Kapitel 124: yuddhajayārṇavīyajyotiḥśāstrasāraḥ
Das Wesentliche der Sternkunde aus dem Yuddhajayārṇava
Einleitung des Yuddhajayārṇava als Dialog zwischen Īśvara und der Göttin: Entstehung der Śakti, Mantrapīṭha und Vidyāpīṭha, Entfaltung der Laute (Oṃ, Bindu, Nāda, Vokale) und ihre Zuordnung zu Kalās, Elementen, Atemarten, Nāḍīs und Planeten; Meditation auf den Nektar und die Lebensknolle am Nabel. V. 11–13 sind stark verderbt.
Agni sprach: Ich werde das Wesentliche der Sternkunde usw. im Yuddhajayārṇava darlegen, ohne Mantras, Heilkräuter usw., so wie es der Herr (Īśvara) zu Umā sprach.
Die Göttin sprach: Sag, durch welches Mittel die Dānavas von den Göttern besiegt wurden – das Wissen namens Yuddhajayārṇava, das mit der Unterscheidung von Heil und Unheil beginnt.
Wort für Wort
devī uvāca
die Göttin sprach
devaiḥ jitāḥ dānavāḥ
die Dānavas von den Göttern besiegt
yena upāyena
durch welches Mittel
śubha-aśubha-viveka-ādyam
mit der Unterscheidung von Heil und Unheil beginnend
Īśvara sprach: Aus dem Willen des Urgottes (mūladeva) entstand die Śakti mit fünfzehn Silben; aus ihr entstand das Bewegliche und Unbewegliche; wer sie verehrt, kennt alle Dinge.
Wort für Wort
mūla-deva-icchayā
aus dem Willen des Urgottes
jātā śaktiḥ
entstand die Śakti
pañcadaśa-akṣarā
fünfzehnsilbig
cara-acaram
das Bewegliche und Unbewegliche
yām ārādhya akhila-artha-vit
die verehrend man alles kennt
mūladeveccayā für mūladevecchayā; yāmārādhyā = yām ārādhya.
ṛgyajuḥsāmātharvākhyadevamantrāḥ krameṇa te / sadyojātādayo mantrā brahmā viṣṇuś ca rudrakaḥ //
Sie sind der Reihe nach die Götter-Mantras, die Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharva(-Veda) heißen; es sind die Mantras Sadyojāta usw.; Brahmā, Viṣṇu und Rudra,
Wort für Wort
ṛk-yajuḥ-sāma-atharva-ākhya
Ṛg-, Yajur-, Sāma-, Atharva- genannt
deva-mantrāḥ
Götter-Mantras
sadyojāta-ādayaḥ
Sadyojāta usw.
brahmā viṣṇuḥ rudrakaḥ
Brahmā, Viṣṇu, Rudra
Die fünf Brahma-Mantras (Sadyojāta, Vāmadeva, Aghora, Tatpuruṣa, Īśāna).
Wie das Feuer inmitten des Holzes, solange es nicht angefacht ist, nicht gesehen wird, so wird die Śiva-Śakti, obwohl im Körper vorhanden, nicht gesehen.
Der Laut a entstand als der Offenbare, der höchste, Genuss und Erlösung gewährend. Dem Laut a sind im Bereich des Herrschers die Erde und die Kalā Nivṛtti zugeordnet.
gandhonavījaḥ prāṇākhya iḍāśaktiḥ sthirā smṛtā / ikāraś ca pratiṣṭhākhyo raso pālaś ca piṅgalā //
Geruch [?], die Silbe [?], Prāṇa genannt; die Śakti Iḍā gilt als fest. Und der Laut i heißt Pratiṣṭhā, (ihm entsprechen) Geschmack, Pāla [?] und Piṅgalā.
Wort für Wort
gandhaḥ
Geruch
prāṇa-ākhyaḥ
Prāṇa genannt
iḍā-śaktiḥ sthirā
die feste Iḍā-Śakti
pratiṣṭhā-ākhyaḥ
Pratiṣṭhā genannt
rasaḥ piṅgalā
Geschmack, Piṅgalā
gandhonavījaḥ und pālaś sind verderbt; die Kalās Nivṛtti, Pratiṣṭhā, Vidyā, Śānti, Śāntyatītā werden den Vokalen, Elementen, Sinnesqualitäten, Atemarten und Nāḍīs zugeordnet.
Die fünf Gruppen (varga) sind als Vokale entstanden; Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn der Reihe nach: die mit a beginnenden (Vokale), und die mit ka beginnenden (Konsonanten) stehen darunter.
Aus dieser Wurzel wird alles samt Beweglichem und Unbeweglichem erkannt. Ich werde den Vidyā-Sitz (vidyāpīṭha) darlegen: der Praṇava wird Śiva genannt,
Beim Daumen usw. lege man die Glieder auf (aṅganyāsa), das Auge in die Mitte, dann auf den Körper; darauf, nachdem man Mṛtyuñjaya verehrt hat, wird man in der Schlacht usw. siegreich.
Der Klang ist leer, ohne Wohnstatt; die Berührung berührt, quer geneigt [?]; der Gestalt wird aufwärtsgerichtete Bewegung zugeschrieben, das Wasser ist nach unten gerichtet.
Wort für Wort
śūnyaḥ nirālayaḥ śabdaḥ
der Klang, leer, ohne Wohnstatt
sparśam tiryak-natam
die Berührung, quer geneigt
rūpasya ūrdhva-gatiḥ
der Gestalt Aufwärtsbewegung
jalasya adhaḥ
des Wassers nach unten
Zuordnung der Bewegungsrichtungen zu den Sinnesqualitäten bzw. Elementen.
Der Geruch ist frei von allen Orten, und in der Mitte die Wurzel. An der Wurzel des Nabels befindet sich die Knolle (kanda), geschmückt, von Śivas Gestalt.
Durch die Anordnung der Śakti befinden sich dort Mond, Sonne und Hari; (die Knolle ist) mit den zehn Winden versehen und mit den fünf Tanmātras geschmückt,