Kapitel 251: dhanurvedakathanam
Die Darlegung der Bogenkunde (Waffenhandhabungen und Ringkampf)
Agni zählt die Bewegungen und Handhabungen verschiedener Waffen auf: Schwert und Schild (32 Bewegungen), Schlinge, Diskus, Spieß, Tomara, Keule, Axt, Hammer, Bhindipāla, Vajra, Krummschwert und Schleuder, dann die Griffe des Ringkampfs. Zum Schluss wird die Besetzung von Elefanten, Wagen und Reitern im Kampf und die Waffenverehrung vor der Schlacht beschrieben. Viele Fachnamen sind nur wörtlich übersetzbar oder unklar; V. 29 ist lückenhaft.
vikarālanipātau ca vibhīṣaṇabhayānakau / samagrārdhatṛtīyāṃśapādapādardhavārijāḥ //
Vikarāla (der sehr Grausige) und Nipāta (Niederfall), Vibhīṣaṇa (der Erschreckende) und Bhayānaka (der Furchtbare), [Hiebe] mit dem ganzen, halben und dritten Teil, dem Viertel und dem Achtel [der Klinge] [?],
Pratyālīḍha, Ālīḍha, Varāha (Eber) und ebenso Lulita (Wogen): so sind zweiunddreißig [Bewegungen] beim Verfahren mit Schwert und Schild im Kampf zu kennen.
śyenapātaṃ gajapātaṃ grāhagrāhyantathaiva ca / evamekādaśavidhā jñeyāḥ pāśavidhā narāḥ //
Śyenapāta (Falkensturz), Gajapāta (Elefantensturz) und ebenso Grāhagrāhya (Krokodilsgriff): so sind die Arten [der Handhabung] der Schlinge als elffach zu kennen.
Gerade (ṛju), Gestreckt (āyata), Weit (viśāla), Quer (tiryak) und Gekreist (bhrāmita): [diese] fünf Handhabungen sind von den Großen für die ausgeworfene Schlinge gelehrt.
Chedana (Schneiden), Bhedana (Spalten), Pāta (Fallenlassen), Bhramaṇa (Kreisen), ebenso Śayana (Niederlegen), Vikartana (Abschneiden) und Kartana (Schneiden): dies sind die Handhabungen des Diskus (cakra).
Āsphoṭa (Schlagen), Kṣeḍana (Brüllen) [?], Bheda (Spalten), ebenso Trāsa (Schrecken) und Āndolitaka (Schwingen) und als sechstes das ‚Āghāta‘ (Stoß) Genannte: diese erkenne als die Handhabungen des Spießes (śūla).
Dṛṣṭighāta (Blickstoß), Bhujāghāta (Armstoß), Pārśvaghāta (Seitenstoß), o Bester der Zweimalgeborenen, und der Wurf mit gerade gefiedertem Geschoss [?]: [das] wird für den Tomara-Speer angegeben.
Āvṛtta (Gewendet), Parāvṛtta (Umgewendet), Pādoddhūta (mit dem Fuß Hochgeschleudert), Avapluta (Absprung), Haṃsamarda (Schwanendruck) und Vimarda (Zermalmen): das wird als Handhabung der Keule (gadā) bezeichnet.
karālamavaghātañca daśopaplutameva ca / kṣiptahastaṃ sthitaṃ śūnyaṃ parāśostu vinirdiśet //
Karāla (Grausig), Avaghāta (Niederstoß), Daśa [?], Upapluta (Heranspringen), Kṣiptahasta (Wurfhand), Sthita (Stehend) und Śūnya (Leer): diese gebe man für die Axt (paraśu) an.
tāḍanaṃ chedanaṃ vipra tathā cūrṇanameva ca / mudgarasya tu karmāṇi tathā plavanaghātanaṃ //
Tāḍana (Schlagen), Chedana (Schneiden), o Weiser, ebenso Cūrṇana (Zermalmen) und ebenso Plavanaghātana (Sprung-Schlag): [dies sind] die Handhabungen des Hammers (mudgara).
Saṃśrānta (Ermattet) [?], Viśrānta (Ausgeruht), Govisarga (Kuh-Entlassen) und Sudurdhara (Schwer-zu-Halten): [dies sind] die Handhabungen des Bhindipāla, und dieselben auch die des Knüttels (laguḍa).
Antya (Ende), Madhya (Mitte), Parāvṛtta (Umgewendet) und Nideśānta [?], o Bester der Zweimalgeborenen: dies sind die Handhabungen des Vajra, und dieselben auch die des Paṭṭiśa.
Haraṇa (Wegreißen), Chedana (Schneiden), Ghāta (Stoß), Baloddhāraṇa (Kraft-Hochheben), Āyata (Strecken), ebenso Pātana (Niederwerfen) und Sphoṭana (Sprengen): [dies] ist als Handhabung des Krummschwerts (kṛpāṇa) angegeben.
trāsanaṃ rakṣaṇaṃ ghāto baloddharaṇamāyatam / kṣepaṇīkarma nirdiṣṭaṃ yantrakarmaitadeva tu //
Trāsana (Erschrecken), Rakṣaṇa (Schützen), Ghāta (Stoß), Baloddharaṇa (Kraft-Hochheben), Āyata (Strecken): [dies] ist als Handhabung der Schleuder (kṣepaṇī) angegeben; eben dies [gilt] auch als Handhabung der Wurfmaschine.
gadākarmāṇi jānīyānniyuddhasyātha karma ca / ākarṣaṇaṃ vikarṣaṇañca bāhūnāṃ mūlameva ca //
diese erkenne man als Handhabungen der Keule. Nun aber die Griffe des Ringkampfs (niyuddha): Ākarṣaṇa (Heranziehen), Vikarṣaṇa (Auseinanderziehen), [der Griff an] die Wurzel der Arme,
Grīvāviparivarta (Halsumdrehung), der sehr grausame Pṛṣṭhabhaṅga (Rückenbrechen), Paryāsana und Viparyāsa (Umwerfen und Umkehren), Paśumāra (Viehtöten), Ajāvika (Ziege-und-Schaf),
Urolalāṭaghāta (Brust- und Stirnstoß), ebenso Vispaṣṭakaraṇa (Deutliches Ausführen) [?], Uddhūta (Hochwerfen), Avadhūta (Niederschütteln) und ebenso Tiryaṅmārgagata (Seitwärtsgang),
Vipṛṣṭha (Rückenwurf) [?], Sodaka [?], Śubhra [?] und Bhujāveṣṭita (Armumwicklung). Im Kampf soll man mit gerüsteten, bewaffneten [Kriegern] samt Elefanten usw. auftreten.
varāṅkuśadharau cobhau eko grīvāgato 'paraḥ / skandhau dvau ca dhānuṣkau dvau ca khaḍgadharau gaje //
Auf einem Elefanten [seien] zwei, die vortreffliche Elefantenhaken tragen — der eine am Hals [sitzend], der andere [dahinter] —, zwei Bogenschützen auf dem Rücken und zwei Schwertträger.
Zum Schutz des Bogenschützen setze man einen Schildträger ein. Nachdem man die Waffe mit den ihr eigenen Mantras verehrt hat und die Lehre ‚Trailokyamohana‘ [angewandt hat] [?],