Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 24: kuṇḍanirmāṇādividhiḥ Regel für die Anlage der Feuergrube und anderes

Nārada lehrt die Feuerhandlung: Maße der viereckigen, runden, halbmondförmigen und lotusförmigen Feuergrube mit Gürteln und Yoni, die Anfertigung von Sruc und Sruva, die Vorbereitung des Opferplatzes, die Weihe des Schmalzes, die symbolischen Lebenszyklus-Riten für das Feuer und schließlich die Einweihung der Schüler durch meditative Neugeburt. Das Kolophon nennt das Kapitel agnikāryādikathana. Die Maßangaben (V. 3-5, 12-15) sind knapp und teilweise unklar; V. 57 ist ein Halbvers mit doppelter Nummer im Quelltext.

nārada uvāca | agnikāryaṃ pravakṣyāmi yena syātsarvakāmabhāk / caturabhyadhikaṃ viṃśamaṅgulaṃ caturasrakaṃ //

Nārada sprach: Ich will die Feuerhandlung (agnikārya) darlegen, durch die man aller Wünsche teilhaftig wird. Ein Quadrat von vierundzwanzig Fingerbreit

Wort für Wort
agni-kāryam
Feuerhandlung
pravakṣyāmi
ich werde darlegen
sarva-kāma-bhāk
aller Wünsche teilhaftig
catur-abhyadhikam viṃśam
vierundzwanzig
caturasrakam
Quadrat

caturabhyadhikaṃ viṃśam = 20 + 4 = 24.

sūtreṇa sūtrayitvā tu kṣetraṃ tāvat khanetsamaṃ / khātasya mekhalā kāryā tyaktvā caivāṅguladvayaṃ //

markiere man mit der Schnur ab und grabe dann das Feld ebenso tief gleichmäßig aus. Um die Grube ist ein Gürtel (mekhalā) anzulegen, wobei man zwei Fingerbreit [Rand] freilässt.

Wort für Wort
sūtreṇa sūtrayitvā
mit der Schnur abgemessen
kṣetram
das Feld
tāvat khanet samam
grabe ebenso tief gleichmäßig
khātasya mekhalā
Gürtel der Grube
tyaktvā aṅgula-dvayam
zwei Fingerbreit freilassend

sattvādisañjñā pūrvāśā dvādaśāṅgulamucchritā / aṣṭāṅgulā dvyaṅulātha caturaṅgulavistṛtā //

Die [drei Gürtel], Sattva usw. genannt, [beginnen] auf der Ostseite [?]; [der erste] ist zwölf Fingerbreit hoch, [die anderen] acht und zwei Fingerbreit [?], und [jeder] ist vier Fingerbreit breit.

Wort für Wort
sattva-ādi-saṃjñā
Sattva usw. genannt
pūrva-āśā
Ostseite
dvādaśa-aṅgulam ucchritā
zwölf Fingerbreit hoch
aṣṭa-aṅgulā
acht Fingerbreit
catur-aṅgula-vistṛtā
vier Fingerbreit breit

Maßangaben knapp und unsicher zuzuordnen; dvyaṅulā Tippfehler für dvyaṅgulā.

yonirdaśāṅgulā ramyā ṣaṭcaturdvyaṅgulāgragā / kramānnimnā tu kartavyā paścimāśāvyavasthitā //

Der Schoß (yoni) sei zehn Fingerbreit [lang], schön, zur Spitze hin sechs, vier und zwei Fingerbreit [breit]; er ist stufenweise vertieft anzulegen und auf der Westseite anzuordnen,

Wort für Wort
yoniḥ
der Schoß (Feuerschoß)
daśa-aṅgulā
zehn Fingerbreit
ṣaṭ-catur-dvi-aṅgula-agra-gā
zur Spitze sechs, vier, zwei Fingerbreit
kramāt nimnā
stufenweise vertieft
paścima-āśā-vyavasthitā
auf der Westseite angeordnet

aśvatthapatrasadṛśī kiñcit kuṇḍe niveśitā / turyāṅgulāyatā nālaṃ pañcadaśāṅgulāyataṃ //

einem Aśvattha-Blatt ähnlich, ein wenig in die Grube hineinragend, vier [?] Fingerbreit lang; der Kanal (nāla) ist fünfzehn Fingerbreit lang.

Wort für Wort
aśvattha-patra-sadṛśī
einem Aśvattha-Blatt ähnlich
kiñcit
ein wenig
kuṇḍe niveśitā
in die Grube hineingesetzt
nālam
Kanal
pañcadaśa-aṅgula-āyatam
fünfzehn Fingerbreit lang

turyāṅgula unklar (vier Fingerbreit oder ein Viertel Fingerbreit).

mūlantu tryaṅgulaṃ yonyā agraṃ tasyāḥ ṣaḍaṅgulaṃ / lakṣaṇañcaikahastasya dviguṇaṃ dvikarādiṣu //

Die Basis des Schoßes ist drei Fingerbreit, seine Spitze sechs Fingerbreit. Dies ist das Merkmal [der Grube] von einer Elle; bei zwei Ellen usw. ist es das Doppelte.

Wort für Wort
mūlam
Basis
tri-aṅgulam
drei Fingerbreit
agram
Spitze
lakṣaṇam
Merkmal, Maß
eka-hastasya
der einelligen
dviguṇam
das Doppelte

ekatrimekhalaṃ kuṇḍaṃ vartulādi vadāmyahaṃ / kuṇḍārdhe tu sthitaṃ sūtraṃ koṇe yadatiricyate //

[Das ist] die Grube mit einem oder drei Gürteln; [nun] erkläre ich die runde und die übrigen. Die Schnur, die an die halbe Grube gelegt ist – was [von ihr] in der Ecke überschießt,

Wort für Wort
eka-tri-mekhalam
mit einem oder drei Gürteln
vartula-ādi
die runde usw.
vadāmi aham
ich erkläre
kuṇḍa-ardhe sthitam sūtram
die an die halbe Grube gelegte Schnur
koṇe atiricyate
in der Ecke überschießt

tadardhaṃ diśi saṃsthāpya bhrāmitaṃ vartulaṃ bhavet / kuṇḍārdhaṃ koṇabhāgārdhaṃ diśiścottarato vahiḥ //

dessen Hälfte setze man in [der Mitte] der Himmelsrichtung an; [die Schnur] herumgedreht ergibt die runde [Grube]. [Für die halbmondförmige:] die halbe Grube und die Hälfte des Eckteils nach Norden außen,

Wort für Wort
tat-ardham
dessen Hälfte
diśi saṃsthāpya
in der Richtung angesetzt
bhrāmitam
herumgedreht
vartulam bhavet
ergibt die runde
koṇa-bhāga-ardham
die Hälfte des Eckteils
uttarataḥ bahiḥ
nach Norden außen

pūrvapaścimato yatnāllāñchayitvā tu madhyataḥ / saṃsthāpya bhrāmitaṃ kuṇḍamardhacandraṃ bhavet śubhaṃ //

markiere man von Osten und Westen sorgfältig, setze [die Schnur] in der Mitte an, drehe sie herum: So entsteht die schöne halbmondförmige Grube.

Wort für Wort
pūrva-paścimataḥ
von Osten und Westen
yatnāt
sorgfältig
lāñchayitvā
markiert habend
madhyataḥ saṃsthāpya
in der Mitte angesetzt
ardha-candram
halbmondförmig

padmākāre dalāni syurmekhalānāntu vartule / bāhudaṇḍapramāṇantu homārthaṃ kārayet srucaṃ //

Bei der lotusförmigen [Grube] sollen Blütenblätter sein, die Gürtel aber rund. Den Opferlöffel (sruc) für das Feueropfer lasse man in der Länge eines Unterarms anfertigen.

Wort für Wort
padma-ākāre
bei der lotusförmigen
dalāni
Blütenblätter
vartule
rund
bāhu-daṇḍa-pramāṇam
von Armeslänge
homa-artham
für das Feueropfer
srucam
den Opferlöffel

saptapañcāṅgulaṃ vāpi caturasrantu kārayet / tribhāgena bhavedgartaṃ madhye vṛttaṃ suśobhanam //

[Seinen Kopf] lasse man sieben oder fünf Fingerbreit [groß] und viereckig anfertigen; zu einem Drittel sei darin eine Vertiefung, in der Mitte rund, sehr schön.

Wort für Wort
sapta-pañca-aṅgulam
sieben oder fünf Fingerbreit
caturasram
viereckig
tri-bhāgena
mit einem Drittel
gartam
Vertiefung
vṛttam
rund

tiryagūrdhvaṃ samaṃ khātādvahirardhantu śodhayet / aṅgulasya caturthāṃśaṃ śeṣārdhārdhaṃ tathāntataḥ //

[Sie sei] quer und in der Höhe gleichmäßig. Außerhalb der Aushöhlung glätte man die Hälfte [des Randes] – ein Viertel eines Fingerbreits –, und ebenso am Ende die Hälfte der Hälfte des Restes.

Wort für Wort
tiryak ūrdhvam samam
quer und hoch gleichmäßig
khātāt bahiḥ
außerhalb der Aushöhlung
śodhayet
glätte, schneide ab
aṅgulasya caturtha-aṃśam
ein Viertel Fingerbreit
śeṣa-ardha-ardham
die Hälfte der Hälfte des Restes

Technische Maßangabe, Sinn nicht ganz sicher.

khātasya mekhalāṃ ramyāṃ śeṣārdhena tu kārayet / kaṇṭhaṃ tribhāgavistāraṃ aṅguṣṭhakasamāyataṃ //

Den schönen Rand der Aushöhlung fertige man aus der Hälfte des Restes. Den Hals [mache man] von einem Drittel [der Kopf-]Breite und so lang wie ein Daumen

Wort für Wort
khātasya mekhalām
den Rand der Aushöhlung
śeṣa-ardhena
mit der Hälfte des Restes
kaṇṭham
den Hals
tri-bhāga-vistāram
ein Drittel breit
aṅguṣṭhaka-sama-āyatam
daumenlang

sārdhamaṅguṣṭhakaṃ vā syāttadagre tu mukhaṃ bhavet / caturaṅgulavistāraṃ pañcāṅgulamathāpi vā //

oder anderthalb Daumen; an seinem Ende sei der Mund, vier Fingerbreit breit oder auch fünf Fingerbreit.

Wort für Wort
sa-ardham aṅguṣṭhakam
anderthalb Daumen
tat-agre
an dessen Ende
mukham
der Mund
catur-aṅgula-vistāram
vier Fingerbreit breit
pañca-aṅgulam
fünf Fingerbreit

trikaṃ dvyaṅgulakaṃ tat syānmadhyantasya suśobhanam / āyāmastatsamastasya madhyanimnaḥ suśobhanaḥ //

Dreiteilig [?], zwei Fingerbreit sei dessen schöne Mitte; seine Länge [entspreche] der des Ganzen, in der Mitte vertieft, sehr schön.

Wort für Wort
trikam
dreiteilig
dvi-aṅgulakam
zwei Fingerbreit
madhyam
Mitte
āyāmaḥ
Länge
madhya-nimnaḥ
in der Mitte vertieft

Sinn unsicher.

śuṣiraṃ kaṇṭhadeśe syādviśed yāvat kanīyasī / śeṣakuṇḍantu kartavyaṃ yathāruci vicitritaṃ //

In der Halsgegend sei eine Öffnung, so weit, dass der kleine Finger hineingeht. Der übrige [Löffel]kopf ist nach Belieben verziert anzufertigen.

Wort für Wort
śuṣiram
Öffnung, Loch
kaṇṭha-deśe
in der Halsgegend
kanīyasī
der kleine Finger
yathā-ruci
nach Belieben
vicitritam
verziert

kuṇḍa hier wohl der Löffelkopf.

sruvantu hastamātraṃ syāddaṇḍakena samanvitaṃ / vaṭukaṃ dvyaṅgulaṃ vṛttaṃ kartavyantu suśobhanaṃ //

Der Schöpflöffel (sruva) sei eine Elle lang und mit einem Stiel versehen; die Kugel [am Ende] ist zwei Fingerbreit, rund und sehr schön anzufertigen.

Wort für Wort
sruvam
den Schöpflöffel
hasta-mātram
eine Elle lang
daṇḍakena samanvitam
mit einem Stiel versehen
vaṭukam
die Kugel
vṛttam
rund

gopadantu yathā magnamalpapaṅke tathā bhavet / upalipya likhedrekhāmaṅgulāṃ vajranāsikāṃ //

Wie der Tritt einer Kuh in wenig Schlamm einsinkt, so sei [seine Vertiefung]. Nachdem man [den Opferplatz] bestrichen hat, ziehe man eine Linie von einem Fingerbreit mit der Spitze des Vajra [?].

Wort für Wort
go-padam
Kuhtritt
magnam
eingesunken
alpa-paṅke
in wenig Schlamm
upalipya
bestrichen habend
likhet rekhām
ziehe eine Linie

vajranāsikām unsicher.

saumyāgrā prathamā tasyāṃ rekhe pūrvamukhe tayoḥ / madhye tisras tathā kuryāddakṣiṇādikrameṇa tu //

Die erste [Linie] hat die Spitze nach Norden; auf ihr [ziehe man] zwei Linien nach Osten gerichtet; zwischen diesen beiden ziehe man ebenso drei, der Reihe nach vom Süden an.

Wort für Wort
saumya-agrā
mit der Spitze nach Norden
prathamā
die erste
pūrva-mukhe
nach Osten gerichtet
madhye tisraḥ
in der Mitte drei
dakṣiṇa-ādi-krameṇa
der Reihe nach vom Süden an

evamullikhya cābhyukṣya praṇavena tu mantravit / viṣṭaraṃ kalpayettena tasmin śaktintu vaiṣṇavīṃ //

Nachdem der Mantrakundige so [die Linien] gezogen und mit dem Praṇava besprengt hat, bereite er damit einen Sitz (viṣṭara) und darauf die Śakti des Viṣṇu (Vaiṣṇavī).

Wort für Wort
ullikhya
gezogen habend
abhyukṣya
besprengt habend
praṇavena
mit dem Praṇava
viṣṭaram kalpayet
bereite einen Sitz
śaktim vaiṣṇavīm
die Śakti Viṣṇus

alaṃ kṛtvā mūrtimatīṃ kṣipedagniṃ hariṃ smaran / prādeśamātrāḥ samidho datvā parisamuhya taṃ //

Nachdem man sie geschmückt und als gestalthaft [vorgestellt] hat, lege man das Feuer hinein, Haris gedenkend. Nachdem man spannenlange Brennhölzer aufgelegt hat, kehre man [den Platz um das Feuer] zusammen,

Wort für Wort
alaṅkṛtvā
geschmückt habend
mūrtimatīm
gestalthaft
kṣipet agnim
lege das Feuer hinein
prādeśa-mātrāḥ samidhaḥ
spannenlange Brennhölzer
parisamuhya
zusammengekehrt habend

alaṃ kṛtvā = alaṅkṛtvā.

darbhaistridhā paristīrya pūrvādau tatra pātrakaṃ / āsādayedidhmavahnī bhūmau ca śrukśruvadvayaṃ //

streue dreifach Darbha-Gras ringsum, vom Osten beginnend; dort stelle man die Gefäße hin: Brennholz und Opferstreu [?], und auf den Boden das Paar Sruc und Sruva,

Wort für Wort
darbhaiḥ
mit Darbha-Gras
tridhā paristīrya
dreifach ringsum gestreut
pātrakam
Gefäß(e)
āsādayet
stelle hin
sruk-sruva-dvayam
das Paar Sruc und Sruva

idhmavahnī unklar (wohl idhma und barhis).

ājyasthālī carusthālī kuśājyañca praṇītayā / prokṣayitvā prokṣaṇīñca gṛhītvāpūrya vāriṇā //

das Schmalzgefäß, den Mustopf, Kuśa-Gras und Schmalz. Nachdem man [sie] mit dem Praṇītā-Wasser besprengt hat, nehme man das Besprengungsgefäß und fülle es mit Wasser,

Wort für Wort
ājya-sthālī
Schmalzgefäß
caru-sthālī
Mustopf
praṇītayā
mit dem Praṇītā-Wasser
prokṣaṇīm
das Besprengungsgefäß
āpūrya vāriṇā
mit Wasser gefüllt

pavitrāntarhite haste pariśrāvya ca tajjalaṃ / prāṅnītvā prokṣaṇīpātraṇ jyotiragre nidhāya ca //

seihe dieses Wasser durch die mit einem Läuterer (pavitra) bedeckte Hand, bringe das Besprengungsgefäß nach Osten und stelle es vor das Feuer,

Wort für Wort
pavitra-antarhite haste
in der mit dem Läuterer bedeckten Hand
pariśrāvya
geseiht habend
prāk nītvā
nach Osten gebracht
jyotiḥ-agre
vor das Feuer
nidhāya
hingestellt

tadadbhistriś ca samprokṣya iddhmaṃ vinyasya cāgrataḥ / praṇītāyāṃ supuṣpāyāṃ viṣṇuṃ dhyātvottareṇa ca //

besprenge mit diesem Wasser dreimal [die Geräte], lege das Brennholz vorne hin und meditiere Viṣṇu in dem mit schönen Blumen versehenen Praṇītā-[Gefäß], nördlich [davon].

Wort für Wort
tat-adbhiḥ
mit diesem Wasser
triḥ samprokṣya
dreimal besprengt
idhmam vinyasya
das Brennholz hingelegt
su-puṣpāyām
mit schönen Blumen
uttareṇa
nördlich

ājyasthālīmathājyena sampūryāgre nidhāya ca / samplavotpavanābhyāntu kuryādājyasya saṃskṛtiṃ //

Dann fülle man das Schmalzgefäß mit Schmalz, stelle es vorne hin und vollziehe die Weihe des Schmalzes durch Überspülen und Läutern.

Wort für Wort
ājyena sampūrya
mit Schmalz gefüllt
agre nidhāya
vorne hingestellt
samplava-utpavanābhyām
durch Überspülen und Läutern
ājyasya saṃskṛtim
die Weihe des Schmalzes

akhaṇḍitāgrau nirgarbhau kuśau prādeśamātrakau / tābhyāmuttānapāṇibhyāmaṅguṣṭhānāmikena tu //

Zwei Kuśa-Halme mit unversehrten Spitzen, ohne Innentrieb, eine Spanne lang – mit ihnen, mit nach oben gewendeten Händen, mit Daumen und Ringfinger

Wort für Wort
akhaṇḍita-agrau
mit unversehrten Spitzen
nirgarbhau
ohne Innentrieb
prādeśa-mātrakau
spannenlang
uttāna-pāṇibhyām
mit nach oben gewendeten Händen
aṅguṣṭha-anāmikena
mit Daumen und Ringfinger

ājyaṃ tayostu saṅgṛhya dvirnītvā triravāṅkṣipet / sruksruvau cāpi saṅgṛhya tābhyāṃ prakṣipya vāriṇa //

nehme man mit beiden das Schmalz auf, führe es zweimal [nach oben] und werfe es dreimal nach unten. Man nehme auch Sruc und Sruva und besprenge sie mit Wasser,

Wort für Wort
ājyam saṅgṛhya
das Schmalz aufgenommen
dviḥ nītvā
zweimal geführt
triḥ avāk kṣipet
werfe dreimal nach unten
sruk-sruvau
Sruc und Sruva
prakṣipya vāriṇā
mit Wasser besprengt

vāriṇa für vāriṇā.

pratapya darbhaiḥ sammṛjya punaḥ prakṣyālya caiva hi / niṣṭapya sthāpayitvā tu praṇavenaiva sādhakaḥ //

erhitze sie, wische sie mit Darbha ab, wasche sie abermals, erhitze sie nochmals und stelle sie hin – all dies tue der Adept mit dem Praṇava.

Wort für Wort
pratapya
erhitzt
darbhaiḥ sammṛjya
mit Darbha abgewischt
punaḥ prakṣālya
nochmals gewaschen
niṣṭapya
ausgeglüht
sādhakaḥ
der Adept

prakṣyālya Tippfehler für prakṣālya.

praṇavādinamontena paścāddhomaṃ samācaret / garbhādhānādikarmāṇi yāvadaṃśavyavasthayā //

Danach vollziehe man das Feueropfer mit [Mantras], die mit dem Praṇava beginnen und mit „namaḥ“ enden: die Riten von der Empfängnis (garbhādhāna) an, je nach Anordnung der Teile,

Wort für Wort
praṇava-ādi-namaḥ-antena
mit Praṇava beginnend, mit namaḥ endend
homam samācaret
vollziehe das Feueropfer
garbhādhāna-ādi-karmāṇi
die Riten ab der Empfängnis
aṃśa-vyavasthayā
nach Anordnung der Teile

nāmāntaṃ vratabandhāntaṃ samāvartāvasānakam / adhikārāvasānaṃ vā karyādaṅgānusārataḥ //

bis zur Namengebung, bis zur Umgürtung, bis zur Heimkehr [vom Studium] oder bis zur Befugnis (adhikāra) führe man [sie] aus, gemäß den Gliedern.

Wort für Wort
nāma-antam
bis zur Namengebung
vratabandha-antam
bis zur Umgürtung
samāvarta-avasānakam
bis zur Heimkehr
adhikāra-avasānam
bis zur Befugnis
aṅga-anusārataḥ
gemäß den Gliedern

karyād Tippfehler für kuryād.

praṇavenopacārantu kuryātsarvatra sādhakaḥ / aṅgair homastu kartavyo yathāvittānusārataḥ //

Die Ehrerweisungen vollziehe der Adept überall mit dem Praṇava; das Feueropfer aber ist mit den Glieder-[Mantras] durchzuführen, gemäß dem eigenen Vermögen.

Wort für Wort
praṇavena
mit dem Praṇava
upacāram
Ehrerweisung
sarvatra
überall
aṅgaiḥ homaḥ
das Opfer mit den Gliedern
yathā-vitta-anusārataḥ
gemäß dem Vermögen

garbhādānantu prathamaṃ tataḥ puṃsavanaṃ smṛtam / sīmantonnayanaṃ jātakarma nāmānnaprāśanam //

Zuerst die Empfängnis(-zeremonie), danach wird die Sohnerzeugung (puṃsavana) genannt, das Scheitelziehen, die Geburtszeremonie, die Namengebung, die erste Reisspeisung,

Wort für Wort
garbhādhānam
Empfängniszeremonie
puṃsavanam
Sohnerzeugungsritus
sīmanta-unnayanam
Scheitelziehen
jāta-karma
Geburtszeremonie
anna-prāśanam
erste Reisspeisung

garbhādānantu für garbhādhānaṃ tu.

cūḍakṛtiṃ vratabandhaṃ vedavratānyaśeṣataḥ / samāvartanaṃ patnyā ca yogaścāthādhikārakaḥ //

die Tonsur, die Umgürtung, sämtliche Veda-Gelübde, die Heimkehr, [die Vermählung] mit der Gattin, und dann die Verbindung (yoga) und die Befugnisverleihung.

Wort für Wort
cūḍā-kṛtim
Tonsur
vrata-bandham
Umgürtung
veda-vratāni
Veda-Gelübde
samāvartanam
Heimkehr
patnyā
mit der Gattin
adhikārakaḥ
Befugnisverleihung

cūḍakṛtiṃ = cūḍākaraṇa.

hṛdādikramato dhyātvā ekaikaṃ karma pūjya ca / aṣṭāvaṣṭau tu juhuyāt pratikarmāhutīḥ punaḥ //

Nachdem man der Reihe nach mit Herz usw. meditiert und jede einzelne Handlung verehrt hat, opfere man wiederum für jede Handlung je acht Spenden.

Wort für Wort
hṛd-ādi-kramataḥ
der Reihe nach mit Herz usw.
ekaikam karma
jede einzelne Handlung
pūjya
verehrt habend
aṣṭau aṣṭau
je acht
prati-karma-āhutīḥ
Spenden für jede Handlung

pūrṇāhutiṃ tato dadyāt śrucā mūlena sādhakaḥ / vauṣaḍantena mantreṇa plutaṃ susvaramuccaran //

Dann gebe der Adept mit dem Opferlöffel die Vollspende mit dem Grundmantra, mit dem auf „vauṣaṭ“ endenden Mantra, [die Endsilbe] gedehnt und wohltönend aussprechend.

Wort für Wort
pūrṇa-āhutim
die Vollspende
srucā
mit dem Opferlöffel
mūlena
mit dem Grundmantra
vauṣaṭ-antena
auf vauṣaṭ endend
plutam
gedehnt
uccaran
aussprechend

viṣṇorvahnintu saṃskṛtya śrapayedvaiṣṇavañcarum / ārādhya sthiṇḍile viṣṇuṃ mantrān saṃsmṛtya saṃśrapet //

Nachdem man das Feuer Viṣṇus geweiht hat, koche man den Viṣṇu-Mus (caru); nachdem man Viṣṇu auf dem Opferplatz (sthaṇḍila) verehrt und der Mantras gedacht hat, koche man [ihn] gar.

Wort für Wort
vahnim saṃskṛtya
das Feuer geweiht
śrapayet
koche
vaiṣṇavam carum
den Viṣṇu-Mus
sthaṇḍile
auf dem Opferplatz
mantrān saṃsmṛtya
der Mantras gedacht

sthiṇḍile für sthaṇḍile.

āsanādikrameṇaiva sāṅgāvaraṇamuttamam / gandhapuṣpaiḥ samabhyarcya dhyātā devaṃ surottamam //

Genau in der Reihenfolge Sitz usw. [verehre man] den Höchsten samt Gliedern und Umgebungsgottheiten; nachdem man ihn mit Duft und Blumen verehrt und den Gott, den Höchsten der Götter, meditiert hat,

Wort für Wort
āsana-ādi-krameṇa
in der Reihenfolge Sitz usw.
sa-aṅga-āvaraṇam
samt Gliedern und Umgebung
gandha-puṣpaiḥ
mit Duft und Blumen
samabhyarcya
verehrt habend
sura-uttamam
den Höchsten der Götter

dhyātā für dhyātvā.

ādhāyedhmamathāghārāvājyāvagnīśasaṃsthitau / vāyavyanairṛtāśādipravṛttau tu yathākramam //

lege man Brennholz auf; dann [opfere man] die beiden Āghāra-[Güsse] aus Schmalz, die in der Agni- und der Īśa-Ecke ansetzen und der Reihe nach zur Vāyu- und Nairṛta-Richtung verlaufen.

Wort für Wort
ādhāya idhmam
das Brennholz aufgelegt
āghārau
die beiden Āghāra-Güsse
agni-īśa-saṃsthitau
in Agni- und Īśa-Ecke ansetzend
vāyavya-nairṛta
Nordwest und Südwest
yathā-kramam
der Reihe nach

ājyabhāgau tato hutvā cakṣuṣī dakṣiṇottare / madhyetha juhuyātsarvamantrānarcākrameṇa tu //

Dann opfere man die beiden Schmalzanteile (ājyabhāga) als die beiden Augen, im Süden und im Norden; darauf opfere man in der Mitte alle Mantras in der Reihenfolge der Verehrung.

Wort für Wort
ājya-bhāgau
die beiden Schmalzanteile
hutvā
geopfert habend
cakṣuṣī
die beiden Augen
dakṣiṇa-uttare
im Süden und Norden
arcā-krameṇa
in der Reihenfolge der Verehrung

ājyena tarpayenmūrterdaśāṃśenāṅgahomakam / śataṃ sahasraṃ vājyādyaiḥ samidbhirvā tilaiḥ saha //

Mit Schmalz sättige man [die Gottheit] der Gestalt; mit einem Zehntel [vollziehe man] das Glieder-Opfer – hundert oder tausend [Spenden] mit Schmalz usw. oder mit Brennhölzern zusammen mit Sesam.

Wort für Wort
ājyena tarpayet
sättige mit Schmalz
mūrteḥ
der Gestalt
daśa-aṃśena
mit einem Zehntel
aṅga-homakam
Glieder-Opfer
samidbhiḥ tilaiḥ saha
mit Brennhölzern und Sesam

samāpyārcāntu homāntāṃ śucīn śiṣyānupoṣitān / āhūyāgre niveśyātha hy astreṇa prokṣayet paśūn //

Nachdem man die Verehrung abgeschlossen hat, die mit dem Feueropfer endet, rufe man die reinen, fastenden Schüler herbei, setze sie vorne hin und besprenge dann die „Gebundenen“ (paśu) mit dem Waffen-[Mantra].

Wort für Wort
samāpya arcām
die Verehrung abgeschlossen
homa-antām
mit dem Opfer endend
śucīn śiṣyān
die reinen Schüler
upoṣitān
fastend
paśūn
die Gebundenen

paśu: der noch gebundene Schüler (Tattvalehre).

śiṣyānātmani saṃyojya avidyākarmabandhanaiḥ / liṅgānuvṛttaś caitanyaṃ saha liṅgena pāśitam //

Die Schüler verbinde man mit sich selbst; das Bewusstsein, das den Fesseln der Unwissenheit und der Taten unterliegt, dem feinstofflichen Körper (liṅga) folgt und samt dem liṅga gebunden ist,

Wort für Wort
ātmani saṃyojya
mit sich selbst verbunden
avidyā-karma-bandhanaiḥ
mit Fesseln von Unwissen und Tat
liṅga-anuvṛttaḥ
dem feinen Körper folgend
caitanyam
das Bewusstsein
pāśitam
gefesselt

dhyānamārgena samprokṣya vāyuvījena śodhayet / tato dahanavījena sṛṣṭiṃ brahmāṇḍasañjñikām //

besprenge man auf dem Wege der Meditation und reinige es mit der Keimsilbe des Windes; dann [meditiere man] mit der Keimsilbe des Feuers die Schöpfung, die „Brahma-Ei“ heißt,

Wort für Wort
dhyāna-mārgeṇa
auf dem Weg der Meditation
vāyu-bījena
mit der Wind-Keimsilbe
śodhayet
reinige
dahana-bījena
mit der Feuer-Keimsilbe
brahmāṇḍa-saṃjñikām
„Brahma-Ei“ genannt

mārgena für mārgeṇa.

nirdagdhāṃ sakalāṃ dhyāyedbhasmakūṭanibhasthitām / plāvayedvāriṇā bhasma saṃsāraṃ vārmayaṃ smaret //

als ganz verbrannt, einem Aschenhaufen gleich daliegend. Man überflute die Asche mit Wasser und gedenke der Welt als aus Wasser bestehend.

Wort für Wort
nirdagdhām
verbrannt
sakalām
ganz
bhasma-kūṭa-nibha
einem Aschenhaufen gleich
plāvayet
überflute
vār-mayam
aus Wasser bestehend

tatra śaktiṃ nyaset paścāt pārthivīṃ bījasañjñikām / tanmātrābhiḥ samastābhiḥ saṃvṛtaṃ pārthivaṃ śubham //

Dorthin lege man danach die irdische Śakti, die „Keim“ genannt wird. Das irdische, schöne [Ei], umhüllt von allen Tanmātras –

Wort für Wort
śaktim nyaset
lege die Śakti hin
pārthivīm
die irdische
bīja-saṃjñikām
„Keim“ genannt
tanmātrābhiḥ samastābhiḥ
von allen Feinelementen
saṃvṛtam
umhüllt

aṇḍantadudbhavandhyāyettadādhārantadātmakam / tanmadhye cintayenmūrtiṃ pauruṣīṃ praṇavātmikām //

dieses Ei meditiere man als daraus entstanden, als dessen Grundlage und aus ihm bestehend; in seiner Mitte denke man die männliche Gestalt, die aus dem Praṇava besteht.

Wort für Wort
aṇḍam
das Ei
tat-udbhavam
daraus entstanden
tat-ādhāram
dessen Grundlage
mūrtim pauruṣīm
männliche Gestalt
praṇava-ātmikām
aus dem Praṇava bestehend

liṅgaṃ saṅkrāmayet paścādātmasthaṃ pūrvasaṃskṛtam / vibhaktendriyasaṃsthānaṃ kramād vṛddhaṃ vicintayet //

Danach lasse man den im eigenen Selbst befindlichen, zuvor geweihten feinstofflichen Körper (liṅga) [in sie] übergehen; man stelle sich vor, wie er mit gegliederter Anordnung der Sinne allmählich heranwächst.

Wort für Wort
liṅgam saṅkrāmayet
lasse den feinen Körper übergehen
ātma-stham
im Selbst befindlich
pūrva-saṃskṛtam
zuvor geweiht
vibhakta-indriya-saṃsthānam
mit gegliederten Sinnen
kramāt vṛddham
allmählich gewachsen

tatoṇḍamabdamekaṃ tu sthitvā dviśakalīkṛtam / dyāvāpṛthivyau śakale tayormadhye prajāpatim //

Dann [stelle man sich vor, wie] das Ei, nachdem es ein Jahr lang bestanden hat, in zwei Hälften geteilt ist: Himmel und Erde sind die Hälften, in ihrer Mitte Prajāpati

Wort für Wort
abdam ekam
ein Jahr
sthitvā
bestanden habend
dvi-śakalī-kṛtam
in zwei Hälften geteilt
dyāvā-pṛthivyau
Himmel und Erde
prajāpatim
Prajāpati

jātaṃ dhyātvā punaḥ prokṣya praṇavena tu saṃśritam / mantrātmakatanuṃ kṛtvā yathānyāsaṃ puroditam //

als geboren. Nachdem man [dies] meditiert hat, besprenge man den [so] Hervorgebrachten nochmals mit dem Praṇava; nachdem man [ihm] einen aus Mantras bestehenden Leib gebildet hat, gemäß der zuvor genannten Auflegung,

Wort für Wort
jātam dhyātvā
als geboren meditiert
punaḥ prokṣya
nochmals besprengt
mantra-ātmaka-tanum
Leib aus Mantras
yathā-nyāsam
gemäß der Auflegung
purā uditam
zuvor genannt

viṣṇurhastaṃ tato mūrdhni datvā dhyātvā tu vaiṣṇavam / evamekaṃ bahūn vāpi janitvā dhyānayogataḥ //

lege man dann die Viṣṇu-Hand auf [dessen] Kopf und meditiere [ihn] als Viṣṇu-zugehörig. Nachdem man so einen oder auch viele durch meditative Versenkung [neu] geboren hat,

Wort für Wort
viṣṇu-hastam
die Viṣṇu-Hand
mūrdhni dattvā
auf den Kopf gelegt
vaiṣṇavam
als Viṣṇu-zugehörig
janitvā
geboren habend
dhyāna-yogataḥ
durch meditative Versenkung

viṣṇurhastaṃ für viṣṇuhastaṃ; datvā für dattvā.

karau saṅgṛhya mūlena netre baddhvā tu vāsasā / netramantreṇa mantrī tān sadanenāhatena tu //

ergreife man [ihre] Hände mit dem Grundmantra und verbinde ihnen mit dem Augen-Mantra die Augen mit einem neuen, gesäumten Tuch – [so handle] der Mantrakundige.

Wort für Wort
karau saṅgṛhya
die Hände ergriffen
netre baddhvā
die Augen verbunden
vāsasā
mit einem Tuch
netra-mantreṇa
mit dem Augen-Mantra
ahatena
ungebraucht, neu

sadanenāhatena wohl für sadaśenāhatena („mit Saum, ungebraucht“).

kṛtapūjo guruḥ samyak devadevasya tattvavān / śiṣyān puṣpāñjalibhṛtaḥ prāṅmukhānupaveśayet //

Der Lehrer, der den Gott der Götter recht verehrt hat und die Wahrheit kennt, lasse die Schüler, die eine Handvoll Blumen tragen, nach Osten gewandt sich setzen.

Wort für Wort
kṛta-pūjaḥ
der die Verehrung vollzogen hat
tattvavān
die Wahrheit kennend
puṣpa-añjali-bhṛtaḥ
eine Blumenhandvoll tragend
prāṅmukhān
nach Osten gewandt
upaveśayet
lasse sich setzen

arcayeyuś ca tepyevamprasūtā guruṇā harim / kṣiptvā puṣpāñjaliṃ tatra puṣpādibhiranantaram //

Und auch sie, vom Lehrer so [neu] geboren, sollen Hari verehren: Nachdem sie die Handvoll Blumen dort hingeworfen haben, unmittelbar danach mit Blumen usw.,

Wort für Wort
arcayeyuḥ
sie sollen verehren
prasūtāḥ guruṇā
vom Lehrer geboren
kṣiptvā puṣpa-añjalim
die Blumenhandvoll geworfen
puṣpa-ādibhiḥ
mit Blumen usw.
anantaram
unmittelbar danach

amantramarcanaṃ kṛtvā guroḥ pādārcanantataḥ / vidhāya dakṣiṇāṃ dadyāt sarvasvaṃ cārdhameva vā //

nachdem sie die Verehrung ohne Mantras vollzogen und darauf die Verehrung der Füße des Lehrers ausgeführt haben, sollen sie den Lohn (dakṣiṇā) geben: ihr ganzes Vermögen oder die Hälfte.

Wort für Wort
amantram arcanam
Verehrung ohne Mantras
guroḥ pāda-arcanam
Verehrung der Füße des Lehrers
dakṣiṇām dadyāt
gebe den Lohn
sarvasvam
das ganze Vermögen
ardham
die Hälfte

guruḥ saṃśikṣayecchiṣyān taiḥ pūjyo nāmabhirhariḥ / viśvaksenaṃ yajedīśaṃ śaṅkhacakragadādharam //

Der Lehrer unterweise die Schüler; von ihnen ist Hari mit [seinen] Namen zu verehren. Man verehre den Herrn Viṣvaksena, der Muschel, Diskus und Keule trägt,

Wort für Wort
saṃśikṣayet
unterweise
pūjyaḥ nāmabhiḥ
mit Namen zu verehren
viṣvaksenam
Viṣvaksena
yajet
verehre
śaṅkha-cakra-gadā-dharam
Muschel, Diskus, Keule tragend

tajjapantañca tarjanyā maṇḍalasthaṃ visarjayet //57 //

und, dessen [Mantra] murmelnd, entlasse man den im Maṇḍala Befindlichen mit dem Zeigefinger [?].

Wort für Wort
tat-japan
dessen [Mantra] murmelnd
tarjanyā
mit dem Zeigefinger
maṇḍala-stham
im Maṇḍala befindlich
visarjayet
entlasse

Halbvers; die Zahl „//57 //“ ist im Quelltext doppelt gesetzt. tajjapantañca unklar.

viṣṇunirmālyamakhilaṃ viṣvaksenāya cārpayet / praṇītābhis tathātmānamabhiṣicya ca kuṇḍagaṃ //

Die gesamten Opferreste (nirmālya) Viṣṇus übergebe man dem Viṣvaksena. Und nachdem man sich selbst mit dem Praṇītā-Wasser besprengt hat, [nehme man] das in der Grube befindliche

Wort für Wort
viṣṇu-nirmālyam
Viṣṇus Opferreste
akhilam
gesamt
arpayet
übergebe
praṇītābhiḥ
mit dem Praṇītā-Wasser
abhiṣicya
besprengt habend
kuṇḍa-gam
in der Grube befindlich

vahnimātmani saṃyojya viṣvaksenaṃ visarjayet / bubhukṣuḥ sarvamāpnoti mumukṣur līyate harau //

Feuer in sich selbst auf und entlasse Viṣvaksena. Wer nach Genuss strebt, erlangt alles; wer nach Erlösung strebt, geht in Hari auf.

Wort für Wort
vahnim ātmani saṃyojya
das Feuer in sich aufgenommen
visarjayet
entlasse
bubhukṣuḥ
der nach Genuss Strebende
mumukṣuḥ
der nach Erlösung Strebende
līyate harau
geht in Hari auf

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