Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 127: nānābalāni Verschiedene Stärken (der Gestirne)

Aus dem Yuddhajayārṇava: zu meidende Anteile der unheilvollen Yogas, die Wirkung der Planeten in den zwölf Häusern vom Geburtszeichen aus, die Aufgangsdauern der Tierkreiszeichen, ihre Einteilung in bewegliche, feste und doppelnaturige mit passenden Unternehmungen sowie Regenvorzeichen. Die Sprecherangabe ‚īśvara uvāca‘ steht in der Vorlage nur in der Kapitelüberschrift, nicht im ersten Vers.

viṣkumbhe ghaṭikāstisraḥ śūle pañca vivarjayet / ṣaṭ ṣaṭ gaṇḍe 'nigaṇḍe ca nava vyādyātavajrayoḥ //

Beim (Yoga) Viṣkumbha meide man drei Ghaṭikās, bei Śūla fünf, je sechs bei Gaṇḍa und Atigaṇḍa, neun bei Vyāghāta und Vajra;

Wort für Wort
viṣkumbhe ghaṭikāḥ tisraḥ
bei Viṣkumbha drei Ghaṭikās
śūle pañca vivarjayet
bei Śūla meide man fünf
ṣaṭ ṣaṭ gaṇḍe atigaṇḍe
je sechs bei Gaṇḍa und Atigaṇḍa
nava vyāghāta-vajrayoḥ
neun bei Vyāghāta und Vajra

'nigaṇḍe für 'tigaṇḍe, vyādyāta für vyāghāta. Gemeint sind die unheilvollen der 27 Yogas.

parighe ca vyatīpāte ubhayorapi taddinam / vaidhṛte taddinañcaiva yātrāyuddhādikantyajet //

bei Parigha und Vyatīpāta – bei beiden – den ganzen Tag, und ebenso bei Vaidhṛti jenen Tag: (dann) unterlasse man Reise, Kampf usw.

Wort für Wort
parighe vyatīpāte
bei Parigha und Vyatīpāta
ubhayoḥ api tat dinam
bei beiden jenen Tag
vaidhṛte
bei Vaidhṛti
yātrā-yuddha-ādikam tyajet
Reise, Kampf usw. unterlasse man

grahaiḥ śubhāśubhaṃ vakṣye devi meṣādirāśitaḥ / candraśukrau ca janmasthyau varjitau śubhadāyakau //

Ich werde Heil und Unheil durch die Planeten darlegen, o Göttin, (gezählt) von den Zeichen ab Meṣa [Anm.: vom Geburtszeichen aus]. Mond und Venus, im Geburtszeichen stehend, bringen Heil; (die übrigen) sind zu meiden [?].

Wort für Wort
grahaiḥ śubha-aśubham
Heil und Unheil durch die Planeten
meṣa-ādi-rāśitaḥ
von den Zeichen ab Widder
candra-śukrau
Mond und Venus
janma-sthau
im Geburtszeichen stehend
śubha-dāyakau
Heil bringend

janmasthyau für janmasthau; varjitau schwer einzuordnen.

dvitīyo maṅgalo 'thārkaḥ sauriś caiva tu saiṃhikaḥ / dravyanāśamalābhañca āhave bhaṅgamādiśet //

Stehen im zweiten (Haus) Mars, dann die Sonne, Saturn und Saiṃhika [Anm.: Rāhu], so sage man Vermögensverlust, Ausbleiben von Gewinn und Niederlage im Kampf voraus.

Wort für Wort
dvitīyaḥ maṅgalaḥ
Mars im zweiten
arkaḥ sauriḥ saiṃhikaḥ
Sonne, Saturn, Rāhu
dravya-nāśam alābham
Vermögensverlust, Nichtgewinn
āhave bhaṅgam ādiśet
Niederlage im Kampf sage man voraus

somo budho bhṛgurjīmo dvitīyasthāḥ śubhāvahāḥ / tṛtīyastho yadā bhānuḥ śanirbhaumo bhṛgus tathā //

Mond, Merkur, Venus und Jupiter bringen im zweiten stehend Heil. Wenn im dritten die Sonne steht, Saturn, Mars, ebenso Venus,

Wort für Wort
somaḥ budhaḥ bhṛguḥ jīvaḥ
Mond, Merkur, Venus, Jupiter
dvitīya-sthāḥ śubha-āvahāḥ
im zweiten Heil bringend
tṛtīya-sthaḥ bhānuḥ
die Sonne im dritten
śaniḥ bhaumaḥ bhṛguḥ
Saturn, Mars, Venus

jīmo für jīvo.

budhaś caivendū rāhuś ca sarve te phaladā grahāḥ / budhaśukrau caturthau tu śeṣāś caiva bhayāvahāḥ //

Merkur, Mond und Rāhu: alle diese Planeten bringen Erfolg. Merkur und Venus im vierten (sind gut), die übrigen aber bringen Gefahr.

Wort für Wort
budhaḥ induḥ rāhuḥ
Merkur, Mond, Rāhu
sarve te phala-dāḥ grahāḥ
alle diese Planeten bringen Erfolg
budha-śukrau caturthau
Merkur und Venus im vierten
śeṣāḥ bhaya-āvahāḥ
die übrigen bringen Gefahr

pañcamastho yadā jīvaḥ śukraḥ saumyaś ca candramāḥ / dadeta cepsitaṃ lābhaṃ ṣaṣṭhe sthāne śubho raviḥ //

Wenn Jupiter im fünften steht, (ebenso) Venus, Merkur und der Mond, so gewährt er den erwünschten Gewinn. An sechster Stelle ist die Sonne heilvoll,

Wort für Wort
pañcama-sthaḥ jīvaḥ
Jupiter im fünften
śukraḥ saumyaḥ candramāḥ
Venus, Merkur, Mond
dadet īpsitam lābham
gewährt den erwünschten Gewinn
ṣaṣṭhe sthāne śubhaḥ raviḥ
an sechster Stelle die Sonne heilvoll

candraḥ saurirmaṅgalaś ca grahā devi svarāśitaḥ / budhaś ca śubhadaḥ ṣaṣṭhe tyajet ṣaṣṭhaṃ guruṃ bhṛguṃ //

(ebenso) Mond, Saturn und Mars, o Göttin, (gezählt) vom eigenen Zeichen; auch Merkur ist im sechsten heilbringend; im sechsten meide man Jupiter und Venus.

Wort für Wort
candraḥ sauriḥ maṅgalaḥ
Mond, Saturn, Mars
sva-rāśitaḥ
vom eigenen Zeichen
budhaḥ śubha-daḥ ṣaṣṭhe
Merkur heilbringend im sechsten
tyajet ṣaṣṭham gurum bhṛgum
im sechsten meide man Jupiter und Venus

saptamo 'rkaḥ śanirbhaumo rāhurhānyai sukhāya ca / jīvo bhṛguś ca saumyaś ca jñaśukro cāṣṭamau śubhau //

Im siebten (stehen) Sonne, Saturn, Mars und Rāhu zum Verlust, Jupiter, Venus und Merkur zum Glück; Merkur und Venus im achten sind heilvoll,

Wort für Wort
saptamaḥ arkaḥ śaniḥ bhaumaḥ rāhuḥ
im siebten Sonne, Saturn, Mars, Rāhu
hānyai
zum Verlust
sukhāya
zum Glück
jña-śukrau aṣṭamau śubhau
Merkur und Venus im achten heilvoll

śeṣā grahās tathā hānyai jñabhṛgū navamau śubhau / śeṣā hānyai ca lābhāya daśamau bhṛgubhāskarau //

die übrigen Planeten ebenso zum Verlust. Merkur und Venus im neunten sind heilvoll, die übrigen zum Verlust. Zum Gewinn (sind) im zehnten Venus und Sonne,

Wort für Wort
śeṣāḥ grahāḥ hānyai
die übrigen Planeten zum Verlust
jña-bhṛgū navamau śubhau
Merkur und Venus im neunten heilvoll
lābhāya
zum Gewinn
daśamau bhṛgu-bhāskarau
Venus und Sonne im zehnten

śanirbhaumaś ca rāhuś ca candraḥ saumyaḥ śubhāvahaḥ / śubhāś caikādaśe sarve varjayeddaśame gurum //

Saturn, Mars und Rāhu, (ebenso) der Mond; Merkur bringt Heil. Im elften sind alle heilvoll; im zehnten meide man Jupiter.

Wort für Wort
śaniḥ bhaumaḥ rāhuḥ
Saturn, Mars, Rāhu
saumyaḥ śubha-āvahaḥ
Merkur bringt Heil
śubhāḥ ekādaśe sarve
im elften alle heilvoll
varjayet daśame gurum
im zehnten meide man Jupiter

budhaśukrau dvādaśasthau śeṣān dvādaśagāṃstyajet / ahorātre dvādaśa syū rāśayastān vadāmyaham //

Merkur und Venus im zwölften (sind gut); die übrigen im zwölften stehenden meide man. In Tag und Nacht gibt es zwölf (aufgehende) Zeichen; diese nenne ich.

Wort für Wort
budha-śukrau dvādaśa-sthau
Merkur und Venus im zwölften
śeṣān dvādaśa-gān tyajet
die übrigen im zwölften meide man
ahorātre dvādaśa rāśayaḥ
in Tag und Nacht zwölf Zeichen
tān vadāmi
diese nenne ich

mīno meṣo 'tha mithunañcatasro nāḍayo vṛṣaḥ / ṣaṭ karkasiṃhakanyāś ca tulā pañca ca vṛścikaḥ //

Mīna (Fische), Meṣa (Widder), dann Mithuna (Zwillinge) (und) Vṛṣa (Stier): vier Nāḍīs; sechs: Karka (Krebs), Siṃha (Löwe), Kanyā (Jungfrau) und Tulā (Waage); fünf: Vṛścika (Skorpion),

Wort für Wort
mīnaḥ meṣaḥ mithunam vṛṣaḥ
Fische, Widder, Zwillinge, Stier
catasraḥ nāḍayaḥ
vier Nāḍīs
ṣaṭ karka-siṃha-kanyāḥ
sechs: Krebs, Löwe, Jungfrau
tulā
Waage
pañca vṛścikaḥ
fünf: Skorpion

Aufgangsdauern der Zeichen; die Zuordnung der Zahlen zu den Zeichen ist im Text nicht eindeutig.

dhanurnakro ghaṭaś caiva sūryago rāśirādyakaḥ / carasthiradviḥsvabhāvā meṣādyāḥ syuryathākramam //

Dhanus (Schütze), Nakra (Steinbock), Ghaṭa (Wassermann). Das Zeichen, in dem die Sonne steht, ist das erste. Meṣa usw. sind der Reihe nach beweglich, fest und doppelnaturig.

Wort für Wort
dhanuḥ nakraḥ ghaṭaḥ
Schütze, Steinbock, Wassermann
sūrya-gaḥ rāśiḥ ādyakaḥ
das Zeichen der Sonne ist das erste
cara-sthira-dviḥsvabhāvāḥ
beweglich, fest, doppelnaturig
yathā-kramam
der Reihe nach

kulīro makaraś caiva tulāmeṣādayaś carāḥ / carakāryaṃ jayaṃ kāmamācarecca śubhaśubham //

Kulīra (Krebs), Makara (Steinbock), Tulā (Waage) und Meṣa (Widder) usw. sind beweglich; (in ihnen) vollziehe man bewegliche Unternehmungen, (strebe nach) Sieg und Liebe, Heilvollem.

Wort für Wort
kulīraḥ makaraḥ
Krebs, Steinbock
tulā-meṣa-ādayaḥ carāḥ
Waage, Widder usw. beweglich
cara-kāryam
bewegliche Unternehmung
jayam kāmam
Sieg, Liebe

śubhaśubham wohl für śubhāśubham oder śubhaṃ śubham.

sthiro vṛṣo hariḥ kumbho vṛścikaḥ sthirakāryake / śīghraḥ samāgamo nāsti rogārto nauva mucyate //

Fest sind Vṛṣa (Stier), Hari (Löwe), Kumbha (Wassermann) und Vṛścika (Skorpion) – für feste Unternehmungen; (in ihnen) gibt es keine rasche Zusammenkunft, der Kranke wird nicht befreit.

Wort für Wort
sthiraḥ vṛṣaḥ hariḥ kumbhaḥ vṛścikaḥ
fest: Stier, Löwe, Wassermann, Skorpion
sthira-kāryake
für feste Unternehmungen
śīghraḥ samāgamaḥ na asti
keine rasche Zusammenkunft
roga-ārtaḥ na eva mucyate
der Kranke wird nicht befreit

nauva für naiva.

mithunaṃ kanyakā maunī dhanuś ca dviḥsvabhāvakaḥ / dviḥsvabhāvāḥ śubhāś caite sarvakāryeṣu nityaśaḥ //

Mithuna (Zwillinge), Kanyakā (Jungfrau), Mīna (Fische) und Dhanus (Schütze) sind doppelnaturig; diese doppelnaturigen sind bei allen Unternehmungen stets heilvoll,

Wort für Wort
mithunam kanyakā
Zwillinge, Jungfrau
mīnaḥ dhanuḥ
Fische, Schütze
dviḥ-svabhāvakaḥ
doppelnaturig
śubhāḥ sarva-kāryeṣu nityaśaḥ
stets heilvoll bei allen Unternehmungen

maunī für mīnaḥ.

yātrāvāṇijyasaṅgrāme vivāhe rājadarśane / vṛddhiṃ jayantathā lābhaṃ yuddhe jayamavāpnuyāt //

bei Reise, Handel, Kampf, Heirat und Königsaudienz; man erlangt Wachstum, Sieg und ebenso Gewinn, im Kampf den Sieg.

Wort für Wort
yātrā-vāṇijya-saṅgrāme
bei Reise, Handel, Kampf
vivāhe rāja-darśane
bei Heirat, Königsaudienz
vṛddhim jayam lābham
Wachstum, Sieg, Gewinn
yuddhe jayam avāpnuyāt
im Kampf erlangt man Sieg

aśvinī viṃśatārāś ca turagasyākṛtiryathā / yadyatra kurute vṛṣṭimekarātraṃ pravarṣati //

Aśvinī und die zwanzig Sterne [?] haben die Gestalt eines Pferdes; wenn es in diesem (Mondhaus) Regen gibt, regnet es eine Nacht lang.

Wort für Wort
aśvinī
Aśvinī
turagasya ākṛtiḥ
die Gestalt eines Pferdes
yadi atra kurute vṛṣṭim
wenn es hier Regen gibt
eka-rātram pravarṣati
regnet es eine Nacht

viṃśatārāś unklar.

yamabhe tu yadā vṛṣṭiḥ pakṣamekantu varṣati //20 //

Wenn aber im Mondhaus Yamas [Anm.: Bharaṇī] Regen fällt, regnet es einen halben Monat.

Wort für Wort
yama-bhe
im Mondhaus Yamas
yadā vṛṣṭiḥ
wenn Regen fällt
pakṣam ekam
einen halben Monat
varṣati
regnet es

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