Agni beschreibt zunächst monatlich zu gebende Wunschgaben (meist Figuren aus Mehl, Zucker o. Ä.) mit ihren Himmelsfrüchten, dann die zwölffache Meru-Gabe: Nachbildungen des Weltberges Meru mit zwölf umliegenden Bergen aus Juwelen, Gold, Silber, Land, Elefanten, Pferden, Kühen, Stoffen, Butterschmalz, Zucker, Getreide und Sesam, samt Maßen und Weihespruch. In V. 4 ist narakaṃ („Hölle“) wohl für nākaṃ („Himmel“) verderbt; in V. 25 ist hayayadvādaśa° entstellt; einige Bergnamen (V. 13) sind unsicher.
Agni sprach: Ich werde dir die Wunschgaben (kāmyadāna) darlegen, die alle Wünsche gewähren. Nachdem man Monat für Monat die tägliche Verehrung vollzogen hat, dann die auf einen Wunsch gerichtete Verehrung;
vratārhaṇaṃ guroḥ pūjā vatsarānte mahārcanaṃ / aśvaṃ vai mārgaśairṣe tu kamalaṃ piṣṭasambhavaṃ //
[ferner] die Ehrung beim Gelübde, die Verehrung des Lehrers und am Jahresende die große Verehrung. Wer aber im [Monat] Mārgaśīrṣa ein Pferd [und] einen aus Mehl geformten Lotus,
nachdem er Śiva verehrt hat, darbringt, der weilt lange in der Welt der Sonne. [Wer] im Pauṣa einen Elefanten aus Mehl [gibt], errettet einundzwanzig Geschlechter.
Wer im Māgha einen Pferdewagen aus Mehl gibt, gelangt in den Himmel [?]. Wer aber im Phālguna einen Stier aus Mehl [gibt], genießt den Himmel und wird [danach] ein König.
Wort für Wort
māghe
im Monat Māgha
aśva-ratham paiṣṭham
einen Pferdewagen aus Mehl
narakam (nākam?) vrajet
geht zur Hölle (lies: in den Himmel)
vṛṣam paiṣṭam
einen Stier aus Mehl
svarga-bhuk
den Himmel genießend
mahīpatiḥ
König
Der Text hat narakaṃ vrajet „geht zur Hölle“, was dem Zusammenhang widerspricht; wohl für nākaṃ vrajet „gelangt in den Himmel“ verderbt.
Wer im Śrāvaṇa einen Himmelswagen aus Blumen gibt, kommt in den Himmel, danach [wird er] König. Wer zweihundert Früchte gibt, errettet sein Geschlecht [und wird] König.
Wer im Bhādra Guggulu und dergleichen [als Räucherwerk] verbrennt, kommt in den Himmel, danach wird er König. Ein mit Milch und geklärter Butter gefülltes Gefäß im Āśvina [gegeben] verleiht den Himmel.
Wer im Kārttika Rohzucker, Kandiszucker und Butterschmalz gibt, kommt in den Himmel, danach [wird er] König. [Nun] werde ich die zwölffache Meru-Gabe darlegen, die Genuss und Erlösung verleiht.
[Er besteht aus den Steinen] namens Diamant, Padma [Rubin], Mahānīla und Nīla [Saphire] und Kristall, [ferner] Puṣpa [Topas], Smaragd und Perle; mit dem Maß eines Prastha ist er der beste.
Wort für Wort
vajra
Diamant
padma
Padma(rāga), Rubin
mahānīla-nīla
großer und gewöhnlicher Saphir
sphaṭika
Bergkristall
marakatam muktā
Smaragd, Perle
prastha-mātreṇa uttamaḥ
mit einem Prastha als Maß der beste
puṣpa wohl Kurzform für puṣparāga (Topas); padma wohl padmarāga (Rubin).
Der mittlere hat die Hälfte, der geringste die Hälfte davon; Knauserei mit dem Vermögen meide man. Auf die Samenkapsel [des Lotusdiagramms] setze man den Meru, dem Brahmā, Viṣṇu und Īśa als Gottheiten zugeordnet sind.
Und nachdem man vor der Gottheit auch den Meru verehrt hat, gebe man ihn mit [folgenden] Sprüchen dem Brahmanen: „Dem Brahmanen aus dem Geschlecht NN diesen höchsten, aus [solcher] Substanz bestehenden Meru –
Wort für Wort
deva-agre
vor der Gottheit
arcya merum
den Meru verehrt habend
mantraiḥ
mit Sprüchen
amuka-gotrāya
dem aus dem Geschlecht NN
dravyamayam param
den höchsten, aus Substanz bestehenden
amuka „der und der“ steht für den einzusetzenden Namen.
bhuktyai muktyai nirmalatve viṣṇudaivaṃ dadāmi te / indraloke brahmaloke śivaloke hareḥ pure //
zum Genuss, zur Erlösung, zur Reinheit gebe ich dir diesen, der Viṣṇu zur Gottheit hat.“ In der Welt Indras, in der Welt Brahmās, in der Welt Śivas [und] in Haris Stadt
vergnügt sich [der Geber], nachdem er sein Geschlecht errettet hat, auf einem Himmelswagen, von den Göttern verehrt. Auch zu anderen Zeiten, bei einem Sonneneintritt (saṅkrānti) und dergleichen, lasse man [die Gabe] geben.
ayane grahaṇādau ca viṣṇvagre harimarcya ca / svarṇameruṃ dvijāyārpya viṣṇuloke ciraṃ vaset //
Wer bei einer Sonnenwende, einer Finsternis und dergleichen vor Viṣṇu Hari verehrt und den Gold-Meru einem Zweimalgeborenen darbringt, weilt lange in Viṣṇus Welt.
So viele Atome [es darin gibt], so lange ist er hier [auf Erden] König. Einen Silber-Meru, verbunden mit zwölf Bergen, gebe man unter feierlichem Entschluss (saṅkalpa).
prāguktaṃ ca phalaṃ tasya viṣṇuṃ vipraṃprapūjya ca / bhūmimeruñca viṣayaṃ maṇḍalaṃ grāmameva ca //
Und seine Frucht ist die zuvor genannte, nachdem man Viṣṇu und den Brahmanen verehrt hat. Einen Land-Meru: [nämlich] einen Bezirk, einen Gau oder ein Dorf –
nachdem man ihn mit einem Achtel [als Meru] eingeteilt hat, [bilden] die übrigen Teile [die übrigen Berge]; die Frucht ist wie zuvor. [Einen Meru] in Gestalt eines Elefanten-Meru, mit zwölf Bergen versehen,
Wort für Wort
parikalpya
eingeteilt habend
aṣṭama-aṃśena
mit einem Achtel
śeṣa-aṃśāḥ
die übrigen Teile
pūrvavat phalam
die Frucht wie zuvor
hasti-meru-svarūpiṇam
in Gestalt eines Elefanten-Meru
Die Aufteilung (ein Achtel für den Meru, der Rest für die zwölf Berge) ist sinngemäß ergänzt.
gebe man, ausgestattet mit drei Männern [als Begleitern] [?]; nachdem man ihn gegeben hat, erlangt man unendliche Frucht. Mit fünfzehn Pferden [bilde man] einen Pferde-Meru, verbunden mit zwölf [weiteren] Pferden [?],
Wort für Wort
tri-puruṣaiḥ yuktam
mit drei Männern versehen
ananta phalam labhet
erlangt unendliche Frucht
tri-pañca-aśvaiḥ
mit fünfzehn Pferden
aśva-merum
einen Pferde-Meru
haya-dvādaśa-saṃyutam
mit zwölf Pferden verbunden
tripuruṣair yuktaṃ unklar (drei Wärter? drei Generationen?). hayayadvādaśa° offensichtlich verderbt, wohl für hayadvādaśa°.
verehrt Viṣṇu und die übrigen [Götter] und gibt ihn: [dann] wird er, nachdem er die Genüsse genossen hat, ein König. Nach der Zahl und dem Maß der Pferde gebe man wie zuvor einen Kuh-Meru.
paṭṭavastrair bhāramātrair vastrameruś ca madhyataḥ / śailair dvādaśavastraiś ca dattvā tañcākṣayaṃ phalaṃ //
Mit Seidengewändern im Maß eines Bhāra [bilde man] in der Mitte den Kleider-Meru, und die Berge mit [je] zwölf Gewändern; hat man ihn gegeben, [ist] die Frucht unvergänglich.
Wer ihn vor Viṣṇu einem Brahmanen darbringt, erlangt alles und geht zu Hari ein. Ebenso erlangt man die Frucht, wenn man einen Zucker-Meru anfertigt und gibt.
verehre man auf allen [Bergen], oder besonders Viṣṇu: [dann ist] die Frucht unvergänglich. Ebenso bilde man nach dem Maß von einem Zehntel [?] einen Sesam-Meru.
Wort für Wort
sarveṣu pūjya
auf allen verehrt habend
viśeṣāt
besonders
akṣayam phalam
unvergängliche Frucht
daśa-aṃśa-mānena
nach dem Maß eines Zehntels
tila-merum
einen Sesam-Meru
daśāṃśamānena „mit dem Maß eines Zehntels“ – Bezugsgröße unklar (vielleicht zehn Teile des Getreidemaßes).
namo viṣṇusvarūpāya dharādharāya vai namaḥ / brahmaviṣṇvīśaśṛṅgāya dharānābhisthitāya ca //
[Spruch bei der Gabe:] „Verehrung dem, der Viṣṇus Gestalt hat, Verehrung dem Erdträger, dem, der Brahmā, Viṣṇu und Īśa zu Gipfeln hat, und dem, der im Nabel der Erde steht,