Kapitel 178: tṛtīyāvratāni
Die Gelübde des dritten Mondtags
Gelübde des dritten Mondtags, vor allem für Gaurī/Lalitā: das Mūlagaurī-Gelübde mit Verehrung der Körperteile Śivas und Gaurīs unter paarweisen Namen, Blumen, Speisen und Göttinnennamen für die zwölf Monate, das „Glücksachtfach“, das Saubhāgyaśayana-Gelübde, das Saubhāgya-Gelübde mit Salzverzicht, der Damanaka-Dritte und der Ātma-Dritte. Die Namenliste in V. 18–19 zählt nur elf Namen; mehrere Namensformen in V. 3–12 sind verderbt (pāṭalā, bhānyai, supūpiṇyai).
Agni sprach: Ich werde dir die Gelübde des dritten Mondtags darlegen, die Genuss und Erlösung gewähren. Höre das Mūlagaurī-Gelübde am dritten Mondtag, [der] Lalitā [heißt].
Denn am dritten Mondtag der hellen Hälfte des Caitra wurde Gaurī von Hara (Śiva) geheiratet. Nach einem Sesambad verehre man Śambhu zusammen mit Gaurī mit goldenen Früchten usw.
namo 'stu pāṭalāyaiva pādau devyāḥ śivasya ca / śivāyeti ca saṅkīrtya jayāyai gulphayoryajet //
Mit „Verehrung sei der Pāṭalā“ [verehre man] die Füße der Göttin und mit „dem Śiva“ die Śivas; mit „der Jayā“ verehre man die Knöchel,
Wort für Wort
namaḥ astu pāṭalāyai
Verehrung der Pāṭalā
pādau devyāḥ
die Füße der Göttin
śivāya iti
mit „dem Śiva“
jayāyai
der Jayā
gulphayoḥ yajet
man verehre an den Knöcheln
Schema der Verse 3–12: jeweils ein Name der Göttin (Dativ auf -āyai) und ein Name Śivas (Dativ auf -āya) für ein Körperteil. pāṭalāyai wohl verderbt (evtl. pārvatyai).
mit „der im Aśoka-Honig Wohnenden“ und „dem Īśvara“ die Lippen; mit „der Geliebten des Viergesichtigen“ den Mund, [mit] „Verehrung dem Hara, dem Sthāṇu“ [Śiva];
namo 'rdhanārīśaharamamitāṅgyai ca nāsikāṃ / nama ugrāya lokeśaṃ laliteti punarbhruvau //
mit „Verehrung dem Ardhanārīśa“ Hara, mit „der Unermesslichgliedrigen“ die Nase; mit „Verehrung dem Ugra“ den Herrn der Welten, mit „der Lalitā“ wiederum die Brauen;
mit „dem Bhīmogra“ und „der Schöngestaltigen“ den Kopf, [und] „Verehrung der Allseele“. Mallikā (Jasmin), Aśoka, Lotus, Kunda (Jasmin), Tagara, Mālatī,
Nachdem man Umā und Maheśvara verehrt hat, stelle man das „Glücksachtfach“ (saubhāgyāṣṭaka) vor [ihnen] auf: Schmelzbutter, Niṣpāva-Bohnen, Kusumbha (Saflor), Milch, Jīvaka,
prātaḥ snātvā samabhyarcya vipradāmpatyamarcayet / tadaṣṭakaṃ dvije dadyāllalitā prīyatāṃ mama //
Am Morgen bade man, verehre [die Götter] und verehre ein Brahmanen-Ehepaar; jenes Achtfache gebe man einem Zweimalgeborenen [mit den Worten]: „Lalitā möge mir gnädig sein.“
Kuhharn, Schmelzbutter, schwarzer Sesam und die fünf Kuhprodukte — [dies ist] der Reihe nach die Speise [der Monate]. Lalitā, Vijayā, Bhadrā, Bhavānī, Kumudā, Śivā,
Eine Frucht [?] und reine Schmelzbutter; am Ende des Gelübdes schenke man ein Bett, eine goldene [Figur von] Umā und Maheśvara und einen Stier samt einer Kuh.
Wort für Wort
phalam ekam
eine Frucht
pavitra-ājyam
reine Schmelzbutter
vrata-ante
am Ende des Gelübdes
śayanam
Bett
umā-maheśvaram haimam
goldene Umā und Maheśvara
vṛṣabham gavā saha
Stier samt Kuh
phalamekaṃ („eine Frucht“) im Bezug unklar; śayānaṃ dadet für śayanaṃ dadyāt.
Wer den Lehrer und [Brahmanen-]Paare mit Gewändern usw. verehrt, wird des Genusses und der Erlösung teilhaftig. Die Saubhāgyaśayana-Gelübde [gewähren] Glück, Gesundheit, Schönheit und Lebensdauer.
Man übe es im Nabhasya (Bhādrapada) oder im Vaiśākha oder auch im Mārgaśiras: am dritten Mondtag der hellen Hälfte verehre man [mit] „lalitāyai namaḥ“ (Verehrung der Lalitā).
Dann verehre man [sie] in jeder Monatshälfte; am Ende des Gelübdes verehre man vierundzwanzig Paare mit Gewändern usw. — [so] wird man des Genusses und der Erlösung teilhaftig.
soll bei Vollendung ein Bett und ein mit Hausgerät versehenes Haus schenken, nachdem er ein Brahmanenpaar verehrt hat [mit den Worten]: „Bhavānī möge gnädig sein.“
saubhāgyārthaṃ tṛtīyoktā gaurīlokādidāyinī / māghe bhādre ca vaiśākhe tṛtīyāvratakṛttathā //
Zum Glück ist [dieser] dritte Mondtag verkündet, der die Welt Gaurīs usw. gewährt. Ebenso [übe man] im Māgha, Bhādra und Vaiśākha das Gelübde des dritten Mondtags.
Wer den Damanaka-Dritten übt, verehre im Caitra mit Damanaka-Kraut. Der Ātma-Dritte ist der des Mārga(śīrṣa); man verehre [die Göttin] mit Wunschspeise usw.