Kapitel 363: nṛbrahmakṣatraviṭśūdravargāḥ
Die Wortgruppen für Mensch, Brahmane, Kṣatriya, Vaiśya und Śūdra (Menschengruppe)
Lexikographisches Kapitel: Synonyme für Mensch und Frau, Frauentypen, Verwandtschaft, Schwangerschaft und Kindheit, Gebrechen und Krankheiten, Körperteile und Körpermaße sowie Schmuck und Kleidung. Obwohl der Titel alle vier Stände nennt, behandelt das Kapitel faktisch nur die „Menschengruppe“ (so auch das Kolophon: nṛvarga); die Stände folgen in Kap. 364–365. Mehrere Stellen sind durch Digitalisierungsfehler entstellt (v.a. V. 1, 11, 26).
Agni sprach: Nun werde ich die Wortgruppen für Mensch, Brahmane, Kṣatriya, Vaiśya und Śūdra nach ihren Namen darlegen. nara, pañcajana und martya (bedeuten Mensch); yoṣit, yoṣā, abalā und vadhū (bedeuten Frau).
Wort für Wort
nṛ-brahma-kṣatra-viṭ-śūdra-vargān
die Gruppen Mensch, Brahmane, Kṣatriya, Vaiśya, Śūdra
nāmataḥ
nach den Namen
naraḥ pañcajanaḥ martyaḥ
Mensch
yoṣā abalā vadhūḥ
Frau
„martya yadyoṣāvaṃlā“ ist verderbt; wohl „martyāḥ … yoṣid yoṣābalā vadhūḥ“ (Wörter für Frau).
kāntārthinī tu yā yāti saṅketaṃ sābhisārikā / kulaṭā puṃś calyasatī nagnikā strī ca koṭavī //
Die (Frau), die aus Verlangen nach dem Geliebten zum Stelldichein geht, heißt abhisārikā. kulaṭā, puṃścalī und asatī (bedeuten untreue Frau). nagnikā und koṭavī (Femininum) (bedeuten nackte Frau).
kātyāyanī (heißt die Frau), die halb gealtert ist; sairindhrī (die Dienerin), die in einem fremden Haus lebt; asiknī die, die nicht gealtert ist (junge Haremsdienerin). malinī und rajasvalā (bedeuten die menstruierende Frau).
vārastrī, gaṇikā und veśyā (bedeuten Hetäre). Die Frauen der Brüder aber heißen yātṛ (Schwägerinnen). nanāndṛ ist die Schwester des Gatten. sapiṇḍa aber (heißen auch) sanābhi (Blutsverwandte).
samānodarya, sodarya, sagarbha und sahaja sind gleichbedeutend (leiblicher Bruder). sagotra, bāndhava, jñāti, bandhu, sva und svajana sind gleichbedeutend (Verwandter).
dampatī jampatī bhāryāpatī jāyāpatī ca tau / garbhāśayo jarāyuḥ syādulvañca kalalo 'striyāṃ //
dampatī, jampatī, bhāryāpatī und jāyāpatī (bedeuten) die beiden (Ehegatten, das Ehepaar). garbhāśaya und jarāyu (bedeuten Mutterleib/Fruchthülle), ebenso ulva; kalala (nicht feminin) (bedeutet den Embryo im frühesten Stadium).
garbha und bhrūṇa, diese beiden sind gleichbedeutend (Leibesfrucht). klība, ṣaṇḍha und napuṃsaka (bedeuten Eunuch). uttānaśayā und ḍimbhā (bedeuten Säugling). bāla wird (auch) māṇavaka genannt (Knabe).
piciṇḍila und bṛhatkukṣi (bedeuten dickbäuchig). avabhraṭa (steht) für einen Plattnasigen. vikalāṅga aber (heißt) pogaṇḍa (verkrüppelt). ārogya heißt (auch) anāmaya (Gesundheit).
syādeḍe vadhiraḥ kubje gaḍulaḥ kukare kuniḥ / kṣayaḥ śoṣaś ca yakṣmā ca pratiśyāyustu pīnasaḥ //
Für eḍa steht badhira (taub); für kubja gaḍula (bucklig); für kukara kuṇi (mit verkrüppeltem Arm). kṣaya, śoṣa und yakṣman (bedeuten Schwindsucht). pratiśyāya aber (heißt auch) pīnasa (Schnupfen).
bukkā, agramāṃsa und hṛdaya (bedeuten Herz). medas, vapā und vasā (bedeuten Fett). Die Ader hinten am Hals heißt manyā. nāḍī, dhamani und sirā (bedeuten Ader).
Wort für Wort
bukkā agramāṃsam hṛdayam
Herz
medaḥ vapā vasā
Fett
paścād-grīvā-śirā manyā
Nackenader
nāḍī dhamaniḥ śirā
Ader, Gefäß
„vukkā“ für „bukkā“; „hanmedas“ wohl „hṛn, medas“.
tilaka und kloman (bedeuten die Lunge); mastiṣka (das Gehirn). dūṣikā ist der Schmutz der Augen. antra (und) purītat (bedeuten Eingeweide). gulma aber (heißt auch) plīhan (Maskulinum) (Milz). Ferner vasnasā,
Wort für Wort
tilakam kloma
Lunge
mastiṣkam
Gehirn
dūṣikā netrayoḥ malam
Augenschleim
antram purītat
Eingeweide
gulmaḥ plīhā
Milz
„ktoma“ für „kloma“; „purī tad“ für „purītat“. Satz läuft in Vers 15 weiter.
syāccharīrāsthni kaṅkālaḥ pṛṣṭhāsthni tu kaśerukā / śiro 'sthani karoṭiḥ strī pārśvāsthani tu parśukā //
Für das Knochengerüst des Körpers steht kaṅkāla; für den Rückenknochen kaśerukā; für den Schädelknochen karoṭi (Femininum); für den Seitenknochen parśukā (Rippe).
paścānnitambaḥ strīkaṭyāḥ klīve tu jaghanaṃ puraḥ / kūpakau tu nitambasthau dvayahīne kakundare //
Der hintere (Teil) der weiblichen Hüfte (heißt) nitamba, der vordere aber jaghana (Neutrum). Die beiden Grübchen auf dem Gesäß aber heißen kakundara (Neutrum).
Die Gesäßbacken heißen sphic und kaṭiprotha (feminin). upastha (bezeichnet) die beiden im Folgenden genannten (Geschlechtsteile): bhaga und yoni (in beiden Genera) (das weibliche); śiśna, meḍhra, mehana und śephas (das männliche).
picaṇḍa, kukṣi, jaṭhara, udara und tunda (bedeuten Bauch). kuca und stana (bedeuten Brust). cūcuka aber ist die Spitze der Brust (Brustwarze). kroḍa (nicht maskulin) ist der Raum zwischen den Armen (Brustkorb).
pradeśa, tāla und gokarṇa (bezeichnen) die Spanne (des Daumens), wenn er mit dem Zeigefinger usw. ausgestreckt ist. (Die Spanne) des Daumens mit dem kleinen Finger heißt vitasti, (gleich) zwölf Fingerbreiten.
pāṇau ca peṭapratalaprahastā vistṛtāṅgulau / baddhamuṣṭikaro ratniraratniḥ sa kaniṣṭhavān //
Und für die Hand mit ausgestreckten Fingern (stehen) capeṭa, pratala und prahasta. Die Hand mit geballter Faust (als Maß) heißt ratni; mit (ausgestrecktem) kleinem Finger heißt sie aratni.
kambugrīvā ist der (Hals) mit drei Linien (wie eine Muschel). avaṭu, ghāṭā und kṛkāṭikā (bedeuten Nacken). Unterhalb der Lippe ist das cibuka (Kinn). Ferner (die Wörter) gaṇḍa (Wange), gala (Kehle) und hanu (Kiefer).
Wort für Wort
kambugrīvā trirekhā
muschelförmiger Hals mit drei Linien
avaṭuḥ ghāṭā kṛkāṭikā
Nacken
adhaḥ oṣṭhāt cibukam
Kinn unter der Lippe
gaṇḍau galaḥ hanuḥ
Wangen, Kehle, Kiefer
„sāvaṭur“ für „syād avaṭur“; „civukañ cauṣṭhād“ für „cibukaṃ tv oṣṭhād“.
apāṅga (heißen) die beiden äußeren Augenwinkel; kaṭākṣa ist das Blicken aus dem Augenwinkel. cikura, kuntala und bāla (bedeuten Haar). pratikarman (bedeutet) prasādhana (Schmücken, Toilette).