Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 195: vāravratāni Die Wochentagsgelübde

Agni lehrt Gelübde, die an Wochentage in Verbindung mit bestimmten Mondhäusern gebunden sind: Sonntagsriten (Bad, Ahnenopfer, nächtliches Essen) sowie für jeden weiteren Wochentag sieben nächtliche Mahlzeiten, die Leiden durch die Planeten beseitigen. Die Planeten stehen dabei für die entsprechenden Wochentage. Kleinere Verschreibungen (śrādhhau) sind vermerkt.

agnir uvāca | vāravratāni vakṣyāmi bhuktimuktipradāni hi / karaṃ punarvasuḥ sūrye snāne sarvauṣadhī śubhā //

Agni sprach: Ich werde die Wochentagsgelübde erklären, die Genuss und Erlösung gewähren. Wenn [das Mondhaus] Hasta [oder] Punarvasu auf einen Sonntag fällt, ist ein Bad mit allen Kräutern glückbringend.

Wort für Wort
vāra-vratāni
Wochentagsgelübde
karam
Hasta (Mondhaus 'Hand')
punarvasuḥ
Punarvasu (Mondhaus)
sūrye
am Sonntag
sarva-auṣadhī
alle Kräuter

karaṃ ('Hand') steht für das Mondhaus Hasta.

śrādhhau cādityavāre tu saptajanmasvarogabhāk / saṅkrāntau sūryavāro yaḥ so 'rkasya hṛdayaḥ śubhaḥ //

Und wer am Sonntag Ahnenopfer darbringt, wird in sieben Geburten der Gesundheit teilhaftig. Der Sonntag, der auf den Eintritt der Sonne in ein Tierkreiszeichen fällt, heißt 'Herz der Sonne' und ist glückverheißend.

Wort für Wort
śrāddhe
beim Ahnenopfer
āditya-vāre
am Sonntag
sapta-janmasu
in sieben Geburten
saṅkrāntau
beim Sonnenübergang
arkasya hṛdayaḥ
Herz der Sonne

śrādhhau ist für śrāddhe o. ä. verschrieben; svarogabhāk wohl als sa-arogabhāk (er ist gesund) zu lesen.

kṛtvā haste sūryavāraṃ naktenābdaṃ sa sarvabhāk / citrābhasomavārāṇi sapta kṛtvā sukhī bhavet //

Wer den Sonntag unter Hasta ein Jahr lang mit nächtlichem Essen begeht, wird aller Dinge teilhaftig. Wer sieben Montage unter dem Mondhaus Citrā begeht, wird glücklich.

Wort für Wort
haste
unter Hasta
naktena abdam
ein Jahr mit nächtlichem Essen
sarva-bhāk
allem teilhaftig
citrā-bha-soma-vārāṇi
Montage im Mondhaus Citrā
sukhī bhavet
wird glücklich

svātyāṃ gṛhītvā cāṅgāraṃ saptanaktyārtivarjitaḥ / viśākhāyāṃ budhaṃ gṛhya saptanaktī grahārtinut //

Wer unter Svāti den Mars [Anm.: den Dienstag] wählt und sieben nächtliche Mahlzeiten hält, wird frei von Leiden. Wer unter Viśākhā den Merkur [Anm.: den Mittwoch] wählt und sieben nächtliche Mahlzeiten hält, vertreibt die von den Planeten verursachten Leiden.

Wort für Wort
svātyām
unter Svāti
aṅgāram
Mars
sapta-naktī
sieben Nachtmahlzeiten haltend
ārti-varjitaḥ
frei von Leid
graha-ārti-nut
Planetenleid vertreibend

anurādhe devaguruṃ saptanaktī grahārtinut / śukraṃ jyeṣṭhāsu saṅgṛhya saptanaktī grahārtinut //

Wer unter Anurādhā den Lehrer der Götter [Anm.: Jupiter, Donnerstag] wählt und sieben nächtliche Mahlzeiten hält, vertreibt die Leiden durch die Planeten. Wer unter Jyeṣṭhā die Venus [Anm.: Freitag] wählt und sieben nächtliche Mahlzeiten hält, vertreibt die Leiden durch die Planeten.

Wort für Wort
anurādhe
unter Anurādhā
deva-gurum
den Lehrer der Götter (Jupiter)
śukram
Venus
jyeṣṭhāsu
unter Jyeṣṭhā
saṅgṛhya
gewählt habend

mūle śanaiś caraṃ gṛhya saptanaktī grahārtinut //6 //

Wer unter Mūla den Saturn [Anm.: Samstag] wählt und sieben nächtliche Mahlzeiten hält, vertreibt die Leiden durch die Planeten.

Wort für Wort
mūle
unter Mūla
śanaiścaram
Saturn (den langsam Wandelnden)
gṛhya
gewählt habend
graha-ārti-nut
Planetenleid vertreibend

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