'mit hunderttausend'; die Geldeinheit ist nicht genannt.

kārayan bhavanaṃ yāti yatrāste garuḍadhvajaḥ / bālye tu krīḍamāṇā ye pāṃśubhirbhavanaṃ hareḥ //

bauen lässt, gelangt dorthin, wo der Garuḍabannerträger weilt. Die in der Kindheit beim Spielen aus Staub ein Haus für Hari,

Wort für Wort
kārayan bhavanam
ein Haus bauen lassend
yāti
geht, gelangt
garuḍa-dhvajaḥ
der Garuḍabannerträger (Viṣṇu)
bālye
in der Kindheit
krīḍamāṇāḥ
spielend
pāṃśubhiḥ
aus Staub

vāsudevasya kurvanti tepi tallokagāminaḥ / tīrthe cāyatane puṇye saddhakṣetre tathāṣṭame //

für Vāsudeva, machen, auch sie gelangen in seine Welt. An einer Pilgerstätte, an einem heiligen Heiligtum, an einer Siddha-Stätte und ebenso in einer Einsiedelei [?]

Wort für Wort
kurvanti
machen
tat-loka-gāminaḥ
in seine Welt gehend
tīrthe
an einer Pilgerstätte
āyatane puṇye
an einem heiligen Heiligtum
siddha-kṣetre
an einer Siddha-Stätte

saddhakṣetre wohl für siddhakṣetre; tathāṣṭame ('am achten') ergibt keinen Sinn, vermutlich verderbt aus tathāśrame 'in einer Einsiedelei'.

karturāyatanaṃ viṣṇoryathoktāttriguṇaṃ phalaṃ / bandhūkapuṣpavinyāsaiḥ sudhāpaṅkena vaiṣṇavaṃ //

[ist] dem Erbauer eines Viṣṇu-Heiligtums dreifacher Lohn gegenüber dem Genannten [gewiss]. Die mit ausgelegten Bandhūka-Blüten [und] mit Kalkmörtel das Haus Viṣṇus

Wort für Wort
kartuḥ āyatanam viṣṇoḥ
dem Erbauer eines Heiligtums Viṣṇus
yathā-uktāt
gegenüber dem Genannten
tri-guṇam phalam
dreifacher Lohn
bandhūka-puṣpa-vinyāsaiḥ
mit ausgelegten Bandhūka-Blüten
sudhā-paṅkena
mit Kalkmörtel, Tünche

ye vilimpanti bhavanaṃ te yānti bhagavatpuraṃ / patitaṃ patamānantu tathārdhapatitaṃ naraḥ //

bestreichen, gelangen in die Stadt des Erhabenen. Ein Mensch, der ein eingestürztes, ein einstürzendes und ebenso ein halb eingestürztes

Wort für Wort
vilimpanti
bestreichen, tünchen
bhagavat-puram
die Stadt des Erhabenen
patitam
eingestürzt
patamānam
einstürzend
ardha-patitam
halb eingestürzt

samuddhṛtya harerdhāma prāpnoti dviguṇaṃ phalaṃ / patitasya tu yaḥ kartā patitasya ca rakṣitā //

Haus Haris wiederherstellt, erlangt doppelten Lohn. Wer ein eingestürztes [Heiligtum] Viṣṇus [wieder] erbaut und ein einstürzendes [?] schützt,

Wort für Wort
samuddhṛtya
wiederherstellend, aufrichtend
hareḥ dhāma
das Haus Haris
dvi-guṇam phalam
doppelten Lohn
kartā
Erbauer
rakṣitā
Beschützer

patitasya ca rakṣitā: das zweite patitasya ist wohl als 'vom Einsturz bedrohtes' zu verstehen.

viṣṇorāyatanasyeha naro viṣṇulokabhāk / iṣṭakānicayastiṣṭhed yāvadāyatane hareḥ //

der Mensch hat hier [schon] Anteil an der Welt Viṣṇus. Solange die Ziegelschichtung am Heiligtum Haris besteht,

Wort für Wort
viṣṇoḥ āyatanasya
des Heiligtums Viṣṇus
viṣṇu-loka-bhāj
Anteil an der Welt Viṣṇus habend
iṣṭakā-nicayaḥ
die Ziegelschichtung
tiṣṭhet yāvat
solange besteht

sakulastasya vai kartā viṣṇuloke mahīyate / sa eva puṇyavān pūjya iha loke paratra ca //

so lange wird dessen Erbauer mit seiner Familie in der Welt Viṣṇus verherrlicht. Er allein ist verdienstvoll und verehrungswürdig, in dieser Welt und in jener,

Wort für Wort
sa-kulaḥ
mit der Familie
mahīyate
wird verherrlicht
puṇyavān
verdienstvoll
pūjyaḥ
verehrungswürdig
iha loke paratra ca
in dieser Welt und im Jenseits

kṛṣṇasya vāsudevasya yaḥ kārayati ketanaṃ / jātaḥ sa eva sukṛtī kulantenaiva pāvitaṃ //

der Kṛṣṇa Vāsudeva einen Tempel bauen lässt; er allein ist als Rechtschaffener geboren, durch ihn allein ist sein Geschlecht geläutert.

Wort für Wort
kārayati ketanam
lässt einen Tempel bauen
jātaḥ
geboren
sukṛtī
Rechtschaffener, Verdienstvoller
kulam tena eva pāvitam
das Geschlecht durch ihn allein geläutert

viṣṇurudrārkadevyādergṛhakartā sa kīrtibhāk / kiṃ tasya vittanicayair mūḍhasya parirakṣitaḥ //

Wer für Viṣṇu, Rudra, Sūrya, die Göttin usw. ein Haus baut, hat Anteil am Ruhm. Was [nützen] dem Toren die angehäuften, [ängstlich] gehüteten Reichtümer,

Wort für Wort
viṣṇu-rudra-arka-devī-ādeḥ
für Viṣṇu, Rudra, Sonne, Göttin usw.
gṛha-kartā
Erbauer eines Hauses
kīrti-bhāj
ruhmteilhaftig
vitta-nicayaiḥ
mit den Reichtumshaufen
mūḍhasya
des Toren
parirakṣitaiḥ
gehütet

duḥkhārjitair yaḥ kṛṣṇasya na kārayati ketanaṃ / nopabhogyaṃ dhanaṃ yasya pitṛvipradivaukasāṃ //

mühsam erworben, wenn er Kṛṣṇa keinen Tempel bauen lässt? Wessen Reichtum nicht zum Genuss der Ahnen, der Brahmanen und der Himmelsbewohner dient

Wort für Wort
duḥkha-arjitaiḥ
mühsam erworben
na kārayati
lässt nicht bauen
na upabhogyam
nicht zum Genuss
dhanam
Reichtum
pitṛ-vipra-divaukasām
der Ahnen, Brahmanen und Götter

nopabhogāya bandhūnāṃ vyarthastasya dhanāgamaḥ / yathā dhruvo nṛṇāṃ mṛtyurvittanāśas tathā dhruvaḥ //

und nicht zum Genuss der Verwandten, dessen Gelderwerb ist nutzlos. Wie für die Menschen der Tod gewiss ist, so gewiss ist der Verlust des Reichtums.

Wort für Wort
bandhūnām
der Verwandten
vyarthaḥ
nutzlos
dhana-āgamaḥ
Gelderwerb
dhruvaḥ mṛtyuḥ
gewisser Tod
vitta-nāśaḥ
Verlust des Reichtums

mūḍhastatrānubadhnāti jīvitetha cale ghane / yadā vittaṃ na dānāya nopabhogāya dehināṃ //

Der Tor hängt daran – am Leben und am unbeständigen Reichtum. Wenn der Reichtum weder zum Geben noch zum Genuss der Verkörperten dient,

Wort für Wort
mūḍhaḥ
der Tor
anubadhnāti
hängt an
jīvite
am Leben
cale dhane
am unbeständigen Reichtum
na dānāya
nicht zum Geben
dehinām
der verkörperten Wesen

cale ghane: wohl für cale dhane 'am unbeständigen Reichtum'.

nāpi kīrtyai na dharmāthaṃ tasya svāmyetha ko guṇaḥ / tasmādvittaṃ samāsādya daivādvā pauruṣādatha //

noch zum Ruhm noch für das Dharma, welchen Vorteil hat dann sein Besitz? Darum soll man Reichtum, erlangt durch Schicksal oder durch eigene Anstrengung,

Wort für Wort
kīrtyai
zum Ruhm
dharma-artham
für das Dharma
svāmyam
Besitz, Herrschaft
kaḥ guṇaḥ
welcher Vorteil
daivāt vā pauruṣāt
durch Schicksal oder Mannestat

dharmāthaṃ wohl Tippfehler für dharmārthaṃ.

dadyāt samyag dvijāgryebhyaḥ kīrtanāni ca kārayet / dānebhyaścādhikaṃ yasmāt kīrtanebhyo varaṃ yataḥ //

in rechter Weise den vornehmsten Zweimalgeborenen geben und Ruhmeswerke errichten lassen – weil [ein solches Werk] mehr ist als Gaben und weil es vorzüglicher ist als [andere] Ruhmeswerke.

Wort für Wort
dadyāt samyak
soll recht geben
dvija-agryebhyaḥ
den vornehmsten Zweimalgeborenen
kīrtanāni
Ruhmeswerke, Stiftungsbauten
dānebhyaḥ adhikam
mehr als Gaben
varam
vorzüglicher

kīrtana hier 'Ruhmeswerk, Stiftungsbau'.

atastatkārayeddhīmān viṣṇvādermandirādikaṃ / viniveśya harerdhāma bhaktimadbhir narottamaiḥ //

Deshalb soll der Weise einen Tempel usw. für Viṣṇu und die anderen bauen lassen. Wenn die vorzüglichsten, frommen Männer ein Haus Haris errichtet haben,

Wort für Wort
dhīmān
der Weise
mandira-ādikam
Tempel und dergleichen
viniveśya
errichtet habend
bhaktimadbhiḥ
von Frommen
nara-uttamaiḥ
von den vorzüglichsten Männern

niveśitaṃ bhavet kṛtsnaṃ trailokyaṃ sacarācaraṃ / bhūtaṃ bhavayam bhaviṣyañca sthūlaṃ sūkṣmaṃ tathetarat //

so ist [damit] die ganze Dreiwelt mit Beweglichem und Unbeweglichem errichtet: Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges, Grobes, Feines und ebenso das andere –

Wort für Wort
niveśitam
errichtet, begründet
kṛtsnam trailokyam
die ganze Dreiwelt
sa-cara-acaram
mit Beweglichem und Unbeweglichem
bhūtam bhavyam bhaviṣyat
Vergangenes, Gegenwärtiges, Künftiges
sthūlam sūkṣmam
grob, fein

bhavayam wohl für bhavyaṃ/bhavat 'Gegenwärtiges'.

ābrāhmastambaparyantaṃ sarvaṃ viṣṇoḥ samudbhavaṃ / tasya devādidevasya sarvagasya mahātmanaḥ //

alles von Brahmā bis zum Grashalm ist aus Viṣṇu hervorgegangen. [Wer] diesem Gott der Götter, dem Allgegenwärtigen, dem Großherzigen,

Wort für Wort
ā-brahma-stamba-paryantam
von Brahmā bis zum Grashalm
sarvam
alles
samudbhavam
hervorgegangen
deva-ādi-devasya
des Urgottes der Götter
sarvagasya
des Allgegenwärtigen

niveśya bhavanaṃ viṣṇor na bhūyo bhuvi jāyate / yathā viṣṇordhāmakṛtau phalaṃ tadvaddivaukasāṃ //

Viṣṇu, ein Haus errichtet, wird nicht wieder auf Erden geboren. Wie beim Bau eines Hauses für Viṣṇu, so ist der Lohn [beim Bau] für die Himmelsbewohner,

Wort für Wort
niveśya bhavanam
ein Haus errichtend
na bhūyaḥ
nicht wieder
bhuvi jāyate
wird auf Erden geboren
dhāma-kṛtau
beim Bau eines Hauses
divaukasām
der Himmelsbewohner

śivabrahmārkavighneśacaṇḍīlakṣmyādikātmanāṃ / devālayakṛteḥ puṇyaṃ pratimākaraṇedhikaṃ //

die in der Gestalt Śivas, Brahmās, Sūryas, Vighneśas, Caṇḍīs, Lakṣmīs usw. [erscheinen]. Größer als das Verdienst des Tempelbaus ist [das] bei der Anfertigung eines Götterbildes.

Wort für Wort
śiva-brahma-arka-vighneśa-caṇḍī-lakṣmī-ādika-ātmanām
deren Wesen Śiva, Brahmā, Sonne, Gaṇeśa, Caṇḍī, Lakṣmī usw. ist
deva-ālaya-kṛteḥ
des Tempelbaus
pratimā-karaṇe
bei der Anfertigung eines Bildes
adhikam
größer

pratimāsthāpane yāge phalasyānto na vidyate / mṛṇmayāddāruje puṇyaṃ dārujādiṣṭkābhave //

Beim Opfer der Aufstellung des Bildes gibt es kein Ende des Lohns. [Größer] als bei einem aus Ton ist das Verdienst bei einem aus Holz, als bei einem aus Holz bei einem aus Ziegeln,

Wort für Wort
pratimā-sthāpane yāge
beim Opfer der Bildaufstellung
phalasya antaḥ
Ende des Lohns
mṛṇmayāt
als [bei einem] aus Ton
dāruje
bei einem aus Holz
iṣṭakā-bhave
bei einem aus Ziegeln

dārujādiṣṭkābhave: lies dārujād iṣṭakābhave.

iṣṭakotthācchailaje syāddhemāderadhikaṃ phalaṃ / saptajanmakṛtaṃ pāpaṃ prārambhādeva naśyati //

als bei einem aus Ziegeln bei einem aus Stein; [bei einem] aus Gold usw. ist der Lohn [noch] größer. Die in sieben Geburten begangene Sünde vergeht schon mit dem Beginn

Wort für Wort
iṣṭakā-utthāt
als [bei einem] aus Ziegeln
śailaje
bei einem aus Stein
hema-ādeḥ
aus Gold usw.
sapta-janma-kṛtam pāpam
die in sieben Geburten begangene Sünde
prārambhāt eva
schon mit dem Beginn

devālayasya svargī syānnarakaṃ na sa gacchati / kulānāṃ śatamuddhṛtya viṣṇulokaṃ nayennaraḥ //

eines Tempels; [der Bauherr] kommt in den Himmel, er geht nicht in die Hölle. Hundert Geschlechter emporhebend, führt ein Mensch [sie] in die Welt Viṣṇus.

Wort für Wort
deva-ālayasya
eines Tempels
svargī syāt
kommt in den Himmel
narakam na gacchati
geht nicht in die Hölle
kulānām śatam
hundert Geschlechter
uddhṛtya
emporhebend, rettend

yamo yamabhaṭānāha devamandirakāriṇaḥ yama uvāca | pratimāpūjādikṛto nāneyā narakaṃ narāḥ //

Yama sprach zu seinen Yama-Dienern über die Erbauer von Göttertempeln – Yama sprach: Die Menschen, die Bildverehrung usw. vollziehen, sind nicht in die Hölle zu bringen.

Wort für Wort
yama-bhaṭān
die Yama-Diener
āha
sprach
deva-mandira-kāriṇaḥ
die Tempelerbauer
pratimā-pūjā-ādi-kṛtaḥ
die Bildverehrung usw. vollziehen
na āneyāḥ
sind nicht zu bringen

Die Sprecherangabe yama uvāca steht hier mitten im Vers.

devālayādyakartāra āneyāste tu gocare / visāradhvaṃ yathānyāyanniyogo mama pālyatāṃ //

Diejenigen aber, die keinen Tempel usw. bauen, sind in [euren] Zugriffsbereich zu bringen. Geht hin, wie es sich gebührt; mein Befehl werde befolgt!

Wort für Wort
deva-ālaya-ādi-akartāraḥ
die keinen Tempel usw. bauen
āneyāḥ
sind zu bringen
gocare
in [euren] Bereich
yathā-nyāyam
wie es sich gebührt
niyogaḥ mama pālyatām
mein Befehl werde befolgt

visāradhvaṃ wohl für visaradhvaṃ 'geht auseinander, zieht aus'.

nājñābhaṅgaṃ kariṣyanti bhavatāṃ jantavaḥ kvacit / kevalaṃ te jagattātamanantaṃ samupāśritāḥ //

Nirgends werden die Lebewesen euren Befehl missachten. Nur jene, die bei dem Unendlichen, dem Vater der Welt, Zuflucht gesucht haben,

Wort für Wort
na ājñā-bhaṅgam kariṣyanti
werden den Befehl nicht brechen
jantavaḥ
die Lebewesen
kevalam
nur
jagat-tātam
den Vater der Welt
samupāśritāḥ
die Zuflucht gesucht haben

bhavadbhiḥ parihartavyāsteṣāṃ nātrāsti saṃsthitiḥ / ye ca bhagavatā loke taccittāstatparāyaṇāḥ //

sind von euch zu meiden; für sie gibt es hier keinen Aufenthalt. Und die in der Welt, dem Erhabenen [zugewandt], mit auf ihn gerichtetem Geist, ihm ganz ergeben,

Wort für Wort
bhavadbhiḥ
von euch
parihartavyāḥ
zu meiden
na atra asti saṃsthitiḥ
hier gibt es keinen Aufenthalt
tat-cittāḥ
mit auf ihn gerichtetem Geist
tat-parāyaṇāḥ
ihm ganz ergeben

pūjayanti sadā viṣṇuṃ te vastyājyāḥ sudūrataḥ / yastiṣṭhan prasvapan gacchannuttiṣṭhan skhalite sthite //

stets Viṣṇu verehren – die sind von euch von ferne zu meiden. Die im Stehen, im Schlafen, im Gehen, im Aufstehen, beim Straucheln [und] im Verweilen

Wort für Wort
pūjayanti sadā
verehren stets
vaḥ tyājyāḥ
von euch zu meiden
sudūrataḥ
von sehr fern
tiṣṭhan prasvapan gacchan
stehend, schlafend, gehend
uttiṣṭhan skhalite
aufstehend, beim Straucheln

saṅkīrtayanti govindaṃ te vastyājyāḥ sudūrataḥ / nityanaimittikair devaṃ ye yajanti janārdanam //

Govinda preisen – die sind von euch von ferne zu meiden. Die den Gott Janārdana mit den täglichen und den anlassgebundenen [Riten] verehren,

Wort für Wort
saṅkīrtayanti
preisen
nitya-naimittikaiḥ
mit täglichen und anlassgebundenen [Riten]
devam
den Gott
yajanti
verehren, opfern
janārdanam
Janārdana

nāvalokyā bhavadbhiste tadgatā yānti tadgatim / ye puṣpadhūpavāsobhirbhūṣaṇaiścātivallabhaiḥ //

die dürft ihr nicht einmal ansehen; die in ihm Aufgegangenen gehen in seinen Zustand ein. Die mit Blumen, Räucherwerk, Gewändern und überaus lieben Schmuckstücken

Wort für Wort
na avalokyāḥ
nicht anzusehen
tat-gatāḥ
in ihn eingegangen
tat-gatim
seinen Zustand
puṣpa-dhūpa-vāsobhiḥ
mit Blumen, Räucherwerk, Gewändern
bhūṣaṇaiḥ ativallabhaiḥ
mit überaus lieben Schmuckstücken

arcayanti na te grāhyā narāḥ kṛṣṇālaye gatāḥ / upalepanakartāraḥ sammārjanaparāś ca ye //

verehren – diese Menschen, die zum Heiligtum Kṛṣṇas gegangen sind, dürft ihr nicht ergreifen. Die [den Boden] bestreichen und die eifrig ausfegen

Wort für Wort
arcayanti
verehren
na grāhyāḥ
nicht zu ergreifen
kṛṣṇa-ālaye gatāḥ
zum Heiligtum Kṛṣṇas gegangen
upalepana-kartāraḥ
die [den Boden] bestreichen
sammārjana-parāḥ
eifrig im Fegen

kṛṣṇālaye parityajyāsteṣāṃ putrās tathā kulam / yena cāyatanaṃ viṣṇoḥ kāritaṃ tatkulodbhavam //

im Heiligtum Kṛṣṇas – die sind aufzugeben, ebenso ihre Söhne und ihre Familie. Und wer ein Heiligtum Viṣṇus hat bauen lassen, die aus dessen Geschlecht Geborenen,

Wort für Wort
parityājyāḥ
aufzugeben, zu verschonen
putrāḥ
Söhne
kulam
Familie
kāritam
bauen gelassen
tat-kula-udbhavam
aus dessen Geschlecht entsprossen

parityajyās teṣām: wohl parityājyās.

puṃsāṃ śataṃ nāvalokyaṃ bhavadbhirduṣṭacetasā / yastu devālayaṃ viṣṇordāruśailamayaṃ tathā //

hundert Männer, dürft ihr nicht mit bösem Sinn ansehen. Wer aber einen Tempel Viṣṇus aus Holz oder ebenso aus Stein

Wort für Wort
puṃsām śatam
hundert Männer
duṣṭa-cetasā
mit bösem Sinn
deva-ālayam
Tempel
dāru-śaila-mayam
aus Holz oder Stein

kārayen mṛṇmayaṃ vāpi sarvapāpaiḥ pramucyate / ahanyahani yajñena yajato yan mahāphalam //

oder auch aus Ton bauen lässt, wird von allen Sünden befreit. Der große Lohn dessen, der Tag für Tag mit Opfern verehrt,

Wort für Wort
mṛṇmayam
aus Ton
sarva-pāpaiḥ pramucyate
wird von allen Sünden befreit
ahani ahani
Tag für Tag
yajñena yajataḥ
des mit Opfer Opfernden
mahā-phalam
großer Lohn

prāpnoti tat phalaṃ viṣṇoryaḥ kārayati ketanaṃ / kulānāṃ śatamāgāmi samatītaṃ tathā śataṃ //

diesen Lohn erlangt, wer Viṣṇu einen Tempel bauen lässt. Hundert künftige Geschlechter und ebenso hundert vergangene

Wort für Wort
prāpnoti
erlangt
ketanam
Tempel, Heiligtum
āgāmi
künftig
samatītam
vergangen
śatam
hundert

kārayan bhagavaddhāma nayatyacyutalokatāṃ / saptalokamayo viṣṇustasya yaḥ kurute gṛhaṃ //

führt, wer ein Haus des Erhabenen bauen lässt, in die Welt Acyutas. Viṣṇu besteht aus den sieben Welten; wer ihm ein Haus baut,

Wort für Wort
bhagavat-dhāma
ein Haus des Erhabenen
nayati
führt
acyuta-lokatām
in die Welt Acyutas
sapta-loka-mayaḥ
aus den sieben Welten bestehend
kurute gṛham
baut ein Haus

tārayatyakṣayāṃllokānakṣayān pratipadyate / iṣṭakācayavinyāso yāvantyabdāni tiṣṭhati //

[der] rettet [die Seinen in] unvergängliche Welten [?] und erlangt unvergängliche [Welten]. So viele Jahre die Anlage der Ziegelschichtung besteht,

Wort für Wort
tārayati
rettet, bringt hinüber
akṣayān lokān
unvergängliche Welten
pratipadyate
erlangt
iṣṭakā-caya-vinyāsaḥ
die Anlage der Ziegelschichtung
yāvanti abdāni
so viele Jahre

tārayaty akṣayāṃl lokān: Konstruktion unklar; wörtlich 'bringt hinüber die unvergänglichen Welten'.

tāvadvarṣasahasrāṇi tatkarturdivi saṃsthitiḥ / pratimākṛdviṣṇulokaṃ sthāpako līyate harau / devasadmapratikṛtipratiṣṭhākṛttu gocare //

so viele Jahrtausende währt der Aufenthalt ihres Erbauers im Himmel. Wer ein Bild anfertigt, [gelangt] in die Welt Viṣṇus; wer es aufstellt, geht in Hari ein. Wer aber Göttertempel, Bild und Weihe schafft, [ist nicht] in [eurem] Bereich [?].

Wort für Wort
tāvat varṣa-sahasrāṇi
so viele Jahrtausende
divi saṃsthitiḥ
Aufenthalt im Himmel
pratimā-kṛt
Bildverfertiger
sthāpakaḥ līyate harau
der Aufsteller geht in Hari ein
deva-sadma-pratikṛti-pratiṣṭhā-kṛt
wer Tempel, Bild und Weihe schafft
gocare
im Bereich

Der Vers hat drei Halbverse. Der letzte Halbvers ist elliptisch; im Zusammenhang der Rede Yamas ist wohl eine Verneinung ('nicht in eurem Zugriffsbereich') gemeint.

agnir uvāca | yamoktā nānayaṃstetha pratiṣṭhādikṛtaṃ hareḥ / hayaśīrṣaḥ pratiṣṭhārthaṃ devānāṃ brahmaṇe 'bravīt //

Agni sprach: Durch Yamas Worte [belehrt], brachten jene [Diener] den, der die Weihe usw. für Hari vollzogen hatte, nicht [in die Hölle]. Hayaśīrṣa hat Brahmā [die Lehre] für die Weihe der Götter verkündet.

Wort für Wort
yama-uktāḥ
von Yama angewiesen
na ānayan
brachten nicht
pratiṣṭhā-ādi-kṛtam
den, der die Weihe usw. vollzogen hat
hayaśīrṣaḥ
Hayaśīrṣa (Pferdehaupt, Viṣṇu)
pratiṣṭhā-artham devānām
für die Weihe der Götter
abravīt
sprach, verkündete

nānayaṃs tetha: lies na ānayaṃs te 'tha.

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks