Agni-Purāṇa
Kapitel 41: śilāvinyāsavidhānam
Die Vorschrift zur Legung der Grundsteine
Beschrieben wird die 'Fußweihe' (Grundsteinlegung): Maße der Ziegel und Steine, die Aufstellung von neun Wasserkrügen unter vedischen Mantras, Feueropfer, die Niederlegung der Steine mit den Schatz- und Śakti-Gottheiten und die nächtliche 'Keimlegung' (garbhādhāna) mit Anrufungen der Erdgöttin. Es folgen Maße des Sockels, das Verdienst des Tempelbaus und Regeln zur Ausrichtung im Dorf. Der Kolophon nennt das Kapitel abweichend pātālayogakathana; einige Mantra-Anfänge und Opferangaben (Verse 7, 10-12, 15) sind verderbt.
bhagavānuvāca | pādapratiṣṭhāṃ vakṣāmi śilāvinyāsalakṣaṇaṃ / agrato maṇḍapaḥ kāryaḥ kuṇḍalānāntu catuṣṭayaṃ //
Der Erhabene sprach: Ich werde die Fußweihe (pādapratiṣṭhā) darlegen, die Merkmale der Steinlegung. Davor ist eine Halle (maṇḍapa) zu errichten und vier Feuergruben,
Wort für Wort pāda-pratiṣṭhām die Fußweihe (Grundsteinlegung) śilā-vinyāsa-lakṣaṇam die Merkmale der Steinlegung agrataḥ davor maṇḍapaḥ kāryaḥ eine Halle ist zu errichten kuṇḍānām catuṣṭayam vier Feuergruben vakṣāmi: lies vakṣyāmi; kuṇḍalānāṃ wohl für kuṇḍānāṃ 'Feuergruben'.
kumbhanyāseṣṭakānyāso dvārastambhocchrayaṃ śubhaṃ / pādonaṃ pūrayet khātaṃ tatra vāstuṃ yajet same //
[ferner] die Setzung der Krüge, die Setzung der Ziegel [und] die glückbringende Aufrichtung der Türpfosten. Die Grube fülle er zu drei Vierteln; dort, auf ebenem [Grund], verehre er den Vāstu.
Wort für Wort kumbha-nyāsa Setzung der Krüge iṣṭakā-nyāsaḥ Setzung der Ziegel dvāra-stambha-ucchrayam Aufrichtung der Türpfosten pāda-ūnam pūrayet soll um ein Viertel weniger füllen vāstum yajet soll den Vāstu verehren iṣṭakāś ca supakvāḥ syurdvādaśāṅgulasammitāḥ / savistāratribhāgena vaipulyena samanvitāḥ //
Die Ziegel sollen gut gebrannt sein, zwölf Fingerbreit messend, versehen mit einer Breite [und] einer Dicke von einem Drittel [davon] [?].
Wort für Wort iṣṭakāḥ Ziegel supakvāḥ gut gebrannt dvādaśa-aṅgula-sammitāḥ zwölf Fingerbreit messend tri-bhāgena mit einem Drittel vaipulyena mit der Dicke, Weite savistāratribhāgena vaipulyena: Verhältnis von Breite und Dicke nicht eindeutig.
karapramāṇā śreṣṭhā syācchilāpyatha śilāmaye / nava kumbhāṃstāmramayān sthāpayediṣṭakāghaṭān //
Bei einem Steinbau sei [auch] der Stein am besten eine Elle groß. Neun Krüge aus Kupfer, Krüge für die Ziegel, soll er aufstellen,
Wort für Wort kara-pramāṇā eine Elle groß śreṣṭhā am besten śilā-maye bei einem Steinbau nava kumbhān tāmra-mayān neun kupferne Krüge sthāpayet soll aufstellen adbhiḥ pañcakaṣāyeṇa sarvauṣadhijalena ca / gandhatoyena ca tathā kumbhaistoyasupūritaiḥ //
mit Wasser, mit dem Absud der fünf Rinden, mit Wasser mit allen Heilkräutern und ebenso mit Duftwasser – mit Krügen, gut mit Wasser gefüllt,
Wort für Wort adbhiḥ mit Wasser pañca-kaṣāyeṇa mit dem Absud der fünf [Baum]rinden sarva-oṣadhi-jalena mit Allkräuterwasser gandha-toyena mit Duftwasser toya-supūritaiḥ gut mit Wasser gefüllt hiraṇyavrīhisaṃyuktair gandhacandanacarcitaiḥ / āpo hi ṣṭheti tisṛbhiḥ śanno devīti cāpyatha //
mit Gold und Reiskörnern versehen, mit Duftstoffen und Sandel bestrichen; [unter Rezitation] der drei [Verse] 'āpo hi ṣṭhā' und dann 'śaṃ no devīḥ',
Wort für Wort hiraṇya-vrīhi-saṃyuktaiḥ mit Gold und Reis versehen gandha-candana-carcitaiḥ mit Duft und Sandel bestrichen āpo hi ṣṭhā Mantra-Anfang 'ihr Wasser seid ja …' tisṛbhiḥ mit den dreien śaṃ no devīḥ Mantra-Anfang 'Heil uns, die Göttinnen …' Vedische Mantra-Anfänge im Original belassen.
tarat samandīriti ca pāvamānībhireva ca / uduttamaṃ varuṇamiti kathānaś ca tathaiva ca //
'taratsamandī' und den Pāvamānī-[Versen], 'ud uttamaṃ varuṇa' und ebenso 'kathā naḥ' [?],
Wort für Wort tarat sa mandī Mantra-Anfang 'taratsamandī' pāvamānībhiḥ mit den Pāvamānī-Versen ud uttamam varuṇa Mantra-Anfang 'löse, Varuṇa, die oberste [Fessel]' tathā eva ca und ebenso kathānaś: wohl der Mantra-Anfang kathā naḥ; unsicher.
varuṇasyeti mantreṇa haṃsaḥ śuciṣadityapi / śrīsūktena tathā śilāḥ saṃsthāpya saṃghaṭāḥ //
mit dem Mantra 'varuṇasya', mit 'haṃsaḥ śuciṣat' und ebenso mit dem Śrī-Sūkta – nachdem er die Steine samt den Krügen aufgestellt hat,
Wort für Wort varuṇasya iti mantreṇa mit dem Mantra 'varuṇasya' haṃsaḥ śuciṣat Mantra-Anfang 'der Schwan, im Lichten sitzend' śrī-sūktena mit dem Śrī-Hymnus śilāḥ saṃsthāpya die Steine aufgestellt habend sa-ghaṭāḥ samt den Krügen śayyāyāṃ maṇḍape prācyāṃ maṇḍale harimarcayet / juhuyājjanayitvāgniṃ samidho dvādaśīstataḥ //
verehre er Hari auf einem Lager in der Halle, im Osten, im Maṇḍala. Nachdem er das Feuer erzeugt hat, opfere er dann zwölf Brennhölzer.
Wort für Wort śayyāyām auf einem Lager prācyām im Osten harim arcayet soll Hari verehren janayitvā agnim das Feuer erzeugt habend samidhaḥ dvādaśa zwölf Brennhölzer āghārāvājyabhāgau tu praṇavenaiva kārayet / aṣṭāhutīs tathāṣṭāntair ājyaṃ vyāhṛtibhiḥ kramāt //
Die beiden Āghāra- und die beiden Ājyabhāga-Spenden vollziehe er allein mit dem Praṇava (oṃ); ebenso acht Spenden mit den auf 'acht' endenden [Mantras] [?], [dann] Schmalz mit den Vyāhṛtis der Reihe nach.
Wort für Wort āghārau ājya-bhāgau die beiden Āghāra- und Ājyabhāga-Spenden praṇavena eva allein mit Oṃ aṣṭa-āhutīḥ acht Spenden ājyam Schmalz vyāhṛtibhiḥ kramāt mit den Vyāhṛtis der Reihe nach aṣṭāntaiḥ ist unklar.
lokeśānāmagnaye vai somāyāvagraheṣu ca / puruṣottamāyeti ca vyāhṛtīrjuhuyāttataḥ //
'Den Welthütern', 'dem Agni', 'dem Soma', bei den Avagrahas [?] und 'dem Puruṣottama' – dann opfere er die Vyāhṛtis.
Wort für Wort loka-īśānām den Welthütern agnaye dem Agni somāya dem Soma puruṣottamāya dem Höchsten Geist vyāhṛtīḥ juhuyāt soll die Vyāhṛtis opfern somāyāvagraheṣu: vielleicht 'dem Soma, den Planeten (grahebhyaḥ)'; verderbt.
prāyaścittaṃ tataḥ pūrṇāṃ mūrtimāṃsaghṛtāṃstilān / vedādyair dvādaśāntena kumbheṣu ca pṛthak pṛthak //
Dann die Sühne und die Vollspende; Sesam mit Butterschmalz [?] [opfere er] mit [Mantras], die mit dem Veda-Anfang (oṃ) beginnen und mit dem Zwölfsilbigen enden, in die Krüge je einzeln.
Wort für Wort prāyaścittam Sühnehandlung pūrṇām die Vollspende ghṛtān tilān Sesam mit Schmalz veda-ādyaiḥ mit dem Veda-Anfang (oṃ) dvādaśa-antena mit dem Zwölfsilbigen am Ende pṛthak pṛthak je einzeln mūrtimāṃsaghṛtāṃs tilān ist verderbt; übersetzt ist nur 'Sesam mit Schmalz'.
prāṅmukhastu guruḥ kuryādaṣṭadikṣu vilipya ca / madhye caikāṃ śilāṃ kumbhaṃ nyasedetān surān kramāt //
Der Guru, nach Osten gewandt, soll [den Boden] in den acht Richtungen bestreichen und in der Mitte einen Stein [und] einen Krug niederlegen; diese Gottheiten lege er der Reihe nach nieder:
Wort für Wort prāṅmukhaḥ nach Osten gewandt aṣṭa-dikṣu in den acht Richtungen vilipya bestrichen habend madhye ekām śilām in der Mitte einen Stein nyaset surān kramāt soll die Götter der Reihe nach niederlegen padmaṃ caiva mahāpadmaṃ makaraṃ kacchapaṃ tathā / kumudañca tathā nandaṃ padmaṃ śaṅkhañca padminīṃ //
Padma, Mahāpadma, Makara, ebenso Kacchapa, Kumuda, ebenso Nanda, Padma [?], Śaṅkha und Padminī.
Wort für Wort padmam mahāpadmam Padma, Mahāpadma makaram kacchapam Makara, Kacchapa kumudam nandam Kumuda, Nanda śaṅkham Śaṅkha padminīm Padminī Dies sind die Schatz-Gottheiten (nidhi); Padma erscheint zweimal, vermutlich verderbt (etwa für Nīla).
kumbhānna cālayetteṣu iṣṭakānāntu devatāḥ / īśānāntāś ca pūrvādāviṣṭakāṃ prathamaṃ nyaset //
Die Krüge soll er dabei nicht bewegen. Die Gottheiten der Ziegel [sind] ... bis Īśāna [?]; im Osten usw. lege er zuerst den Ziegel nieder.
Wort für Wort kumbhān na cālayet soll die Krüge nicht bewegen iṣṭakānām devatāḥ die Gottheiten der Ziegel īśāna-antāḥ mit Īśāna endend pūrva-ādau im Osten usw. prathamam nyaset soll zuerst niederlegen Der erste Halbvers wiederholt iṣṭakānāntu devatāḥ aus Vers 16 und ist wohl verderbt; īśānāntāś 'mit Īśāna endend' bezieht sich vermutlich auf die Richtungsfolge.
śaktayo vimalādyāstu iṣṭakānāntu devatāḥ / nyasanīyā yathā yogaṃ madhye nyasyā tvanugrahā //
Die Kräfte (śakti) Vimalā usw. sind die Gottheiten der Ziegel; sie sind gemäß der Zuordnung niederzulegen; in der Mitte ist Anugrahā niederzulegen.
Wort für Wort śaktayaḥ die Kräfte vimalā-ādyāḥ Vimalā usw. nyasanīyāḥ sind niederzulegen yathā-yogam gemäß der Zuordnung anugrahā Anugrahā (Gnade) avyaṅge cākṣata pūrṇaṃ muneraṅgirasaḥ sute / iṣṭake tvaṃ prayaccheṣṭaṃ pratiṣṭhāṃ kārayāmyahaṃ //
'Makellose, Unversehrte, Vollkommene, Tochter des Weisen Aṅgiras! O Ziegel, gewähre du das Erwünschte; ich vollziehe die Weihe.'
Wort für Wort avyaṅge o Makellose akṣate o Unversehrte pūrṇe o Vollkommene aṅgirasaḥ sute Tochter des Aṅgiras prayaccha iṣṭam gewähre das Erwünschte mantreṇānena vinyasya iṣṭakā deśakramottamaḥ / garbhādhānaṃ tataḥ kuryānmadhyasthāne samāhitaḥ //
Mit diesem Mantra lege der vorzüglichste Lehrer die Ziegel nieder; dann vollziehe er, gesammelt, die 'Keimlegung' (garbhādhāna) an der mittleren Stelle.
Wort für Wort mantreṇa anena mit diesem Mantra vinyasya iṣṭakāḥ die Ziegel niederlegend deśika-uttamaḥ der beste Lehrer garbha-ādhānam die Keimlegung samāhitaḥ gesammelt deśakramottamaḥ wohl verderbt für deśikottamaḥ 'bester Lehrer'.
kumbhopariṣṭhādeveśaṃ padminīṃ nyasya devatāṃ / mṛttikāś caiva puṣpāṇi dhātavo ratnameva ca //
Auf den Krug lege er die Göttin Padminī, die Herrin der Götter [?]; Erden, Blumen, Mineralien und Edelsteine,
Wort für Wort kumbha-upariṣṭāt oben auf den Krug padminīm devatām die Gottheit Padminī mṛttikāḥ Erden dhātavaḥ Mineralien, Metalle ratnam Edelstein kumbhopariṣṭhādeveśaṃ: wohl kumbhopariṣṭhād deveśīṃ.
lauhāni dikpaterastraṃ yajedvai garbhabhājane / dvādaśāṅgulavistāre caturaṅgulakocchraye //
Metalle und die Waffe des Richtungshüters verehre er im Keimgefäß, [das] zwölf Fingerbreit weit und vier Fingerbreit hoch [ist],
Wort für Wort lauhāni Metalle dikpateḥ astram die Waffe des Richtungshüters garbha-bhājane im Keimgefäß dvādaśa-aṅgula-vistāre zwölf Fingerbreit weit catur-aṅgula-ucchraye vier Fingerbreit hoch padmākāre tāmramaye bhājane pṛthivīṃ yajet / ekānte sarvabhūteśe parvatāsanamaṇḍite //
lotosförmig, aus Kupfer; in diesem Gefäß verehre er die Erde [mit den Worten]: 'Einzige, Herrin aller Wesen, mit Bergen als Sitz geschmückt,
Wort für Wort padma-ākāre lotosförmig tāmra-maye kupfern pṛthivīm yajet soll die Erde verehren ekānte o Einzige parvata-āsana-maṇḍite mit Bergen als Sitz geschmückt samudraparivāre tvaṃ devi garbhaṃ samāśraya / nande nandaya vāsiṣṭhe vasubhiḥ prajayā saha //
vom Ozean umgeben, o Göttin, nimm du den Keim auf! Nandā, Tochter des Vasiṣṭha, erfreue [uns] mit Gütern und Nachkommenschaft!
Wort für Wort samudra-parivāre vom Ozean umgeben garbham samāśraya nimm den Keim auf nande o Nandā nandaya erfreue vasubhiḥ prajayā saha mit Gütern und Nachkommen jaye bhārgavadāyāde prajānāṃ vijayāvahe / pūrṇeṅgirasadāyāde pūrṇakāmaṃ kuruṣva māṃ //
Jayā, Nachfahrin des Bhṛgu, die du den Geschöpfen Sieg bringst! Pūrṇā, Nachfahrin des Aṅgiras, mache mich zu einem, dessen Wünsche erfüllt sind!
Wort für Wort jaye o Jayā bhārgava-dāyāde Nachfahrin des Bhṛgu prajānām vijaya-āvahe den Geschöpfen Sieg bringend pūrṇe o Pūrṇā pūrṇa-kāmam kuruṣva mache wunscherfüllt bhadre kāśyapadāyāde kuru bhadrāṃ matiṃ mama / sarvavījasamāyukte sarvaratnauṣadhīvṛte //
Bhadrā, Nachfahrin des Kaśyapa, mache meinen Sinn glückhaft! Die du mit allen Samen versehen und von allen Edelsteinen und Heilkräutern umgeben bist,
Wort für Wort bhadre o Bhadrā kāśyapa-dāyāde Nachfahrin des Kaśyapa bhadrām matim glückhaften Sinn sarva-bīja-samāyukte mit allen Samen versehen sarva-ratna-oṣadhī-vṛte von allen Edelsteinen und Kräutern umgeben jaye surucire nande vāsiṣṭhe ramyatāmiha / prajāpatisute devi caturasre mahīyasi //
Jayā, Wunderschöne, Nandā, Vāsiṣṭhī, erfreue dich hier! Tochter des Prajāpati, Göttin, Viereckige, Überaus Große,
Wort für Wort surucire o Wunderschöne vāsiṣṭhe o Vāsiṣṭhī ramyatām iha erfreue dich hier prajāpati-sute Tochter des Prajāpati catur-asre o Viereckige subhage suprabhe bhadre gṛhe kāśyapi ramyatāṃ / pūjite paramāś carye gandhamālyair alaṅkṛte //
Glückselige, Schönglänzende, Bhadrā, Kāśyapī, erfreue dich im Haus! Verehrte, höchst Wunderbare, mit Duftstoffen und Kränzen Geschmückte,
Wort für Wort subhage o Glückselige suprabhe o Schönglänzende kāśyapi o Kāśyapī parama-āścarye o höchst Wunderbare gandha-mālyaiḥ alaṅkṛte mit Duft und Kränzen geschmückt bhavabhūtikarī devi gṛhe bhārgavi ramyatāṃ / deśasvāmipurasvāmigṛhasvāmiparigrahe //
Göttin, die du Gedeihen und Wohlstand bewirkst, Bhārgavī, erfreue dich im Haus! Zur Inbesitznahme durch den Landesherrn, den Stadtherrn und den Hausherrn,
Wort für Wort bhava-bhūti-karī Gedeihen und Wohlstand bewirkend bhārgavi o Bhārgavī deśa-svāmin Landesherr pura-svāmin Stadtherr gṛha-svāmi-parigrahe zur Inbesitznahme durch den Hausherrn manuṣyādikatuṣṭyarthaṃ paśuvṛddhikarī bhava / evamuktvā tataḥ khātaṃ gomūtreṇa tu secayet //
zur Zufriedenheit der Menschen usw. sei du Mehrerin des Viehs!' Nachdem er so gesprochen hat, besprenge er dann die Grube mit Kuhurin.
Wort für Wort manuṣya-ādika-tuṣṭi-artham zur Zufriedenheit der Menschen usw. paśu-vṛddhi-karī bhava sei Mehrerin des Viehs evam uktvā so gesprochen habend khātam die Grube go-mūtreṇa secayet soll mit Kuhurin besprengen kṛtvā nidhāpayedgarbhaṃ garbhādhānaṃ bhavenniśi / govastrādi pradadyācca guravenyeṣu bhojanaṃ //
Nachdem er [dies] getan, soll er den Keim niederlegen; die Keimlegung geschehe nachts. Und er gebe dem Guru Kuh, Gewand usw., den anderen Speise.
Wort für Wort nidhāpayet garbham soll den Keim niederlegen niśi nachts go-vastra-ādi Kuh, Gewand usw. gurave dem Guru anyeṣu bhojanam den anderen Speise guravenyeṣu: lies gurave 'nyeṣu.
garbhaṃ nyasyeṣṭakā nyasya tato garbhaṃ prapūrayet / pīṭhabandhamataḥ kuryānmitaprāsādamānataḥ //
Nachdem er den Keim und die Ziegel niedergelegt hat, fülle er dann die Keimgrube auf. Danach errichte er den Sockelbau nach dem Maß des geplanten Tempels.
Wort für Wort garbham nyasya den Keim niederlegend iṣṭakāḥ nyasya die Ziegel niederlegend prapūrayet soll auffüllen pīṭha-bandham Sockelbau mita-prāsāda-mānataḥ nach dem Maß des bemessenen Tempels pīṭhottamañcocchrayeṇa prāsādasyārdhavistarāt / padahīnaṃ madhyamaṃ syāt kaniṣṭhaṃ cottamārdhataḥ //
Der beste Sockel [hat] in der Höhe die Hälfte der Breite des Tempels; um ein Viertel verringert ist der mittlere, der kleinste die Hälfte des besten.
Wort für Wort pīṭha-uttamam der beste Sockel ucchrayeṇa in der Höhe prāsādasya ardha-vistarāt nach der halben Breite des Tempels pada-hīnam um ein Viertel verringert uttama-ardhataḥ die Hälfte des besten pīṭhabandhopariṣṭhāttu vāstuyāgaṃ punaryajet / pādapratiṣṭhākārī tu niṣpāpo divi modate //
Oberhalb des Sockelbaus vollziehe er erneut ein Vāstu-Opfer. Wer die Fußweihe vollzieht, freut sich sündlos im Himmel.
Wort für Wort pīṭha-bandha-upariṣṭāt oberhalb des Sockelbaus vāstu-yāgam Vāstu-Opfer punaḥ yajet soll erneut opfern pāda-pratiṣṭhā-kārī wer die Fußweihe vollzieht niṣpāpaḥ divi modate freut sich sündlos im Himmel devāgāraṃ karomīti manasā yastu cintayet / tasya kāyagataṃ pāpaṃ tadahnā hi praṇaśyati //
Wer im Geist denkt: 'Ich baue ein Götterhaus', dessen am Körper haftende Sünde vergeht noch am selben Tag.
Wort für Wort deva-āgāram karomi ich baue ein Götterhaus manasā cintayet im Geist denkt kāya-gatam pāpam die am Körper haftende Sünde tat-ahnā am selben Tag praṇaśyati vergeht kṛte tu kiṃ punastasya prāsāde vidhinaiva tu / aṣṭeṣṭakasamāyuktaṃ yaḥ kuryāddevatālayaṃ //
Wie viel mehr erst, wenn der Tempel vorschriftsgemäß gebaut ist! Wer einen Göttertempel mit acht Ziegeln versehen baut –
Wort für Wort kṛte tu wenn aber gebaut kim punaḥ wie viel mehr vidhinā eva vorschriftsgemäß aṣṭa-iṣṭaka-samāyuktam mit acht Ziegeln versehen devatā-ālayam Göttertempel na tasya phalasampattirvaktuṃ śakyeta kenacit / anenaivānumeyaṃ hi phalaṃ prāsādavistarāt //
die Fülle seines Lohns vermag niemand auszusprechen. Allein hieraus ist der Lohn bei größerem Umfang des Tempels zu erschließen.
Wort für Wort phala-sampattiḥ die Fülle des Lohns vaktum śakyeta könnte ausgesprochen werden kenacit von irgendwem anumeyam zu erschließen prāsāda-vistarāt nach dem Umfang des Tempels grāmamadhye ca pūrve ca pratyagdvāraṃ prakalpayet / vidiśāsu ca sarvāsu grāme pratyaṅmukho bhavet / dakṣiṇe cottare caiva paścime prāṅmukho bhavet //
In der Mitte des Dorfes und im Osten soll er die Tür nach Westen anlegen; in allen Zwischenrichtungen im Dorf soll [der Tempel] nach Westen gewandt sein; im Süden, im Norden und im Westen soll er nach Osten gewandt sein.
Wort für Wort grāma-madhye in der Mitte des Dorfes pratyak-dvāram eine westliche Tür prakalpayet soll anlegen vidiśāsu in den Zwischenrichtungen pratyaṅmukhaḥ nach Westen gewandt prāṅmukhaḥ nach Osten gewandt Der Vers hat drei Halbverse.
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