Kapitel 2: matsyāvatāravarṇanaṃ
Beschreibung der Fisch-Herabkunft
Agni erzählt die Herabkunft Viṣṇus als Fisch: Manu Vaivasvata findet einen kleinen Fisch, der unaufhörlich wächst, und wird vor der Flut gewarnt; das Schiff mit den Samen und den sieben Sehern wird am Horn des Fisches befestigt. Viṣṇu tötet den Veda-Räuber Hayagrīva. Der Ausdruck vedamatsyādyān in Vers 17 ist unklar.
Vasiṣṭha sprach: „Erzähle von Viṣṇu, der die Gestalt des Fisches usw. annimmt, der Ursache von Schöpfung usw., und [verkünde] das Purāṇa, das Brahman, das Āgneya, so wie es einst von Viṣṇu gehört wurde.“
agnir uvāca | matsyāvatāraṃ vakṣye 'haṃ vasiṣṭha śṛṇu vai hareḥ / avatārakriyā duṣṭa- naṣṭyai satpālanāya hi //
Agni sprach: „Ich werde die Fisch-Herabkunft Haris darlegen, Vasiṣṭha, höre! Das Wirken durch Herabkünfte geschieht ja zur Vernichtung der Bösen und zum Schutz der Guten.
Am Ende des vergangenen Weltalters (Kalpa) fand die brāhmische, ‚gelegentliche‘ Auflösung statt; dabei wurden die Welten, Bhūr usw., vom Ozean überflutet, o Weiser.
Wort für Wort
atīta-kalpa-ante
am Ende des vergangenen Kalpa
brāhmaḥ naimittikaḥ layaḥ
die brāhmische gelegentliche Auflösung
samudra-upaplutāḥ
vom Ozean überflutet
lokāḥ bhūr-ādikāḥ
die Welten, Bhūr usw.
mune
o Weiser
naimittika laya: die periodische Auflösung am Ende eines Tages Brahmās.
gelangte ein einzelner, sehr kleiner Fisch in das Wasser seiner hohlen Hände. Als er ihn ins Wasser werfen wollte, sprach [der Fisch]: „Wirf mich nicht hinein, bester der Menschen!
grāhādibhyo bhayaṃ me 'dya tac chrutvā kalaśe 'kṣipat / sa tu vṛddhaḥ punarmatsyaḥ prāha taṃ dehi me vṛhat //
Ich habe jetzt Angst vor Krokodilen und anderen [Tieren].“ Als er das gehört hatte, warf er ihn in einen Krug. Der Fisch aber, gewachsen, sprach wiederum zu ihm: „Gib mir einen großen
sthānametadvacaḥ śrutvā rājāthodañcane 'kṣipat / tatra vṛddho 'bravīdbhūpaṃ pṛthu dehi padaṃ mano //
Platz!“ Als der König dieses Wort gehört hatte, warf er ihn in einen Wassereimer. Dort gewachsen, sprach er zum König: „Gib mir einen weiten Ort, Manu!“
Von Manu angesprochen, sagte der Fisch zu Manu, der dem Schutz [der Wesen] hingegeben war: „Ich bin herabgestiegen zum Gedeihen dieser Welt und zur Vernichtung der Bösen.
Wort für Wort
manunā uktaḥ
von Manu angesprochen
pālane ratam
dem Schützen hingegeben
avatīrṇaḥ
herabgestiegen
bhavāya asya jagataḥ
zum Wohl dieser Welt
duṣṭa-naṣṭaye
zur Vernichtung der Bösen
bhavāya: „zum Gedeihen/Wohl“; auch „zum Entstehen“ möglich.
tötete Keśava und schützte die Veden, das Matsya[-Purāṇa] usw. [?]. Als dann das Vārāha-Kalpa gekommen war, nahm Hari die Gestalt einer Schildkröte an.
Wort für Wort
avadhīt
tötete
veda-matsya-ādyān
die Veden, das Matsya usw. (?)
pālayāmāsa keśavaḥ
Keśava schützte
prāpte kalpe vārāhe
als das Vārāha-Kalpa gekommen war
kūrma-rūpaḥ abhavat
wurde schildkrötengestaltig
vedamatsyādyān unklar; vielleicht „die Veden usw.“ (verderbt?).