Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 63: sudarśanacakrādipratiṣṭhākathanam Darlegung der Einsetzung des Diskus Sudarśana und anderer (Gottheiten) sowie der Bücher

Das Kapitel gibt die Mantras für die Einsetzung des Diskus Sudarśana und des Narasiṃha (darunter die lange Pātāla-Narasiṃha-Formel), nennt weitere Viṣṇu-, Śiva- und andere Götterbilder, die in gleicher Weise einzusetzen sind, und beschreibt dann ausführlich das Schreiben, die Einsetzung, Verehrung und Schenkung von Büchern samt dem daraus erwachsenden Verdienst. Das Kolophon (mit dem Tippfehler 'ādimahāputrāṇe') nennt das Kapitel devādipratiṣṭhā-pustakapratiṣṭhākathanam. Der Prosamantra in V. 3 enthält mehrere Digitalisierungsfehler.

bhagavānuvāca | evaṃ tārkṣyasya cakrasya brahmaṇo nṛhares tathā / pratiṣṭhā viṣṇuvat kāryā svasvamantreṇa tāṃ śṛṇu //

Der Erhabene sprach: Ebenso ist die Einsetzung Tārkṣyas (Garuḍas), des Diskus, Brahmās und des Mannlöwen wie die Viṣṇus auszuführen, jeweils mit dem eigenen Mantra; höre sie.

Wort für Wort
evam
ebenso
tārkṣyasya cakrasya
Garuḍas, des Diskus
brahmaṇaḥ nṛhareḥ
Brahmās, des Mannlöwen
pratiṣṭhā viṣṇuvat kāryā
die Einsetzung ist wie bei Viṣṇu auszuführen
sva-sva-mantreṇa
mit dem jeweils eigenen Mantra

sudarśana mahācakra śānta duṣṭabhayaṅkara / cchinda chinda bhinda bhinda vidāraya vidāraya paramantrān grasa grasa bhakṣaya bhakṣaya bhūtān trāyasa trāyasa hūṃ phaṭ sudarśanāya namaḥ || abhyarcya cakraṃ cānena raṇe dārayete ripūn //

„O Sudarśana, großer Diskus, Friedvoller, Schrecken der Bösen! Zerschneide, zerschneide, spalte, spalte, zerreiße, zerreiße! Verschlinge, verschlinge die feindlichen Mantras! Verzehre, verzehre die Geister! Erschrecke, erschrecke [?] (sie)! hūṃ phaṭ, Verehrung dem Sudarśana!“ Wer mit diesem (Mantra) den Diskus verehrt, zerreißt im Kampf die Feinde.

Wort für Wort
sudarśana mahā-cakra
o Sudarśana, großer Diskus
duṣṭa-bhayaṅkara
Schrecken der Bösen
chinda bhinda vidāraya
zerschneide, spalte, zerreiße
para-mantrān grasa
verschlinge die feindlichen Mantras
bhakṣaya bhūtān
verzehre die Geister
raṇe dārayet ripūn
zerreißt im Kampf die Feinde

trāyasa wohl für trāsaya ('erschrecke') oder trāyasva ('beschütze'); dārayete für dārayet.

oṃ kṣauṃ narasiṃha ugrarūpa jvala jvala prajvala prajvala svāhā || narasiṃhasya mantroyaṃ pātālākhyasya vacmi te / oṃ kṣauṃ namo bhagavate narasiṃhāya pradīptasūryakoṭisahasrasamatejase vajranakhadaṃṣṭrāyudhāyaṃ sphuṭavikaṭavikīrṇakesarasaṭāprakṣubhitamahārṇavāmbhodadundubhinirghoṣāya sarvamantrottāraṇāya ehyehi bhagavannarasiṃha puruṣaparāparabrahmasatyena sphura sphura vijṛmbha vijṛmbha ākrama garja garja muñca muñca siṃhanādān vidāraya vidāraya vidrāvaya vidrāvaya āviśa āviśa sarvamantrarūpāṇi sarvamantrajātayaś ca hana hana chinda saṅkṣipa saṅkṣipa sara sara dāraya dāraya sphuṭa sphuṭa sphoṭaya sphoṭaya jvālāmālāsaṅghātamaya sarvato 'nantajvālāvajrāśanicakreṇa sarvapātālān utsādaya utsādaya sarvato 'natajvālāvajraśarapañjareṇa sarvapātālān parivāraya parivāraya sarvapātālāsuravāsināṃ hṛdayānyākarṣaya ākarṣaya śīghraṃ daha daha paca paca matha matha śoṣaya śoṣaya nikṛntaya nikṛntaya tāvadyāvanme vaśamāgatāḥ pātālebhyaḥ phaṭ asurebhyaḥ phaṭ mantrarūpebhyaḥ phaṭ mantrajātibhyaḥ phaṭ saṃśayānmāṃ bhagavannarasiṃharūpa viṣṇo sarvāpadbhyaḥ sarvamantrarūpebhyo rakṣa rakṣa hrūṃ phaṭ namo 'stu te || narasiṃhasya vidyeyaṃ harirūpārthasiddhidā //

„Oṃ kṣauṃ, o Narasiṃha von furchtbarer Gestalt, flamme, flamme, lodere, lodere, svāhā!“ Dies ist der Mantra des Narasiṃha. Den des sogenannten Pātāla-(Narasiṃha) nenne ich dir: „Oṃ kṣauṃ, Verehrung dem erhabenen Narasiṃha, dessen Glanz tausend Millionen strahlender Sonnen gleicht, dessen Waffen die diamantharten Krallen und Zähne sind, dessen Gebrüll dem Dröhnen von Wolken und Pauken über dem großen Ozean gleicht, der von der gesträubten, gewaltig ausgebreiteten Mähne aufgewühlt ist, der alle Mantras überwindet! Komm, komm, o erhabener Narasiṃha! Bei der Wahrheit des Puruṣa, des höheren und niederen Brahman: blitze auf, blitze auf, entfalte dich, entfalte dich, schreite an, brülle, brülle, lass los, lass los die Löwengebrülle! Zerreiße, zerreiße, verjage, verjage, dringe ein, dringe ein! Alle Mantragestalten und alle Mantra-Arten schlage, schlage, zerschneide, zwinge zusammen, zwinge zusammen, eile, eile, spalte, spalte, zerplatze, zerplatze, sprenge, sprenge! Du, der aus einer Masse von Flammenkränzen besteht: mit dem Diskus aus endlosen Flammen, Donnerkeilen und Blitzen von allen Seiten vertilge, vertilge alle Unterwelten! Mit dem Käfig aus endlosen Flammen und Donnerkeil-Pfeilen umschließe, umschließe von allen Seiten alle Unterwelten! Die Herzen aller in den Unterwelten wohnenden Asuras ziehe heran, ziehe heran! Schnell brenne, brenne, koche, koche, zermalme, zermalme, dörre aus, dörre aus, zerhacke, zerhacke – so lange, bis sie in meine Gewalt gekommen sind! Den Unterwelten phaṭ, den Asuras phaṭ, den Mantragestalten phaṭ, den Mantra-Arten phaṭ! Aus der Gefahr, o Erhabener in Narasiṃha-Gestalt, o Viṣṇu, schütze, schütze mich vor allen Unglücksfällen, vor allen Mantragestalten! hrūṃ phaṭ, Verehrung sei dir!“ Dies ist die Zauberformel (vidyā) des Narasiṃha, die die Ziele in Bezug auf Haris Gestalt [?] vollendet.

Wort für Wort
ugra-rūpa jvala jvala
o Furchtgestaltiger, flamme, flamme
pātāla-ākhyasya
des Pātāla genannten
pradīpta-sūrya-koṭi-sahasra-sama-tejase
dessen Glanz tausend Millionen strahlender Sonnen gleicht
vajra-nakha-daṃṣṭra-āyudhāya
dessen Waffen diamantene Krallen und Zähne sind
sarva-pātālān utsādaya
vertilge alle Unterwelten
vidyā iyam
dies ist die Zauberformel

Prosamantra mit Digitalisierungsfehlern: -āyudhāyaṃ für -āyudhāya; sarvato 'natajvālā- für sarvato 'nantajvālā-; saṃśayān für saṃśayāt. Die Auflösung des langen Kompositums sphuṭa…nirghoṣāya ist interpretierend.

trilokyamohanair mantraiḥ sthāpyastrailokyamohanaḥ / gado dakṣe śāntikaro dvibhujo vā caturbhujaḥ //

Mit den dreiweltbetörenden Mantras ist der Trailokyamohana (Betörer der drei Welten) aufzustellen: die Keule in der Rechten, Heil bringend, zweiarmig oder vierarmig.

Wort für Wort
trailokya-mohanaiḥ mantraiḥ
mit den dreiweltbetörenden Mantras
sthāpyaḥ trailokya-mohanaḥ
der Trailokyamohana ist aufzustellen
gadā dakṣe
die Keule in der Rechten
śānti-karaḥ
Heil bringend
dvi-bhujaḥ vā catur-bhujaḥ
zwei- oder vierarmig

gado für gadā.

vāmordhve kārayeccakraṃ pāñcajanyamatho hy adhaḥ / śrīpuṣṭisaṃyuktaṃ kuryād balena saha bhadrayā //

Oben links lasse man den Diskus anbringen, unten dann die Muschel Pāñcajanya. Man versehe ihn mit Śrī und Puṣṭi, (ebenso) mit Bala samt Bhadrā [?].

Wort für Wort
vāma-ūrdhve
oben links
kārayet cakram
lasse den Diskus machen
pāñcajanyam adhaḥ
unten die Muschel Pāñcajanya
śrī-puṣṭi-saṃyuktam
mit Śrī und Puṣṭi versehen
balena saha bhadrayā
mit Bala samt Bhadrā

balena saha bhadrayā: vielleicht Balarāma und (Su)bhadrā.

prāsāde sthāpayedviṣṇuṃ gṛhe vā maṇḍape 'pi vā / vāmanaṃ caiva vaikuṇṭhaṃ hayāsyamaniruddhakaṃ //

Im Tempel stelle man Viṣṇu auf, oder im Haus oder auch in einem Pavillon; ebenso Vāmana, Vaikuṇṭha, den Pferdeköpfigen (Hayagrīva) und Aniruddha.

Wort für Wort
prāsāde sthāpayet viṣṇum
im Tempel stelle Viṣṇu auf
gṛhe vā maṇḍape api vā
im Haus oder auch im Pavillon
vāmanam vaikuṇṭham
Vāmana, Vaikuṇṭha
haya-āsyam
den Pferdeköpfigen
aniruddhakam
Aniruddha

sthāpayejjalaśayyāsthaṃ matsyādīṃścāvatārakān / saṅkarṣaṇaṃ viśvarūpaṃ liṅgaṃ vai rudramūrtikaṃ //

Man stelle auch den auf dem Wasserlager Ruhenden auf und die Herabkünfte, Matsya usw.; Saṅkarṣaṇa, Viśvarūpa, das Liṅga und die Rudra-Gestalt;

Wort für Wort
jala-śayyā-stham
den auf dem Wasserlager Ruhenden
matsya-ādīn avatārakān
die Herabkünfte, Matsya usw.
saṅkarṣaṇam viśvarūpam
Saṅkarṣaṇa, Viśvarūpa
liṅgam
das Liṅga
rudra-mūrtikam
die Rudra-Gestalt

ardhanārīśvaraṃ tadvaddhariśaṅkaramātṛkāḥ / bhairavaṃ ca tathā sūryaṃ grahāṃstadvināyakam //

Ardhanārīśvara, ebenso Hari-Śaṅkara, die Mütter, Bhairava und ebenso Sūrya, die Planeten und ebenso Vināyaka;

Wort für Wort
ardha-nārī-īśvaram
den halb weiblichen Herrn
hari-śaṅkara
Hari-Śaṅkara
mātṛkāḥ
die Mütter
bhairavam sūryam
Bhairava, Sūrya
grahān vināyakam
die Planeten, Vināyaka

gaurīmindrādikāṃ lepyāṃ citrajāṃ ca balābalāṃ / pustakānāṃ pratiṣṭhāṃ ca vakṣye likhanatadvidhiṃ //

Gaurī und (die Göttinnen) Indrāṇī usw., (Bilder) aus Stuck und gemalte, von starker und schwacher (Beschaffenheit) [?]. Und die Einsetzung von Büchern will ich darlegen samt der Vorschrift für ihr Schreiben.

Wort für Wort
gaurīm indra-ādikām
Gaurī, Indrāṇī usw.
lepyām
aus Stuck
citra-jām
gemalt
bala-abalām
stark und schwach (?)
pustakānām pratiṣṭhām
die Einsetzung der Bücher
likhana-vidhim
die Schreibvorschrift

indrādikām, lepyām, citrajām und balābalām beziehen sich wohl auf weibliche Bildnisse; genaue Bedeutung von balābalā unklar; likhanatadvidhim für likhanavidhim o.ä.

svastike maṇḍale 'bhyarcya śarapatrāsane sthitaṃ / lekhyañca likhitaṃ pustaṃ gururvidyāṃ hariṃ yajet //

Auf einem Svastika-Maṇḍala verehre der Lehrer das auf einem Sitz aus Schilfblättern liegende Buch – das zu schreibende und das geschriebene –, die Vidyā (Göttin des Wissens) und Hari.

Wort für Wort
svastike maṇḍale
auf einem Svastika-Maṇḍala
śara-patra-āsane sthitam
auf einem Sitz aus Schilfblättern liegend
lekhyam likhitam pustam
das zu schreibende und geschriebene Buch
guruḥ
der Lehrer
vidyām harim yajet
verehre die Vidyā und Hari

yajamāno guruṃ vidyāṃ hariṃ lipikṛtaṃ naraṃ / prāṅmukhaḥ padminīṃ dhyāyet likhitvā ślokapañcakaṃ //

Der Opferherr (verehre) den Lehrer, die Vidyā, Hari und den Mann, der die Schrift anfertigt; nach Osten gewandt meditiere er die Lotusgöttin (padminī) und schreibe fünf Ślokas

Wort für Wort
yajamānaḥ
der Opferherr
lipi-kṛtam naram
den Schreiber
prāk-mukhaḥ
nach Osten gewandt
padminīm dhyāyet
meditiere die Lotusgöttin
likhitvā śloka-pañcakam
fünf Ślokas schreibend

raupyasthamasyā haimyā ca lekhanyā nāgarākṣaraṃ / brāhmaṇān bhojayecchakyā śaktyā dadyācca dakṣiṇāṃ //

mit Tinte in einem silbernen (Gefäß) und mit einem goldenen Griffel, in Nāgarī-Buchstaben. Er speise die Brahmanen nach Vermögen und gebe nach Vermögen Opferlohn.

Wort für Wort
raupya-stha-maṣyā
mit Tinte in silbernem Gefäß
haimyā lekhanyā
mit goldenem Griffel
nāgara-akṣaram
in Nāgarī-Schrift
brāhmaṇān bhojayet
speise die Brahmanen
śaktyā dadyāt dakṣiṇām
gebe nach Vermögen Lohn

raupyasthamasyā = raupyastha-maṣyā; śakyā für śaktyā.

guruṃ vidyāṃ hariṃ prārcya purāṇādi likhennaraḥ / pūrvavanmaṇḍalādye ca aiśānyāṃ bhadrapīṭhake //

Nachdem der Mann Lehrer, Vidyā und Hari verehrt hat, schreibe er die Purāṇas usw. Wie früher auf dem Maṇḍala usw., und zwar im Nordosten auf einem Glückssitz,

Wort für Wort
prārcya
verehrt habend
purāṇa-ādi likhet
schreibe die Purāṇas usw.
pūrvavat maṇḍala-ādye
wie früher auf dem Maṇḍala usw.
aiśānyām
im Nordosten
bhadra-pīṭhake
auf einem Glückssitz

darpaṇe pustakaṃ dṛṣṭvā secayet pūrvavad ghaṭaiḥ / netronmīlanakaṃ kṛtvā śayyāyāṃ tu nyasennaraḥ //

betrachte er das Buch in einem Spiegel und besprenge es wie früher mit Krügen; nachdem er die Augenöffnung vollzogen hat, lege der Mann es auf ein Lager.

Wort für Wort
darpaṇe pustakam dṛṣṭvā
das Buch im Spiegel betrachtend
secayet pūrvavat ghaṭaiḥ
besprenge wie früher mit Krügen
netra-unmīlanakam kṛtvā
die Augenöffnung vollzogen habend
śayyāyām nyaset
lege auf ein Lager

nyasettu pauruṣaṃ sūktaṃ devādyaṃ tatra pustake / kṛtvā sajīvīkaraṇaṃ prārcya hutvā caruṃ tataḥ //

Er lege das Puruṣa-Lied und (den Mantra) der Gottheit usw. in das Buch; nachdem er die Belebung vollzogen, (es) verehrt und dann Opferbrei (caru) geopfert

Wort für Wort
nyaset pauruṣam sūktam
lege das Puruṣa-Lied ein
deva-ādyam
(den Mantra) der Gottheit usw.
tatra pustake
dort in das Buch
sa-jīvī-karaṇam kṛtvā
die Belebung vollzogen
hutvā carum
Opferbrei geopfert

samprāśya dakṣiṇābhistu gurvādīn bhojayeddvijān / rathena hastinā vāpi bhrāmyet pustakaṃ naraiḥ //

und (vom Rest) gegessen hat, speise er Lehrer usw. und Zweimalgeborene, mit Opferlöhnen; auf einem Wagen oder auch auf einem Elefanten lasse er das Buch durch Männer umhertragen.

Wort für Wort
samprāśya
gegessen habend
dakṣiṇābhiḥ
mit Opferlöhnen
guru-ādīn bhojayet dvijān
speise Lehrer usw. und Zweimalgeborene
rathena hastinā vā
mit Wagen oder Elefant
bhrāmayet pustakam naraiḥ
lasse das Buch durch Männer umhertragen

gṛhe devālayādau tu pustakaṃ sthāpya pūjayet / vastrādiveṣṭitaṃ pāṭhādādāvante samarcayet //

Im Haus oder im Tempel usw. stelle er das Buch auf und verehre es; das in Tücher usw. gewickelte (Buch) verehre er zu Beginn und am Ende der Lesung.

Wort für Wort
gṛhe deva-ālaya-ādau
im Haus, im Tempel usw.
pustakam sthāpya pūjayet
stelle das Buch auf und verehre es
vastra-ādi-veṣṭitam
in Tücher usw. gewickelt
pāṭhāt ādau ante
zu Beginn und Ende der Lesung
samarcayet
verehre

jagacchāntiñcāvadhārya pustakaṃ vācayennaraḥ / adhyāyamekaṃ kumbhādbhiryajamānādi secayet //

Und den Frieden der Welt zum Vorsatz nehmend, lasse der Mann aus dem Buch ein Kapitel vorlesen; mit Krugwasser besprenge er den Opferherrn usw.

Wort für Wort
jagat-śāntim avadhārya
den Weltfrieden zum Vorsatz nehmend
pustakam vācayet
lasse das Buch vorlesen
adhyāyam ekam
ein Kapitel
kumbha-adbhiḥ
mit Krugwasser
yajamāna-ādi secayet
besprenge den Opferherrn usw.

dvijāya pustakaṃ datvā phalasyānto na vidyate / trīṇyāhuratidānāni gāvaḥ pṛthvīṃ sarasvatī //

Gibt man einem Zweimalgeborenen ein Buch, so findet sich kein Ende der Frucht. Drei nennt man die höchsten Gaben: Kühe, Land und Sarasvatī (das Wissen).

Wort für Wort
dvijāya pustakam datvā
einem Zweimalgeborenen ein Buch gegeben
phalasya antaḥ na vidyate
der Frucht Ende findet sich nicht
trīṇi āhuḥ atidānāni
drei nennt man die höchsten Gaben
gāvaḥ pṛthvī sarasvatī
Kühe, Land, Sarasvatī

pṛthvīm im Nominativzusammenhang für pṛthvī.

vidyādānaphalaṃ datvā masyantaṃ patrasañcayaṃ / yāvattu patrasaṅkhyānamakṣarāṇāṃ tathānagha //

Wer die Wissensgabe (als verdienstvolle Handlung) gibt – bis hin zur Tinte und zum Stapel der Blätter [?] –, so groß die Zahl der Blätter und ebenso der Buchstaben ist, o Sündloser,

Wort für Wort
vidyā-dāna-phalam
die Frucht der Wissensgabe
datvā
gegeben habend
maṣī-antam
bis zur Tinte
patra-sañcayam
den Stapel der Blätter
patra-saṅkhyānam akṣarāṇām
die Zahl der Blätter und Buchstaben

masyantam als maṣī-antam gedeutet; Konstruktion lose.

tāvadvarṣasahasrāṇi viṣṇuloke mahīyate / pañcarātraṃ purāṇāni bhāratāni dadannaraḥ / kulaikaviṃśamuddhṛtya pare tattve tu līyate //

so viele tausend Jahre wird er in der Welt Viṣṇus verherrlicht. Ein Mann, der das Pañcarātra, die Purāṇas und die Bhārata-Werke schenkt, rettet einundzwanzig Generationen seines Geschlechts und geht im höchsten Prinzip auf.

Wort für Wort
tāvat varṣa-sahasrāṇi
so viele tausend Jahre
viṣṇu-loke mahīyate
wird in Viṣṇus Welt verherrlicht
pañcarātram purāṇāni bhāratāni
Pañcarātra, Purāṇas, Bhārata-Werke
kula-ekaviṃśam uddhṛtya
21 Generationen rettend
pare tattve līyate
geht im höchsten Prinzip auf

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks