Samudra beschreibt die glückverheißenden und unheilvollen körperlichen und charakterlichen Merkmale einer Frau. Hervorgehoben wird, dass Gattentreue fehlende äußere Merkmale ausgleicht. Das kurze Kapitel endet mit einem Unheilszeichen.
samudra uvāca | śastā strī cārusarvāṅgī mattamātaṅgagāminī / gurūrujaghanā yā ca mattapārāvatekṣaṇā //
Samudra sprach: Gepriesen ist eine Frau, die an allen Gliedern anmutig ist, die wie ein brünstiger Elefant schreitet, die schwere Schenkel und Hüften hat und Augen wie eine verliebte Taube,
mit tiefschwarzem Haar, schlankem Körper, unbehaarten Gliedern, herzbezaubernd; deren Füße gleichmäßig den Boden berühren und deren Brüste eng beieinanderstehen;
[bei der] der Nabel rechtsdrehend gewunden ist, die Scham wie ein Aśvattha-Blatt [geformt], die Knöchel verborgen, und in der Mitte der Nabel das Maß eines Daumens hat.
jaṭharanna pralambañca romarūkṣā na śobhanā / narkṣavṛkṣanadīnāmnī na sadā kalahapriyā //
Der Bauch soll nicht herabhängen; eine mit rauem Körperhaar ist nicht schön. [Sie soll] nicht nach einem Gestirn, Baum oder Fluss benannt sein, nicht ständig streitsüchtig,
na lolupā na durbhāṣā śubhā devādipūjitā / gaṇḍair madhūkapuṣpābhair na śirālā na lomaśā //
nicht gierig, nicht schmähsüchtig; glückbringend ist sie, wenn sie die Götter usw. verehrt; mit Wangen wie Madhūka-Blüten, nicht aderig, nicht stark behaart,
na saṃhatabhrūkuṭilā patiprāṇā patipriyā / alakṣaṇāpi lakṣaṇyā yatrākārāstato guṇāḥ //
nicht mit zusammengewachsenen oder gekrümmten Brauen; die ihren Gatten wie ihr Leben achtet und ihrem Gatten lieb ist. Auch eine ohne [gute] Merkmale ist [so] mit Merkmalen versehen: Wo die [rechte] Gestalt ist, da [folgen] die Vorzüge [?].