Kapitel 270: vedaśākhādikīrtanam
Aufzählung der Veda-Schulen und anderes
Puṣkara zählt die vier Veden mit ihren Schulen, Mantrazahlen und Lehrern auf und schildert die Überlieferung der Purāṇas von Vyāsa über Lomaharṣaṇa an dessen sechs Schüler. Anschließend preist er das Agni-Purāṇa als Gestalt Viṣṇus und als Gewährer aller Wünsche. Die Zahlangaben sind teils ungewöhnlich oder verderbt (V. 3, 7–9). Im Kopf steht vedaśākhadikīrtanaṃ (für vedaśākhādi-); ein Kolophon fehlt in der Eingabe.
Puṣkara sprach: Die Mantras, die allen Gnade erweisen und die vier Lebensziele verwirklichen, sind Ṛg-, Atharva-, ebenso Sāma- und Yajur[veda]; ihre Zahl aber beträgt hunderttausend.
Der Schulen [des Ṛgveda] gibt es: die eine ist die des Sāṅkhyāyana, die zweite die des Āśvalāyana; zehnmal hundert [d.h. tausend] Mantras, die Brāhmaṇas zweitausend.
Wort für Wort
bhedaḥ
Verzweigung, Schule
sāṅkhyāyanaḥ
Sāṅkhyāyana
āśvalāyanaḥ dvitīyakaḥ
Āśvalāyana als zweiter
śatāni daśa mantrāṇām
zehn Hundert an Mantras
brāhmaṇāḥ dvi-sahasrakam
die Brāhmaṇas: zweitausend
Die Umfangsangaben weichen stark von der sonstigen Überlieferung ab; wörtlich übersetzt.
So ist der Ṛgveda seinem Umfang nach von Dvaipāyana und anderen überliefert. Ebenso [umfasst] der Yajus eintausendneunhundertneunundneunzig [?] Mantras.
Wort für Wort
pramāṇena
dem Umfang nach
smṛtaḥ
überliefert
dvaipāyana-ādibhiḥ
von Dvaipāyana u.a.
ekona-dvi-sahasram
zweitausend weniger eins
yajuṣaḥ
des Yajus
ekonidvisahasrantu wohl für ekonadvisahasraṃ tu „zweitausend weniger eins“.
[Dazu] zehnmal hundert [Texte] der Brahmanen [Anm.: wohl Brāhmaṇa-Texte], und sechsundachtzig Schulen: die Kāṇva- und Mādhyandina genannte, die Kaṭhī und ebenso die Mādhyakaṭhī,
Wort für Wort
śatāni daśa
zehn Hundert, tausend
viprāṇām
der Brahmanen (Brāhmaṇa-Texte?)
ṣaḍ-aśītiḥ
sechsundachtzig
śākhikāḥ
Schulen
kāṇva-mādhyandinī
Kāṇva und Mādhyandina
kaṭhī mādhyakaṭhī
Kaṭhī und Mādhyakaṭhī
viprāṇāṃ steht vermutlich für brāhmaṇānām (Brāhmaṇa-Texte).
brāhmādīni purāṇāni harividyā daśāṣṭa ca / mahāpurāṇe hy āgneye vidyārūpo hariḥ sthitaḥ //
Die Purāṇas, beginnend mit dem Brāhma, [sind] achtzehn [und bilden] das Wissen um Hari; im großen Āgneya-Purāṇa aber steht Hari in der Gestalt des Wissens.
Mit Entfaltung und ohne Entfaltung, Gestalthaftes und Gestaltloses als Wesen tragend: Wer ihn erkennt, verehrt und preist, erlangt Genuss und Erlösung.
viṣṇurjiṣṇurbhaviṣṇuś ca agnisūryādirūpavān / agnirūpeṇa devādermukhaṃ viṣṇuḥ parā gatiḥ //
Viṣṇu, der Siegreiche (Jiṣṇu), der Werdende (Bhaviṣṇu), besitzt die Gestalten Agnis, der Sonne usw.; in der Gestalt Agnis ist Viṣṇu der Mund der Götter und der übrigen [Wesen], das höchste Ziel.
aus allem Wissen bestehend, heilig, aus aller Erkenntnis bestehend, vortrefflich; denn es ist die Gestalt Haris, des Selbst aller, für die Menschen, die es lesen und hören.
Den Wissen Begehrenden gibt es Wissen, den Reichtum Begehrenden Glück und Reichtum, den nach Königsherrschaft Strebenden die Herrschaft, den nach Dharma Verlangenden Dharma,
den nach dem Himmel Strebenden den Himmel, den nach Söhnen Verlangenden Söhne, den nach Rindern und dergleichen Verlangenden Rinder, den nach Dörfern Verlangenden Dörfer,