Skanda lehrt die nominale Zusammensetzung: Einteilungen (obligatorisch/nicht obligatorisch, mit/ohne Endungsschwund), die acht Arten des Tatpuruṣa nach Kasus, die sieben Arten des Karmadhāraya und des Bahuvrīhi, Dvigu, Dvandva und Avyayībhāva, und zuletzt die Einteilung nach dem Vorrang der Glieder. Einige Beispiele sind entstellt oder unklar (V. 2, 5, 10–11, 13, 15); V. 18 hat drei Halbverse.
Skanda sprach: Die Zusammensetzung (samāsa) will ich als sechsfach darlegen und wiederum als achtundzwanzigfach; nach der Einteilung in obligatorisch und nicht obligatorisch sowie nach Endungsschwund (luk) und Nicht-Schwund [ist sie jeweils] zweifach.
kumbhakāra („Töpfer“) ist obligatorisch, ebenso hemakāra („Goldschmied“) usw. „rājñaḥ pumān“ („Mann des Königs“) → rājapumān; und dieses Kompositum ist nicht obligatorisch.
Wort für Wort
kumbhakāraḥ
Töpfer
nityaḥ
obligatorisch
hemakāra-ādikaḥ
Goldschmied usw.
rājñaḥ pumān
Mann des Königs
rājapumān
Königsmann
Text: nityo 'yaṃ; der Sache nach ist anityo 'yaṃ zu lesen, da rājapuruṣa auflösbar ist.
kaṣṭaśrito luksamāsaḥ kaṇṭhekālādikastvaluk / syādaṣṭadhā tatpuruṣaḥ prathamādyasupā saha //
kaṣṭaśrita („der sich in Not begeben hat“) ist ein Kompositum mit Endungsschwund; kaṇṭhekāla („am Hals schwarz“) usw. ist ohne Schwund. Der Tatpuruṣa ist achtfach: [Verbindung] mit einem Wort im ersten usw. Kasus.
Dies ist der Tatpuruṣa des ersten [Kasus]: bei der Auflösung „pūrvaṃ kāyasya“ („der vordere [Teil] des Körpers“) → pūrvakāya („Vorderkörper“); aparakāya („Hinterkörper“), adharakāya („Unterkörper“), uttarakāya („Oberkörper“).
„ardhaṃ kaṇāyāḥ“ („die Hälfte des Korns“) → ardhakaṇā; bhikṣātūrya [?] – so; āpannajīvika („der seinen Unterhalt erlangt hat“) ebenso. Der zweite [Kasus] …: adharāśrita [?] („auf das Untere gestützt“).
Wort für Wort
ardham kaṇāyāḥ
die Hälfte des Korns
ardhakaṇā
Halbkorn
āpanna-jīvikaḥ
der seinen Unterhalt erlangt hat
dvitīyā
zweiter Kasus
āśritaḥ
gestützt auf
bhikṣātūryam und adharāśritaḥ als Beispiele unklar.
varṣambhogyo varṣabhogyo dhānyārthaś ca tṛtīyayā / caturthī syādviṣṇubalirvṛkabhītiś ca pañcamī //
„varṣaṃ bhogyaḥ“ („ein Jahr lang zu genießen“) → varṣabhogya; dhānyārtha („Reichtum durch Getreide“) mit dem dritten; der vierte: viṣṇubali („Opfergabe für Viṣṇu“); vṛkabhīti („Furcht vor dem Wolf“) ist der fünfte.
„rājñaḥ pumān“ → rājapumān („Königsmann“): der sechste; ebenso vṛkṣaphala („Baumfrucht“). Der siebte: akṣaśauṇḍa („spielsüchtig“). ahita („nicht heilsam; Feind“) ist ein nañ-Kompositum (mit Verneinung).
Der Karmadhāraya ist siebenfach; [Beispiele sind] nīlotpala („blauer Lotus“) usw.: mit dem Bestimmungswort als Vorderglied; ebenso mit dem Bestimmungswort als Hinterglied [?]:
Wort für Wort
karmadhārayaḥ saptadhā
siebenfacher Karmadhāraya
nīla-utpala
blauer Lotus
viśeṣaṇa-pūrva-padaḥ
mit Bestimmungswort als Vorderglied
uttarataḥ
als Hinterglied
viśeṣyottarataḥ: der Sache nach wohl viśeṣaṇottarapada.
vaiyākaraṇakhamūciḥ śītoṣṇaṃ dvipadaṃ śubham / upamānapūrvapadaḥ śaṅkhapāṇḍara ity api //
vaiyākaraṇakhasūci („ein Grammatiker, der in die Luft sticht“, d. h. ratlos); śītoṣṇa („kalt-warm“) – mit zwei [Bestimmungs-]Gliedern, schön; mit dem Vergleichsbild als Vorderglied: śaṅkhapāṇḍara („muschelweiß“).
upamānottarapadaḥ puruśavyāghra ity api / sambhāvanāpūrvapado guṇavṛddhiritīdṛśam //
mit dem Vergleichsbild als Hinterglied: puruṣavyāghra („Mann-Tiger“, d. h. tigergleicher Mann); mit einer Annahme als Vorderglied: guṇavṛddhi – so ist es [?];
[bei der Auflösung] ist zu sagen: „Vermehrung, die guṇa heißt“ [?]; mit Bekräftigung als Vorderglied: „suhṛd eva subandhukaḥ“ („der Freund ist eben ein guter Verwandter“). Der Bahuvrīhi ist siebenfach:
Wort für Wort
guṇaḥ iti vṛddhiḥ
Vermehrung namens guṇa
avadhāraṇa-pūrva-padaḥ
mit Bekräftigung als Vorderglied
suhṛd eva
eben der Freund
subandhukaḥ
guter Verwandter
bahuvrīhiḥ saptadhā
siebenfacher Bahuvrīhi
Beispiel guṇavṛddhi/guṇa iti vṛddhiḥ unklar; suvandhukaḥ: lies subandhukaḥ.
dvipadaś ca bahuvrīhirārūḍhbhavano naraḥ / arcitāśeṣapūrvoyaṃ bahvaṅghriḥ parikīrtitaḥ //
Der zweigliedrige Bahuvrīhi: ārūḍhabhavano naraḥ („ein Mann, der das Haus bestiegen hat“); dieser [Bahuvrīhi] arcitāśeṣapūrva („der alle Vorfahren verehrt hat“) wird als vielgliedrig bezeichnet.
Wort für Wort
dvipadaḥ bahuvrīhiḥ
zweigliedriger Bahuvrīhi
ārūḍha-bhavanaḥ naraḥ
Mann, der das Haus bestiegen hat
arcita-aśeṣa-pūrvaḥ
der alle Vorfahren verehrt hat
bahu-aṅghriḥ
vielgliedrig
parikīrtitaḥ
wird bezeichnet
bahvaṅghri („vielfüßig“) hier als Terminus „mehrgliedrig“ aufgefasst. ārūḍhbhavano: lies ārūḍhabhavano.
„ete viprāś ca upadaśāḥ“ („diese Brahmanen sind etwa zehn“) – dieser hat ein Zahlwort als Hinterglied. Mit Zahlwörtern in beiden Gliedern, wie: dvitrāḥ („zwei oder drei“), dvyekatrayo naraḥ [?].
Dieser hat saha als Vorderglied: samūloddhṛtakas taruḥ („der samt der Wurzel ausgerissene Baum“). Zur Bezeichnung gegenseitigen Handelns: keśākeśi („Haar gegen Haar“, d. h. Raufen an den Haaren), nakhānakhi („Nagel gegen Nagel“, Kratzkampf).
Die Richtung betreffend ist zu merken: dakṣiṇapūrvā („Südost“). Der Dvigu wird als zweifach bezeichnet: singularisch behandelt: dviśṛṅga („Zweihorn“) [?]; pañcamūlī („Fünfwurzel“) aber einfach [?].
Wort für Wort
dig-lakṣyā
die Richtung betreffend
dakṣiṇa-pūrvā
Südost
dviguḥ dvidhā
zweifacher Dvigu
ekavad-bhāvi
singularisch behandelt
pañca-mūlī
Fünfwurzel
Die Beispiele für die zwei Dvigu-Arten sind unklar zugeordnet.
Der Dvandva-Samāsa ist zweifach: der mit gegenseitiger Verbindung (itaretara): rudraviṣṇū („Rudra und Viṣṇu“); der zusammenfassende (samāhāra): bherīpaṭaham („Pauke und Trommel“) – so.
Der Avyayībhāva wird als zweifach bezeichnet: mit einem Nomen als Vorderglied, wie „śākasya mātrā“ („ein bisschen Gemüse“) → śākaprati; mit einem Indeklinabile als Vorderglied, wie:
upakumbham („beim Krug“), uparathyam („an der Straße“). Nach dem Vorrang [der Glieder] ist [die Zusammensetzung] vierfach: [der Tatpuruṣa] mit der Bedeutung des Hinterglieds als Hauptsache; der Dvandva mit beiden als Hauptsache; der Avyayībhāva, bei dem die Bedeutung des Vorderglieds herrscht; und der Bahuvrīhi, der sich auf ein Äußeres bezieht.